Nr. 2SS Erstes Blatt. Sonntag den 18. December 1887, Hicßener Anzeiger Amts- und Anzeigcblatt für dm Kreis Gießen. «ureaur Schulstratze 7. Erscheint »glich mit Ausnahme d-s Mo«tagS. WNMUANNiich2^?«°^ Amtlicher Hheil. Gefunden: 1 gold. Uhrschlüssel, 1 Paar Stauchen, 1 Handschuh, i Häkelnadel, 1 seidenes Halstuch, 1 Gummischuh, 1 Kinderhandschuh, 1 Armband, 1 Taschentuch, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, am 17. December 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutscher Reichstag: 13. Sitzung vom 16. December 1887. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Berathung des Abkommens mit Oesterreich wegen Verlängerung des Handelsvertrags. Abg. Buddeberg (stets.) kommt auf die Petitionen um zollfreie Einfuhr von Brod nach Oesterreich zurück, erwartet eine Besserung jetzt, wo Alles den agrarischen Interessen diene, nicht und meint, daß nur eine gründliche Aenderung des ganzen wirthschaftlichen Systems Abhülfe bringe. Das Abkommen wird definitiv angenommen. Es folgt erste Berathung des Gesetzentwurfs betreffend Aenderungen der Wehrpflicht. Kriegsmintster Bronsart von Schellendorff: Die Gefahr drohe nicht Lurch Krtegsgelüste der verbündeten Regierungen, denn diese wie das ganze deutsche Volk seien friedliebend. Die Gefahr drohe durch die aufgestachelten Leidenschaften in den Nachbarländern. Wir wollen den Krieg nicht, aber wir müssen uns darauf rüsten. (Beifall.) Wir sind stark, wir dürfen es mit Stolz sagen; aber wenn wir uns umblicken, müssen wir uns sagen, daß wir noch nicht stark genug sind. Wir haben Verträge geschlossen; sicher aber ist nur das Vertrauen auf unsere eigene Kraft. Es muß überall hervorgehen, daß wir gefürchtete Gegner, begehrenswerthe Verbündete sind. Die Vorlage bringt nicht nur eine numerische Verstärkung, sondern auch, was noch wichtiger, eine bessere Organisation unserer Kriegsmacht. Jetzt besteht bezüglich des Landsturms ein Chaos, welches durch Bildung zweier Aufgebote nach Ausbildung und Lebensalter gelöst wird. Durch die Bildung eines zweiten Aufgebots der Landwehr werden die betreffenden Mannschaften gegebenen Falls sofort zur Verfügung gestellt. Es wird nicht beabsichtigt, eine größere Anzahl von Mannschaften der Ersatzreserve einzuberufen. Der Minister schließt mit dem Wunsche, daß die Parteien des Hauses sämmtlich im Princip ihre Zustimmung zu der Vorlage erklären, und seiner, daß der Tag, wo die Vorlage praktische Bedeutung gewinnen könne, noch recht fern liege. Wir müssen aber vorbereitet sein, um unsere Waffen im Falle der Noth zum Siege zu führen wie bisher. Das walte Gott! (Beifall.) Abg. v. Bennigsen (nall.)r Einzelne Vorschriften der Vorlage, wie die über die Ersatzreserve, bedürfen noch eingehender Prüfung in einer Commission. Was den Hauptinhalt anlange, so erkennen seine Freunde an, daß der große Plan dieser Vorlage erreicht werde ohne nennenswerthe Vermehrung der Anstrengungen der Militärpflichtigen und ohne besondere finanzielle Belastung, abgesehen der einmaligen sehr erheblichen Kosten der Bewaffnung. Die Feldarmee würde damit um eine halbe Million verstärkt. Nicht zu verkennen aber seien die gewaltigen Opfer, welche diese Vorlage dem deutschen Volke für den Fall eines Krieges auferlege. — Wir stehen vor gewaltigen Opfern, die wir nicht verweigern können in der Noth des Vaterlandes, das Angriffskriegen vielleicht von zwei Seiten ausgesetzt ist. Seit mehr als einem Jahre ist Europa mit Unruhe und Sorge erfüllt. Es ist, als ob es uns ntchr beschieden sein sollte, uns ferner des Friedens zu erfreuen, obgleich wir doch Alles gethan haben, denselben zu erhalten. Niemals hat sich eine Macht nach solchen Siegen, wie sie Deutschland errang, so beschieden wie es Deutschland that. Seit 17 Jahren sind unser Kaiser und unser Kanzler bemüht, den Frieden zu sichern; von unserer Seite ist keine Bedrohung ausgegangen; wir wollen nur unsere Einheit schützen und die wiedergewonnenen alten deutschen Provinzen. Wir haben die Wünsche und Interessen anderer Staaten, die uns oft nicht freundlich gesinnt, unterstützt und gefördert um des Friedens willen. Unsere Hände sind rein, wenn das Elend und die Noth des Krieges wieder in Europa einziehen. (Lebhafte Zustimmung.) Wir wollen aber die Hoffnung nicht aufgeben, daß diese Vorlage dazu beitragen wird, als ein letzter Versuch, den Frieden zu erhalten. Die schmerzlichen Verluste, die dieses Gesetz für den Fall eines Krieges auferlegt, wiegen federleicht gegen die gewaltigen Verluste, die Deutschland erleiden würde, wenn es widerstandslos und besiegt am Boden liegen würde. (Beifall.) Abg. Richter (frs.): Bezüglich der einleitenden und Schlußworte des Ministers bestehe kein Widerspruch. Das gelte insbesondere von der Friedensliebe des deutschen Volkes, es gelte aber auch von der Entschlossenheit desselben, seine ganze Kraft aufzuwenden, um feindliche Angriffe zurückzuwetsen, das enthebe aber nicht von der Verpflichtung einer eingehenden Prüfung der Vorlage im Einzelnen. Eine solche Prüfung in der Commission sei sicher um deswillen erforderlich, um Aufklärungen über die Größe der Gefahr zu erlangen. Die Vorlage enthalte einzelne Unklarheiten, so namentlich in Bezug auf die Ersatzreserve. Hier bestehe die Gefahr einer Beschränkung des Rechtes des Reichstages, di» Zahl derselben zu bestimmen. Ferner dürften vor der Erschöpfung der jüngeren Jahrgänge die älteren nicht herangezogen werden. Er sei überzeugt daß der nächste Krieg ein wirklicher Volkskrieg sein werde und daß sich Heere aeaen'überstehen werden, wie sie in Europa noch nie gesehen wurden. Aber die immer zunehmende Vermehrung der Dienstpflicht liefere ein starkes Argument mehr für eine Herabsetzung der acliven Dienstzeit der Infanterie auf zwei Jahre. Seine Partei halte die parlamentarische Lage nicht für dazu angethan, einen bezüglichen Antrag zu stellen. Aber die Nothwendigkett zur Einführung der zweijährigen Dienstzeit werde schließlich unabweisbar hervortreten. (Beifall links.) Abg Frhr. v. Maltzahn-Gültz (cons.) erklärt die Zustimmnng der deutsch- conservativen Fraction zu dem vorliegenden Gesetzentwurf vorbehaltlich der Prüfung im Einzelnen Zu dem Zwecke beantrage er Ueberweisung der Vorlage an eine Commission von 28 Mitgliedern, deren Berathung sich steilich auf verschiedene vom Vorredner berührte Fragen, als Militärgerichtsbarkeit, zweijährige Dienstzeit u. s. w., mcht werde erstrecken können. (Beifall.) Abg. Dr. Wtndthorst (Centr.) erklärt, daß das Centrum das Erforderliche für die Sicherheit des Vaterlandes bewilligen werde. Der Umfang der Nothwendigkett sei in der Commission zu prüfen; er hoffe, daß sich die Regierung hier entgegenkommend zeigen werde. Persönlich sei er für die zweijährige Dienstzeit, aber der Augenblick sei für eine solche Aenderung der Organisation nicht geeignet. Abg Graf v. Behr (Rchsp.) tritt Namens seiner politischen Freunde für die Vorlage ein, deren Nothwendigkett er aus der Bedrohung unserer Grenzen trotz unserer Friedensliebe nachweist. Die Lasten, welche das Gesetz uns auserlege, seien erstag- ltch, und müßte« getragen werden, wenn uns nicht noch ungleich größere Opfer erwachsen sollen. Abg. Bebel (Soc.) bekämpft die Vorlage, die dem Volke neue Lasten auferlege, deren Nothwendigkett nicht nachgewiesen sei. Set die Lage heute anders als früher? Er habe es verlernt, auf die Kriegsgerüchte einer gewissenlosen Presse etwas zu geben. Wenn die Jugenderziehung gleich militärisch zugeschnitten würde, wenn z. B. das Turnen allgemein obligatorisch gemacht würde, so würde es sehr wohl möglich sein, die Dienstpflicht abzukürzen, nicht blos auf zwei, sondern auf ein Jahr. Der wirth- schastliche Nutzen würde ein immenser sein. Der ungeheure Fehler dieser Vorlage fei, daß er Familienväter heranziehe, während sich junge Leute, die sich gern freiwillig anbieten würden, hungernd auf der Straße Herumtreiben. Wenn cs heute über sechs Wochen zu einem Kriege kommen sollte, so würde Deutschland nicht allein stehen; auch ohne die Bündnisse würde es nicht allein stehen, die ganze politische Constellatton Europas mache das unmöglich. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff constatirt, daß alle großen Parteien des Hauses ihre Zustimmung zu den Grundgedanken der Vorlage erklärt haben. Das »erde seinen Eindruck nach Innen und nach Außen nicht verfehlen. Die Frage der zweijährigen Dienstzeit habe milder Vorlage nichts zu thun; es handle sich hier nm die Einziehung aller Wehrpflichtigen im Falle eines Krieges. Auch davon sei nicht die Rede, daß die jüngeren frei bleiben sollten, während die älteren Jahrgänge eingezogen würden. Abg. Langwerth v. Simmern (Welfe) steht der Vorlage sympathisch gegenüber. Er lasse alle Bitterniß bei Seite, um zu bewilligen, was zur Verteidigung des Vaterlandes erforderlich. (Beifall.) Die Vorlage wird an eine 28er Commission verwiesen. Die Etats des Reichstags und der Reichskanzlei werden debattelos unverändert genehmigt.. \ Beim Etat des auswärtigen Amtes gibt die Frage, ob die Einnahmen aus den Colönieü"^ den Etat einzustellen seien oder nicht, zu einer Discussion Anlaß. Abg. Dr. Baumbach (stets.) spricht sich für eine solche Einstellung aus im Interesse des Etatsrechts des Reichstags. Staatssecretär Graf v. Bismarck weift dagegen u. A. auf analoge Fälle hin, wo das Reich Zuschüsse an juristische Personen gewähre. Abg. Strom deck (Centr.) hält diese Bezugnahme nicht für zutreffend. Abgg. v. Maltzahn und v. Kardorff sprechen sich gegen eine Belastung unseres Etats mit derartigen Posten aus. Der Etat wird unverändert angenommen. Morgen 11 Uhr: Dritte Berathung der Kornzolloorlage. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eor^fpondenz» Bureau. Berlin, 16. December. Se. Majestät der Kaiser hörte Vormittags die Vorträge Prrponcher's und des Grafen Hochberg, empfing den russischen MarineattachS Domojirow, nahm eine große Anzahl militärischer Meldungen entgegen und machte Nachmittags eine Spazierfahrt. Nach der Rückkehr empfing er den Botschafter Schweinitz. Berlin, 16. December. Einem Privat-Telegramm der „Nationalzeitung" aus San Nemo zufolge hat Dr. Mackenzie im Verein mit den anderen Aerzten den Hals des Kronprinzen untersucht und nur eine unbedeutende Vergrößerung bet Geschwulst entdeckt. — Die Wahlprüfungscommission beschloß, dem Reichstage die Ungiltigkeitserklärung der Wahl Eugen Richters in Hagen zu empfehlen. Paris, 16. December. Einer „Haoas"-Meldung aus Bukarest zufolge sind die Zeitungsnachrichten von einer aufständischen Bewegung in Sofia unbegründet. London, 16. December. Nach dem Hosberichte von gestern Abend erhielt die Königin einen beruhigenden Bericht aus San Remo. Viele Zettungsdepeschen seien entweder unrichtig oder übertrieben. — Der Civillord der Admiralität, Ashmead Bartlett, hielt gestern bei dem Eröffnungsbankett eines Birminghamer conservativen Clubs eine Rede, in welcher er sagte, daß die Zukunft nicht ganz unbewölkt sei, und vielleicht der dunkelste, betrübendste Fleck am Horizont sei die Krankheit, die einen der treuesten und edelsten Charaktere, welche die Geschichte des modernen Europa schmücken, befallen habe und die allgemeine Teilnahme Europas errege. Die Welt wende besorgt die Blicke nach dem deutschen Kronprinzen, dem tapferen Ritter und Krieger ohne Furcht und Tadel, einem Prinzen, der so viel zur Einigkeit Deutschlands und der Erhaltung von dessen Stärke und Größe gethan habe, dem Erben eines glanzvollen Reiches und der einzigen Hoffnung des jüngst geeinten Volkes. „Wir könnm nur hoffen, daß die Vorsehung in gütigen, geheimnißoollen Fügungen dieses schwere Leiden zum Guten wenden, ein Deutschland so kostbares und Europa so werthvolles Leben erhalten werde." Rom, 16. December. Aus Massowah wird gemeldet, daß daselbst der Dampfer „Egitto" mit den seitens Italiens in England angekauften zerlegbaren Baracken, Wasserbehältern und Futteroorräthen angekommen sei. Die Rebellen stehen zwei Stunden vor dem von den Engländern zur Vertheidigung von Suakim errichteten Laufgraben. Major Kitschener entsendete 600 angeworbene Eingeborene, um den Insurgenten Tokar zu entreißen. Allein ein Theil ergriff die Flucht, ein anderer ging zu den Rebellen über, der Rest wurde mtt einem Verluste von 11 Mann zuruck- geschlagm." ^^0, 16. December. Dr. Mackenzie beabsichtigt, sich morgen Abend nach Algier zu begeben, wohin er zu einem Kranken berufen worden ist. Ob er von dort 6lel6Cr^Ä8a6.®£«Ki8®en Mrigm Artikel b(S „Suff. Sn».« besprecht, führt das „Journal de St. Pelersbourg" aus: Seber unvartehf4e Wter nnrb iu; geben, baß nicht Rußlanb es ist, welchem bie Verantwortlichkeit für bie bestanbige Vermehrung bes Friebensstanbes ber Armee zufällt. Allerbings bezeichnen.bie Im Gwtnini Europas als Friebensliga vereinigten Mächte als ausschließlichen Zweck ihrer Allianzen wie ihrer Rüstungen die friedliche Aufrechihaltung des etatus quo auf Grund der bestehenden Verträge. Wenn dem wirklich so ist, schließt sich Rußland dieser Friedensgarantie nur an, indem es an der Grenze die nolhwendigen Defensiomaßregeln trifft, um das Gleichgewicht der Streitkräfte zu bewahren. Es bleibt nur noch zu entscheiden, inwieweit der Mißbrauch des Princips „si vis pacem, para bellum“, welcher schwer lastet auf den Finanzen aller Länder, auf ihrer ökonomischen Situation und jeder Bewegung der Geschäfte, indem er die Leidenschaften aufregt und die Geister beunruhigt, das belle Mittel ist, den Frieden zu bewahren, den alle Welt zu wünschen scheint und auch wir für uns, Dank unserer guten Beziehungen zu den Nachbarn, auf lange gesichert glauben. — Der Studirende Sinjawski, welcher den Inspektor der Moskauer Universität thätlrch insult rte, ist auf drei Jahre einem militärischen Disciplinar-Bataillon über- wiesen worden. Lokale». GietzeN, 18. December (Theater.) Wie uns soeben mitgetheilt wird, dauert die diesjährige Theatersaison bis gegen Ende Januar nächsten Jahres, da es wegen der ausfallenden Feiertage nicht möglich ist, die angekündigten dreißig Vorstellungen früher zu geben. Abonnements für den Monat Januar werden in der Ferber'schen Universitätsbuchhandlung ausgegeben. Die trefflichen Aufführungen der Rudolph'schen Gesellschaft erfreuen sich täglich mehr der Gunst unseres Publikums. Gestern, bei der Wiederholung von „Der Stabstrompeter" war das Theater wieder sehr gut besetzt und wurde die Vorstellung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. — (Theater.) Die Theaterdirection ersucht uns mitzutheilen, daß die heute zur Aufführung kommende Lokalposse „Gießener Fahrten" nicht zu verwechseln sei mit einer bereits vor langen Jahren hier aufgeführten Lokalpoffe, welche einen ähnlichen Namen führte. X Die Weihnachtsferien an den höheren Schulen beginnen, den gesetzliche» Bestimmungen gemäß, am Donnerstag den 22. December und dauern bis Mittwoch den 4. Januar, einschließlich._________________________________________ B t 8 t8 i f » t t i △ Mainz, 16. Dec. Ein vor den hiesigen Gerichten schwebender Civtlprozeß wird I)iet viel besprochen. Es handelt sich hierbei um die Kleinigkeit von 35,000 X, für welchen Betrag ein Kaufmann Durlacher von Frankenthal seine Gemälde- Gallerie an den vorigjährigen Tenoristen unserer Bühne Herrn Forest laut Vertrag verkauft haben will. Der Verkauf soll aber für einen Berliner und nicht für eigne Rechnung des Herrn Forest bestimmt gewesen sein. Die Kaufsverhandlungen, die sich größtentheils beim Weine abgespielt, seien indeß von dem Berliner Herrn, als er wieder in seine kältere Heimath zurückgekehrt, abgebrochen, während Herr Durlacher auf seinem Schein besteht und seine Gemälde - Gallerte für 35,000 X los sein möchte. Sein Vertrag mit Herrn Forest, welcher seinerseits behauptet, daß derselbe gelöst worden, bildet nun den Gegenstand der die Gerichte beschäftigenden Klage. Der ganze Kauf, bemerken die „M. R." zu dem Prozeß, erinnert lebhaft an eine Scene aus Boildieu's „weißer Dame", in welcher „Georg Brown" sich das ersteigerte Schloß nach und nach an seiner Gage abziehen lassen will. A Main z, 16. Dec. Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts kam heute ein seltener Fall zur Verhandlung, nämlich eine Anklage wegen Beleidigung dreier Landgerichtsräthe, zweier Amtsrichter und eines Staatsanwaltes bei den Mainzer Gerichten. Der Sachverhalt ist kurz Folgender: Gegen den Angeklagten Bankier Joseph Hirsch hier, schwebt schon seit längerer Zeit eine Strafprozedur, in deren Verlauf Hirsch im verflossenen Jahr zwei Monate in Untersuchungshaft verbrachte. Als Verursacher dieser Strafprozedur, der eine Anklage wegen allerlei unerlaubter Wechselmanipulationen zu Grund liegt, vermuthete Hirsch einen ehemaligen Geschäftsfreund, einen gewissen Penell in Paris, an welchen er nach seiner Freilassung ein längeres Schreiben richtete, in dem nicht nur dem Adressaten alle möglichen Insulten gemacht, sonder» auch den in beregter Strafprozedur beschäftigten richterlichen Beamten Unfähigkeit und Bestechlichkeit in der ungeschminktesten Form vorgeworsen werden. Das Schreiben wanderte von Penell an den Staaisprocurator von Paris, von hier an die deutsche Gesandtschaft dorten und von dieser an das Ministerium In Darmstadt, welch' Letzteres unter dem 19. Juni Namens der in Betracht kommenden richterlichen Beamten, der Herren Landgerichtsräthe Dr. Pauly, Dr. Bockenheimer, Dr. BerdeW, des Untersuchungsrichters Dr. Praetorius und Amtsrichters Bücking sowie des Staatsanwalts Dr. Best Strafantrag wegen Beleidigung gegen Hirsch stellte. Hirsch, der in einem Gesuch um Niederschlagung der Untersuchung die beleidigenden Ausdrücke zurück- nimmt und dem Ministerium gegenüber Abbitte gerichtet hat, gibt zu, Verfasser des Briefes zu sein und will solchen nur in der Aufregung geschrieben haben. Das Ur- theil gegen Hirsch lautet auf 6 Wochen Gefängniß. Die Staatsanwaltschaft hatte 2 Monate beantragt gehabt. * * (Weihnachtsbaum für den Kronprinzen.) Der „Bote aus dem Riesengebirge" schreibt: In diesen Tagen ist von Hirschberg aus ein sinniges Weihnachtsangebinde für die kronprinzliche Familie nach San Remo abgegangen. Die Section Petersdorf des Niesengebirgvereins hat einen Weihnachtsbaum, den schönsten, den man auf unseren schönen Bergen finden kannte, wohl eingepackt, damit auch nicht ein Zweiglein knicken kann, in einem besonderen Eisenbahnwagen nach San Remo gesandt, damit unser allverehrter Kronprinz und die kronprinzliche Familie auch fern der Heimath unter einem deutschen Tannenbaum das Weihnachtsfest feiern könne. Die Petersdorfer hoffen auf die Annahme ihrer Sendung und freuen sich schon im Voraus in dem Gedanken, daß die kronprinzliche Familie das schönste Fest des Jahres unter einem Weihnachlsbaume aus Schlesiens Bergen begehen wird. Moskau, 7. December. Hebet die Studentenunruhen werden dem „Berl. Tagbl." noch folgende Einzelheiten gemeldet: Die Studentenunruhen dauerten auch gestern und heute noch fort und machten sogar das Einschreiten von Militär nothwendig. Gestern begannen die Vorlesungen wie gewöhnlich, während derselben aber sammelte sich auf dem Hofe der Universität ein Haufen von Studenten an, der zum Rector geführt zu werden verlangte, um von diesem die Freilassung der verhafteten Studenten, sowie die Entfernung des Jn- spectors Brysgalow zu verlangen. Der Rektor, ein aller kränklicher Herr Namens Iwanow, oem die zu solchem Amte nöthig« Energie vollkommen mangelt, blieb unsichtbar, bis es plötzlich hieß, er werde die Stu-enten in der Aula empfangen. Das war jedoch nur eine Kriegslist der Polizei, denn als sich eine größere ' .nzahl ren Studenten in der Aula versammelt hatte, erschien nicht der Rector, sondern die Poln.i, schloß die Thüren und forderte den Eingeschlossenen ihre Legitimalionskartcn ab. Tie '.Nachricht von diesem polizeilichen Geniestreich verbreitete sich mit Blitzesschnelle in allen Auditorien und rief eine furchtbare Aufregung unter den Zuhörern hervor. Die Vorlesungen mußten geschlossen werden unb bald hatte sich der große Hos vor dem Universitätsgebäude mit einer tobenden und schreienden Menge gefüllt, die stürmisch die Freilassung der Eingeschloffenen verlangte. Die Polizei versuchte vergebens, die Studenten zum Auseinandergehen zu bewegen, selbst die persönliche Intervention des Oberpolizeimeisters Generalmajor Shurkowski, der den jungen Leuten vernünftig zuredete, hatte keinen Erfolg. Das Geschrei „Won! won!“ („fort mit ihm!") übertönte seine Worte und er mußte sich zurücksiehen. Da hörte man plötzlich Pferdegetrappel und von der Machowoi her schwenkten 2 Sotnien Kosaken in den Hof ein. Jetzt machte sich ein Theil der Studenten aus dem Staube, auf die Zurückbleibenden aber hieben die Kosaken in rücksichtsloser Weise mit ihren kurzen Peitschen (Ragaika) ein. Die Studenten wehrten sich so gut dies ohne Waffen möglich war. Zwei Kosaken wurden vom Pferde gerissen, ein Dritter, der schon halb heruntergezerrt war, schwang sich wieder empor und traf einen seiner Angreifer mit der Nagaika so wuchtig in's Gesicht, daß dem unglücklichen jungen Manne sofort das rechte Auge auslief. Sein Geschrei und der Anblick seines blutüberströmten Gesichtes verbreitete unter den übrigen Studenten eine Panik, sie ließen sich ohne weiteren Widerstand wie eine Heerde Schafe von den Kosaken zum Öofe hmansprügeln. Auf der Straße wurden die meisten von ihnen verhaftet und in's Gefängniß abgeführt. Die Kosaken hielten den Hof besetzt und auf der Straße vor demselben ließ man sogar eine vom Exerzierplatz zurückkehrende Abtheilung Artillerie Aufstellung nehmen, so daß es eine Zeitlang aussah, als wolle man die Universität in Grund und Boden schießen, was freilich der gegenwärtig am Ruder befindlichen Partei am liebsten wäre. Heute ist die Universität noch mit Kosaken besetzt, so daß dort keine Demonstration möglich ist; deshalb versuchten die Studenten heute Morgen eine solche vor dem Gebäude der Universitätsklinik. Unter dem Vorwande, ihre dort untergebrachten verwundeten Kameraden besuchen zu wollen, drangen viele Studenten in den Hof der Anstalt und suchten den Eintritt zu erzwingen; nach kaum einer Viertelstunde aber erschien eine Abtheilung Kosaken, vor deren Nagaiken Alles auseinander stob. Aehnlich ging es am Strastnoi- Boulevard vor dem Gebäude der Universitätsdruckerei, wo sich ein Haufen von Studenten angesammelt hatte. (Rach einer Mittheilung des „Regierungsbote" ist die Bewegung unterdrückt; eine Anzahl Studenten sei verhaftet und aus Moskau entfeint morden. Am 9. December sei wiederum eine Gährung unter den Studenten entstanden in Folge des Gerüchts, zwei Studenten seien an den bei Wiederherstellung der Ordnung durch die Polizei erlittenen Verwundungen gestorben. Trotz autoritativer Widerlegung dieses Gerüchts hatte dasselbe am 10. December derartig auf die Studentenschaft eingewirkt, daß die Studenten sämmtlich den Besuch der Collegien einstellten und den Gehorsam gegenüber den Universitäts- behörden gänzlich versagten. Daher die zeitweilige Einstellung der Vorlesungen. Red. d. Franks. Ztg.) ec. Zur Entfernung von Fettflecken an Fußböden eignet sich am besten weißer Thon. Derselbe wird mit heißem Wasscr zu einem Brei angerührt und auf die betreffenden Stellen aufgetragen. Die Wirkung des Thönes kann durch Zusatz von Essig erhöht werden. Besser aber wird eine Mischung aus Benzin und Thon (oder gebrannter Magnesia) wirken, da das Benzin weil rascher verdunstet. Mit dem Ab- bürsten des trockenen Thönes ist auch zugleich der Fettfleck verschwunden. Eingesandt. Gießen, 17. December. Die am Donnerstag den 15. December im Hotel Prinz Carl von der Kindergärtnerin Fräulein Hermine Möser veranstaltete Weihnachtsfeier fand allgemein die verdiente Anerkennung. Fräulein Möser hat bei dieser Gelegenheit so recht gezeigt, daß sie durchaus die Kenntnisse und Fähigkeit besitzt, die lieben Kleinen an sich zu fesseln und gleichsam spielend die Anfangsgründe des Wissens in sie zu legen. Die Lieder und Spiele gelangen unter ihrer Leitung zu aller Zufriedenheit, nett war es anzusehen, wie Fräulein Möser es verstand, den Kleinen Muth einzuflößen und mit Liebe sie zu den guten Leistungen anzuspornen wußte. Den Schluß der als gelungen zu bezeichnenden Weihnachtsfeier bildete daS Plündern des prächtig geschmückten Weihnachtübaumes. Fräulein Möser theilte den Kleinen reichlich zu von dem, was das Chrfftkindchen bescheert. — Nach dem, was wir gesehen, können wir guten Gewissens allen Eltern Gießens empfehlen, ihre Kinder Fräulein Möser zum Unterricht und zur Aufsicht anzuvertrauen, sie sind bei ihr gut aufgehoben. A. Handel und Verkehr. Gießen, 17. December. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.10-1.12, Hühnereier pr. St. 7-8 Enteneier St. 13—14 H, Käse vr. St. 4-8 Käsematre 3—0 H, Erbsen pr- Liter 20 H, Linsen 30 H, Tauben ver Paar 60 btk 80 Hühner per Stück X 0.90—1.20, Hahnen vr. Stück X 0.70—1.30, Enten per Stück X 1.50—1.80, Ganse per Pfund 42—52 H, Ochsenfleisch per Pfund 58 bi« 60 K4ih- und Rindfleisch 45—50 H, Schweinefleisch 54—-60 Hammelfleisch 40 bis 60 Kalbfleisch 40—48 Kartoffeln per 100 Kilo X 4 00—4 40, Milch per Liter 12—18 H, Weißkraut Stück 5—10 H, Zwiebeln per Centner X 8.00—10.00. Rohseid Bastkleider (ganz Seide) Mk. 16 80 p. Stoff zur kompl. 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Regelmässige Drahtberichte aus Berlin, • Wien, Paris, London, Petersburg, Rom und aus allen grösseren deutschen Städten, insbesondere im Süden und Südwesten. Unterrichtende Leitartikel über alle wichtigen Tagesereignisse und Gesetzgebungsfragen. Beiträge aus den angesehensten politischen und gelehrten Kreisen. Reichhaltiges Feuilleton. Die Reichstagsberichte erscheinen neben der dreimaligen Tagesausgabe in besonderer Reilage und zwar ausführlicher als in irgend einem Blatte Süd- und Südwestdeutschlands. Der Handelstheil des „Frankfurter Journals“ ist in jeder Richtung ebenso reichhaltig wie der irgend eines anderen süddeutschen Blattes. Er enthält Originalberichte und vollständige telegraphische Mittheilungen von allen Börsen und Waarenmärkten, sowie unabhängige fachmännische Beurtheilungen aller wichtigeren Börsenvorgänge und wirthschaftlichen Fragen. Auch weitergehende Wünsche unserer Abonnenten sind wir fortgesetzt bestrebt, auf das Beste zu befriedigen. Täglich ausführliches RÖrsencoursblatt der Frankfurter und hauptsächlichsten auswärtigen Börsen. Allwöchentlich wird den Abonnenten des Journals eine Verloosungs-Boilage geliefert und jährlich ein Verloosungs-Kalender gratis. Wöchentliche Beilage: Landwirthschaftliche Zeitung: ausschliesslich von ersten Fachmännern bearbeitet. Die tägliche Beilage „Didaskalia“ bringt neben spannenden Romanen berühmter in- und ausländischer Schriftsteller jährlich 8—900 Aufsätze unterhaltenden und belehrenden Inhalts, eine Zahl, die wohl von keiner anderen grösseren Zeitung erreicht wird. InfiOitafO finden in unserem Blatte die weiteste Verbreitung in JlUSvrUtv kaufmännischen, finanziellen, landwirtschaftlichen und allen gebildeten Kreisen und sind daher stets von bestem Erfolge und nachhaltiger Wirkung begleitet. Bei grösseren Aufträgen Rabatt. Auch nehmen sämmtliche Annoncen-Expeditionen Aufträge für uns an. Die Abonnenten des „Frankfurter Journals“ pro 1888 erhalten den berühmten Bllder-Cyclus von Caspar Schcureu: „Der Rhein von den Quellen bis zum Meere“ zu dem Ausnahmspreise von Mk. 1.— pro Blatt (Ladenpreis M. 6 - bei Subscription auf das ganze Werk, einzelne Blätter 7 M. 50 Pf.) Neu eintretende Abonnenten erhalten das Blatt bis Ende December gratis. Die Administration. Einladung zum Abonnement auf das Frankfurter Journal Speeialität in Stein’s Garten Sonntag den 18. December GROSSES CONCERT eusgeführt von der Capelle des 2. Großh. Heff.-Jnf.-Ngts. (Großherzog) Nr. 116, unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C- Krauße- Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. __________Bier im Gla». _______9372 fjÄ Deteranen-Verein. ää Am 1 Feiertage, Abends 8 Uhr: Weihnachts - Bescheerung im Cafe Leib. Geschenke im Werthe von nicht unter 50 sind frühzeitig bei Kamerad Schwan einzuliefern. Eintrittsgeld für Nichtmitglieder ä Person 20 H. Vereinsabzeichen sind anzulegen. 9334 Der Vorstand. gegr: 1846 Am 1. Feiertag, Abends 8 Uhr, hält der Verein, wie alljährlich, so auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsbescheerung mit Verloosung in dem Vereinslokal (Cafe Schnell) ab. Die Mitglieder werden ersucht, die Geschenke zur Verloosung, welche einen Betrag von mindestens 50 H haben müssen, bis spätestens AbendS 6 Uhr des genannten Tages im Vereinslokal abzugeben. Zahlreicher Betheiligunq sieht entgegen 9346 Der Vorstand. Das Hpecialgeschäft ML Theodor Schmidt ML empfiehlt zu Festgeschenken: o[s Flaschen, Bücher, Fäßchen u. s. w. mit Cigarren verschiedener Preislagen gefüllt. Cigarren in eleganten Präsentkistchen ä 25, 50 und 100 Stück, von 1.20 an bis zu den feinsten. Nichtconvenirendes wird bereitwilligst umgetauscht. 9340 jViiritberger Lebkuckew aus der Fabrik von G Goeß in Nürnberg empfehlen zu Fabrikpreisen Gebrüder Adami 8942 im Ritter. Sodener Mineral-Pastillen 4 Gegen Heiserkeit und Husten i X Pastillen bei rauher Witterung im Munde zergehen lassen, heisst sich gegen katar- X ■ rhalische Affectionen des Rachens, des Kehlkopfs und der Lunge “ £ schützen. Wo solche Krankheiten schon eingetreten sind, wirken die aus den besten 4 X Mineralbrunnen Sodens durch Abdampfung, unter ärztlicher Controle gewonnenen M X Pastillen, ebenso wie die Quellen selbst, «hm-niachnm K atarrli ja selbst X ■ schleimlösend und heilend. Auch bei CllLUllloLllvlIl Ixalallli, aus. ■ x u I nnnpniiihorbnlnen haben sich die Sodener Mineral-Pastillen, 9 gesprochener LUliyclllUUul KUlUoC yj grösserer Zahl und in lauwarmem Sodener ® ▼ Wasser öfter genommen, als Mittel gegen quälenden Husten und Ent- X ■ kräi tung bewährt. Verdauungsstörungen, Leibesverstopfung und Darmkatarrh besei- ■ tigend, schaffen sie die Vorbedingungen besserer Ernährung des Organismus, sind daher A VRippenfell- Lungen-Entzündung ^enrt£ohS”V ™ Patienten, welche an Hämorrhoiden, leichter I.eberanschwellunc, anhalten- ■ A der einfacher Verschleimung leiden, bieten die Sodener Pastillen ein von ± x der Natur selbst erzeugtes, wirksamstes Heilmittel, das namentlich für den Gebrauch S ▼von Krauen und Kindern in unzähligen Haushaltungen und vielen Anstalten, X ■ schon eingebürgert, mit ärztlich beglaubigtem Erfolg gegen Reizzustände und ■ A Verschleimungen angewandt wird. Die Sodener Mineral-Pastillen sind erhält- A » lieh die Schachtel ä 85 Pf. in allen Apotheken. Die äusser ordentliche Verbreitung dieses Hausmittels hat eine ebenso grosse Zahl ähnlicher Präparate als Nachahmer hervorgerufen, welche sich nicht entblöden, Verpak- kung, Farbe und Etiquette in täuschender Weise herzustellen. Die Packete des ächten Stollwerck’schen Fabrikates tragen den vollen Namen des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufsstellen durch ausgelegte Firmen-Schilder. lliesfliiiitn neuer bewährter Eonftruction liefert unter dreijähriger reeller Garantie zu günstigen Bedingungen H. Kraft, Mechaniker, 6556 Neuenweg 46. yrähmaschinenbestandtheile stets vorräthig. Eigene Rrparaturwerkstätte. ' Aermietyungm. 9353] Logis zu vermiethen. ____Grünbergerstraße 15. 93^8 Eine 'Wohnung, 4—5 Zimmer, II. Stock, Wasserleitung, per April 1888 zu oerunethen ____________C. Bötz, Bismarckstraße. 9331] 2 Zimmer auf 15. Januar zu vermiethen. Verl. Flügels gasse 25. 9344] Das von Herrn Schutzmann Wolf bewohnte Logis ist per 1. Februar anderweit zu vermiethen. ____P. Jmmet, Neuen Baue 17. 9364 Durch Versetzung ist der mittlere Stock meines Hauses (Grünbergerstraße Nr. 28), bestehend in 5 Zimmern nebst Zubehör, bis zum 1. April, event- auch früher, zu vermiethen. _Zu ertragen Eichgärten 19.____________ 9357 Ein Familienlogis zu vermiethen. ________________Große Mühlgasse 10. 9351 Eine Wohnung per 1. März zu vermiethen bei __I. Ruppel, Ludwigsstraße 30. 9352 Der 2. Stock zu »ermiethen. Grünbergerstr. 43; kann sof. bez. werden. 9365] Möblirte Stube an eine oder mehrere Personen zu Denn. Neuenweg 48. Iermischte Anzeigen. 9370 Zwei größere Räume, passend für Lager u. s. w-, zu verpachten. ■ Näheres in der Exped. d. Bl._________ 9367 Ein Schuhmacherlehrling ge- sucht. Zu erfragen in der Erped. d. Bl. Sonntag den 18. Deeemder, Abends 6 Uhr: 9341 Religiöse Versammlung Lowengaffe 18 I. Haarketten, Armbänder, Brochen, Puppenperrücken, sowie Zöpfe werden billigst angefertigt bei 8902 Max Rüger, Marktstraße 7. Postkisten kaust I. Zufall, 9362] Zinngießerei, Seltersweg 30. ä Frische Hefe- empfiehlt I. Thoma, Bahnhofstr. 43. 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Adolar Ebert, Ingenieur a Friedberg Max Hooffacker. Frau Soltmann, Besitzerin eines Gasthauses i- Frankfurt Margarethe Bauer. Susanne, ihre Nickte Franz. Rottmeyer. Klobig, pens. , 'Z Musikus I = g Max Heinrich. Schwefelmann ) Schneider l Richard Kreißel. Nauke, Barbier ' R Adolf Klein. Fritz, Hausknecht Otto Brenner. Anfang ganz präcis 8 Uhr. Schluß der Theater»Saisonr Ende Januar 1888. Ganze und halbe Abonnements werden in der W. Ferber’schen Unioersitätsbuch- handlung, woselbst der alleinige Billeivorverkauf 'rattfindet, abgegeben. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Thellnahme bei dem uns betroffenen schmerzlichen Verluste, für die so überaus reichen Blumenspenden, die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung und die ergreifende, trostvolle Rede des Herrn Pfarrer Schlosser am Grabe unserer innigstgeliebten Tochter und Schwester Wilhelmine Reinschmidt sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Gießen, den 16. December 1887. 9361 Die tiestrauernden Hinterbliebenen. Coursbericht der Zranksurter Börse. Reichsbank-Disconto 3<70 16. December 1887. Franks. Bank-Disconto 3% 4% Preußische Consols 106.60 3Vr°/o do. 100.30 4% Nassauer Oblig. — 4% Bayerische Oblig. 105.40 4% Badische Oblig. 104.60 4% Hessische Oblig. 104.80 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 100 90, neue 102.20 3V-°/o do. 97.30 41/30/0 Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 102.60 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.00 31/t% do. 97.30 5% Buderus Oblig. 103.90 3Vr°/o Solms-Braunf. Oblig. 94.40 4% Gießener Oblig. 103.90 4% Oefterr. Goldrente 88 00 4V6% Oefterr. Silberrente 63.80 5o/o Portugiesen Oblig. 94 80 Darmft. Bank-Actien 136.00 Geldsorte«. 20 Francs-Stücke do. in Vi Enal. Souvereigns Dollars in Gold 16.08-16.11 16.06-16.09 20.28-20.32 4.16—4.20 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 17. December 1887. Oefterr. Creditactten 436 00 Oefterr. Staatsbabn-Actien 357.00 1880 40/0 Russen Oblig. 78.12 4% unif. Egypter Oblig. 74.50 Disconto-Com.-Antheile I88V4 Laura-Actien 91.37 4% Ungar. Goldrente 77.55 5% Gemischte Russen 9?.C0 Der Wochenschluß verhinderte das Eingreifen der Spekulation, wcßhalb das Geschäft sich auf gestrigem Niveau in engen Grenzen bewegte. Ncdaction: A. Scheyda. — Trud ur.u ibcilag der Brühl'schen Drucker?, (Fr Cbr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Stu««er enthält 4 Bläser « 1 Beilage.