Nr. 112 Zweites Blatt. Sonntag den 15. Mai «7. Gießemr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Schulstr-ß- 7. Erscheint «Sali» m.t «usnabme bes Montags. tTrt Amtlicher Theil, Bekanntmachung. Wegen Ausführung von Pflasterarbeit wird vom 16. l. Mts. an die Straßenstrecke auf der Weßanlage zwischen der Bahnhofstraße und der Neustadt für Fuhrwerke, Reiter und Viehtransporte bis auf Weiteres abgefperrt. Gießen, am 13. Mai 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Wochen - Ueberstcht. Gießen, 14. Mai. Der Kaiser setzte auch in dieser Woche die Besichtigung der Truppen des Garde-Corps ungeachtet der ziemlich rauhen Witterung fort; das Befinden des greisen Monarchen läßt erfreulicher Weise nicht das Geringste zu wünschen übrig. — Mit der am Freitag früh erfolgten Rückkehr der Frau Kronprinzessin und Der Prinzessinnen-Töchter Victoria, Sophie und Margaretha aus Bad Ems, denen am Sonntag auch der Kronprinz selbst nachsolgt, wird das Familienleben am kaiserlichen Hofe wieder ein regeres werden, da sich daselbst die Abwesenheit der kronprinzlichen Herrschaften immerhin bemerklich machte. Dajür tritt die Kaiserin an diesem Samstag ihre diesjährigen Badereisen an und wird die hohe Frau zunächst in dem von ihr bevorzugten Baden-Baden einen Aufenthalt von einstweilen noch unbestimmter Dauer nehmen. An ihrer Stelle übernimmt die erlauchte Tochter des Kaiserpaares, die Großherzogin von Baden, die oberste Leitung des kaiserlichen Haushaltes bis jedenfalls zu dem Zeitpunkte, an welchem auch der Kaiser seine Badereisen antritt und ist die Frau Großherzogin bereits am Freitag in Berlin eingetroffen. Die Woche ward von der zweitägigen General-Discussion im Reichstage über die neue Branntweinsteuer-Vorlage vollständig beherrscht, obschon den Debatten äußerlich die Requisiten zum Theil fehlten, ohne die man sich eine „große Reichstags-Sitzung" gar nicht mehr denken kann. Der Verlauf der durchaus sachlich gehaltenen Verhandlungen berechtigt zu der Erwartung, daß in der gegenwärtigen Reichstags-Session endlich die im Interesse der finan- ziellen Stärkung des Reiches wie der Einzelstaaten nothwendige Reform der Branntweinsteuer zu Stande kommen wird, denn die drei Mehrheitr»Parteien, die Nationalliberalen und die beiden conservativen Fraktionen, erklärten durch ihre Redner ihre Zustimmung zu den Hauptbestimmungen des Entwurfs und von den kleineren Fraktionen gaben die Polen und die Elsässer sogar ihre bedingungslose Billigung desselben zu erkennen. Auch das Centrum betonte, daß es die Vorlage im Principe anerkenne; nur hatte man von dieser Sette noch allerhand Bedenklichkeiten einzuwenden, die sich besonders gegen die Höhe der Steuer und gegen die Contingentirung, die zwangsweise Einschränkung der Branr-twün-Productton, richteten; auch mit der Nachbesteuerung ist das Centrum nicht einverstanden. Als princtpielle Gegner des Entwurfs bekannten sich nur die Socialdemokraten und die Freisinnigen und von letzterer Seite war es namentlich Abg. Richter, welcher am Donnerstag die Bedenken seiner Partei in längerer Rede zum Ausdrucke brachte und sein Urtheil über die Branntweinsteuer-Vorlage dahin zusammenfaßte, daß dieselbe direct zum Monopol führe und nur weitgehende Unzufriedenheit in der Bevölkerung erregen werde; auch prophezeite der freisinnige Parteisührer aus der Vereinigung der süddeutschen Staaten mit der norddeutschen Branntweinsieuer-Gemetnschast Unheil für den inneren Frieden Deutschlands. Manche Einwände, die Herr Richter erhob, wurden auch nationalliberalerseits erhoben, wie z. B. gegen die Trennung der Brennereien in landwirthschastliche und gewerbliche bet Erhebung der Maischraumsteuer ; mit den meisten seiner Angriffe aus die Vorlage stand aber Herr Richter ganz vereinzelt da. Freilich wird noch über eine ganze Reihe von Punkten von den maßgebenden Parteien eine Verständigung zu erzielen sein, unter welchen namentlich die Fragen der schon erwähnten Trennung der Brennereien, dann der periodischen Revision, des Differenz-Steuersatzes von 20 JC. — über dessen Erträgnisse und Zweckmäßigkeit die Meinungen besonders auseinandergingen — dann des Rectificationszwanges und endlich hinsichtlich der Bestimmungen, unter denen der endgiltige Eintritt Bayerns und überhaupt Süddeutschlands in die norddeutsche Branntweinsteuer'Gemeinschaft erfolgen soll, hervorragen. Die Commission, an welche die Vorlage in der Mittwochsfltzung schließlich verwiesen wurde, wird die in dieser Beziehung noch obwaltenden Meinungs-Verschiedenheiten hoffentlich auszugleichen wissen und somit dem Plenum die Regierungs-Vorlage in einer Gestalt wiederum vorlegen, die den Abschluß der Verständigung hierüber ermöglicht. Während so der eine Theil der steuerpolitischen Resormarbeiten, die anderweitige Besteuerung des Branntweins, vom Reichsparlamente endlich in Angriff genommen worden ist, ist auch der andere Theil der Steuerreform, die Zuckersteuer, jetzt aus dem vorbereitenden Stadium herausgetreten. Der Bundesrath hat am Donnerstag den neuen hierauf bezüglichen Entwurf entgegengenommen und repräsentirt derselbe, gutem Vernehmen nach, nicht eine Novelle zu dem bisherigen Zuckersteuergesetz, sondern eine ganz neue gesetzgeberische Arbeit, durch welche die jetzt geltenden einschlägigen Bestimmungen zugleich mit den neuen codificirt find. Was den Inhalt der neuen Zuckersteuer-Vorlage anbelangt, so dürste es sich empfehlen, gegenüber den umlaufenden uncontrolirbaren Gerüchten Die Bekanntgabe von authentischer Seite abzuwarten. Dagegen kann die ebenfalls vielerörterte Frage der weiteren Erhöhung der Getreidezölle als wieder von der politischen Tagesordnung abgesetzt befrachtet werden, da eine hochosficiöse Berliner Meldung erklärt, Die Regierung stehe dem von den Blättern wiederholt angeregten Gedanken eines Gesetzes zur Sperrung der Getreide- Einfuhr vollständig fern. Das preußische Abgeordnetenhaus genehmigte am Miilwoch das Kreiseinthellungsgesetz für Posen und Westpreußm definitiv und meist unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung. Dagegen stimmten die Freisinnigen, die Polen und ein Theil des Centrums. In Florenz fand am Mittwoch die feierliche Enthüllung der Büste des berühmten italienischen Bildhauers Danatello statt. Die Feier, welcher auch der König und der Kronprinz beiwohnten, gestaltete sich zu einer politischen Demonstration, namentlich durch die Rede des Geheimen Raths Jordan aus Berlin, in welcher Jordan aus die künstlerische und politische Allianz Deutschlands und Italiens hinwies. Wie der officiöse Telegraph berichtet, sei die Rede Jordan's „sehr beifällig" ausgenommen worden, dagegen soll nach einer privaten Meldung ein italienischer Redner unmittelbar darauf ein Hoch auf Frankreich ausgebracht haben, in welches die Versammlung enthusiastisch eingestimmt habe. Letzteres wäre allerdings eine sehr auffällige Demonstration. Die französischen Kammern sind am Dienstag nach Ablauf der parlamentarischen Osterferien wieder zusammengetreten. Die Wiederaufnahme der parlamentarischen Thätigkeit in Frankreich fällt gerade in den Zeitpunkt, in welchem sich die Budgetfrage immer mehr zu einer bedenklichen Krisis zuspitzt. Der Beschluß der Budget-Confnüssion, von der Regierung neue Vorschläge zur Herstellung des finanziellen Gleichgewichts zu verlangen, da die vom Ministerpräsidenten Goblet vorgeschlagenen Ersparnisse in Höhe von 13 Mill. Francs für ungenügend erachtet wurden, läßt den Conflict zwischen dem Ministerium Goblet und der Budget - Commission als einen offenen erscheinen und vielleicht wird demnächst das Kammerplenum vor die Wahl gestellt werden, entweder seine Budget-Commission zu desavouiren oder aber sich gegen die Regierung zu erklären. Vielleicht wird der Conflict nicht ohne Einfluß auf den Gesetzentwurf des Kriegsmmisters Boulanger, welcher 5 Millionen zur probeweisen Mobilisirung eines französischen Armeecorps verlangt, bleiben, denn die Commission ist selbst Herrn Boulanger gegenüber jetzt nicht besonders günstig disponirt, wie der Beschluß beweist, das Zuckersteuergesetz vor dem Boulanger'schen Armeegesetz zu berathen. Augenscheinlich ist die Luft jenseits der Vogesen wieder einmal schwül und wenn der Telegraph eines schönen Morgens die Kunde bringt, daß das Cabinet Goblet das Zeitliche gesegnet habe, würde diese Nachricht nichts Ueberraschendes mehr an sich tragen. In den Pariser parlamentarischen Kreisen erblickt man denn auch in dem erwähnten Beschlüsse der Budget-Commission einen vollständigen Bruch zwischen letzterer und der Regierung. Die Kammer soll behuss ihrer Entscheidung nächste Woche befragt werden und hält man eine Ministerkrisis allgemein für kaum vermeidlich. Aus Petersburg wirb berichtet, daß sich die Verhandlungen der afghanischen Grenzcommission in die Länge ziehen dürsten, da die britischen Delegirten neue Instructionen erhalten hätten. Man will also englischerseits versuchen, einen resultatlosen Abbruch der Verhandlungen möglichst zu vermeiden, aber wie die Dinge einmal stehen, wird auch bei einem weiteren Zusammensein der Commission schwerlich noch ein befriedigendes Ergebniß erzielt werden. Der mexikanische Congreß hat eine Verfassungsänderung beschlossen, wonach eine Wiederwahl des Präsidenten und der Gouverneure der Staaten für zulässig erachtet wird. Die Amtsperiode des gegenwärtigen, sehr tüchtigen und außerordentlich populären Präsidenten Porfirio Diaz läuft in diesem Jahre ab und will man ihm durch diesen chn ehrenden Beschluß das Verbleiben im Amte ermöglichen. Diaz soll indessen gesonnen sein, eine Wiederwahl abzulehnen. Vermischte-. — Unsere gefiederten Sänger sollen zahlreicher als in früheren Jahren zurückgekehrt sein. Man schreibt dies dem Umstande zu, daß die italienische Regierung die Fangzeit der Vögel in Italien, wo bekanntlich Millionen von Vögeln überwintern, sehr eingeschränkt hat. Ein gänzliches Verbot wäre vielleicht noch besser. — Nach einer dieser Tage erfolgten Entscheidung des Reichsgerichts ist ein Wirth verpflichtet, am Tage jedem sich anständig benehmenden Gaste Getränke zu verabreichen und macht sich durch die Verweigerung einer Beleidigung fdjulbtß. - Nach einer Entscheidung des Reichsgerichts sind Gartenbesitzer befugt, oxt Katzen, welche in ihrem Garten den Singvögeln oder dem Geflügel nach! , Raubthiere zu behandeln und zu tödten. , . , Frankfurt a. M., 8. Mai. Eine hiesige Localcorrespondenz meldetz daß gegenwärtig im hiesigen Äapperfeld-Gefängnisse zwei Anarchisten in 1 n s ch g h Umhänge, J aquetts, Promenade-, Hegen- und Mädchen- Mäntel in grosser Auswahl neu eingetroffen bei J- Pfeffer, 2531_______Bahnhofstr 8. Siegels Hühneraugentod frisch eingetroffen bei 3758 C« Fr. Conrad, Mäusburg. befinden, welche verdächtig sind, an dem Elesernhos - Attentat und der Ermordung Rumpff's bethetligt gewesen zu sein. Der meist Graoirte soll nach verbürgten Miltheilungen ein Schneider Piorkowski sein. Gegen diesen sollen schwere Anschuldigungen vorliegen. Es sind bereits eine ganze Anzahl Zeugen vernommen worden. Frankfurt, 8. Mai. Ein mörderischer Ueberfall ist heute Vormittag um 11 Uhr von einem Stromer auf den stellvertretenden Wirth der „Herberge zur Heimath" begangen worden. Dort befanden sich um die genannte Zeit eine Anzahl Gäste in dem Schanklokal, als einer derselben, ein achtzehnjähriger Bursche, absichtlich, wie der Berichterstatter des „Fr. I." meldet, ein Bierglas zerbrach. Von dem Stellvertreter des Wtrthes aufgefordert, das zerbrochene Seidel zu bezahlen, wurde der Excedent ausfallend, weigerte sich, als er aus dem Lokal entfernt »erden sollte, das Haus zu »erlassen und insulttrte den stellvertretenden Wirth mit den gröbsten Schimpfreden. Der Letztere wollte nun Gewalt anwenden. In diesem Augenblicke zog der Bursche einen scharf geschliffenen „Schusterknetp" aus der Tasche und bohrte ihn dem Wirth zweimal in die Brust. Der schwer Verwundete taumelte blutüberströmt zurück, worauf der Mörder ihm das Messer noch einmal in den Rücken stieß. — [SBarnung.] Bet der jetzigen Brutzeit der Vögel wollen wir nicht verfehlen, auf den S 368 Ziffer 11 des R.-St.-G.-B. hinzuweisen, welcher lautet: Mit Geldstrafe bis zu 60 JL oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem Federwild oder von Singvögeln ausnimmt. Dieser Hinweis dürfte sich insbesondere den Eltern und Lehrern in allen Schulen für ihre Kinder resp. Schüler empfehlen. — sEin dankbarer Hlrsch.j Aus Goslar wird berichtet: Ter hiesige Wildaufseher Fl. gewahrte Ende December v. I., als die Noth des Wildes sehr groß war, in der Stadtforst einen total lahmen Hirsch, ein einjähriges Mutterthicr. Das Thier hatte vom Durchtreten der harten Schneckruste allmälig wunde Läufe erhalten, so daß dasselbe, zum Nahrungssuchen nicht mehr fähig, bald vor Hunger und Entbehrung „eingehen" mußte. Herr Fl., ein sehr sorgsamer Hüter seiner Pflegebefohlenen, ließ den kranken Hirsch nach Hause fahren und pflegte seiner drei Monate im warmen Stalle. Der Frühling aber kehrte mittlerweile auf die Berge zurück, die Bergwiesen fingen an zu sprossen, Vie Knospen der Laubhölzer zu schwellen, da öffnete Herr Fl. dem gewesenen Gaste die Thür der Freiheit, und bald war dieser über Berg und Thal. — Kürzlich waltete der Aufseher wieder seines Amtes in den waldigen Harzbergen und bekam bald ein Rudel Hirsche, etwa 25 Stück, in mäßiger Entfernung zu Gesicht. Unter diesen frischen Gesellen mußte auch seine „Liese" sein. „Lieschen, komm!" rief Herr Fl. seinem ehemaligen Pfleglinge zu, worauf das Thier augenblicklich in großen Sätzen, die Genossen verlassend, zu seinem Wohlthäter sprang, um dessen Liebkosungen und Streicheln mit sichtbarem Wohlbehagen entgegenzunehmen. „Lieschen" machte alle Anstalt, seinem gütigen Pfleger zu folgen; erst dessen Hund brachte auf Geheiß das dankbare Thier zu den fernen Seinen zurück. — Aus Oberfranken. Eine schauderhafte That hat ein Bewohner des Dorfes Prebitz bet Creussen, ein schon älterer wohlhabender Oekonom, an sich selbst verübt. Derselbe hat sich buchstäblich selbst gekreuzigt. Auf seftgezimmertem Kreuze nagelte er sich zunächst beide Füße übereinander mit einem langen verrosteten Nagel fest an, dann noch mit einer besonders dazu hergerichteten Klammer die. linke Hand. So fanden ihn die Seinen. Religiöse Wahnideen waren es, die den schon früher einmal im Jrrenhause Gewesenen zu seinem Entschlüsse gebracht. Wie sehr er von demselben eingenommen war, geht daraus hervor, daß er so wenig wie vorher, auch bei der schmerzhaften Erweiterung und Reinigung seiner Wunden durch den behandelnden Arzt, den geringsten Schmerzlaut von sich gab. Die fast unausbleibliche Blutvergiftung trat denn auch ein und endete am 5. dss. Mts. das Leben des Unglücklichen. _ Interessant ist es, den Werth der einzelnen Gliedmaßen in Hinsicht auf die Erwerbsunfähigkeit kennen zu lernen. Eine Berufsgenossenschaft hat nämlich bei I (5rrocrb3unfabtgfeit in Folge Betriebsunfalles für die Rentenbemessung folgende Scala aufgestellt. Bei Verlust beider Augen, Arme oder Hände, Beine ober Füße 100 n(?t erroerb^un abi0feit, Verlust der rechten Hand 60 pCt., eines Fußes 50 pCt., ber linfen Hand 40 pEt., des rechten Daumens 33V3 pCt., eines Auges 22 pCt., des Unten Daumens oder rechten Zeigefingers 14 pCt., des linken Zeigefingers 8 pCt., eines anderen Fingers ber linken Hanb 4 pCt. ber Erwerbsunfähigkeit. 1, - 77 Melinit bringt die „Nordd. Allg. Ztg." folgende Mittheilung • Hebet die chemische Zusammensetzung des Melinits hatte der hiesige Professor der Cbemie, Dr. Scheibler, dem Kriegsministerium bereits zu einer Zeit Mitteilung gemacht wo diese Zusammensetzung noch nicht in weiteren Kreisen bekannt war, und gleichzeitia batte berfelbe eine Anzahl von Melinitproben wechselnder Mischung an die Königlich? ^"?erie-Prufungscommission abgeliefert. Bet diesen Proben hat sich nun die intS- essante Thatsache ergeben, daß sich dieser Sprengstoff mit der Zeit von selbst entmischt roobet Stickoxydgas ober salpetrige Säure frei wird. Das Melinit eignet sich hiernach nicht zu kriegerischen Zwecken, was man auch in Frankreich schon eingesehen zu haben tmemt, Da man von seiner weiteren Verwendung absieht und das bereits vorhandene ^Qtar;aL vernichtet. Das Experiment soll Frankreich über 50 Millionen Franken gekostet haben, wovon nur die deutschen Pikrinsäure- und Schwefelätherfabrikanten einen Nutzen gehabt haben würden. Vielleicht hat dasselbe noch ein wissenschaftlich interessantes Resultat, da nach der Meinung des Herrn Scheibler die in dem Melinit enthaltene Schießbaumwolle (Hexanitrocellulose) bei der Selbstentmischung in dürfet Hfrr Scheibler gedenkt den chemischen Proceß der Selbstentmischung wissenschaftlich weiter zu verfolgen. 8. Mai. In seinem Stammlocal bestellt sich ein Gast ein Brödchen mit Sardellen. Dieses erscheint ihm mit Rücksicht auf den Preis von 20 Pfa gar zu winzig und er fragt den Wirth kaltlachelnd: „Und was kostet der Quadrat-' meter davon i „Fünf Mark", lautete die prompte Antwort des Wirthes. „Gut ich bitte um einen Quadratmeter davon." Der Gast bestand auf seiner Forderung und wohl oder übel mußte sich der Wirth ans Werk machen. Wie ber aber den Schaden besah, brauchte er nicht weniger als 120 Brödchen für den Quadratmeter, was nach Adam Riese 24 JL und nicht 5 JC ergibt, das Brödchen zu 20 Pfg. gerechnet (Pin schlechtes Geschäft für den Wirth; aber die Brödchen schmeckten den zahlreich vorhandenen Gasten um so besser. . l S^urke.) Di- „Voss. Zig." berichtet: In einer Familie Der hohen Brüsseler Gesellschaft war eine deutsche Erzieherin angestellt. Der Herr des $a.uJe\ an den, jungen Mädchen Gefallen und verfolgte es mit Zudringlichkeiten welche die Erzieherin zuruckwies; nicht minder schroff lehnte sie glänzende Anträge des £>errn ab, aber sie erkannte, daß ihr Verbleiben in Ehren in diesem Hause unmöglich. Sre verließ dasselbe, fand in einem französischen Adelshause eine Stellung, verlor dieselbe aber, weil der Chef ber Brüsseler Familie, in der die Erzieherin thätig gewesen fie dem französischen Edelmanne als unsittlich benuncirte. Dieses niedrige Verfahren fam der jungen Dame zu Ohren und sie verklagte den Brüsseler Herrn wegen Ver- leumbung. Die Gerichtsverhandlung ergab die vollständige Sittenreinheit der Er- Seherin; das Gerichtstribunal verurtheilte denselben nicht nur zu einer Geldstrafe von Erjieh?rin"^' 'onbcrn aud) *ur Zahlung einer Entschädigung von 25,000 Frcs. an die , -r “ §"re recht unliebsame Überraschung ist dem Besitzer einer Privatklinik in Halle zu Theil geworden. Als derselbe von einer Reise nach seiner Wohnung zurück- rebrte, fand er dieselbe vollständig ausgeräumt. Die liebenswürdige Ehehälfte des hatte seine Abwesenheit benutzt, um zu fliehen und hatte nicht nur die sämmt- lr.chen Mobttien, sondern auch einen Geldbetrag von 800 mit sich genommen. Für Dte tn Der Wohnung untergebrachten Kranken mußten die nothwcndigen Betten schnell von anderer Seite beschafft werden, so daß der Betrieb vor der Hand keine Unter- drcchung erlitt. Von Dem Aufenthalte der Frau fehlt bis jetzt jede Spur Nebenbahn Stockheim-Gedern. Die zur Herstellung der Hochbauten in der Station Gedern und den Haltestellen Ortenberg, Lißberg, Hirzenhain und Merkenfritz nothwendig werdenden Arbeiten und Lieferungen sollen zusammen in öffentlicher Submission vergeben werden. Die einzelnen Arbeiten sind veranschlagt wie folgt: 1. Maurerarbeiten zu 19849 JL 2. Steinhauerarbeiten „ 680 „ 3. Zimmerarbeiten „ 13721 „ 4. Dachdeckerarbeiten „ 3696 „ 5. Spenglerarbeiten „ 503 „ 6. Schreinerarbeilen „ 5118 „ 7. Glaserarbeiten „ 1241 „ 8. Tüncherarbeiten „ 3712 „ 9. Schlosserarbeiten „ 1584 „ zusammen 50104 Offerten sind portofrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 23 L MtS., Vormittags 10 Uhr, auf unserem Bureau einzureichen, woselbst auch die Voranschläge, Zeichnungen und Bedingungen zur Einsicht der Interessenten offen liegen. Nidda, am 12. Mai 1887. Großherzogliche Baubehörde für Nebenbahnen. Stahl. 3785 Aeilgeöotenes. Den so beliebt gewordenen, garantirt reinen Tischwein ä Titer 60 Pfg. bringt in empfehlende Erinnerung Ferd» Drehes« 3634 Marktplatz 21. 3736 Eine A rr. C Elarinette billig Lu verkaufen. Kaplansgasse 21. Allgemeiner Anzeiger. Marmor-, Granit- und Syenit-Werke K. E. Oeussen Freiendiez bei Diez a. d. Lahn. Verkaufsstellen: Conditor H. Kinkel, Marktstr. 32. 1.30 1.40 1.50 1.50 2 — 2 — 2.— 2.50 2.50 2.50 71 Madeira u. Pajarete JL Sherry u. Montilla . „ Malaga u. Madeira, alten „ Moskatel u. 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