Nr. AS. Erstes Blatt Sonntag den 20. Februar 1887 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - «ch»lstr°ß° 7. W«dnt »«Hfl mit «uSnuhme M «on.ags. XM~ Amtlicher Hßeif. Gießen, am 17. Februar 1887. Betreffend: Die von der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesausnahme im Jahr 1887 prajeetirten VerwessungSarbeiten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des KreiseS. Nachstehende Abschrift einer von Großh. Ministerium in rubricirter Angelegenheit erlassenen offenen Ordre theilen wir Ihnen zur 'Nachachtung mit. Dr. Bookman u. Grobherzoglich Hessisches Ministerium der Finanzen. dieser Unternehmung beitragen werden. Darmstadt, den 7. Februar 1887. Großherzoglich Hessisches Ministerium des Innern und der Justiz. Die von der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme projectirten Vermessungen und Ausnahmen werden in diesem Jahre sich auch auf das Gebiet des Großherzogthnms erstrecken. Die bei den trigonometrischen Feldarbeiten fungirenden Dirigenten, Offiziere, Tngonometer und Hulsstrigonometer werden unter dem Befehle de« Chef« der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesausnahme, Oberst ö la suite des Generalstabs Herrn Schreiber stehen. Die Arbeiten werden etwa Mitte April l. I. ihren Anfang nehmen. L t v : r. Da zur Aussührung dieses gemeinnützigen und wiflenschaftlichen Unternehmens die Mitwirkung der Grundeigenthumer und Eingeießenen, der Geistlichen, der Verwaltungsbehörden, namentlich auch der Forstbeamten, in den betreffenden GebietStheilen erforderlich ist, so werden die genannten Behörden und Per önen hierdurch aufgesordert, zur Förderung der erwähnten Arbeiten auch ihrerseits kräftig und eifrig mitzuwirken. Die dem Herrn Oberst Schreibers sowie dem ihm unterstellten Personal, zu gewährenden HülfSleittunren bestehen vorzüglich in Folgendem: 1 . Bei Besichtigung der Gegenden sind auf Verlangen Führer, welche dieselben genau kennen und sonst wohl unterrichtet sind, gegen ortsübliche Zahlung M^teQuartierroed),eln oder sonstigen dienstlichen Veranlaffungen haben die Grobherzoglichen Bürgermeistereien dem Herrn Oberst Schreiber, sowie de» ihm untergebenen Personal, auf Verlangen Miethsfuhrwerke gegen eine billige, die ortsüblichen Preise nicht überschreitende Vergütung, die |ofort baar bezahlt werden wird, zu beschaffen und Überhaupt für ihr schnelles und sicheres Fortkommen zu sorgen. 3 Die Beamten besonders Forst- und Baubeamte, sowie die Bürgermeistereien, welche sich im Besitze von Karten und Aufnahmen lolcher Gegenden befinden, die das zu vermeßende, resp zu recognoSc.rende Terrain in sich faßt, werden hierdurch angewiesen, dieselben dem Herrn Oberst Schreiber, sowie den ihm unterstellten Dirigenten, Osfizieren, Tsiigonometern und Hülfstrigonometern auf Erfordern zur Einsicht und allenfalls nöthigen Goptrung mit jubelten, auch den kommandirten Trigonometern die erforderlichen Notizen zur Anfertigung genauer statistischer Bemerkungen jo ausführlich als möglich zu geben. 4 Gegen Vorzeigung dieser offenen Ordre sind sowohl der Herr Oberst Schreiber, als auch die Dirigenten, Offiziere, Trigonometer und Hülf»- rrigo-ometer überall, wo sie es verlangen werden, für sich und ihre Diener resp. Burschen, die rationsberechtigten Offiziere auch noch für ihre Pferde, mit geeignetem Quartier und entsprechender Verpflegung zu versehen. Für diese Leistungen hat von den Betreffenden unmittelbar eine angemessene. Bezahlung zu erfolgen. Die Fourage für die Pferde der rationsberechtigten Ofsisiere ist gegen bie vorschriftsmäßige Quitt uv g h erzugeb en. Ueberhaupt wird erwartet, daß dem Herrn Oberst Schreiber und dem gejammten ihm unterteilten Personale alle anderen Hulteleistungen, deren sie zur Beförderung und Erleichterung ihres Auftrages bedürfen werden, gewährt werden und es wird insbesondere zu den Grundbesitzern, Geistlichtti und allen Einwohnern überhaupt das Vertrauen gehegt, daß sie mit Bereitwilligkeit bereit Wünschen entiprechen und dadurch zur Erleichterung des nützlichen Zweck- Offene Ordre für den Chef der trigonometrischen Abtheilung der Königl- Preußischen Landes-Ausnahme Herrn Schreiber, Oberst A la suite des Generalstabes der Armee, sowie °te demselben untergebenen Dirigenten, Ojfic ere, Tr'gonometer und HülfStrigonometer an die Großh. Bürgermeistereien, die Grundbesitzer, Geistlichen rc. und die bei der LandeSverwaltung angesteüten Großh. Beamten. Daß der von mir mit der Aussührung Feldarbeiten beauftragt und ihm zu dem Zwecke obige offene Ordre übergeben ist, bescheinigt. den ten 1887. Der Ches der Abtheilung der Landes-Aufnahme. ___Oberst.______________ --------G,fu„d,n - t Paar Schlittschuhe, 1 ÄeT^fTw ^teie?, ! Haarpf-'l, > Schlitten, 1 P-rlenkrause, 1 Kaputze, 1 Hundehalsband, 2 Taschenmesser (letztere aus dem Postamt liegen geblieben). fI, e - r. . . Gießen, am 19. Februar 1887. Großh-rzogliche« Pofiz-mmt Gießen. ° Fresenrus. Aeulschland. Berlin, 17. Februar. Blättermeldungen zusolge soll am Geburtstage des Kaisers die Taufe des jüngsten Urenkels des Kaisers, sowie die Verkündigung der Verlobung des Prinzen Heinrich von Preußen mit der Prinzessin Irene von Hessen stattsinden. Italien. Rom, 17. Februar. Ueber den Untergang der italienischen Abtheilung, welche am 26 Januar zwischen Monkullo und Saati von den Abysstniern ausgerieben wurde, hegen beute weitere Meldungen des Befehlshabers in Massauah, General Genö, sowie der in Saati und Morkullo commandirenden O ficiere vor. Aus dem Bericht des Generals geht zunächst hervor, "aß, nachdem der befestigte Posten Saati am 25. Januar von Ras Alula erfolglos angegriffen wordtn, der hier befehligende Major Baretti fein schon während des Krwpus nach Monkullo gerichtete« Ansuchen um N ichschud an Munition, Lebensmitteln und Verstäikung erneuette. General G.nö fanote in Folge besten einen Dnin«oort Lebmimütel und Munition, begleitet - von drei Compagnieen ber in Monkullo stehenden Besatzung, zwei kleinern Abth ilungen eben eingetrofferer Eriatzmonm schäften und einer Milrailleuse unter dem Dberftlicutenant be Cristosort« nach . Saati ab. Wegen dec Schwierigkeit, bie nöthigen Kameele soiort berbeizu- schaffen, marschirte diese Kolonne eist am 26. Ion-, früh um 5 Uhr 20 -Dlin. von Monkullo ab. Zwischen 10 Uhr 45 Min. und 11 Uhr am selben Morgen erhielt der in Monkullo commanOirenbe Diftcur zwei MUaungen von Eiistofori«. Zn der ersten 8 Uhr 30 Min. Datirten erklärte ber Dberfilleutenant, er sei bei dem Dorfe Dogali auf starke feindliche Adtheilungen gestoßen das Feuer haoe begonnen unh bie Milrailleuse versage den Dienst. Die zweite Meiounq, am selben Otte eine Stunde später geschrieben, besagte, daß er ohne Verstärkung von Mannschast und Artillerie außer Stande sei, sich vom Fleck zu rühren. Er ersuche besonders um eine Milrailleuse. Es standen in Monkullo nur mehr zwei Sompaanieen, und General G.nö wie« den Hauptmann Tontari an, sich sofort mit einer dieser Sompagnieen auf den Weg zu machen, während er gleich' zeitig die Im Lager bei Gherar verfügbaren Truvpen schleuni.,'geboren bfnV^S"“" ^flmmet tinc H-l-»-Therese Den 17. Februar. geboren den 27. Januar. I 6 I > I \ U 1 I l| h il Handel nnb Werkehe. ©iefeew, 19. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund w 0.80-0.85, Hühnereier per St. 5—7 H, Enteneier St. 7—0^, Käle vr. St. 4—8 L'äsematte 2—3 Erbsen pr. Liter 17 Linsen 30 Tauben per Paar 80 bis 1 10 A Hühner per Stück Jt 0.85—1.20, Hahnen pr. Stück JL 0.70—1.50, Enten Stück JL 1.40—2.00, Gänse per Pfund 00—00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis -4 A Kuh- und Rindfleisch 54-56 Schweinefleisch 56—6" Hammelfleisch 50 bis Ati ,X Kalbfleisch 44—50 Kartoffeln per 100 Kilo «X 4 50—0.00, Milch per Liter 1-5—18 H, Zwiebeln per Centner 6.00—7.0 \ (T\nA nunmehr 19 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen unttver- troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und bsautachtet), welch, statt Oel od. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, v-rkaust zu 40 $ u.