Pfr* 17. Freitag dea 21. Januar L8S7 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen. Bttreour - Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hhril. Betreffend: Di« RetchStagSwahlea. Gießen, am 19. Januar 1887. Das Großherzogliche Ärcisantt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. cvn Bersola unsrer Verfügung vom 17. l. M. — Anzeiger Nr. 15 — ertheilen wir Ihnen folgende Wellungen: Die Entscheidung über die Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Wählerlisten, welche letzteren wie bereits verfügt, vom 24. bis ». r M beide Tage einschließlich, offen zu legen sind, hat, sofern die Erinnerung nicht sofort von Ihnen als begründet erkannt wird, nach Maßgabe des l,o ji g Äg Ges v°m 12. Juni 1874 (Reg.-Blatt Nr. 29, pag. 268) durch den Kreisausschuß zu erfolgen. Diese Entscheidung muß fpdteftrn» IS stbruar 1 3. Abends nicht nur ertheilt, sondern auch durch Ihre Vermittelung den Betheiligten belannt gemacht fein- Darauf hat noch nach Sender mcherer Weisung am14 Februar l. I. der Abschluß der Wählerlisten zu erfolgen. Nach Ablauf der für die Offenlegung der Wählerlisten und rualeÄ sür R-clamationen^gegen diese festgesetzten Frist werden Sie, sofern die etwaigen Einsprachen nicht von Ihnen durch Berichtigung der Wählerlisten rl'.diat worden sind, die Acten unverzüglich an uns einsenden. Andernfalls sehen wir bi» DoanerStag de« 3 k. M. Ihrem Bericht darüber «ntaeaen daß Erinnerungen gegen die Wählerliste nicht erhoben bzw. von Ihnen erledigt worden sind. . entgegen,^°ap^rmn^^^g^ Wählerlisten sind die Gründ« etwaiger Streichungen oder Nachtrage am Naud der Liste unter Auaabe de» Datum» der Berichtigung von Ihnen kurz zu vermerken. Schließlich sprechen wir die bestimmte Erwartung aus, daß Sie diese Weisungen auss Pünktlichste befolgen. p r Dr. Boekmann. Bekanntmachung Sm SmtanHMWMrit L-iIhi,-r »on wirt k-mmmd-» Sonntag d-n 23. l. M.. Ntlchmiu»«- 3 Uhr ,» Srnnb-tg im Saale des Gasthauses „Zum Rappen" in einer Sitzung des landwirthschaftlichen Lokalvereins einen Vortrag über Dungung halten. Alle Landwirlhe und Freunde der Landwirthschaft werden hiermit zur Theilnahnw emgeladen. . Gießen den 17 Januar 1887. Der Drrector des landwrrthschaftlrchen Bezrrksverems Greßen. ' Gießen, am 17. Januar 1837. Der Director des landwirthschaftlichen Besirksvereins Gießen an die Herren Bürgermeister deS KreifeS in der Umgebung von Grünberg. Ich ersuche Sie, vorstehende Bekanntmachung in geeigneter Weise zu verbreiten und sich nach Möglichkeit zu bemühen, daß diese wichtige Versammlung recht zahlreich besucht wird. Nover. Politische Ueberstcht. Gießen, 20. Januar. Der Kaiser hielt am 18. Januar, dem Jahrestage der Gründung de» deutschen Reiche» durch die Kaiser-Proclamation zu Versailles, ein Kapitel des Ordens vom Schwarzen Adler ab. Die letzten Vorgänge im Reichstage haben mit dem Anträge des Freiherrn X). Solemacher - Antweiler, wegen der Militärfrage eine Adreffe an den Kaiser zu richten, im preußischen Herrenhause eine immerhin bemerkenswerthe Kundgebung gezeitigt. In den Motiven de» Adreb-Entwurfes rvird daraus hingewiesen, daß der Reichstag die Bewilligung der Militär-Vorlage an für die Regierung unannehmbare Bedingungen geknüpft habe und in diesem verhängnißvollen Augenblicke des Scheitern» der unentbehrlichen Heeres-Vorlage erfülle das Herrenhaus nur seinen Beruf, wenn e» dem Kaiser gegenüber die Versicherung seiner unwandelbaren Treue und der freudigen Opserwilligkeit de» preußischen Volker zur Stärkung der Arnue ausspreche. Unterstützt ist der Antrag von fast allen Herrenhaus-Mitgliedern, unter denen sich z. B. auch der Graf Brühl befindet, welcher während des kirchenpolitifchen Kampfe» energisch den Standpunkt de» Centrum» vertrat. Auch der Antragsteller selbst, Freiherr v. Solemacher-Antweiler, gehört zu den katholischen Mitgliedern de» Herrenbause» und daß gerade von dieser Seite aus der Aoreß-Entwurf beantragt «ird, ist für denselben jedenfalls charakteristisch. Anderseits läßt sich jedoch nicht Verkennen, daß das dem Anträge zu Grunde liegende Bestreben, im Falle des Versager.» des Reichstage» in hochwichtigen Fragen, wie jetzt, die Landtage aus- zuspielen, bedenklich erscheinen muß, welche Bedenken denn auch bei der kurzen Berathvng des Antrages Solemacher am Montag vom liberalen Vrcepräsidenten der Herrenhauses, Dr. v. Beseler, hervorgehoben wurden. Es muß abgekartet werden, ob die Commission, an welche der Antrag verwiesen worden ist, eine Form findet, welche die Ueberreichung der Adreffe doch noch gestattet, ohne gegen die hierbei zunächst .in Betracht kommenden Verfassungs-Bedenken zu mrstoßm^ pteu6i^en Abgeordnetenhause wurde am Montag das seitherige Präsidium v. Köller (conf.), v. Heeremann (Centc.), v. Benda (nat.- liberal) per Acclamation wiedergewählt; das Gleiche geschah bezüglich der Schriftführer. Auf den „SchwerinStag" vom Mittwoch folgt am Donnerstag die erste Lesung de» Etats. Die Wahlbewegung hat nach verschiedenen Richtungen hm schon ihren Anfang genommen und auch die ersten Wahlaufrufe sind bereits zur Stelle, indem gleichzeitig der Wahlaufruf der Nationalliberalen und der Fre.» sinnigen, wie auch der Conservativen veröffentlicht worden ijt (.Wir tagen dieselben an anderer Stelle dieses Blattes folgen.) Dem vielgenannten Bischof Dr. Kopp von Fulda ist in einem Schreiben der Cardinal-Staatssecretärs Jacob int die Anerkennung der apostoi lischen Stuhles für die versöhnliche Thätigkeit bei Bischoss ausgesprochen worden. Die gegenwärtige Anwesenheit der bayerischen Ministers der Auswärtigen uno zugleich Ministers ves königl. Hauser, Freiherrn v. Crailsheim, in Berlin soll mit UnteiHandlungen über die auch formelle Erhebung des Prinz-Regenten Luitpold zum Träger der bayerischen Krone Zusammenhängen. Die Nachrichten über die jüngst signalistrte abermalige Strike- bewegung im Kohlenreviere von Charterst lauten allmälig bedenklicher. Dem »Etoile Belge" zufolge sollen sich die Arbeiter in dem Kohlenbecken zu einer allgemeinen Arbeitseinstellung verabredet haben und seien in verschiedenen Orte» die Bürgergarden unter die Waffen gerufen worden. Die Leitung der socialistischen Partei Belgien» scheint selbst die Consequenzen einer solchen Arbeitseinstellung zu fürchten, denn es haben sich mehrere socialistische Führer von Brüffel nach Charleroi begeben, um einen allgemeinen Sinke zu verhindern. Jedenfalls wird die belgische Regierung gut thun, auch ihrerseits umfassende Vorsichtsmaßregeln zu treffen, wenn sie nicht eine Wiederholung der Arbeiter- Revolte vom vergangenen Frühjahre riskiren will. Die Wiener Osficiösen fehen sich immer wieder genöthigt, allerhand aufregende Nachrichten über besondere militärffche Maßnahmen der österreichischen Regierung zu dementiren. So erklärt das „Telegr.-Corresp.-Bureau" in Wien, e» sei ermächtigt, die Budapester Meldung, es hätten zwei reitende Batterien des 7. Corps-Artillerie-Regiment« in Temeswar Marschbereitschafts-Befehl und die Reserve-Osficiere de» 6. und 7. Corps ein Bereilschasts-Aviso zum Einrücke« erhallen, als total erfunden und völlig unwahr zu bezeichnen. Auch au» Warschau wird gemeldet, daß von dem signalisirten Einrücken russischer Truppen. Abtheilungen in bestimmte Grenzorte bislang nicht» bekannt sei. Da» französische Ministerium Gablet erweist sich zäher, al» man eigentlich annehmen durste. In der Montagisttzung der Deputirtenkammer war gelegentlich der Berathung de» Budgets de» Innern vom radckalen Adg. Achard die Herabsetzung des für geheime Zwecke geforderten Wahlsond» beantragt worden. Der Ministerpräsident Goblet bekämpft indeflen den Antrag energisch und stellte schließlich die Vertrauenssrage, worauf die Kammer den Antrag Achard mit 273 gegen 220 Stimmen ablehnte, die bett. Position selbst aber bewilligte. Herr Goblet verdankt diesen Erfolg dem Zujammenhollen der gemäßigten Republikaner und der Opportunisten und wenn diese beiden Kammer- Fraktionen auch in anderen, wichtigeren Fragen zusammengehen, so hätte da» gegenwäriige französische Cabinet allerdings eine einigermaßen sichere Existenz für seine Bast» gewonnen — aber freilich, wer möchte sich wohl für dre Dauer dieser Freundschaft zwischen den Anhängern Ferry's und Freycinet s verbürgen? Seit vorigen Samstag weilt die bulgarische Rundreise-Deputation in der Siebenhügel-Stadt und so weit es sich um Aeußerlichkeiten handelt, können Grekoff und seine beiden Deputalions-Collegen mit ihrer Aufnahme ttt her italienischen Hauptstadt vollauf zufrieden sein. Denn in geradezu stürmischer Weise wurden die Vertreter dec bulgarischen Natron bei ihrer Ankunft in Rom von einer nach vielen Tausenden zählenden Menschenmenge begrüßt und der Enthusiasmus der Italiener für die Delegirten überbot noch weit den der Magyaren; die römische Polizei hatte große Mühe, die Ordnung auch nur einigermaßen aufrecht zu erhalten. Um so nüchterner dürste der Empfang der Deputation beim Minister Grafen Rodilant ausgefallen sein,^lach den schon vorher vom Stapel gelaffenen Erklärungen Robilant'S zu urtheilen und die bulgarischen Herren werden nun aus dem Munde de» Ministers selber ersahren haben, wie wenig sie auch von Italien für ihre Sache zu hoffen haben. Der Brüsseler „Nord", bekanntlich ein Organ der russtschen Regierung, erklärt, wenn in Bulgarien eine frei und loyal gewählte Sobranje vorhanden sei und die Regenten vor der Wahl derselben zurücklreten würden, wenn ferner dann da» bulgar. Volk den Herzog von Leuchtenberg zum Fürsten wählen würde und der Sultan sowie die Mächte nichts gegen deffen Candidatur etnzu- wenden hätten, so würde der Czar wahrscheinlich aus der Wahl des Fürsten von Mingrelien nicht weiter mehr bestehen. Nun, Zeit wäre es wahrhastig, daß diese Schein-Candidatur endlich einmal verschwindet I Der bulgarische Oppositions-Führer Zankoff ist am vergangenen Montag Nachmittag in Konstantinopel emgetroffen. Es handelt sich bei diesem Besuche bekanntlich um Unterhandlungen über den Eintritt Zau- koff's in das Cabinet von Sofia, wozu aber Zankoff selber keine allzu große Lust zu haben scheint, denn die Pforte hat ihn wiederholt zu diesem Besuche animiren müffen. ! -r cy Hiifererx näheren politischen Freunden aber rufen wir zu, daß diesmal vor Allem ein Jeder seine Schuldigkeit thue. uein Unsere Stellung zu den großen Fragen der Reichspolitik bleibt diesen.» wie bisher. 1 Entscheidend aber ist heute die Sicherung des Landes, der Friede nach Auke» und nach Innen. UBtrt Steht fest auf der Schanze, kläret das Volk auf, tretet den Keim schon der Mneren Zwietracht nieder, verhütet die Ermuthigung des Auslandes, wählet nur Manner, welche hierfür Sicherheit bieten! ur Wir sind des Vertrauens, daß das deutsche Volk auch diesmal alle Lockungen und Versuchungen zum Rückfall in die alte Uneinigkeit und den inneren Hader, unter dem wir Jahrhunderte gelitten und verdarben, siegreich zurück- weisen wird." 8 Der Aufruf der deutschfreisinnigen Partei bat folgenden Wortlaut: „Gesinnungsgenossen! Der Reichstag ist aufgelöst. Die Mehrheit der Volks-' Vertretung Hal der von der Reichsregierung geforderten Erhöhung der Fricdenspräsem- starke um 41000 Mann zugestimmt. Trotz schwerer Bedenken hat die freisinnige Parter tn entscheidender Weise zur Bildung dieser Mehrheit beigetragen. Jehl wird hierüber ein erbitterter Wahlkampf eröffnet, und dies geschieht, weil man es dem ^weigern will, nach drei Jahren wiederum eine Einwirkung auf das Maß ber Lasten auszuuben. dagegen wollen dem künftigen Reichstag das Recht mchc beschrankt wissen, eine Abkürzung der Dienstzeit und eine Erleichterung der Steuerlast zu erwirken. Die Ablehnung dieses Verlangens ist ein unberechtigtes Miß: trauen-svotum gegen das deutsche Volk. Unsere Gegner versagen dem Volk das Ver- daß es in den Reichstag Männer wählen werde, welche, so wie bisher, auch künftig das zum Schutze des Vaterlandes Rotbwendige zu gewähren bereit sind. Aber alle constitutronellen Einrichtnng-'n beruhen auf solchem Vertrauen. Ohne dasselbe ift nur em absolutes Regiment oder der leere Schein einer consiitutionellen Regierung denkbar. Erne ohnmächtige Volksvertretung würde gewiß jenen Plänen nicht Wider- lland leisten, deren Turchführung in den Augen unserer Gegner der wahre Preis des Sieges in dem bevorstehenden Wahlkampf sein soll: Branntweinmonopol, Tabaks- e"\ n’et^K Belastung der ärmeren Volksklass-n durch höhere Besteuerung Verwirklichung unseres Vorschlages, im Jnleresse der ®cred)tl0feit die Wohlhabenderen durch eine Reichseinkommenfteuer zur Deckung des Mehraufwandes für die Armee heranzuziehen, wäre ausgeschlossen. Aus einet reactionaren Mehrheit wurden sicherlich, wenn auch heute verleugnet, die Pläne wiederum erstehen, welche sich gegen die volkstümlichen Grundlagen unserer ftbren^ ° UH0, n§6c^on^cre gegen das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht Wähler ! Gehen wir unbeirrt in den Kampf für die Vertheidigung von Freiheit, Recht und Verfassung durch selbstständige unabhängige Volksvertreter, in Treue zu Kaiser und Reich. 0 Das Leipziger Streichquartett. Die Jllustrirtc Zeitung" brachte in einem Decernberheft des verflossenen wahrer b-,c'st-r-en «rtlkel über das neue Leipziger Streichquartett sammt den PorlrattS \el ter A b»pr-*8 eLbtar~ a s l>en wahren Erben der Florentiner. Es wäre fU' LubtS» Streit über diese Frage zu hadern. Hat doch heutzutage jede gröbere Itusikstadt ihr Kunstlerquartett. Berlin hat seinen Joachim, Wien seinen Hellmes- ~r0cIi ®°Jn ^tn berühmt gewordenen Heckmann, München seinen Walther Franksur den vorzüglichen G-'ger Heermann als Leiter von Musterquartetten. Warum also streiten, wo der wahre Erbe der Florentiner zu suchen ist? dienen daß sovielc treffliche Quartette erstanden sind, und freuen wir uns, datz wir eines der besten letzt hier zu Gehör bekommen werden. Wir haben seither so viel mE gehört al« Virtuosen für Clavie, und Violine, daß'Srin“»aljw SolunKf» heTeSnnEn^nh^a m ra"? ’ebtr ei^elne ’eille Individualität zu Gunsten des Ganzen und des künstlerischen Gesammteindrucks zurücktreten lagt. Ist doch das Quartett die einfachste und schönste Vereinigung der Streichinstrumente. Was d,e Leipziger Künstler betrifft, so interessiren vielleicht Einen und den Anderen einige Bemerkungen d e wir dem oben erwähnten Aufsatze entnehmen südlichen Rußland, in Taganrog, geboren, trat schon mit 9 Jahren in Odessa auf, ward dann Schüler von Hellmesberaer in ®cn g0?. ^orti?e.n Konservatoriums und spielte längere Zeit im Quartette seines Lehrers die zweite Geige. Nach erfolgreichen Kunstreisen in lliußland und Frankreich Telegraphische Depeschen. telegr. Correspondenz - Bnrsau. ungünstche^t'terung"""^' CnflIifd,e$oft °°nLondon ist ausgeblieben. Grund . 19. Januar Lord Lyons theilte gestern Flourens mit, daß England oin^iC^Ulkfiua D0,k,5,ltab °b,aberusen beschlossen habe, derselbe werde am 34. »s. Mts. abreisen. Flourens erklärte daraus, auch ber französische Eonsul Henm werde von Ze,lah abberuseri werden. Dem Vernehmen nach erfolgen diese Abberusungem um betreffs einer Action Englands und Frankreichs an der Somouliküste (westlich »om Kap Guardafm) ein Einverständnis anzubahnen. v J mar,i) — Greoy hielt heute mit dem Großfürsten Nicolaus eine Jagd im Gehölz von ,^°pbon, 19. Januar. In der Ansprache Goschen's an die Wähler des Börsen- Wahlbezirks von Liverpool heißt es: Wie der deutsche Reichskanzler für den Frieden arbeite, so thue es auch England; England habe niemals daran gedacht, Europa in Verwirrungen zu br n0en nie8en einer Dynastie oder einer Persönlichkeii/die Negierung trat niemals für die Wiedereinsetzung des Fürsten Alexander ein. Für die neue Furstenwahl bilde der Berliner Vertrag die Grundlage der Regierungspolitik• bit ts!?r'lun0 roJrbtr?1\lll1!5 fbun, was sie von den Mächten trennen könnte, welche th,t- chchlt» an der Friedenssache arbeiteten. England sei gegenüber ber bulgarischen ergrdfentnt§n,£9S 6 cld,01[tl0 - ^gleich es nicht seine Sache sei, die Jnitiatioe zu k - Während ^ner Theatervorstellung, die gestern Abend in dem Locale des dramatischen Vereins Jrelie» ,m Stadtviertel Spitalfields stattfand, ertönte plötzlich ber Feuerruf, m Folge dessen eine olche Panik entstand, daß »ei- dem Dränaen na-b dem Ausgange 17 Personen, meist Frauenf gelobtet wurden. Drangen nach 19. Januar In der ersten Kammer erhob der ehemalige Minister T°k van Poortu ret Einsprache dagegen, daß die belgische Regierung die Dampfer des „Norddeutschen Lloyd rwn der Zahlung der Lootsengevühren auf der Schelde, welche gemäg dem niederländisch - belgischen Vertrage vom Jahre 1839 zu zahlen wären, be- sreite. Der Minister des Aeugern, Vankarnebeek, erklärte, daß er die Ansicht Tasis lheile und eine entsprechende Miliheilung bereits an die belgische Regieruna gerichtet Ä M rfUc6‘,C btn ^Mister, die aus obigem Vertrage stch7rgebenden Rechte^W i"- ”«•■«*«• 19. Januar. Die bulgarischen Delegirten statteten heute Nachmittag auch Depretls einen Besuch ab. Derselbe bezog sich durchaus auf die von Robilant abgegebenen Erklärungen, und sagte, die Schwierigkeiten, denen Bulgarien begegne, wurden mit Klugheit und indem man auf dem Boden der Verträge zu bleiben suche rhne Muhe überwunden werden. ’ w r . - ®int Anzahl Studenten wollte zu Ehren der bulgarischen Delegirten heute Abend vor dem Hotel eine Demonstration veranstalten; die Delegirten waren nicht anwesend. Die Studenten wandten sich darauf in der irrigen Annahme, die Delegirten Lch L^Ltcb-^ant, nach dem answärtigen Amte; die Polizei zerstreute ~ .----" 1------U L —U-1,1—.1 JL11. M Loyale-. (3an/Hör: r ^Personalien.^ Der seitherige stellvertretende Amtsanwalt dahrer, Großh. Gerichtsassessor Brill, wurde zum Amtsanwalt in Alsfeld JW^m^S^eX * fiC‘ber iR 2,1§felb in «'-ich» Eigenschaft an das Brrli«, 19. Januar. Der Kaiser nahm heule Vormittag militärische Meldungen entgegen und Härte darauf den Vortrag WilmowLkffs. Abend» 7'/, Uhr findet im Palai, eine Sitzung de« Vaterländischen Frau'.nverein» f'att. Um 83/t Uhr nehmen die Allerhöchsten Herrschaften den Thee ein, «oru Drinz Älbrecht, Prinz und Prinzesfin von Hohenzollern, Statthalter Fürst Hohenlohe, der bayerisch- Minister v. Crailrheim und mehrere andere Persönlichkeiten Einladungen erhalten haben. — Da« Abgeordnetenhau» üderwie« In der heutigen Sitzung den Antrag Lieber, Hitze und Letocha wegen Vermehrung der Zahl der mit Lrausfichtigunz der Fabriken betrauten Beamten nach unerheblicher Debatte an eine Commission von 14 Mitgliedern und erledigte einige Rechnungr-Vorlagen. Der Gesetzentwurf, betr. die Abgrenzung der Bezirke der ländlichen Bemsrgenoffeaschasten, gehl an eine Commission von 21 Mitgliedern, nachdem der Minister Luciu, denselben vertheidigt- Bei der Berathung des Gesetzentwürfe», betr. die Gewährung einer staatlichen Subvention an die Provinzial-Hülsrkaffe für die Rheinprovin, behufs Hebung des Grundkredit«, vertagte stch da« Hau« Am Freitag Etattberathung. erlassen d"""' 18‘ J°nuar. Die großen Parteien haben ihre Wahlaufrufe ... baben folgenden Wahlaufruf erlassen. „Der Reichstag ift autgelösL Die Wähler werden ihre Stimmen darüber abzugeben haben, ob sie die Wehrkrast Deutschlands auf unerschütterlicher Grundlage, welche allein die Sicheruna d.S Vaterlandes verbürgt, erhalten, oder ob sie die deutsche Armee dem Zufall wechtclnder Parlamentsrnajoritäten preisgeben wollen. Eine dreijährige Bewilligung bcttzi den Be,iand des Heeres bei jeder Reichstagswahl zum Gegenstände des Wahl- kampses machen. Se. Maiestat der Kaiser und die mit ihm verbündeten Regierungen baden es deßhalb angesichts Der überaus ernsten Lage Europas und bei den gewaltigen Rüstungen der Nachbarstaaten abgelehnt, die Armee-Organisation, den testen Grund- tL.Unmr-^n?t Oj?aIC.nJnmidtelunB' auf so kurze Zeitbewilliguiig stellen zu lassen. Deutsche Wähler! Habt Ihr Vertrauen zu der Führung unseres Kaisers, der deutschen pursten und ihrer bewahrten Rathgeber, welche das deutsche Reich ausgerichtet haben, oder wallt Ihr durch dw Manner der Opposition Euch irre führen lassen? Soll, nur dem Herrschast-geluste einzelner Parteien zu dienen, die nachhaltige Sicheruna unseres Heeres in dem Augenblicke in Frage gestellt werden, wo unleugbare Gefahren und zwar aut lange Jahre hinaus, bedrohen? Wem des Vaterlandes Größe und Sicherheit am H-rzen liegt, der wähle nach dem Rathe Derer, welche die schwere Aus- 0a^b7: ®r^allu^. btS Friedens mit so vielem Erfolge seither erfüllt haben und «elche feierlich erklären, daß ohne die fernere Sicherung der nachhaltigen Schlag- fertiflfiit unferer Itimee dem Lande der Frieden nicht verbürgt werden kann. „Kein Parlamentsheer, sondern ein kaiserliches Heer" - das sei die Parole, mit welcher wir tu den Wahlkampf treten." , „ 7 Der v°n sämmflichen bisherigen nationalliberalen Mitgliedern des Reichstags unterze chnete Wahlanfrus des nattonalliberalen Central-Wahl-Comitö's hat folgenden Wortlaut: ' ... "^'u^S^licher Streit ist über unser Vaterland hereingebrochen. Die Aus- losung des Reichstags und die bevorstehenden Neuwahlen rufen alle Deutschen zu einer folgenschweren Entscheidung. 6 "" Eine aus bunten Bestandtheilen der Opposition zusammengesetzte, nur in der Verneinung einige Mehrheit, wich zwar angesichts der Macht der Thalsachen und der Etimmung des deutschen Volkes vor dem anfänglichen Versuch, die Nothwendigkeit der Verslarkung unserer Wehrkraft offen zu bestreiten, zurück, weigerte sich dann 6 ' wie bisher auf sieben Jahre zu bewilligen Sie brach die, selbst in friedlicher Zeit von allen Seiten für nothwendig erachtete mrd auf dieser Grundlage zwischen der Retchsregierung und dem Reichstage gefundene Einigung, welche sich zwölf Jahre hindurch den Anforderungen einer festen Heeres- »ährt hatte^ en bc5 Parlaments gegenüber als der beste Ausgleich be- k .bcut$c umringt »on äußeren Gefahren, mußte erleben, daß die Mehrheit ferner Vertreter eine maßvolle, hinterher selbst von der Mehrheit des Reicks- ig zugestandene Erhöhung der Friedenspräsenz trotz der eindrina- luhsten Bitten un» Ermahnungen des großen Heerführers in feiner Mitte an Be- bingungen knüpfte, welche nach der Natur der Sache, nach den Erklärungen der Retchsregierung und den bestimmtesten Versicherungen aller bewährten Sachkenner un- vereinbar sind mit den festen Grundlagen der Heeresorganisation, und somit die durch -dkrholtc Ziehung der B-rl n-r Ausst-llungsl-tterie ist am Samstag rar Unf,aa 'bne, D-ftcit glücklich zum Abschluß gekommen. Als die lLcfS yo2nm:$, Ziehungstische bis auf einen unbedeutenden Rest geleert “2lb b-r letzte Abschnitt des eintönigen Geschäftes begann, machte sich -ine begrcif- lichc Spannung aus Aller Mienen bemerkbar. Der ernste Notar verließ seinen Platz die Vertreter der Akademie standen neben dem Glücksrade und blickten erwartuna-voll durch die blauen Glasscheiben der Trommel. Nur die C-mmissarien der Loiiene- drrection bewahrten ihre Ruhe bis zum letzten Augenblick. Plötzlich löste sich derAIp- druck der d.c G-muther der Hauptbcthetligten belastete, und auf ihren Mienen «täte fiel) ein deutliches, nicht zurückgehaltenes Lächeln der Befriedigung: Die letzte, achtund- zwanzigtausendfechshundertfechsundsechzigstc Gewinnummcr sollte gezogen werden und fre war vorhanden. Der Waisenknabe nahm sic schnell heraus: Mentzels Illustrationen 5.cr letzte Gewtnn,- er fiel auf Nummer 341 590. Diesmal haben also die Gewinner ihre Schatze sicher. Literarisches, . IO, Hm.^age von tzmil Hänselmann in Stuttgart erscheint demnächst eine »Jllustrirte Geschichte Deutschlands", herausgegeben von der Verlags- Handlung, mit Text von Th. Ebner und der artist. Leitung von Maler Mar Bach in Lieferungen k 40 H Wir glauben unseren Lesern heute schon davon Mittheilung machen und sie aus dieses nach dem Prospekte in glänzender Ausstattung erscheinende »entsche Geschichlswerk hrnweffen zu muffen. Das nationale Bewußtsein zu kräftigen uns in der Vergangenheit die Gegenwart erkennen zu lehren, ist die Aufgabe, die sich das Unternehmen gestellt hat. Verleger und Autor haben sich alle Mühe gegeben, ihrer Aufgabe gerecht zu werden und hoffen dem deutschen Volke in dieser Publikation ein schönes Haus- und Familienbuch bieten zu können. jungst zum Abschluß gelangte erste Quartal vom laufenden Jahrgang der ^Deutschen Romanbibliothek^ (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) ist von einer ^edeuNamkett.des Inhalts, rote sie nur selten zu finden ist. Vor allem entwickelt sich „Die Familie Darner" von Fanny Lew al d zu einem Werke vollendetster Art Die höchsten Anforderungen der Kunst finden sich hier vereinigt mit einer Leichtigkeit und Abendigkelt der Darstellung, die den auf angenehm fesselnde Unterhaltung gerichteten n rr4ßder?C^ tna?^ftrem gerecht wird. Energische Charakterzeichnung, plastische Gestaltungskraft, Reichthum an Handlung, die sich Schlag auf Schlag entwickelt ebenso folgerichtig in ihrer inneren Begründung als überraschend in der äußeren Erscheinung, das find die Vorzüge, durch welche Fanny Lewald namentlich mit diesem neuen Werke nd) tn den Reihen unserer berufensten Romanschriftsteller einen hervorragenden Platz sickert. Daneben nehmen die Romane „Edwiesen" von Robert Byr .Asylrecht" von Wilhelm Jensen das Interesse des Lesers nicht minder in Anspruch Der eme läßt in einer Welt voll sittenlauer Persönlichkeiten, unlauterer Berechnungen und verbrecherischer Umtriebe eine Liebe erblühen, die zu schöner Läuterung der Herzen und der Verhältnisse führt; der andere entwickelt einen ganz eigenen Reiz dadwch datz er in dem Helden einen jungen Schriftsteller zeichnet, dessen Geschicke sich unvermerkt in einer Weise entfalten, die eine feine Parallele zu denjenigen Vorgängen bildet die er selbst tn einer dem Roman eingefügten reizenden Novelle aus der deutschen Vergangenheit zu poetischer Darstellung gebracht hat. Jensens feine Ironie und launige Satire geben dem Roman eine besonders pikante Färbung. Limburg, 19. Januar. Rother Weizen, X 1505, weißer Weizen M 14.90, Korn JL 1035^ Gerste v*L 8 20, Hafer J*. 5.85, Kartoffeln ä 100 Pfimd 0.00, Erbs-m ä 100 Pfund JL 00.00. ' ™ n F*"!^surt, 19. Januar. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter JL 5.00—5.50, das Gescheid 6—10 H, Eier das Hundert 5.40—9 50, das St. 7—10 H, Butter im Großen 80.00—84 00, im Detail das Pfund JL 0 95 bis 1.30, Weißkraut per Stück 10—15 X Rothkraut per Stück 20—30 H, Kohlrabi per Stück 3—4 H, Ochsenfleisch per Pfund 45—70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45—60 X Kalbfleisch 40—65 H, Schweinefleisch 65—75 X Hammelfleisch 50—70 X 1 Hahn JL 0.70—1.80, 1 Huhn OL 1.00—2.50, 1 Ente 2.00—3.50, Gans Pfund 50—'70 A 1 Taube 40—60 X Welsche ,4t 12.00—00.00. Allgemeiner Anzeiger. Ausverkauf wegen Umzug. Um mit meinem Waarenlager bis 22. Januar 1887 geräumt zu haben, gebe auf die schon enorm billig gestellten Preise noch S% Scooto. 46 M. Kann, Lindenplatz. Salvator-Bier von heute an täglich im Zapf. 521 Brauerei Weidig. Cokes. Gegenwärtiger Preis in dem Gaswerk: Stückcokes..........Ml. —.95 pr. Ctr., Nirtzcokes, für Stubenhn'.nng, zerkleinert „ 1.05 „ „ Der Transport au das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Centncrn und werden für denselben 25 Pfg. berechnet; von Herrn Emil Piftor werden auch kleinere Quantitäten zugeschickt. 55 Städtisches Gaswerk Gietzen. Kaffee - Lager. Trotz Aufschlag empfehle ich meiner werthen Kundschaft noch sämmtliche meiner so betiebten Sorten Koffee's rum alten Preise. Hochachtungsvoll 517__Carl Bieler, Krelpptatz 6. 174 Eine Parthie wollene Teppiche 1 462 Ein Mädchen für Küche u. Haus- verkaust Jnnghlnt, Promenadehaus. I halt gesucht. Marktstraße 23. Anzeige. Trotz des enormen Preisausschlaqes von Rohkaffee bin ich, gestützt auf frühzeitig eingekaufte große Vor- räthe, einstweilen noch in der Lage, meine bekannten Specialitaten: la. gebr. Jovo-Koffee ä Mk 1.60 guter gebr. «ßuusHolts Kaffee ä Mk. i.SO in unnrränörrtrr Giike ohne Preis- erhShung abzugeben Älleinige Niederlage in Gießen: Herrn «S. M. Schulhof. A. 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