Mr. IST Freitag dm 17. Juni !»♦ Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Bureanr Schulstraße 7. da eine Reihe von Eingaben aus Öberhessen gleichen Betreffes beantragt Großh. Regierung wolle die Prüfung der Frage in findet einstimmige Annahme. Der fernere Antrag des Aus- Tragweite informirt, vorliegen. Der Ausschuß Erwägung ziehen. Finanz«Minister Weber erklärt, wenn es sich hier nicht um ein Präjudiz von sehr großer Tragweite handele, so würde er sehr gerne bereit sein, die Zustimmung der Negierung zu erklären. Es würde dieses aber zu Eonsequenzen führen, welche man im allgemeinen Interesse des Landes nicht gutheißen könne, wenn man das Prinzip annehme, das der Abg. Ellenberger aufgestellt habe; dann müßte man auch alle bereits von den Gemeinden geleisteten Beiträge zu Staatsbauten zurückzahlen. Er könne sich mit dem Antrag nicht einverstanden erklären. Der Ausschuß beantragt den Gesuchen keine Folge zu geben. Dieser Antrag wird mit allen gegen 5 Stimmen angenommen. Die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern.um Bewilligung von 8900 JL zum Zweck der Verbesserung bestehender Einrichtungen in dem Gymnasialgebäude zu Darmstadt zu Lasten der Ueberschüsse der Hauptstaatskasse findet, nachdem Großh. Staatsrath Knorr v. Rosenroth die absolute Rothwendigkeit der beantragten Verbesserungen dem Hause dargelegt, ohne wesentliche Debatte die Genehmigung des Hauses. Hiernach folgt: Antrag der Abgg. Freiherr v. Rabenau, Schröder und Möhn, Herabsetzung der Stempel und Gebühren auf Immobilien und Hypotheken betr. Die Abg. Schröder und Möhn weisen auf die Mißstände hin, welche durch die jetzigen hohen Tarife entstanden sind. Auch seien die Tarifsätze nicht genügend präctsirt, so daß sehr oft diese verschieden ausgelegt würden. Minist.-Rath Becker erklärt, die Regierung habe sich der Angelegenheit wann angenommen und einer eingehenden Erwägung unterzogen, es seien jedoch eine Reihe neuer Gesichtspunkte hinzugetreten, daß man die Erhebungen noch nicht als abgeschlossen betrachten könne. Auch sei die Großh. Staats-Regierung noch nicht über die volle Darmstadt, 15. Juni. S-. König!. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht: Am 11. Juni den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Homberg, Aloys Hüiling, aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Juli 1887 an, in den Rich.'stand zu versetzen. — Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht: Am 11, Juni den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein, Theo- dor Becker, zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Homberg a./O., mit Wirkung vom 1. Juli l. Jr. — und den Gerichtsschreiber > Aspiranten Philipp Knterim zu Vilbel zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein, mit Wirkung vom 1. Juli l. Js. - zu ernennen. c ~ n, — Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Innern und bet Justrz vom 11. Juni 1887 wurde der Amtsanwalt Georg Olt in Groß - Uyrstadl zum Hilfrgerichtrschreiber bei dem Landgericht der Provmz Oberheffen ernannt. — In den Ruhestand wurde verletzt: Am 9. Juni der Werkmeister an dem Arbeitrbause zu Dieburg, Adam Otto, aus sein Nachsuchen. Darmstadt, 15. Juni. (Militärdienst - Nachrichten.) Es wurden: Clausius, Garnisons-Pfarrer in Mainz, vom 1. Juli d. I». ab mit der ge- setzlichen Pension in dm Ruhestand versetzt; W i e g m a n n, Zahlmeister vom Füsilier-Bataillon des 2. Großh. Hess. JnpRegtr. (Großherzog) Nr. 116, zur Großh. Hess. Train-Compagnie versetzt. Darmstadt, 15. Juni. (Hessischer Landtags Voraussichtlich zum vorletztcnmalc hat sich die zu--i:e Kammer zu einer achttägigen Sitzung am heutigen Tage noch einmal zusammengesunden. . . , lf . Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und der Recommunicationen der ersten Kammer tritt das Haus in die Besprechung, evenl. Beantwortung der Interpellation des Abg. Wasserburg, Einführung des directen Wahlrechts bei den Land- tagswahlen betr. Staatsminister Finger erklärt, die Großh. Regierung sei nicht gewillt, dem Hause eine diesbezügliche Vorlage zu machen, da der nahe Schluß des Landtages beoorstehe und daß ferner bei den großen Städten ein allgemeines Bedurfniß nicht zu ^age ö^te^qerbur0 b^auert, daß der Herr Staatsminister seine Interpellation nicht in dem Sinne beantwortet hat, wozu er sie gestellt habe. Er habe nicht gefragt, ob die Großh. Regierung auf diesem Landtage oder auf dem nächsten der Angelegenheit nähertreten wolle, für ihn sei es nur von Werih, zu wissen, ob die Großh. Regierung das schon auf dem 24. Landtage gegebene Versprechen, „diese Modification in Erwägung zu ziehen", auch halten wolle und dem nächsten Landtage Vorlage machen werde. Staatsminister Finger: Die Regierung werde bei geeignetem Zeitpunkte der Frage nähertreten, augenblicklich könne aber die Frage nicht zum Austrag gebracht roerden, da, wie der Herr Abgeordnete selbst wisse, ein Gegenstand in der Verhandlung sich befindet, welcher vorher zur Erledigung gebracht werden müsse. Abg. Ellenberger constatirt, daß auf dem früheren Landtage nicht etwa eine Majorität für diesen Antrag gestimmt habe, sondern diese Abstimmung sei nur durch ein Mißverständniß heroorgerufen Morden; viele Abgeordnete hätten protokollarisch ihre Abstimmung wieder zurückgezogen. Es sei dieses damals keineswegs der Ausdruck der Kammer gewesen. Abg. Wasserburg gibt seinem Bedauern noch Ausdruck, daß Städte wie Mainz mit 30,000 Einwohnern nur durch zwei Abgeordnete vertreten sei, während beispielsweise Alsfeld mit 6000 Einwohnern durch einen Abgeordneten im Hause vertreten werde. Er hält dieses Verhältniß für ein Unrecht und bittet um Aenderung dieses Zustandes. Hiermit ist die Diskussion geschlossen. Es folgt die Berathung über die Mittheilung Großh. Staatsministeriums, die Nachweisungen der Staats-Einnahmen und -Ausgaben in der Finanzperiode 1879—82 betreffend. Staatsminister Finger erklärt, die Großh. Regierung werde Ruckleitung der den Standen s. Z. vorgelegten Nachweisungen veranlassen und dem nächsten Landtage nochmals die durch Art. 68 der Verfassungsurkunde vorgeschriebene Vorlage bezüglich der Einnahmen und Ausgaben des Staates in der Finanzperiode 1879—82 machen. Der Ausschuß beantragt: 1. die Kammer wolle nach den vorliegenden gesetzlichen Bestimmungen erklären, daß sie die Großh. Oberrechnungskammer für verpflichtet halte, die Nachweisungen, welche über Domanial- und Staatsoermögen und über Verwendung der bewilligten Staatsgelder nach Art. 9 und 68 der Verfassungsurkunde zu geben sind, in der von der Großh. Negierung vor Erlaß des Gesetzes vom 14. Juli 1879 geübten Weise zu liefern. 2. Die Großh. Regierung zu ersuchen, die vorliegenden Nachweisungen aus der Finanzperiode 1879—82 zur entsprechenden Vervollständigung an die Großh. Oberrechnungskammer zurückzugeben. Diesem Anträge schließt sich die Kammer einstimmig an. Staatsminister Finger gibt noch die Erklärung, es könnte etwa scheinen, die Oroßh. Ober-Rechnungskammer habe sich geweigert, die gewünschten Nachweisungen zu geben. Dieses sei keineswegs der Fall, sie werde diese vielmehr demnächst dem Hause vorlegen. Es folgt Berathung über den Antrag Möhn auf Vorlage eines Gesetz-Entwurfes, die Abänderung des Art. 3 des Gesetzes vom 13. Mai 1885, das Brückengeld bei Mainz betr. Diesem Gesetz-Entwurf soll noch hinzugefügt werden: Befreit vom Brückengeld bei Mainz sind die Fuhren zur Abholung und zum Transport von Kehricht und sonstigen Düngermassen. Die Großh. Negierung ist geneigt, einen diesbezügl. Gesetz-Entwurf ins Auge zu fassen und beantragt der Ausschuß, die Kammer wolle sich dem Antrag des Adg. Möhn anschließen. Die Kammer beschließt einstimmig in dieser Weise. Zu dem 3. Punkt der Tagesordnung: Berathung über die Bitte der Gemeinden Alten-Buseck, Trohe und Rödgen um Erlaß der noch restirenden Beiträge zu den Gelände-Erwerbungskosten für den Bau der Oberheff. Eisenbahnen ergreift der Abg. Ellenberger das Wort. Er betont, nachdem man in anderen Theilen des Landes angefangen habe, den Gemeinden Beitragsschulden für Staatsbauten abzunehmen, sei es auch billig, daß man daran denke, den hier in Frage kommenden Gemeinden ihre Beitragslasten abzunehmen. Er berufe sich auf die Bewilligung von 150,000 an die Gemeinden Trebur und Astheim. Dieser Antrag , schusses, die Angelegenheit für erledigt zu erklären, wird nach einem energischen Protest des Abg. Rabenau mit allen gegen 11 Stimmen verworfen. Zum Schluß der heutigen Tagesordnung steht die Vorlage Großh. Staats- ministeriums, den Gesetzentwurf die Abänderung des Art. 84 der Verfaffungsurkunde betr. und der Antrag des Abg. Wasserburg, die Immunitäten der Abgeordneten betr. Die Abgg. Metz und Wasserburg halten den Gesetzentwurf für nicht ausreichend, um die Immunität der Abgeordneten zu schützen. Staatsminister Finger ekklärt, der Gesetzentwurf fei noch den für den Deutschen Reichstag geltenden Bestimmungen abgefaßt. Die Beschlußfassung über das Gesetz wird auf Antrag des Abg. Osann und nachdem sich die Kammer mit dem Antrag einverstanden erklärt hat, ausgesetzt. Morgen: Sitzung. Leipzig, 14. Juni. Hochverrathsproceß. Im weiteren Verlaufe der heutigen Verhandlung erfolgte noch die eingehende Vernehmung der Angeklagten Jordan, Trapp, Schiffmacher und Reybel. Alle vier Angeklagten bekennen, Beiträge an die Patrioten- liga geleistet zu haben, Trapp und Schiffmacher außerdem auch Subscriptionslisten ber Liga vertrieben zu haben. Alle behaupteten aber, dadurch nicht Mitglieder der Liga geworden zu sein und überhaupt nichts Strafbares gethan zu haben, da sie keinen gefey- widrigen Zweck der Liga kennen. Leipzig, 15. Juni. Heute wurde die Beweisaufnahme zu Ende geführt. Angeklagter Humbert aus Metz räumt ein, dreimal je 20 Frcs. Beitrag an die Patriotenliga gezahlt zu haben; er habe dann aber, als er in Zeitungen gelesen, daß der Statthalter Fürst Hohenlohe auf das Bedenkliche, hingewiefen, wenn Elsaß-Lothringer Mitglieder der Liga würden, seinen Austritt erklärt. Die ärztlichen Sachverständigen erklären den Angeklagten zwar für etwas geistesschwach, aber nicht für unzurechnungsfähig im Sinne des Gesetzes. Angeklagter Freund bekennt zwar, 10 Francs an die Patriotenliga entrichtet zu haben, aber nur zu dem Zwecke, um dafür zwei Medaillen der Liga zu erhalten, für die er als Münzenliebhaber Interesse gehabt habe; derselbe bestreitet entschieden, deutschfeindlich zu fein und von dem Zwecke der Patriotenliga etwas gewußt zu haben. Der als Zeuge vernommene Polizeiinspector Zahn aus Straßburg erklärte, ein Franzose, dessen Namen er jedoch nicht nennen wolle, habe ihm, resp. seiner vorgesetzten Behörde aus freiem Antriebe eine Liste der in den Reichslanden ansässigen Mitglieder der Patriotenliga eingehändigt; diesst Franzose habe einen Freund in dem Pariser Bureau der Patriotenliga gehabt. — Morgen Vormittag um 9 Uhr beginnen die Plaidoyers. Berlin, 15. Juni. Der „Kreuz-Ztg." zufolge hat der Polizeipräsident in Frankfurt a. M., v. Hergenhahn, seinen Abschied erbeten; an seine Stelle wird der Reichstags-Abgeordnete Landrath v. Köller treten. Für das Polizei- Prästdium von Stettin soll der Landrath Gras Schwerin in Aussicht genommen sein. Köln, 15. Juni. Die „Köln. Volks-Ztg." meldet aus Paris: Der Nuntius Ruffo Seilla bestätigte auf seiner Durchreise nach London, der Papst denke nicht daran, mit dem Leoninischen Stadttheil sich zu begnügen; er verlange nach wie vor die ganze Stadt Rom zurück. Reichstag. P. Berlin, 15. Juni 1887. (43. Sitzung.) Eingegangen: Ergebnisse der Enquete über die Sonntagsruhe. Die zweite Berathung der Branntweinsteuervorlage wird bei den Bestimmungen über die Nachsteuer fortgesetzt. Die Commission (Referent Abg. Gamp) schlägt vor, daß aller am I. Octbr. o.^. innerhalb des Gebiets der Branntweinsteuergemeinschaft befindliche Branntwein einer Nachsteuer von 30 Pfg. pro Liter reinen Alkohols unterliegen soll. VonderNachsteuer frei sollen sein: Branntwein zu gewerblichen rc. Zwecken, Branntwein in Jungen b zu 10 Liter, Branntwein, der nachweislich zu dem erhöhten äoW Don IZoM , 180 JL eingeführt ist. Vom Tage der Verkündigung dieses Gesetzes bis um 30. ©eptbr soll der Betrieb jeder Brennerei mit Ausnahme der HefebrennerE und die Maischbottichsteuer verdreifacht, dementsprechend dieElportbomnea ton auf 48,03 «X pro Hectoliter festgesetzt werden. Hefebrennere.en ollen nu Erhöhung der Maischbottichsteuer um 100, andere Getreidebrennerelen einer solchen um 375 Procent des bisherigen Satzes unterliegen. Bezüglich der Stundung der Nachsteuer endlich soll der Bundesrath ermächtigt sein, weitergehende Erleichterungen ein- rrcten zu lassen. ^^^r-Halle (frs.) wendet sich gegen die Commissionsvorschläge, welche das Publikum mit Zweifelsfragen überschütteten. Die Nachsteuer habe für eine Kategorie Vortheile, für die andere Nachtheile im Gefolge. Hätte man von der Nachsteuer überhaupt abgesehen, so würden sich die Gegensätze abgemildert haben. Man sollte daher die Nachsteuer streichen und gewisse Productionsbeschränkungen einsühren. Abg. v. Hell dorff (cons.) giebt zu, daß die Nachsteuer ihre Schwierigkeiten habe und daß man mit derselben vorsichtig sein müsse; man könne sie aber nicht fallen lassen, um einen Uebergang zu schaffen. Wolle man davon absehen, so würde das sehr bedeutende Nachtheile im Gefolge haben. . , Finanzminister o. Scholz vertheidigt gleichfalls dre Nachsteuer, verspricht aber, daß dieselbe mit möglichster Schonung gehandhabt werden solle. Die Commission habe die Nachsteuerfrage zu einer glücklichen Lösung gebracht; er bitte, derselben zuzu- . stimmen. , u . Abg. Dr. Witte (frs.) beantragt die Einschiebung folgender Bestimmung: „Die Entrichtung der Nachsteuer liegt bem Inhaber des nachsteuerpflichtigen Branntweins ob. Für Branntwein, welcher auf Grund von Verträgen, die nachweislich vor dem 7. Juni d. I. abgeschlossen sind, in der Zeit vom 1. October bis 31. Tecember d. I. an einen anderen Inhaber übergeht, ist d.e Nachsteuer vom Käufer zu erheben, wofern der Verkäufer diesen Branntwein am 1. October d. I. bei der Steuerbehörde anmeldet. Der Nachweis kann durch alle in der deutschen Civilproceßorduung zugelassenen Beweismittel erbracht werden." .. r r Abg. v. Huene (Centr.) erklärt die Nachsteuer für ein nothwendlges Uebcl und beantragt anstatt „Mengen von nicht mehr als 10 Liter" von der Nacvsteuer zu befreien: „Branntwein im Besitz von Gewerbetreibenden, welche die Erlaubnitz haben, Kleinhandel mit Branntwein zu treiben und ein Lager nicht über 1000 Liter besitzen, die Menge von 500 Litern in jedem einzelnen Falle, in allen übrigen Füllen nur Branntwein in Mengen nicht über 10 Liter." Abg. Dr. Miquel (natlib.) spricht seine Genugthuung darüber aus, daß der Minister eine nicht-bureaukralische Ausführung der Nachsteuer zugesagt habe. Er könne nur wünschen, daß der Minister seine Auffassung bis in die untersten Ausführungsbehörden dringen lassen und derselben durch ausreichende Instructionen Nachdruck gebe. Er befürwortet den Antrag Brehm, wonach u. A. von der Nachsteuer befreit sein soll „Branntwein in Mengen von nicht mehr als 40 Litern, welche sich im Besitz von Wirthen oder Branntweinhändlern befinden oder 10 Liter im Besitz von anderen Haushaltungsvorständen." Abg. Dr. Lieber (Centr.) beantragt, den Kreis der von der Nachsteuer befreiten Branntweine um zwei Kategorien zu erweitern und zwar um „diejenigen Bestände von Branntwein, welche nachweislich vor dem 7. Juni d. I. auf Lieferung bis 31. Decbr. d. I. verkauft sind, sowie die Lagerbestände ber ßiqueurfabrifanien, Destillateure, Gaft- unb Schankwirthe an fertigem Trinkbranntwein, Liqueur, Rum, Arrac und Cognac, insoweit diesilben nachweislich das Matz der regelmäßigen Bvrrälhe nicht übersteigen." Angenommen werden die Anträge Boehm (40 Liter im Besitz von Wirthen, 10 im Besitz von Privaten nachsteuerfrei) und Witte und damit der erste Theil des S 43, b. i. die Bestimmungen über die Nachsteuer. Der zweite Theil des § 43 betrifft die provisorische Verdreifachung ber Maischraumsteuer. Abg. Dr. Meyer-Halle (frs.) spricht sich gegen diese Erhöhung aus und befürwortet die Annahme des folgenden Zusatzes: „Insbesondere kann der Bundesrath den Melassebrennereien, soweit abgeschlossene Verträge dazu Anlaß geben, die Brennerei über das vorbezeichnete Maß hinaus und zu dem einfachen Maischbottichsteuerbetrag gestatten." Finanzminister v. Scholz erwidert, daß die Erhöhung der Maischbottichsteuer eine nothwendige Ergänzung ber Nachsteuer sei, auf die nicht verzichtet werden könne. Abg. v. Huene (Centr.) beantragt, ber Bestimmung über bie Betriebs- beschrankung ber Brennereien bis zum 30. September hinjazufügen: „unter sinngemäßer Anwendung der Bestimmungen des § 2, Abs. 2 (Abstufung der Verbrauchsabgabe)." Abg. Witte.(frs.) will auch Qualitätsbrennereien und Melassebrennereien von der Betriebsbeschränkung ausgenommen haben und beantragt ferner folgenden Zusatz: „Soweit Brennereibesitzer nachweislich vor dem 7. Juni d. I. von ihrer Production ouf Lieferung bis 1. October b. I. zu festen Preisen verkauft haben, soll denselben ber Brennereibetrieb in dem dazu erforderlichen Umfange zu dem bisherigen Maischraum- J Steuersätze von 16,01 JL gestattet werden." Abg. Racke (Centr.) befürwortet Streichung der Maischbottichsteuer-Erhöhung «ent. wünscht er, daß die erhöhte Steuervergütung auch für Branntwein zu gewerblichen Zwecken gemährt werde. Abg. Dr. Lieber (Centr.) beantragt: „Soweit Brennereibesitzer nachweislich erst zu erzeugenden Branntwein vom 7. Juni d. I. bis 1. October d. I. zu festen Preisen verkauft haben, bleibt ihnen ber Betrieb ihrer Brennerei in dem bazu erforder- lichen Umfange zu bem bisherigen Satze der Maischbotlichsteuer gestattet." Ferner: „Zu dem bisherigen Satze der Maischbottichsteuer ist ber nach vorstehender Vorschrift beschränkte Betrieb auch denjenigen landwirthschaftlichen Brennereien gestattet, welche Getreide verarbeiten und in einem Jahre nicht mehr als 150 Hectoliter reinen Alkohols erzeugen." Abg. Spahn (Centr.) beantragt, daß die Betriebsbeschränkung und die Verdreifachung der Maischbottichsteuer vom 1. Juli d. I. ab eintreten soll. Angenommen werden die Anträge Spahn, Racke (betreffs Gewährung erhöhter Steueroergütung auch für zu gewerblichen rc. Zwecken verwendeten Branntwein), Huene, ber zweite Theil bes Antrags Lieber unb Dr. Meyer, der letztere mit der Modification, daß anstatt „Melassebrennereien" „Brennereien" gesetzt wird. Mit vorstehenden Abänderungen wird auch der zweite Theil des § 43 angenommen. Aus Antrag der Abgg. v. Huene, Buhl, v. Kardorff und Helldorff roird folgender § 44a angenommen: „Der Bundesrath ist ermächtigt, für eine von ihm festzusetzende Uebergangs- zeit alle im Interesse der Ausführung des gegenwärtigen Gesetzes noth- wendigen Erleichterungen unb Ausnahmebestimmungen anzuordnen. Der Bundesrath ist ferner ermächtigt, für den Fall, daß die im $ 44, Abs. 1 vorbehaltene Zustimmung eines nicht zur Branntweinsteuer-Gemeinschaft gehörenden Bundesstaates nicht zum 1. October 1887 erfolgt, die dann zur entsprechenden Einführung dieses Gesetzes erforderlichen Uebergangs- besttmmungen mit dem betreffenden Staate zu vereinbaren." Abg. Dr. Meyer-Halle beantragt die Aufnahme folgender Bestimmung: „Bei Lieferungsgeschäften über Spiritus, die vor Verkündigung dieses Gesetzes abgeschlossen sind und nach dem 1. October d. I. zur Erfüllung kommen, darf die Lieferung zu steuerfreiem Lager erfolgen, sofern nicht eine entgegengesetzte Absicht der contrahirenden Parteien nachgewiesen wird." Nach längerer Diskussion zieht Abg. Dr. Meyer seinen Antrag für die zweite Lesung zurück, um denselben zur dritten Lesung wieder einzubringen. Damit ist die Berathung der Branntweinsteuervorlagc erledigt. Die Sitzung wird auf Abends 8 Uhr vertagt. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz - Bureau. Berlin, 15. Juni. Das Befinden des Kaisers ist gut; er hat die Nacht gut geschlafen. — Der Kaiser empfing gestern Nachmittag den Prinzen Wilhelm, sowie den General'Lieutenant Hahnke, welcher den Prinzen Wilhelm am Donnerstag Mittag über Wilhelmshaven nach England begleitet. Die Prinzen Wilhelm und Heinrich fahren über Wilhelmshaven auf dem Avisodampfer „Blitz", die Prinzessin Wilhelm und die Erbprinzesstn von Meiningen fahren am Freitag über Brüssel nach England. — Der „Reichs-Anz." meldet: Bei fortdauernder Abnahme der bisherigen Krankheits.Erscheinungen wurde der Kaiser gestern durch Hinzutreten eines Schnupfens belästigt. Der Kaiser suhlt sich in Folge der bisherigen Vorgänge etwas angegriffen und empfindet daher fortdauernd das Bedürsniß nach Ruhe. Madrid, 15. Juni. In der Kammer wurde seitens eines Depulirten ein Antrag auf Erhebung eines Zuschlagszolles auf fremden Alkohol eingebrachr. London, 15. Juni. Die Dicbt „Victoria und Albert" traf mit der kronprmz ichm Familie gestern Absno in Sheermß ein und wtudr mit 25 Salut- fcl'llssen begrüßt. Heute früh erfolgte die Landung und bie We terreise mit Sonderzug via London nach Norwood. Petersburg, 15. Juni. Nach der „Most. Ztq." beendete die Com» Mission die Revision der Zolltarifs Arbeiten nach der Erhöhung des Einfuhrzolls auf V -umwollenaarn und Stärke. Riga, 15. Juni Die Mitglieder des Mitauer Hauptmannsgerichts, Hauptmann v. Medem, die Assessoren v. Medem, v. Lieven, v. B'.estnghos wurden laut Senatsukas abgef.tzt. Lokale». Gießen, 15. Juni. Die Sitzungen des Schwurgerichts ber Provinz Ober- Hessen vom zweiten Quartal 1887 sind wie folgt anberaumt: Montag den 20. Juni Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Mathias Harrtzen- röder von Herbstein wegen Todtschlags. Anklagevertreter: Herr Erster Staatsanwalt Jöckel; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Lauer. Dienstag den 21. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Heinrich Finker- nagel von Köddingen wegen Meineids. Anklagevertreter: Herr Staatsanwalt Seeger; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Dr. Reatz. Mittwoch den 22. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Löb Grünebaum von Rendel wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Anklagevertreter: Herr Staatsanwalt Theobald; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Grünewald. Donnerstag den 23. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Georg Diemer von Romrod wegen Meineids. Anklagevertreter: Herr Erster Staatsanwalt Jöckel. Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Dr. Schwarz. Freitag den 24. Juni Vormittags 8 Uhr, und Samstag den 25. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Joseph Klein V., Georg Gottfried Mahl unb Martin Wilhelm Dickenberger von Ilbenstadt wegen Meineids. Anklagevertreter: Herr Staatsanwalt Seeger; Vertheidiger: die Herren Rechtsanwälter Dr. Gutfleisch, Weid:g und Curtmann. Montag den 27. Juni Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Gemeinde-Einnehmer Georg Friedrich Rausch von Höchst a/N. wegen Verbrechens im Amte. Anklchze- vertreter: Herr Staatsanwalt Seeger; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Grünewalds Dienstag den 28. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Konrad Mar- steller Ehefrau von Grüningen wegen Meineids. Anklagevertreter: Herr Staatsanwalt Theobald; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Katz. Mittwoch den 29. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Heinrich Wilker von Rainrod wegen Brandstiftung. Anklagevertreter: Herr Staatsanwalt Seeger.. Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Barth. Donnerstag den 30. Juni Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Heinrich Seiu von Ruppertsburg wegen Meineids. Anklagevertreter: Herr Staatsanwalt Theobald; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Batst. Freitag den 1. Juli Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Johann Konrad Linn VIII. von Romrod wegen Meineids. Anklagevertreter: Herr Erster Staatsanwalt Jöckel; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. , — Nächsten Sonntag wird, da unsere Regimentsmusik auswärts beschäftigt ifU die hier im guten Andenken stehende Capelle der 13er Husaren aus Bockenheim in Stein's Garten ein großes Concert veranstalten, worauf wir Freunde einer guten- Hornmusik schon jetzt aufmerksam machen wollen. Vermischte-. Allendorf a./Lda. Ein Müllerssohn bei Allendorf a./Lda. büßte auf schreck liche Weise vergangenen Montag sein Leben ein; der junge Mann wollte einem Freunde im Walde mit einem Pferde Vorspann leisten; beim Anziehen riefe die Kette, das Pferd wurde scheu und ging durch, wobei sich die Kette um den Fuß des Unglücklichen schlang, denselben im rasenden Galopp nachschleifend. Entsetzlich zugerichtet wurde ber junge Mann, nachdem das Pferd zum Srehen gebracht war,' nach Hause getragen, wo er seinen schweren Verletzungen am andern Tag erlag. — Ueber das Grubenunglück auf Zeche „Hibernia" bei Gelsenkirchen ver- öffentlicdt bie „K. Z." folgenden Bericht: Das Leid und Elend, die traurigen Scenen, die sich in den Schuppen abspielten, wo die Leichen ber Bergleute nebeneinander auf- gebahrt waren, vermag Niemand zu beschreiben. Der größte Theil ber Verstorbenen stand im üppigsten Mannesalter, lauter kräftige Gestalten hatte das Schicksal hier in wenigen Minuten dahingerafft. Hier suchte der Vater den hoffnungsvollen Sohn, dort wieder einen den theuren Bruder; an einer anderen Stelle erkannte eine junge Frau mit mehreren unmündigen Kindern ihren Gatten und einzigen Ernährer unter den Tobten wieder. Wie viel Jammer durch dieses Unglück wiederum in die Familien der Bergleute gebracht wird, ist unnennbar. Während der Unbeteiligte stiller Zeuge dieser erschütternden ©eenen ber Wiedererkennung ist und tiefbetroffen all bas bittere Weh und Lei^ vor sich sieht, legen die Bergleute benachbarter Zechen, welche in Haufen den kleinen Schacht, bureb welchen bie Leichen gefördert werden, umstehen, angesichts des traurigen Ereignisses eine unheimliche Ruhe an den Tag und unterhalten sich über dies und jenes; wahrscheinlich sind ihre Gemüther durch den fortwährenden Umgang mit der Gefahr abgestumpft, und dadurch, daß sie diesen selben Tod stets vor Augen haben, sind sie unempfindlich gegenüber derartigen erschütternden Ereignissen. Auf den Fremden macht dies einen eigenartigen Eindruck. Da das Flötz 13 am Morgen in Flammen stand, war man gezwungen, dasselbe zuzumauern, da sonst die Bergung d^r in den höher gelegenen Sohlen befindlichen Leichen nicht von Statten gehen könnte^ Um 5 Uhr, als man annehmcu konnte, daß das Feuer, bezw. ber Grubenbrand in sich erstickt sei, fliegen ber Steiger Holte, in besten Revier ber Unfall sich ereignete, mit mehreren anderen Steigern unb etwa 25 Bergleuten hinab, um zu versuchen, die in der 8. Sohle des Flötzes 13 befindlichen Leichen zu bergen. Unter Leitung des Berg- assessors Randebrock begannen nun die Bergungsarbeiten. Nach Beseitigung ber Vermauerung bemerkte man, daß das Feucr erstickt sei und sand in der Nähe die Leichen dreier Bergleute. — Wir wollen nicht vergessen, zu bemerken, daß ber Dircctor der „Hibernia", Herr Naderhos, sofort nach dem Ercigniß 'mit eigener Lebensgefahr und lelbstloser Aufopferung mit feinen Leuten und Mannschaften der benachbarten Zechen iurchtlos üorgegangen ist und versucht hat, den Verunglückten Rettung zu bringen, bis die starken Nachschwaden die Wackeren zwangen, zurückzuweichen. Unter den Tobten befind en sich auch zwei Brüder, Peter unb H. Stracke, welche, nachbem ihre beiden Brüder im vorigen Herbste auf Grube „Consolidation" verunglückt waren, zur Zeche „Hibernia" übergingen und nun hier so plötzlich auf dieselbe Weise um's Leben kamen. Die Bergleute Jünge, Stamm und Vollmer, welche noch lebend herausgeschafft wurden, sind im katholischen Krankenhause untergebracht; dem letzteren mußte sofort ein Bein amputirt werden, das andere Bein war gebrochen. Eine Wiedergenesung dieser drei ist fraglich. Daß viele der Todten, die drohende Gefahr ahnend, noch im letzten Augenblick zu fliehen versucht haben, gebt aus den Körperstellungen hervor, in denen sie aufgefunden wurden. Mehrere derselben bat der Tod auf der Flucht erreicht. Tie Arme wie abwehrend von sich haltend, die Beine in der Laufstellung und das Gesicht mit dem Ausdruck des Schreckens nach rückwärts gedreht, wurden mehrere vom Erstickungstode ereilt. Von den als Todte zu Tage Geförderten hatte einer nur bewußtlos im Starrkrampf gelegen: die frische Luft brachte ihn wieder zur Besinnung und mit mächtigem Sprung entfloh er der Stätte des Elends; man brachte den Unglücklichen nach seiner Wohnung. Wie der Glücksstern über einigen Arbeitern geschwebt, zeigt folgender Fall: Ein Bergmann, welcher mit den Verunglückten eingefahren war, wurde in der Nacht kurz vor 12 Uhr nach Hause gerufen, da seine Frau, bie in gesegneten Gottesdienst der israelitischen Rrligionsgesclischaft. Freitag Abend 720 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4 Uhr, Samstag Abend 915 Uhr. Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Neaumur gemessen am 16. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Va Grad, Luft 21 Grad. L. Ehr. Rübsamen. Eingesandt. Gießen, 16. Juni. Allenthalben kann man heutzutage von den Rechten des steuerzahlenden Mannes und den Pflichten der Behörden gegen besagten Steuerzahler hören und lesen. Da wir Anwohner der Bleichstraße seit Jahren unsere Steuern zahlen, so dürfen wohl auch wir uns zu dieser hochgeschätzten Menschenklasse zählen und somit auf einige Beachtung bescheidener Wünsche hoffen. Im Winter genießen wir das Privileg, bet Frostwetter ohne sonderliche Mühe Arm und Bein brechen zu dürfen, bei Thau- oder Regenwetter fehlt der Kahn, der uns sicher über's rothe oder gelbe Meer führen könnte. Im Frühjahr und Sommer dürfen mir umsonst Staub schlucken, so viel wir davon vertragen. Dennoch dachten wir nicht an den Neid der Götter; aber anders halten diese beschlossen. Seit einigen Tagen erfüllen ungeahnte Düfte unsere selten geruchlose Gasse: der Schoorgraben wird ausgepumpt, und das Ergebntß der Bemühung, wie man uns sagt, durch unsere Straße der Wiefeck zugeleiiet. So leben wir denn zwischen zwei mephitischen Strömen, eingehüllt in Dünste, die dem Typhusbacillus mehr zusagen dürften als dem mit Geruchssinn begabten Menschen. Gin Oeffnen der Fenster selbst des dritten Stockes wird mit einer Atmosphäre bestraft, in der es sich kaum athmen läßt. Bei Tage Hilst wenigstens dem Raucher die Eigarre über manches hinweg; am Morgen früh erwacht man aber von den vcnstilenzartigen Gerüchen, die durch das Fenster hereinströmen, sofern man es n'ckt vorzieht, bei geschlossenen Fenstern den Schlaf der Hitze zu opfern. Wir wollen ja den sonstigen Privilegien der Bleich- straße gern entsagen — oder sie geduldig ertragen, auch sei es ferne von uns, wider die Lust unserer Straße, wie sie nun einmal von Natur ist, zu murren, wodurch aber haben wir steuerzahlenden Anwohner der Bleichstraße es verdient, daß uns auch noch die Rieselseider-Dünste des Schoorgrabens künstlich zugesührt werden? Mehrere Anwohner der Bleichstraße. -rrmrtHnhen sich befand, niedergekommen sei. Er beeilte sich, nach Hause zu gelangen, verließ die Grube. Kurze Zeit darauf erfolgte die einsetzliche Katastrophe. Bon besonderem Glücke bei all' dem Unglück ist es gewesen, daß der Unfall sich mcht bet .retonet Bat Don 9 Ubr ab hätten dann bis zu einer Ties- von 430 Meter 9L ttef 'ieat die Unglücksstätte unter der Erde — annähernd 600 Bergleute rm Bergwerke gearbeitet und wohl alle wären dann dem sicheren Verderben preisgegeben gewesen. Frankfurt a. M-, 15. Juni- Kaum sind die Tage der landwirth- t^lnicberi Ausstellung vorüber und der Fremden-Andrang, der während der- nnn enorme Dimensionen angenommen hatte, hat sich em wenig gemindert, so ÄfVücb allenthalben in unserer schönen Mainstadt die schon seit Wochen betriebenen E wä ttg aber mit »rößt-m Eifer f°rtg.s°tzt-u Vorb-r-itung-n für ba§ IX. deutsch- M tlLums- und Bund-sschießeu bemerkbar. Aus dem ausgedehnten Festplatz b-rrscht ununterbrochen das regste Treiben nicht nur der. Arb-rtsl-ut- welche nut dem ^uiammensügen und Autricht-n der F-stbaut-n beschastrg sind, sondern auch eines von Tag zu Tag anwachsenden Zuschau-r-Publikums, welches sich in bk r-hlr-lch-n bereits fertia gestellten R-stauration-n und Bierhallen v-rth-rlt. Die Festhalle steht ,bn Rohbau fertig. Sie imponirt, wie di- übrigen F-stbauten, durch ehre g-walt,g-n Grötzeno-rhältniss-. Ihr- dekorative Ausstattung verspricht ,nach den Entwürfen zu scbliefi-nh großartig zu werden. — Heute wurde mir bereits die zweite Nummer der von Johannes Prolß trefflich rebigirten unb Mr fern au§ßtftatteten 5Eft3ertun8 f pm Pult gelegt. — Sämmiliche Ausschü - und Comiks.Md m steberhaster Tbiitiakeit Der brXtte Juli wirb di- F-ststadt gerüstet sehen, ihr- Gast- aus Nord und Süd, Oft und West würdig zu empfangen. . M. < Der „schönen Helene", dem auf bet ftrcmffurter ^anbn)trt^^d)aftIlc^)en Ausstellung so bewunderten 10 Centner schweren Riesenschwein, ist weder vergönnt Z n, ihren heimathlichen Stall wieder zu ehen noch emen ehrlichen Schwemetod ?u finden; sie ist vielmehr elendiglich verunglückt. Der Eisenbahnwagen, m den das Thier verladen worden, erlitt durch Zusammenstoß mit einem andern Wagen ne Beschädigung, wobei mehrere Holzsplitter der berühmten Schönheit in den Opeck drangen und so ihrem Dasein ein Ende bereiteten. Kemmerich'S Fleisch'Extract macht neuerdings viel von sich reden, und nicht mit Unrecht, denn derselbe ist in der That das vorzüglichste Praparat dieser Art, wie dies iiichi nur von Männern der Wissenschaft anerkannt, Indern auch von d^n Hausfrauen voll und ganz bestätigt wird. Letztere rühmen hauptsächlich den feinen Geschmack und die große Ausgiebigkeit des Kemmerich'ichen Extraktes im Vergleich mit ben sonst gebräuchlichen Marken. Kemmerich's Fletsch-Extract ist zu haben in den Colonial- und Delicatessen-Geschäften, sowie bei Drogmsten und Apothekern. 4626 Bekanntmachung. Die Lieferung von WeiHzeuH- und Bekleidungsstücken für das Großh. academische Hospital pro 1887/88 soll auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Bedingungen und Musterstücke liegen an den Wochentagen Nachmittags von 3—6 Uhr, aus dem Ver- Tvaltungsbureau genannter Anstalt zur Einsicht offen Offerten sind versiegelt und mit entsprechendem Vermerk versehen bis zum 20 3uni 188*7, Mittags 12 Uhr auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Gießen, den 14. Juni 1887. Grobherzogliche Direction des akad. Hospitals. Riegel. 4600 Heugras- Versteigerung. Montag den 20. Juni d. I., Vormittags von 8 Uhr an, soll das diesjährige Heugras von den A l t e n - B u s e ck e r Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Großen-Busecker Weg bei der Lehmkaute. Alten-Buseck, am 14. Juni 1887. Gr. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Krämer. 4617 Freilag den 15. Inli d. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Philipp Pfeiffer Eheleuten gehörigen Immobilien Flur 1 Nr. 364 — 75 Meter Hofrailhe im kalten Loch, „ I Nr. 3*6 — 38 Meter Hofraithe daselbst, „ I Nr 451 — 44 Meter Hofrailhe in den Kühgasse, öffentlich meistbietend versteigert werden- Güßen, den 2. Juni 1887. Großh. Ortsgericht Gießen- Lüdeking» 4239 HcuMS^ Versteigerung. . Montag den 20. Juni 188*7, Vormittags 11 Uhr, wird das Heugras der Jug- hard'schen Wiesen 3L68 ^Klafter in der Dberlach an Ort u. Stelle versteigert. Gießen, den 16. Juni 1887. 4633 Dn Gutfleisch. Submission. . Blitz. Mau teritaSM wm Bonbon «,» «inem Glatt, gitsia Hayn tu und augenblicklich Ul «nUr Umrülnnt du Glat Jiruuse-Hmonado fe> tnÄ[an9em' * 21(161 UOn 3 Heinrich was wir Freunden und Bekannten tiefbetrübt mittheilen Gießen, den 16. Juni 1887. 4621 Eine bequem eingerichtete einfache Aimmer-Douche billig abmgeben. Alicestraße 13. 4623 Ein anständiges, ae- sctztes Mädchen, das in .Haushaltung und Küche erfahren, wird zur Stütze der Hausfrau gesucht. Gest. «ff. sub S. B. 20 brs. die Exp. d. Bl. 4622] Tüchtige Erdarbeiter können wuerch Beschäftigung finden gegen guten Sohn an der Eis-nbahnstrecke Lißberg— ^ir,^enDain—@ebent bei Bauunternehmer Koch <& Sohn, Gießen- 4632] Iwei Pferdeknechte finden Stelle bet Slug. Schlcßinger, am Bahn- Hof. ____________________ wünscht Jemand ein Kind mitzustlllen. Näheres bei Bermiethfrau Magen, Marktstraße 19.__ r rrrrr6., 5^“$* wird CtnC Köchin, bÜ selbstständig kochen kann, auf 6 Wochen. Eintritt sofort. Näheres bei Frau Müller, Bermieth-Bureau, Löwengasse. Bermiethungen. 4624 Ein schönes Familienlogis, bestehend aus 6 geräumigen Zimmern und allen Bequemlichkeiten, zu vermiethen. Bismarckstraße 14. 4207 Ein einzelnes Zimmer im'Hinter- hause zu vermiethen. Leop. Schlatter. 4520 Der 2. Stock meines Hauses per 15. October zu vermiethen. I. M. Schulhof. 4641 Eine perfekte tüchtige Köchin gesucht von August Gusche, Hotel zum yiitter in Herborn. Eintritt kann sofort erfolgen. 4639 Ein ehrl. zuverl. Mädchen zum 1. Juli gesucht. Kirchenvlotz 4. 4580] Ordentliches Dienllmädcheu auf sogleich gesucht Gartenstraße 29. 4584 Gesucht eine Wohnung von 6 bis 7 Zimmern, parterre oder 1. Stock • Offerten unter F. an die Exped. d. Bl. erbeten- vermischte Anzeigen. 4619 Eine Krau zum Strümpfestopsen wirt) gesucht. Grünbergerstr. 18, 2. St. 4620 Zwei Wagen Kehricht,Hung geeignet, find frei ab.ufahrcn. ---Wallthorftraße 71. Akademisches HospWI Ein starkes Dienstmädchen, welches rochen kann, zum 1. Juli gesucht. 4601 , *552 Ein tüchtiger Schreiner, d-r selbstständig zu arbeiten versteht, findet dauernde Beschäftigung. H. Werner, Bismarckstraße 6—8. 3455 Der 2. Stock meines Hauses (5 Zim- mer 2C.) zu verm. Dr. Dornseiff, Schulstr. 4235 Gartenstraße 27: bei etage sechs Zimmer, 21: sieben Zimmer zu vermiethen. 3$l6] Familien-Logis zu vermiethen. _________________ Steinstraße 43. 4472 Eine schöne Mansardenwohnung per 1. Juli zu vermiethen. Bahnhofstraße 58. 4466] Familien-Logis auf 1. Juli zu vermiethen im Chausseehaus.__ 4295] Eine Familien - Wohnung im mittleren Stock, 3 Zimmer, Küche, Keller, an ruhige Leute zu vermiethen- ___. Grünbergerstraße 6. ^ 05] Familienlogis, 5 Zimmer mit Zubehör, per 1. September oder October zu vermiethen. Bahnhofstraße 57. 4518] Laden in bester Lage der Stadt zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d- Bl. rmmmruiii iimääksi^gbsssmb Ch. A. Pasteur’s Essig-Essenz von Max Elb. Dresden zur augenblicklichen Selbstbereitung des besten Speise-Essigs und zuverlässigsten Einmache-Efsigs; empfohlen von den höchsten medicinischen Autoritäten als der gesündeste In abgetheilten Orsisinal-Flacons zu 10 Weinflaschen Essig 1 Mark. ä l’estragon 1 25 aax fines herbes 1 JL 50 DV' Man hüte sich vor Nachahmungen ! In Gießen echt bei C. G. Kleinhenn, Carl Schwaab, Emil Fischbach. 4245 fwewerbvereiö. Donnerstag den 16. Juni, Abends 8 Uhr, findet im „Postkeller" eine Generalversammlung des Gewerbvereins statt und werden die Mitglieder um zahlreiches Erscheinen gebeten. Gegenstände der Verhandlung werden sein: 1) Abhör der Rechnung des abgelaufenen Jahres. 2) Neuwahl des Vorstandes. Der Vorstand des GewerbvereinS. 4572 Dr. von Ritgon, Präsident. *) In der gestrigen Anzeige wurde der Anfang dieses Concertes irrthümlich für 5 Uhr angegeben. Ich habe mich als \ IMLsmiwah in Nidda! niedergelassen und wohne im zweiten Stock bei Gastwirth Seum an der Kohdener Strafe. IIDDA, Sftitte Juni 1887. 4615 Ferdinand Hberwein, Rechtsanwalt ausgeführt von der Capelle des 2. Großh. Hesf. Jnf.-Rcgts. Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C. Krauße. ' Anfang 8 S hr. — Entree 30 6»f. 46'40 4638 Die trauernden Hinterbltedeneir. Danksagung. Für die vielen Beweise von Theilnahme bei dem Ableben unseres lieben Vaters, Bruders, Schwagers, Onkels und Schwiegersohnes, des Herrn August Mendelsohn sagen wir unseren herzlichsten Dank. Gießen, den 16. Juni 1887.