Nr. ISS Samstag den 18. Juni 1887. ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Brrreairr Schul st ratze 7. orotfl Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Theil. Betreffend: Schießübungen. Bekanntmachung. Am 23. und 24. l M, Vormittags von 8 Uhr ab, findet auf der Schaafweide bei Wismar eine militärische Schießübung mit der Schußrichtung von der Lahn gegen die Teufelsberge statt. Für die Dauer des Schießens wird die Straße Wismar—Ruttershausen von der großen Kiesgrube östlich des ersteren Ortes bis zur Lahnkrümmung westlich von Ruttershausen gesperrt werden. Ferner hat der Verkehr auf den Feldern westlich der Teuselsberge, auf dem Weg längs des Wismarbachs und von Crofdorf über die Teuselsberge nach Ruttershausen zu unterbleiben. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der bethelligten Gemarkungen wollen dies alsbald in ortsüblicher Weise in ihren Gemeinden bekannt machen lasten. Gießen, am 16. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________Dr. Boekmann._________________________________________________ Bekanntma chung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Mai 1887 veröffentlicht: Hafer JL 12.83, Heu JL 6.— , Stroh Jt 6.— pro 100 Kilogramm. Gießen, den 13. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 15. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen den Premier-Lieutenant a. D. Locher, früher im Feld - Artillerie - Regiment Nr. 25 sGroßh. Artillerie- Corps), unter die Großherzoglichen Officiere ä la suite der Artillerie auszunehmen geruht. Irankreich. Paris, 16. Juni. Deputirtenkammer. Steenackers richtet an die Regierung eine Anfrage wegen Verzögerung des Berichts der Commission, welche beauftragt war, den Antrag, betreffend die Besteuerung von Ausländern, zu prüfen. Der Ministerpräsident Rouoter erwidert, die Regierung müsse sich diesem Gegenstände gegenüber sehr reservirt verhalten; die Handelsverträge garantirten den Unterthanen der kon- trahirenden Nationen freie Ausübung ihrer Beschäftigung, mögen sie Handeltreibende oder Arbeiter sein; die Frage sei eine sehr delikate; man dürfe nicht bei Behandlung derselben Worte gebrauchen, welche die Beziehungen Frankreichs mit den auswärtigen Mächten stören könnten. Steenackers bringt einen Anttag ein, in welchem er darauf besteht, daß die Commission den Bericht vorlege. Der Antrag wird abgelehnt. — Anläßlich des von Deutschland zu erbauenden Nord-Ostsee-Canals fragt Delattte, ob die Regierung die kommerziellen und strategischen Folgen dieses Unternehmens in's Auge gefaßt habe und ob dieselbe nicht ihrerseits einen Canal zu erbauen gedenke, der den Ocean mit dem Mittelländischen Meere verbinde. Ter Minister für öffentliche Arbeiten, de Heredta, erwidert, das Project sei zur Ausführung noch nicht reif; dasselbe würde 1500 Millionen kosten; auch würden die Erträgnisse des Durchgangsverkehrs die Zinsen nicht decken, es handle sich also um ein Unternehmen, das große Lasten auferlege und von der Regierung aufmerksam geprüft werden müsse. Was die projectirte Herstellung eines Seehafens in Paris angehe, so könne die Regierung bei dem gegenwärtigen Stande der Finanzen an ein so kostspieliges Unternehmen nicht denken; man müsse es der Initiative der Prioatindustrie überlassen, ob dieselbe das Project ohne Beihilfe des Staates ausführen könne. Keichstaq. P. Berlin, 15. Juni 1887. (43. Sitzung.) Die Sitzung wird Abends 8 Uhr fortgesetzt. Auf der Tagesordnung steht zuerst die erste und zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete. Abg. Dr. Meyer-Jena (natl.): Bei der Geschäftslage des Hauses sei eine Erledigung des Entwurfs in dieser Session nicht möglich. Man müsse sich daher auf das Dringendste beschränken. Er beantrage die Annahme einer Bestimmung, durch welche dem Kaiser die Befugniß ertheilt wird, eine von den nach $ 2 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, maßgebenden Vorschriften abweichende Regelung der Rechtsverhältnisse an unbeweglichen Sachen eintreten zu lassen. Staatssecretär Dr. v. Schelling erklärt sich hiermit einverstanden. Der Antrag Meyer wird angenommen. Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betteffend die Verwendung gesundheitsschädlicher Farben bei der Herstellung von Nahrungs- und Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen. (Res. Abg. Witte.) Staatssecretär v. Bötticher erklärt, die von der Commission vorgeschlagenen Abänderungen beim Bundesrath befürworten zu wollen. Die Abgeordneten Dr. Ba umbach und Witte beantragen: „Den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß im Wege internationaler Vereinbarung diejenigen Farben bezeichnet werden, welche von den betheiligten Staaten bei der Fabrikation von Spielwaaren zugelassen werden sollen. Staatssecretär v. Bötticher spricht sich gegen die Resolution aus, welche eine ganz andere Tendenz verfolge als die Vorlage. Eine solche internationale Vereinbarung, wie sie hier gewünscht werde, sei nicht zu erzielen. Gehen wir eine solche Vereinbarung ein, so müssen wir sie halten, während wir keine Garantie dafür haben, daß sie anderwärts streng gehalten werde. Unsere Industrie werde also keinen Vortheil, wohl aber Nachtheil davon haben. Die Vorlage wird durchweg in der Fassung der Commission angenommen; die Abstimmung über die Resolution findet erst in dritter Lesung statt. Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Unfallversicherung der Seeleute. (Res. Abg. Gebhard.) Abg. Dr. Windthorst fürchtet von der Vorlage eine Schädigung der Rheder die sich so wie so schon in einer ungünstigen Lage befänden. ' Staatssecretär v. Bötticher kann nicht zugeben, daß den Rhedern zu große Lasten durch dieses Gesetz auferlegt würden. Die Vorlage habe eine jahrelange sorgfältige Vorbereitung erfahren. Die Erledigung der Unfallversicherung der Seeleute sei ein nothwendiger Schritt, wenn nächstes Jahr die Alters- und Invaliditäts-Fürsorge der Arbeiter in Angriff genommen werden solle. Abg. Wo er mann (natl.) betont dem Abg. Windthorst gegenüber, daß gerade die naimuben Interessen in der Commission genügende Vertretung und Berücksichtigung gesunden. Namentlich fei den Verhältnissen der kleineren Rheder Rechnung getragen worden. Er empfehle die Annahme der Vorlage, damit die Wohlthat des Gesetzes den Seeleuten bald zu Theil werde. Abg. Dr. Brömel (frs.) verbreitet sich über die ungünstige Lage der Rhederei Die Commissionsvorlage vermöge die in der ersten Lesung geäußerten Bedenken nicht zu beseitigen. Der Regelung der Unfallfürsorge der Seeleute stehe er sympathisch gegenüber, aber man dürfe auch die Rhederei nicht überlasten; diese Vorlage habe nicht das Richtige getroffen. Staatssecretär v. Bötticher: Der langen Rede kurzer Sinn sei: ich will die Vorlage nicht, ich weiß aber auch nichts Besseres. Er sei bereit, noch jetzt über etwaige Anträge des Herrn Brömel zu diskutiren. Derselbe habe solche Anträge weder in der Commission noch im Plenum eingebracht. Das Gesetz abzulehnen würde geradezu eine Grausamkeit gegen die Seeleute sein, denen man damit eine Wohlthat vorenthalte die anderen Arbeiterkategorien zu Theil werde. Abg. Spahn (Centr.) befürwortet die Vorlage. Abg. Kräcker (Soc.) theilt nicht die Meinung der Abgeordneten Dr. Windthorst und Brömel, daß das Zustandekommen dieses Gesetzes hinauszuschieben fei. In der Commission sei die Vorlage verschlechtert worden; bei der Situation des Hauses hätten seine Freunde aber darauf verzichten müssen, Verbesserungs - Anttäge einzubringen. S 1 wird angenommen. * A In 8 2 wird auf Anttag des Abg. Struckmann (natl.) folgende Fassung angenommen: „Als ein deutsches Seefahrzeug im Sinne dieses Gesetzes gilt jedes ausschließlich oder vorzugsweise zur Seefahrt benutzte Fahrzeug, welches unter deutscher Flagge fährt." Im Uebrigen wird die Vorlage durchweg nach den Commissionsanttägm angenommen. Dagegen stimmen die Freisinnigen und einige Centrumsmitglieder unter Führung des Abg. Dr. Windthorst. 9 B Morgen Vormittag 10 Uhr: Rechnungssachen, Zuckersteuer, Jnnungsgesetz rc. Berlin, 16. Juni 1887. (44. Sitzung.) Bezüglich der Rechnung der Kasse der Oberrechnungskammer für 1884/85 wird Decharge ertheilt. Ebenso wird die Reichsschuldenverwaltung, sowie der Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds für ihre Rechnungen dechargirt. Eine Anzahl von Etatsüberschreitungen in 1885/86 werden vorläufig genehmigt. Es folgt zweite Berathung der Zuckersteuervorlage. S 1, welcher den Einfuhrzoll für Syrup und Melasse auf 15 JL und für anderen Zucker jeder Art auf 30 JL. festsetzt, wird debattelos angenommen. S 2 bestimmt, daß die Zuckersteuer als Materialsteuer und als Verbrauchsabgabe erhoben wird. Abg. Pfafferott (Centr.) spricht seine Genugthuung darüber aus, daß man bezüglich der Zuckerbesteuerung endlich zu einem anderen System gelangt fei, welches ben Uebergang zur Fabrikatsteuer bilden werde. Er und ein Theil feiner Freunde vom Centrum hielten die Regierungsvorlage für besser als den Antrag ChamarS, würden aber für den letzteren im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes stimmen, da damit immer noch eine Besserung gegenüber dem jetzigen Zustande geschaffen werde. Die Abgg. Dr. Mey er-Halle und Schrader beantragen, die Materialsteuer ganz zu streichen. c _ Der Antrag Meyer wird gegen 6 Stimmen abgelehnt und 8 2 in der Commtsstons- fassung angenommen. § 3 der Regierungsvorlage setzt die Materialsteuer vom 1. August:1ööö auf 1 JL für 100 Kilogramm rohe Rüben und die Verbrauchsabgabe auf U) für 100 Kilogramm Zucker fest. In Verbindung damit wird § 6 discuttrt, welcher die Steuervergütung feststellt. r _ .... , -. In der Commission ist eine Verständigung über die Steuersätze und die Steuervergütungssätze nicht erzielt worden. Dagegen haben sich Vertreter der beiden conser- vativen Parteien, der nationalliberalen Partei und des Centrums auf der Grundlage eines Antrags ChamarS zu einem einheitlichen Vorschläge geeinigt. Danach soll die Materialsteuer 80 H, die Verbrauchsabgabe 12 JL und die Steuervergütuna 8.50 JL (für Rohzucker und Raffinade), 10.65 (für Kandis und Zucker in Broden) und 10 JL (für alle übrigen harten Zucker rc.) betragen. Abg. o. Kardorff (Reichsp.) befürwortet den Antrag ChamarS, trotz mehrfacher Ausstellungen, die er an demselben zu machen hat. Gerade in heutiger ernster Zeit sei es hoch erfreulich, daß die großen staatserhaltenden Parteien in der wichtigen Reform der Zucker- und Branntweinsteuer zusammenstehen. Staatssecretär Dr. Jacobi constatirt, daß es den verbündeten Regierungen zur Freude und Genugthuung gereiche, daß die Commission im Princip auf den Boden der Vorlage getreten sei, wenn auch über die maßgebenden Paragraphen 3 und 6 ein formeller Abschluß nicht erzielt worden. Der Antrag Chamar6 komme der Regierungsvorlage am nächsten, durch denselben werde die unsichere Materialsteuer verkürzt, die sichere Consumsteuer erhöht, ein Umstand, der seitens der verbündeten Regierungen sicher Würdigung finden werde. c Abg. Schrader (frs.) beantragt, in § 3 die Materialsteuer und demgemäß auch die Bestimmungen über die Exporivergütung des 8 6 zu streichen, dafür aber die Consumsteuer auf 12 festzusetzen. Gerade in heutiger ernster Zeit sei es doch sehr bedenklich, ein Gesetz zu machen, dessen Tendenz sei, eine wohlfituirte Industrie auf Kosten der Steuerzahler zu begünstigen. Abg. Graf Cha mar 6 (Centr.) befürwortet kurz seinen Antrag. Derselbe bilde einen Uebergang zur Fabrikatsteuer, die ja kommen werde, welche aber jetzt noch nicht durchführbar sein würde. Abg. v. Bennigsen (natlib.): Gerade vom Standpunkte der Herren Schrader und Witte bilde die Regierungsvorlage und der Antrag Chamar6 einen großen Fortschritt. Das System der Exportprämien werde ja durch dieses Gesetz nicht neu eingeführt, dasselbe bestehe und werde durch dieses Gesetz zum ersten Male in erheblichem M.^ße eingeschränkt. Der Zuckerconsum sei gestiegen, aber bei Weitem nicht in dem Maße, wie die Zuckerpreise gesunken seien. Ohne die deutschen Rübenzucker würden wir die unsinnigsten Preise für Colonialzucker zahlen. Er bitte den Antrag ChamarS anzunehmen als den gelungenen Versuch einer Besserung gegenüber dem bisherigen Zustande. Abg. Schrader (frs.): Jetzt sei die Gelegenheit zum Uebergange zur Fabrikatsteuer günstig; lasse man dieselbe vorübergehen, so werde man schließlich unter viel schwierigeren Verhältnissen den Uebergang bewerkstelligen müssen. Abg. v. Rauchhaupt (cons.): Durch die Vorlage werde die Zuckerindustrie nicht begünstigt, sondern im Gegentheil belastet. Während sich die Börse als ganz unergiebig erwiesen habe, müsse auch hier wieder der Grundbesitz eintreten und immer neue Lasten auf sich nehmen. Abg. Dr. Witte (frs.) beantragt Herabsetzung der Exportoergütungssätze. Staatssecretär Dr. Jacobi und Abg. Duvigneau (natlib.) wenden sich gegen den Antrag Witte. Die Anträge des Abg. Grafen ChamarS werden mit großer Majorität angenommen. Der Rest des Gesetzes findet ohne weitere erhebliche Debatte nach den Vorschlägen der Commission mit einigen vom Abg. Spahn beantragten Modificationen Annahme. Auf der Tages-Ordnung steht ferner: Zweite Berathung der Novelle zum Jnnungsgesetz (Referent: Abg. Kurtz). § lOOf betrifft die Heranziehung von Nichtinnungsmitgliedern zu den Kosten der von den Innungen getroffenen Einrichtungen für Herbergswesen, Nachweis für Gesellenarbeit, gewerbliche und technische Ausbildung und Gewerbeschiedsgerichte. Nach der Regierungsvorlage soll dieses Recht durch die höhere Verwaltungsbehörde den Innungen auf deren Antrag gewährt werden können. Die Commission beantragt dagegen, daß dieses Recht einer Innung ohne Weiteres zustehen soll, wenn ihr mehr als die Hälfte der Arbeitgeber, welche ein in der Innung vertretenes Gewerbe selbstständig betreiben, beigetreten sind, vorausgesetzt, daß die unternommenen Einrichtungen dem öffentlichen Interesse entsprechen. Bundescommissar Geh. Ober-Regierungs-Rath Lohmann spricht sich eingehend gegen die Commissionsfassung aus, die ein Mißtrauensvotum gegen die oberen Per- waltungsbehörden enthalte. Abg. Duvigneau (natlib.) beantragt Wiederherstellung der Regierungsvorlage, sowie einen Zusatz, wonach die Beitragspfltcht für gewerbliche Schulen und Schiedsgerichte nicht etntreten soll, wenn in dem betr. Bezirke von Gcmeindewegen gewerbliche Schulen eingerichtet sind oder statutarische gewerbliche Schiedsgerichte bestehen. Durch Annahme der Regierungsvorlage werde ein großer Schritt zur Förderung der Innungen gethan, ohne daß ein unberechtigter Zwang geübt werde. Abg. Ackermann (cons.) vertheioigt das von der Commission beantragte Majoritätsprincip. Soweit das öffentliche Interesse eine Ausnahme gebiete, werde dieselbe von der Commission concedirt. Abg. v. Rheinbaben (Reichsp.) erklärt, daß seine Freunde nicht in der Lage seien, für die Commissionsbeschlüsse zu stimmen. Eine Sicherheit für die Güte der getroffenen Einrichtungen könne unmöglich aus dem Umstande entnommen werden, daß die Mehrheit der Handwerksmeister in der Innung vertreten sind. Abg. Hitze (Centr.) spricht sich für die Commissionsbeschlüsse aus. Abg. Dr. Baumbach (fr eis.) spricht sich gegen die Vorlage sowohl in der Fassung der Regierung als in der Der Commission aus, hofft aber, daß die Annahme immer größerer Beschränkungen schließlich die Ueberzeugung wachrufen werde, daß lediglich in der Gewerbefreiheit das Heil des Handwerkerstandes zu finden sei. Bundescommissar Direktor im Reichsamt des Innern Bosse erklärt, daß die Commissionsanträge für die Regierung unannehmbar seien. Er gebe doch anheim, unter solchen Umständen die Commissionsanträge fallen zu lassen, denn es handle sich hier in der That um eine klaffende Lücke in unsrer Gewerbegesetzgebung. Abg. v. Kleist-Retzow (cons.): Wenn man auf dem Wege der Innungs- Gesetzgebung etwas erreichen wolle, so müsse man Vertrauen in den Handwerkerstand setzen. Wenn man ihn selbstständig machen wolle, so müsse man ihm Selbstverwaltung geben. Die Commissionsfassung wird abgelehnt, die der Regierungsvorlage angenommen. Der Antrag Duvigneau wird abgelehnt. Im Uebrigen wird die Vorlage im Wesentlichen in der Fassung der Regierung angenommen. Der von der Commission vorgeschlagene Gesetzentwurf, wonach den Innungen die Vorrechte des § 100 e (Lehrlingswesen betr.) zu Theil werden sollen, wenn mehr als die Hälfte der Handwerker, welche ein in der Innung vertretenes Gewerbe selbstständig betreiben, derselben angehören, wird mit 156 gegen 132 Stimmen angenommen. Nächste Sitzung heute Abend 8 Uhr. Gesetzentwürfe für Elsaß - Lothringen, Gesetzentwurf betr. die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz - Bureau. Berlin, 16. Juni. Der Kaiser speiste gestern außerhalb des Bettes und arbeitete bis gegen 9V4 Uhr. Er schlief mit Unterbrechungen gut. Die Schnupfen-Erscheinungen nahmen ab, sonst ist keine wesentliche Veränderung eingetreten. — Prinz Wilhelm reiste Vormittags nach London ab. — Der Reichskanzler ist Nachmittags vom Kaiser empfangen worden und sodann nach Friedrichsruhe abgereist. — Der Bundesrath ertheilte in seiner heutigen Sitzung dem Anträge Sachsens wegen erneuter Anwendungen aus Grund des § 28 des Socialisten- gesetzes (Kleiner Belagerungszustand für die Stadt Leipzig) seine Zustimmung. — Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Gesetze, betr. die Rechtsverhältnisse ver Beamten in den Schutzgebieten und betr. den Nachtrag zum Reichs- Haushalts-Etat. Leipzig, 16. Juni. Hochverrathsproceß. Reichsanwalt Tessendors beantragte am Schluffe seines Plaidoyers gegen den Angeklagten Köchlin 2 Jahre Festungshaft, gegen Blech 3 Jahre, gegen Schiffmacher 2l/2 Jahre, gegen Trapp 2 Jahre, gegen Reybel 2 Jahre Zuchthaus, gegen Jordan 1 Vr Jahre Festung». haft, bezüglich Freund und Humbert die Freisprechung. Die Schlußvorträge wurden heute zu Ende geführt. Die Verteidiger beantragten in erster Linie Freisprechung, eventuell nur Festungshaft. Die Urtheilsverkündigung ist auf Samstag, den 18. Juni, Mittags 12 Uhr, festgesetzt. Elberfeld, 16. Juni. Die hiesige Strafkammer hat den Pfarrer Thümmel und den Buchdruckereibesitzer Wiemann wegen Beleidigung der römi- schen Kirche und des rheinischen Richterstandes zu 9 resp. 2 Monaten Gesäng. niß und in die Kosten verurtheilt. Wien, 16. Juni. Kronprinz Rudolf ist gestern zur Feier des Regierungs-Jubiläums der Königin Victoria nach London abgereist. Brüssel, 16. Juni. Die Repräsentantenkammer genehmigte den von der Regierung geforderten Kredit für die große internationale in Brüssel im nächsten Jahre zu veranstaltende Ausstellung, nämlich 1.800,000 Frcs. für die definitive Errichtung von Baulichkeiten, sodann eine Million für die von der Gesellschaft herzustellenden Galerien. Ferner wurden alle von der Regierung für das Unternehmen verlangten Vergünstigungen genehmigt. Darmstadt, 17. Juni. (Privatdepesche.) Die zweite Kammer nahm einstimmig das kirchenpolitische Gesetz nach der Regierungs-Vorlage an. DerrrrLfÄtrtz. Frankfurt a. M. Der Schützenfestzug am Sonntag den 3. Juli wird folgende Ordnung haben: 1. Gruppe: 6 Ordnungsreiter, Musik der Freiwilligen Feuerwehr, eine Abtheilung der Freiwilligen Feuerwehr, Turnvereine, Musikcorps (13. Hufaren- Regiment), Schützenreiter. (Ausstellung 9 Uhr am Affenthorplatz). 2. Gruppe: 12 Zeiger, Musikcorps (87. Infanterie-Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, ausländische Schützenvereine, Verein Helvetia, Festwagen des Bicycle-Clubs (Schweizerplatz). 3. Gruppe: Musikcorps (Lyroler Capelle), ein Bannerträger zu Pferd, Oefter- reichischer Schützenbund, Festwagen der vereinigten Rudervereine (9 Uhr. Staedel'sches Institut). 4. Gruppe: Musikcorps (27. Artillerie-Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, Jubiläums-Schützen (Schaumainquai). 5. Gruppe: Musikcorps (11. Pionier- Bataillon), ein Bannerträger zu Pferd, Badischer Landesschützenverein, Elsaß Lothringer Schützen, Pfälzer Schützenbund, Musikcorps (Bockenheimer Knabencapelle), Festmagen der vereinigten Innungen (Neue Mainzerstraße). 6. Gruppe: Musikcorps (107. Sächs. Leibgarde-Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, Mitteldeutscher Schützenbund, Thür.- Hess. Bezirks-Schützenverein, Festwagen des Bienenzüchter-Vereins, Saxonia, Kurhessen- Verein (Untermain-Anlage). 7. Gruppe: Herren-Reiter, Musikcorps (81. Hess. Jnf.- Regiment), Bannerträger zu Pferd, Ehrengäste, Bundesvorstand, Städtische Behörden, Jubiläums-Festwagen mit der Bundesfahne und den Bundesfahnen des Allgemeinen deutschen Sängerbundes und der deutschen Turnerschast (Oppenheimerplatz). 8. Gruppe: Musikcorps (23. Dragoner-Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, Norddeutscher Schützenbund, Nordwestdeutscher Bezirksverein des deutschen Schützenbundes, Mecklenb. Landesschützen-Verein, Musikcorps (88. Infanterie-Regiment), Festwagen der Metzger- Innung,.Plattdeutscher Club (Römerberg). 9. Gruppe: Musikcorps (2. Bayerisches Infanterie-Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, Bayerischer Schützenbund, Verein Bavaria, Festwagen des Bauernvereins, Bäckerverein (Roßmarkt). 10. Gruppe: Herren-Reiter, Musikcorps (Hess. Füsilier-Regiment Nr. 80), ein Bannerträger zu Pferd, Schützenbund der Provinz Sachsen, Schützenbund der Provinz Brandenburg, Schützenbund der Provinz Pommern, Schützenbund der Provinz Schlesien, Musikcorps des Veteranencorps, Frankfurter Veteranencorps, Kriegerverein Bornheim, Velociped-Club (Theaterplatz). 11. Gruppe: Musikcorps (Großh. Hess. Leibgarde-Jnf.-Regiment Nr. 115), ein Bannerträger zu Pferd, Württembergischer Landesschützenverein, Verbündete Männergesangvereine (Börsenplatz). 12. Gruppe: Musikcorps (88. Hess. Jnf.- Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, Mittelrheinischer Schützenbund, Rheinischer Schützenbund, Westfälischer Schützenbund, Verein Nassovia, Postzikel, Musikcorps der Kriegerkameradschaft, Kriegerkameradschaft, Festwagen des Küfervereins (Paulsplatz). 13. Gruppe: Musikcorps (24. Dragoner-Regiment), ein Bannerträger zu Pferd, Frankfurter L-chützenverein, Frankfurter Zitherquartett, Winkelmann'scher Männerchor, Veteranencorps Bornheim (Fahrthor). 14. Gruppe: Musikcorps (Frankfurter Musikverein), Allgemeiner Sängerbund, Käwwerngesellschaft, Bornheimer Gesangvereine, eine Abtheilung freiwillige Feuerwehr (Börneplatz). .Mainz, 15. Juni. „Militärfromm" bezeichnete ein hiesiger Burger, wie vor einiger Zeit mitgetheilt, sein Dienstmädchen beim Weggang im Dienstbuch. Das Mädchen strengte Klage an, die indeß durch einen Vergleich endete. Der Zeugniß- aussteller muß ein anderes Zeugniß ausstellen, da dos Mädchen nur mit seinem Bruder, der Soldat ist, verkehrte, und die Kosten tragen, die, da das Mädchen in Folge des ominösen Wortes keine Stelle erhalten konnte, incl. der Gerichtskosten ca. 300 vM betragen. Ein theueres Zeugniß! — Zum Nutzen der Hausfrauen ertheilen die „N. H. V." folgende auf Erfahrung gestützte Rathschläge. Zum Ersten: Um Eßwaaren und Getränke im Sommer recht frisch zu erhalten, thut man wohl, die betreffende Flasche, resp. das betreffende Gesäß in dem Keller in frisches Wasser zu stellen, worin Salz aufgelöst ist. — Zum Zweiten: Man folge getrost den Spuren unserer japanischen Mitbrüder, deren praktische Sitte es ist, ihr Fleisch dadurch im Sommer frisch zu erhalten, daß sie es in eine Porzellan-Terrine thun und sehr heißes Wasser darauf gießen, so daß es vollkommen bedeckt davon ist, dann schütten sie Oel auf das Wasser. Aus diese Weise wird die Luft vollkommen abgehalten und das Fleich bleibt gut, wobei eine besondere Rolle just das heiße Wasser zu spielen hat, indem das Gerinnen des Eiweiß auf der Oberfläche des Fleisches zur Conservirung mitwirkt. — Zum Dritten: Die Butter! Das ist auch im Sommer so ein Gegenstand der Sorge für ein hausfrauliches Ge- müth, der manchen Seufzer kostet. Da kam nun in England ein praktisch erfinderischer Kopf auf ein praktisch-einfaches Auskunftsmittel, um sowohl frischer Butter als gesalzener den üblen Geruch und Geschmack zu benehmen, durch den Zusatz von' ein wenig kohlensaurem Natron (Soda). Die betreffende Vorschrift räth, 2Ve Drachmen kohlensaures Natron auf 3 Pfund Butter und verordnet ferner, daß man bei der frischen Butter diesen Soda-Zusatz erst erfolgen lasse, nachdem alle Milch aus derselben ausgewaschen sei. Der üble Geruch wird nämlich durch eine Säure hervorgerufen, und wenn diese mit einem Alkali neutralisirt worden ist, verschwindet zugleich der unangenehme Geschmack. (Die Ursache der Säure kann Beschaffenheit der Kuh, des Futters, der Milchkammer-Geräthe, die häufig nicht vollkommen sauber sind, oft auch das zu lange Aufbewahren des Rahmes vor dem Buttern sein). Dieselben günstigen Resultate liefert die Anwendung von Soda bei Kuchenfetten', wie Speck, Bratenfett u. s. w. — (Ein solider Schädel.j In einem benachbarten Dorfe — so erzählt das „Hofer Tageblatt" — war ein Bauer mit dem Kopfe in einen gußeisernen Topf gekrochen, um denselben von innen „auszuschlecken". Er hatte seinen Kopf glücklich, wenn auch mit einiger Anstrengung, durch die Oeffnung des „Hafens" hineingezwängt; als er aber den Rücktritt antreten wollte, brachte er den Kopf trotz aller Kraftanweudung nicht mehr heraus. Als er vergebens sich abgemüht hatte, den eisernen Küchenhelm vom Kopfe zu bringen, schrie et endlich um Hilfe. Da mußte denn der Bauer seinen I eisenumwölbten Schädel auf einen Stein legen und ein guter Nachbar schlug mit einem Eisenschlegel den Topf entzwei. Der Schädel blieb ganz. Glücklich über seine Rettung, aber halb betäubt vom Schlage, sagte der Bauer: „Donner und Teufel, hot dös aber an Dünnerer gethan." — (Mißglückte Kur.j Aus Sulzbach wird dem „Nürnb. Anz." geschrieben!: Und wenn die Zeitungen gegen Dummheit und Aberglauben täglich mit Eugelszungen predigen würden, die Dummen und Abergläubigen werden nicht alle. In einem. Bohnenstangen empfiehlt 4651 Carl Hensel, Wallthorstraße. _ AXxArUn nrtc Heft sich ein Bauer dazu bereden, seine erkrankte Kuh dadurch zu benachbarten Or e i V M endigen Frosch als Medicin eingab. Das Amphtbmm lud6rCAi,MHd> lebenb "tn C-rt seiner Bestimmung, in dem Magen des WiederkämrS ”u6fnmm n*f e in benn bie Kuh würbe rasenb unb geberbcte sich wie berart toll, batz €n9'ftSninftna*bem Thierarzt rannte, währenb beherzte Ortseinwohncr bas ge- ÄÄb- Tbta in Schach hielten unb vor Schaben bewahrten. Der Thierarzt bLi- al balb bu ch -in kräftiges Vomitivmittel bi- Kuh.non ihrem In,äsen unb der Bauer ,°ll heilige Eide geschworen haben, im Leben ine mehr bem Doctor ms Sanbrngt ju pfuWen- @jn roa6rI)aft haarsttäubenbcr Tob,schlag würbe gestern Abend in bem" anderthalb Stunben von hier entsernten Wurzberg ausgeubt Reendiaung des Ausladens von mehreren Wagen Elchenlohrinden wurden dle Nach Beenvlgung Gleistet hatten, circa 30—35 Mann, mit einigen Fäßchen Bier tracttrt. Dabei entwickelte sich nach und nach ein Wortwechsel, welcher schließlich »inter den bereits angetrunkenen Rindenschlägern zu Thatllchkelten ausartete. Der aröftte Theil derselben überfielen einen ihrer Eollegen zertrümmerten demselbm, be- ® .Jnef mit eichenen Schälholzprügeln, einen Theil des Schädels, ebenso das Rasem Lein und Wangenbein, so daß derselbe nach kurzer Zeit sernen chweren Verletzung erlegen ist. Die gerichtliche Section des Leichnams rst aus morgen Vormittag ßestgesetzt. Neustadt a. d. O. zogen Braut und Bräutigam mit vielen Gästen in feierlichem Zuge zur Trauung in die Kirche, voran die Musik. Da entsteht em Rretz mnter den Musikanten, das immer allgemeiner wird und endlich müssen sie zu blase nufhofen Wßeute wußten nicht, sollten sie lachen oder sich ärgern. Bald W/beraus ein arger Schalk hatte alle Musikanten, als sie sich zum Zuge aus- "stellten, aus seiner Dose freundschaftlichst schnupfen lassen und in seiner ^.ose war Rießwurz. Tanüaale geboren zu sein, ist wohl nur wenigen Menschen beschieden 'der Welt erblickten- _______ HLS-ei und — lAufschrift der Postsendungen.^ Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müssen auf denselben Empfänger und BestrmmungSo d°^nou°bez6chn°t ^n bah jeber Ungewißheit vorgedeugt wirb. Daher sinb namentlich solgenbe Punktegr66eren Orten ist in ber Ansschrist bi- Wohnung ssa -gn hää%’ - mittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. , < t a 2 Äuf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, ber Postbezirk (0., N„ NO. :c.), in welchem bie Wohnung sich bifmbet, ist bem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung berzusiigen. Welche 3^8= tur bte BÄ« wP,g. du'» ÄttawÄÄ" Bestimmungsort zwar mit einer MUZMEMMZ (Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) ?c.J, oder von Gebirgen [(Harz), (Riesengebirge) 2c.]. Richt minder sind zusätzliche Bezeichnungen, wie (Thüringen), (Altmark), (Lausitz) 2c. ür den Zweck geeigner. 5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Postanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. der Landestheil aus der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer fchleunigen Ueber- kunft der Sendungen an die Empfänger wesentlich beitragen und es liegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzufertigen. Limburg, 15. Juni. Rother Weizen JC. 17 85, weißer Weizen 17.70, Korn JL 10 65, Gerste JL 9.05, Hafer 5.90, Kartoffeln ä 100 Pfund 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00. MrMiche Anzeigen der Stadt Wieste». Gvarrgerische Gemeinde. Gottesdienst. 2. Sonntag nach Trinitatis, 19. Juni. Vormittags 9Vz Uhr: Professor Dr. Gottschick. Nachmittags 2‘/2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr. Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler, Vormittags 11 Ubr in der Kleinkinderschule, Pfarrer Dr. Naumann. Katechismuslehre für die Realgymnasiasten und Realschüler, Vormittags 8 Uhr in der Kirche, Pfarrer Schlosser. Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 11 Uhr, m der Frredhofskapelle, Pfarrer Dingeldey. ,, „ ~ , Am Sonntag, den 26. Juni, findet im Vormittagsgottesdrenst Ferer des heiligen Abendmahls statt; die Beichte wird am Tage zuvor, Nachmittags 2 Uhr, gehalten werden. „ ,, „ Die Pfarrgeschafte in der Woche vom 19. bis 25. Ium besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Raiholische Gemeinde. 3. Sonntag nach Pfingsten. Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. „ t/aio Ubr: Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Andacht. GMesdienß in der Lqnagoge. Freitag Abend 7>5 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr. Samstag Abend 915 Uhr. Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 17. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Grad, Luft 16 Grad. L. Ehr. Rübsamen. Eintrag jn das Firmenregister Gr. Amtsgerichts Gießen am 14. Juni 1887. -^acob ©Wellenberg in Gießen betreibt daselbst seit 1. Mai 1865 ein Geschäft in Ansertigung von ärztlichen Instrumenten, Bandagen, orthopädischen Maschinen unb künstlichen Gliedmaßen, sowie Handel mit allen zur Krankenpflege gehörigen Ge- rächschasten und optischen Gegenständen .unter der Firma „I. Schellenberg". Gießen, am U- Juni 1887. Großh. Amtsgericht Gießen- Gottwerth- 4649 "Bauarbeiten. Die bei der Unterhaltung der hiesigen Staatsgebäude im Baujahr 1887/88 vorkommenden Schreiner-, Schlosser- und Weißdinder- ardeiten, sowie die auf die Erbauung ruff. Schornsteine in der akadem. Klinik dahier bezüglichen Maurerarbeiten sollen auf dem Submissionswege in Accord gegeben werden- Voranschläge und Bedingungen liegen bei unterzeichneter Stelle Vormittags von 9 bis 12 Uhr zur Einsicht offen, woselbst auch die Gebote bis zum 21. Juni L I., Vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen sind. Gießen, den 16. Juni 1887. Großh. Kreisbauamt Gießen. Walter. 4644 Allgemeiner Anzeiger. Bxk«mntmachung. 4647 Knorr. Bauarbeiter, in 4661 h it if ff ff 3430,90 1206,80 526,80 2687,50 2333,80 2024,68 I Tischlerarbeit Loos 1 Fußböden - „ 2 Thüren, Wandsockel rc postfrei einzureichen sind. Die Eröffnung erfolgt in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter. Zuschlags frist 14 Tage. Friedberg in Hessen, den 16. Juni 1887. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Kran t.__________________ Mr den inneren Ausbau des neuen Kreisamtsgebäudes zu Friedberg Hessen werden nachstehende Bau-Arbeiten zum öffentlichen ^stellt - I Tischlerarbeit Loos 1 Fußböden......2143,03 Dem Gr. Gerichtsvollzieher Geißler dahier ist für die Dauer des ihm verwilligten Urlaubs von 14 Tagen der Gerichtsvollzieher - Aspirant Konrad Seipel dahier zum Stellvertreter bestellt worden. Gießen, den 16. Juni 1887. Der Präsident Gr. Landgerichts der Provinz Oberheffen- II. Schlosserarbeit Loos 1 Thür-Beschläge rc. . . „ 2 Kunstschmiedearbeiten . III. Glaserarbeit, einschl. Rahmen und Beschläge . IV. Weißbinderarbeit Loos 1 Verputzarbeiten . . „ 2 Anstreicherarbeiten . „ 3 Stuckarbeiten . Die Verdingsunterlagen können bei unterfertigter werden, wohin auch die schriftlichen Angebote bis zum 27. Juni d. I. Bormittags 11 Uhr „ 426,- Stelle eingesehen Dienstag den 21. Juni- Mittags 2 Uhr, werden im Saale des Cafä Leib zur Hinterlassenschaft einer hiesigen Dame gehörige Mobiliargegenfiände, als: Tische, Stühle, Sovha's, Kommode, Nachttische, Waschtisch, runder Tisch, Nähtisch, Blumentisch, Waschkommode mit Marmoraufsatz, Kleiderschrank, Küchenschrank, Spiegel, Brandkiste, Bettstelle mit Einlage, Badbütte von Zink, Damenuhr und Kette, 12 silberne Kaffeelöffel, 2 gold. Ringe, feineres Porzellan und Glas, Bettwerk, Küchengeräthe, Handnähmaschine u- s. w. versteigert. 4604 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. 4674 Eine Peitsche gefunden. Abzuholen bei I. Ehrist, Wallthorstr. 65. Hkugrao- mltcigmuig. Montag den 20. Juni 1887, Vormittags 11 Uhr, wird das HeugraS der Jug- hard schon Wiesen 3468 HjKlaster in der Oberlach an Ort u. Stelle versteigert. Gießen, den 16. Juni 1887. 4633 Dr. Gutfleisch. Eine kleine Wirthschaft billig zu verpachten durch 2. Blitz. [4598 beugens Versteigerung. Montag den 20. l. Mts-, des Vormittags um 9 Uhr, soll das Heugras von den Gemeinde-- wiesen zu Trohe an Ort und Stelle versteigert werden. Der Bürgermeister. 4646 Schwarz. Heugras- ver Steigerung. Donnerstag den 23. Juni, Vormittags von 9 Uhr an, oll das diesjährige Heugras von den fiestgen Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Ansang ist bei der Fußmühle. Großen-Buseck, am 16. Juni 1887. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Stephan. 4668 Das diesjährige Heugras von den Wiesen der Pfarrei Wies eck soll Montag den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, in dem Dor- feld'schen Garten dahier versteigert werden. 4655 Wieseck, am 16. Juni 1887. Sommerlad, Bürgermeister. Iieisgeöotenes. “ stein. LSversirahe 5. bei Slbr 4645 Ein geräumiges Wohnhaus, mitten in der Stadt, ^ «»-erei. Metzgereioser s-nstig-^-s» « z eignet, ist zu ^överstratze 5. H-ngras Submission billigste bei 3524 liegen in versendet Frau A. Pudut, Gutsbesitz Neufrost, Ostpreußen. 4665 Schweizerkäse Der Bürgermeister: Michel 4660 4672 Das Commando. Emma Rothenberger |: Hirsch Löwenstein f* Weife, wie bisher im Juni 1887. Gießen bei Friedr. Teipel 17/6.8 Uhr. Kr. Baufr. 227 Abfahrt nach Butzbach: Sonntag Uormittog n m H u If n zu H n ii » n n ji. if ft ff it fi u tf Hochfeine Meidebutter 8 Pfd. für 7 JL franco gegen Nachnahme 5745 — 557 — 1856 — 813 — 3191 — 751 — 735 - 2296 — HO — & .£ -E 00 Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, Eis ». Elsstiiriüike das neueste, feinste, beste und n 4673] Frische Backfische, per Pfund 25 div. Fluß« u. Seefische heute eintreffend bei 4673 Ä Koch Nachfolgen Hamburger Fisch- u. Delicateffenhandl. !!! 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Koch’s Verlagshandlung, Leipzig. 4o96 Ein älteres Mädchen, das kochen kann und sich der Hausarbeit unterzieht wird gegen guten Lohn für einen kleinen Haushalt gesucht. Zu erfr. Schulstr. 5. 4587 Ein in allen häuslichen Geschäften erfahrenes Mädchen, das die einfache Küche versteht und im Gartengeschäft bewandert ist, wird von einer kleinen und ruhigen Familie gesucht. Eintritt Anfangs Juli. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. Weißbinderarbeit, Spenglerarbeit, „ Kostenanschläge und Bedingungen 9 Markt 16. 4099 ♦-ys ,, . - - . — - o— r» der Wohnung des Unterzeichneten — Gartenstraße 10 — in der Zeit vom 20.—23. Juni, An 2—8 Uhr Nachmittags zur Einsicht offen, woselbst auch die Offerten bis zum 28. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Gießen, den 16. Juni 1887. Todes-Anzeige, s,Sfi,? ™*4‘ fonf‘ •* Frau Dr. Köhler Wwe Um stille Thellnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet statt: Samstag den 18. Juni, Nachmittags 4 Uhr, vorn Sterbehause (Steinstraße 27). 4671 Die zur Erbauung eines Schwesternhauses für den Allgemeinen Bevern für Armen- und Krankenpflege zu Gießen erforderlichen Arbeiten sollen auf dem Submissionswege vergeben werden, und zwar: 1. Maurerarbeit, veranschlagt Steinhauerarbeit (Lungsteine), Zimmerarbeit, Nedactwn: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. 4608 Ein kräftiger Junge vom Lande gegen guten Lohn als HauSbursche ge- sucht. Carl Bieler, KreuzplLtz 6 ^Auflage 344000; da» verbreitetste aller deutschen Blätter überh« avt; auherdem n» nbelnen Ütbersetzu»aen in zwölf fremde» Sprachen. --- E Zusammenkunft (in Uniform) 10 Vr Uhr bei Gerbode. Ein Ring, gefunden. Abzuholen Sonnenstraße 9. Die Modenwelt. Jllustrirte Zeitung für Toilette und Handarbeiten. Monatlich * Nummern. Preis »ierteljährlich jl 1,25 *75 Kr. Jährlich erscheinen: 24 Nummern mit Toiletten u. 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