Nr. LIL. Mittwoch den 18. Mai 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen. «ß*reairr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Msrrtags. Prei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinyerlock«. Durch die Pott benoaen vierteliübrlirb 2 Mark 50 Ps. Amtlicher Jheil. Betreffend: Aussicht über das Fasielvieh. Gießen, am 17. Mai 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der nachbenannten Orte. Die Bestchtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und Zuchteber durch die für Ihren Bezirk von dem landwirthschastlichen Bezirksverein gewählte Commission wird an folgenden Tagen stattstnden: 1) Dienstag den 24 Mai l. I. in den Orten: Weitershain, Rüddingshausen, Odenhausen, Keffelbach, Londorf, Climbach, Allertshausen, Geilshausen; 2) Mittwoch den 25 Mai I. I. in den Orten: Weickartshain, Stangenrod, Lumda, Beltershain, Reinhardshain, Grünberg, Stockhausen; 3) Donnerstag den 26. Mai l. I. in den Orten: Lauter, Queckborn, Harbach, Lindenstruth, Saasen, Göbelnrod. Sie wollen die Bullen- und Eber-Halter anweisen, daß sie zur angegebenen Zeit zu Hause sein müßten, um die Thiere der Commission vorzuführen. Auch empfehlen wir Ihnen selbst, zur Hand zu sein, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. Dr. Boekmann. Nr. 14 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 14. d. M., enthält: (Nr. 1713.) Bekanntmachung, betreffend die Erweiterung der Festungsanlagen. Bom 13. Mai 1887. (Nr. 1714.) Bekanntmachung, betreffend die technische Einheit im Eisenbahnwesen. Bom 29. April 1887. Gießen, am 17. Mai 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachuüg. Kommenden Sonntag den 22. I. M. werden folgende landwirthfchaftliche Borträge gehalten werden: 1) Zu Hungen im dortigen landwirthschastlichen Localverein unter dem Vorsitze des Herrn v Oven Nachmittags 2V3 Uhr im Gasthause „Zur Traube" über die Frage: „Worin besteht die Kunst de- Sparen- in der Landwirth schäft?" von General- secretär Müller aus Wiesbaden. 2) Zu Lang-Gän- im dortigen landwirthschastlichen Localvereine unter dem Vorsitze des Herrn Verwalters Schuchard vom Neuhofe Nachmittags 3 Uhr bei Gastwirth Weil in Lang-Göns über die Bortheile der Entwässerung der Aecker und Wiese«, sowie über das siuzuschlagende Verfahren, von dem landwirthschastlichen Provinzialwiesenbaumeister Greb aus Friedberg. Alle Landwirthe und Freunde der Landwirthschaft werden zum Besuche dieser Vorträge hiermit eingeladen. Gießen, am 16. Mai 1887. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen. Nover. Politische Ueberstcht. Gießen, 17. Mai. Wer die Berliner Hofberichte aufmerksam verfolgt, wird über die rege Thätigkeit staunen, welche unser allverehrter Kaiser trotz seiner mehr als 90 Jahrs gerade in der letzten Zeit entfaltete. Neben der Entgennahme der gewohnten täglichen Vorträge des Civil- und Militär-Cabinet» ertheiite der greise Monarch säst tagtäglich eine ungewöhnlich große Zahl von Audienzen, wobei die Entgegennahme von Meldungen zahlreicher höherer Osficiere besonders ausfiel. Es dürfte letzteres mit den Veränderungen zusammenhängen, welche durch die jüngste Heeresvermehrung auch in den höheren Commandostellen der Armee hervorgerufen worden find und persönliche Meldungen der betr. Osficiere bei dem allerhöchsten Kriegsherrn bedingen. Daneben setzt der Kaiser die Jn- spicirung der Gardetruppen eifrig fort und hat er sich hiervon auch in voriger Woche ungeachtet der herrschenden rauhen Witterung nicht im Mindesten abhalten lassen. Erfreulicher Weise ist das Befinden des greisen Monarchen trotz dieser mannigfachen Anstrengungen ein in jeder Beziehung befriedigendes. Der nunmehr definitiv auf den 3. Juni festgesetzten Feier der Eröffnung Der Arbeite» am Nord-Ostsee.Kanal gedenkt der Kaiser persönlich beizuwohnen und wird er zu diesem Zwecke am 2. Juni nach Kiel abreisen, begleitet vom Reichskanzler, einem Thelle der Bundesraths-Mitglieder und den Vorständen des Reichstages, sowie der beiden Häuser des preußischen Landtages. Am 7. Juni erwartet man den Kaiser in Liegnitz anläßlich seiner 70jährigen Jubelfeier als Ches des Königs»Grenadier - Regiments. Prinz Friedrich Leopold von Preußen hat am vergangenen Samstag von New-Iork aus die Heimreise mittelst de« Lloyd-Dampfers „Eider" angetreten. Der Schluß des preußischen Landtages ist am Samstag in einer gemeinschaftlichen Abendsitzung der beiden Häuser erfolgt. Am vorhergehenden Tage fanden noch im Abgeordnetenhause wie im Herrenhause interessante Verhandlungen statt. In jenem veranlaßte die Petition mehrerer Ober-Realschul-Directoren u. s. w. um Zulassung der Ober-Realschul- Abiturienten zu den Staatsprüfungen im Bausache eine eingehende Besprechung der Realschulfrage und ließ die Discusfion erkennen, oaß auch in den parlamentarischen Kreisen die Anschauungen über diese wichtige Materie noch wert au«- einandergehen. Die langausgesponnene Debatte endete damit, daß der Antrag Hermes und der sich mit demselben deckende Commissions-Antrag, di« Petition der Regierung zu überweisen, gegen die Stimmen der Liberalen abgelehnt, dagegen ein conservativer Antrag auf Uebergang zur motivirten Tagesordnung angenommen wurde. Der Mittelpunkt der Freitagssitzung des Herrenhauses bildete die Verhandlung über die Anträge der Geschäftsordnungs-Commission, den Freiherr» v. Schorlemer auf Burg Metternich wegen Beleidigung des Herrenhauses und das Herrenhaus-Mitglied, Freiherrn v, Solemacher-Antweiler, | wegen Herausforderung des erstgenannten Herrn zum Duell strafrechtlich zu verfolgen. Die Vorfälle, auf welche sich die Anträge beziehen, haben seinerzeit nicht gerin-es Aussehen erregt und knüpfen sie sich an die Adresse, des Herren Hauses an -en Kaiser in Sachen der Militär-Vorlage. Der Referent der Commission, Geh. Ober-Justizrath Eggeltng, erläuterte nochmals im Allgemeinen die Mstive der beiorn Anträge und wurden letztere genehmigt. Gras v. d. Schulenburg. Betzendorf erklärte sich hierbei gegen dis strafrechtliche Verfolgung des Freiherrn v. Solemacher und vertheidigte er hierbei das Duell als ein uraltes gehelligte» Recht des deutschen Adels. Ferner nahm das Haus auch den weiteren CommissionS'Antrag an, fünf Blätter, welche verschiedene Herrenhaus-Beschlüsse einer abfälligen Kritik unterzogen hatten, trotz eines bezüglichen Wunsches aus der Mitte des Hauses nicht strafrechtlich verfolgen zu lassen. Vor Eintritt in die Verhandlung hierüber hatte der Präsident, Herzog v. Ratibor, den Ausschluß der Oessentlichkeit proklamirt, in Folge dessen die Tribünen und die Galerien geräumt wurden. Der Conflictsstoff, welcher sich in der politischen Atmosphäre Frankreichs allmälig angesammelt hat, erreicht in dem offenen Zerwürftnß zwischen dem Ministerium Goblet und der Budget-Commission wegen der Budgetfrage seinen Gipfelpunkt. Die Deputirtenkammer wird sich in diesen Tagen entweder für die Auffassung de» Cabinets oder für diejenige her Commission zu entscheiden haben und an dieser Entscheidung hängt das Geschick des jetzigen französischen Ministeriums. Falls sich die Monarchisten mit den Opportunisten oder auch den Radikalen zu einem gemeinschaftlichen Anstürme auf das Ministerium verbinden, so ist dasselbe verloren und in dec That wirb ein derartiger Ausgang der gegenwärtigen Krisis in Frankreich allseitig als wahrscheinlich betrachtet. Wer indessen das Cabinet Goblet, im Falle dasselbe demisfionirt, ersetzen würde, das ist eine Frage, die bet der Spaltung, welche unter den französischen Republikanern herrscht, noch nicht annähernd beantwortet werden kann. Die französische Regierung hat den berühmten Schnäbele zum Special.Eommiffar in Laon, nicht in Belfort, wie es zuerst hieß, ernannt; wahrscheinlich ist von der Versetzung Schnäbele'« nach Belfort mit Rücksicht auf die Nähe der deutschen Grenze Abstand genommen worden. Die Nachricht, die Regierung beabsichtige, Schnäbele zu pensioniren, bewahrheitet sich demnach nicht; er wäre auch Schade um sein Spionirtalent! Das russische Kaiserpaar gedenkt in diesen Tage» in Begleitung des Großsürsten-Thronfolgers die längst geplante Reise nach Südrußland, wo dem künftigen Czaren der Hetmannsstab der dänischen Kosaken überreicht werden soll, anzutreten. Zur Sicherung des kaiserlichen Extrazuges auf Den betr. Eifenbahnstrecken sind bereits umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen worden und werden z. B. längs der ganzen Bahnlinie Militärposten auf beiden Seiten aufgestellt, dergestalt, daß sich die Posten bequem anrufen rönnen. Die Kaiserin von Oesterreich ist zum Besuche der rumänischen Majestäten in deren Sommerrestdenz Sinaja eingetroffen. Lokale«. ™ 17' ®2at Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Hessen wird am 22. d. Mts. zur Truppenbestchtigung dahier etntreffen. V rotrD Gieße«, 17. Mai. sTurnerisches.j Fast konnte es scheinen, bas schleckte W-tt-r wolle P-rm-nent werden, denn nachdem wir seither mit Regen ziemlich E bedacht wurden und sich gestern eine kleine Wendung zum Besseren dt-st Nacht wieder -in starkes Gewitter mit wolkenbruchaltta-m R a n *M M sollen Verhältnissen viele Vereine und Gesellschaften, welche am Hchimels?brU^ nähere und weitere Ausflüge geplant haben, leiden müssen, ist s-lbstvesständlick D?r hi-stge Turnverein hat nun, da ja ,u einer Turnsahrt auch in wen äst-ns-ini?^ maßen günstiges W- er noihig ist, den mißlichen V-rhältnisstn Rechnung ragend b!' schloffen den pr-i-ctirten Extrazug bei günstiger Witterung -bgeh-n m "asten bei ungünstiger dagegen davon abzustehen. Zugleich sei darauf ausmerk!aw^.^'I. '?^ di- en,gen Mitglieder welchen' di- -ir-ulirmd- List- ttwänicht z7g-ga>7g-n Ä'sollM «-lcgenheit haben, sich noch in die bei den Herren Daniel H-il Ä ,„7 m! Restaurateur Schnell und in der Turnhalle offcnge-cgten Listen cinriu-ickne„ n!' wider Erwarten die Witterung ungünstig ausfallen, fo°wstd das «amWEurmn in der Turnhalle zu Lich stattstnden und hieran sich ein Commers anschließen. ... ®*e8e«, 17. Mai. Der hiesige Gabelsbcrger Stenographen-Vcrein bat in gestrigen außerordentlichen Generalversammlung u A beschlossen in i *nJ™cr 2 Unt-rrichts-urs- und zwar einen für Änfän^r u7?L Fort lLSs für in der Stenographie Borge chrittene, durch seinen »weiten ' km°»f-Nn"' Qb6aUCn 'U ,affen- ^n° rege B-th°il,gü7g jn d-nselbe°nV Ku Gießen, 17. Mai. In unserem Bericht über den Stand der ,r find die Angaben über den Besuch der Vorschule der höheren MädckensÄs??Ä;" »u berichtigen, daß die Vorschule in Klasse VIII» 38, in Vlllb 3() ix Ä X 58 Kinder zählt. ' dU' tn Ix 66, in Deutschland. Darmstadt, 15. Mai. Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, sind seit Donnerstag an gastrischem Fieber erkrankt. Berlin, 16. Mai. Se. Maj. der Kaiser empfing heute Vormittag den Contreadmiral Knorr und nahm sodann den Vortrag Wilmowskt's entgegen. Numänieu. Bukarest, IS. Mai. Die Kaiserin von Oesterreich ist gestern nach zweitägigem Aufenthalte im Schlöffe Pelesch von Sinaja wieder abgereift; der König und die Königin gaben der Kaiserin bis nach Predeal das Geleite und verabschiedeten sich dort auf das Herzlichste von derselben. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspoudeirz ° Bureau. Berlin, 16. Mai. Die Branntweinsteuer-Commission berieth heute den ersten Paragraphen der Vorlage. Nach mehrstündiger Berathung wurde der Antrag Witte auf einen einheitlichen Steuersatz von 35 pro Liter gegen zwei Stimmen, der Antrag Spahn, die Steuersätze auf 35 und 50 H festzustellen, gegen 3 Stimmen, und der Antrag Buhl, den Steuersatz von 50 auf 55 zu erhöhen, gegen 5 Stimmen abgelehnt, dagegen wurde die Regierungsvorlage, welche eine Steuer von 50 resp. 75 H pro Liter festsetzt, mit 19 gegen 6 Stimmen angenommen. Paragraph 1 wird in der Fassung der Regierungsvorlage mit dem Anträge Kardorff angenommen, wonach jedem Brennereibesitzer die gewünschte Menge denaturirten Branntweins zur freien Verfügung im Keller belassen wird. Zu den zwei ersten Absätzen des Paragraphen 2 (Bemessung der Jahresmcnge des Branntweins, welchen die Brennereien zum Steuersätze von 50 H Herstellen dürfen) werden mehrere Anträge eingcbracht, darunter von Buhl zu Gunsten der kleinen Brennereien, von Schultz betreffs der Zeitdauer der Vergünstigungen für' dieselben. Der Finauzminister bekämpft alle Anträge. Huene wünscht, daß die Anträge der Commission gedruckt vorgelegt werden. Die Commission wählte eine aus Mirbach, Buhl, Spahn, Wette und Gamp bestehende Subcommission und vertagte sich darauf bis morgen früh 10 Uhr. Stuttgart, 16. Mai. Der „Staatsanzeiger für Württemberg" schreibt bezüglich der Rückkehr des Königs aus Nizza, der Extrazug habe behufs Vermeidung des Gotthardtunnels, dessen Passirung dem Könige besondere Athemnoth verursachte, den Weg über Marseille und Genf genommen. Der Winteraufenthalt habe guten Einfluß auf das Befinden des Königs gehabt, doch seien die mannigfachen traurigen und aufregenden Ereignisse, welche den König im vergangenen Winter betroffen hätten, nicht ohne Rückwirkung auf seine Gesundheit geblieben, weßhalb sich der König auch künftig Schonung aufzulegen genöthigt sei. Paris, 16. Mai. Die gestrigen Stichwahlen zum Pariser Gemeinderath ergaben als Gewählte: 13 Autonomisten, 12 Opportunisten, 5 Socialiften und einen Conservativen. — Im Departement Cher wurde der Radikale Pauliat mit 348 Stimmen gegen den Conservativen Marquis Vogue (334) Stimmen zum Senator gewählt. Petersburg, 16. Mai. Das Kaiserpaar, der Großfürst Thronfolger und der Großfürst Georg find gestern nach Süd-Rußland abgcreist. London, 16. Mat. Graf Herbert Bismarck ist in Dublin angekommen. London, 16. Mai. Im Unterhause erklärte Fergusson, die Ablehnung der ofstciellen Theilnahme Englands an der Pariser Ausstellung von 1889 sei erfolgt, weil die Theilnahme kaum geeignet erscheine, wo es sich um die Feier politischer Ereignisse in einem fremden Lande handle, worüber dort die Meinungen verschieden seien — Smith theilte mit, daß die Pfingstferien vom 24. Mai bis 6. Juni dauern Aus der Bradlaugh'schen Etdesvorlage verdienten gewisse Punkte allerdings die Beachtung des Hauses, aber in der jetzigen Form könne die Regierung der Vorlage nicht betpflichten. .. Trüffel, 16. Mai. Eine dem Minister des Innern zugegangene Depesche schätzt die Zahl der Sinkenden auf 2000, gleichzeitig wird darin mitgetheilt, es sei bisher noch kein Zwischenfall vorgekommen. Einzelne Garnisonen in der Provinz sind vorsichtshalber konsignirt, auch ist der Eisenbahndienst derart eingerichtet, um fünftausend Truppen sofort nach den bedrohten Ortschaften zu befördern. Verschiedene Industrielle des Hennegau sind tn Brüssel etngetroffen, um die Entsendung von Truppen zu erbitten. — Dem „Peuple" zufolge hat sich die Strikebewegung auf die Kohlengruben von Lalouvrere, Sarslongchamps, Housse, Bouvy und Redemont ausgedehnt. Die W der Sinkenden beträgt angeblich zehntausend. „ Morrs, 16. Mai Truppenabtheilungen und Gensdarmerte halten mehrere im Strike befindliche Ortschaften besetzt. In Sarslongchamps striken 2000 Arbeiter, ein Batarllon Truppen ist nach Morlanwelz abgegangen. .n^uviere, 16. Mat. Eine tn den Kohlengrubengebieten des Hennegau veröffentlichte Proklamation des Gouverneurs besagt: Obwohl die Arbeit in den Gruben wieder ausgenommen wurde, suchen die Führer von Neuem Strike zu erregen und die Arbeiter nur Gewalt zu einem solchen zu zwingen. Derartige Unternehmungen werden ^4; n' kann auf energische und wirksame Intervention der Behörden rechnen, die öffentliche Ordnung und Ruhe wird auf jeden Fall aufrechterhalten werden. u 1 w «hatelet, 16. Mai Von Eharleroi werden Truppen hierher abgesandt. Die gesammte Burgergarde in der Umgegend von Charleroi ist aufgeboten. In Tilleur E KoFengrubenbasftn.von Lüttich, fand heute eine Versammlung zahlreicher Arbeiter Lüichbeschlossen ®Onner$ta| cin allgemeiner Strike im Kohlenbassin von Schiffs - Bewegung der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. 1 Mai von St. Thomas nach Hamburg. „Saxonia", 7. Mai Tk °m-Q§ nad£ Hamburg. „Thuringia", von Hamburg nach Westindien, 9. Mat in St. Thomas angekommen. „Borussia", von Hamburg nach Weftindien, 9. Mat Havre werter. „Hammonia", von New-York kommend, 10. Mai in Hamburg etngetroffen. „Francra , 10. Mar von St. Thomas nach Hamburg. Rbaetia" von 11. Mai von Havre weiter. „Bavaria", von Westindien 12’Ä«&^ainburi 'Waffen. „Lessing", 12. Mai von New-York nach rrL "^rsala , von Hamburg nach New-York, 14. Mai Lizard passstt. „Wieland , ab Hamburg, 13. Mai in New-York angekommen. 16- Mai. Der aus Frankfurt ausgewiesene Reichstagsabaeordnete Sabor hat seit ernrgen Tagen hrer seinen Wohnsitz aufgeschlagen. m^ ^ner gestern stattgehabtcn Beerdigung eines Anhängers der socialdemokrati- schen Partei befürchtete man Seitens der Behörde aus dem Friedhof (Störung«»« ^rfehhnf Demonstrationen verboten worden und auf dem Schutzleute aufgestellt waren. Letztere Maßnahmen erwiesen sich ^deß als uberflufstg, denn es gingen rm Ganzen nur etwa 30 Personen mit dem mr? dasGrab^legten" 2 ^reunbc Verstorbenen wenige Worte sprachen und Kränze ^ri,ffn?rr!en,rbh-- Untersuchung befindlichen Socialdemokraten ist Seitens der Behörde tn QÜC an blc Betreffenden ankommenden Briefe der Staatsanwaltschaft eingehandigt werden. c e.n' l.6, Mat. In Alzey fand gestern unter dem Vorsitz «riÄ ber d°Msch-fr-isin„i,-n Partei des k. „ einer alten Ouccksilbergrub- bei Erbes-Büdesheim fand man Heftern Selbstmord fchli-ß-n ^°^ bOtten' ' °uß°ren Umstände [affen auf einen w ,a c16* ^airnrr^n ^olge des heftigen Sturms der letzten Tage Nh-" 'uehrere Unfälle gegeben. In Oestrich wurde ein mit Pfählen beladenes Schiff auf eine Sandbank getrieben, wobei es ein Leck erhielt und alsbald SnfFlbrPt?pan8C1Vflb^n9 lanL 5® e Schiffsmannschaft konnte sich nur mit schwerer wurde em mrt Schienen beladenes Schleppschiff von dem nrf P,?r?i?^@tUnbcven trieb ein Sandnachen wider das letzt- ?benfalls n Unb tTWU ^age. In der Nähe des Cauber Ufers sank der Nachen tssp" Aa NheinHessen, 15. Mai. Sio transit gloria mundi! muß man Unwillkürlich sagen, wenn man folgende Zeilen liest, die der „9L Fr. Pr." vom Rhein zugehen: Die einstige Residenz Kaiser Karls des Großen, der Kaiserpalast zu Ingelheim, gehört bald nur noch der Geschichte an. Vom Schlosse zu Ingelheim5 das mit ?tte. -3"ten verknüpft ist, in welchem auch Friedrich Barbarosia wiederholt residirte, Heinrich IV. des Reiches und der Krvne verlustig erklärt wurde, wird man bald nur noch singen und sagen hören. Im späteren Mittel- alter bereits wurde das berühmte Schloß zerstört; wiederholte Belagerungen und Eroberungen hinterließen ihre Spuren und zuletzt machten die Mordbrennerschaaren zauoms gleich Heidelberg 1689 auch der Ingelheimer Herrlichkeit ein Ende; eine öde Ästigen kaiserlichen Palastes stehen; das Baumaterial wurde fortgeschafft. Die prächtigen, emst aus Italien herbeigeschafften Marmorsäulen » ^^nz, Wiesbaden und Heidelberg. Der vorletzte Besitzer des b«öarP Oheims, ließ das alte Schloß ganz und gar niederlegen und begann den Bau emes neuen; sem Tod setzte aber der Vollendung 1875 ein Ziel. »W -um April lag das Terram wüst und öde, da wurde es von zwei Jngelhenner ?nUAgCsm- Um dl.e ehrwürdigen Baureste zu erhalten, versuchten die Käufer E Mögliche; sie annonclrten und petitionirten vergeblich. Das preußische wie hessische Ministerium lehnten ab, sich für die Sache zu interessiren und wiesen eine Kaufofferte bAal i nun n?lt gekommen, daß die beiden Herren sich entschlossen haben, m^^rra h1 a8VaICea rin Theilstücken zu verkaufen. Das einstige Besih- thum Karls des Großen wird also parcellirt. MQ» MesEehr. A! 1 niT 1 w ?cn5 Mutigen Markt kostete: Butter per Pfund 1.00—1.10, Hühnereier per St. 4—5^, Enteneier St. 5—0 Käst vr. St. 4—7 L 76° Wen Liter 15^Linsen 30 Tauben per Paar 50 bis dpt 1 sn 9nnUrfr^f °,90-(i;10^ pr* Stück X 1.40-1.70, Enten ßl per Pfund 00-00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 62 Schweinefleisch 54-60^, Hammelfleisch 50 bis ?9 ^'o^^rsch 40—46 Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.50—5.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner JL 4.50-5.00, Kirschen per Pfund 1.20 Mpfipn qßVrsX6’ ^at,4n^Sr«^euti0e Diebmartt war stark befahren. Ange- ??^n, ca. 12 Bullen, ca. 366 Kühe und Rmder, ca. 269 Kälber. N^Breise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 64-00, 2. Qual. JL 52-56, Kühe und ‘ 45—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht, K^ber 1. Qual. 54—58 A2. Qual. 40—45 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. der Koln-Gießener Eisenbahn), 16. Mai. Auf den heutigen ""b^ebracht: 225 Ochsen, Kühe und Rinder, 1037 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 6. Juni d. I. Mai 1887. im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Summa: 13 11 2 1 1 Erwachsene: 1 1 1 Zusammen: 1 1 4 1 (1) 2 1 1 1 1 Es starben an: Rippenfellentzündung Lungenentzündung Lungenschwindsucht Nierenentzündung Altersschwäche Krebs Alkoholismus Krämpfen Lebensschwäche Sterblichkeitsziffer: 30,3"/«. Kinder Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 19 Woche. Vom 8. Mat bis 14. m-* Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). frankfurter Stadttheater. Sängerin Marcella Sem brich ist nunmehr vereinbart bie Künstlerin am Montag den 23. d. M. im Frankfurter Opernhause S h “ a * ~~ Bestellungen von Plätzen werden von jetzt ab an der Theaterkasse entgegengenommen.___ . , ln gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kirchliche Antigen der evsnget. Gemeinde. Gottesdienst. Himmelfahrttag, den 19. Mai. „ , .vormittags 9-/, Uhr: Pfarr-r Dr. Naumann. N^mittags 2 Uhr m der Fri-dhofskapelle: Pfarrer Dingeld-y. und N?üsn°n^d.?°" 22 Mai, Nachmittags 2 Uhr, findet di- Vorstellung und Prüfung der zu confirmlrenden Mädchen statt.____________ Altkatholischer Gottesdienst. 22. Mai wird in der hiesigen Stadtkirche, um 11 Uhr, von anVuiJ3\\ Bonn altkatholiscker Gottesdienst abgehalten werden» Zugleich wird Gelegenheit gegeben zum Empfang des heiligen Abendmahls. 9ur Verdingung der Lieferung von 1283 qm Thonflitßen für den Neubau des hiesigen Kasernements rst ein unbeschränkter Submisstonstermin auf _, DonuerStag den 26 Ma» er., Vormittags 10 Uhr, im Garnison-Verwaltungs'Bureau anberaumt, woselbst die Lieferungs-Bedingungen nebst Kostenanschlag zur Einsichtnahme aufliegen. 3816 Gießen, den 14. Mai 1887. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Mittwoch den 18. d Ms., Nachmittags 2 Ubr, versteigere ich gegen Baarzahlung: /2 Morgens. Indem wir unsere Mitglieder nebst Damen hierzu einladen, bitten wir behufs Erreichung der Fahrpreisermäßigung (hin und zurück Jl. 1.10) um alsbaldige Einzeichnung in die bei Herrn Ernst Balser aufliegende Theil- nehmerliste. 8881 Der Vorstand. Auf dem Oswald s Garten. Chr. Brenner’s Große Kunst- u. Gemälde-Ansstestnng. Dieselbe ist eine der größten und interessantesten Sehenswürdigkeiten, welche sich bis jetzt am hiesigen Platze befand, enthält die neuesten Ereignisse und Katastrophen sowie die schönsten naturgetreuen Ansichten verschiedener Städte und Landschaften des In- und Auslandes. Bei ermäßigtem Entree erhält noch jeder Besucher ein Geschenk gratis, welches in verschiedenen Scherz- und Gebrauchsartikeln bestehl. 3878 Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Chr. Brenner. Geschäfts-Eröffnung, Einem hiesigen unb auswärtigen Publikum sowie verehrlicher Nachbar- schäft bie ergebene Mittheilung, daß ich am Heutigen Neustadt 27 im Hause des Herrn I. Netter ein Speeerei- nnö Aaschenbiergesihäst eröffnet habe und halte mich stets mit guten Maaren bestens empfohlen. Hochachtungsvoll 3892 Aug. Lang. Einer geehrten Kundschaft erlaube mir anzuzeigen, daß ich wieder eine Parthie Spitzen, Perlborden, Ornamente, Band, Blumen, Federn rr. auf dem Markt zum Verkauf bringen werde. 3957 I. Riese aus Frankfurt. Uerunetßungen. 3888] Gr. freundl. möbl. Zimmer zu oermiethen. Bahnhofstraße 33, II. St, 3885 Ein Familienlogis zu ver- wtethen-__________Frankfurterstraße 23. 3822] Stube mit Küche per 1. Juni zuvermiethen. Katharinen gaffe 19. 3903 Schillcrstraße 7 ist die Bell-Etage'. 5 Zimmer rc., anderweitig zu vermiethen. 3907 DerHttl. Stock, 7 Zimmer, Küche und sonst. Zubehör, nebst Garten- antheil, auf sofort zu oermiethen bei . Maurermeister M. Langsdorf. 3272] Wohnung mit 7, wenn gewünscht auch mit 11 Zimmern und Zubehör. Alicestraße 13. 3846] Familien - Logis zu vermiethen ________Steinstraße 4'3. 3782 Das seither von Herrn Baumeister Noack bewohnte Zimmer ist anderweitig zu oermiethen. _________________Alicestraße 25, III. St. 3715 Ein Logis zu oermiethen. ______________________Schützenstraße 17. 3363] Mittlerer Stock meines Hauses mitiZubehör und Gartenantheil zu ver- 3. Bamberger. Südanlage 20. 3076 Der 2. Stock, auch getheilt, ist zu vermiethen Bahnbofstr. 58. PH. Strack. 31*7 Ein gut möbl. Parterrezimmer zu vermiethen. Schillerstraße 25. 3144 Ein schön möblirtcs Zimmer zu oermiethen Grünbergerstraße 30, II. St. Schützenbof. 3232] Möblirte Zimmer vermiethet ____________^ühn, Seltersweg 36. 3415] Möbl. Zimmer zu vermiethen. - W. Katz, Marktplatz 1. 3489] Meine Scheuer ist zu vermiethem ________Jungblut, Promenadehaus, 3768] Zwei möblirte Stuben zu ver- miethen Hermann Bogt, Bäcker. 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