flr. L8K. Dienstag den 16. August 1887. xZx ® PÄlr t >/lw> II! W k__y I Vj • t JF Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. Sureau r S ch n l st r a ß e 7. .....Illi Mill IWUM Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberskcht. Kießen, 15. August. Aus der Werst des „Vulcan" in Bredow bei Stettin vollzog sich im vorigen Donnerstag Mittag ein bedeutsamer Act. Es wurden die beiden Men vom „Vulcan" für Rechnung der chinestschcn Regierung gebauten Pan- Miffe „King-Duen" und „Lai-Duen" seitens des Directoriums und Präsi- bims der genannten Gesellschaft dem Vertreter des „himmlischen Reicher der Mitte", dem Gesandten Hsü-Ching-Cheng übergeben. Der Act vollzog sich unter festlichen Formalitäten und chinesisch-religiösen Ceremonien. Bereits vorher M die letzte kleine Rate von den nicht weniger als 8 Mill. JL betragenden Trsmmtkosten der beiden Panzerschiffe von Htü-Ching-Cheng dem „Vulcan" taolejen worden. Die Probefahrten der Schiffe, sowie die Geschütz-Schieß- proben auf denselben find zur vollsten Zufriedenheit der Bevollmächtigten der P/Men Regierung ausgefallen. Die Petition einer Anzahl Bromberger Getreidehändler, in der eine schleunige Erhöhung der Getreidezölle empfohlen wird, hat ebenso wie der im Frühjahr von einer in Mannheim tagenden Versammlung süddeut- sjer Landwirthe und Müller gefaßte Beschluß, betr. die Aushebung des Jden- Ms-Nachweises bei der Zollzurückerstattung für auszuführendes Getreide, in letzter Zeit die Preffe lebhaft beschäftigt- Den Anstoß hierzu haben die be- lmtm Auslastungen der „Berliner Polit. Nachr." über dieses Thema gegeben; lUnvesten zur Ausführung einer der beiden Maßregeln eine außerordentliche inbstsifsion des Reichstages einberufen werden soll, wie man vielfach annimmt, j qu8 den Ausführungen des genannten Blattes nicht recht ersichtlich. Schließlich ist auch die Frage, ob im September oder erst im November die Zollgesetzgebung geändert werden soll, von untergeordneter Bedeutung gegenüber der- Mtgm, welche Aenderung vorgenommen werden soll, ob man aber regierungsseitig in bec That eine abermalige Erhöhung der Getreidezölle plant, muß denn doch noch dahingestellt bleiben. Jedenfalls würde es die Aussichten einer schnellen Mftigen Regelung des Jdemttäts-Nachweifes wohl noch nicht bestem, wenn man birse Frage mit einer neuen Zollerhöhung verknüpfen wollte. Die von der dänischen Regierung beschlossene Befestigung von Kopenhagen hat in der europäischen Preffe schon viel von sich reden gemacht wb in deutschen Blättern erblickte man hier sogar eine direct gegen Deutschland Mete Maßregel. Dem gegenüber sagt die osficiöse „Berltnske Tidende", die LMgungen von Kopenhagen beschränkten sich aus solche, die seit bereits p Jahren allen ausländischen Regierungen bekannt seien, dieselben involvirten Wsolglich nichts Aggressives. Augenblicklich würden für nur wenige Millionen Wbefestigungen angelegt. Die vom Kriegsminister Bahnson in Saxkjobing Seltene Rede — sagt die „Berltnske Tidende" weiter — sei von der Oppv- ßtionspreffe unrichtig wiedergegeben und commentirt worden, die Aeußerungen de« Kriegsministers stimmten vollständig überein mit den Erklärungen, die der Narineminifter im März d. Js. im Folkething abgegeben habe und die dahin Mutet hätten, daß die Bestrebungen Dänemarks bei eventuellen Conflicten nur Maus gerichtet feien, eine allen Mächten gegenüber gleich freundliche und unpar- Msche Neutralität zu behaupten. — Die erwähnte Rede des dänischen Kriegs- Misters sollte sich durch ihre feindselige Sprache gegen Deutschland ausgezeichnet Mn, doch ist jhr Wortlaut nicht bekannt geworden; man scheint aber in Kopenhagen ängstlich bemüht zu sein, auch den Schein zu verwischen, als ob R Herr Bahnson irgendwie deutschfeindlich geäußert haben könnte. , Aus her schwedischen Hauptstadt kommt die Kunde von einem ent* 'Wen Unglücksfall. Auf der Festung Vaxholm wurden am Donnerstag Nach- Mag 4V2 Uhr durch eine explodirende Granate 19 Soldaten getödtet und eine ^.Anzahl anderer verwundet. Unter den Verwundeten befinden fich auch 3 Miere. e( „Koburger" weilt nunmehr auf bulgarischem Boden und fln J* ersten Regierungshandlungen dürfte der Erlaß eines Rundschreiben» Mächte sein. Welche Aufnahme dasselbe finden wird, darüber kann man lühlen Kommentaren, nach denen die gefamrnten Hoch- und Halb- £)prrfiöon ber Newa bis zur Donau die Reise des künftigen bulgarischen fällen begleiteten, kaum mehr ein Zweifel obwalten. Selbstverständlich UqlJ. aU(6 die russischen Blätter ein durchaus absprechendes Urtheil über die Äo6ur9er3, nur klingen die Preßäußerungen, soweit sie sich auf die Groß 'h * ^^"^n Ferdinand beziehen, noch ziemlich gemäßigt; der ganze ty:c Eadet sich eben immer wieder gegen die jetzigen bulgarischen Regierungs- Antriti« ber llroßen Zurückhaltung der Mächte gegenüber dem „RegierungS- dokni i i bcÄ $r^n8cn Ferdinand zeugt auch der Umstand, daß die in Rustschuk M^loffrCnben ^ousuln auf Grund erhaltener Instructionen ihrer Regierungen toten ik von dem Empfang des Prinzen von Koburg gänzlich fern zu tiflej ft? demselben überhaupt nicht vorzustellen. Das wird ja ein präch- iöltöen । r9Qltni6 zwischen dem Bulgaren-Fürsten und den Vertretern der Mächte Deutschland. 13, August. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht folgende Reise- schlosspn ? waifer» vom 9. d. Mts. an den Kriegsminister: „Ich habe bebet, neu' SJ? bi^em Frühjahr errichteten vier Jnfanterie-Regimentern, sowie errichteten vier Infanterie-Bataillonen und dem 3, und 4, Bataillon des Eisenbahn Regiments, da dieselben sämmtlich aus älteren Truppenteilen hervorgegangen, welche sich längst im Besitze von Fahnen befinden, schon jetzt, und zwar am 18. August, als dem unvergeßlichen Gedenktag der Schlacht von Gravelotte-St. Privat Fahnen zu verleihen. Ich Kege dabet die zuversichtliche Erwartung, daß alle diese Truppentheile die von Mir ihnen anvertrauten Feldzeichen jederzeit in hohen Ehren halten und dieselben bis in die fernste Zukunft zum Heile Deutschlands und zum Ruhme bei Heeres führen werden. Zur Entgegennahme der Fahnen, deren feierliche Nagelung und Weihung Meinen dafür gegebenen besonderen Bestimmungen entsprechend am 18. August stattfinden soll, sind die betr. Regiments-Commandeure, begleitet von so vielen Lieutenants und Unterofficienn, als der Truppentheil Fahnen erhält, zum 18. d. Mts. Morgens nach Potsdam zu beordern- Indem Ich bemerke, daß die Lieutenants zunächst aus den schon in Berlin, Potsdam oder Spandau Kommanbirten zu wählen find, beauftrage Ich Sie, diese Meine Ordre der Armee bekannt zu machen und das Erforderliche danach zu veranlassen. Wilhelm." Babelsberg, 13- August. Der Kaiser nahm Vormittags militärische Meldungen und die Vorträge Perponcher's und Albedyll's entgegen. Hesterreich. Wien, 13. August. Dem „Fremdenblott" zufolge fei eine Begegnung des Fürsten Bismarck mit dem Grafen Kalnoky bestimmt zu erwarten; doch feien Zeit und Ort noch nicht bestimmt. Arankreich. Paris, 13. August. Dem „Journal des Debats" zufolge würde der Mobil- machungsoersuch wahrscheinlich am 6. September beginnen. Bulgarien. Rustschuk, 13. August. Prinz Ferdinand von Coburg, welcher gesteln hier eintraf und von der Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen wurde, ist heute früh über Sistowa nach.Tirnowa abgereist, wo morgen die Eidesleistung stattfinden soll. Wie es beitzt, werden die Regenten und Minister ihre Enlassung geben und werde ein neues Ministerium mit Stambulow als Präsidenten gebildet werden. Sofia, 13. August. Dem in der Kathedrale abgehaltenen Tedeum wohnten auch Abordnungen der Garnison bei. Der Metropolit Clement verlas nach demselben die Proklamation Ferdinand I. an das Bulgarenvolk und knüpfte daran die Mahnung, daß alle Parteien sich um den Fürsten schaaren müßten, in der Hoffnung, daß es demselben gelingen werde, das Land aus der gegenwärtigen Krisis herauszuführen und gute Beziehungen zwischen dem „Befreier" Rußland und Bulgarien her- zuftellen. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Korrespondenz-Bureau. BabelSberg, 14. August. Seine Majestät der Kaiser nahm heute Vormittag mehrere Vorträge entgegen. Nachmittags findet bei Seiner Majestät Familientafel statt. Gestern Nachmittag hatte der Kaiser im Parke von Babelsberg eine Spazierfahrt gemacht. Weißenburg i. E», 14. August. Gestern trafen 800 Mitglieder der Kriegervereine des Königreichs Sachsen hier ein, besuchten den Geisberg und die übrigen Punkte, wo am 4. August 1870 um den Besitz von Weißenburg gekämpft wurde, und legten auf den dort befindlichen Massengrabstätten der Gefallenen Kräirze nieder. Bet einer 9iachmittags stattgehabten geselligen Zusammenkunft brachte der Commandeur des hier garnisonirenden 60. Infanterieregiments, Oberst v. Hake, ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser, sowie auf den König von Sachsen aus, in welches alle Versammelten begeistert einstimmten. Basel, 14. August. Aus Mayenfeldt (Graubünden) wird gemeldet, daß heute auf dem Falknis drei Personen durch Abstürzen den Tod gefunden haben. Paris, 14. August. Nach einem Telegramme aus Limoges ist daselbst ein ministerielles Rundschreiben eingegangen, welches anordnet, daß die Richter und Beamten, welche zum Bezirk des Gerichtshofes von Limoges gehören, trotz der gegenwärtig stattfindenden Gerichtsferien an ihren Amtssitzen sich aufzuhalten haben für den Fall, daß vas 12. Armeekorps mobil gemacht werden sollte. Man zieht daraus den Schluß, daß das 12. Armeekorps für den Mobiltsirungsversuch in Aussicht genommen sei. Konfiantinopel, 14. August. Dem Vernehmen nach machte der hiesige russische Geschäftsträger der Pforte mündliche Mittheilung von einer Depesche des Ministers v. Giers, in welcher gegen die Wahl und das Auftreten des Prinzen von Coburg in Bulgarien Protest eingelegt wird. Minister v. Giers spricht gleichzeitig die Hoffnung aus, daß die Pforte dem Protest sich anschließen werde. Auch den anderen Mächten soll eine gleiche Mittheilung gemacht worden sein.___________________________ Lokales. Gießen, 15. August. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ersucht uns Folgendes zum Abdruck zu bringen: Die totale Sonnenfinfterniß am Freitag den 19. August wird von den Astronomen aller Länder mit großer Spannung erwartet. Auf dem schmalen Streifen Erde, über welchen der Kernschatten des Mondes hinwandern wird und dessen Länge diesmal von Mitteldeutschland über Rußland bis nach Japan reicht, der also fast ganz auf bewohntem Festlande liegt, werden zahlreiche astronomische Expeditionen thätig sein, um in den wenigen Minuten, während welcher sie die Sonne gänzlich verfinstert sehen, die wichtigsten Aufschlüsse über die physikalische Beschaffenheit des Sonnenkorpers und seiner nächsten Umgebung zu erlangen. Aber auch die Meteorologre erwartet diesmal von der gänzlichen Sonnenverfinsterung Ausschlüsse über wichtige Erscheinungen in der Erdatmosphäre. Diese mehr meteorologisch wichtigen Beobachtungen find vorzugsweise auf einem andern Gebiet unserer Erde anzustellen als badjemge ist, auf welchem die Astronomen arbeiten werden. Während nämlich diese an f^bn Punkten sich aufstellen müssen, an welchen die Sonne in dem Augenblick, in welchem sie durch den Mond gänzlich verfinstert wird, überhaupt sichtbar ist, d. h. ube^em Horizont steht — werden meteorologische Beobachtungen hauptsächlich westlich von dem ^otalr. UniverfitätS-Ehronik. . ,7 D-rPrivatdocent der germanistischen Philologie vr. Hollhausen tn Heidel- berg hat einen Ruf an die Universität Halle angenommen. “ Sn Bürhat ein Fräulein Emilie W. Kempin mit einer Dissertation „Ueber die Haftung des Verkäufers einer fremden Sache" die juristische Doctorwürde erworben. tStsflreif-n, an Orten, für welche die Sonne zur Zeit ihrer gänzlichen Verfinsterung noch nicht ausgegangen ist, zu machen s-tn, nämlich auf -mcm Streifen westlich von Nordhausen am Harz, dessen Mittelltntc durch Nordhausen und Remagen (Rhein) geht und der eine Brette von etwa 25 M-tlen hat. - In diesen Streisen sallt nun auch unser Vereiusgebiet, di- Provinz Ob-rh-ss-n. Hier kann der Einfluß der Sonncn- verftnsterung aus den Verlaus der Morgendämmerung .bcobacht-t,und damit demim,g-n Th-ile der Meteorologie welcher sich mit den atmosphärischen Lichterscheinungen besaßt, bcr 0r'°|eCr atntritt'b« totalHta"’finbet statt um 4 Uhr 40 Minuten Gi-ß-n-r Orts- reit das Ende etwa 2 Minuten später, die Sonne wird also in Gießen (und in Ober- Hessen überhaupt) während ihrer gänzlichen Veifinst-rung sich noch -m wen g unter dem Horizont befinden und bei ihrem Aufgang sich schon wieder als schnmle Sichel zeigen, deren Größe in der Zunahme begriffen ist Dennoch wird in Gießen der Eintritt der gänzlichen Lerfiusterung sich sehr bemerklich machen. Wie jedem bekannt, finbet schon lange vor Sonnenausgang Dämmerung statt, indem die Sonnenstrahlen auf die höher gelegenen Th-ile der Athmosphare fallen und von diesen nach der Erde zurückgeworfen werden. Je naher die Sonne vor ihrem Aufgange dem Horizont kommt, desto Heller wird die Dämmerung. Die e Dämmerung wird in Gießen 10 Min. vor Sonnenaufgang kurze Zeit nneder nächtlichem Dunkel Platz machen, so lange nämlich, als der Mondschatten die Atmosphäre passet und das Sonnenlicht von ihr abblendet. Dabei werden zuerst die höchsten Schichten der Atmosphäre in Dunkel gehüllt werden, dann auch Die liefern, und endlich, wahrend Die liefern noch im Dunkel des Mondschattens liegen, werden dre höchsten Schichten beieits wieder vom Mondschatten verlassen sein und in direktem Sonnenlicht strahlen. Wir l-uk-u aus dies- Erscheinung di- Aufmerklamkeli aller für Natur- Erscheinungen Empfänglichen, indem wir ihnen die Aufstellung auf einem freien Standpunkt empfehlen, der namentlich nach Ost-Nordost hin ungehinderten Blick auf den Himmel bietet, also etwa die „schöne Aussicht", die Hohe der Marburger Ehaussee oder als freisten Standpunkt den Gleiberg. . . , , r , . Alle naturwissenschaftlich Gebildeten aber mochten wir dringend ersuchen, nicht allein Zuschauer, sondern auch wirkliche Beobachter der Erscheinung zu sein, ihre Beobachtungen an Ort und Stelle sogleich zu notiren und an den zeitigen Vorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Professor Thaer, Gießen Reuebaue 43 einzusenden, welcher dieselben zur weitern wissenschaftlichen Bearbeitung weiter geben wird- Wir fugen Lier eine Anweisung zur Beobachtung der Dämmerung an und schildern zunächst den Verlauf einer normalen Dämmerung, damit die llnregelniäßigkeiten, welche dieselbe infolge der Sonnenfinsterniß erleiden wird, leichter ins Auge fallen. Bet heiterm Himmel und unter sonst günstigen Bedingungen verlauft die Dämmerung folgendermaßen: Schon wenn die Sonne noch 18« unter dem Horizont steht, ist senkrecht über dem Sonnen - Ort der Horizont heller als an Den Setten. Allmählich bildet sich ein breiter weißlicher Schein am Osthimmel aus, unter welchem ein schmaler, röthlich - brauner, dunstig verwaschener Streifen dem Horizont aufgelagert ist. Mit Annäherung der Sonne an den Horizont breitet sich der Dämmerungsschein nach oben und nach den Seiten hin aus und es wächst zugleich seine Helligkeit. Auch die Färbung des Horizonts wird lebhafter und es bildet sich zugleich über den röthlich-braunen Streifen eine stärker leuchtende ins gelbliche spielende Zone aus. Ist die Sonne nur noch etwa 8 Grad vom Horizont entfernt, so bemerkt man über dieser gelblichen Zone noch einen röthlichen Schimmer, welcher allmählich höher steigt, an Intensität zunimmt und an den beiden Seiten nach dem Horizont zu mit einem grünlichen Ton in den blaßblauen Morgenhimmel übergeht. Bei einer Sonnentiefe von etwa 3°, d. h. etwa 20 Minuten vor Sonnenaufgang ist dieser rothe Schein, das sogenannte Purpurlicht, am stärksten. Blicken wir jetzt einmal hinter uns, nach dem westlichen Himmel hin, so bemerken wir an demselben ein aschfarbiges Segment, hervorgerufen durch den Schatten, welchen die Erde wirft, und über diesem einen röthlichen Streifen, die sogenannte Gegendämmerung. Purpurlicht und Gegendämmerung verblassen jetzt schnell bis zum Erscheinen des ersten Sonnenstrahls am östlichen Horizont. Nach dem obigen tritt also in Gießen (und in Oberhessen überhaupt) die gänzliche Sonnen-Verfinsterung dann ein, wenn das Purpurlicht bereits im Erblassen ist. Da dasselbe aber aller Wahrscheinlichkeit nach durch Beugung des Sonnenlichts in den höchsten Schichten der Atmosphäre entsteht, so wird es während der Totalität wieder hell auf« leuchten müssen, wenn der Mondschatten die tieferen Schichten der Atmosphäre in Dinkel hüllt, wahrend die höchsten schon wieder von der Sonne beleuchtet werden. Auf dieses Wieder-Aufflammen des Purpurlichts während der Totalität wäre also besonders zu achten. Aber auch der westliche Himmel wird am Iß. August Gegenstand aufmerksamer Beobachtung sein müssen. Namentlich ist auch auf den Mondschatten zu achten, der einige Zeit vor und nach der Totalität sowie während derselben sich als Verdunkelung des westlichen Himmels äußern wird. Erscheint der Rand dieses Schattens am westlichen Himmel gefärbt, so wolle man die Reihenfolge der einzelnen Farbentöne sowie ihre räumliche Ausdehnung bestimmen. Am besten wird die Aufmerksamkeit eines Beobachters jedoch nicht getheilt sein zwischen dem östlichen und dem westlichen Himmel. Wir rathen dringend eine Theilung dieser Beobachtungen auf zwei Beobachter an, von denen der eine nur den östlichen, der andere den westlichen Himmel ins Auge faßt: also am östlichen Himmel namentlich die horizontalen Farbenschichten und das Purpurlicht, dessen Erscheinen, Verschwinden und Wiedererscheinen am westlichen Himmel Erdschatten, Gegendämmerung und Mondschatten. Die Uhr wolle man zuvor nach der Bahnhofsuhr stellen. Indem wir nochmals dringend bitten, die meteorologische Wissenschaft durch Anstellung vorstehend beschriebener Beobachtungen zu unterstützen, empfehlen wir noch ganz besonders, an einem der Finsterniß vorhergehenden Tage als Vorübung den Verlauf der normalen Dämmerung zu bestimmen. * vermischte-. - . 1?e August. Am Samstag Mittag brach in den Hintergebäuden des Heinrich Bellof und Heinrich Lotz Feuer aus. Dasselbe sand reiche Nahrung in den Holzremisen und ist als ein wahres Glück zu bezeichnen, daß dasselbe keine größere Dimensionen annahm. Die nahestehenden wohlgefüllten Scheunen wurden mit größter Mupe von dem verheerenden Elemente bewahrt. Die Löschmannschaft war bis Morgens rhattg. r e Mainz, 14. August Mainz feierte heute zwei Jubelfeste! Das eine galt Ser jährigen Erinnerung an den denkwürdigen Tag der Enthüllung des Gutenbera- ^bukmals hier (14 August 1837) und das zweite der Feier des 50jährigen Bestehens des „Mainzer Liederkranzes'." Wenngleich äußerlich sehr bescheiden, trug die Guten- ^^.6sfeier, zu welcher eine Denkschrift erschienen, in welcher die hiesigen Buchdrucker und Schriftsteller gemeinsam ihr bestes Wissen und Können niedergelegt/einen Mrdigcn naI)m dieselbe mit einer Ausstellung der bislang in unserer Stadtbibliothek verborgenen Schätze über Gutenberg und dessen Erfindung seinen Anfang. Der Besichtigung dieser literarischen und typographischen Schätze folgte nach m Unb Widmung der schon erwähnten Denkschrift an die Stadt durch Buchhändler Diemer hier ein Vortrag unseres unermüdlichen Stadtbibliothekars 5r* ?? m?"/buberg, der gewissermaßen als eigentlicher Festact zu betrachten ist In lichtvoller Weise gab Dr. Velke ein gedrängtes Bild von Gutenberg und der Bedeutung der Erfindung der Buchdruckerkunst. Die Controoersen und Streitfragen erwähnend, die in der Gelehrtenwelt sowohl über die Erfindung der Buchdruckerkunst wie über den Geburtsort Gutmbergs entstanden sind, wies der Vorträ?en^ hin, wie sich durch die fortgesetzten Forschungen die widerstreitenden Ansichten allaemein derart geklärt, daß jetzt Niemand mehr ernstlich bestreite, daß Gutenbergs befknÄe unberweifelbar tn Mainz gestanden, der Erfinder und Vater dieser 'genialen Idee gewesen, aus welcher die Buchdruckerkunst hervorgegangen. In einem besonderen Abfott pries Dr. Velke eingehend die Vortheile, welche die Buchdruckerkunst der ganzen Menschheit gebracht. In feierlicher Stille nahm das den geräumigen Akademiesaal bis in die Hinterste Ecke füllende Auditorium — worunter Bischof Haffner mit mehreren DomEiugesandt- Gieren, 15. August. Wiederholt im Zeitraum von 14 Tagen werden die Bewohner des Marktplatz?? und der Wallthorstraße regelmäßig am Samstag Abend durch jämmerliche Katzenmusik von Seiten einiger junger Leute erfreut (2), die irgendwo in dieser Gegend aus einer Bierlokale kommen. Solchen Ruhestörungen und Scandalen, die die Bewohner genannt!: Straßen ihrer Nachtruhe berauben, müßte doch ein- für allemal ein Ziel gesell werden. L. 0. T. kapitularen, die Spitzen der Behörden, viele auswärtige-Buchdruckr-r und Verleg er re — den Vortrag des Dr. Velke entgegen. Beim Einbruch der Dunkelheit folgt dieser ftirrTT Feier eine von dem Mainzer Buchdruckergewerbe dargebrachte Ovation am Gutenberg denkmal, welcher sich später eine gesellige Bereinigung der Mainzer Buchdrucks und Buchhändler, sowie deren Freunde im Saale des „Casino zum Gittenbera- anreiht. — Den Mittelpunkt der zweiten Feier, das Jubiläum des „Mainzer Liebn- kranz", bildete ein großes Festconcert in der Stadthalle, an welchem sich, außer de« festgebenden Vereine von hier noch die Liedertafel, Männergesangverein, Sängerbund Sängerkranz und Ltedcrzweig und von auswärts der Bockenheimer Liederkran», brr Neeb'sche Männerchor von Frankfurt, der Düsseldorfer Quartettvcrein, die Manuhsime r Liedertafel, der Solinger Sängerbund, die Würzburger Liedertafel und der Casteln Gesangverein beteiligten. Die auswärtigen Vereine fangen unter lebhaftem Beifall einzelne prächtige Männerchöre, ebenso wurden die Solo-Vortrage der rühmlichst bekannten Concertsängerin Fräulein Schneider von Cöln und des berühmten Soling': Quartetts der Gebr. Harttopf von dem Publikum mehrfach ausgezeichnet. Zur Er- Öffnung des Concerts spielte die ausgezeichnete städtische Capelle Weber's „Jubel- Ouvertüre" in prägnanter schwungvoller Weise und so fand das sehr zahlreich besucht« Concert die allgemeinste Anerkennung. Hanau, 11. August. Ein entsetzliches Brandunglück hat die Bewohnerschaf» unseres benachbarten Ortes Klein-Auheim betroffen. Kurz nach 5 Uhr gestern Nachmittag brach, wie man hört in einem Holzschober, Feuer aus, das mit rasender: Schnelligkeit um sich griff und die angrenzenden Wohnhäuser und Scheunen im Nm in Brand steckte. Wassermangel und ein heftiger Wind taten nun noch ein Uebriaes so daß das ganze nach Steinheim zu gelegene Mainviertel, 23 Wohnhäuser unb 20 Scheunen, im Laufe der Nacht dem verheerenden Elemente zum Opfer fielen. Drv herbeigeeilten Feuerwehren der ganzen Umgegend, so auch derjenigen von Hanau un% Seligenstadt, gelang es nach stundenlangem Ringen, wenigstens ein noch größeres' Umsichgreifen des Feuers zu verhüten, auch eine Compagnie Soldaten aus unserer Garnison eilte auf Requisition zur Hilfeleistung nach dem unglücklichen Orte. MU Mühe gelang es, die Kirche zu retten, damit war aber sehr viel erreicht, denn sonst würde wohl noch größeres Unheil entstanden sein. Hunderte von Einwohnern sind obdachlos und gewährte es einen ergreifenden Anblick, die Frauen auf den Feldern lagern zu sehen, woselbst sie ihre paar geretteten Habseligkeiten, ihr Vieh u. s. w. bewachten. Die Noth ist groß. — Wie wir noch erfahren, hat sich unsere Abteilung der freiwilligen Feuerwehr, sowie die von hier aus in entgegenfommenfter Weise abgesandte Compagnie Soldaten rühmlichst ausgezeichnet. Namentlich gelang es der Energie des kommandirenden Officiers, auch den etwas trägen Bauern gegenüber irr kurzer Zeit eine ausreichende Wasserversorgung zu schaffen. Wie man hört, soll ein Kind in den Flammen umgekommen sein, doch wird diese Nachricht von anderer Seide widerlegt, dagegen hat viel Vieh den Tod gefunden. Die meisten Abgebrannten foflti nicht versichert gewesen sein, lieber die Entstehungsursache des Feuers verlautet, düß mit Streichhölzern spielende Kinder das Feuer entfacht haben sollen. Es ist dies wieder eine ernste Mahnung zur Vorsicht. Hannover, 9. August. Verschiedene große Brände werden aus der Provinz gemeldet. In Oldenstadt bei Heizen brannten 7 Besitze mit 24 Gebäuden nieber, 20 Familien, die entweder gar nicht oder nur ungenügend versichert hatten, wurde» obdachlos. — In Nienwohlde (ebenfalls im Kreise Uelzen) brannten 26 größere uni kleinere Gebäude mit Inhalt ab. Hier konnte nicht einmal alles Vieh gerettet werben — In Oerlingshausen (Lippe-Detmold) brannten 2 Wohnhäuser ab, wobei 4 Kinde: (Geschwister) im Alter von 5—15 Jahren in den Flammen umkamen. (Fr. Z) Newyork, 13. August. Die Zahl der bei dem großen Eisenbahnunfall bei Bloomington getöbteten Personen stellt sich nach den bis jetzt erfolgten Feststellung^ auf 155, beläuft sich wahrscheinlich aber noch höher. Viele Tobte oder Verwunden wurden der Werthgegenstände, die sie an sich trugen, ganz ober teilweise berautt aufgefunben, man will daraus schließen, baß bem Branbe ber Brücke, resp. dem Heral- stürzm bes Eisenbahnzuges nicht ein unglücklicher Zufall, sondern ein Verbrechen zu Grunde liege. Agram, 13. August. Heute Morgen um 3 Uhr 55 Mm. wurde hier eine ziemlich heftige Erderschütterung verspürt. _________________ Schiff-nachrichten. Bremen, 10. August. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampft Weser, Capt. H. Bruns, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher cr 27. Juli von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten u Baltimore angekommen. Bremen, 12. August. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdamp-' Eider, Capt. Ph. Berdrow, vom Norddeutschen Lloyd in Bremm, welcher n 3. August von Bremen und am 4. August von Southampton abgegangen war, ” beute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angefommen. Ä £ . Handel und verkehr. GrÜttbetg, 13. August. (Fruchtpreise.) Weizens 16.80, Äom * W Zerste «* 12 00 Hafer JL 12.40, Erbsen JL 00.00, Linsen JL 00.00, Lein X 00).«. Samen X 22.20, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00 cm u August. Auf dem heutigen Markt kosteten! Kartoffeln -> Malter XL 0.00 0.00, das (Bescheid 12—0 H, Eier das Hundert X 0.00^-0.00, s St- /-TA butter im Großen 00.00-00-00, im Detail das Pfund X& bis Weißkraut per Stück 12-25 Rothkraut per Stück 30-40 H, Kohtt§ A^Itück 3—4 ^, Ochsenfleisch per Pfund 70-00 H, Kuh- u. Rindfleisch 45--60W Schweinefleisch 65-75 H, Hammelfleisch 50-65 .^,1 Huhu X 1.00—2.50, 1 Ente X 2.00-3.50, Gans Pfund OO-OÜJM 1 Taube 35-70 Welsche X 12.00—00,00. Rcpertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 16. August: Lakmä. Große Preise. „ Mittwoch den 17. August: Zum ersten Male: Die Glocken von Cor?^ Dille. Operette in 3 Akten von Clairville und Gäbet. Musik von Robert PIE Mittelpreise. Außer Abonnement. Donnerstag den 18. August: Gastspiel des Herrn de Grach. Margaretttt (Faust: Herr de Grach.) Große Preise. m - Freitag den 19. August: Der Prophet. Außer Abonnement. Große PE Samstag den 20. August. Hernani. Hierauf: Ein Garneoam Große Preise. Sonntag den 21. August: Gastspiel des Herrn de Grach. Carmen. ($**’ Herr de Grach.) Große Preise. EchauspiethauS. Dienstag den 16. August: Herzog Ulrich. Große Preise. Mittwoch den 17. August: Aschenbrödel. Große Preise. Donnerstag den 18. August geschlossen. Freitag den 19. August: Othello. Samstag den 20. August: Die Grille. (Didier: Herr Hager als (*W Große Preise. t Sonntag den 21. August: Neu einftudirt: Dorf und Stadt. Große Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 15. August, Mittags zwischen 11 und u uyr Master 14 Grad, Luft im Schatten 16 Grad. L. Chr. Rübsamcn. AbtthMcht Eisenbahllkn. Vom 1. Oktober b. I. ab treten an Stelle der jetzigen Militärbillets die Sätze des neuen Militärtarifs in Geltung. Gießen, den 11. August 1887. 6092 Großherzogliche Direktion. Arbeitsbersteigerung. Freitag den 19. I. MtS., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause versteigert werden: «X Maurerarbeit, veranschl. zu 336 — Schlosserarbeit, „ „ 38 50 Weißbinderarbeit, „ „ 98 54 Grundauffüllung, „ „ 2805 40 Gießen, den 15. August 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth, Beigeordneter. 6106 Die Weidcnnutzung in der früheren Baumschule an der Staatsstraße Gießen—Hersfeld in Abth. 38—39, Gemarkung Großen- Bufeck, soll am Montag den 22. d. MtS., Nachmittags V/2 Uhr, an Ort und Stelle versteigert werden. Gießen, den 12. August 1887. Großh. Kreisbauamt Gießen. I. V 6032 Klingelhüfser, Großherzogl. Baumeister. Mittwoch brn 17. d. Ms., Nachmittags 2 Uhr, werden auf meiner Amtsstube gegen Baar- iahbung versteigert: Sopha's, Kommoden, Kleiderschranke, Tische, 1 Stoßkarren, 2 Pferde, 3 Schafe, 2 Wagen voll Heu, 20 Rmtr, Brennholz u. a. Geißler, '6093 Gerichtsvollzieher. 6100 I II 89 - 650 90 H ff Ack^er an der Hohl- Wiese Acker Wiese Acker Wiese I I 1 I Bühner, Gerichtsvollzieher. ofraithe daselbst, ofraithe „ irabgarten „ Dienstag den 16 d. M., Mittags 2 Uhr, werden in meinem Bureau verschiedene MovUien. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 15. August 1887. Dienstag den 13. September, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die den Johannes Schmitz Eheleuten gehörigen -MMobilien Flur Nr. Ü II II u II n ii Ji ii ii K II XVI. 77 — 44 Meter Grabgarten auf der Bach, 78-44 Acker daselbst, - 650 91 -1288 92- 575 93-5’2 93a -1050 94- 675 700 95- 981 96 -1962 $9 — 550 """i 813 „ unoer^opis •offpnHi* Elche gegen der Leimenkaute ©ieg^.T^uauft 18^7iöert ”trbCn- Ortsgericht Gießen. -------------------------5752 Dienstag den 13. September, mobillen^ Wwe. gehörigen Im- Slur xxxvi g?r. 3,s - 319 Meter Hof- unter den alten und XxxviUw ^Karten am Steinweg, " 606 Meter Grab- garten daselbst, ?^^igert werden. 1 August 1887. ®T°6^ ^sgericht Gießen. Lüdering. 5749 79-25 80-19 81 ~19 N HyfraO»m mit Werkte, statte daselbst, ?? R?8 Meter Grabgarten daselbst, lb BleichhauZ am Wismarer Weg und der Lahn, 88 — 2112 Meter Acker. Lappgärten lo. stoßen auf die Bleiche, 87 — 2238 Meter ' 88 - 662 „ Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Gießen, am 13. August 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________ Gncruth, Beigeordneter. 6103 Religionsgemeinde Betheiligten auf Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. __________M. Homberger. 6091 Möbel Versteigerün^ Donnerstag den 18. August, Nachmittags 2 Uhr im BeibWn Saal« (Gühlholz) Wallthorstraße nachbe- nannteGegenstände wegzugShalberversteigert: 2 vollständige Betten (hoch- ?'"st.ll.n und Roßhaarmatratzen). 3 lackirle Bettstellen nut Sprungfedern und Seegrasmatratzen, 12 polirte Stühle, 1 Sessel, mehrere Sophas und 1 Causeuse, 2 Kleiderschränke, 1 Küchenschrank und Kuchenmobillar. Bettzeug, Hausgeräthe. Bilder. Spiegel u. s. ro. Sämmtliche ®e9e,nl‘änbe sind ein halbes Jahr in Gebrauch gewesen. — Ferner werden rm Auftrag versteigert: 1 fast neuer Verticow, 1 Consotchen mit GlaSaufsatz, 1 runder Tisch. Bettstellen, Lederfopha. antiquer Kleiderschrank großer Herrenschreibtisch, Nippsachen, Stickereien u. s. w. Großh. Ortsgericht Gießen. I. 31.: Vogt. Die Gegenstände können Donnerstag von 9—11 Uhr Vormittags besichtigt werdem Louis Rothenberger, 6*0^ Auktionator, Größte Auswahl in den so sehr beliebten ächten Schweizer Stickereien ohne Appret 6085___________________bei J. Kaan. jun-, Krcuzplatz. Falzziegel billig abzugeben. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Huchfoinei Pilsener und Bekanntmachung. Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der israel Gießen für 1886/87 liegt 8 Tage lang zur Einsicht aller dem Bureau des unterzeichneten 1. Vorstehers offen. Salvator in Zapf in Röhrle's Brauerei und im 6075 Fostkeller. Fabrfir-Murkfl Durch die vorgerückte Saison gebe 5185 „„ Sommerhandschuhe J| Halbhandschuhe Jli Kinderwagendecken I= | zu Einkaufspreisen ab. Conr. Jos. Keller, ■"]! Wetzsteingaffe 48 im Hause des Herrn Dr. Weber. ” ® H. RESTLOS KINDERMEHL iöjähriger Erfolg* 21 Auszeichnungen, Zahlreiche Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. ErßAli bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und ToJlstandig verdaulich, deeshalb auch Erwachsenen bei Magenleiden »le Nahrungsmittel bestens empfohlen. Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Büchse die Unterschrift des Erfinders Henri IVeetl^. Verkauf in allen Apotheken und Drogen-Han dl ungen. 109 worunter 8 Ehrendiplome und 8 Gold. Medaillon. ZEUGNISSE der ersten mediclnisohen Autoritäten. Holzkrahnen beste Qualität, unter Garantie, empfiehlt 5927______M Weißbäcker. 5965] Schönes Banholz abzugeben bet Gg. Todt, Zur Stadt Marburg. Weinfässer von ca. 600 Liter und 220 Liter Inhalt zu verkaufen. 5311 _________Gebrüder Mayer. 6105 Eine Kaute Mist zu verkaufen. Tiefenweg 18. I Submission. Die zur Bauveränderung an der Synagoge zu Gießen erforderlichen Arbeiten sollen im Submissionswege vergeben werden: Maurerarbeiten, veranschl. zu 159 10 Steinhauerarbeiten. „ „ 141 88 Schreinerarbeiten, „ „ 270 — Glaserarbeiten, „ „ 7 84 Schlofferarbeiten, „ „ 92 50 Weißbinderarbeiten, „ „ 123 40 Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen liegen in der Wohnung des Unterzeichneten (Grünbergerstraße Nr. 39) zur Einsicht offen, woselbst auch die Offerten bis zum 19. l. M , Mittags 12 Uhr, abzugeben sind. Gießen, am 15. August 1887. 6094 S enßfelder, Bezirks-Bauaufseher. Keitgeöotenes. 6101 4316 Vom 15. bis 20. August steht in Fronhausen, Main-Weser-Bahn, eine Parthie 6083 trockene eichene Bohlen bis 7 cm stark, preiswürdig zu ver- kaufen. Zu erfragen bei Völker. Allen Lungen-, Brust- n. Halskranken sind die be- rühmtcn^z^v empfohlen. ^y/uieaelben sind in a^en -^kotdeken ä Pf.pr.Schachtel erhältlich. Grsträuchshunü (KreuzungSproduct) vorzügl. Nase, hasenrein, gleich gut im Feld und Wald, wegen Nachzucht abzu- aeben. — Reflectanten belieben ihre Adresse unter E. L postlagernd Gießen abzugeben. 5971 |o fr. Salm, , Lachs, * Lander, Reuen Eaviar, ger. Lachs empfiehlt <\ ft. Kkinhenn. Ein brauner Wallach, 8 Jahr alt, Mittelschlag, gutes Acker- und Wagenpferd, steht zu verkaufen bei H. Botzhammer in Stedebach 6903 bei Fronhausen, , Dem Einsender der Postkarte vom 13. d. M. mit der Ueberschrift „Premissis Prämitentis!- und unterschrieben „L. E.“ (soll das vielleicht Langohr-Esel heißen?) empfehle ich, sich zunächst von einem Quintaner darüber belehren zu lassen, wie man obige Anrede richtig schreibt, alsdann verdient er erst, einer Antwort auf feine Anfrage gewürdigt zu werden. — Si tacuisses, philosophus mansisses. Der Hundekreuzungsproduktfabrikant. _______________EJL.___________5830 6099] Vs Morgen Hafererndte ist zu verkaufen.Wallthorstraße 9._ Drogerie Seltersmeg 39. Zum Einmachen und Ansetzen. Sämmtliche Gewürze, Spiritu« oft«, Wetnesstg, Salicylsäure, Schwefelspahn. Körte, Flaschenlack, Perga- mentpapier rc rc. bei 5740 Otto Schaaf. T ödes-Anzeige Schwager, Schwiegervater Fr. Möhl Gas-, Wasser» und Canalisations-Anlagen 4796 •eeeeeeeeeeeeee^e ®eeeeeee®» Magnetie । Koir!giBelg. Postdachpfck vcu ich fejfcntwen>ei nach fort zu beziehen A. Alker. • Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Lerlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Ä 72. Lebensjahre nach kurzem Leiden sanft verschieden ist. August 1887. gestern Mittag 1 Uhr im Giessen, den 15. 6096 Ilie trauernden Hinterbliebenen. Geschäfts- Eröffnung Einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste Anzeige ein 6051 Ein Schreinergeselle und ein Lehrling gesucht von W. Diehl, Kaplansgasse 12. Vermischte Anzeigen. 6081 Es wird ein neues, zweistöckiges Haus in den äußeren Stadttheilen mit 5 Zimmern in jedem Stockwerk und etwas Garten gegen Baarzahlung zu kaufen gesucht. Offerten mit Preisangabe unter 3. 100 an die Exped. d. Bl. erbeten. 5967 Ein tüchtiges Mädchen auf so- sort gesucht. Näheres in der Exp. d. Bl. 6095] Sopha u. Waschconsol, saft neu, preiswürdig zu verkaufen. MäuSburg 7, 3. St. 6097] Zwei Burschen für mein Flaschen- und Faßgeschäft gesucht -__________________ L. Heidel. Die Beerdigung findet Dienstag den 16. August, Nachmittags 4^2 Uhr, vom Sterbehause, Bahnhofstrasse 1, statt. D. W. Karnbach, Schneidermeister, Bismarck- und Löberstraßen-Ecke. eeeeeeeeee® eeeee»@eee*eee ee»ee®eoeeeeeeeeeee®w®He 5 Balmhofstr. 24. H. Schaffstaedt. 24 Baliiholslr, I V eteranen-V er ein Donnerstag den 18. d. Mts. Zur Erinnerung an die Schlacht von Gravelotte 1 Offizieren auf Märschen und Manövern sind als vorzügliche und bequeme Verproviantirung zu empfehlen: Dr. Kochs’ Pepton-Tafeln (Etuis mit 2 Tafeln ä 100 Gr.) in welchen die für mehrere Tage erforderliche Fleischnahrung leicht in der Tasche mitzuführen ist. Die Etuis können als Brief nachgeschickt werden. Eine Tafel ä 1UO Gramm in kleine leicht auf der Zunge zerschmelzende Stückchen zerschnitten und pur genossen, genügt, um während eines Tagesmarsches ohne weitere Nahrung zu bleiben. Dr. Kochs’ Pepton-Bouillon (Taschen-Flacons) von welcher 2 Theelöffel voll, nur mit Zusatz von heissem Wasser ( oder auch von kaltem Wasser, wo nur solches zu haben ist) — ohne Salz und ohne Kochen sofort eine Tasse nahrhafter und wohlschmeckender Fleischbrühe ergeben. 6084 Vorräthig in Apotheken, Droguen- und Colonialwaaren-Handlungen. General-Vertreter: William Pearson & Co. in Hamburg. 4997 In meinem Vorderhaufe sind zwei Zimmer mit Zubehör an eine Dame zum 1. October zu vermiethen. Or Ploch. Eine sreundl. Wohnung im II. Stock, 5 Zimmer mit Zubehör zu vermiethen. 59u3 Bleichstraße 3. 6054] Schön möhl. Zimmer zu vermieten. Mäusburg 7 III. St. 6037] Kleine möblirte Stube zu vermiethen. Weidengasse 12. Privatstunden in allen Fächern des Gymn. u. Real- gymn. werden gründlichst ertheilt von einem stud. theol. gObO Näh. in der Exped. d. Bl. Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mittheilung, dass unser lieber Gatte, Vater, und Grossvater 5474 Eine tüchtige Magd flef* Landmädchen bevorzugt. Zu ers. bei der Exped. d- Bl. 5511 Ein braves Dienstmädchen lnit» guten Zeugnissen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Clavlerstimmen im Abonnement und auf Einzelbestellung 2999 Piano-Reparaturen in vorzügl. Ausführung zu billigen Preisen; Kosten-Voranschläge gratis. Wilhelm Rudolph in Giessen. Abends 61/2 Uhr: Schmücken der Gräber auf dem Friedhof. Abmarsch: 6 Uhr vom Kirchenplatz aus. Abends 8 Uhr: GemüthlicheS Zusammensein im Cafv Leib Freunde des Vereins sind eingeladen. Der Vorstand. Healing. Magnetopath Kramer in Frankfurt a/M., Mauerweg 22, behandelt arzneilos Nervenleiden, Rheumatismus, innere und äußere Krankheiten aller Art. Prospekt gratis mit vielen Attesten hochstehender Pers onen- 6188 Restauration Postkeller. | Heute Abend: Ji'ish - stew. 6109] Ein junger gewandter Hausbursche in ein hiesiges Hotel gesucht. Näheres in der Exped- d- Bl- Khrlings-Gesuch. Ein Junge vom Lande aus guter Familie und mit ßutr Schulbildung wird unter günstigen Bedingungen als Lehrling in ein kaufmännisches Geschäft gesucht. 6082 Reinhard Bepler in Wetzlar. 6090 Die feinste Herren- u. Knadcn-Garderobe wird preiswerth angefertigt von frnafofr criheüeiv von der Becke & Marsily, Antwerpen F. J. Bothof, Generalagent, Mainz. Chr. Wallenfels in Giessen. W Klippstein in Langsdorf. 26B 4904] Zinn, Blei, Küpser, Gtftn* Messing, Guß u. f. w- kauft zu deri höchsten Tagespreisen LouiS Rothenberger, Neuenweg 22. Eine Hosraithe, Wohnhaus, Scheuer und großer tzof- raum, zu verkaufen. 5949 Näheres in der Exped. d. Bl. la. Cervelatwurst, frische und Winter-Maare, ächt Em- menth. Schweizerkäse, ächt Edamer, Holländer und Rahmkäse empfiehlt 6102 C. G KBeinlienn. Für Bowlen: Frische Pfirsiche u. Ananas. 6071 Eine für das habere Lchrfacb g- prüfte Lehrerin wünscht billig NachhuN« stunden^ zu ertheilen. Kaplansgasse 6ÖÖ1 Ein «nacht mit gui-m Z-M niß, welcher Säcke tragen und mit Pferde umgehen kann, für sofort gesucht- Wo? sagt die Exped- d- Bl- ---- Felzwaarengeschäft, verbunden mit Hut- und Mützenlager hier etablirt habe. ß098 Vorläufig empfehle mein reichhaltiges Lager in Filzhüten und Mützen von den billigsten bis zu den feinsten. Durch gute Bezugsquellen bin ich in den Stand gesetzt, preiswürdige schöne Maaren zu liefern und jeden meiner geehrten Abnehmer zufrieden zu steten. Hochachtungsvoll Ferdinand Schultheis, Kürschner, Gießen — Lindenplatz 1 (am Cinhorn). Werrnietfiungen. 6t(i8] Möbl- Logis für Arbeiter zu vermiethen. Neuenweg 48. 6107] Freundliche Wohnung zu ver- mietben.__Neuen Bäue 17, part. 5801 Ein Logis im Vorderhaus ver- miethet I. Mannberger Wwe«, Neuenweg 40. 5155] Mansarde zu verrn- Schulstr. 10. 5077 An eine ruh. Familie 5 Zimmer mit Zub zu vermiethen. Seltersweg _31. 6014 Eine freundl. Mansarden-Woh- nung per 1. October zu vermiethen- I. Grünewald, Nordanlage^ 5475 Ein freundliches Logis von 6—7 Zimmern, mit allen Bequemlichkeiten und Mitbenutzung eines geräumigen Gartens, in der Frankfurter Straße zu vermiethen. Frische Milch im Hause- Zu erf. bei der Exped- d. Bl. und Agent Klees. " 3910 Das von Frau Edel Wwe. fett längeren Jahren bewohnte Logis ist per sofort zu vermiethen Louis Petri I. Wwe., Neuenweg 39._______ 2229 Die Belle-Etage m. Häuf es, Süd- anlaae 4, 8 Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung, ist zu vermiethen und so- W schnelle Fahrten, 'gute F Verpflegung, billigste Preise.