t L i 5 K li. IP 7 I Ü 31. Ü *1 p es' r- tlr Ü d? iki i tu A 3 p Samstag den 19. Februar 1887 Nr. 12. Erscheint täglich mit 9tu§nnhme des Montags. virrea« r Schulstraße 7. Zorilla, derFührer der radikalen republikanischen Partei Spaniens, spinnt von Paris aus wieder einmal seine Verschwörungs-Fäden über die Pyrenäen hinüber. Zorilla empfing dieser Tage die Deputation einer kürzlich in Madrid stattgesundenen republikanischen Versammlung, auch gehen ihm von Seilen seiner Anhänger fortgesetzt zahlreiche Zustimmungs-Erklärungen und Ergebenheits-Adreffen zu und soll er dritten Personen gegenüber ganz offen erklärt haben, daß eine republikanische Vereinbarung von größter Tragweite im Werke sei- Eigenthümlich ist, daß die sranzöstsche Regierung den alten Unruhstifter trotz wiederholter dringender Vorstellungen de» spanischen Botschafter» gänzlich ungeschoren läßt und scheint Herr FlourenS. der Minister des Auswärtigen, seltsame Anschauungen über die gewöhnlichsten internationalen Verpflichtungen zu hegen. Die gemeldeten Grenzdisserenzen zwischen dem portugiesischen Gouverneur von Mozambique uno dem Sultan von Zanzibar müffen, wenn man den portugiesischen Berichten trauen darf, dem Sultan Bargasch den Said zur Last gelegt werden. Derselbe soll sich geweigert haben, mit dem Gouverneur über den Besitz der von Portugal beanspruchten Tungi-Bai und über die Grenze am Cap Delgado zu unterhandeln, so daß Portugal schließlich seine diplomatischen Beziehungen zu Zanzibar abbrach und seine dortigen Untertanen unter den Schutz des deutschen Consuls stellte. Wahrscheinlich wird der zanzi- barische Herrscher auch Portugal gegenüber nackgeben müffen, namentlich da letztere- mehrere Kriegsschiffe nach der streitigen Tungi-Bai entsandt hat. Die Reconstruction des italienischen CabinetS muß ein schwierigst Stück Arbeit sein. Obwohl Herr Depretir diese Aufgabe bereits am Sonntag übernommen, wußte der römische Telegraph bi- zum Mittwoch noch nichts Authentisches über die neue Ministerliste zu melden und nur unbestimmte Zeitungsgerüchte find hierüber zu verzeichnen. So meint die „Italia", Depretis, Robilant und Magliani, der seitherige Finanzminister, würden die Stützen des neuen CabinetS bilden und die „Tribuna" weiß zu melden, daß entweder General Cialdini und General Bertole - Viale das Kriegsministerium übernehmen würde. Es scheint sogar noch nicht ganz fest zu stehen, ob Graf Robilant wirklich im Amte verbleiben will, denn der „Popolo Romano" spricht einstw-il^ur die Hoffnung aus, daß es den Freunden des Grafen Robilant gelingen werde, denselben zum Bleiben zu bewegen. Politische Ueberficht. Gießen, 18 Februar. Von osficiöser Seite wird die Nachricht, daß eine kaiserliche Proklamation an die Reichstagswähler nicht erfolgen werde, nunmehr be- Migt. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt in dieser Beziehung mit, daß der Kaiser seine Wünsche hinsichtlich des Septennats und der Wahlen bereits beim Empfange der Adreß. Deputation des Herrenhauses klargelegt habe. Von dem Monarchen sei die» so deutlich mit dem Hinzusügen ausgesprochen worden, er möchte diese seim Meinung überall verbreitet werden, daß auch in einer Proklamation an die Wähler über die Stellung des Kaisers in biejer Sache neues Licht nicht verbreitet werden könnte. Vom Bundesrathe ist, wie über Offenbach, so auch über Stettin enb Umgegenb bie Verhängung bes Kleinen Belagerungszustandes beschlossen worben, wie bies gleich nach dem Bekanntwerben von dem blutigen Stettiner Socialisten-Exceffe allgemein erwartet wurde. Von bieser Maßregel find außer der Stadt Stettin selbst noch bie Städte Grabow a. O. und Altdamm, sowie noch die Amtsbezirke Bredow, Scheune und Finkenwalde betroffen worden. Das preußische Herrenbaus hat sich am Dienstag nach zweitägigem Zusammensein abermals auf unbestimmte Zeit vertagt. Am Montag wurde Die Kreis- und Provinzial-Ordnung für die Rheinprovinz unverändert ange- mommen und am Dienstag genehmigte das Haus ebenfalls unverändert den Entwurf über die Feststellung der Leistungen für Volksschulen. Vorausgegangeu war diesem Beschlüsse eine ziemlich lebhafte Debatte, an der sich u. A. auch der snitanweser-de Ministerpräsident Fürst Bismarck betheiligte, welche sich zumeist auf verschiedene, vom Herrenhaus - Mitglied v. Kleist-Retzow beantragte prinzi- rpielle Abänderungen zu § 1 bezogen; die bezüglichen Abänderungs-Anträge wurden aber schließlich von Herrn v. Kleist-Retzow zurückgezogen. Ein Antrag *her Commission, den Entwurf vorläufig nur für die Provinzen mit Krei-ord- mung Gesetzeskraft erlangen zu lassen, wurde einstimmig abgelehnt. Zu Anfang Ler Sitzung constituirle sich die kirchenpolitische Commission des Herrenhauses mit dem Grasen zur Lippe al» Vorsitzenden und dem Grafen Brühl al» dessen Stellvertreter. w r Den Parlamenten in Wien wie in Pefth sind nunmehr die ange- Lündigten außerordentlichen Credit - Vorlagen nebst den Motiven Jugegangen. Die letzteren enthalten nichts Neues und wird in ihnen versichert, Laß Oesterreich-Ungarn mit feinen Interessen auf da» Gebiet friedlicher Entwickelung verwiesen sei, daß e» aber mit seinen militärischen Vorsichtsmaßregeln tzegenüber den andern europäischen Staaten nicht zurückbleiben könne. Der dem -österreichischen Abgeordnetenhause vorgelegte Entwurf verlangt 12 Mill. Gulden Zur Beschaffung von AuSrüstungS-Gegenständen für Landwehr und Landsturm iin Cisleichanien. Die dem ungarischen Unterhause unterbreitete Credit-Vorlage fordert die Summe von 7,460,000 Fl. zur Beschaffung von Reserve-KriegSvor- räthen für bie Honved-Armee (ungarische Landwehr) und für bie Ausrüstung ÄeS ersten Landsturm-Aufgebotes Welcher Stimmung die Credit-Vorlage im ungarischen Abgeordnetenhause begegnet, beweist die einstimmige Annahme der Forderung durch den Wehrausschuß noch am Tage ihrer Einbringung und im Plenum stlbst wird die Forderung ebenfalls einstimmig und debattelo» genehmigt werden; selbst die äußerste Linke roiü dasür votiren. Die eigentliche Berathung Iber Credit-Vorlage nebst dem regierungsseitig angekündigten anderweitigen, noch nicht fixirten Credit wird jedoch durch die am 1. März zufammentretenden Delegationen erfolgen. . _ Die Demission des ungarischen Finanzminister» Grafen Szapary ist zum Anlaß einer theilweisen Umbildung im Cabinet Tirza geworden. Interimistisch hat Ministerpräsident Tisza die Leitung des Finanzministeriums und der Arbeitaminister Baron Orczy diejenige de» Ministeriums des Innern, welches D«za bislang mitverwaltete, übernommen. An Orczy» Stelle wurde der Directions-Präfident Lukacs zum Minister für öffentliche Arbeiten ernannt. Allgemein wirb angenommen, daß Ti»za da» Portefeuille des Finanzminister» definitiv behalten werde, da fich in der That sonst keine geeignete Persönlichkeit für dieses wichtige Ressort zu finden scheint. Der ehemalige österreichische Handelsminister Baron Pino ist zum Landesprästdenten der Bukowina ernannt worden. Baron Pino mußte bekanntlich wegen feiner engen Verbindung mit höchst zweiselhaften Persönlichkeiten und seiner höchst eigenthümlichen Stellung in Sachen der böhmischen Nordbahn demisstoniren. Daß eine derartig compromittirte Persönlichkeit trotzdem wieder zu einer so hohen amtlichen Stellung gelangt, beweist wieder einmal, wa» in Oesterreich Alle» möglich ist. Im englischen Unterhause scheint man die Adreßberathung al» eine Art parlamentarischen Sport» zu betreiben. Volle drei Wochen dauern nun schon diese Erörterungen über alle möglichen Fragen der inneren und äußeren englischen Politik, ohne daß sich noch ein Ende dieser allmälig lang- wellig werdenden Auseinandersetzungen absehen ließe. Die zahlreichen zur Adresse gestellten Amendements begünstigen diese Verschleppung nur zu sehr und ro u naher der Abg. Salt einen Antrag über die Beschränkung der Amendements einbrmgen. . , , Aus Capstadt In London eingegangenen Nachrichten zufolge glaubt man in Capstadt nicht an da» Gerücht von der Nteberrnetzclimg Dr. Holub «und seiner Expedition durch bie Eingeborenen. Vielmehr will man daselbst sichere Beweise besitzen, baß der genannte österreichische Reisende sich nebst seinen reuten vollkommen wohl befindet. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post betooen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondsnr -Brerean. Berlin, 17. Februar. Se. Maj. der Kaiser empfing Vormittags Perponcher, Oberst Brauchitsch und General Albedyll. Nachmittags 4 Uhr erscheint der Staats- secretär Graf Bismarck zum Vortrag. Die Heiserkeit des Kaisers hat sich bedeutend gebessert^ „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen die freisinnige Presse, welche behauptet, daß Europa in tiefstem Frieden lebe, und hebt dem gegenüber hervor, daß gerade die OvpositioMparteien die Kriegsgefahr heraufbeschworen haben. Dieselbe werde nur verschwinden, wenn Frankreich sieht, daß das deutsche Volk sich nicht durch vaterlandslose Politiker leiten läßt, das heißt, wenn eine Majorität in den Reichstag gelangt, die entschlossen ist, das Reich gegen den Feind zu schützen. Etratzdurg t. E., 16. Februar. Außer den hier, m Mulhausen und Maas- münster in den letzten Tagen stattgehabten Haussuchungen wurden solche auch in Markirch, Barr, Gebweiler und Hagenau vorgenommen; in Markirch wurde Bezirksrath Bloch, in Hagenau wurde Gemeinderath Freund mit Sohn verhaftet. Laibach/ 17. Februar. Gegen Mitternacht brach in dem landschaftlichen Theater Feuer aus, durch welches das Gebäude bis auf die Mauern zerstört wurde. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. London, 17. Februar. Dem „Reuter'schen Bureau" wird aus Konstantinopel vom 15. ds. Mts. gemeldet: In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, Radowitz hätte den bulgarischen Deputirten eröffnet, daß im Falle der Resultatlosigkeit der Verhandlungen Rußland Bulgarien unter Zustimmung Deutschlands und Oefterrerchs besetzen würde. Gestern circultrte auch ein Gerücht von der wahrscheinlichen Besetzung Bulgariens durch Rußland, allein man wußte nicht, ob Rußland wirklich diese Absicht habe oder das Gerücht blos zu dem Zwecke verbreitet worden sei, um die bulgarische Regierung einzuschüchtern und sie zu veranlassen, das ganze Programm Zankow s auzunehmem ^brusr. „Fanfulla" erwähnt unter Vorbehalt das in der Kammer verbreitete Gerücht, Grimaldi werde Arbeitsminister, Luzzati Handelsminister, Bertole- Viale Kriegsminister, Auriti Justizminister. _ Bukarest, 17. Februar. Die Kammer nahm mit 99 gegen 11 Stimmen den von 80 Deputirten unterzeichneten Dringltchkeitsantrag an, welcher angesichts der militärischen Vorbereitungen Europas und der Nachbarstaaten 30 Millionen zur Bervoll- ständigung der Rüstungen und zur Vertheidigung der 9icutrahtat zur Verfügung stellt. Bratiano erklärte, die Regierung wünsche, daß Rumänien nicht abermals ein Kriegs- seld 1? $e6ruar. (Meldung des Reuter'schen Bureaus".) Bezüglich der in London verbreiteten Gerüchte, England beabsichtige die Subvention von 250,0M Pfd. zu militärischen Ausgaben Egyptens nicht mehr zu gewähren, wird aus guter Quelle versichert, daß hierüber noch nichts entschieden sei, doch thue Ugland sein Möglichstes, um in dem egyptischen Ausgabebudget Ersparnisse bis zu 250,000 Pfund zu bewirken. ^tlte dem französischen Vertreter d'Aunay mit, daß die Vorschläge Drummond Wolss's weder eine Bestimmung über eine unmittelbar beooNteyenoe Räumung, noch überhaupt die Feststellung eines Termins für dieselbe enthalten. Kapstadt, 17. Februar. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus vom 17. crj Ein hier eingelaufenes Telegramm meldet, der Afrikaforscher Holubs dem Zustande in Shoshong (Bechuanaland) angekommen. Sein Lager zwstch n Bangweolo-See und dem Bambesi-Fluß wurde wahrend seiner Abwesenheit geborenen angegriffen und Zoldner daselbst ermordet. Die neuesten Volkszählungen in Deutschland und Frankreich. Bet den Erörterungen über Krieg und Frieden zwischen Deutschland und Frankreich hat bisher das bedeutende Wachsthum der deutschen Bevölkerung wib die geringe Zunahme der französischen Bevölkerung seit der Begründung des Deutschen Reichs nur- geringe Beachtung gefunden, obwohl darin auch ein Grund liegt, welcher mehr für die Erhaltung des Friedens sprechen dürfte, da die Volkskraft des geeinigten Deutschen Reichs seit 1871 weit mächtiger als diejenige Frankreichs geworden ist. Das Deutsche Reich hatte bei der Zählung von 1871: 41,058,792 Einwohner, 1875: 42,727,360, 1880: 45,234,061 und 1885: 46,855,692 Einwohner. Dagegen zählte Frankreich 1872 nur 36,102,921 Einwohner, 1876: 36,905,788, 1881: 37,672,048 und 1886: 38,218,903 Einwohner. Die endgilttgen Ergebnisse der neuesten deutschen Volkszählung zeigen allerdings, daß die durchschnittliche jährliche Zunahme von 1880/85 nur 0,72 pEt. betrug, während sie in dem Zeiträume von 1875/80 die Höhe von 1,17 pEt. erreichte; aber Frankreichs Zunahme von 1881/86 (546,855 Einwohner) betrug durchschnittlich für das Jahr nur 0,31 pEt., während im Zeiträume von 1876/81 Frankreich eine Zunahme von 766,260 oder jährlich 0,41 pCt. zeigte. Das geringe Wachsthum der französischen Bevölkerung erregt den Franzosen selbst kein geringes Bedenken, wenn sie es mit dem gewaltigen Anwachsen der deutschen Bevölkerung vergleichen. In Frankreich ist von 1881/86 die Bevölkerungsziffer nur in 55 Departements gestiegen, in 32 Departements gefallen. In Deutschland sind in dem Zeiträume von 1880/85 von 26 deutschen Staaten nur 3 in der Volkszahl zurückgegangen, nämlich Mecklenburg-Schwerin von 577,055 auf 575,152, Mecklenburg-Strelitz von 100,269 auf 98,371 und Elsaß-Lothringen von 1,566,670 auf 1,564,355 Einwohner. Das ganze Deutsche Reich hat zugenommen von 1880/85 um 1,621,631 (Frankreich von 1881/86 nur um 546,855 Einwohner), Preußen um 1,039,347, Bayern um 135,421, Sachsen um 209,198, Württemberg um 24,067, Baden um 31,001 Einwohner. Auffallend ist die geringe durchschnittliche jährliche Zunahme der süddeutschen Staaten. Württemberg nur 0,24 pEt., Baden 0,39, Bayern 0,51, dagegen Preußen 0,76 und Sachsen 1,41 pEt. Sachsen hat wiederum, obwohl es bereits der am dichtesten bevölkerte deutsche Staat ist, verhältnißmäßig die erheblichste Zunahme. Die Entwickelung der deutschen ReichshaupMadt zeigt im Vergleich mit Paris seit 1871 ebenfalls eine große Verschiedenheit. Berlin zählte bei der Begründung des Reichs erst 828,348, dagegen 1875 schon 969.050, 1880: 1,122,330 und 1885: 1,315,287 Einwohner. Berlin ist also in der Zeit von 1875/80 um 163,280 und 1880/85 um 192,957 Einwohner gewachsen. Dagegen hatte Paris im Jahre 1872: 1.851,792, 1876: 1,988,806, 1880: 2,269,023 und 1886: 2,344,550 Einwohner. Paris ist also 1876/81 um 280,217, dagegen in der Zeit von 1881/86 nur um 75,527 Einwohner gewachsen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß zwischen den Zählungen von 1876 und 1881 in Frankreich volle fünf Jahre und zwischen denen von 1881 und 1886 nur 4 Jahre und etwas über 5 Monate liegen. 8 v k a I e Gießen, 18. Februar. Wie aus der Bekanntmachung vom 7. l. Mts. zu entnehmen war, ist der Kunstoerein für das Großherzogthum Hessen nunmehr definitiv -gegründet und glauben wir an dieser Stelle nochmals auf dessen Bestrebungen Hinweisen zu sollen. Der Kunstoerein hat den Zweck, die bildende Kunst zu fördern und den Sinn vnd die Theilnahme für dieselbe zu wecken, zu verbreiten und zu erhalten. Zur Erreichung dieses Zweckes sind die nach Deckung der Verwaltungskosten verbleibenden Einnahmen zu verwenden: 1. zu Vs zum Ankauf von Kunstwerken, welche sich zum Privatbesitz eignen und unter die Mitglieder oerloost werden; 2. zu Vs zum Ankauf von Nachbildungen von Kunstwerken in Kupfer- oder Stahlstich oder ähnlichen Verfahren behufs Vertheilung an diejenigen Mitglieder, welche solche Nachbildungen zu erhalten wünschen; 3. zu Vs zur Beschaffung und Widmung von Kunstwerken zu öffentlicher Bestimmung. Außerdem sollen in Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen, 'rllsdaselbst mindestens 100 Mitglieder des Vereins ihren Wohnsitz haben, alljährlich M-.steklungen veeanllallet werden, zu welchen die Vereinsmitglieder freien Zutritt haben. Es können wenn in einem oder dem anderen Orte der Verein eigene Ausstellungsräume besitzen oder erwerben sollte, daselbst ständige Ausstellungen eingerichtet werden. In Gießen stehen uns dermalen durch die Güte des Herrn Geheimerath v. Ritgen, in dessen Kunstinstitut geeignete Räume für kleinere Ausstellungen zur Verfügung und es ist gegründete Aussicht vorhanden, daß wir infolge dessen eine permanente Kunstausstellung erhalten werden, vorausgesetzt allerdings, daß die Zahl von 100 Mitgliedern für Gießen und Umgegend erreicht werden wird. Bis jetzt haben etwa 80 Personen ihren Eintritt in den Verein erklärt, es ist aber wohl zu erwarten daß noch mindestens 20 weitere Mitglieder beitreten werden, damit wir das Hauvt- anregungsmittel zur Kunst, eine permanente Ausstellung erhalten. Der Jahresbeitrag zu dem Vereine beträgt 10 „ Die Geschäftsführung für die hiesiae Stadt liegt in den Händen eines Aus- schusies, tn welchen am 11. l. M. folgende Herren gewählt wurden: Bürgermeister Bramm. Umoersttats-Amtmann Dr. Dietz. Kanzler Professor Dr Garcis Bankier A. Heichelheim. Vergolder Leib, Landgerichlsrath Küchler, Geheimerath v. Rrtgen. ' zunchin?n^E"'e Herren sind bereit, jederzeit weitere Anmeldungen entgegen; Unfoerfität». Chronik. — Der Professor der Zoologie, vr. Ludwig, hat einen an die Universität Bonn erhalten. sehr ehrenvollen Ruf Bermifchte». Aa9D2T!atn\’1 171,5£rT-,. d-m kommenden Juli wird die Lubwigsbahu "r neues Verwal ungsgebaude beziehen. Das nach den Plänen des Architect n Verbell« anSgefubrte Gebäude ist eines der großartigsten und herrlichsten Bauwerke in Mainz und bildet gewissermaßen die Krone der vielen neuen Prachtbauten die Main >n seiner Neustadt errichtet hat Zu 800 000 JL veranschlagt kostet das in ro hem dr-i herrlichen Faxaden au,geführte Gebäude nach seiner Vollendung trotzdem bei den Arbeiten bedeutende Abgebote erfolgt sind, nahezu 1,100 000 Die wnete nnrb alä eine musterhafte bezeichnet. Das alte neben dem siüheren Bahnho, gelegene Perwaltungsgebaude wird wahrscheinlich in den Besitz der Mtlitär verwaltung übergehen, welche beabsichtigt, ihre gejammten Verwaltungsbureaus darin nnterzubnngen. ö u uulul - Wenngleich mit Rücksicht auf das nächstjährige Jubiläum in diesem Jahre SarneDaläumjug stattNndet. so geht es nach den neueren Disposi ionen des „Narrh-lla-lsom. äs" in dem lieben Mainz doch nicht ganz ohne Carnevalsbelusstgungen £U w ftn^tagcn ab. Neben den Veranstaltungen der kleineren Vereine und der Aufführung eines heiteren Schwankes im Theater für die Narrhallefen wird am Garneoalssonntag von 4 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr Abends in der Stadtball " ein earnevalistifches Monstreeoncert stattfinden, dem am Montag in demsUben Lokal em grotier allgemeiner Maskenball uub am Dienstag eine maskirte Kappensahrt durch ^StMhalle" Mgm mirb^ nochmals ein allgemeiner Maskenball in b* ". Bei 5 Grab Kälte brachte ber Main heute früh wieder ziemlich viel Eis Die wieder eingetretene Ratte hat es veranlaßt, daß schon feit Rrcitaa (eine fcLl Wffe der Koln-Düsfeldoner Gesellschaft mehr verkehren. Andere Dampfschiff S man vereinzelt auf dem Strom erscheinen. — Ein in Gießen studirender junger Mann von Bretzenbeim Weihnachten einen Koffer im Werthe von 120 M von dorten an seine ElKrn Der £id,t l«ngen Unterhandlungen verstand sich die ®abn= lo ^u be^ablei?“8' dazu, dem jungen Studenten eine Entschädigung von . io. Deutsche Landwirthschasts-Gesellschaft hat soeben eine erweiterte Preis. Mflt für die von derselben für den Monat Juni in Aussicht genommene nationale Lankwirthfchaftliches . rn 2" der am 12. Februar zu Gießen unter dem Vorsitze des Frei- k । Vordeck zur Rabenau stattgehabten Sitzung des Ausschusses in"hi^rn ß? i 1 ir l. •I I s fi o l e ß i i i eo Die Unlust mancher Kinder M Mustk ^lrbettSüberbürduug, nicht an I*Agl)dt oder Tal.ntlofigkeit. Suchen wtr der Jugend das schwere Studium dcrLontunsl leicht u.inleressantzumachen. Es Ijeifjt: ,vio!inschwitzei/. Die Musik mutz e>n lieber Spielkamerad werden, mit dem man sich gerne die Zeit das Hauptstrcben der musikalischen Jugendpost. Preis nebst vielen Musikstücken I Mark. Bestellungen nehmen alle Buch- u. Musikalienhandlungen, sowie sämtliche PostanstaUen und deren Briefträger entgegen. Berlaq von p J. Tanger,LStn jedenfalls können aber diese neuen Preise nicht blos für die Angehörige des Groß- l ärroathums reserotrt werden. — Die Beschickung der Frankfurter Ausstellung über- 1 läftt bcr Provinzialverein Oberhessen den Bezirks(KrciS-)Vcreincn, gibt denselben aber I tiaxu als Unterstützung diejenige Summe, welche in diesem Jahre für eine größere i S*hledcbau in der Provinz zur Verwendung gekommen wäre. Sämmtltche Bezirks- „.creme haben für diese Ausstellung namhafte Geldmittel zur Verfügung gestellt. In eiintaen Vereinen werden die Eisenbahntransporte und die Sraildgetder auf die Vereins- Imsfe übernommen und wird den Ausstellern noch eine Versicherung des Viehes gegen IRnfälle auf dem Transport und mährend der Ausstellung gewährt. Wegen dieser Versicherung liegt eine Zusage der Dlreclion des Pfälzischen Viehversicherungsverems im Speyer an den Bezirksocrein Gießen vor, wonach diese Versicherung gegen Zahlung enner Prämie von 4/s Proc. (80 für je 100 X Versicherungskapital übernommen luiö für den Fall eines Verlustes der Betrag von drei Vierthcilen des Werthes ver- cütet werden soll. Der Ausschuß des Provinztalvereins beschloß, noch günstigere Bedingungen zu erstreben und dafür auf den Beitritt aller Bezirksvereinc zu einer Weben Versicherung hinzuwirken. — Weiter will sich der Provinzialverein dafür verwenden, daß auch die Oberhessischen Elsenbahnen gleich den preußischen Bahnen freie Rückfracht für die in Frankfurt ausgestellten Thiere und Geräthschaften gewähren. Die übrigen Verhandlungen des Allsschusses betrafen Mitgliederaufnahmen, geschäftliche Mittheilungen und die Wahl der Vertreter zum Deutschen Landwirth- Ichattsratb.(D. Z ) Kirchliche Mrrzeigen der Gtudt Metze«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Estomihi, 20. Februar. Vormittags UVa Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. * Montag, den 21. Februar, Abends 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinder- ^ar^u§ Kap. 6, von Vers 30 an, Aus der Unruhe in die Ruhe; Speisung der Fünftausend, Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch den 23. Februar, Abends 6 Uhr, 1. Passionsandacht, Pfarrer Dr; N a u mann (gesungen wird zuerst aus dem Gesangbuch, dann aus dem Passions- gefangbüchlein). Am Sonntag, den 27. Februar, wird Beichte und heiliges Abendmahl rm Abendgottesdienst gehalten werden. Die Pfarrgeschäfle in der Woche vom 20. dis 26. Februar besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Sonntag Quingllagesima (Esto mihi). Von 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communis«. „ ValO Uhr: Hochamt und Predigt. w 2 Uhr: Sakramentaliscbe Andacht. Am Aschermittwoch ist um 7 Uhr Gottesdienst; nach demselben Äscherung. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 5 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abeild 610 Uhr. Allgemeiner Anzeiger. Eintrag in das Firmenregister Gr. Amtsgerichts Gießen am 12. Februar 1887. Salomon Michel von ©la» Lenbach betreibt jeit 1. Januar 1887 zu Gießen Pferdehandel unter Der Firma seines Namens. Seinem Sohne Meier Michel hat er Prokura ertheilt. Zur Beglaubigung: 1202 Neidhart, GerichtSschreiöer. Holz-Versteigerung. Mittwoch den 23. Februar, Vormittags 91/2 Uhr, holl im Grüninger Markwald folgendes Holz versteigert werden: 168 Festm. Eichen - Schnittholz bis 82 Cm. Durchmesser, 103 Festm Eichen-Schwellenholz, nach Länge geschnitten, 93 Festm. Eichen-Grubenholz, stärkere Sorte, 3 Festm. Buchen-Stämme, 8 „ Kiefern- „ 7 „ Derbstangen. Die Zusammenkunft findet bei Grüningen statt. 1205 Grüningen, den 17. Februar 1887. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. Aeikgeöotenes. Hyazinthen in Töpfen zum Treiben, weit vorgerückt, empfehle per St. 40 H, 10 St. 3 JL 5u 100 St. 30 1195 Christ. Pfeiffer, Schiffend. Weg. — Neuenweg. la. Schweineschmalz neue Schlachtung, empfiehlt 1159 ______H. F. Nassauer. Filzschuhe ß werden vorgerückter Jahreszeit halber zum Einkaufspreis abgegeben bei Robert Stuhl, Neustadt 23. Junge Doggen Kausen. 939 Neuenweg 81. 1178 Ein zugfestes ältere- Pferd |tt wrftef«- Nähere- »«rktplatz 17. Bieler 516 In Giessen Ernte 1886 H8!? KTE»1 von Robert ScbeSbler » ÜQK.K. London ä Jl. 2.50—5.25 per j/2 Kilo in bekannter Güte nur vorräthig bei sind bereit« 13 Exemplare mit 26 5 Pferdekraft in Betrieb. Gasmotoren-Fabrik Deutz in Deutz. Otto’s neuer Motor, durch Patente geschützt. 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