Wrrresrrr Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MotttagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerlobm Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Uebersicht. Gießen, 17. November. Trauer und Wehmuth sind in die Herzen aller patriotischen Deut- Ichen eiugezogen, seitdem die jüngst aus San Remo eingegangenen Nachrichten L- al- zweifellos hinstellen, daß da-Haisleioen des deutschen Kronprinzen bedenklichster, weil krebsartiger, Natur ist. Dies schmerzliche Ergebmß der vorläufig letzten in San Remo stattgefundenen ärztlichen Berathung hat inzwischen durch den Vortrag, welchen der daselbst mit zugegen gewesene Frankfurter Spe- cialist Dr. Schmidt dem Kaiser am Sonntag Nachmittag im Beisein der Generalärzte Dr. Leutholdt und Pros. Dr. v. Bergmann hielt, seine Bestätigung erfahren. Es ist demnach der Kehlkopfkrebs, au welchem der Kronprinz leidet und nach dem einstimmigen Gutachten dec Aerzte kann von einer thsilweisen Entfernung des Kehlkopfe- nicht mehr die Rede sein, sondern nur noch von der gänzlichen Entfernung (Exstirpation) dieses wichtigen Organs. Der Kronprinz erklärte sich gegen den letzteren radikalen Schritt, nachdem ihm seitens der Aerzte vollständige Aufklärung geworden war, worauf die Aerzte bei den gefahrdrohenden Erscheinungen den Lust röhren schnitt beschlossen. Der Krebs wurde von dm Aerzten an derselben Halsstelle des hohen Patienten constatirt, an welcher die Herren Professor Gerhardt, Geheimrath v. Bergmann und Professor Tobold das Vorhandensein eines krebsartigen Gebildes schon im Frühjahr erkannt hatten, im Gegensatz zu Dr. Mackenzie, welcher nur eine Warzenbildung zugestehen wollte. Der Kaiser nahm diese schwerwiegenden Eröffnungen tiefernst, aber mit Fassung entgegen, doch sind irgendwelche Entschließungen des Monarchen «och nicht bekannt geworden. Es ist ein tief erschütternder und noch immer kaum faßbarer Gedanke, daß der ruhmbedeckte fürstliche Sieger von Königgrätz, von Weißenburg und Wörth, der milde, alle Künste des Friedens liebende Mann, der zärtliche Gatte und Familienvater und nun wieder er, der allgeliebte Erbe des glänzenden deutschen KaiseUhrones, jene reckenhafte, echt germanische Gestalt mit dem freundlichen, leutseligen Wesen einem schleichenden Nebel zum kläglichen Opfer fallen soll, sei es nach Monden, sei es nach Jahren! Noch vermag man diesen entsetzlichen Gedanken nicht weiter auszuspinnen und so klammert man sich an die von einer Seite ausgesprochene Möglichkeit, daß sich das krebsartige Leiden wieder zurückblldm und schließlich von selbst verschwinden könne, Fälle, welche die ärztliche Wissenschaft allerdings verzeichnet. Es kommt hierbei die starke, gesunde Natur des Kronprinzen in Betracht und so find noch nicht alle Chancen verschwunden, baß der edle Hohenzollernp.-inz doch noch gerettet werden kann.... o, möchte diese leise Hoffnung nicht täuschen 1 In all' diesem Schmerze ist es aber für Die deutsche Nation doch eine Genugtuung, daß bis Diagnose, welche die heimiichm Aerzte im vergangenen Frühling bezüglich des Charakters der Krankheit des Kronprinzen stellten, die richtige gewesen ist. Wenn der englische Arzt mit seiner entgegengesetzten Ansiche Sieger blieb und 4hm die weitere Behandlung des hohen Kranken übertragen wurde, so scheinen hierbei Verhältnisse obgewaltet zu haben, deren Natur ein näheres Eingehen auf dieselben verbietet; einstweilen ist Dr. Mackenzie von San Remo nach England zurückgereist, anscheinend, ohne daß er das Vertrauen des kronprinzlichen Herrn eingebüßt hätte. Der Reichskanzler Fürst Bismarck dürste im Laufe des Dienstag von Friedrichsruhe in der Reichshauptstadt eingetroffen sein. Die Annahme, daß seine Anwrsenheit mit dem Besuche des Czarenpaares nur in nebensächlichem Zusammenhänge steht und daß sein Eintreffen in Berlin in erster Linie vielmehr mit den Meldungen über das Befinden des Kronprinzen in Verbindung -u bringen ist, wird mehrfach bestätigt. Der Kaiser wünscht in diesen ernsten Tagen feinen bewährten ersten Nathgeber in seiner Nähe zu haben und ist es nicht wahrscheinlich, daß sich der Reichskanzler »or Weihnachten nochmals nach Friedrichsruhe zurückbegiebt. Telegraphische Depesche«. Wolff*- tele-r. Corxespsrrveirr - lverli«, 16. No»ember. Se. Majestät der Kaiser, der sich gestern Abend um 9 Uhr zur Ruhe begab, hat recht gut geschlafen. Berlin, 16. Noaember. Seine Majestät der Kaiser stand um 108/< Uhr ans, nahm Dorträge Perponcher's und Wtlmowskt's entgegen, empfing den russischen General Kutusow und machte darauf die erste Ausfahrt. Um 4 Uhr erscheint Fürst Bismarck zum Vortrag. — Nach Privatmeldungen aus San Remo erfolgte in der gestrigen Nacht der Ausfluß einer gelblichen schleimigen Masse (wahrscheinlich Eiter) aus dem Kehlkopfe des Kronprinzen. Nach dem Ausfluß trat ein Abfallen der Geschwulst ein. Der Kronprinz fühlte sich wesentlich erleichtert. Das Allgemeinbefinden des Kronprinzen ist fortgesetzt ein vorzügliches. — Der „Nationalrettung" zufolge handelt es sich wahrscheinlich um einen in Folge des Oedems und der Knorpelentzündung gebildeten Absceß. Ein Präparat aus der Masse soll Virchow übersandt werden. Berlin, 16. November. Die Grundzüge zur Alters-und Invalidenversicherung der Arbeiter liegen nunmehr vor. Dieselben zählen die einzelnen, bereits bekannten Kategorien der zu Versichernden auf und bestiminen im Wesentlichen Folgendes: Die Altersversorgung erhält, wer das siebenzigste Lebensjahr vollendet hat, die Jnvaliden- versorgung, wer nachweislich dauernd erwerbsunfähig ist; beides in Renten. Die Letztere kann in gewissen Fällen bis zu drei Viertel in Naturalleistung gewährt werden. Die Mittel zur Gewährung der Renten werden vom Reich, den Arbeitgebern und den Versicherten je zu einem Drittel aufgebracht. Die Höhe der für den Arbeitstag $u entrichtenden Beiträge ist derart im Voraus festzustellen, daß die Verwaltungskostm. ernannt und bei den genannten Truppentheilen angestellt, und zwar: Bura- Hagen beim 2. Großh. Hess. Ins.,Reg. (Großherzog) Nr. 116, Dr. Heck- mann beim 3. Großh. Hess. Jnf.-Reg. (Leib-Reg.) Nr. 117, Dr. Streik beim 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde.) Reg. Nr. 115 , . a 14- November. Dem Bundesrathe ist der Entwurf eines Gesetzes. V°? ®b8'ln' nebst Begründung zugegangen. Die Angelegenheit bcn Bundesrath und den Reichstag in dem letzten Jahrzehnt wieder- datz sie zum Abschluß gebracht worden ist. Der jetzt vorgelegte Entwurf entspncht int Wesentlichen demjenigen, welcher dem Reichstage im Jahre 1883 Vorgelegen hatte. Die Hauptbestimmungen des Gesetzes lauten: c . S 1. Das Zerstören und das Ausheben von Nestern oder Brutstätten der Vögel, oas booten, Zerstören und Ausnehmen von Jungen und Eiern und das Feilbieten der gegen dieses Verbot erlangten Nester, Eier und Jungen ist untersagt. Auf die Be- L j lJ1? Aeftern, welche sich an oder in Gebäuden oder in Hofräumen befinde», bezieht sich dieses Verbot nicht. Auch sindet daS Verbot keine Anwendung auf da- Emsammeln und Fetlbieten der Eier von Strandvögeln, Seeschwalben, Möven und Kldttzen, jedoch kann durch Landesgesetz oder landespolizeiliche Anordnung das Einsammeln der Eier dieser Vögel für bestimmte Orte oder für bestimmte Zeiten untersagt il, «erboten ist ferner a. das Fangen und daS Erlegen von Vögeln zur Nachtzeit mittels Leimes, Schlingen, Netzen oder Waffen; als Nachtzeit gilt der Zeitraum, welcher eine Stunde nach Sonnenuntergang beginnt und eine Stunde vor Sonnenaufgang endet; b. jede Art des Fangens und der Erlegung von Vögeln, fa lange per Loden mit Schnee bedeckt ist; c. das Fangen von Vögeln mit Anwendung von Kornern oder anderen Futterstoffen, denen betäubende oder giftige Beftandtheile betgemischt sind, oder unter Anwendung geblendeter Lockvögel; ä. das Fangen von Vögeln mittelst Fallkäfigen, Raufen, großer Schlag- und Zugnetze, sowie mittelst beweg- Ucher und tragbarer, auf dem Boden oder quer über das Feld, das Niederholz, daS Rohr oder den Weg gespannter Netze. Der Bundesrath ist ermächtigt, auch befummle andere Arten des Fangens, sowie das Fangen mit Vorkehrungen, welche eine Massen- verttlgung von Vögeln ermöglichen, zu verbieten. $ 3. In der Zeit vom 1. März September ist daS Fangen und die Erlegung von Vögeln, das Feilbtelea todter Vögel Überhaupt untersagt. Der Bundesrath ist ermächtigt, das Fangen und die Erlegung bestimmter Vogelarten, sowie das Feilbieten derselben auch außerhalb deS im Absatz 1 bestimmten Zeitraums allgemein oder für gewisse Zeiten oder Bezirke zrr untersagen. $ 4. Dem Fangen im Sinne dieses Gesetzes wird jedes Nachftellen zum Zwecke des Fangens oder Tödtens von Vögeln, insbesondere das Aufstellcn von Netzen, Schlingen, Leimruthen oder anderen Fangvorrichtungen gleichgeachtet. Zu wissen- scyaftltchen oder Lehrzweckcn könnm Ausnahmen von den Bestimmungen der SS 1—3 bemtaigt werden. Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz werden mit Geldstrafen bis zu 150 JL oder mit Hast bestraft, gleicher Strafe unterliegt Derjenige, welcher unterläßt, Kinder oder andere Personm unter seiner Botmäßigkeit von Uebertretung de8 Gesetzes abzuhalten. S 8 lautet: „Die Bestimmungen dieses Gesetzes finden keine Anwendung a. auf das im Prioateigenthum befindliche Federvieh, b. auf die nach Maßgabe der Landesgesetze jagdbarm Vögel, c. auf die in nachstehendem Verzeichniß aufgefuhrten Vogelarten: 1) Tagraubvögel, 2) Uhu«, 3) Eisvögel, 4) Würger (Neun- tödter), 5) Kreuzschnäbel, 6) Sperlinge (Haus- und Feldsperlinge), 7) Kernbeißer, 8) Rabenartige Vögel (Kolkraben, Rabenkrähen, Nebelkrähen, Sandkrähen, Dohlen, Elstern, Eichelheher, Nuß- und Tannheher, 9) Waldtauben (Ringeltauben, Hohltauben, Turteltauben), 10) Wasserhühner (Rohr- und Bleßhühner), 11) Reiher (eigentliche Reiher, Nachtreiher oder Rohrdommeln), 12) Störche (weiße oder Haus- und schwarze oder Waldstörche), 13) Säger (Sägetaucher, Taucherganse), 14) Flußseeschwalben. 15) alle nicht im Binnenlande brütende Möven, 16) Kormorane, 17) Taucher (Eistaucher und Haubentaucher). Auch wird der in der bisher üblichen Weise betriebene Krammetsoogelfang durch die Vorschriften dieses Gesetzes nicht berührt. Hesterreich. Wien, 16. November. In der heutigen Sitzung der ungarischen Delegation erklärte der Präsident Graf Tisza, er glaube einem Wunsche der Delegation zu begegnen, indem er der tiefgefühlten Theilnahme derselben über die Besorgniß erregende Nachricht aurdrücke, welche im „Reichs-Anzeiger" leider in einer bereit» jeden Zweifel ausschließenden Form über die ernste Gefährdung der Gesundheit des deutschen Kronprinzen vorliege. Gleichzeitig sprach der Präsident die Hoffnung aus, daß die göttliche Vorsehung die traurigen Folgm des ernst austretenden Nebels von der kaiserlichen Familie und der deutschm Nation abwenden werde. Die Delegation gab ihre allgemeine Zustimmung zu erkennen. Nr. 269 Freitag Nn 18. November iWs Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Dem Bundesrathe ist eine sehr zeitgemäße Vorlage zugegangen, nämlich betr. den Schutz von Vögeln. Der socialdemokratische Reichstags-Abgeordnete Hasenclever, Vertreter des sechsten Berliner Wahlkreise-, ist während eine» Aufenthalte» in Berlin — Hasencleoer war in Berlin au-gewiesen — plötzlich irrsinnig geworden und wurde der Bedauernswerthe daher in der Maison de santd in Schöneberg untergebracht. In der Schweiz hat am Sonntag eine kleine Nachlese zu den neulichen Nationalrathswahlen stattgesunden. E» handelte sich um die Nachwahlen in den Santonen Zürich, Bern und Appenzell - Jnnerhoden, bei denen sämmtlich die liberalen Candidaten gewählt wurden; die liberal-radikale Mehrheit in der Schweizer Volksvertretung ist hiermit noch vergrößert worden. Am gleichen Tage erfolgte die Wahl eine« Staatsrathes für Genf, wobei die liberal-radikale Liste mit Carterets siegte. Deutschland. Darmstadt, 16. November. (Militärdienst Nachrichten.) Es wurden: Der Assistenzarzt 2 Klasse Spam er vom 3. Großh. Hess. Jnf.-Reg. (Leib- Reg.) Nr. 117, zum Assistenzarzt 1. Klaffe, der Unterarzt der Reserve"Dr. Fink vom 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Hess. Landw.Regt. Nr. 116, zum Assistenzarzt 2. Klaffe der Reserve — befördert; durch Verfügung des General-Stabsarztes der Armee sind die nachstehend aufgeführten bisherigen Studirenden der militär^ärztlichen Blldungsanstalten vom 1, Oktober d, Js, ab zu Unterärzten — Dem Aufhöre» des HustenS muß vor Allem die Schleimlösung vorangehen, ohne nachdrückliche Beseitigung des Auswurfs kann von wirklicher Heilung keine Rede sein. Zur Absonderung des Schleimes leisten nun, wie ärztlich bezeugt, die Sodener Mineral-Pastillen (erhältlich in allen Apotheken K 85 per Schachtel) die besten Dienste. Leipzig, den 29. December 1886. Sehr geehrter Herr! Ich kann Ihnen mittheilen, daß die Sodener Mineral-Pastillen ganz vorzüglichen Erfolg gehabt. Sofort haben sie außerordentlich günstig aus Expectoralion gewirkt, so daß der Husten, der allen angewandten sonstigen Mitteln trotzte, sich schnell zum Besseren gewendet hat und wie ganz verschwunden ist. Hochachtungsvoll gez. Dr. med. Obst. 6950 Gottesdienst der israelitischen ReligionsgeskUschssl. Freitag Abend 4oe Uhr, Samstag Vormittag 880 Uhr, Samstag Nachm. 301 Uhr, Samstag Abend 4“ Uhr. Die Kerber'sche Univ.-Buchhandlung in «ietzen, Kirchenplatz, gibt ein wöchentliches Verzeichnitz sämmtlicher Erscheinungen der in- und ausländische,n Literatur aus, welches verehrl. Bücherfreunden gratis zur Verfügung steht. — Ferner wird daselbst ein Lagerkatalog der gangbarsten Werke aus allen Wissenschaften ebenfalls gratis mitgetheilt; bei der Abtheilung Rechtswisfenschaft sind die Ausgaben der Gesetze nach den Materien geordnet und die Commentare mit dabet angegeben. 6597 Gienen, 16. November. Ein Unbekannter, angeblich Pferdehändler aus Dresden, welcher um 5. d. Mts. in Muschenhetm bet Lich mittelst Erbrechens von Behältnissen ca 400 JL in Gold- und Silberstücken gestohlen hat, wird von hiesiger Staatsanwaltschaft verfolgt. Der Thäter soll 30-40 Jahre alt, bartlos und von blasser Gesichtsfarbe sein, auf der rechten Wange eine Schmarre oder Mal haben, dunkle Kleider, Kamisol. halbhohen Hut tragen und sächsischen Dialect sprechen. Gietze«, 17. November. Heute Nacht sank das Thermometer auf 14 unter 0. Daß demzufolge die Thierwelt in Feld und Wald, namentlich die Vögel, sehr übel charan sind, bedarf keiner weiteren Erörterung. Namens der hungernden und ftieren- -en Geschöpfe ergeht an Alle die herzliche Bitte, derselben in den kalten Wintertagen ru gedenken und die Brodrefte rc. auf schneefreien Plätzchen für sie auszustreuen. — Es wird uns die Mittheilung, daß bei dem 50jährigen Jubiläum des Herrn Rechtsanwalts Justizrath Dr. Diery auch die hiesige Spar- und Leihkasse durch ihren Ausschuß, dessen Mitglied der Jubllar ist, gratuliren ließ. Eine Deputation, bestehend aus dem Präsidenten und dessen Stellvertteter, überbrachte die Glückwünsche. — Im benachbarten Orte Wißmar wurde am Montag der Launsbacher Polizei- dtener v. d. Sterren von einem vagirenden Schlossergesellen schwer verletzt. Der Polizeidiener hatte den Strolch nach der Wohnung des Vorstehers gebracht, um dort Protokoll zu machen. Im Augenblick, als der Beamte das vom Vorsteher verfaßte Protokoll unterschreiben sollte, stürzte sich der Vagabund mit gezücktem Messer auf denselben und brachte ihm 6 Stichwunden bei, 4 in den Rücken und 2 in die Brust. Die Wunden werden altz sehr gefährlich bezeichnet. Der Attentäter ist aus Stettin gebürtig. Lollar, 15. November. Heute wurde hier ein Weltsprache- (Volapük) Verein bearündet, dem'sofort eine größere Anzahl Personen beitrat. 8 ( Vermißt.) 500 JL Belohnung setzt die Großh. Staatsanwaltschaft zu Mannheim auf die Ermittelung des feit dem 16. October d. I., Abends VzW Uhr vermißten Privatmannes Maier Würzburger von Rohrbach, zuletzt wohnhaft iu Mannheim Der Vermißte ist 67 Jahre alt, mittelgroß, hat eine starke Glatze und einen Vollbart mit ausrasirtem Kinn, faltenreiches Gesicht, 2 steife, gekrümmte F nger, trug einen dunkelgrünen Uebcrzieher und dunkelbraunen Sackanzug, braunen F lzhut, eine goldene Uhr mit Medaillon, sowie drei Ringe und war mit ziemlich vielem Geld versehen. November. Seit heute Morgen ist man damit beschäftigt, unterhalb der neuen Straßenbrücke hier das Prosil des Rheinbettes aufzunehmen. Qroerf dieser Arbeit, die im Auftrage unserer städtischen Verwaltung ausgefuhrt wird, ttt durch die Untersuchung festzustellen, daß die Versandungen, welche sich unaufhörlich vor dem neuen Hafen hier bilden und zu deren Beseitigung die Stadt fortgesetzt enorme Mittel für Baggerungen aufwenden mutz, ihren Anlatz in der durch die Rhcincorrection aeaebenen Strömung des Flusfes haben. Auf Grund der Resultate dieser Untersuchung wird die städtische Verwaltung die geeigneten Schritte thun, damit die Koste» dieser ständig nothwendigen Baggerungen aus Staatsmitteln getragen werden. a Mainz, 16. November. Aus ganz Rheinhessen laufen Meldungen über den außergewöhnlich heftigen Frost der verflosfenen Nacht ein. In dem Eantonsort Worstadt will man 11 Grad unter Null beobachtet haben. Hier -elgte das Thermometer im dreien gegen 4 Uhr Morgens 9 Grad, während des Tages 3 bis 4 Grad unter Null. — Wie das „M. I." mtttheilt, hat die Beförderung von Auswanderern auf sogenannte Freibillets einzelnen Krcisverwaltungsbehörden Veranlassung au , einer besonderen Verfügung an die Bürgermeistereien gegeben. In neuerer Zett reisen nämlich zahlreiche Auswanderer mit Freibillets, welche denselben von Amerika von Verwandten zuaesandt werden. Die Beförderung dieser Personen geschieht gewöhnlich durch Agenten^ ohne daß letztere den Bestimmungen der Verordnung vom 21. Januar 18v1enrsprechen. Da die Agenten die Beförderung von Auswanderern überhaupt nur nach Maßgabe dieser Verordnung übernehmen dürfen, werden die Ortsvorsteher beauftragt, den Agenten unter Androhung der Concessionsentziehung zu bedeuten, genau dre Bestimmungen der Verordnung vom 21. Januar 1851 einzuhalten. — Bei der von den Herren Bennecke, Hecker u. Co. bet Staßfurt ob gehaltenen Treibjagd wurden 1821 Hasen erlegt. Generalpostmerfter v. Stephan und Mmister Bötticher nahmen an der Jagd Thcil. — Die zum Besten der Erbauung eines Lutherbrunnens in Nordhausen veranstalteten Luther-Festspicle haben eine Einnahme von 12,000 JL erzielt, wovon etwa 7000 JL Unkvüen abgehen. . f m . — sOb's wohl fleht?] Die russische Regierung braucht Geld, viel Geld, und die Berliner und sogar die Pariser Börse will nichts herausrücken, nicht einmal.mm» die höchsten Zinsen. Da hat man bei Bobodonoszew, dem Obersten der Geistlichkeit, vertraulich angefragt, ob nicht die reichen Klöster und Kirchen einen Theil ihres Ueber- flusies mobil macken und dem Staate vorschtetzen wollen? Er machte em so saures Gesicht, als ob man ihm in den Augapfel gegriffen hätte, und meinte dann, überlegen W°flC ^Stuttgart, 16. November, 8 Uhr 15 Min. Abends. Die große städtische Hopfenhalle steht in Flammen. Der Mittelbau ist soeben eingesturzt. Die darin befindlichen Hopfenoorräthe, sowie das gesammte Mrßbudenmatertal sind zerstört Die Feuerwehr arbeitet angestrengt, um die umliegenden Gebäude, wie die Turnhalle rc., zu schützen. Ein weiteres Telegramm besagt: Die Hopfcnhalle ist ß.anzlich zerstört und bereits ein rauchender Trümmerhaufen. Es war dies in diesiger Stadt das größte Feuer seit Jahren. Entdeckt wurde das Feuer, das rapid um sich griff, um s//7 Uhr. Die Gefahr für die Nebengebäude ist befeitigt. Die Ursache des Brandes noch unbekannt, der Schaden sehr bedeutend. ,ri . (v; 2 ) ** Die Direction des Norddeutschen Lloyd in Bremen ist immer bestrebt, den weitgehendsten Anforderungen des reisenden Publikums zu genügen, sticht nur bezüglich der Schnelligkeit der Dampfer leistet diese Schifffahrtsgesellschaft zur Zeit bad beste aller bisher bestehenden Linien, auch sind die Dampfer mit allen erdenklichen Bequemlichkeiten ausgestattet, um dem reisenden Publikum dm Aufenthalt auf See so angeneh« wie nur möglich zu machen. Aber auch im Entgegenkommen ist die Gesellschaft immer bestrebt, Alles aufzubicten, den Weltverkehr zu fördern, dies beweist wieder eine neuere Verfügung des Lloyd, welche denjenigen Personen, welche die nächstjährige Weltausstellung in Melbourne als Aussteller beschicken, eine Vergünstigung von 20pCt. für die Reise nach Melbourne gewährt. Es kann dieses Entgegenkommen der Gesellschaft von den Interessenten gewiß nur mit Freuden begrüßt werden. , t.-nx, mm Reservefonds und zwei Drittel des Kapitalwerthes der b-anfprucht werden, wenn bis »um Eint tN^d ^nst tritt eine Kürzung TuchsaM'I in As»- fldegt. Die angrenzenden Gebäude »urdcn gerettet. In d “™"S> u w <» «-,-»»-> ->» < 6rbfto§ n)abr9tnommen. flEfirigtn Verhöre vor dem Untersuchungsrichter blieb Ml^bei seiner Behauptung, daß die sragltchen Briese im Jahre 1884. s^rteben Sb der Sachverständige erklärt-, sie 8SS .Ä" •»" Dtrector Crrwalho gibt während des Verhörs eine lange Auseinander fftzung. Er habe »» nach den p° i,°iltch-n Vorschriit-n gerichtet, di- Polizei Hube betohten, den eis-rn-n Vorhang herab,ulaß-n aber der Befehl sei nicht gehört w°rden Die F-uer«°hrleu- erklären, daß sie, durch die Rauchmasseu blind geworden, dasNothige nicht hatten verrichten könnm. @en£takonfu( in P,sth^ 6err Belle, ist zum G-n-ralconsul in Frank- 11111 ° Lon»-«716. November. Nach einer bei Lloyds -ingeg°ng-n-n D-p-sche ist der englische Dampier.Wahyeung" auf dem Kantonflusse verbrannt. Man vesurchtet, daß 400 ^Kaag, 1? Novembers Die Convention betreffs des Handels und Austmrsches starker geist^er Getränke an Fischer in der Nordsee, ist heute von Deutschland, England Fr-nkr-tch, Dänemark, Belgien und der Niederlande unter,e.chnet worden e ß Der „Gaulots" ist wegen seines Artikels, überschrieben „Vive le roy- in Der oberste Eisenbahnrath b-Ichastig.e sich h-ut- mit der Frage der Gctreidctarife im Verkehr mit den Östseehäfen und der westlichen Landesgrcnze. Di- Vertreter der Bahn beantragten die Wt-d-rh-rst-llung des im aedachten Verkehr bis zum 1. Mär, 1887 in Kraft gewesenen höheren G-Ir-td-tari s 6 Belgrad, 16. November. Ministerpräsident Ristic beriet sur morgen sammtltch- tn Belgrad weilenden Kron, und Volksvertreler zur Besprechung von Angelegenheiten der L-kuptschtna. Der .Globe" will wissen, die Regterung bätte für die Eventualilät weiterer im W-st-nd- stattfindender Unruhen die «eretdtgung von 20,000 Special-Constablern beschlossen. Eine amtliche Bestätigung der Nachricht liegt bis jetzt nicht Dor.; , Uui-ersttätö - Ghrouik. Der außerordentliche Professor Dr. Guido Richard Wagener in Marburg ist mit dem Charakter als Geheimer Medicinalrath beliehen und zum ordentlichen Honorarprofessor in der medicinischen Fakultät der dortigen Universität ernanntjporben.(~trfl^urg fommt Kunde, daß Professor Kußmaul, der Leiter der medicinifchen Klinik der Universität, am Ende dieses Halbjahres seine akademische Lehrthätiflkeit aufgeben werde. Zu feinem Nachfolger ist Professor Naunyn in Königsberg ausersehem . Allgemeiner Anzeiger. Agenten ersten Ranges, welche mit besseren Restaurants und Cafö'S in Verbindung stehen, zur Einführung eines patentirten epodtemacÄcittiet» Artikel» non größter und leichtester VerbreitungSsLhigkeit an allen Plätzen gesucht. 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Das Oeffne« des Haupillbsperrhahns geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstano erfolgt. “ 9 ^.Abzweigleitungen nach Waschküchen, Hosräumen und Gärten sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren. rr empstchlt es sich, die Waffermeffer mit Stroh, Säcken oder ähnlichen ri hol?" " iu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen Gießen, im November 1887. 8598 Städtisches Gas- u. Wasserwerk Giessen. Zmnene Wärmflaschen ä- Warmor-Wärmfleine empfiehlt___[8590] I. H. F«hr. Alleinige Niederlage für Grefieu und Umgegend bei L. Süss, Marktstrasse 9. Earbo!- Thsrrschwefel-Seifs bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt in kürzester Frist eine reine, blendendweiße Haut. Vorräthig » Stück 50 bei Carl Schwaad. [8588 la. Honigkuchen aus reinem Bienenhonig, sowie Nürnb. Lebkuchen in bester Qualität empfiehlt 8600 Ferd. Drebee^ Markplatz 21. 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