*4 1887, ichener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 296 Erstes Blatt. Diensttrg den 20. Decemder »«reanr Schulstraße 7. '•Wdnt taottch mit Ausnahme des «-nt-g». N^^0^42^?5?^ Deutschland. Berlin, 17. December. Der Kaiser empfing Vormittags halb 11 Uhr den Prinzen Wilhelm, Moltke, Waldersee, Albedyll und den Krieg-mtnister, machte um l9/4 Uhr eine Spazierfahrt und hörte um 3 Uhr einen Vortrag des Grafen Stolberg. Abends findet eine Theegesellfchaft statt, wozu die badenschen Herrschaften, der Großherzog von Sachsen, sowie der Herzog und die Herzogin Johann Albrecht von Mecklenburg geladen find. — (Außerordentliche Versammlung des Berussgenoffenschaftstages zur 8e# rathung des Entwurfes der Alters« und Jnvalidenoerficherung.) Vertreten waren 41 Berufsgenoffenschaften durch 95 Personen. Die Referenten Holtz (Chemische, Berufögenoffenschast) und Felisen (rordöstlicheBaugewerksberufsgenoffenschaft) beantragen, daß die Versammlung fich damit einverstanden erkläre, daß die Berus«- genossenschaften zu Trägern der Alters- und Jnvalidenoerficherung gemacht werden. In der Generaldebatte erklären fich die Vertreter sämmtlicher Baugewerkr- Berufegenossenschaften, sowie Martins (Chemie), Klettner (Spedition), Commer- cienrath Webrky (Schlefische Textil-Berufrgenoffenschaft) u. A. für den Antrag der Referenten. Schmidt (Elberfeld) wünscht principaliter die Uebernahme durch Berufsgenoffenschaften abgelehnt zu sehen. Die Herren Websky und Klettner beantragen, nur die Verwaltung und Anlegung der Gelder dem Reiche zu über* lassen. Hierauf Schluß der Generaldebatte. Der Antrag der Referenten Holtz uno Felisen wurde bet der namentlichen Abstimmung mit 40 gegen 24 Stimmen angenommen und zwar unter Ablehnung aller Abänderungsanträge. Bezüglich des Umfanges der Verficherung beantragten die Referenten, die Vorschläge der Regierungsentwurss gutzuheißen und die Verficherung demgemäß auf alle Arbeiter der Industrie, des Handwerks und der Landwirthfchaft ausmdehnen. Auch dieser Antrag wurde angenommen, ebenso der Antrag Bartz, daß für die Beiträge der Arbeiter das Deckunasverfahren, für die Beiträge oer Arbeitgeber da« Umlageverfahren einzuführen ist. Kesternich. P-st, 16. December. Unterrichteterseits stellt man die Lage folgendermaßen dar: Die Frage aller Fragen ist, ob Rußland ernstlich Krieg will oder nicht. Wenn Ja, dann verbietet uns unser Interesse, Bulgarien abermals an Rußland auszuliefern, wenn nicht, dann ist eine Vereinbarung leicht. Die Person des Coburgers ist Rußland gleichgültig. Der Czar wird, wenn er kriegslustig ist, nicht wegen des Coburgers, sondern wegen des ganzen Balkans, im Interesse des Gcsammtslawirmus Krieg führen. Die Auffassung, daß die Person des Coburgers dis Lösung hindere, ist grundirrthümlich. Ebenso ist es ein Jrrthum, daß wir ihn entfernen können, wenn die Bulgaren ihren Fürsten behalten wollen, denn weder eine einzelne Macht, noch die Gesammtheit ist im Stande, ihn zu entfernen. Die Lösung der bulgarischen Frage, auch mit dem Coburger, im Sinne Rußlands sei nur möglich, wenn Rußland Frieden will. Daß Oesterreich in der .bulgarischen Frage nachgibt, so lange Rußland nicht unzweifelhaft Beweise seiner Friedenswillen« gegeben, muß bei dem heutigen Stande der Dinge als völlig ausgeschlossen betrachtet werden. Pesth, 17. December. Ein Wiener Telegramm des „Pesther Lloyd^ bezeichnet die Ausführungen des „Russischen Invaliden" nach dem Eommentar bei „Journals de St. Petersbourg" als minder allarmirend, und betont, die unzutreffenden Prämissen des „Invaliden" würden ihre autoritative Richtigstellung finden. Da nun einmal die Diskussion eröffnet erscheine, so sei nicht ausgeschlossen, 'daß dieselbe zu einer Klärung führe. Bis dahin dürfe in Oesterreich-Ungarn die Vorsicht nicht erlahmen, zumal die Situation nach keiner Richtung gebessert sei. Die vorbereitenden Maßregeln würden daher fortgesetzt. Wahrscheinlich werde für zunächst nicht übergroße Mittel in den nächsten Tagen entsprechende Vorsorge getroffen werden. IranLreich. Paris, 17. December. Wie verlautet, wird Carnot anläßlich des Neujahrsfestes alle politisch Verurthetlten amnesttren. — Der Attentäter Aubcrtin soll heute in das Asyl für Geisteskranke überführt werden, da er gestern einen Wahnsinnsanfall hatte. Belgien. Brüssel, 17. December. Der „Nord" schreibt: Rußland wolle weder Krieg, noch werde es Krieg führen; doch beanspruche es voll und ganz das Recht, alle erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, um eine eventuelle Invasion in sein Land für den Angreifer oerhängnißooll zu machen. Rußland wäre keine unabhängige große Macht mehr, was es doch sein wolle, wenn es gestattete, daß man von ihm Rechenschaft darüber fordere, was es im Interesse seiner Sicherheit zu thun für angemessen halte. Zltalim. San Remo, 17. December. Der Kronprinz machte heute Vormittag einen Spaziergang mit Dr. Mackenzie. Serbien. Belgrad, 17. December. Die Skupschtina beschloß einstimmig, den König morgen anläßlich der Patronatsfeier in corpore zu beglückwünsche». . Aulgarierr. Sofia, 17. December. Der .Agence Ha»as" zufolge ist das Gerücht von Änderungen im Ministerium unbegründet; man versichert vielmehr, daß hier wie in den Provinzen Zufriedenheit und Äufre herrscht. Amerika. Mexiko, 17. December. Der mexikanische Kongreß hat sich nach Annahme des Entwurfs wegen einer neuen Anleihe von 10,500,000 Pfund Sterl. vertagt. Deutscher Reichstag! 14. Sitzung vom 17. December 1887. Der Gesetzentwurf über die Controle des ReichshauShalts und de« Landeshaushalts für Elsaß-Lothringen für 1887/88 wird in dritter Lesung unverändert angenommen. Auf der Tagesordnung: Dritte Berathung der Getreidezollvorlage. Abg. Magdzinski verliest Namens der polnischen Fraction eine längere Erklärung, welche in der Zustimmung zu der Vorlage, wie sie aus der zweiten Lesung heroorgegangen ist, gipfelt. Abg. Leuschner-Eisleben (Reichsp.) begründet eingehend seine Zustimmung zu der Vorlage. Die Erhöhung der landwtrthschaftlichen Schutzzölle sei im Interesse der Erhaltung der Landwirthschaft unbedingt nolhwendig; der Verfall der Landwirthfchaft aber würde unfern wirthschaftlichen Ruin bedeuten. Vielleicht würden spät« noch weitere Erhöhungen nothwendig werden, da die ausländische Eoncurrenz ihre Anstrengungen verdoppeln werde. Diese Erhöhungen würden fortbauern, wen» sich bic Regierung nicht zu einer burchgreifenben Aenberung unserer Währungsverhältnisse entschließe. (Bravo! rechts.) Abg. Bebel (Soc.) bestreitet, baß beinahe bie Hälfte bes brutschen Volke« Vorthetl von ben Zöllen habe; bie große Zahl ber kleinen Besitzer habe gar Leinen Vortheil. Rur ber große Besitzer habe Nutzen davon. Dieser werbe aber ben Gewinn zur Capitalsbilbung verwenben, anstatt, wie behauptet werbe, zum Mehrconsum industrieller Artikel. Herr Gehlert sagt, höhere Lebensmittelpreise würben zu Lohnerhöhungen führen unb beruft sich bafür auf bas eherne Lohngesetz. Das letztere werde aber von den Socialbemokraten selbst nicht anerkannt. Lasalle habe manche Grundsätze aufgestellt, an deren Durchführbarkeit er selbst nicht glaubte. Redner wendet sich alsdann gegen Dr. Böckel. Wenn alle Juden nach Palästina expatriirt würben, so würbe es nicht im Geringsten anbers werben. Der lanbwirthschaftliche Besitzer, welcher den Juden in die Hände falle, sei schon in verzweifelter Lage; er werde durch bic Juben noch etwas länger gehalten, als er sonst bestehen würbe. Der Grunb bei Nebels liege in unserer anarchistischen Probuctionswetse. Dieses Gesetz verschärfe biefelbe nur unb werbe bie Socialbemokratie förbern. Abg. Metzner (Eentr.) motivirt als Hanbwerker seine Zustimmung zu ber Vorlage. Sein Beruf bringe ihn in innige Berührung mit ber Landwirthschaft, deren Nothlage er aus eigener Anschauung kenne. Diese Nothlage drücke auf alle anderen Erwerbszweige und verschulde so die ganze wirtschaftliche Misere. Billiges Getreide sei unter solchen Umständen nur ein scheinbarer Vortheil, denn derselbe werde zehnfach aufgehoben durch mangelnden Verdienst ber Hanbwerker unb Gewerbtreibenben. Er stimme für alle Maßregeln zum Schuhe unb zur Erhaltung bes Nährstanbes. (Beifall.) Minister Dr. Lucius gibt NamenS ber verbünbeten Regierungen bieErklärung ab, daß biefe die in zweiter Lesung vom Reichstage gefaßten Beschlüsse zwar nicht allenthalben als Verbesserungen ansehen könnten, denselben aber doch keinen Widerstand leisten wollten. Abg. v. Hammerstein (cons.) beruft sich auf einen Ausspruch Marx' zum Beweis dafür, daß die Soeialdemokraten den Schutzzoll seines conservativen, erhaltenden Charakters wegen bekämpften, den Freihandel aber unterstützten, weil sie davon eine Beschleunigung der internationalen Revolution erwarteten; Bebel sagte, die Social- demokraten feien keine Freunde der Börse. Er glaube ja auch, daß die Socialdemokraten, wenn sie an'S Ruder kämen, auch mit der Börse tabula raaa machen würden. Vorläufig aber machten sie von ben reichen Mitteln betreiben noch Gebrauch. (Bebel: Beweise!) DaS Verhalten ber Communisten gegen bie Rothschilb u. s. w. Auch bas heutige Eintreten Bebels für bie armen Wucherer laste barauf schließen. Die Landwirthschaft fei so ausreichend zu schützen, daß sie noch mit Nutzen betrieben werden könne. Leider rnüffe er die in zweiter Lesung beschlossenen Sätze alS unz»- länglich erachten. Aber werthvoll sei es, daß durch die Abstimmung der Grundsatz anerkannt worden sei, daß bie Landwirthschaft Anspruch auf nutzbringenden Betrieb habe. (Beifall.) Abg. Rickert (freif.): Erft sei gesagt worben, baß kein Bebürfniß zu einer Generalbebatte bestehe; nun komme Einer nach bem Anbern. Wozu bie langen Reben? Die Herren haben ja, was sie wollen. Sie wollen ihrer gepreßten Seel? Lust machen. Die Rebe Metzners habe bewiesen, baß bas Trifolium Zöllner-Agrarier-Zünftler heute regiere. Ein wahrer Freunb ber Lanbwirthschaft sei nur ber, ber sie vor biesen Zöllen zu schützen suche; sie bringen ber Lanbwirthschaft nur ben Ruin. Aber balb werde sich zeigen, wohin die Agrarier zielen unb bann werbe das deutsche Volk sagen: Bis hierher nno nicht weiter! (Beifall links.) Abg. Frhr. v."Unruhe-Bomst (Reichsp.): Er habe 1879 gegen die Getreide- zölle gestimmt unb sich babei nicht in Widersprach mit feinen Wählern befunben. Inzwischen sei inbeß unter biesen ein erheblicher Umschwung ber Stimmung eingetreten; bie früher inbifferent waren, namentlich auch bie kleinen Bauern, verlangten jetzt erhöhte Schutzzölle. Dieser Stimmung habe er im Interesse seines Wahlkreises zu entsprechen. Die Generalbiscussiv» wirb geschlossen. t Der Zoll für Weizen unb Roggen wirb nach dem Beschluß der zweiten Lesung in Höhe von 5 X angenommen. , „ Für Hafer ist in ber zweiten Lesung ein Zollsatz von 3 X beschlossen worben« »bg. Dr. Adä unb Genossen beantragen 4 X Ein gleicher Antrag liegt vom Abg. Seyfarth vor. 4 «X werben mit 172 gegen 136 Stimmen angenommen. Für Buchweizen und Hülsenfrüchte werben, wie in ber zweiten Lesung 1 X, für Gerste 2.25 X angenommen. Für MaiS und Dari sind in zweiter Lesung 2 «X angenommen worben. Die Abgg. Dr. Delbrück unb Schultz-Lupitz, sowie die Abgg. v. Mirbach unb Klemm (Sachsen) beantragen 4 X „ ... _ . - .... Minister Dr. LuciuS bittet, eS bei 2 X ju belassen; bieser Satz beruhe bereits auf einem Compromiß im Schoße ber verbündeten Regierungen. . Abg. Dr. v. Frege (cons.) erklärt Namens seiner Freunde, daß sie "ach oer Erklärung des Ministers sich in der Zwangslage befänden, den Antrag fallm zu lasten, um das Gesetz nicht zu gefährden. ,, .,__- . . Abg. o. Kardorff (RchSp.) gibt eine ähnliche Erklärung für fei«Jßartd ab, bedauert aber, daß dieses Loch im Zolltarif gelassen werde, durch welches die Erhöhungen selbst zum Theile wirkungslos werden. Besonders bedauere er ben spruch Bayerns, bem in ber Branntweinsteuerfrage so weit entgegengekommen worden sei. Man müsse sich gegenseitig unterstützen. 2 X werben angenommen. ... Die Zölle für Malz (4 X), Hefe (65^), Sraftmehl, Puder ic (12 X1 50_£), Rubeln (13 X 50 4) unb Mühlensabrikate (10 X 50 H) werden nach dm Beschlüsten der zweitm Lesung angmommen. Die Zille für RapS und Oele wäre» in zweiter Lesung «bgelehnt worden. Die Abgeordneten Dtffent und Freiherr v. Ellrich shausen br«ntragen bezüglich der Zölle auf Del Wiederherstellung der Regierungsvorlage, also Speiseöle, al- Oliven-, Mohn-, Sesam-, Erdnuß-, Bucheckern, Sonnenblumenöl in Fässern, Laum- wollensamcnöl in Fässern 10 X, sadann Leinöl in Fässern, Oelsäure, »aumwollm- samenöl in Fässern, amtlich denaturirt, 4 X. ' Abg. v. Wedell-Malchow (eons.): Nachdem der RapSzoll in zweiter Lesung abgelehnt worden, ergebe sich als Tonsequenz der vorliegende Antrag. Er bitte er die Regierung, die Frage des Raps- und OelzolleS int Auge zu behalten. Der Antrag Dissens wird abgelehnt. Zu 8 2 beantragen die Abgeordneten v. Mirbach und Klemm folgenden Zusatz: Die Bestimmungen in den vorstehenden Absätzen 2, 3 und 4 (betr. Einfuhr »or dem 26. November d. IS. bestellten Getreides bis zum 15. Januar k. Js. zu den bisherigen Zollsätzen) finden, wenn die Eontrahenten über die Tragung oeS Zolles für den Fall einer Erhöhung desselben schriftliche Vereinbarung getroffen haben, keine Anwendung. Der Antrag wird angenommen. Schließlich wird das ganze Gesetz mit 203 gegen 116 Stimmen angenommen. Zwei Mitglieder enthalten sich der Abstimmung. Nächste Sitzung 17. Januar. Etat. Telegraphische Depesche«. Wolff's UUer» Eorresvorrderrz • Brrrmrr. Berlin, 18. December. lieber die Reichstagsbeschlüsse, betreffend die Abänderung des Zolltarifs, sowie über das Abkommen mit Oesterreich-Unaarn, betreffend die Verlängerung deS Handelsvertrags, wird bereits in morgiger Bundesrathssitzung Beschluß gefaßt »erben. Potsdam, 18. December. Prinz Friedrich Leopold ist am gastrischen Fieber erkrankt. Wien, 18. December. Heute fand unter dem Vorsitz deS Kaisers ein Ministerrath statt, an welchem der ungarische Ministerpräsident TiSza, der Kriegsminister Graf Bylaadt-Rheydt und die beiden Landesvertheidtgungsminisler Graf WelserSheimb und Baron Feieroary theilnahmen. vor und nach dem «inisterrathe konferirte Tisza längere Zeit mit dem Grafen Kalnoky int ausr-ärtigen Amte. Wie verlautet, soll morgen ein Kronrath stattfinden. — Der „Presse* wird bestätigt, daß gegenwärtig von der Einberufung der Delegation keine Rede sei. Es liege hierfür in diesem Augenblicke kein Anlaß vor, da für eventuelle militärische Vorkehrungen nur eine verhältnißmäßig geringe Summe in Anspruch genommen werden solle. Wien, 18. December. Heute Nachmittag hat im auswärtigen Amte eine mehrstündige Vorbesprechung des Gesammtministcrtums für den morgigen Kronralh statt- gefunden. Belgrad, 18. December. Die Mitglieder der Skupschtina beglückwünschten foeute in corpore den König zu seinem Patronatsfeste. Auf die Ansprache des Präsidenten gab der König seiner aufrichtigen Freude und Zufriedenheit über das Erscheinen der Volksvertretung in corpore Ausdruck, betonte, daß er sich einer ausgiebigen Thättg- feit der Skupschtina int Interesse des Landes vorsehe, versicherte die Skupschtina seines königlichen Wohlwollens und sprach seine Bereitwilligkeit aus, gerechtfertigte Wünsche und Bedürfnisse des Volkes jederzeit zu befriedigen. £ o t a I t Gießen, 19. December. (Schwurgericht.) In nichtöffentlicher Sitzung ver- urtheilte am vorigen Samstag das Schwurgericht die ledige Dienstmagd Veronika Sauer auS Höpfingen in Baden wegen Kindesaussetzung in eine Gefäugnißstrafe von 8 Monaten. Bietzen, 19. Dec. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem lieblichsten aller Feste, welches unS schon von Kindheit an ober gerade in derselben als das Fest der Liebe und Freude bekannt ist, wissen wir doch, daß gerade an diesem Feste mehr wie je vorherrscht: „Friede und Freude in Palästen wie in den Hütten!" Die liebliche Weihxachlsfee, die herniedergestiezen, um zu beglücken, sie lenkt ihre Schritte Überall hin, wo Menschen wohnen, die gewillt sind, mitzuwirken an dem Werke der Wohlthätigkeit, die gern ihrem Laufe folgen namentlich dann, wenn die liebliche Fee Einkehr hält in den Hütten der Armen. Sie will den Weihnachtstisch für Alle decken, denn Alle sollen sich freuen, arm und reich, groß und klein. Giebt doch das Weih- nachtSfest mehr wie je Gelegenheit, anderen wenig oder gar nicht mit Gütern gesegneten Menschen von dem mitzutheilen, was ihnen daS Schicksal etwas reichlicher gespendet. Und wer könnte am Feste der Liebe und Freude, am hehren Weihnachtsfeste so hartherzig sein und abwetsen die Weihnachtsfee, wenn sie anklopft an den Thüren sich irdischen Besitzes erfreuender Menschen und ein gutes Wort einlegt für Diejenigen, denen ohne diese Fürsprache der Weihnachtstisch nicht gedeckt würde? Mag Mancher das ganze Jahr hindurch auch nicht immer Heller Sonnenschein und rosige Freude bereitet sein, mag Mancher mitunter trotz seiner materiell günstigen Lage oft Kummer empfinden über dies oder jenes oder mag ihm hin und wieder der Seelenfrieden ab-. Händen gekommen sein, am Weihnachtsfeste öffnet er gern Herz und Hand zur Freude Anderer, zu seiner eigenen Freude. Der Wohlihätigkeitssinn, den die gütige Weihnachtsfee in alle Menschmherzen gebracht, ist es, welcher am Weihnachtsfeste so recht zum Ausdruck kommt. Dies zeigte sich wieder in schönster Weise am gestrigen Sonntage, wo an verschiedenen Stellen die Chrlstbescheerung für die Kleinen stattfand und zwar zunächst für diejenigen Kleinen, denen ohne thatkräftigeS Eingreifen edeldenkender und -handelnder Menschen das Ehristklnd ganz gewiß kein freundliches Gesichtchen hätte zeigen können, denen es traurig hätte zurufen müssen: „Ich habe viel zu verschenken, aber nichts für Euch!" Dank des in unserer Stadt so trefflich hervortretenden Wohl- thätigkeitssinnes konnte am gestrigen Tage mehrere» Hunderten armer Kinder eine rechte Weihnachtsfreude bereitet, konnte ihnen. deren Lebensweg oft ein recht düsterer, ein hellstrahlender Christbaum angezündet werden, dessen Kerzenstrahlen hineinleuchteten in ihre Kinderherzen? Fangen wir an mit den Kleinsten der Kleines, mit den Zöglingen der Kleinkinderbewahranstalt, die das Christkind nach den festlich erleuchteten und mit Gaben ausgestatteten Räumen der städtischen Turnhalle gerufen. — Es war wahrlich keine kleine Aufgabe, für die 209 Kleinen der Kleinkinderschule das Chrlst- kindchen so reichlich und schön bescheeren zu lassen, als dies gestern Nachmittag in der Turnhalle der Fall war. Wie müssen die Damen des Vorstandes Wochen lang vorher die Hände so fleißig geregt haben, um die Kleidchen rc. zu fertigen u. s. w., damit alles schön klappt und keines zu kurz kommt, die treuen Schwestern der Anstalt, wie müssen sie sich bemüht haben, die Kleinen so zu lehren, daß dieselben mit Liebe und Begeisterung ihre Aufgabe am gestrigen Abend fo erledigten, wie eS geschehen. Auch den Herren des Vorstandes gebührt eine große Anerkennung für die mannigfachen Mühen und Opfer, welche sie im Interesse der armen Kleinen gebracht haben. Gottes Lohn wird allen sicher sein. — Eingeleitet wurde die schöne Feier mit einer warmen Ansprache des Herrn Pfarrer Dr. Naumann, der dankend für die reichen Gaben, welche auch in diesem Jahre für die Kleinkinderschule geflossen, alle Anwesenden auf die schöne Feier des Christfestes und die Bescheerung der Kleinkinderschule hinwies. Sodann legten die Kleinen in Lied und Vortrag Zeugniß davon ab, was in der Schule von den Schwestern gelehrt und gelernt worden. Wie klappte das alles so schön und für den Kinderfreund herzerquickend. 9tad) diesem folgten dann Spiele und nach einer weiteren Ansprache des Herrn Pfarrer Dr. Naumann über das Wort Gott sorgt für dich, schloß die erhebende Feier mit Verthellung der Geschenke an die Kleinen. — Eine Stunde vor Beginn der eben beschriebenen Feier fanden im Schulhause in der Schillerstraße zwei Christbescheerungen statt. Die eine, arrangirt von Herrn Lehrer Curfchmann (siehe Eingesandt) und seinen Schülerinnen, zeugte wiederum von dem Opfersinn unserer Einwohnerschaft. Wer die auf den Gängen zur Schau gestellten Geschenke sah, mußte erstaunen über die Fülle und Mannigfaltigkeit derselben und wer die in ihren Schulklassen versammelten Kinder , welche außerdem auf ihren Plätzen noch Süßigkeiten vorfanden und sich an dem lichterstrahlenden Christbaum erfreuen konnten, beobachtete, konnte getrost seine Freude theilen mit Denjenigen, die hier beschenkt wurden. Manche Thräne des Dankes rollte über die Wangen der Erwachsenen, die der Feier anwohnten und Zeugen waren des Ausdrucks der Freude auf allen Kindcrgesichtern. Ehre aber und alle Achtung de» braver Lehrer C-urschmann, der seit einer langen Reihe von Jahren bemüht ist, sich durtz sein «enschensteuulrliches Wirken so hervorragend auSzuzeichnen und alljährlich da Weihnachtsbaum für Diejenigen schmückt, die ihm in seinem Beruf am nächsten fteher, seinen Schulkindern; alle Achtung vor der Emsigkeit, mit welcher Herr Eurschmarn dem Einsammelu und dem Vertheilen der vielen Gaben obliegt, die in Einzelner doch jedem der 156 Kinder nach seinen Bedürfnissen und seiner Würdigkeit angepaßt seit wollen. Wer auf eine so arbeitsvelle Woche wie Herr Curfchmann zurückblicken kann der genießt, wenn die Tage des Festes kommen, das, was man allen Menschei wünschen kann: .Fröhliche Weihnachten!" Zu gleicher Zeit fand in der Turnhalle bet Mädchenschule die seit sieben Jahren von dem Verein .Jugendfreund" arrangirte Weihnachtsfeier statt, die ebenfalls in wahrhaft erhebender Weise verlief. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Chorlied „Ehre sei Gott" gesungen von dem gemischten Chor der Bürgergesellschaft, i worauf Herr Reallehrer Jann eine Ansprach«» hielt, in welcher er namentlich Worte des Dankes Denjenigen spendete, durch deren Wohlthätigkeitssinn es ermöglicht worden, 22 Linder beiderlei Geschlechts vollständig neu zu kleiden; in wahrhaft herzerquickenden Worten wandte sich hierauf Herr Jann an die mit den Geschenken bedachten Kinder, ermahnte sie, stets dankend Derer zu gedenken, die ihnen die reichen Gaben gespendet und forderte sie auf, ihren Dank den edlen Gebern durch Schonen der Geschenke, durch Liebe und Folgsamkeit gegenüber ihren Eltern und Lehrern zu betätigen, damit sie dereinst, wenn sie in's Leben hinaustreten, ordentliche und brave Menschen würden. Die Rede machte auf die Anwesenden den tiefsten Eindruck und manchem der Zuhörer traten bei diesen schlichten Worten Thränen der Rührung in die Augen. Mit dem Gesang: „O, du fröhliche, o, du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit" schloß diese Feier, um deren Zustandekommen die Sammler von Cigarrenabschnitten, sowie namentlich die Sänger und Sängerinnen der „Bürgergesellschaft" unter der vortrefflichen Leitung des Herrn Franz Bauer sich so verdient gemacht haben. Gieße«, 19. December. Am Samstag Abend feierte auf dem Lenz'schen Felsen- keller der .Werkmeister-Verband für Gießen und Umgegend" sein erstes Stiftungsfest. Die Mitglieder des Vereins hatten sich mit ihren Damen zahlreich ein» gefunden, darunter sogar ein Doppelquartett von Meistern aus Lollar, welche mit ihrem Gesang die Feier verschönten. Nach BegröHung der Erschienenen durch den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Carl4 (in Firma Heyligenstädt u Co), trug der Schriftführer Herr Pfisterer aus der Chronik des Vereins recht interessante Daten vor. Wir entnehmen denselben, daß der Werkmeisterverband, welcher sich das Ziel gesetzt hat, seine Mitglieder bei Krankheit und Todesfall zu unterstützen sowie für die Hinterbliebenen durch Rath und That :u sorgen (beim Todesfall eines Mitgliedes erhält die Familie 600 X und stirbt die Frau, zahlt der Verein 150 X), im Jahre 1883 gegründet wurde. Sein Vorsitzender ist gegenwärtig Herr Zander, Mitglied des preußischen VolkSwirthschaftsrathes. Auf Anregung des Herrn Louis Hey l igenstäd t entstand in Gießen ein Zweig - Verein und batirt der Gründungstag mit dem 5. December 1886. Der hiesige Verein zahlt gegenwSrtia 35 und der Deutsche Werkmeister-Verband insgesammt nunmehr 13,000 Mitglieder. Seit d-r kurzen Zeit seines Bestehens hat der Verband die hohe Summe von 150,000X an Unterstützungen und Sterbegeldern ausgezahlt. Das Verdienst des Herrn H e y l i a e n st ä d t um den Verein würdigend wurde demselben im Laufe des Abends ein sehr reich ausgestattetes Diplom als Ehrenmitglied unter Anerkennung seines humanen Bestrebens überreicht. Sichtlich gerührt dankte Herr Heyligenstädt für die Auszeichnung und schloß mit der Versicherung, daß feine Sympathie für den Verein niemals versiechen würde. Unter scherzhaften und zum Theil auch recht ernsten, fast zu ernsten Vorträgen verschwanden rasch die Stunden des Abends. Daß dieselben recht hübsch verfloffen, ist zum Theil auch den humoristischen Vorträgen des Herrn Werkmeister Buß von der Sophienhütte zu Wetzlar zu verdanken. — sTheater.j In unseren theatersreundlichen Kreisen ist vielfach der Wunsch nach einer nochmaligen Aufführung von Oscar Blumenthals effektvollem Schauspiele „Ern Tropfen Gift" laut geworden. Herr Rudolph beabsichtigt daher, diesem Wunsche zu entsprechen und wird „Ein Tropfen Gift" als Wohlthätigkeits- Vorftellung am nächsten Donnerstag geben. Von dem Reinerträge soll hiesigen Armen eine Weihnachtsfreude bereitet werden. Die Vorstellung findet außer Abonnc- ment, jedoch zu ermäßigten Preise» statt. Billetbestellungen nimmt Herr Univ.- Buchhändler W. Ferber bereits heute entgegen. — Unsere Leserinnen feien an dieser Stelle auf die Ausstellung aufmerksam ge- gemacht, welche die Lehrerin für weibliche Handarbeiten Frl. Lina Möser in ihrem Schullokale arrangirt hat. Neben den einfachen und Anfangsarbeiten im Nähen und Sticken rc. erblickt die Besucherin auch Arbeiten von so vollendetem Geschmack, daß man dem Talent und dem Geschick der Lehrerin alle Anerkennung zollen muß. Auch auf dem Kunstgebiet hat Frl. Möser bei ihren Schülerinnen sich ^versucht und zwar mit Erfolg. Man sehe nur die herrlichen Sächelchen der Filigranarbeit und der Gummiknetarbeit, einer Industrie, welche noch nicht lange besteht. Daß dabei auch das Praktische in der Schule nicht aus dem Auge verloren wird, zeugt die Ab- theilung für Bügeln. Die ausgestellte Wäsche zeigt auch hier, daß in der Schule mit Verständniß gelehrt und mit Lust und Liebe zur Sache gelernt wird. t ™Tr^n^otße be- Ian* anhaltenden Regenwetters ist das Wasser in der Lahn und Wieseck derart gestiegen daß bereits am letztverflossenen Samstag Nachmittag 6 Uhr die städtische Pumpstation in Thatigkeit gesetzt werden mußte. Ein weiteres Steigen des Wassers steht zu erwarten. Vermischte t t Mainz , 18. December. In unserem Museum fand heute Vormittag mit er erhebenden Feier der Enthüllung einer von Bildhauer Scholl hier bergeftellten Mar- morbuste des unsterblichen Meisters, Maler Philipp Veit, des langjährigen Direktors der hiesigen Gemäldegallerie und Ehrenbürgers von Mainz statt. Nachdem ein distingulrtes Publikum, darunter neben de» Familienmitgliedern und der greifen Wittwe des großen Meisters, Bischof Dr. Haffner, Provinztaldirektor Küchler, Ober- burgermetlter Dr. Oechsner, Landgerichtspräsident Dr. Kull, Handelskammerpräsident Michel, viele Sladtverordnelen u. s. w. um die zwischen Pflanzen aufgestcllte Büste Platz genommen, trug unser berühmtes Domchor das „Ave Maria“ von Piel weihevoll vor worauf Geh. Hofrath Prof. Dr. Schäfer von Darmstadt eine einftünbige Festrede hielt, in welcher er ein treffendes Bild von Philipp Veit entwarf. Als nach Beendigung der Rede die Hülle der Büste gefallen war und daS trefflich wiedergegebene Antlitz des großen Meisters Allen entgegen leuchtete, übergab Namens des ausführenden Comttö's Kaufmann O. Herrmann das Denkmal an den Vertreter der Stadt Mainz Oberbürgermeister Dr Oechsner, worauf Letzterer in warmen Worten den Dank aus- druckte und für das Bildniß des berühmten Meisters Schuh und Schirm versprach. Dm Schluß der Feier bildete ein Vortrag von dem Domchor „Veritas mea“ von Scarlattt. .. m Mainz, 18. December. Zur Renovation des kurfürstlichen Schlosses hier hat die Regierung sich bereit erklärt, der Stadt die Veranstaltung einer Lotterie zu ver- wllligen. — Wie das „M. T." wissen will, sei bei der städtischen Verwaltung das Projekt aufgetaucht, auf dem Schloßplatz ein neues Stadthaus zu erbauen. ___ , Aranlsurt a- M., 18. December. Auf dem Neubau Ecke der Zeil und der Allerheiligengasse ereigneten sich bis gestern Mittag in einem Zeiträume von etwa vierundzwanzig Stunden nicht weniger als drei schwere Unglücksfälle. Ein Maurer stürzte tm inneren Bau aus dem vierten Stock hinab. Er erlitt mehrere Frakturen Der Gesichtsknochen. _ Ein Handlanger wurde von einem Speiskübel derart an der ^^."^ei^offen, daß eine klaffende Wunde entstand, welche zugenäht werden wußte. Endlich Samstag um Mittag glitt der Dachdecker Mühe, der bei dem kalten regnerischen und zuweilen recht stürmischen Wetter auf dem Dache des hohen Gebäudes arbeitete, aus, fiel über den Rand, überschlug sich zweimal in dem Gerüste und stürzte zum Schrecken der vorübergehenden Leute vor einem Herrn, den er noch stark streifte, lautlos auf das Straßenpflaster. Der Verunglückte wurde sofort in ein Hospital verbracht, wo man fand, daß er den linken Unterschenkel ui(J) einen Beckenknochen gebrochen hatte. Zudem waren innere Organe so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintreten mußte. ein kräftiger Mann in den fünfziger Jahren, der Frau und Kinder hinterlaßt. F ♦♦ ♦♦ ♦♦ ♦♦ ♦♦ K Mensch« lkit sieben - °'e eben. L'tz >ch Worte 11 worden M-kenden !n Kinder, ; tzespendel We, durch damit fie 11 würden. slMörer " deni tze- Gtetzen, 18. December. Zm 18. December bi. 38., Nachmittags um 4 Uhr fand in den unteren Räumen der höheren Mädchenschule die Christbescheerung deS Herrn Curschmann statt. Der- lelbe bescheerte in diesem Jahre das 38. Mal und war in der Lage, 156 arme Kinder, fast ausschließlich Mädchen, meist mit neuen Kleidern bedenken zu können. Don zwei Uhr an fanden stch viele Damen und Herren ein, welche die Gaben besichtigten und des Lobes voll waren. In zwei Räumen wurden die Kinder au die mit Bretzeln, Nüssen, Anis und Aepfeln belegten Pulte gebracht. Um 4 Uhr wr»de der schön geschmückte Christbaum angezündet und die Feier begann. Freudestrahlend blickte die jugendliche Schaar zu ihrem Wohlthäter empor und sang mit Begeisterung das schöne Lied: „Ehre sei Gott in der Höh'!"' Herr Curschmann hielt hierauf eine herzliche Ansprache, worin derselbe hauptsächlich betonte, daß es ihm auch in diesem Jahre durch die Unterstützung edler Menschen vergönnt gewesen sei, so viele arme Kinder beschenken zu können. Er wies auf die Bedeutung des Festes hin, welches überall in Deutschland in so schöner Weise gefeiert werde. Herr Curschmann ermahnte die Kinder für die empfangenen Gaben dankbar zu sein. Sie sollten durch Folgsamkeit, Fleiß und gutes Betrage» das Wohlwollen ihrer Lehrer zu erhalten suchen, damit diese ihren schweren Beruf mit Freuden erfüllten. Nachdem noch der -erste und letzte Vers des Liedes: „Wer nur den lieben Gott laßt walten", gesungen, begann die Nertheilung der Gabe». Wohlbepackt u»d hochbeglückt wanderten nun die Beschenkten fröhlich »ach Haus. Zn dankbarer Liebe und Verehrung werden auch diese Kinder ihres WohlthäterS stets gedenken. Herrn Curschmann möge eS vergönnt sein, dieses edle Werk noch eine lange Reihe von Jahren zum Wohle der Armen unterer Stadt sonzusetzen. X. Jede Dame, die es interessirt, sollte nicht versäumen, sich die Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der Frl. Möser anzufeben. Dieselbe ist außerordentlich reichhaltig und mannigfaltig und beweist, daß bet Frl. Möser sehr viel Praktisches und Schönes gelehrt und gelernt wird. Es zeugt von dem großen Talmi der Dame, daß sämmtliche Zeichnungen zu den Stickereien von ihr selbst entworfen und ausgeführt sind und ebenso daS rasche Erfassm jeder Neuheit auf dem Gebiete der Frauenarbeit. Beobachtet man nun noch die große Lust und Liebe, mit der Frl. Möser unterrichtet, und das Helle, luftige Local, so ist man berechtigt, die Schule jeder Mutter für ihre Tochter auf'S wärmste zu empfehlen. B. Schiff-nachrichten Bremen, 17. December. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Eider, Capttän H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Decbr. von Bremen und am 9. Decbr. von Southampton abgegangen war, ist heute 19 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Verkehr. Grünberg, 17. December. lFruchtpretse.) Weizen 17.00, Korn X 13.50, Gerste X 13.80, Hafer X 11.50, Erbsen X 14.20, Linsen X 24.30, Lein X 00.00 Samen X 21.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 11.10. lentlid; die eitung dez it Lahn hmitlag seitens r hat i ver- zdas Wunsch Hauspiele , diesem esigen Abonne- r Univ.- fam geil ihrem hen unb 16 man -4 auf ir mit nb bet babei >ie Ab- ile mit it ( « iMar- Direl- eni ein grellen Ober- täfibent . We riheooll festrede chjgung Antlitz irenden Watt if «f sprech- «von Felsen, kl" erstes lreich eh, oelche mit durch den trug bet nte Daten > das Ziel ie für die Wiete ihre 1883 Jlitb bt§ tnftäbt nlt dem e Weck: im Be- Sterbe- irbigenb § Ehren- getühtl ichitung, etzhaften rasch die auch den Hütte zu ib Der । ctaa ilnurft [fluten an der rischen fitere» e)UlN bracht- hatte- finder 9386 PH. Schlatter. billigst bei Büffel- und Schildkrot-Kämme, sowie das Neueste in Aufsteck'Kämmen empfiehlt zu billigen Preisen 90ß4 Jj. Abend, Kammmacher, Weidengasse 16. bezogen werben. Bad-Nauheim, am 15. December 1887. 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Die Anlieferung nachverzeichneter Gegenstände, nämlich von: Lrinrnwaaren: 800 Trockentüchern, 800 Handtüchern, 100 Mannentüchern, 200 Teppichtüchern, Badeteppichen: 800 Stück bon Wollenfilz, Möbeln: 36 Rohrsessel, 4 gepolsterte Sessel, 48 Rohrstühle, 42 Tische, 40 Waschtische, 15 gepolsterte Chaiselongues, 8 Handtuchgestelle, 42 Kleiderhalter, 36 Stiefelknechte, 36 Besengestelle, 43 Spiegel, Gartenbäuken: 50 Stück, Vorlagen und Tischdecken: 57 Stück, Vorhängen und Rouleauxs: 50 Stück, Läufer und Matten: 5 Stück Cocosläufer, 42 Eocosmatten, Linoleumläufern: 44 Quadratmeter, Uhren und Thermometern: 38 Uhren, 12 Thermometer, Porzellan und Gla-: 48 Wasserflaschen, 48 Wassergläser, 48 Flaschenteller von lackirtem Blech, 48 Waschschüsseln mit Kannen, 48 Spucknapfe, 48 Nachttöpfe, , . Bürstenwaaren: 12 Bodenbesen, 12 Handbesen. 8 Schrubber, 12Lambne- bürften, 6 Möbelbürsten, 6 Nachttopfbürsten, 2 Spinnenköpfe, soll Donnerstag den 6. Januar 1888 auf dem Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. ..... m£tx.n Die Angebote sind schriftlich, verfiegelt und frei, sowie müder Aufschrift «Lieferung betreffend" versehen, unter unserer Adresse längstens bis Vor- mittags 10 Uhr genannten Tages auf unserem Bureau abzugeben. Die Er- öffnuna derselben geschieht in Gegenwart der erschienenen Submittenten. Die Bedingungen liegen von heute ab zur Einsicht offen undkönnenAbschriften derselben gegen Einsendung des Betrags von 50 H m Briefmarken Billigste Bezugsquelle vorzüglicher moderuerSchuhwaareu. Schuhhandlung S. Elsoffer, Marktstrasse 27 offerirt Kiuder.AUzpantoffel von 50 $ an, Damdu-Kilzpantoffel von 70 $ an, Herren-Httzpantoffel von 80 H an, Kinder-Schnürschuhe von 50 $ an, Hackenftiefel von 3 X an, Knabenstulpstiefel von X 4.50 an, Damenzugstiefel von X 4.60 an. Lederne Damen Pantoffel, Plüsch- Pantoffel, genagelte Tuchschuhe in großer Auswahl zu den erdenklich billigsten Preisen. 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Für die Einlagen bis zum Betrag von 2000 X. bleibt sonach, wie bisher, der Zinsfuß von 4% bestehen. Nidda, den 16. December 1887. Der Director der Sparkasse. Storck. 9387 Fst. Batavia-Arac, 9392 und moussirende Weine. Madeira, Malaga, Tokayer, Tarragona, Prioralo. „ Bordeaux« Punscheffenz, „ Ananas-Punfchessenz, „ Jamaica-Rum, echt französ. Cognac Weißwein pr. Flasche 0,60, 0,70, 0,80, 1,00, 1,20, 1,40 und 1,50 X Rothwein pr. Flasche 1,00, 1,20, 1,50, 2,00 X Wilh. Schomber 5 Neuen Bauen 5 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in reingehaltenen Weinen: Für bevorstehende WeihnachtS.Saison habe eine« großen Theil meines Lagers zum 8483 Ausverkauf == zurückgesetzt und mache ganz besonders auf große Posten fertiger Wäsche, Tifchzeuge, Handtücher, Taschentücher und Kleiderstoffe zu auffallend billigen Preisen aufmerksam. X M. Kann, Wäsche- u. Ausststtungsgkschgfl, X Marktstraße. Gasmotoren-Fabrik Deutz in Deutz. Höchst pr&miirt auf allen Ausstellungen. 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Weihnachtserzählungv.Ludwig Soyaux. — Eulen und Krebse. Fortsetzung Roman von August Niemann. — Potsdamer Waisenknaben auf der Weihnachtsreise. Mit einer Illustration. Am Familientisch. Zu den Bildern: Am Christabend in Nürnberg von C. Daumerlang, Weihnachtsmarkt i.Weimar von W. Zimmer, und Ein geplagtes Christkind von M- Flashar. — Biographisches vom Werhnachtsbüchertisch. Bon Robert Koenig. — Lyrisches. Bon Frieda Schanz. — In unserer Spielecke. Erste und vierte Beilage: Aus der Rett — für die Zett. Zweite u. dritte Beilage: Frauen-Daheim. AlteS Sinn kauft zum höchsten Preis nnziA 2 Zufall, Zinngießer, 9390 Seltersweg 30. Zu miethen gesucht 9224 ein Fabriklokal, allein aelegen (darf außerhalb der Stadt sein), 3—5 Räume enthaltend. Offerten mit näheren Angaben erbittet H. 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Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns I betroffenen schweren Verluste, für die zahlreiche Betheiligung bei der ■ Beerdigung und für die trostreichen Worte des Herrn Caplan Fechner ■ am Grabe unserer unvergeßlichen Tochter und Schwester Bertha Muth sowie für die überaus reiche Blumenspende sagen wir Allen innigster^ M Dank. 9377 ■ Die trauernden Citerrr und Geschwister. Coursbericht der Frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3% 17. December 1887. Frankf. Bank-Disconto 3°/e 4% Preußische Consols 106.70 3 V»°/o do. 100.20 4% Nassauer Oblig. 102.40 4% Bayerische Oblig. 105.40 4% Badische Oblig. 104.60 4% Hessische Oblig. 105.00 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 101.00, neue 102.20 3V,°/o do. 97.30 4V,°/o Frankf. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 102.60 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.00 31/2% do. 97.30 5% Buderus Oblig. 103.90 3Vi°/o Solms-Braunf. Oblig. — 4°/o Gießener Oblig. 103.90 4% Oesterr. Goldrente 87.40 4*/5% Oesterr. Silberrente 63.90 5% Portugiesen Oblig. 94 90 Darmst. Bank-Actten 136.20 Geldforten. 20 FrancS-Stücke 16.08-16.11 do. in Yi 16.06-16.09 Engl. Souvereigns 20228—20.32 Dollars in Gold 4.16—120 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 19. December 1887. Oesterr. Creditactten Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4% Russen Oblig. 4% unif. Egypter Oblig. 431.00 355.00 77V, 74.00 Disconto-Com.-Antheile Laura-Actien 4% Ungar. Goldrente 5% Gemischte Ruffen * 1877«. ’ 90-/. 76-/. 917. Tendenz: beruhigter. ___WMBxn K vch-ydl» — Dmck ®tb vertag de» vdähl'schm Eeerfort (fr. Gha PieMch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 3 Blätter.