Ax, in Mittwoch den 22 Juni 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureairr Schul st raße 7, Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. -reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. mrch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Nr. 18 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 16. d. M., enthält: (Nr. 1720.) Gesetz, betreffend die Rechtsverhältnisse der Kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten. Vom 31. März 1887. (Nr. 1721.) Gesetz, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 1887/88. Vom 1. Juni 1887. (Nr. 1722.) Nachtragsconvention zur deutsch-rumänischen Handelsconvention vom 14. November 1877. Vom 1. März 1887. Gießen, am 20. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. vr. Boekmann. ---- — Politische Uebersicht. Gießen, 21. Juni. Die Berliner Blätter bringen das schon mehrfach in der Presse erwähnte umfassende Gutachten des Professors Dr. Virchow über das Halsleiden Des Kronprinzen, welches Herr Virchow auf Grund der von Dr. Mackenzie vollzogenen Operationen abgefaßt hat. Dasselbe berichtet über die Ergebnisse der Untersuchungen, welche Professor Virchow an den von der Wucherung im Kehlkopfe des hohen Patienten entnommenen Theilchen vorgenommen hat, in fachmännischer Weise und kommt zu dem Schlüsse, daß die untersuchten Stückchen nicht das Mindeste ausweisen, was den Verdacht einer weiteren und ernsteren Erkrankung Hervorrufen könnte. Es stimmt dies mit der Auffassung, welche Dr. Mackenzie von dem Halsleiden des Kronprinzen hegt, durchaus überein und vjomtt kann man dem weiteren Verlause der Krankheit des hohen Herrn mit Beruhigung entgegensetzen. Die aus England über das Befinden des Kronprinzen einlausenden Berichte lauten fortdauernd äußerst günstig. Noch vor der Beendigung der Reichstagssession hat der Reichskanzler Berlin verlassen und sich nach Friedrichsruhe begeben, in dessen ländlicher Stille der Leiter unseres Staatswesens hoffentlich rascher die Wiederherstellung seiner Gesundheit erlangen wird, als dies in dem geräuschvollen Berlin möglich war. lieber die etwaigen Dtsvofitionen des Fürsten Bismarck bezüglich einer Badereise ist noch nichts bekannt. Die alljährliche Zusammenkunft der preußischen Bischöfe soll heuer im August und wahrscheinlich wieder in Fulda stattfinden. Ihr ist dieser Tage in Köln eine Art Vor-Conserenz vorangegangen, an welcher die Bischöfe der westlichen Diöcesen theilnahmen und handelte es sich hierbei um die Katechis- rnusfrage (Herausgabe eines neuen Katechismus für die westlichen Diöcesen Preußens). Der kirchenpolitische Ausgleich ist nun auch im Großherzogthum Hessen perfect geworden, nachdem die zweite hessische Kammer am Freitag die kirchenpolitische Vorlage einstimmig angenommen hat. Die ungarischen Reichstagswahlen haben in einer Weise begonnen, welche einen glänzenden Erfolg für das Ministerium Tisza verspricht. Am ersten Wahltage, am Freitag, wurden 90 Liberale (Anhänger der Regierungspartei), unter ihnen sämmtliche candidirenden Cabinetsmitglieder, ferner 10 Gemäßigt - Oppositionelle, 12 Unabhängige (Radikale) und 4 zu keiner Partei gehörige Abgeordnete gewählt. Die Befürchtung, daß die Theiß-Katastrophe die Stimmung im Lande ungünstig beeinflussen werde, ist demnach nicht eingetroffen. Am gleichen Tage sind auch die Wahlen zum croatischen Landtage beendigt worden und ergaben dieselben für die Regierung ein ebenfalls hochbesriedigendes Resultat. Es wurden 86 Mitglieder der ministeriellen Partei und nur 19 Oppositionelle gewählt, einige Wahlen stehen noch aus. Die Hauptstadt Agram selbst wählte durchgängig regierungsfreundliche Abgeordnete. Die Opposition wird sich freilich durch ihre geringe Mitgliederzahl nicht hindern lassen, gegebenen Falls wieder die Scandalscenen zu provociren, durch welche der croattsche Landtag sich in so eigenthümlicher Weise unter den europäischen Parlamenten hervorhebt. Deutschland. Aus dem Großherzogthum Hessen, 17. Juni. Aus dem soeben erschienenen Jahresbericht des Fadrikinspectors sür das Großherzogthum Hessen für 1886 entnehmen wir Folgendes: Die Zahl der Fabriken und diesen gleichgestellten gewerblichen Anlagen betrug in diesem Jahre in Hessen 1054, darunter befinden sich 665 mit Dampfbetrieb, 125 mit sonstigen Betriebskrästen und 264 mit Handbetrieb. Die Zahl der daselbst beschäftigten Arbeiter betrug 38,396, und zwar 26,807 erwachsene männliche, 7790 erwachsene weibliche und 3799 jugendliche Arbeiter, darunter 2260 männlichen und 1539 weiblichen Geschlechts. Die Zahl der Fabrik-unsälle belief sich aus 892; 16 Fabriken sind im verflossenen Jahre eingegangen und 10 neue Fabriken sind in demselben Jahre entstanden. Berlin, 20. Juni. Der Kaiser hatte eine gute Nacht. Er empfing nm 1V2 Uhr Nachmittags Perponcher, später WtlmowSki; um 4 Uhr erscheint StaatSsecretär Bismarck zum Vortrag. — Der „Reichs-Anz." meldet: Die Fortschritte in der Genesung der Kaisers dauern an. Die Kräfte zeigen eine allmälige Zunahme, so daß der Kaiser schon längere Zeit sich den Geschäften widmen konnte. Hesterreich. Wien, 20. Juni. Wie einige Blätter melden, sei in Duna Szerdahely anläßlich der Wahlen das Judenviertel in Brand gesteckt worden, wodurch zahlreiche Einwohner obdachlos geworden seien. ArankreiH. Paris, 20. Juni. Der oberste Kriegsrath hat zu den von dem Kriegsminister General Ferron vorbereiteten und bereits dem Ministerrathe unterbreitete« Gesetzentwürfen in einer gestern Vormittag abgehaltenen Sitzung seine Zustimmung ausgesprochen. England. London, 20. Juni. Der Grobherzog und der Erbgroßherzog von Hessen, sowie die Prinzessinnen Irene uno Alix, ferner die Prinzessin von Lei- ningen und der Prinz und die Prinzessin Luowig von Battenberg find heule früh hier eingetroffen. — Die Königin ist heute von Windsor hier eingetroffen. Auf dem ganzen Wege vom Bahnhof bis zum Buckingham-Palast wurde sie von einer dichtge- drängten Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Die Stadt bietet schon heute einen festlichen Anblick dar. Eine große Menschenmenge durchwogt bei prächtigem Wetter die Straßen, um die Decorationen und die Vorbereitungen zur Jllumi- nation zu besichtigen, welche in den Hauptstraßen aller Stadtviertel in großarti- ger Weise getroffen sind. Die Häuser find mit Fahnen, Bannern und allegorischen Figuren geschmückt, welche loyale Inschriften tragen. Die Feier verspricht eine in England in dieser Großartigkeit noch nie dagewesene zu werden. Au- allen Städten Englands lausen Berichte über ähnliche Veranstaltungen ein. — Unterhaus. Der Koloniesecretär Holland gab die Erklärung ab, zwischen den Franzosen und ihren eingeborenen Bundesgenoffen sei ein Conflict mit dem Häuptling von Baddiboo am Gambiafluß ausgebrochen, in Folge dessen sei in Baddiboo die französische Flagge gehißt worden. Baddiboo stehe nicht unter britischem Schutz, liege aber innerhalb der britischen Jntereffen-Sphäre am Gambiafluß. Die Häuptlinge von Baddiboo hätten seit vielen Jahren Vertrags- mäßige Verpflichtungen gegen England. Die Regierung fei völlig von der Nothwendigkett überzeugt, die Rechte und Interessen am Gambiafluffe zu schützen und wende der Angelegenheit ernste Aufmerksamkeit zu; sie verhandle darüber mit der französischen Regierung. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz- Brrrearr. Bern, 20. Juni. Der Bundesrath ladet Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Haiti, Italien, Liberia, Spanien und Tunis, welche der Uebereinkunft betreffs der internationalen Union zum Schutze der literarischen und künstlerischen Werke beigetreten sind, zu der am 5. September in Bern stattfindenden Conferenz behufs des Austausches der Ratifikationen ihre Bevollmächtigten abzuordnen. Lemberg, 20. Juni. In Folge anhaltenden Regens schwollen die Weichsel, der San, Dntester und Dunajec derartig an, daß einzelne Gegenden theilweise überschwemmt wurden. Mehrere Brücken drohten einzustürzen. Der Regen hat nachgelassen. Aus den bedrohten Gegenden wird gemeldet, daß alle Gefahr beseitigt ist. Rom, 20. Juni. Der König empfing Nachmittags den deutschen Botschafter Grafen Solms in Antrittsaudienz. -- Die Regierung verständigte das französische Eabinet, sie werde sich aus finanziellen Rücksichten an der Pariser Weltausstellung officiell nicht betheiligen. Belgrad, 20. Juni. Stoilow, welcher sich auf der Rückreise nach Sofia befindet, stattete Ristics einen Besuch ab. Derselbe erklärte, wie verlautet, die freundschaftlichen Beziehungen zu Bulgarien strikte pflegen zu wollen; er wurde selbst die Initiative ergriffen haben, wenn die Wiederherstellung derselben nicht erfolgt sei. Lokales. 3. 6. 7. 8. 9. 10. 4. 5. Gießen, 21. Juni. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 23. Juni 1887, Nachmittags 4 Uhr. 1. Umbau des Bahnhofs Gießen. 2. Den Verein deutscher Lehrer in England betreffend. Klage des Jo Hs. Engelhardt ll. und Consorten von Annerod gegen otc Stadt Gießen, Fahrtrecht betreffend. Vorläufige Unterbringung von Geisteskranken. tfl, Gesuch des Heinrich Jentzen um Ertheilung der Concesfion zum 2dnly- einen städtischen Canal. 11. Ausbau der Ludwigstraße. 12. Reparaturen in dem Schulhaus auf dem OswaldSverg. schaftsbetrieb. Das Feuerlöschwesen. Die Straßenbeleuchtung betreffend. Die Erbauung eines Schwesternhauses. Gesuch des Ed. Pöschel um Bauerlaubniß. Wasserabführung in Gesuch des Karl Hahn und Cons. um Erlaubmß zur 2llaper I 9 1. 3. Anseren^andwftkhen^ anspornen möchte. 5 91 9Croorbcn lft' dieselben zu fortgesetztem erhöhtem Eifer unseren anspornen möchte. 12. 13. 1. 2. 3. 4. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Derf-ib- ÄX“ eine" iroei,cn Pr-is mit 50 UntverfktätS.CHroniS. "es °LL w r. 20; 3uni. ^Schwurgericht.^ Die Session begann heute mit der Verhandlung gegen den MathtasHautzenröder von Herbstein wegen Todtschlags. bcrr h^^bugen als ein roher, gewalttätiger Mensch ge- schlldert wird, tft 33 Jahre, ledigen Standes und wegen Körperverletzung bereits früher Sm.Jan$sreni ^'hettsstrafen belegt worden. Er betrieb mit seinem Bruder Titus §nÄr?b cL nf?ersft/!^ein Schmiedegeschäft und lebten die Brüder mit dem Wagner Engelbert Heuser daselbst m offener Feindschaft, welche angeblich von geschäftlichen Q^tih?0611 Zerrührte, welche Heuser den beiden Hautzenröder zugefügt haben soll. Die Letzteren äußerten sich öfters im Wtrthshause in sehr feindseliger Weise aeaen d6fCn cin 311106 auszuschlagen (das Sehvermögen auf einem 5“0fe Vn U!nr /l,Ä^ ?^oren). Am 1. Mat d. I. Abends befand sich der Ange- rf Wlrthschaft des Hubertus Eckart zu Herbstein, woselbst auch der mehr- VNwesend war. Es wurde von den Anwesenden ziemlich Branntwein versuchte den Heuser durch Stichelreden zu reizen; dieser wS!* 1rubl0* r Dre Wirthtn bot Feierabend und sämmtliche Gäste gingen ltmihrtd3tCrn?rUrHiIr ledensalls nichts Gutes ahnte, bat den Mathias Oaubach, welcher sich bet der Gesellschaft befand, mit ihm zu gehen, was derselbe a^au^croc0 ,fam der Angeklagte zu dem Heuser und Staubach Wb hnmif11 T ^n Wortwechsel zwischen dem Ersteren und Heuser mnrfb ba? bcr Angeklagte dem Heuser einen Stein auf das link/ Auge stürzte zusammen und Hautzenröder sprang davon. Der Zeuge Staubach 1flnhpnn?ntrUnf? -^"b sch ernt erst zur Besinnung gekommen zu sein, als Heuser am Boden lag und jammerte. Staubach brachte mit Hülfe inzwischen hinzugekommener Personen den Heuser nach Hause; dort und auf dem Wege versicherte derselbe der h"be ihn geworfen. Die Verletzung, eine 3 Centtmeter große Wunde ^Wn^nprft11^ -öbrsplitterung der Knochen, war eine so schwere, daß Heuser am steM leine Tbnt gerrchtltch vernommen worden zu sein. Der Angeklagte ItmrJpn« l cr wtU iWar bcn Ruf Heusers: „der Mathias hat mich Warfen gehört haben, behauptet aber, nach dem Wortwechsel auf der Straße ruhig ini? 0e0!?!SC? sem. Es erfolgte Schuldigsprechung wegen Körperverletzung Eodtlichem Erfolg; dte Staatsanwaltschaft beantragte eine 3ltcbt^au§f?raf Don 6 Jahren; das Urthen lautete auf eine solche von 4% Jahren. y 1 n L ÄÄ«*!; Z 5. ÄÄaKK''“!*? erhtelten nämlich unter der Abtheilung: Literarische von V. WoUw*e?e r und rn^p j_yür die Heimathskunde bearbeitet . Es ist bekanntlich^ keine l^ich Aufgabe M 1° M ?^^n, Emil Roth, richts die Kinder in das SBerftänbnift ber^nnh^ Beginn des geographischen Itnler- sich auf derselben aurC4t8ufinben ®nnn.H einiufu^rc" “"b st- zu befähigen, bi- betr. Handkart- nur wenig den Sebür nif ™ ?irb ble,c Aufgabe, wenn Dtes letztere läßt sich j-doch leider nnn Ms? b § Elementarunterrichts angepaßt ist. Unterricht in der HEmathkund- behaupten S «“««“W» «r den die andere bietet ein wabres fffmns ™r,CIsn ®le ^ue ist zu klein und darum undeutlich, selbst der Geübte nur E Müh- .ureM.uL7' 3afllen undZeichm, in welchem sich ersten Unterricht in erster Linie auf roaijrenb es doch bei dem Andere endlich stellen sogar die be? Kartenbildes ankommt. “£, Sä! Ä,‘’*ÄÄ‘Ät iv. Schtveine r fsIbkn begleichen mit 30 M. siss|Os“Ä*'®“sä »- Ä« “SÄÄ «"»s.w «■„ und der Transportkosten für das rur Ausffpssnn!. ber Standgelder um auch den weniger bemittetten Vieh verwendet haben, befriedigt fanden sich diese AussKller dad>mmg fiÄ' JmÄÄS* wt’ bT ^dmplatz SS«"ig. "Arte, Afi W^.'' L wohl und munter war. Montag Morgen ieboA hiip0ü »r und Sonntag noch bewußtlos, so baß er nach ber Ktt:bm mÜTte®et^ “eßen'unb sucht unb eme Verletzung ber Hirnschale cnnftntfrf nf»r*? 8 n??.rt würbe er unter- ° '»wer- ist baß man® für b«Ä s^^'unb kn ^ia21® ber ?er*te ei« 2«aurCr ist gestern verhaftet unb in Unkrfucbung ßenoX^ wox^n'’U"0 be0t $cr wollen und ihr Dasein Nichtlehrern verdanken, welche von den Forderungen der Schulpraxis keine Ahnung haben. Dem gegenüber muß das Erscheinen der vorliegenden Karte vom Großherzog- thum Hessen mit Freuden begrüßt werden; denn sie trägt in Wahrheit allen vernünftigen Anforderungen Rechnung; und wir stehen nicht an, sie den Herren Kollegen angelegentlich zu empfehlen. Wie wir erfahren, ist die Einführung in verschiedenen hiesigen höheren Lehranstalten auch schon erfolgt. Erwiderung. Dem Einsender des Artikels in Nr. 133 des Anzeigers wird hierdurch erwidert, daß er mit seiner Ansicht, wenn er Schwarzlach resp. Rodberg für den günstigst gelegenen Platz zum Neubau des Güterbahnhofes hält, durchaus nicht vereinzelt dasteht. Der beste Beweis dafür, daß das Project vielseitige Anerkennung gefunden hat, ist wohl dadurch erbracht, daß eine in rubr. Sache an Großh. Ministerium der Finanzen in Darmstadt gerichtete Petition, welche am 16. ds. Mts. abgegangen ist, 505 Unterzeichner gefunden hat. In einem Punkte jedoch irrt der Herr Einsender und zwar, indem er einem ComitS, welches früher bestanden baden soll, einen gelinden Vorwurf macht. Es bestand in fraglicher Angelegenheit weder früher, noch besteht beute ein Comitö, es haben nur einige Herren, welche die Sache für wichtig genug halten, dieselbe in Fluß zu bringen gesucht, was auch, wie die rege Betheiligung gezeigt hat, vollkommen gelungen ist. N. Handel «ub Ger?ehv. Gießen, 21. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund *4L 0.80—0.90, Hühnereier pr. St. 4—5 Enteneier St. 5—6H, Käfe vr. St. 4—8H, Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen 28 H, Tauben per Paar 50 bis 65 Hühner per Stück 1.00—1.40, Hahnen pr. Stück JL 0.70-1.40, Enten per Stück JL. 1.50—2.00, Gänse per Pfund 00—00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 50 bis 62 H, Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.00—5 50, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Gentner X 0.00—0.00, Kirschen per Pfund 40 Gchiff-nachrtchten. Bremen, 15. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Hermann, Eapt. A. Kohlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Juni von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 18. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Poftdampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Juni von Bremen und am 9. Juni von Southampton abgegangen war, ist | gestern 4 Ubr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. (tncl. 1600 Mann Militär). Juni 1887. Sterblichkeitsziffer: 38,3«/». Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt «irßrn. - ,, 24. Woche. Vom 12. Juni bis 18. Einwohnerzahl: 19 001 ........ Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Franksurt a. M. Opernhaus. Mittwoch den 12. Juni.: Der Hofnarr. Außer Abonnement. Kleine Preise. Donnerstag den 23. Juni: Faust (I. Theil). Ermäßigte Preise. Freitag den 24. Juni geschlossen. Samstag den 25. Juni: Der Wildschütz. Mittelpretse. Sonntag den 26. Juni: Don Juan. Mittelpreise. Montag den 27. Juni: Faust (II. Theil). Außer Abonnement. Ermäßigte Preise. Schousptelüo-rH» Adrienne Lecouvreur. (Adrienne: Fräulein Frank.) Große Preise. Mittwoch den 22. Juni: Gastspiel des Fräulein Katht Frank. Maria Stuart. (Maria: Fräulein Kathi Frank.) Große Preise. Donnerstag den 23. Juni geschlossen. Freitag den 24. Juni: Fatinitza. Große Preise. Samstag den 25. Juni: Vorletztes Gastspiel des Fräulein Kathi Frank. Neu einstudirt: Des Meeres und der Liebe Wellen. (Hero: Fräulein Kathi Frank.) Große Preise. Sonntag den 26. Juni: Letzte Vorstellung vor den Ferien des Schauspielhauses. Letztes Gastspiel des FräuleinKathi Frank. Eameliendame. (Marguerite: Fräulein Kathi Frank.) ____________________ Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 21. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Grad, Luft 14 Grad. . L. Ehr. Rübsamen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: Kinder im vom Blafenentzündung Lungenschwindsucht Hirnerweichung Krebs Tuberkulose der Gelenke Rippenfellentzündung Lungenentzündung Wanderrofe Hitzigem Wasserkopf 1 1 5 (2) 5 (2) 1 1 2 2 1 1 1 (1) Ml) 1 — 1 — 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 1 — 1 — — 1 (Summa: 14 11 2 1 k ?ie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle L -_trc''en^cn Krankbeit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Allgemeiner Anzeiger. Zur Verdingung der Lieferung von 63 Stück Mannschaftsschrünken für Infanterie, von Schemeln ohne Lehne, Tischen und Waschtischen für Unteroffiziere und für Mannschaften re., sowie einer größeren Anzahl Geräthe von Eisen, von Messing, Blech, Zinn, von Holz, Fayence, Glas, Steingut rc., sowie von Lampen und Laternen zur Ausstattung des Jnfanterie-Kasernements in Gießen ist ein unbeschränkter Submissionstermin auf Montag den 4. Juli er., Vormittags 9 Uhr, im Bureau der unten? genannten Verwaltung, woselbst Bedingungen und Zeichnungen nebst Beschreibungen zur Einsichtnahme ausgelegt sind, anberaumt. Gießen, den 20. Juni 1887. 4767 Großherzogliche Garnison-Verwaltung. ArbeiisvergebuDg. Zur Herstellung eines Brandgiebels nebst Dachumdeckung auf der Ostseite des Amtsgerichtsgebäudes zu Butzbach, werden nachstehende Arbeiten und Lieferungen zum öffentlichen Verding gestellt. 1. Maurerarbeit mit Materialien 318,07 2. Steinhauerarbeit „ 666,33 3. Zimmerarbeit „ 200,80 4. Dachdeckerarbeit „ 184,75 5. Schlosserarbeit „ 48,— 6. Weißdinderarbeit „ 21,72 7. Spenglerarbeit „ 62,40 Pläne, Anschläge und Bedingungen können bei unterfertigter Stelle eingesehen werden, wohin auch die schriftlichen Angebote bis zum 29. Juni d. I, Morgens 11 Uhr, postsrei und verschlossen einzureichen sind. Die Eröffnung erfolgt in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter; Zuschlagsfrist 4 Wochen. Friedberg (Hessen), 20. Juni 1887. Großherzogl. Kreisbauamt Friedberg. Kranz. 4773 Es wird hierdurch bekannt gegeben, daß, wie unter der Leitung von Herrn Professor Dr. Kaltenbach, auch fernerhin unbemittelte kranke Frauen von 10—12 Uhr Morgens in der Großherzoglichen Frauenklinik in Gießen unentgeltlich ärztlichen Rath ertheilt bekommen. — Unbemittelte Frauen und Mädchen erhalten in den letzten Monaten unentgeltliche Aufnahme behufs ihrer Entbindung in der Anstalt event. auch Reiseunterstützung. — Bei Entbindungen in der Stadt Gießen und der nächsten Umgebung wird auf Requisition seitens der Aerzte oder Hebammen unentgeltliche ärztliche Hülfe geleistet. Gießen, im Juni 1887. 4765 Der Direktor der Großherzoglichen Frauenklinik ju Gießen. Professor Dr. Hofmeier. Bekanntmachung. Der Plan über das von der Stadtverordneten-Versammlung gut geheißene Nivellement der Stein-, Damm- und Weserstraße liegt 14 Tage aus dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen, während welcher Zeit Einwendungen bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Behörde vorzubringen sind. Gießen, den 18. Juni 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __A. Bram m.4760 HK S'"frOOO 8 I SMHr J Wegen Todesfall sollen fämmt- * + liche Waarenvorräthe des J $ Äug. Mendelsohn’schen * $ Geschäftes ausverkauft werden. $ j Das Haus soll verkauft oder aus längere Jahre * T vermiethet werden. 4777 T Der Vormund: ± August Schlesfinger. + V T 8 ■IM* 8111 fl18 i Sarg-Magazin Zieilgeöotenes. 1 Kleidercattune in circa 100 verschiedenen Mustern empfiehlt zu spottbilligen Preisen das Wäsche- u. Ausstattungsgeschäst von M. Kann, Marktstraße. von It» Brandt in Wetzlar empfiehlt fertige Särge jeder Art. Niederlage Wetzstein gaffe 40, im Hause des Herrn Lehrer Rahn. 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