Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 14. Januar 1Ä ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ I ♦ 1 I I I H li n ci kt! CI 1 i- lü i| I il L d iS 5 ( ff Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. 2 M°rk 20 Psi mit Bringerlohn. ^nd^ e Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. » Woche««Uebersicht. Gießen, 15. Januar. ro , D" Haupt'Erelgniß der Woche gipfelte in der Auflösung der Reichstag,, welche am gestrigen Freitag vom Reichskanzler im Reichstage proclamirt wurde. Im Parlament,.Bericht und in den Depeschen finden die Leser das Nähere verzeichnet. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Korrespondenz-Bureau. w Berlin, 14. Januar. (Reichstag.) Der Antrag Stauienbera ittth ^ia i (K Bewilligung der von der Regierung geforderten Präsenzziffer wird in namentlicher Abstimmung mit 186 gegen 154 Stimmen an- Die Konservativen, Reichspartei und Nationalliberale stimmen Ä fiti »er wSi meif,Ctt ‘"‘Ö D»ne Johanns.« «nt- ».r ^Äf:Ä?tertoi^i.d,6,aniUt «•»««* ->-« «aisers, wodurch Wahlcnzum"RcichStagcam2>.^e?r»iarstattsin!>en."''^^"'"'^ f°“ett 6U Wahlen7umRcichsäg"'!7uten 5" «crordnung, b.tr.ff.nd »ic »Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc., verordnen aus Grund der Bestimmung im § 14 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reichs, was folgt r 9 Die Wahlen zum Reichstag find am 21. Februar 1887 vor- zunehmen. Gegeben, Berlin, den 14. Januar 1887. (L. 8) gez. Wilhelm. A _ Aachen, 14. Januar. Bei einem heute Vormittag Her Kle^?M^schierstraße ausgebrochenen und ungemein rasch sich verbreitenden Feuer kamen ein Mann und zwei Knaben in der zweiten Etage in den Flammen unt. Drei Personen wurden von der Feuerwehr gerettet. A Oberfeld, 14. Januar. Der Tenorist Vogel von München wurde bei der gelten Abend im Barmer Stadttheater stattgehabten Aufführung der Oper „Rtenzi" durch einen unvorsichtigen Dolchstoß des betreffenden Darstellers leicht verwundet. Breslau, 24. Januar. Am 20. d. M. findet eine Sitzung des Domkapitels Natt, m welcher die Liste der Candidaten für den jetzt erledigten Fürstbischofssitz festgestellt werden soll. London, 14. Januar. Die heutige Confrenz zwischen Chamberlain, Morley, Drevelyan und Genossen zur Besprechung der Home - Rule - Frage verlief resultat- ^oss^o^eitere Verhandlungen wurden bis zur Wiedereröffnung des Parlamentes Rom, 14. Januar. Cardinal Ferrieri ist gestorben. Die Erklärungen des Kanzler« bildeten den natürliche» Untergrund für «nA e»i7,rem,pefn*un0en der Reichstages, aber daß dieselben der Militärfrage noch eine wesentlich neue Sette abgewonnen hätten, ließe stch gerade nicht be- haupten. Selbstverständlich stellten sich die Redner der regierungsfreundlichen Parteien Artet auf den Boden des Septennats, während die Oppositionsparteien am Dienstag rote am Mittwoch hauptsächlich durch Herrn Windthorst vertreten S Centrumsführer ein glänzender Dtalectiker ist, zeigte er auch diese« Mal und in wirklich bewundernrwerther Weise suchte er immer wieder darzulegen, daß ja bte Opposition eigentlich alle« bewillige, was die Regierung ec6 rT boch gleichgültig sein könne, ob sie ihre Forde, rungen aus drei oder auf sieben Jahre bewilligt erhalte. Im Uebrigen gab 7Lw>tr1,^inb $0^ füglich der Folgen der Reichstags-Auflösung sehr zuver. sichtlich und wenn man ihm glauben soll, so würde da» Centrum auch im eoentuellen neuen Reichstage bi« aus den letzten Mann wieder erscheinen. Daneben behandelte der Centrumssührer auch die Annexion Hannover«, auf welche hLhpf Erörterungen kam, mit sichtlicher Vorliebe und sprach hierbei bte höchst seltsame Erwartung aus, daß das Königreich Hannover feIber "i°der hsrgestellt werden würde. Auch auf die Fürsten Btrmarck angeregte Frage, ob kaiserliche«, ob Parlaments-Heer ging Herr Wtndthorst mit großer Lebhaftigkeit ein. Die Ausführungen de« Centtumsführers waren es augenscheinlich, die den Reichskanzler an beiden Tagen zum wiederholten Eingreifen in die Dtscufsion veranlaßten und ihn bestimmten, warten ÄÄ” "Äsungen" des Abg. Windthorst die gebührenden Anl^ to n « n & ™ Kanzler wiederholt in drastischer Weise die Hal- »er on ^nnzelchnete. Eingehend erörterte der Kanzler zugleich die „Hannöver sche Frage' und die Karolinensrage und verstcherte bezüglich der letz- »nApnroennser tüoäer gewußt hätte, daß diese „Lumperei" einen solchen Lärm o t 0 ÖOn 2lnfatn0 an °uf die Besetzung der Karolinen min üer 's^n^^ Setten der Regterung sprach am Mittwoch noch der Kriegs- S aÄ' J; Schellendorf, um das Septennat vom militärischen Stand- berthprLitK . energisch zu verlheidigen und von Seiten der Opposition ’ E b gfl°el°ldemokratische Abg. Hasenclever eine Rede gegen das Septennats- gnfetz. Am Donnerstag griff Fürst Bismarck wiederholt in die Debatte ein; । Die hochwichtigen Verhandlungen erregten die Aufmerksamkeit nicht allein Deutschlands, sondern ganz Europas. Selten haben den Reichstag so inhaltschwere “n® 'n ihren Folgen weittragende Verhandlungen beschäftigt, al« die« im Laufe dieser Woche der Fall war und weit über die Reichrgrenzen hinaus folgte man den Debatten im obersten deutschen Parlamente mit außergewöhnlicher Spannung. Unbestrüten den Mittelpunkt der gesammten Debatten bildete die große Rede de« Fürsten Bismarck vom Dienstag und unter ihrem Eindrücke stand auch offenbar die Dlscu sion über die Müttär-Vorlage an den folgenden Tagen. In markigen Zügen zeigte der Kanzler dem deutschen Volke, um was e« sich in der ganzen Mtiitürfrage handelt, nämlich einzig und allein um die Sicherung Deutsch- lands, um bte Wahrung seiner hervorragenden Stellung im Rathe der Völker. In seiner packenden Weise rote« der Kanzler nach, wie wir fortwährend gerüstet sein müßten , um das, was wir in zwei großen Kriegen errungen, auch zu be- haupten und nicht etwa auf das klägliche Niveau von 1807 herabzufinken. Eingehend erörterte er hierbei die auswärtige Lage und wenngleich aus seinen Mstthetlungen mtt Genugthung zu ersehen ist, daß unser Verhältniß zu Oester- reich an Herzlichkeit nach wie vor nichts zu wünschen übrig läßt und daß namentlich unsere Beziehungen zu Rußland sich wiederum vollständig geklärt £n'[’ lauteten dafür bte Steuerungen be« Fürsten über bie beutschffranzösi- (djen Beziehungen um so ernster. Bismarck hob hier bie Unbestänbigkeit ber inneren französischen Verhältnisse immer roieber hervor unb trotz ber frieblichen Gesinnung ber gegenwärtigen französischen Regierung unb eine« Theiles ber ftanzösischen Ration bebeute jene Unbestänbigkeit eine stete Drohung für uns Etndringttch warnte der Kanzler vor einer Vertrauensbuselei, er betonte, baß Frankreich unaufhörlich aus Elsaß-Lothringen blicke, baß er früher ober später gur Wtebergewinnung beffelben einen neuen Kampf wagen würbe, eventuell selbst ohne BunbeSgenossen und daß wir im Falle eines französischen Sieges unbarm- herzig au« der Reihe der großen Ration gestrichen werden würden. Gegenüber Lieser stetig von Westen her drohenden Gefahr rnüffe Deutschland auch stetig gewappnet fern unb bte« in ausgedehntestem Maße unb deshalb müsse die Regie- lung unbedingt am Septennat sesthalten. 11 y auch bie Abgg. Richter unb Windthorst, wie auch Buhl, hielten ihrem Stand, punkt entsprechende Reden, ohne daß an diesem Taae eiu »a Ä Militär-Vorlage gezogen werden konnte. Man ermattete von ber^reLnafih,b e ein entscheidende« Resultat, welche« denn auch der ftafl mnt >C h ! 04^ 3 bie Majorität ben Antrag Stauffenberg auf breijäNge BewiMa Auflösung be« Reichstag«0 wurde unmittelbar nach Lahme L i 7 ' ®e spr°ch-n. Bereits im Laufe be. gestrigen Nachmittag« wurde eine taÄ Verordnung proclamirt, welche die Neuwahl de,Reichstags aufden"21 SS zercyen nicht bezweifelt werden. an Reichstag. lÄÄ'.'rtt" »md- der der darauf folgenden Abstimmung über den Antraa Stauffenb?^ h„r namentliche war, wurde die Forderung, fcie’gdeben«"räWtärfcauf3^abre feft.n- fiellen, mit 186 Stimmen (Centrum, Deutschfreisinniae Welkend necum ir? U' (Conseroative und NAionalliberale) angenommen, 28' Mitglieder enthielten sick^^der Abstimmung Abg. Graf Moltke oersprach sich bei dieser 7nd stimmte Ke sLn m Ja, also mit der Opposition, sein Votum natürlich sofort verbessernd Der sHnrnnim erregte Minutenlange, schallende Heiterkeit, in die der Feldmarschall herrlich Hnftimmt«? b,r „Danach fand di- Abstimmung über den enlfcbdÄ * 1 ^der Vorlage statt' bn Sliftrh Berücksichtigung des soeben gefaßten Beschlusses, die Friedenspräscnistärke' sch-n will.° ' 3ie9,trUn8 c-nwß, -us 468,000 Manu, aber für drei J-H?e fest- stimmung. 183 ^"tglt-d-r mit Ja, 154 mit Nein, 31 enthielten sich der Ab- erklSrt^" bCm Augenblicke, wo der Präsident den $ 2 der Vorlage aufrufen will, Re Migtt7d7°r^b^s^' bCm 5aUfC Cine K°'s-rlich° Botschaft mitzutheilen. c. m Fürst Bismarck verliest darauf die Botschaft Sr. Majestät des Kaisers die die Verhandlungen des Reichstags als beendet und den Reichstag für aufaelöff erklärt Präsident v. Wedell-Ptesdorf: Wir aber trennen »n« mit e™ .c. ©c. Majestät, unser allergnädigster Kaiser und Herr, er lebe hoch. U C ‘ Bewegung Ä!”“" brdmat ‘n bi-s-n Ruf ein und gehen dann in großer 3ÜÄ«SS*' 1 Sral* 1 f“- 1 - ----- ‘ - .Mn. saw, . ®ie6enr am 15. Januar 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________ Freseniu s. Berlin, 15. Januar. (Privat-Depesche.) Der preuß. Landtag wurde heute eröffnet. In der Thronrede wird ausgeführt, der Abschluß des Jahres 1885/86 sei refriedigend, derselbe ergab 7 Millionen Ueberschuß, bie für die Tilgung der Eisen- Lahnschuld verwendet werden. Das laufende Rechnungsjahr lasse einen ähnlich befriedigenden Abschluß hoffen. Für nächstes Jahr werde namentlich durch Steigerung der Matrikularbeiträge um 19 Millionen eine Anleihe von beinahe 281/» Millionen erforderlich. Die Noth- wcndigkeit dieser Art der Beschaffung öffentlichen Geldbedarfs zu ändern, namentlich durch Entwickelung indirecter Reichssteuern, sei anerkannt, aber durch die bisherige abweisende Haltung des Reichstags vereitelt. Die Hauptvorlagen betreffen Erweiterung des Eisenbahnnetzes, Provinzialordnung Rheinlands, Theilung von Kreisen Posens und Westpreußens, ferner weitere Revision kirchenpolitischer Gesetze. Die Thronrede weist auf immer mehr befestigte freundliche Beziehungen zur Kurie hin, kündigt fernere Vorlagen über erhöhte Mitwirkung der Selbstverwaltungsbehörden bei der Feststellung und den Leitungen für Volksschulen, sowie über Regelung der Unfallversicherung für land- und forstwirthschaftliche Arbeiter an. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. o Getraute. , , o- Januar. Johann Adam Hettche, Dienstknecht in Gießen, und Katharine Heuser, ledrge Tochter des verstorbenen Pflasterers Philipp Heuser in Nordeck. Getaufte. Den 9. Januar. Dem Kaufmann Adolf Geiße eine Tochter, Anna Johannette Karoline, geboren den 11. December. . Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Pfeil ein Sohn, Heinrich, geboren deir 5. October. Beerdigte. Den 9. Januar. Heinrich Linker, Schlosser in Gießen, alt 58 Jahre, gestorben den i. Januar. ' ö Den 10. Januar. Christine Lang, geb. Köhler, Wittwe des Privatscribenten- Karl Lang, alt o7 Jahre, gestorben den 8. Januar. Denselben. Andreas Rockel, Kaufmann, ledig, alt 34 Jahre, gestorben den 7. Januar. Den 11. Januar. Robert Hertwig, Wagenrevisor, alt 58 Jahre, gestorben den 9. Januar. '£?cn 12. Januar. Karl Orth, Hilfsschutzmann, alt 36 Jahre, gestorben den 10. Januar. Den 13. Januar. Marie Luise Christiane Henriette Leib, geb. Löber, Ehefrau des Lackirers und Vergolders Karl Leib, alt 33 Jahre, gestorben den 11. Januar. „Den 14. Januar. Elisabeth Bieber, geb. Wink, Wittwe des Stadtgärtners ■ Christian Breber, alt 60 Jahre, gestorben den 11. Januar. 8 r Denselben. Katharine Wißner, geb. Steigmann, Ehefrau des Cigarrenmachers Johannes Wißner, alt 46 Jahre, gestorben den 12. Januar. Denselben. Christine Dick, geb. Mudersbach, Wittwe des Postpackmeifters Ludwig Dick, alt 76 Jahre, gestorben den 12. Januar. Schnudt zu All-ndorf a. d. Lim. 14. Heinrich Lynker oon W-ldmühle, GemeindeE'chenrod Schuhmacher dahrer, mit Katharine Martin oon Oberndorf bet ba^er 14. Jacob Henn von Varnhalt, Tapezier dahier, mit Elisabeth Lippert oon Udenhausen, Kreis Alsfeld, wohnhaft dahier. Gyefchlietznnge«. c. , ^?uuar: 14. Konrad Bonarius von Großen-Buseck, Schlosser dahier, mit Johannette Karoltne Louise Wigandt dahier. Geborene. q 3anuar: 8. Dem Kaufmann und Wirth Louis Scharmann II. eine Tochter ^oseph August Langer eine Tochter. 9. Dem Müller Heinrich Zell Fuhrmann Valentin Schaub eine Tochter, Louife Elisabethe. 10- ^LcnlJ^“^r(Sarnn r^°^ail.n Belte eine Tochter, Anna. 10. Dem Zugführer M der Mam-Weser-Bahn Franz Gerhards eine Tochter. 10. Dem Taglöhner Balthasar ?QarPie,n-t.ll-1 Dem Universitäts-Tanz- und Fechtlehrer Friedrich Chnftian Wilhelm. 11. Dem Spengler Philipp Jakob Merschroth eine Tochter, £out)e Hermine. 11. Dem Oeconom Heinrich Noll VII. ein Sohn. 13. Dem Cigarrenfabrikanten August Ackermann eine Tochter. cv , nr . Geftorvene. Pnnn aIt' ledig, Kaufmann dahier. 8. Christine ^6'. 6eb. Kohler, 57 Jahre alt, Wlttwe von Scribent Carl Lang. 8. Magnus Frei Hofer, 38 Jahre alt, Knecht dahier. 9. Robert Hertwig, 58 Jahre alt, Wagen- revrsor dahier. 10. Karl Orth, 36 Jahre alt, Schuhmacher dahier. 10. Anna Marie DOn Lindenholzhausen bei Limburg. 11. Marie Leib, ^t, Ehefrau von Lackirer Karl Leib dahier. 11. Elisabethe -Bfeber, ßetk ^.^-00 Jahre alt, Wittwe von Stadtgärtner Christian Bieber dahier. 11' §Elch Wilhelm Stuhl, 56 Jahre alt, Knecht von Ahausen, Amts Weilburg. ^Llßner geb Steigmann, 46 Jahre alt, Ehefrau von Cigarrenmacher Johannes Wißner 12. Chrfftme Dick, geb. Mutersbach, 76 Jahre alt, Wittwe von Postpackmeister Ludwig Dick dahier. 12. Emil Otto Deinhardt von Nieder-Zimmern m Sachsen-Weimar, Kanonier der 8. Comp. Brandenburgischen Fuß-Artillerie-Regiments Jer. 3, 21 Jahre alt, ledig. 13. Johannes Saßmannshausen, 44 Jahre alt, Hütten-- arbeiter zu Weidenau. Darmstadt, 13. Januar. Zu den Infanterie-Regimentern, die ein viertes Bataillon erhalten sollen, gehören dem Vernehmen nach auch die beiden Großh. Hess. Infanterie-Regimenter Nr. 115 und Nr. 117. X Aus dem Großherzogthum Hessen, 14. Januar. Auf Veranlassung des Ministeriums veröffentlichen die hessischen Polizeiämter eine Publikation des Ortsgesundheitsraths in Karlsruhe, worin derselbe vor dem Ankauf eines Arzneimittels warnt, das ein gewisser Richard Berger, Marstallstraße Nr. 36 in Dresden, zur Heilung von Lungenschwindsucht in den öffentlichen Blättern empfiehlt. Wer sich an Berger wendet, erhält, wie der Ortsgesundheitsrath mittheilt, einen gedruckten Zettel zugeschickt, auf welchem eine Diät angerathen ist, deren Beobachtung für jeden Lungenleidenden zweifellos schädlich sein würde. Dieser Zettel kostet 10 JL Kurhonorar und außerdem erhält der Kranke ein Packet Thee und 3 Fläschchen Medicin zum Preise von 8.80 JL Beides werden als ganz werthlose Substanzen bezeichnet. Desgleichen warnt der Orts- gesundbeitsrath vor einem Medikament, das ein gewisser Theodor Röhrler in Leipzig empfiehlt, dessen Werth mit dem angeforderten Preis in keinem Verhältniß stehe. A Aus Rheinhessen, 14. Januar. In dem von dem Fürsten Wittgenstein gepachteten Jagdterrain bei Osthofen und Heßloch fand heute großes Treibjagen statt, an welchem auch der Großherzog nebst zahlreichem Gefolge theilnahmen. Die hohen Herrschaften, unter denen wir den Fürsten von Bulgarien, den Statthalter von Elsaß- Lothringen, Fürst Hohenlohe, General Heuduck, Freiherr Heyl von Hernsheim, Rittmeister v. Heyl bemerkten, kamen gegen 10 Uhr mit einem Extrazug über Worms in Osthofen an und begann alsbald in der Richtung nach Heßloch die Jagd. Nach 4 Uhr begab sich die Gesellschaft wieder per Bahn nach Worms, wo im „Alten Kaiser" zunächst ein Imbiß eingenommen wurde. A Mainz, 14. Januar. Die heutige zweite Sitzung der „Rarrhalla" war womöglich noch besuchter als die erste. Die am Nachmittag eingetroffenen Nachrichten von der Ablehnung der Militärvorlage und der Auflösung des Reichstags vermochten nicht im Geringsten den Humor unserer „Narren" zu stören und gleich der ersten Sitzung regnete es wiederum von geistreichen und witzigen Vorträgen. Auf Einzelheiten hier einzugehen, ist nicht möglich, doch gebührt als die Perlen des Abends das überaus geistvolle Protokoll des närrischen Secretärs („Narr" Laufs jun) und ein äußerst gelungenes Melodrama besonders hervorgehoben zu werden. A Mainz, 14. Januar. Nach der Zusammenstellung der Standesacten sind im Jahre 1886 bei einer Bevölkerung von 65,701 Seelen in Mainz 2054 Geburten vorgekommen, 1007 männliche und 1047 weibliche. Uneheliche Geburten sind darunter 314. Gestorben sind 1428 (733 männlichen und 695 weiblichen Geschlechts). 23er-- ehelichungen haben 555 stattgefunden. ______ Auszug aus den Slaudesamtsregisteru de3 Standesamts Gießen. (Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) Aufgebote. Januar: 10. Heinrich Steuernagel, Gärtner zu Alsfeld, mit Anna Katharina Greb daselbst. 11. Friedrich August Carl Klemmt, Oberkellner dahier, mit Anna Marie Sophie Himmelreich zu Frankfurt a. M. 12. Johann Stork, Weinhändler zu Dettelbach, mit Eva Ring daselbst. 13. Johann Georg Schmidt, Taglöhner zu Krofdorf, Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Das Schulgeld für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro III. Quartal 1886/87, kann in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 15. Januar 1887. Der Stadtrechner: 388 H. EnderS. Bekanntmachung. Folgende Dienstboten haben aus der hiesigen Spar- und Leihkaffe mit Rücksicht auf die bei ihren Namen erwähnten Dienstjahre bei einer Herrschaft die beigesetzten Prämien erhalten: Anzahl Namen der Dienstboten. Prämie Dienst- 1 Heinrich Zecher in Staufenberg....... jahre. 31 31 2 Catharine Kretschmar aus Atzenhain..... 14 14 3 Elisabethe Bach aus Babenhausen...... 13 14 4 Catharine Fischer aus Dreihausen...... 11 11 5 Lina Rüffel aus Vöhl.......... 10 10 6 Marie Lich von Münchholzhausen...... 10 10 7 Elisabethe Boppler aus Lang-Göns...... 10 10 8 Marie Gilbert aus Dudenhosen....... 10 10 9 Catharine Stoll aus Lang-Göns ....... 10 10 10 Barbara Krovo^a aus Stomkovia...... 10 10 11 Bertha Weitzel aus Bergheim....... 10 10 12 Catharine Deibel aus Lollar........ 10 10 Summa 150 Die Prämien sind nebst den vorgelegten Dienstbüchern an jedem Zahltag in dem Lokal der Spar- und Leihkaffe in Empfang zu nehmen. Gießen, am 14. Januar 1887. Die Direction des Spar- und Leihkaffevereins zu Gießen. Haberkorn. 296] Reue Strümpfe werden ae- I 384 Ein Junge von 14 bis 15 strickt, sowie das Anftricke« billigst be- | Jahren zu leichter Handarbeit gesucht, sorgt durch Frau «onradt, Neuenweg 40. | Seltersweg 63. Gutsverpachtung. Das arrondirte Gräfliche Hofgut Oberseener Hof bei Laubach (nächste Bahnstation Mücke der Oberheff. Eisenbahn und demnächst Schotten) mit rund 96 ha Acker und 84 ha Wiesenland, letzteres von großer Güte,, welches seither dem Königlich Preußischen Kriegsministerium als Remonte- Depot verpachtet war und in vorzüglichem Culturzustand sich befindet, soll sofort mit Wirkung vom 1. April l. I. modo 1. Juli I. I. anderweit auf 12 Jahre verpachtet werden. Pachtliebhaber wollen sich an unterzeichnete Stelle wenden. Laubach, Oberheffen, den 14. Januar 1887. Gräflich SolmS-Laubach'sche Rentkammer. 392 Weber. Musterkarten der neuesten hochmodernen Korben dieser Saison cfc. - Spezialitäten. in 9/iwfcw ew ** I •t Geschwister Heerz$ Giessen, Neuenweg 7/J Verein der deutschen freisinnigen Partei. flußeroröentL flentrafoerftimmruiig des Vereins findet Montag den 17. I. M., Abends 8 Ahr, im neuen Saale des „Postkeller" dahier statt. Tagesordnung: Die bevorstehende Reichstagswahl. 425 Der Dorstand. Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 24. Januar 1887 soll auf dem Schiffenberg nachverzeichnetes Holz aus dem District Oberhag versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 174 Eichenstämme mit 62,74 Festm. 24 Fichtenstämme „ 5,81 „ 182 Fichtenstangen „ 11,46 „ B. Brennholz. Scheith. Knüppelh Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Eichen 262 139,8 146,2 5020 Nadel 14 38 11 1130 Die Vorzeigung des Holzes erfolgt in dem Termine durch den Forstwarten Brück I. von Gießen von 9 Uhr an. Zusammenkunft hierzu an der 4. Schneise an der Schiffen- bergerstraße. Die Versteigerung selbst beginnt um 10 Uhr. Gießen, den 15. Januar 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. B r a m m. 409 Dienstag den 18. d. Mts, Nachmittags 1V8 Uhr, in dem Saale der Bra mm'scheu Hof- raithe dahier werden gegen Baar öffentlich versteigert: 1 Secretär, 1 Pfeilerschränkchen aus schwarzem Ebenholz, 1 Kleiderschrank, 2 Küchenschränke mit Glasaufsatz, 1 neue Nähmaschine, 1 fast neues Sopha, 1 ovaler Tisch mit Fuß, 1 Bett mit polirter Bettstelle, Sprungfeder- und Roßhaarmatratze, 1 ditto mit lackirter Bettstelle, 1 Kinderbett, 1 Commode, 1 Näh-, 1 Waschtisch, 2 viereckige Tische, 1 Silberkasten, 1 Brandkiste, 1 Violine mit Kasten, 8 Bände Brockhaus Conversations- lexicon — neueste Auflage —, 1 Rohrsessel, Stühle, 1 Aquarium, Bilder, Vorhangs-Gallerien rc. rc Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 15. Januar 1887. Engel, 407 Gerichtsvollzieher. Ieilgeöotenes. Hand-Uerkauf von eleganten Mobiliar-Gegenständen. Dienstag den 18. Januar werden nachoerzeichnete elegante und sehr solid gearbeitete Einrichtungsgegenstände in neuestem Styl, als 2 Dchlafzim- mer»Einrichtungen matt u. blank Nuß- baum Renaissance-Styl, 1 Schlafzimmer-Einrichtung in polirtem amerik. Fichtenholz, 1 Speisezimmer - Einrichtung in geschnitztem Eichenholz als 1 Buffet, 1 Ausziehtisch, 6 Stühle, 1 Pfeilerspiegel m. Consoleschrank, 1 gr. Herren- schreibt., 1 Divan rc., 1 Hochs. Bibliothek- schrank m. GlaSauss. 2 Salon-Einrichtungen, je 1 Causeuse u. 4 Sessel in feinem gepreßtem Plüsch, feine Phantasiestühle, 1 Verticow, 1 Salontisch, 1 Pfeiler- spiegelu. Console, 1 Pfeilercomode, Rococo: Damenschreibtisch, Staffelei, Säulen. Chenille. Vorhänge. Smyrna- u. Brüsseler Teppiche, CocoSläuser, 2 Pianinos in schwarzem Holz, 1 Cassaschrank von F. Garny, mittelgr-, Herrenschreibbureau, lack Pulte, Stühle, Copierpresse rc.; ferner 1 Causeuse u. 2 kl. Sessel, blau Setden-Phantasiestoff, 1 Phantasieschrank, 1 Notenschrank, Phantasietische u. 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Lony in der Mühlgaffe dahier ein agner - Geschäft eröffnet habe. 406 Ich halte mich in allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten hiermit bestens empfohlen. Achtungsvoll lÄiMtvwelrwth. Arilrre Wrschuh-KasteM Wirfcdi r. K. 344 Der Vorstand Sodener Mineral-Pastillen 381 Ein Aapsjunge gesucht von Carl Weidig, Sonnenstraße 29. bereitet aus den Der Zinsfuß wurde laut Beschluß des Vorstandes auf folgende Zahlen festgesetzt: 5 Schutzmarke ot und des Darms, ____.. Hämorrhoiden, leichten Lebl io aualvollen wohlthätig rst ihr Emflutz bei beid arrben Tuberkulöser, bei chronischen Catarrhen des MalensI Verstopfung begleitet sind; bei habitueller LeibeSverftoPfuna, i — —eranschwellungen und ähnlichen UnterleibSftörungen, die ein auf-! losendes unbvmtlb abführendes Verfahren erfordern. Sind solche Asfectionen mit Lungen-l Catarrhen verbunden. so ist die Wirkung der Pastillen eine besonders vorzügliche. Preis pro Schachtel 8tz Pfg. Dorräthig in den Apotheken. Gencral-Depot PH. Herm. 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