Nr. 12. Samstag den 15. Januar 1887 Gießener Anzeiger Amts- uub Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Amtlicher Hheil. Gießen, am 12. Januar 1887. Betreffend: Ausführung des Krankenversicherungsgesetzes, hier: die von den Gemeindekrankenversicherungen und den Krankenkassen zu liefernden I Uebersichten und Rechnungsabschlüsse. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen g ÄN die Vorstände der Gemeindekraukenkaffen und der BetriebSkaffen, den Vorstand der Ortskrankenkasse Gießen, sowie au die Vorstände der eingeschriebenen Hülfskassen des Kreises. I Jn Gemäßheit der $§ 9 und 41 des Krankenversicherungsgesetzes, sowie des § 27 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hülfskassen sind von Ihnen innerhalb bestimmter Fristen Uebersichten und Rechnungsabschlüsse an die Aufsichtsbehörde einzusenden. Der Bundesrath hat nunmehr beschlossen, daß diese Uebersichten und Rechnungsabschlüsse nach Maßgabe bestimmter Formulare I und II unter Beachtung der vorgedruckten Erläuterungen für jedes Kalenderjahr aufzustellen und nach Ablauf desselben in doppelter Ausfertigung an die Aufsichtsbehörde einzusenden sind. Die erwähnten Formulare, welchen die aufzustellenden Nachweisungen und Uebersichten nicht nur inhaltlich, sondern auch nach äußerem Format und Liniirung genau zu entsprechen haben, können Seitens der Kassenvorstände von der Buchdruckerei von Fr. Langnes zu Darmstadt zum Preise ron 2 für das Stück und bei Bestellung von 100 Stück eines dieser Formulare zum Preise von 1 Jl. 90 für jedes Hundert bezogen werden. Den Vorständen der Gemeindekrankenversicherungen sind die Formulare durch uns mit Ausschreiben vom 17. März 1886 (Anzeigeblatt Nr. 25) zugesandt worden. Indem wir Sie anweisen, Anfragen des Kaiserlichen statistischen Amtes, welche wegen der von uns dem genannten Reichsamte übermittelten Nachweisungen und Uebersichten an einzelne Vorstände gelangen sollten, bereitwilligst direct zu beantworten, machen wir es Ihnen zur Pflicht, die angeordneten Uebersichten und Rechnungsabschlüsse längstens bis zum 1. April l. I. in doppelter Ausfertigung an uns einzusenden. 1 vr. Boekmann. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. bekannt machen zu lassen. Gießen, am 3. Januar 1887. Betreffend: Das Ersatz-Geschäft für 1887. Bekanntmachung. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung fordern wir alle im Jahr 1867 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und- entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermtt auf, sich behufs Eintragung chrer Namen in die Stammrolle in der Zett Dont 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schem Vorzulegen. Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Hast bis zu drei Tagen belegt, von der Thellnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. Verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in chren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermtt Nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat December 1886 veröffentlicht: Hafer Jt. 12.37, Heu Jt 6.00, Stroh v4L 5.50 pro 100 Kilogramm. Gießen, am 6. Januar 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Schaftäude in Grünberg erloschen ist. Gießen, den 11. Januar 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________Dr. Boekmann._________________________________ Betreffend: Sterblichkeits-Statistik. Gießen, am 13. Januar 1887. Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Garhenteich, Lumda und Odenhausen. Wir erwarten die alsbaldige Einsendung der Sterblichkeitsnachweise für die Monate November und December 1886. Dr. Köhler. Politische Ueberstcht. Gießen, 14. Januar. Die zweite Lesung der Militär-Vorlage im Reichstags- tci Plenum hat gleich zu ihrem Beginne eine hochwichtige Rede des leitenden if Staatsmannes über diese unsere Nation so tief bewegende Frage gezeitigt. Sie $ ist wie alle Kundgebungen des Fürsten Bismarck im Parlamente, packend und ü kernig, klar und kräftig und wird dabei von einem ebenso patriotischen, wie echt staatsmännischen Geiste getragen, der den unbefangenen Beurtheiler wahr- K hast erquickend anweht. Der Telegraph hat die Worte des Kanzlers zur $ Stunde bereits nach allen Himmels-Richtungen hin bekannt gegeben, dennoch glauben wir bei der Bedeutung der Rede deren hervorragendste Stellen aus- t zugsweise nochmals wiedergeben zu sollen. Der Kanzler ging von einer ironischen Parallele zwischen den militärischen Autoritäten einer- und Richter, Windthorst und Grillenberger anderseits aus und wandte sich dann ziemlich unvermittelt zu einer kurzen Charakteristik unserer auswärtigen Beziehungen. Höchst erfreulich ist es, aus dem Munde des leitenden Staatsmannes zu hören, daß unser Verhältniß zu Oesterreich ein so vertrauensvolles und inniges ist, wie zu den Zeiten des deutschen Bundes und ebenso vernimmt man nur mit Befriedigung, daß unsere Beziehungen zu Rußland über jeden Zweifel erhaben find. Fürst Bismarck versichert, daß wir keinen Krieg mit Rußland beginnen werden, was man ebenso glauben darf, ols die weitere Versicherung, daß Deutschland von keiner Rauflust beseelt fei und daß sich eine solche auch nicht von Rußland behaupten lasse. Der Kanzler betonte, daß die Regierung bei Einbringung der Vorlage an /eine Coalitwn ■ zwischen Rußland und Frankreich gedacht habe und kam dann auf die Bemuyun- -,.3" §^"?reich hat die Eröffnung der neuen Parlaments-Session am Dienstag in beiden Häusern bemerkenswerthe Kundgebungen gebracht. Im Senate bezeichnete Präsident Carnot den Wohlstand Frankreichs als von zwei Bedingungen abhängig, von der Festigkeit im Innern und dem Frieden nach Außen. Ein Krieg würde nur den allgemeinen Mißstand vergrößern, Frankreich wifle und wünsche den Frieden, zumal c» ein verständiges Land sei und sich nicht dmrch die Furcht vor dem Auslände beeinflussen lasse. (?) Etwas prahlerW 2 ft"8“' 5cQn,rel1! *m andern Falle beweisen würde daß es die letzten 15 Jahre nicht unbenutzt habe vorüberstreichen lassen und würde im vergangenen Jahrhundert Legionen zu seiner Vertheidigung zu schaffen S der Kammer betonte der Alterspräsident Blanc mehr die Nothwen- “ taSmE "W™ b-I.,»,,- „ WM een der opposi wnellen Presse zu sprechen, Deutschland Bulgarien wegen in einen Krieg mit Rußland zu verwickeln. Fast wörtlich äußerte der Fürst: „Ich Bütte Landerverrath vorwerfen n.üssen, hätte ich mich auch nur auf einen Augen- blick auf solche Dummheiten eingelassen." " _ .rZ^gl'L der bulgarischen Frage meinte Fürst Bismarck hierbei, daß es .ulichland völlig gleichgültig sei, wer in Bulgarien regiere, die Freundschaft mit Rußland sei un« wichtiger, als mit Bulgarien. Nach einer kurzen, aber scharfen Kritik der gegen die Olientpolitik der deutschen Regierung gerichteten lournalistüchen und parlamentarischen Angriffe ging der Redner zu einer Be- sprechung der deutsch-,ranzös. Beziehungen über und ließ er hierbei durchblicken, daß d-e Revanchepolitiker die Erhaltung eines erträglichen Verhältnisses immer schwieriger gestalteten. Fürst Bismarck sprach sein Vertrauen zu den friedlichen Gesinnungen der französischen Regierung und eines Theiles der französischen Nation aus, hob aber die Unbeständigkeit in den inneren Verhältnissen Frankreich« hervor, die für Deutschland eine stete Kriegsgefahr bilde und deshalb müßten wir immer gerüstet fein. Der Kanzler erinnerte daran, daß jenseits der Vogesen Niemand auf Elsaß-Lothringen verzichte und dem gegenüber könne die Reg'erung auf das Septennat nicht verzichten. Zum Schluffe erklärte Bis- marck, daß der Kaiser das Werk seines Lebens nicht aufgeben könne; von der Annahme der Vorlage fei die Wehrkraft Deutschlands abhängig und stellte der ^sichere Aussicht" 3Ib[^nun9 ber Vorlage die Auflösung des Reichstages Aus diesen Darlegungen Bismarck'- erhellt vor Allem die Thatsache, vaß Regierung unter allen Umständen entschlossen ist, am Septennat sestzuhalten und im Falle der Nichlbewilligung desselben den Reichstag aufzulösen. Hiermit vereinfacht sich die Sachlage ungemein, denn die Dauer der Friedens-Präsenz- stärke bildet den Kernpunkt der ganzen Frage, nachdem über die Geneigtheit der Oppositionsparteien, die volle Friedensstärke zu bewilligen, kaum mehr ein Zweyel obwalten kann. Die Reden der Parteiführer des Centrums und der Freisinnigen im Laufe der zweiten Lesung werden, als Antwort auf die Erklä- rungen de» Kanzlers, wohl erkennen haben lassen, ob der Regierung die Roth- wend gkelt einer Reichstags-Auflösung in der That nicht erspart bleiben kann Im Uebrigen vermied es der Kanzler, auf die militärisch iechnifchen Einzelheiten der Vorlage einzugehen und will er deren Vertretung in dieser Beziehung offen- bar auch ferner oem KriegSminister überlassen. Dafür hielt sich Fürst Bismarck umsomehr an den politischen Thetl der Vorlage und lassen seine Darlegungen I ttar erkennen, daß trotz unserer jetzt wieder hergestellten guten Beziehungen zu Rußland und unseres nach wie vor ungetrübten innigen Verhältnisses zu Oesterreich ein starkes, für jebe Eventualität gerüstetes Deutschland die beste I Friedensgewähr sei. Im weiteren Verlaufe der Sitzung griff Fürst Bismarck I nochmals wiederholt in die Debatte ein, theils um die Regierung zu rechtferti- I °gß sie das Septennat von 1880 nicht vollständig abgewartet habe theils um feiner unverhohlenen Entrüstung über die Nörgeleien der Opposition selbst hochwichtigen Frage Ausdruck zu verleihen. Mit letzteren Erklärungen I be» Kanzlers wurde die Dienstagrsitzung de« Reichstages beschlossen I wichtigen Berathungen des Reichstages muß tU?flfAÜÄe» bie cbri0en Vorgänge auf innerpolitischem Ge- mete auf s Aeußerste beschränken und ist da nur das in Berlin am Dienstao I Vormittag erfolgte vlötzliche Ableben des ReichrtagS-Abgeordneten für Landshut- I 0““«* Dirrchlet, zu verzeichnen. Dirichlet war ein eifriges Mitglied der I Fortschritts-, resp. der freisinnigen Partei und gehörte dem preußischen Abge- ordnetenhause seit 1877, dem Reichstage seit 1881 an. ' 9 I Auf dem Felde der auswärtigen Politik ist zur allgemeinen Lage die erfreuliche Meldung zu verzeichnen, daß der von Petersburg nach Berlin abgereisie Graf Peter schuwaloff als der Ueberbrinaer von I mnn B9/b"r? welche die feit einiger Zeit hervortretende friedliche Strö- I X”KCrbeiL bf?rfte' b“ der genannte Diplomat unmittelbar n Sr ^d^ise noch eine Audienz beim Czaren hatte. Diese Auffassung von I deckt sich demnach Mit dem L der Beziehungen^^ 33180101:5 8 ent6aItenen Passus über die deutsch - russischen ^-Avedition nach dem Sudan gelte lediglich der Befreiung Emir Bey'« und er hoffe, diese Aufgabe binnen 3 Monaten zu lösen. Rußland. . . Petersburg, 13. Januar. Das „Journal de St. Pöterrbourg" siebt be® Sofien Bismarck und Carnot'« friedliche Tendenzen, welche t rf rnL.h\ en Me0ler“n0e" bestätigt und bekräftigt werden. Dar Blatt c rl lobend bie correcten Aeußerungen Goblet's und Flourens' gegenüber der ifnnOb ^e5 ^bvulation, und ist glücklich, alle diese Frievenr-Sympkome bei Beginn be« Jahre« verzeichnen zu können. g3n?il)ii:bnek9rabm. ^Ulbe ,um Verweser beä Finanznünisteriums, Bunge zum Präsidenten des Mmister'ComiLös ernannt. B Seröien. .... I?’ Januar. Anläßlich des Neujahrsfestes nahm bas Königs- «mL»6 ^^^wün>che beä diplomatischen Corps der Minister und Generale emgegen. Arankreich. m t3. Januar. Deputirtenkammer. Floquet sprach in seiner Rede bei Uebernahme de« Präsidiums den Wunsch aus, daß die Kammer RA ber Nothwendigkeit der Eintracht durchdringen lasse und daß stch die Parteien verständigen möchten; er wünschte ferner, daß der patriotische Wetteifer für den Fortschrrtt und die großen nationalen Einrichtungen zu arbeiten unter b°n-n die Armee obenan zu stellen fei, nicht erlahmen möge. Wenn die Kamme! °b ber ^artei?n wlt dem gleichen eifrigen Bemühen der tapferen Jugend folge, wenn sie mit einstimmiger Begeisterung alle zur Vergrößeruna „Kraft erforderlichen Opfer bringe, so werde sie sich nicht durch Umübe oder Ungeduld erregen lassen. „Wir wollen uns durch ruhige», stetige« Stre- ben lediglich in die Lage versetzen, alle unsere Pflichten erfüllen in .1Mu E---E di- Mlun,», ,°u fünS £ Äl ilSw rnt«"« to Ä-“ 'b"'° I-h- -i- 4» SB h g,06 SD,putol0” d-I 16« »b«is- «ach s.m «uf »,«„<« England. SottboH, 13. Januar. Heute wurde Stanley ber Brief mit ber 6t« ®Örenbßt0er■Metre^t; darauf wurde ein Dejeuner im Manflon- House abgehalten, wobei Stanley auf den Toast bei Lord-Mayor« erwiderte, Der Präsident ruft den Redner zur Ordnung. die Debattt ^«'umirenden Bemerkungen des Abg. Dr. Bamberger (bfr.) wird Die Abstimmung findet morgen statt. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz - Bureau, »wr™”"'««».»”“"' 5”'“ mI'"" »»«'"«« «. ust h. Sä ÄSM LL stutzung Napoleons bezüglichen diplomatischen Aktenstücke nochmals zum Abdruck. & i ® (uatlib.) bittet die Vorlage unverändert anzunehmen Der Könne^hpsspr Cr m ausgeführt, daß uns ein Revanchekrieg mit Frankreich drohe, begründet werden? Schon die Worte des Grafen Moltke mußten^bestimmend sein, das septennat anzunehmen. JBiämard kam auf die Aeußerungen des Abg. Richter bezüglich Bulaariens zuruck, dce ihn zwangen, die kostbare und bemessene Zeit (Heiterkeit) des Reichstages §bhmen. Der Kanzler verlas den Depeschenwechsel mit den deutschen hfl e cr an®ieä; bie Sache möglichst in friedlichstem Sinne zu regeln 9h,af»U -tt C d^butung von Hinrichtungen hinzuwirken. Er verlas danach eine Menge fretftnntgen Zeitungen, damit seine Behauptung zu erweisen suchend daß diese Presse zum Kriege mit Rußland wegen Bulgarien gehetzt habe Auch aeaen °-rtheidigen, denn besser mit Ehren untergeben als mit mitWunderbar ist es, daß^ieselben Parteien die uns in -wen Kampf mit Rußland treiben wollen, uns die Mittel dazu gar nicht oder doch nur auf in mntudln Reichskanzler erörterte schließlich nochmals d^ie npfinht hx»» b k Niederlage im französischen Kriege für Deutschland zur ä5S1£ roale ln dem Bündniß des Kaisers Napoleon mit den Welfen aushruckllch die Abtretung deutschen Landes, des ganzen linken Rbeinufers an Sünbni66n?^8beT^ILen’C m' MebnIi*c8 *°ar itl bem preußisch-italienischen Abg. vr. Windthorst betont wiederholt, daß Deutschland in Bulgarien dock 9nt,cre^c” daben müsse, da es dteserhalb mit Oesterreich einen Vertrag abat- 'S« & ÄÄ'äÄa ÄllX “S S“ ™ ^^Echskanzler Fürst Bism arck bemerkt in Erwiderung auf entsprechende Ausführungen deo Vorredners, daß die Regierung am Sevtennate feftßalfp unh Kats-r, wenn ber Reichstag bie Mittel ne«, WS'neuf L IX hrthpbt(^LmC!^ getauscht zu sehen hoffe. Die Regierung will lediglich behalten was sie PtnpCr "^0^.Zobern und Ihre Macht erweitern. Für das Septennat habe einen persönlichen Grund. Nach 3 Jahren hoffe ich noch »u Leben nnA 7 Jahren nicht mehr. Dem Abg. Winbth°rst^ünscheb°ch, wenn e? auch mi mir in d-ws^-n Alter, noch 10 Jahre zu leben. Vielleicht aber wird es b sser werden wenn wir Beide nicht mehr da sind. (Große Bewegung) ' k4nHd)erSnKen®bie0S^füörun®^^ ” X"; ‘L“r bi Erweiterung^ Wusses streitet et^elne^Üsfüh^n^n T gr^t'°^°!u?allgEL°'L d/s Treffen am b°" eIfaffiWcn Abgeordneten Antoine als Vertreter sranzösffcher9 Jn- Keichstag. .. n r E' R- Berlin, 13. Januar 1887. ®ie zweite Lesung der Militärvorlage wird fortgesetzt. « ^ra ^,0tk e (conf.): Allerdings rechne er, wie ihm mehrfach in der Debatte entgegengehalten sei, auf den Patriotismus aller Parteien im Hause • er habe fönneaU^6rft^1m1>£aufe 'her ®E™iai8u"9 “uf ein °der drei Jahre gar nichts nützen Swbllität und k?-/ 2"s>re könne der Vorthell neuer Kadres wirksam werden. Abg. Richter (dfr.): Die freisinnige Presse-ist bezüglich Bulgariens nur deü- ässs auf M ntfa b n SiÄ • t “nh(I1’ weü ber Reichskanzler bie Verantwortung (Ln r V letzt wegen der Frage, ob 3 oder 7 Jahre aufzulösen Auslaube ^berabae^it" ^'£ 5ürkft B-smarck das eigene Parlament vor dem n r5era«?Sf gegenüber den anderen Parlamenten, dagegen müsse protestirt wsrd-n. Deut chland ist nicht wehrlos, bie Volksvertreter haben alle AuSgaden be- ^"^sbkuch bes Grasen Moltke vom Vertrauen zu unserem Patriotismus r» *tCr,ÄU",äUb ^"kr offenen militärischen Seele, klügelnde Parteitaktik hätte ibn viel- eiebt anders reden lassen. Der Reichskanzler hätte hier gar nicht anders vrechen heer^'betreffe" so feTbo*6e®iU,9‘ betommen rooüen. Was das „Parlaments-- hnhntrnnn™ c doch einjährige Bewilligung vorhanden bei den Pionieren, Eisenbahntruppen, ja sogar berm Generalstab. Also, mit dem Kanzler ru reden e n §bueralstab der Herren Windthorst, Richter und Grillenberger. (Stürmische ^Jeiterkeit ) nf 8CÄa^e $Iätt£ ”ar,eu ßenBU der Ansicht und der Taktik^^"er Freffinnigen- ols die Parole vom Reichskamler kam, enirüsteten sie sich. Der Reichskanzler bat gesagt, wenn die Neuwahlen für die Regierung ungünstig ausfallen so werde diese )«n,f)roaa-he gut finde. Das sei die einfache Tb oriei Gewal geht vor Recht ®r„°6ke.r Lärm rechts.) Dieses System bedeute ein Mißtrauen gegen das Volk das ftaniler“ dncS absolutistischen Geistes. Ter Reichstag ist nicht, wie der k6, mcinte' DOn ihm aus Gutmüthigkeit inftituirt, er war vielmehr eine Wendigkeit, er war eine Klammer der deutschen Einheit kein Ornament dos ?^lleicht etwas K.othisch oder byzantinisch sei. (Große Heiterkeit.) Das Hineinziehen der Krone Dieb^^Ar?°wie°de."^h b-n Parteikampf dient nicht zur Erhöhung des Ansehens fte ^7 der Kanzler vorgehe und die Auflösung suche, sei ein Reichen rtnl^rrpnbinbhn e ne§ bereits unterwühlt sehe. Wir werden aber kommen werd? Überzeugung, daß auch für unsere Sache einst der Tag des Sieges — Der Bundesrath ertheilte heute dem Entwürfe einer Verordnung über die Milttärtransportordnung für Eisenbahnen im Kriege nebst einem Entwurf des Militärtarifs für Eisenbahnen seine Zustimmung. Aachen, 13. Januar. Bet der Landtagsersatzwahl in Düren wurde Gutsbesitzer Grand-Ny (klerikal) in Eupen mit 346 von 349 Stimmen gewählt. Wien, 13. Januar. Das „Fremdenblatt" schreibt: Die Erklärungen Bis- marck's über das Verhältniß Deutschlands zu Oesterreich, sowie betreffs der Gleichgiltigkeit Deutschlands gegenüber der bulgarischen Frage bestätigen die von Kalnoky seinerzeit in den Delegationen abgegebenen Aufklärungen. Deutschland wird als ein Friedenswall in Wien und Petersburg vollste Geneigtheit finden, alle noch bestehenden gegensätzlichen Anschauungen auf dem Boden der gerechten, friedlichen Verständigung zu lösen. Die entschiedenen Erklärungen Bismarck's betreffs Bulgariens werden überall ernüchternd wirken und auch nicht in Sofia ohne Eindruck bleiben, wo man nicht vergessen darf, daß die Sympathien Europas zu erlöschen beginnen wurden sobald man dort den friedlichen Interessen Europas nicht Rechnung trage. — Nach einer der „Polit. Corr." aus Paris von heute zugehenden Meldung wird auch tn dortigen informirten Kreisen die in der politischen Lage eingetretene Besserung allseitig bestätigt. Man will bestimmt wissen, daß das russische Cabinet aus seiner tn den letzten Wochen beobachteten Passivität durch Kundgebungen herausgetreten sei, welche nicht blos die friedlichen Absichten des Kaisers von Rußland von Neuem bekrästiglen, sondern auch geeignet seien, der Wiederaufnahme der stockenden Pourparlers zur Herbeiführung einer Verständigung der Mächte in der bulgarischen Frage die Wege zu ebnen. Ein bezüglicher Meinungsaustausch zwischen einzelnen Cabineten habe entweder schon begonnen oder stehe unmittelbar bevor und biete diesmal bessere Chancen als in früheren Stadien dieser Frage. London, 13. Januar. Die von den Führern der Liberalen zur Besprechung der Home-Rule-Frage verabredete Conferenz ist auf morgen vertagt. Heute Nachmittag waren Chamberlain, Morley, Trevelyan, Harcourt und Herschell nur zu einer vorläufigen Besprechung zusammengetreten. Nom, 13. Januar. Nach einer Meldung der „Agenzia Stefani" verlautet, Graf Rovilant werde beim Empfange der bulgarischen Deputation auf seine Erklärungen in der Kammer, sowie auf das Grünbuch Hinweisen und bemerken, daß Bulgarien dem russischen Befreier Ergebenheit schulde; es sei nicht anzunehmen, daß Rußland den Boden des Berliner Vertrags verlassen werde; die Bulgaren möchten in ihrer bisherigen Mäßigung verharren, die Ordnung im Innern aufrechterhalten und keine äußeren Verwickelungen provociren, da ein großer Krieg für die Schwachen stets gefährlich sei. Dies sei der einzige Rath, welchen ihnen Graf Robilant und die Bulgarenfreunde ertheilen könnten. 8 p f a i c 6, Meßen, 14. Januar. (Sitzung Großh. Handelskammer vom 22. Decbr. 1886.1 Gegenwärtig waren der Präsident, Herr Commerzienrath Silbereisen, und die Herren Koch, Heichelheim, Katz, Klingspor, Kraatz und Schirmer. Auß Anlaß der Eingabe der Handelskammer an Königliche Eisenbahndirection Köln (rechtsrheinisch) betreffend die mangelhafte Personenzugverbindung auf der Strecke Deutz—Gießen richtete die Königliche Eisenbahndirection die Anfrage an die Kammer, auf welche Anschlüsse bet einer Einlegung eines Schnellzugs Deutz—Gießen und zurück von der Kammer besonders Werth gelegt werde. Hinsichtlich dieser Frage gelangte ein schrfftllcher Antrag zur Discussion, welcher den näher motivirten Vorschlag enthielt, als Abfahrtszelt für den gewünschten Zug 8 Uhr 30 Minuten Morgens und als Zeitpunkt des Wiedereintreffens 7 Uhr Abends ansetzen zu wollen. Rach eingehender Be- ^amng der Sache wurden die für die verschiedenen Bahnlinien zu berücksichtigenden Anschluß festgestellt, wobei im Wesentlichen den gestellten Anträgen entsprochen wurde. Der Zusammenstellung der beachtenswerthen Anschlüsse fügte die Kammer im Berichte an Königliche Eisenbahndirection noch den Wunsch an, daß der einzulegende Zug wenn möglich in Köln (Centralbahnhof) an- und abfahren möge. Die Berücksichtigung der Zwischenstationen zwischen Deutz und Gießen wurde dem sachverständigeren Ermessen der Eisenbahndirection anheimgestellt, da hierbei auch die einzuhaltende Fahrzeit, Fahrgeschwindigkeit und die Steigungsverhältnisse in Betracht zu ziehen wären Verhältnisse, welche sich der Beurteilung der Kammer entziehen. Der an Königliche Eisenbahndirection abgegangene Bericht wurde der Handelskammer Dillenburg mitgethellt, von welcher die Kammer ebenfalls ersucht worden war wegen der mangelhaften Personenzugverbindung auf der Strecke Deutz—Gießen vorstellig zu werden. D Die Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg bringt eine von ihr ausgehende Petition an den Reichskanzler zur Kenntniß der Kammer, worin sie unter näherer Motivirung für die Wiederaufhebung des Petroleum-Faßzolles eintritt Die Petition soll den Interessenten an hiesigem Platze mit der Bitte um geneigte Aeußeruna tn Form eines Circulars mitgetheilt werden. 0 B . ..Für den in diesem Jahre abzufassenden Jahresbericht der Handelskammer sollen werden ^^ebogen an die Geschäftstreibenden des Handelskammerbezirks ausgegeben Friedberg, 11. Januar. Als Beweis dafür, wie sehr der Wildstand auch aus einzelnen Jagdgebieten in unserer Gegend in den letzten Jahren abgenommen hat, mag die heutige Treibjagd in der Gemarkung Schwalheim dienen. Früher eine der besten Jagden in der Umgegend, lieferte dieselbe bei dem heutigen Treiben das enorme Guttat von -einem Hasen. Ob aus Zorn oder langer Weile lassen wir dahingestellt sein, schoß einer der Jäger, um wenigstens etwas zu schießen, nach einer Maus, schoß ihr jedoch nur das Schwänzlein ab, welche Jagdtrophäe Abends bei dem „beliebten Dunkeln" herumgezeigt worden sein soll. Mainz, 13. Jan. Auf Einladung der Bürgermeisterei waren heute Mittag auf bem Stadthaus hier eine Anzahl hiesiger Wirthe versammelt, um ihre Ansicht darüber zu äußern, ob es angezeigt für Mainz gemäß dem § 42 der Gewerbeordnung dn tocalflatut zu erlassen, durch welches die Concession zum Betrieb von Schank- und Gastwlrthschaften von dem Bedürfniß abhängig gemacht wird. Von der Ansicht ausgehend, daß durch ein solches Statut das Wirthsgewerbe für die Folge vor heruntergekommenen Elementen geschützt und dadurch der Stand wieder mehr Ansehen gewinne, war man emstunmig für den Erlaß des Localstatuts. Andererseits verhehlte man sich ober nicht die Bedenken, die eine solche Verordnung mit sich bringt und wurde insbesondere die Frage aufgeworfen, ob für einen Wirth, der sein Wirthslokal aus einem m ein anderes Haus verlege, nach dem Statut eine neue Concession erforderlich sei. Der -Vertreter der Bürgermeisterei, Beigeordneter Dr. Gaßner vertrat die Ansicht, daß in ?a« t ®tatut ia nur über die Bedürfnißfrage zu handeln habe, aller- omgs der Betreffende eine neue Concession zu erwerben habe. Ferner war man sich Versammlung darüber klar, daß ein solches Statut in der Hand einer par- tenschen Verwaltung die Gefahr zu allen möglichen Chtcanen in sich berge. Der von vorgelegte Entwurf geht jetzt zunächst an die juristische Commission And dann an dle Stadtverordnetenversammlung. Hr. »CX? iÄ'ÄÄSC einer Maschine erfaßt und lebensgefährlich verletzt. b 6 6 ,e 5,0cben $a,te- Don und Th^rnb^b^W^mich haben tiinafter Kut-nf-ls bei Caub w-rden m Fol'ge dessen fürd^rhikdE'PuÄikum L^^le“ utlb b™ »>■«» »" hÄÄ'Ä h°uvtung eines lebenden Menschen" ausgesührlwerdenfoHtem..stalten und deren Briefträger entgegen. Berlag von p. I. Tong-r,Söln. , ,, .... ---------.—Mav.l-Bonbons zu 20 und 40 Pfff nr Packpf In allen Apotheken und Drogenhandlungen in Originalpackua. zu haben io mit Kalk, mit Pepsin, mit Leberthran. Loeflund's Mal) - Extrart Bonbons 'eö Katholische Gemeinde. 2. Sonntag nach Epiphania. Von 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austhetlung der hl- Communion. „ ValO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Sakramentalische Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 415 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 5«r Uhr. Gottesdienst für die israelitische Religionsgesellschaft. „ Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Bormittag 8M Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr, Samstag Abend 5** Uhr. Der Dorstand. Akkgemeiner Anzeiger Russlsehe U W/ W Kj| Englische W Xhee misehung per Pfd. 3.50. 376 Preiscourante und Proben stehen zu Diensten. 289 E. ßtud. theol. ert. Unterr. cd. überw. I 174 Eine Parthie woll. Teppiche Derer d. Schülerarbeiten. Näh. in d. Exp. ■ kauft Jrrngdlrrt, Promenadehaus. Mischung „ „ 2.80, bei S Pfd. franco Ed- Messmer, Baden-Baden u. Frankfurt a. M. Hoflieferant 8. M. des deutschen Kaisers- Kaufmännischer Verein Gießen. Samstag den 22. e., Abends S