Nr. ss. ZweitesSomltag den 16/Januar 388^ icßcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Brrresu r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. w , Diejenigen Mg-n Leute welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung'zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden tterdurch auf d:e nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß h ernach unvollständia« Gesuche ohne Werteres zuruckgegeben werden. ' ' 81 Betreffend: Die Rachsuchung der Berecyruzung zum einjahrzg freiwilligen Dreuri aus Grund von Schulzeugnissen. 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Grotzherzogthnm Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Zaires nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: Geburtszeugnih; K ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der $§ 88, 89, 90, 93 und 94 der v. ern Unbescholtenheitszeugnih, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; 4. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwillige» während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschrüe» und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord,, sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz'Ordnung (I. Theil der Wehr-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 - Reg.-Bl. Rr. öS von 1876) ausgestellt sein müssen. angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. si DeVWischtsS. ' Darmstadt, 13. Januar. sAusstellung von Lehrlingsarbeiten.) Nach Beschluß des Ausschusses und der Generalversammlung des Landesgewerboereins soll im Jahre U887 eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten aus dem Großherzogthum Hessen ver- inftaltet werden. Der Entwurf des Programms wurde durch eine, aus Delegirten von Lokalgewerbvereinen und Obermeistern von Innungen bestehenden, 24 Personen z-ählende Vor-Commission in einer Sitzung vom 29. December v. I., welche im Lokale d»er Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein Hierselbst statt- iand, berathen und festgestellt. Das aus 10 Paragraphen bestehende Programm - (welches in Nr. 2 des „Gewerbeblatts" zum Abdruck gelangt ist) bietet Raum zur Berücksichtigung aller etwa noch von einzelnen Gewerben zu stellenden sachlichen Wünsche. ) Die Ausstellung findet im Juli d. I. hier in Darmstadt statt. Dieselbe wird in Ver- dindung mit der „Ausstellung von Zeichnungen und Schülerarbeiten aus den inländischen Handwerkerschulen" veranstaltet. Während der Dauer der beiden Ausstellungen wird auch die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder des Landes- Tewerbvereins abgehalten und hiermit die Feier des 50jährigen Bestehens des Landcs- Lewerbvereins verbunden. Durch die Ausstellung soll Gelegenheit zur Vergleichung der Einzel-Leistungen der Lehrlinge der verschiedenen Gewerke, sowie zur Belehrung über den allgemeinen Stand des Lehrlingswesens im Großherzogthum gegeben, und der Wetteifer in technischer Ausbildung unter den Lehrlingen angeregt werden. Zur Be- theiligung an der Ausstellung sind die Lehrlinge aller Gewerbe eingeladen, ohne Rücksicht darauf, ob sie in Kleingewerben oder in Fabrikbetrieben thätig sind, ob sie eine Handwerkerschule besuchen, ob Eltern oder Lehrherrn dem Gewerbverein angehören oder nicht. Die Leitung der Ausstellung hat die Großh. Centralstelle für die Gewerbe rund den Landesgewerbverein übernommen. Die Vorstände der Lokalgewerbvereine fringiren als Lokal-ComitLs. Jeder Lehrling, welcher sich an der Ausstellung betheiligen will, hat ein aufgegebenes Arbeitsstück anzufertigen, welches nach seinem speciellen Gewerbe und seiner Lehrzeit bemessen wird. Die Aufgaben sind so gewählt, daß ihre Losung keinen erheblichen Aufwand an Zeit, Material und Auslagen erfordert. Außer d den aufgegedenen Arbeitsstücken können die Lehrlinge, nach eigener Wahl, noch andere sAbstoerfertigte Arbeiten zur Ausstellung liefern. Auch ist denselben gestattet, um eine f h obere Leistungsfähigkeit zu zeigen, neben der von der Commission gestellten Aufgabe 611 vroch eine weitere Aufgabe desselben Gewerbes, welche für eine höhere Lehrzeit bestimmt iit, zu lösen. Es dürfen aber nur solche Gegenstände zur Ausstellung gebracht werden, Äderen Anfertigung ohne Beihilfe anderer erfolgt ist. Die Anmeldungen zur Betheiligung I, en der Ausstellung haben bis zum 1. März bei den betr. Lokal-Comüäs, den Lokal- gewerbvereins-Vorständen, den Innungen oder bei der Großh. Centralstelle für die 11 Gewerbe und den Landesgewerbverein zu geschehen. Die Ausstellungsgegenstände müssen bis zum 15. Juni l. I. zur Absendung nach Darmstadt bereit sein; insofern stvlche nicht Nahrungsmittel u. dcrgl. betreffen, welche eine längere Aufbewahrung nicht Massen. Die mit der Ausstellung verbundenen Kosten übernimmt der Landesgewerb- v-rein; insbesondere die Kosten der Verpackung und des Transports der Ausstellungsgegenstände zur Ausstellung und zurück, sowie die Kosten für die Aufstellung in Darmstadt. Die ausgestellten Gegenstände werden durch eine Commission geprüft und es siollen vorzügliche Leistungen durch Prämien, bestehend in geeigneten Büchern, Reiß- Migen, Handwerkszeugen rc. ausgezeichnet werden. Der Verkauf der Ausstellungs- g.kgenstände ist gestattet. Es bleibt vorbehalten, eine Verloosung von verkäuflichen Ausstellungsgegenständen zu veranstalten. Ans Rheinhessen, 11. Januar. Bei dem alten, verlassenen Orte Rudels- h'nm a. Rh. in der Nähe von Ludwigshöhe wurde von dem Vorstande des Wormser Mterthumsoeretns ein fränkisches Gräberfeld aufgegraben. Es wurden 47 Gräber, nneift ärmere und zwar vorzugsweise Männer- und Kindergräber, mit den gewöhnlichen l Beigaben von Waffen, Gläsern, Töpfen rc. aufgedeckt. Die aufgefundenen Frauengräber Daren zumeist ihres werthvollen Inhaltes beraubt gewesen. — Ein bedauerlicher Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel, brachte in Mannheim noch einen schrillen Mißton in die letzten Stunden des verflossenen Jahres. Die Sache verhielt sich so. Der Schiffer Johann Müller und sein Sohn gingen am Sylvesterabend nach 11 Uhr, nachdem sie vorher in einer Wirth- schaft gezecht, wieder zu ihrem im Neckarhafen vor Anker liegenden Schiffe. Auf dem Gangbord rutschte der etwas angeheiterte Vater aus, ein dumpfer Aufschlag und entsetzt sieht der Sohn den Vater mit den Wogen kämpfen. Ein Sprung und auch er schießt sofort hinab in die dunkle Fluth — aber er kommt nicht mehr zum Vorschein. Wo blieb der Retter? — Das Geräusch des über den fallenden Körpern zusammenzischenden Wassers ließ die im Schiffe Schlafenden erwachen. Die Leute eilten auf's Verdeck, übersahen im Augenblicke die Situation und ein bemannter Kahn brachte bald i darauf den noch schwach ringenden Vater, eine Weile darauf den Körper des Sohnes, ! den man unterrn Wasser hervorgezogen hatte, an's Trockene. Der Letztere gab fein Lebenszeichen mehr, während der Vater sich bald erholte. Alle Wiederbelebungsversuche zeigten sich am Sohne fruchtlos; er war beim Sturz in das Wasser mit dem Kopfe gegen einen harten Gegenstand gestoßen und dadurch der Besinnung beraubt, war er ertrunken. Der bedauernswerthen Familie wirv diese grauenhafte Neujahrsnacht wohl « niemals aus der Erinnerung schwinden. Iserlohn, 10. Januar. Zwischen dem Iserlohner Ost- und Westbahnhof fand gestern Abend kurz vor 8 Uhr ein großer Felssturz in dem Augenblicke statt, als der fällige Personenzug^ herankam. Mit einem furchtbaren Krach prasselten die herab- stürzenden Felsmassen auf das Bahngeleise und die Locomotive, die letztere vollständig verschüttend und zertrümmernd. Der Zug stand sofort still, was in Verbindung mit der furchtbaren Erschütterung die Passagiere mit panischem Schrecken erfüllte. Es ist ein wahres Wunder, daß größeres Unheil verhütet wurde. Nur einige Passagiere haben leichte Quetschungen erhalten. Die Strecke ist auf mehrere Tage gesperrt. — sZur Förderung des Sparsinnes.) Die Verwaltung der Zeche zu Alstaden (bei Mühlheim a. Rh.) erließ vor Kurzem folgende Verfügung: An die Arbeiter dev Zeche Alstaden! Um den Arbeitern der Zeche Alstaden Gelegenheit zu geben, ohne Nebenkosten und ohne zeitraubende Gänge zu einer entfernten Sparkasse Ersparnisse gegen gute Zinsen anzulegen, soll für dieselben eine besondere Sparkasse auf der Zeche gebildet werden. — An dieser Kasse werden Einlagen täglich angenommen und ebenso zahlt die Kasse die geleisteten Einlagen auf Verlangen jederzeit wieder zurück. — Beträge unter einer Mark sind zinslos; für jede volle Mark aber werden 5 pCt. jährlich vergütet. — Der Einfachheit wegen soll die Zinsberechnung in folgender Weise stattfinden: Jede Mark trägt im Jahre 5 Pfennig Zinstn, für einen Zeitraum von 2—3 Monaten je ein Pfennig. — Ein Arbeiter, welcher Einlagen macht, erhält unentgeltlich ein Sparkassenbuch, in welches die Einzahlungen eingeschrieben werden. — Kein Betriebsbeamter, weder Betriebsführer noch ein Steiger, erhalten Auskunft darüber, ob ein Arbeiter Einlagen in die Kasse gemacht hat, und wird Geheimhaltung dem Kassenbeamten zur strengsten Pflicht gemacht. — Die Bergwerksgesellschaft Alstaden leistet Gewähr für die redliche Verwaltung der Kasse und für die richtige Rückzahlung von Kapital und Zinsen. — Dom 1. December d. I. an werden Einzahlungen entgegengenommen. Um den Sinn für Sparsamkeit zu fördern, ist bei den Chargirten der Düsseldorfer Garnison eine praktische Einrichtung getroffen, der sich immer mehr Unter- officiere anschließen. Es wird von der Löhnung ein bestimmter Betrag eingezogen und auf den Namen des Betreffenden bei der Spaikasse angelegt. Diese Einrichtung ist keinem Zwange unterworfen, sondern ist eine freiwillige, der sich Jeder unterziehen kann. Wie der „Düsseld. Anz." berichtet, ist dieselbe durch einen höheren Officier herbeigeführt worden. — sStiftung.) Als Grundstock zur Gründung eines Gymnasiums für deutsche Mädchen hat der Allgemeine deutsche Frauenverein aus den Händen deutscher Frauen, die nicht genannt fein wollen, ein Kapital von 30,000 Jt erhalten. Da der Verein schon einen Stipendienfond für weibliche Studircnde (vorzugsweise für Medicin und Naturwissenschaft besitzt, so sollen einstweilen, bis die nöthigen Mittel zur Gründung einer Anstalt, wie die erwähnte, mag man sie nun Gymnasium, Parthenaaoaium oder wie sonst nennen, vorhanden sind, zur Ausbildung deutscher Mädchen für Maturität und daran sich knüpfende Studien verwendet werden. — Bisher ist es den deutschen Mädchen nur möglich, jene Vorbildung auf dem Wege der Privatstunden sich an- zueignen der bekanntlich sehr kostspielig ist, wobei es auch noch fraglich, ob man sie zum Abiturlum wie Studium irgendwo anders zuläßt als im Auslande. Lor der Hand stehen ihnen nur die Universitäten der Schweiz offen. Wer sich näher Aber die Stipendienangelegenheiten des Allgemeinen deutschen Frauenveretns unterrichten will wende sich an d«i Bors and desselben in Leipzig oder ebenda an die Redaction seines Organs „Neue Bahnen". (Moritz Schafer's Verlag.) .. —®ov geladenen Sachverständigen wurden kürzlich im Stuttgarter Musik-Conseroatorium und im Lipp'schen Coucerisaal Prüfungen des von Ingenieur Schanzenbach sinnreich erfundenen Pianino - Schalldämpfers vorqenommen welche cm durchaus befriedigendes Ergebniß lieferten. Der sehr einfache Mechanismus ,,t in icdcm aufrecht stehenden Saitenkasten leicht und ohne erhebliche Unkosten anzubringen. Er ermöglicht dem Spieler, den Ton in verschiedenen Graden abzudämpsen Auf einem zwischen Saittn und Hammern auf- und abwärts beweglichen Metallrabmen 8 ^'•f6ret nr ßefpannt, der sich nach oben durch aufgelegt- schmalere Streifen allmalich 6sach verdickt. Ein Druck des Fußes aus den am linken Pedal angebrachtcn^Hebel bewegt und regelt den Apparat je nach Wunsch. Wird der stiahmen d,e erste Stuse tiefer gestellt, so tritt di- unterste einfache Flanclllage zwischen Saiten und Hammer^und fchwächt den Anschlag sowohl wie die Schwingungen und ,-de noch niedriger- Stellung erhöht diese Wirkung weiter. Aus der untersten Stufe mit voller Dampfung bleibt der Ton dem Spieler immer noch deutlich hörbar im Nebenzimmer ist er ledoch nahezu unvernehmbar. Als Nebenvorthcile werden noch angegeben, daß bei fleißigem Gebrauch des Apparats di-Ptaninos sehr geschont werden nicht so rasch verstimmen, daß die Befilzuna der Hämmer viel länger unversehrt bleibt und nicht erneuert zu werden braucht. Der schwächste Grad der Dämpfung dürste sich auch bei Begleitung kleinerer Singstimmen anwenden lassen. Sowohl bei offenem Fenster konnte nun gespielt werden, wie auch in die Nacht hinein, in letzterem Falle mit stärkerer Dampfung; denn i- stiller die Umgebung ist, um so schwächer kann ja der (Sattenton fern. ' 1 Bewährt sich die Sache nach allen Seiten hin, wie es den Anschein hat, so verdient in der That der Name des Erfinders einen Platz in der Geschichte der Lnaieine und der H-llkunst. Nicht blos dürsten ihm die in unserer Zeit immer zahtteicher werdenden an U-bcrr-lzung (Hyperästhesie) der Gehörnerven Leidenden zujauchzen, auch die Pianisten selbst, Künstler und Dilel tauten, werden es als eine Wohlthat empfinden wenn ste bei Fingerübungen ihre Ohren schonen können. Denn die bisher hier und da angewandte fogen. blinde Klaviatur leistete dafür doch nicht den rechten Dienst Endlich wird -3 die nächste Umgebung und Hausgcnossenschaft der Spieler, darunt r so viele geistig Angestrengte, als eine Erlösung empfinden, wenn sie des Nerven- geschinders (um mit Richard Wagner zu sprechen) und der „gcdankenmörd'erischen" Storungen (um Schopenhauer's Ausdruck zu gebrauchen) wenigstens theilweise übcr- bobcn find. Zu wünschen bl,ebe, freilich noch, daß auch für di-Tafelklavi re und Flügel em Bändiger erstund^ Hieran knüpfte sich dann die weitere Hoffnung, daß die Polizei der Stahle ermächtigt wurde, ungebührlichen Belästigungen der Nachbarschaft durch Klavierunfug eistg-gcnzutreten Daß vor 40 Jahren das englische Parlament auf Anlrqg des Obrist Slbthvry em Verbot gegen die public nuisances der Pferdeorgeln erließ, wird alten Zeitungslesern noch in Erinnerung sein. — (Langsam tödtend.) Aus London schreibt man: „Im Jahre 1798 verlnbie ftcft die dazumal 17jährige Miß Mathilde Johnson, eine Nichte des berühmten Leriko graphen, mit dem Gard-lieutenant Hoog Kurz vor der Hochzeit starb der Lieutenant; die Braut zog sich auf rhr Gut Baltmglas zuruck, lebte in größter Einsamkeit und setzte noch tm gleichen Jahre ein Testament auf, in dem sie ihr 15 000 Pfd Sterl betragendes Vermögen dem Militärspitale vermachte und den Wunsch'aussprach man möge auf ih^ Grab einen Marmorstein setzen, der ihren Namen und ihr Alter zeiae nebstbei di- Inschrift: „An Llebesgram dahingcgangen." Miß Mathilde Johnson ist am 18. v. M. im - 106 Jahre ihres Lebens gestorben." ” Joflnion tst — [liebel angebrachte Tugend.) In London besteht unter dem Schutze der I Herzogin von Cambridge em Verein, welcher alljährlich im Weihnachtsinonatt tausend ! gefallene Mädchen, welche einen besteren Lebenswandel beginnen wollen statt Äh./ ?e" Ausstattungen verfiehi. Die Vertheilung fand am 8. Decbr t 6 barauf niad)le man die unangenehme Entdeckung, daß hundertzweiuud- i*9 tugendhafte und brave Mädchen in widerrechtlicher Weise sich als Sünderinnen Unfugs gLchllich "belangst ^^Em°n. Die Tugendhaften werden wegen dieses TnTntto"?” LT r* Tänzerinnen in Flammen.j Ein schreckliches Unglück wird aus öen^lbe.t dorttgen Teatro Kasino war eben der Vorhang zur -ber P?nwmime „Die Brücke des Teufels" in die Höhe gegangen d Tänzermnen standen eng aneinander geschmiegt auf einer tragbaren Brücke berr.^ÜbneVaI§ mit einem Male"die Flamme des dicht unter ilmcn abgebrannten bengalischen Feuers das Tüllkleid der Ballerina Serale ergriff Mit GÄhrr* Entsetzens stoben di- Tänzerinnen ausernande^aber eheer‘ niu6t/' •n,aS war, sah man drei lebende Feuer- brännten nock ®U^ne umherirren - außer der obengenannten Ballerina ver- Oie beiden Eorpstanzerrnnen Maria Averino und Christina Mathis lm Publikum war unbeschreiblich, und obwohl bald von allen Selten Hulse herbeteilte, konnte man dte unglücklichen Mädchen dock nur in naOe^it hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus schaffen. Außer den Verunglückten davongetragen?'" Tänzerinnen Brandwunden im GchZt^und a^Armen rmdMen q. c E d n e y, 7. Januar. Don den sechs jungen Leuten, die unlängst rum Gewatt anattban^bott^ weil sie in einer Vorstadt Sidneys einem Mädchen rüc^eftcllt 9 b ' rourben ^ut- vier gehängt, die beiden anderen aber zu- auf de^rirff'tEo^?d^,,W"rst.f Krr: „Eigentlich sollten alle Damen einen Zettel EuMi, aus dem geschrieben steht, wie viel Mitgift sie erhalten/' — richtig! Und die Herren müßten auf dem Rücken einen Zettel tiaaen aus dem zu ersehen ist, wie viel Schulden sie haben." b ' vf-nnlamar^!,77 Ä Johann: Befehlen di- Frau Baronin, daß ich Erei-- rinane mnl ~ Bronin: „Johann, merke es Dir IO Pfennig!" L ® 3 ®cfd)ted>t derer von Schnädelburg frankirt nie unter ick -ste"' —®anhptrft-Srä^Icin: Dauben gar nicht, Herr Oberst, wie wenig gefüttert." C ’ "Ganz wie bei uns von der Kavallerie! Gut geputzt ist halb Literarisches. »weite 'marml^« Fnnf Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) eröffnet das steitroman"vnn ffl „ laufinden Jahrgangs mit dem mehrfach voraus angckündigien Mm?11«?°n s c £°J Samarow, der unter dem Titel ^Gipfelund Abgrund" Nack^den bis s nb be§ Bayernkönigs Ludwig II. entfallen soll, interessantes ^"1?ugcn verspricht der Roman in der That ein hock- k 3 ™ ^oer Parteien Gunst und Haß" erhabenes Leitbild tu entrollen ienfn^tkf r b 2l^tr'J.en des königlichen Helden, den wir auf Hohenschwangau bei Jahres 1870 belauschen, welche die preußische Kriegserklärung des Prfennen mi, 7a L 9 9-Ni. außerordentliches Interesse und läßt uns ernennen, rote ernft es der Verfasser mit seiner Aufgabe nimmt und wie sehr er tu n euer i uaNals^ ab ar ?, h J19 berULCn Daneben bietet die Eröffnungsnummer des 7?’ ««»vollen Ossip Schubin'schcn Roman „Erlachhos", iksielnder, trefflich geschriebener Artikel, unter denen wir nur die Minare- von L. bi7?mof/.°77Sut'n-r, ,,Zmei N-ujahrstag- der, La Valliöre" von Ebr Renkaeb b. köstliche Eplfode aus dem Secmannsleben: „Brandung voraus" als möalick „7“ rwÄ” r™?aei\ Die künstlerische Ausstattung ist so glänzend unb micr^'Qu» L* hM,7>p!*Jte'87-ntle-n Anstrengungen würdig, die „lieber Land ben Zaa [rat dm IN so augenfälliger und erfolgreicher W-tsc an ™ das nach feder Richtung aus der Höhe der Zeit stehende Allgemeiner Anzeiger Gießener | Zitherclub Zitherverein Alpenröschen. 240 ä OD « QD Kreppet täglich bei 293 August Noll, im Stern. 8o3$fLm7fd,e d°s Pfund 80 Pfennige. Neustadt 51. 3 342 In einer gebildeten Familie findeir Schüler gute und billige Pension. Näheres in der Exped. d- Bl. v ^92 Ein schön geräumiges Kneiplocal ist abzugeben bei Ä Stein, Neftauiation Busch, Seltersweg. 310 Täglich frische Kreppet empfiehlt K. Germann, Bäcker. (Dirigent: Herr K. Fischer.) 302 Samstag den 22. Januar, Abends 8 Ahr, im Cafe Leib : Nrgrnschirmk werden bei mir sofort reparirt und überzogen.____ J. W©itzenJkorn, 104 Schulstraß r 9. Der Unterricht in meiner Schule beginnt Montag den 17. Januar. Anmeldungen nehme in meiner Wohnung: Schiffenberaer Wea, Achtungsvoll Lina Möser, Lehrerin. Agenten und Reisende zum Verkauf von Kaffee, Thee, Reis und Hamburger ^"arreu an Private gegen ein Fixum von 500 Mark und gute Provision. 323 Hamburg. J, Stiller • ? 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