268 Donnerstag Len 17. November (Gießener fln;ciflcr Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Dur-aur Schnlstratze 7. Betreffend: Maßregeln gegen das Vagantenthum. pos. 20. November I. I. in's Leben treten. Durch diese Einrichtung ist für die Unterstützung vo> Arbeitsleistung der Nachsuchenden gewährt. Durch die Errichtung diest Zur wirksamen Durchführung dieser Anordnung ist aber vor Allem e 20, N..YL7 x Äff? KSSfti iÄ&nSS.« “ -ÄÄX»“6i* - * »■ «* ©rfd^int täglich mit Ausnahme des Montags. Kreis mEjährtich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobrr. die P»st bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pk. f) Dar Fahren mit Heinen Schlitten und dar Schleifen auf den öffent- lrchen Platzen und^Fußpfaden ist untersagt. Wenn diesem Verbot Münder dennoch Schleifen entstchen, so sind diejenigen, welchen die Reinigung überhaupt obliegt, auf Auffordern der Polizeibehörde ver- Kunden, die Schleifen entweder mit Sand oder Asche tüchtig bestreuen oder aufhauen zu lassen. H ,lleuen g) Beim Schneefall muß läng» der Hoftaithen mit Einschluß der Löte Garten uno sonstigen Grundstücke auf dem Banket, oder wo kein solcher vorhanden ist, auf der Straße ein 3 bis 4 Fuß breiter Pfad rokberS1®“^166 foitbauernbem Schneefall so oft alr nötzig h) Schnee und Eis darf ans dem Innern der Hoftaithen nicht auf die S^aße gebracht werden, ohne daß für augenblickliche Wegschaffung S 5. Zur Winterzeit gelten noch weiter folgende Bestimmungen: a) Sobald Glatteis entsteht, muß, soweit die Hoftaithen mit Einschluß -s J°1C' A^ten und sonstigen Grundstücke an der Straße ober an öffentlichen Platzen liegen, der Fußpfad, ober wenn kein Fußpfad vor- hanben ist, die Straße zwei bi» drei Fuß breit mit Asche ober Sand genügend bestreut werden. Entsteht da» Glatteis zwischen 7 Uhr borgens und 9 Uhr Abends, so muß sogleich, längstens mit Ablauf °er ersten halben Stunde nachher, entsteht er aber in der Nacht bis 7'/- Uhr Morgens gestreut sein. d) An den auf die Straße gehenden Dachkandeln, Goffensteinen und sonstigen Ableitungen der Wasser« nach der Straße rc. muß das auf beit Seitenpflastern und Fußpfaden angesetzte Eis auf Aufforderung Grotzherzogucher Polizeiverwaltung aufgehauen und weggeschafft werden. c) Außerdem ist bei Frostwetter dafiir zu sorgen, daß das etwa vom Innern der Hoftaithen ausgeschüttete Waffer nicht durch die Floß- rinnen auf die Straße laufen kann. 6) Vor den öffentlichen Brunnen ist, so oft es nöthig erscheint, auf elfen und mit Asche oder Sand streuen zu lassen. e) Bei eintretendem Thauwetter sind nach Aufforderung der Localpolizei- behörde ohne Verzug die Straßen, öffentlichen Plätze und insbesondere Floßrrnnen aufersen, kehren und Schnee und Eis alsbald von den Straßen rc. entfernen zu lassen. 1) in der Herberge zur Heimath zu Gießen, 2) bei Herrn Konrad Groß in Grünberg, As. m »x k k cn i r tv 3) bei Herrn Wilhelm Heßler in Hungen. “ *" ®*" «'■*'«* »d m «-b°„ ..d m bl- md Sf‘g»SU"l, “,™, "fitz agg«*!*! »« Mer «n M g*We, i^nen °°Z>mmenden Falle» die die Statum-hülse in Anspruch nehmenden Arbsitfuchmden zu^ewiesen wÄen Mnen -u setzen, bamit Gießen, ben o. November 1887. Großherzogliche» Kreisamt Gießen. -------------------------------- Dr. Boekmann. § 15. Q^UroJb^lnbIu^c.nxöÄöe? obide Bestimmungen unterliegen der in $366 jr-Au 10 bei Retchrstrafgesetzes bezw. Art. 114 unb 120 des Polizei strafgefetzes angckrohten Strafe. Außerbem haben die Zuwiberhanbelnben h veranlaßten Mißstände auf Anorbnung ber Localpolizei- ^e^?ri,e durch anbere Personen beseitigt werben, bie hierdurch entsiandeneu ”4"' “f '"'m »•» M« ist, Zuwiderhandlungen unnachfichtlich zur Anzeige zu bringen ™ " ntlt$en Kenntmß zu bringen, daß die Schutzmannschaft angewiesen Gießen, am 16. November 1887. Großherzoglicher Polizeiamt Gießen. Fresenius. Politische Ueberstcht Dr. Schmidt eingehend Bericht über den Stand der Dinge erstattet hat • alle- andere bleib abzuwarten. Einigermaßen tröstlich ist er noch, zu hören dast da» Allgemeinbefinden de» Kronprinzen ein befriedigende» ist und daß er fein h°r°e» Geschick mit bewundernswerther Fassung und Ergebenheit trägt und die« feinen tiefergriffenen greifen Ellern zum Trost in ihrem Schmer, Witten unter den Sorgen um ben erlauchten Thronerben rüstet man sich am Berliner Kaiserhofe zum Empfunge der hochfürstlichen Gäste' die ihren Besuch in der deutschen Reichshauptstadt für diese Woche angesagt haben. Die Meldung, daß der Kaiser von Rußland nebst Familie am Freitag von Kopenhagen in Berlin eintreffen wird, Hai bis jetzt keinen Widerspruch erfahren und er dürfte somit bei dieser Zeitbestimmung verbleiben. Die kaiser- ttchen Kinder werden während de» Aufenthalte« ihrer Eltern in Berlin den Salonwagen nicht verlassen und nur der Aroßfürst-Thronfolger wird sich seinen Ettern be dem Besuche am Hofe anschließen. Bei der Begrüßung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Czaren wirb nun doch auch der Reichskanzler mit zu- gegen sein, indessen ist an» dessen Gegenwart noch nicht gleich der Schluß zu ziehen, daß es stch bei der Berliner Monarchen-Begegnung um hochwichtige Dinge handelt. Vielmehr ist Fürst Bismarck hauptsächlich wegen der aus San Remo eingegangenen ernsten Nachrichten von feinem Lauenburgifchen Landsttz nach Berlin berufen worden und ist es ganz erklärlich, wenn Kaiser Wilhelm Gießen, 16. November. m „ Aach Tagen peinlicher Spannung ist nun endlich dem deutschen Volke die tiesschmerzliche Gewißheit geworden, daß sein Stolz und seine Hoffnung, der Kronprinz, au einem der bösartigsten Halsleiden krankt. Allerdings haben bie in voriger Woche zu San Remo stattgefundenen ärztlichen Verätzungen ergeben, daß eine unmittelbare Lebensgefahr für den erlauchten Patienten nicht vorliegt, immerhin sind ihre Ergebnisse noch traurig unb ergtei- fenb genug. Unter dem Eindrücke der Hiob»post an» San Remo hat sich ber gesammten Nation eine düstere Stimmung bemächtigt und die» ist ja so natür- lich, denn „unserem Fritz", dem ruhmgekrönten Feldherrn, dem Beschützer von Kunst und Wissenschaft, dem edlen Menschenfteund, schlugen ja Aller Herzen freudig entgegen unb mit Stolz ruhten Aller Augen auf der ritterlichen Gestalt de« Kaisersohne« unb nun soll der Erbe de« deutschen Kaiserthrone« in der Fülle feiner Manne«kraft einem heimtückischen, schleichenden Hebet zum Opfer fallen! Noch ist jedoch die Hoffnung nicht aufzugeben, daß dem Schwergeprüften durch eine Operation Rettung werden kann unb wenngleich sich der Kronprinz selbst gegen einen umfassenden operativen Eingriff erklärt hat, so ist doch kaum zu bezweifeln, daß der hohe Herr seinen Widerspruch schließlich fallen lassen wird, wenn e« wirklich kein andere« Mittel mehr geben sollte, ihn feinen Sieben und feinem Volke zu erhalten. Die nächste Entscheidung in dieser Frage hängt vom ............ „vwll ullu „ „ullJ „ul|Cl öuyeim flauer ab, welchem der soeben von San Remo in Berlin eingetroffene ! bei den trüben Aussichten, welche die ärztlichen Gutachten übet da« Befinden Deutschland. t 1 Unruhen nicht in Zusammenhang gebracht werde mit dem Verhallen der Regierung in Irland. o*nmwktidtt für die Zukunft eröffnen, den Rath seines bewährten ersten M-' c Ääss'te * ft““-» ÖXl l W-Z«! &« Wilhelm, mit dem Lzaren bei- wobnt'und hierdurch erhält dieselbe äußerlich allerdings einen gröberen Anstrich, als wenn ihr der leitende Staatsmann des Reiches sern geblieben wäre. Ob ""“SSM Ä* .»bl; «»«* bet vreaßische Bolk.wirlhschast.rath -inberusen werden sollte, um sein Gutacht n über di- Grunozüge der Arbeiter., Mer», und JnvaltdemVer. Lx-rnnn ahiuotbeit bestätigt sich nicht. Dieselben füllen vielmehr nur noch dem vttubiiLen Staat-Ministerium zugehen und von deffen Beschlüssen hängt er ab, ob die ^nvalidität.'Vorlage wirklich noch dem Volktwirthschastrrathe vor ihrer weiteren Behandlung unterbreitet werden wird. Ein Termin für den Zusammentritt der genannten Körperschaft ist überhaupt noch nicht b-kannt , ,, . In Chicago sind am Sonntag bte gehenkten Anarchisten beenügt wordem Man hatte hierbei Kundgebungen ihrer Gesinnungrgenoffen besürchtet, aber -« ist nicht» dergleichen passtrt, denn die Stadt blieb ruhig und sand keinerlei Störung der Ordnung statt._____________________ Telegraphische Depeschen. W*lN'» Ultet. Ctrttfpondtn,. ®t»fe*». Berlin/ 15. November. Se. Majestät der Kaiser, der sich gestern Nbend um 9 Ubr zur Ruhe begab, hat recht gut geschlafen. , . Heute Nachmittag findet eine Bundesrathsfitzung statt, worin vorwiegend Svecialetattz und Eingaben über Zollsachen zur Beratung kommen. Berlin, 15. November. Seine Majestät der Kaiser stand um 11 Uhr auf und nahm später die Vorträge Perponcher's und Albedyll'S entgegen. 9 Se. Kgl. Hoheit der Prinz Wilhelm wird dem Kaiser von Rußland bis zur Grenze nach Wittenberge entgegenfahren. : . , . .. . _ Sc. K. u. K. Hoheit der Kronprinz wird nach fbis letzt getroffener Disposition vorläufia in San Remo verbleiben. P ' ^ ürst Bismarck ist in Begleitung seiner Gemahlin und detz Grafen Rantzau heute Abend 9 Uhr hier eingetroffen. Prinz Wilhelm erwartete den Reichskanzler in dessen Palais ^0Dcmbcr. In dem dem BundeSrathe wieder zugegangenen Gesetzentwurf, bctr. die unter Ausschluß der Oeffentlichkett lungen ist den Beschlüssen der früheren Reichstags-Commission überall thunlichst Rechnung getragen worden. Die Hauptabwcichung betrifft das Verbot der Veröffentlichung der Preßberichte, indem daffelbe nur für diejenigen Falle^ausgefprpchm wird, wo das Gericht die Oeffentlichkett aus Gründen der Staatssicherheit ausschlteßt. — Die verhafteten Mitglieder des hiesigen soctaltstlschen Centralcomits s haben die geforderte Caution von je 1000 JL erlegt und sind darauf aus der Haft entlassen öOr5cnmn*ett, 15. November. In der heutigen Festsitzung der Akademie der Wissenschaften wurden zu auswärtigen Mitgliedern ernannt: Gehermräthe Pros. A- Aibbeck, Dr. D. Boctbltngk, Professor Dr. Lechler-Letpztg, Dr. Fritzner-Christiania, Geheimrath v. Kokscharow-PeterSburg und die Geschichtsprofessoren de Lerh-Padua, Baumgarten- Straßburg. Zu correspondtrenden Mitgliedern wurden ernannt die Professoren Harrp- BreSiau (Berlin), Dr. Simson-Freiburg, Dr. West (England). Köln, 15. November. Die englische Post von gestern früh ist ausgeblreben, weil In Folge verspäteter Landung des Schiffes in Belgien eine Zugverspätung statt- gesundens November. Der Fürstbischof Dr. Kopp ist heule früh aus Breslau angekommen und im erzbtschöfiichen Palast abgcstiegen. . Petersburg, 15. November. Die Handelsschiffe verlaffen Petersburg, da Frost eingetreten xft. : Dr. M. Schmidt über die Krankheit de» Kronprinzen. Herr Dr. Moritz Schmidt hatte die Freundlichkeit, heute Bormittas nach seiner Rückkehr von Berlin mehreren Vertretern der Frankfurter Presse Mittheilungen über seine Miffion und deren Ergebnisse zu machen. Wir lassen dieselben hier nach steno- graphitch^^^eichnung^gen.^ verpflichtet, über das Leiden deS Kronprinzen, nichts an die Oeffentlichkett zu bringen. In Berlin entschied man sich dann für ruc^ haltlose Offenheit; man hielt cS für nützlich, dle Sache richtig und offen zu sagen. Ich bitte die Vertreter der Presse, in ihren Zeitungen dahin zu wirken, daß das über Opcriren oder Ntchioperiren aushörl. Prinz Wilhelm, dem ich mich auf der Reise nach San Remo am Montag Abend hier anschlvß, machte mir unterwegs Mtttheimng von Allem, was vorher geschehen war. Dienstag Abend 61/» Uhr kamen wir m San Remo an, Prinz Wilhelm rief die Aerzle zu einer Besprechung zusammen und wir conferirten dort den Abend über. Den anderen Morgen um 10 Uhr sah ich den Kronprinzen zuerst. Der Kehlkopf war durch ein Oedem so geschwollen, daß man die innere kranke Stelle nicht oder kaum sehen konnte. Der Patient klagte nicht über Schmerzen und sah lehr wohl aus. Ich hatte ihn zwei Jahre nicht gesehen und fand ihn absolut unverändert; bei der Consultatton war er unendlich liebenswürdig und leutselig. Es wurde Eis angewandt, am anderen Tage war darauf, wie vorauszusehen»bte Abschwellung des Oedems eingetreten und man konnte den Kehlkopf fast ganz uderschen. Dabei stellte sich die traurige Gewißheit heraus, daß die Neubildung unter dem linken Stimmbande saß und sogar in kleinen Anfängen sich auch aus der rechten Seite zeigte. Wir zogen uns darauf in's Nebenzimmer zurück, um noch einmal lüe Uebereinstimmung der Aerzte zu constatiren, und dann wurde, wie schon bekannt, durch Professor Schrötter dem Kronprinzen der Sachverhalt in schonender Weise mitgetheilt, daß nämlich die augenblickliche Kehlkopfhaut-Entzündung veranlaßt sei durch eine Neubildung. Der Kronp.inz, der merkwürdig gefaßt war, entließ uns bann, und auch die Kronprinzessin verabschiedete uns mit Thränen in den Augen, dock in überaus freundlicher Weise. D-r Kronprinz schickt- uns nachher ben schriftlichen B-lch-id. daß er di-Vornahme der Operation nicht wünscht. Dies ist sein eigener Entschluß, der Kaiser hat, wie mir dessen Leibarzt mitthetlic, keine Einwirkung darauf gehabt. Es wurde dann ein Telegramm an das Slaatsmtniftertum ausgesetzt, unterzeichnet von sammtlichen Aerzten; der Inhalt desselben ist im Wesentlichen im „R-tchsonzciger" veröffentlicht worden., Prinz Wilhelm drückte mir den Wunsch aus, daß ich persönlich nach Berlin gehen möge, um dem Kaiser Bericht zu erstatten. Nach meiner Abreise kam noch ein Telegramm des Kaisers an, des Inhalts, daß er mich zu sprechen wünsche. Ich war in anderer Stellung zum Kronprinzen berufen als die Herren Schrötter und Krause. Diese waren am Sonntag schon von Mackenzie citirt worden, während ich im Auftrage des Kaisers binaing. Sonntag Nachmittag 2 Uhr wurde ich vom Kaiser in Audienz empfangen, gemeinsam mit Geh. Rath Bergmann und dem Leibarzt Generalarzt Leuthold. Die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Der Kaiser war ganz unterrichtet davon, daß die Krankheit Krebs sei, und ließ sich von uns nochmals Vortrag halten. Der Kaiser war tief ergriffen. Vorher war ich auch von der Prinzessin Wilhelm empfangen worden. Nachher fand eine Sitzung im Staatsministerium des königlichen Hauses statt unter Beiziehung der Aerzte, welche den Kronprinzen früher behandelt haben, Dr. Ge'. Hardt, Bergmann, Todold, Wegener und Dr. Landgraf, welcher letztere ben Kronprinzen nach England begleitet hatte. Dort mußte ich Bericht erstatten, welcher zu Protokoll genommen und in die Akten des königlichen Hauses niedergelegt wurde. Auch die Aerzte, welche früher die Behandlung geführt hatten, wurden um ihre Ansicht gefragt unb erklärten ihre Uebereinsttrnmung. c w 3ie _£ lieber das, was jetzt geschehen wirb, gab Dr. Schmibt folgende Auskunft. Der Kronprinz bleibt in San Remo, weil die Hauptsache ist, sein Allgemeinbefinden so lange wie möglich so gut zu erhalten, wie es jetzt ist. Darum soll er in der prächtigen Luft von San Remo bleiben, wo er außerordentlich gut untergebracht ist. Von einer halbseitigen Exttrpation kann gar keine Rede sein; wenn man opertrt, so müßte man den ganzen Kehlkopf herausnehmen, eine Operation, die an und für sich recht gefadruch ist indem ein Viertel der Patienten bireet an ben Folgen der Operation sterben; dieselbe schützt aber auch nicht gegen Rezidive. Die Stimme würde auch nach der Operation durch einen künstlichen Kehlkopf ziemlich leidlich zu machen sein, aber das Tragen des Apparats ist unangenehm. Wenn die Athemnoth zunehmen sollte, so wird man genöthigt sein, b-n Luftröhrenschnitt zu machen. Wann diese Nothwendigkeit etntritt, das ist nicht zu bestimmen, cs kann sein, daß sie in wenigen Tagen eintritt vielleicht auch erst in fünf bis sechs Monaten. Wenn die Verschlintmerung eine so allmälige ist, daß man die Nothwendigkeit der Operation vorhersehen kann, so wild auf Wunsch der kronprinzlichen Herrschaften Prof. v. Bergmann dre Operation ausführen. Ein Assistent des Genannten, Herr Dr. Bramann, geht, nachdem gestern die Genehmigung hierfür von San Remo eingetroffen ist, dorthin, um im Falle einer plötzlich eintretenben Nothwenbigkeit bie Operation zu machen. Schwellungen, wie sie in Toblach zuerst da waren und vorige Woche sich wiederholten, können wieder auf- Lovdon, 15. November. Gladstone erwiderte auf eine Resolution der radikalen Clubs zu Bermondsey, welche sich gegen das Vorgehen der Polizei am Sonntag auf dem Trafalgar Square aussprach, er erkenne nicht die Wichtigkeit der Frage bezüglich der Gesetzlichkeit des Verbots von Versammlungen auf dem ^Älchen Gesches' genau"klaMlegt wsr^müsiStaber ^fti^dis Pfli Z»sam- „t,Etens Mich begrüßt hat. Ich bin Mir bewußt, daß bte Synode unter Rpfnnhprt sckwieriaen Verhältnissen zu wirken bestimmt ist, Ich vertraue aber ih^er ernsten und warmen Hingebung an ihren B-rus, daß ft-di-ihrzugewie- lenen Qiele mit Gottes Hilfe zum Segen der Kirche erfolgreich erstreben wird. Die f-ommen Wünsche, welche die Synode für Meinen fchwererkranklen Herrn Sobn des Kronprinzen Kaiserl. und Königl. Hobest ausgesprochen hat, haben gn.j- tiefbetrübtes ßen wohlthuend berührt. Möchte diese» für Mem 6au», nie für Unser Vaterland schwere Verhängntß durch Gotte» Allmacht und Gnade bald von Uns genommen werden! Berlin, 14. November 1887. Sßllijetm. Hesterreich. Wie», 15. November. Professor Schrötter wurde heute Mittag vom »ais-r empfangen. In mehr al» viertelstündiger Audienz ließ fich der Kaiser einen eingehenden Bericht über den Verlauf bet Krankheit de» deutschen Kron, prinz-n und über die Ergebnisse bet Untersuchung erstatten und zeigte eine leb. hafte Th-ilnahme für ben hohen Patienten. Sofort nach Schrötter wurde Graf Kalnoky vom Kaifer empfangen. U5r' ä Irankreich. 15. November. „Paix", dar Organ Grövy^, lagt gegen- «bet dn Ansicht einiger Blätter, daß Grövy zurücktteten sollte: „§etr Gr^vy Nuß bleiben. Wir können behaupten, ohne besürchten zu müssen, durch die ®r< »ianiffe dementiit zu werden, daß er bleiben wird." — Dem Vernehmen nach wird heute von der Kammer die Genehmigung tot gerichtlichen Verfolgung Wilfon'» nachgesucht werben. Bezüglich der An- schuldigungen Laurent'» verlautet, Laurent wolle Nachweisen, daß Wils°" tm «uvernehmen mit d'Andlau einem großen Grundbesitzer gegen 80,000 Ftc». tiaen Pari»^15^November. Die Enquete-Lommisfion vernahm heute bie Barons Reymond Setlliere. Dieselbe erklärte, von ihrem Manne gehört zu haben, baß er Wilson ungesähr 2 Mill. Frc«. gezahlt habe, um Ltesernngen zu erhalten, daß er aber niemole etwa« N-nnen»werthe» dieser Art bekommen. Eie brachte noch andere belastende Momente vor, jedoch nur nach den Aeuße- runaen ihre» Manne». — Den Blättern zufolge beschloß der Untersuchung», richter, da» Verfahren auch aus den Polizeipräs-kten Gragnva und den Sourch-s der Sicherheitspolizei Goron auszudehnen, da diese sür d,e Unterschiebung der Wtlson'schen Briese verantwortlich zu machen seien. — Die Enquet-.Commission vernahm weiter den Banquier Seilliere-Demachy, welcher erklärte, er habe nie- mal» gehört, daß Baron Setlliere in irgendwelchen geschästlichen Be,»Hungen zu Wilson gestanden habe. Der „Kempe" will wissen, Wilson würde nur al» Mit. schuldiger gerichtlich verfolgt werden, während Gragnon und Goron al« Haupt- schuldige wegen Unterschiebung der Briese zur Verantwortung gezogen würden. — Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, würde der Antrag aus Ermächtigung zur gerichtlichen Versolgung Wilson'» erst am Donnerstag in der Kammer eingebracht werden. Httgkavd. vortreffliches ist. Die Schwellungen werden wahr chetnlich von Zeit zu Zeit wieder- kehrm, bedingen abernicht gerade eine Verschlimmerung der Krache t Sie geben mehr oder weniger vollständig zuruck, mit der Zett vergrößert fick aber die dadmch Wird mit größter Mahrsch-inttchk-ff AthLokhILgk^ ’S* daß Mackenzie in U-b-r-inftimmung mit btr Äa‘fCr d°b° st» über sein eigenes SHtlei _ _x 0- November. sT he a t er.^j Herr Rudolph wird mit seiner Gesell- schäft die Vorstellungen in Gießen am Dienstag den 29. November eröffnen. , ^-ß-n, 16. November. Nach stattgchabtem Schneefall, der aber nur auf —-en Straßen Schmutz und^Lasser zurück ließ, ist in vergangener Nacht starker Frost 1 tn? h^a ^°Iöen allenthalben die bekannten Blumen an den Fenster - scheiben geigten und das im Sommer sonst nur bei Bierbrauern, Gastwirtben und <5ondttorm zu findende Crystall, „Eis" genannt, so zu sagen auf der Straße zu finden Gäste ^nfobC mnÄA hn* ? bringende Winter auch nicht gerade gerngesehene ♦rrtHf 5e^rmanil in Angesicht der Jahreszeit mit ihnen ver- traut, namentlich durfte dre Zahl Derer, die lieber rothe Nasen als nasse Füße haben wollen, d. h. lieber etwas kalte als naßkalte Witterung wünschen, die größte sein ^“.[V Kohlenhändler, Ofcnlieferanten, P-lz- und Wollewaarcnhändln sind welche dem Frost vielleicht am wenigsten abhold sind und gewöhnlich große Hoffnung Auch der Winter bring? des Gute? ik Hülle und «X “nL“'r rlchtrg zu begrüßen und das von ihm Gebotene richtig zu ver- Nullb linkt " r» klagen, wenn das Thermometer einige Grade unter 9rffi,n h,r' siegen ia mit dem Fallen des Thermometers andererseits auch die r“1”1 der ^.Schl'ttichuhlLuferlnnen und Schlittschuhläufer, und was das zu bedeuten hat, wissen die dabei Jnteresstrten jedenfalls am Besten. - ;;a ®i"e »E°rn aus der Haft -iitlassen- Wäschediebin wurde schon am Abend i" Sicherheit gebracht. Sie machte so ihre Aussage Der der Entlassung, recht bald wieder kommen zu wollen, zur Wahrheit. Vermischte». ,, ,△ Mainz 14. November. Wie gerichtlich fcstgestellt ist, war die am Samstag hier gelandete Leiche — worüber wir gestern schon berichteten — thatsächlich die des vor einiger Zeit verschwundenen Müllers Fischer von Ginshetm und lassen die be- gleitenden Umstande es nunmehr auch unzweifelhaft erscheinen, daß hier ein Verbrechen vorltegt. Die vorgenommene Obduction der Leiche hat ergeben, daß der Schädel ein- Seschlagen ist und zwar sind die Schläge derartig, daß ein Selbstmord oder ein Unglücksfall ausgeschlossen erscheint. An der Hand der Leiche fand man den Trauring mit dem vollen Namen Fischers. Nach allgemeiner Annahme ist die Leiche nach Voll- vrmgung des Verbrechens von dem Mörder von Ginsheim rheinabwärts gefahren und Dort in das todte Wasser geworfen und mit Sand bedeckt worden. Als des Verbrechens dringend verdächtig wurde gestern Abend auf Requisition der Staatsanwaltschaft in Darmstadt der frühere Associe des Fischer, ein gewisser Schröpfer in Bischofsheim, ver- vastet und von der Gensdarmerie nach Darmstadt verbracht. Desgleichen wurde auch dre Frau und ein Bursche des Schröpfer verhaftet. Nach einem allgemeinen Gerücht loll zwischen dem Ermordeten und dem Verhafteten längere Zeit ein Prozeß geschwebt haben, dessen Ende gewesen, daß Schröpfer die mit Fischer gemeinsam besessene Rhein- Muhle in Ginsherm raumen mußte. s. △ ainz,15. November. Seitens der hiesigen Fachvereine war auf gestern Abend m die „Stadthall^ hier eine Volksversammlung einberufen worden, um sich über die gewerblichen Schiedsgerichte auszusprechen. Nachdem ein Redner sich des 5nMnrUbcr dre Zweckmäßigkeit solcher Gerichte geäußert, beschloß die von 600 bis 700 Personen besuchte Versammlung wiederholt eine diesbezügliche Petition an die Stadtoerordnetenversammlung zu richten, in welcher hauptsächlich die bei der erst- , Farbige Seidenstoffe v Mk. 1,33 bis 12 33 rr. M-i- sca. 2000 v er sch. Färb, u- Dess.) Atlasse, Faille Francaise, „Monopol“ Foulards, Grenadines, Surah, Sat. merv., Damaste, Brocatelle, Steppdecken- und Fahnenstoffe, Ripse, Taffete etc. — versendet roben- und stückweise zollfrei ms Haus das 'L-erdcnfabrik-D^pöt Hennebers sK u K fiDfffptrVJa Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf Porto St. Gmmeran eine „roße Erleichteruna erhalten. 4-tarreten St. Oumtm und welche wegen muthmaßlicher Mitwiffmschaft gleichfalls affänalicheinae.oam ‘kJ Ld-r auf freien Fuß gesetzt worden. des Müllers Fisch-r°?st.°b" ba6 Zweifel mehr vorhanden, daß er d-?Mörd« hn6 , Kr-isaml Mainz beabsichtigt bei dem Kreistag den Antrag >u stellen rUr, S^Ige dle Kosten für die Unterbringung jugendlicher Uebeltbäter und ner' wahrloster Kinder ausschließlich aus der Kreiskasse getragenwerden diese Kosten zur Halste von den Orlsarmenverbänden zu tragen. b ren .. r. Dortmund, 14. November. Heute Mittag durchlief eine rerfenari*ttomH- ™ abLm 3^ „Gnetsenau", zwischen Dortmund und Courl gelegen hat heute Vormittag ewe Explosion schlagender Wetter ftattgefunden Man^ fnS uerst von 150 Todten; dann kam die erste sichere Nachricht, laut welcher 11 Mann «nd'^^wundet waren. Diese Ziffern erhöhten sich bis zum Abend auf 17 Todt^ und 2 Schwer-, lo Leichtverwundete,- 80 Mann sind noch tn der Grube und aelten nahezu für verlorem Die Belegschaft betrug 150 Mann, von der sich ein Tb?il u Mteu vermochte. Die Zeche ist neu und erst vor einem Jahre eröffnet worden $nL Dortmund ging sofort ein Extrazug mit Mannschaften ab; auch die Beamten des Oberbergamtes begaben sich schleunigst an Ort und Stelle. Genaue Nachrichten üte ben Umfang des Unglücks können erst morgen gegeben werden. Loeflonds ilgäiier-Rahm-Biteli ""äT" jLoenunds Kindermilch W-iz-n-Extrakt c-n- unb ru°-rlässigst- Nahrung, besonders b-i gestörter Verdauung Pel Büchs°?Ä^20° In oßvrt Apotheken, en gros von Ed. Loefiund in Stuttgart. 8055 Donnerstag, 17. Nov. L I., Nachmittags 2 Uhr, werben in meinem Bureau 1 Parthie Taschenuhren, 1 Kaffa- schrank und verschiedene Mobilien öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 16. November 1887.J 8578 Gerichtsvollzieher. Keikgeöotenes. 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Trio für Pianoforte, Violine und Violoncell in B - dur von Anton Rubinstein. Die Begleitung der Gesänge hat Herr Dr. Karl Walther gefälligst übernommen. Der Concertflügel aus der Fabrik von Stein weg Nachf. in Braunschweig ist aus dem Pianoforte-Magazin von Wilh. Rudolph. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind ä 2,50 Mk. (Sperrsitz a 3,50 Mk.) in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolph s Nachf.) zu haben. , . .. o Die geehrten Mitglieder werden h ofl. gebeten ihre Karten gegen Zahlung des Beitrags bis spätestens 19. d. Mts. bei dem Rechner des Vereins, Herrn Zack (in obengenannter Musikaben- handlung) gefl. abzuholen._____________________________ 1783/* Laura 78V» 4% Ungar. Goldrente 74.80 5®/« 72/7j Russen Tendenz: fest. Dir "esseren Berichte aus San Remo sowie die Vorbereitungen zur Kaiserentrevue verursachten günstige Stimmung, von der Banken und Renten haupt- __sachlich profitirten.____________. 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