Sureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. 065 und Fl tt<* ass iter 'Mh ia ieit W1 nbyfftl! tigmb unftd i aniewi' inbtn- ! be dki ir! cd. Ui flefctai sch'!! üi-k! •***»i*i» UK* iui»umiii,mcyajmGQen ^jnierqjenien jßien veretls öoq)Dei> 1IM1 Je WM Die Aursührungs-Bcstimmungen dürften, nach osficiösen Mit- ne.. ”9™' i)en Wünschen dieser Kreise entsprechend verschiedene, wenn auch nur ! Wanh t^°Urxn’ be St. Petersb." bemerkt zur Reise de» Coburger», Ütettt „;“tlne seme Anschauungen über die Ungesetzlichkeit der Wahl nicht Ungesetzlichkeit würden auch die übrigen Mächte und e °’e Entschließung de» Prinzen nicht billigen können. Da» „Journal" Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlobir Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 5ßf’ Wochen«Ueberficht. , , , Gießen, 13. August. Nach vierwöchentlicher Abwesenheit ist Kaiser Wilhelm von seinen kni*" Sommer« und Badereisen am Freitag Vormittag im vortreiflichsten Kohisein wieder heimgekehrt, um zunächst auf Schloß Babelrberg zu nßdiren. Wie verlautet, würde er hier nur einige Tage weilen und dann nach taSetlmet Restdenzschlvsse übersiedeln, da die Leibärzte dar Bewohnen be» Schlosser Babelrberg, weil letztere» vor den Nordostwinden nur wenig geschützt iß, der Gesundheit ihre» kaiserlichen Herrn nicht für zuträglich halten. — Wie schm seit Jahren, so bildete auch Heuer Bad Em« da« nächste Ziel der Reisen b« Met«; doch kürzte der Monarch dietmal seinen Aufenthalt in dem lieb« M Lahnthal-Bade ab, um dafür an der üblichen Dauer der gewohnten Mchlm in Gastein festhalten zu können, war sonst bei dem etwa« späten Be« N d" Reise nicht gut möglich gewesen wäre. Von Em» au« stattete dann der Alfer seiner erlauchten Gemahlin in deren Sommer-Restdenz Koblenz einen »Wedrbesuch ab und begab sich dann direct nach der Insel Mainau, wo der l-iferliche Herr im Kreise der Grobherzoglich Badischen Herrschaften einige Tage Aweilte. Hieran schloß sich die Weitersahrt nach Gastein, zu deren Beginn Aiser Wilhelm die Freude hatte, den Prinz«Regenten Luitpold in Bregen, be« Bim zu können, bi« dann die Nachkur in Gastein den Beschluß be« heurigen lereise-Programm« be« erlauchten Monarchen bildete. In die letzten Tage mßlben fiel bie trabittonelle Zusammenkunft mit Kaiser Franz Josef, welche sjei-r einen ganz ungewöhnlich herzlichen Charakter trug unb noch unter bem «»drucke tiefer Begegnung bürste Kaiser Wilhelm heimgekehrt fein. Erfreu« !Hr Weise ist auch in tiefem Jahre ber Kur-Aufenthalt in Em» unb nament« 4 in Wildbad Gastein von bester Wirkung auf da» Gesammtbefinden be« Sitlet« gewesen unb neu gestärkt und gekräftigt kann stch nunmehr der greise »mich wiederum in gewohnter Weise der Erledigung der Regierung»geschäste Em Vergleich der beiden Jahrfünfte ergibt, daß 1877—81 zusammen 87 Explosionen mi^ 244 Verunglücken und 1882-86 nur 68 Explosionen mit 193 Verunglückten gezählt wurden. Es zeigt sich also eine wesentliche Verminderung der Ex- plosionen trotz der großen Zunahme der Dampfkessel im letzten Jahrfünft. Die verschärfte Eontrole, die verbesserte Technik und die größere Hebung in der Wartung der Dampfkessel scheinen die Gefahren des Dampfes zu vermindern. Von großem Interesse ist es, die muthmaßlichen Ursachen der Explosionen mit einander zu vergleichen. Als Ursachen der in den letzten 10 Jahren erfolgten 155 Explosionen werden angegeben: 1. Wassermangel (zumeist auch schlechte Wartung) bei 44 Erplosionen. 2. Oertliche Blechschwächung bei 45 Explosionen. 3. Schlechtes oder abgenutztes Material und Alter bei 8 Explosionen. 4. Mangelhafte Construction bei 28 Erplosionen. 5. Zu hohe Dampfspannung bei 16 Explosionen. 6. Mangelhafte Wartung bei 7 Explosionen. 7. Kesselstein bet 6 Explosionen. 8. Gaserplosion bei 1 Explosion. 9. Secundäre Explosionen bei 2 Explosionen und 10. Nicht ermittelte Ursache bei 1 Explosion. ■ ■ 3 i i Der, 11L w Pt M ckenÄ . . Zur Orientirung über die Statistik ber Dampfkessel ist zunächst zu bemerken, daß nach den Ermittelungen des Kaiserlich statistischen Amts die Gesammtheit der feststehenden Damp kessel im Deutschen Reiche im Jahre 1879: 49 511, die der Loco- Mobilen 908c», die der Dampfschiffe 1462 betrug. In dem ganzen Zeitraum von ereigneten sich nur 155 Dampfkessel-Explosionen, bet denen insgesammt 437 Menschen^ verunglückten. , zählte 1877: 20 Explosionen und 58 Verunglückte, 1878: 18 Explosionen und 32 Verunglückte, 1879: 18 Explosionen und 78 Verunglückte, 1880 : 20Explosionen und 29 Verunglückte, 1881: 11 Explosionen und 47 Verunglückte, 1882: 11 Explosionen und 48 Verunglückte, 1883: 14 Explosionen und 55 Verunglückte, 1884: 14 Explosionen und 45 Verunglückte, 1885: 13 Explosionen und 22 Verunglückte, 1886: 16 Explosionen und 23 Verunglückte. fanha'm 7ltD6,,vtul 'Ulu vcyui® lcht ungern sehen, wenn Luxemburg beim Ableben des Königs Wil» I ? ü0" Holland mit Belgien vereinigt würde und das „Journ. de Bruxelles" I L.rl “V eine Üille Opposition ber Luxemburger gegen die künftige I Herrschaft des Herzogs Adolf von Nassau an; ein anderes belgisches Blatt wußte von dem Verlangen vieler Luxemburger zu berichten, zu Belgien gehören I dürfen. Dem gegenüber erklärt nun die amtliche „Luxemburger Zeitung" I daß bte Rechte des Herzogs Adolf auf den luxemburgischen Thron I “nbeflrettbttr feten und sich die Luxemburger wegen ihrer Zukunst durchaus nicht beunruhigten. Schließlich meint die „L. Z." etwas derb, die Luxemburger * ** «•< 3n England bildet die Banketrede, welche der Premier Salisbun» I Qm. AWwoch im Londoner Stadthaus gehalten hat, das politische Wochen- I brergmß In derselben berührt Salisbury hauptsächlich die afghanische und I egyptische Frage, sowie die allgemeine Lage. Das afghanische Ueberein- I Quinten — führte Salisbury aus — bei welchem von keiner Seite Opfer gebracht worden seien, beweise, daß England und Rußland den Frieden I ®ar«Alc ^rfei bic egyptische Convention nicht ratificirt habe, müßten Die englischen Truppen noch „einige Zeit" in Egypten bleiben. Am I vemerkenswerthesten erscheinen die der allgemeinen Lage gewidmeten AuS- führungen. Salisbury hält die Gefahren für den Frieden Europas jetzt für I vEg geschwunden und erwartet er die Aufrechterhaltung eines tiefen Friedens. I 77 kann gewiß nur wünschen, daß dem Optimismus, mit welchem der I leitende Staatsmann Englands die internationale Lage betrachtet, die wettere I Mttwlckelung der politischen Constellation entsprechen möge; bis jetzt scheint es I ober leider nicht so, als ob die den europäischen Frieden bedrohenden Gefahren I nunmehr so vollständig geschwunden seien. Auch Spanien betreibt energisch die Verstärkung seiner Wehrkraft, obwohl es doch — schon in Folge seiner Lage — von keiner Seite einen •Q ^lffm^v9eroärti9en $at- Durch ein Dekret der Königin-Regentin Christine I l', ore Budung von vier neuen Cavallerie-Regimentern angeordnet worden während die Vermehrung der Infanterie und Artillerie in Folge des Armeeorganisationsentwurfs des Kriegsministers noch bevorsteht. — Der spanische Marineminister hat wegen der Angriffe von oppositioneller Sette auf die Verwaltung Cubas seine Entlassung eingereicht. Die Dampfkessel-Erplosionen im Deutschen Reiche von 1877-1886. Der Dampf ist einer der größten Wohlthätcr.und Segenspender fürdieMensch- hett geworden, aber er pflegt alljährlich an vielen Orten auch vernichtend auf Menschen und Guter emzuwirken. Wehe denen, die diese Kraft wohl erzeugen, aber nicht lenken und vorsichtig benutzen können! Das Werkzeug des Fortschritts wird unter ihren Händen ein Element der Zerstörung. Es war ein glücklicher Gedanke der Reichsregierung, schon bald nach der Be- grunduna des Reichs sorgfältige statistische Erhebungen über die Zahl der Dampfkessel und Dampfmaschinen in Deutschland zu veranstalten, nebenbei auch die Buchung der vsrkommenden Dampfkessel-Explosionen anzuordnen. Wir verdanken dielen Erhebungen wichtige Ueberblicke über die gute und schlechte Benutzung der Dampfkraft. Das soeben erschienene Juniheft der Monatshefte zur Statistik des Deutschen Reichs von 1887 enthall: eure sehr inftructive Zusammenstellung der Dampfkessel-Explosionen im Deutschen Reiche von 1877—1886 nach den muthmaßlichen Ursachen der Explosionen. ntnlfteV 71* uuipicu^tiiu velsu-ieorne, wenn aucy nur ,;cl feiL, tS2°etun9m erfahren, zweifellos aber beabsichtige bie Regierung allen ’’ -VMM Wünschen innerhalb ber Grenzen be« Möglichen gerecht zu werben, ft i 3“6elfeier ber Göttinger Universität an« -gtii rinen ^Ojährigen Bestehen» hat burch verschiebene ber osfieiellen Reben !’0liti^en Beigeschmack erhalten. Die» gilt speciell von ber Rebe, 1 ■ Iren unh ^°rector Professor Ritschi am Montag in ber Universitäts-Aula Mai ISr die eigentliche Festrede barstellte. In berfelben verknüpfte ber ’jfr ftit mit6 7 Ausführungen über bie Entwickelung ber Göttinger Univer« I fef.Z ?etracStun9 über bie jüngsten Reich»tag«wahlen unb roenbete sich -£1 jnttÄ” W in scharfer Weise gegen bie hierbei zu Tage getretene Coalition n« fortschrittlichen Liberalismus, ber Socialdemokratie unb Ultramon« tt-gm it Die Rebe hat in weiteren Kreisen Aufsehen erregt unb stößt sie f*‘os [ ausgesprochen politischen Färbung vielfach auf Mißbilligung. «'IjEffei i. vielbesprochenen Angelegenheit ber Schließung ber Weilbach'« Jn Embermönil durch bie sranzösischen Behörden melbet jetzt :th breimn„'m?tence $>a”a4"' °aß ber Präfect von Nancy ben Eigentümern "-^iliche Frist zur Abwickelung ber lausenden Geschäfte bewilligen 5 ben ,^^'ernach würde er also bei der Schließung der Fabrik fein Bewenden «Uten fein Wiedereröffnung nur al» ein provisorischer Act zu be« Sonntag den 14. August ^887 Gießener Anzeiger I _____Amts- unb Anzeigeblatt für ben Kreis Gießen. Der deutsche Kronprinz, dessen Gesundheitszustand nicht» mehr zu Mischen übrig läßt, hat feinen mehrwöchentlichen Aufenthalt auf der Insel beendigt und einen Aurstug nach dem schottischen Hochland unternommen, «S dessen Beendigung die Rückkehr nach Deutschland erfolgen wird. %rt wenig Neue» giebt e« für den Wochen-Chronisten auf dem Felde der innerpoiitischen Angelegenheiten zu berichten, da stch die Hochsommer« uche Mhe eben noch auf allen Gebieten bemerklich macht. Von eigentlichen Wilflen kann man kaum sprechen, wenn man nicht die preußische Aftchosi-Conserenz, welche am Mittwoch unb Sonnetitag in Fulba tagte, “* ™ folfle« betrachten will. Diese Conferenz der preußischen Kirchensürsten eine allsommerlich wiederkehrende Erscheinung unb wenn dieselben EMich einmal bae Bedürsniß fühlen, sich persönlich über Diöcesan-Angelegen« W roie vielleicht auch über bie kirchenpolitische Lage auszusprechen, so wirb Niemand etwa» Auffallende» finden. Um war es sich diesmal auf der rulte Conferenz gehandelt hat, entzieht sich vorläufig noch der Kenntniß wei« , «reife; man bars aber wohl hoffen, baß über ben Verhandlungen — ,™en bit Erzbischof von Köln präfidirte — der Geist der Müde und Vetsöh« WM d«g gemaltel hat. $le Ausführung«. Bestimmungen über da» am 1. October in nl*il j?;1 "elende Branntweinsteuer-Gesetz find nunmehr ben Provinziat-Steuerbe« jifH “ viügetheilt worden, um sich bi» zum 28. August herüber gutachtlich zu «cu6etbem ünd behuf« Einziehung von Gutachten au» bem Handel«. DsrWischteH — [>2Ba§ sollen wir im Sommer trinken?) Die „Lancet" sagt: Wie sollen wir in der Sommerhitze unseren ewigen Durst stillen? Viele Menschen glauben dies dadurch zu erreichen, daß sie massenhaft viel kaltes Wasser trinken; dieses reizt aber nur die Schweißdrüsen zur vermehrten Thätigkett, wir schwitzen also stärker und das Durstgefühl stellt sich bald wieder ein. Völlig unklug ist es, sich zu diesem Zwecke der alkoholhaltigen Reizmittel zu bedienen. Für eine Zeitlang lindern sie immerhin den Durst, indem sie auf die Speicheldrüsen einen kräftigen Reiz ausüben; bald aber führen sie eine Erschlaffung der kleinsten Blutgefäßchen herbei und vermehren die Herzthätig- keit, weßhalb ihrer Einnahme rasch die Nemesis folgt. Dagegen ist während der heißen Jahreszeit der kühlende Einfluß der Säuren wohl zu beachten. Der Geschmack mag entscheiden, ob man diese oder jene Säure wählt. Eine schwache Lösung von Citronen- oder Weinsteinsäure, eine unoersüßte Limonade wird erfahrungsgemäß viele Personen erfrischen. Wer den Aepfelwein verträgt, mag ihn, zur Hälfte mit abgekochtem Wasser versetzt, zur Stillung seines Durstes versuchen; er beachte, daß der rohe (ungesüßte) Aepfelwein viel schmackhafter ist. Der kalte Thee hat auch seine Anhänger. Man vergesse nicht, das Wasser, so lange es noch heiß ist, vom Thee abzugießen und lasse es ja nicht in Berührung mit den Theeblättern auskühlen, weil sich bei dieser Behandlung die abstringirenden Bcstandtheile besser lösen, der Thee selbst sein Aroma verliert und sogar die Verdauung eher stört. Der Thee hat aber auch seine Nachtheile und zu dieser zählen wir in erster Linie den Umstand, daß er, wenn spät Abends eingenommen, Vielen den Schlaf raubt. Was das Eis anlangt, so beachte man, daß das Gefühl von erfrischender Kühle, welches der vermehrten Einnahme desselben folgt, sehr rasch einer gegentheiligen Reaction Platz macht. Man fühlt dies weniger, wenn man ein Herz-Tonikum in dieser Form nimmt — z. B. einen Eiskaffee, der bet unseren Nachmittags-Ausflügen so beliebt ist. Wir empfehlen also, sich die kleine Mühe nicht verdrießen zu lassen, sich zu Hause eine gute Limonade zu bereiten und sich dieselbe durch Mischung mit einem reinen Sodawasser angenehmer zu machen. Zucker sollte man gar nicht hinzusetzen, da er bei seiner Oxydation so viel Hitze entwickelt. Es ist wirklich merkwürdig, daß die Franzosen, die in der heißen Jahreszeit so vorsichtig und weise jedes alkoholhaltige Getränk vermeiden, diese Eigenschaft des Zuckers ganz übersehen und als Sommergetränk so gerne ein mit Syrup oder Zucker versetztes Wasser zu sich nehmen. — Eine hübsche Schulgeschichte, die jüngst in München beim Schulschluß vorgekommen sein soll, wird den dortigen „Neuesten Nachrichten" erzählt. In einer Mittelschule brachte ein Schüler ein Zeugniß vom Hausarzte seiner Eltern bei, in welchem gesagt war, der Schüler müsse in die höhere Klasse aufrücken, da ein Sitzenbleiben für sein Gemüthsleben nachtheilige Folgen haben könne. Einige Heiterkeit der Lehrer soll die nächste Folge dieses neuesten ärztlichen Mittels zur Verhütung von Trübsinn gewesen sein; die zweite ist hoffentlich, daß der Junge wegen seiner Kenntnisse versetzt wird. -- Warum sind so viele Leute arm? Weil sie den Rahm verderben lassen; silberne Löffel werden zum Auskratzen der Kessel genommen; die Scheuerbürste bleibt im Wasser; Messer mit schönen Griffen werden in heißes Wasser gesteckt; die Besen werden nicht aufgehangen; das gebrauchte Tischzeug wird an Orte geworfen, wo Mäuse daran nagen Können. Wannen und Tonnen liegen in der Sonne, bis sie zerfallen, die Kleider hängen an der Leine, bis sie der Wind zerreißt. Die Wintersachen werden im Sommer von den Motten zerfressen, Fleisch- und Gemüsereste verderben in der Spetsekaminer. In das Backobst läßt man Würmer kommen. Der Provfen fehlt auf der Syrupflasche und die Würmer schlagen ihr Quartier darin auf. Kaffee, Thee, Pfeffer und andere Gewürze verlieren, weil offen stehen gelassen, ibr Aroma. Das Pöckelfleisch verdirbt, weil Salz fehlt oder weil es auf dem Salzwasser schwimmt. Armulh ist keine Schande, wird aber Jemand arm auf diese Weise, sollte der sich nicht schämen? — sWer ist der Faulste?^ Ein Düsseldorfer ging eines Tages am Rhein spazieren. Da gewahrte er drei Sackträger, welche, so lang sie waren, in der Sonne lagen. — „Wer es von äch der Fulste? de fall 5 Selvergroschen Han!" — Sogleich erhebt sich der Pitter und sagt: „Ech sin der Fulste, gäbt mech de 5 Selvergroschen!" — „Nä!" ruft der Kubes, „ech sin der Fulste!" und hält die Hand hin. — Drickes bleibt ruhig liegen. „De es der Fulste", sagte der Herr, „da do häste die 5 Selvergrosche!" Drickes gähnt und spricht: „Häär, sitt so gut und steckt se mech en de Täsch!" Landwirthschaftliche Nachrichten. — Die großblumigen Stiefwütterchen - Sorten werden am besten im Monat August ausgesät, weil dann bessere, widerstandsfähigere Pflanzen erzielt werden als wenn die Aussaat, wie das häufig geschieht, schon im Juli vorgenommen wird aum Zwecke der Anzucht aus Samen bedarf es keiner großen Vorbereitungen, es kann sowohl in Mistbeete, in Blumentöpfe als auch auf's freie Land gesäet werden. Hauvt' bedingung ist nur, daß die Samen möglichst dünn in nahrhafte, lockere, etwas sandiae Erde höchstens einen halben Zentimeter tief kommen. Sodann ist nur darauf »u achten, daß das Beet rc. nicht austrocknet, eS ist deßhalb nöthigenfalls zu beschattm Vom Samenbeet kann man die jungen Pflanzen, nachdem sie ungefähr drei Blätter angesetzt haben, auf ein anders Beet zum Auswachsen verstopfen ober wenn man fit in Töpfen ziehen will, gleich in diese einsetzen.! e. p. — (Schießen der Kohlrabi.j In vielen Gegenden wird in diesem Jahre ungemein darüber geklagt, daß so viele Kohlrabi in Blüthe schießen. Der Grund wird da die Erscheinung so allgemein ist, nur selten in der Behandlung des Bodens in einer falschen Pflege zu suchen sein, sondern in den Witterungsverhältnissen- und dagegen gibt es nun kein Recept. Manche Hausfrau denkt aber vielleicht, wenigstens den Samen der geschlossenen Kohlrabi ernten und verwenden zu können, jedoch davon ist dringend abzurathen. Denn die so leicht in Samen gegangenen Kohlrabi sind mehr oder weniger entartet, und die falsche Sparsamkeit durch Benutzung der von ihnen gewonnenen Samen würde sich gewiß durch eine noch größere Mißernte rächen. — [Die Erdbeerzucht.j Mit der Ausbreitung des Anbaus von Erdbeeren und der fortschreitenden Züchtigung neuer, besserer Sorten hat die Nachfrage nach Erdbeeren so zugenommen, daß dieselbe noch immer nicht in genügendem Maaße befriedigt werden kann. Für den Gärtner und Landwirth bietet sich also durch die Anlegung von Erbbeerpflanzungen ein lohnendes Erwerbsmittel. Da diese Anlage am besten im Monat August vorgenommen wird, so geben wir unseren Lesern in Nachfolgendem einige Winke darüber. Was zunächst die Sorten anbetrifft, so ist darauf zu achten, für welchen Zweck der Anbau geschieht. Für Hausgärten, in denen Erdbeeren zum eigenen Gebrauch gezogen werden sollen, wie auch in herrschaftlichen Gärten sind besonders empfehlens- werth Blanche d’Orl^ans und Avenir, die sich durch ausgezeichnetes Aroma hervorthun, aber nicht sehr reich tragen. Beim Anbau für den Verkauf ist mehr den reichtragenden Sorten der Vorzug zu geben, und nennen wir als solche „Riese von Franken", „Theodor Mutter", „König Albert von Sachsen" und die bekannte „Mammuth-Erdbeere". Wo die Erdbeeren nicht in der Nähe abzusetzen sind, sondern auf einen weiten Transport gerechnet werden muß, empfiehlt sich der Anbau der Sorten „Fürst Bismarck" und „Her Majesty", die beide durch ihre Festigkeit und Dauerhaftigkeit ausgezeichnet sind. Man bezieht die Pflanzen von einer renommirten Handlung und zwar so viel, als man im ersten Jahre anzubauen gedenkt. Die Anlage größerer Plantagen kann dann später leicht durch Theilung der Pflanzen ermöglicht werden. Monaterdbeeren werden auch mit gutem Erfolg aus Samen gezogen, für andere Sorten empfiehlt sich das jedoch nicht. Lebevsverficherungsbank für Deutschland zu Gotha. Stand Anfang August 1887. Versichert waren 69,180 Personen mit 521,000,000 Jt. Neu beantragt wurden irn vorigen Monat 404 Versicherungen über 3,175,700 JL und zum Abschluß gelangten 345 Versicherungen über 2,669,800 JL Die Zahl der angemeldeten Sterbefalle betiu« 102 mit 708,100 JL Versicherungssumme. Im Ganzen wurden seit Beginn dieses Jahres 2853 Versicherungen über 21,425,500 JL Summe beantragt und 2474 neue Versicherungen über 18,564,100 JL abgeschlossen. Sterbfälle wurden in dem gleichen Zeiträume 800 mit 5,692,400 JL Versicherungssumme angemeldet. Die seit dem Bestehen der Anstalt ausgezahlten Versicherungssummen beziffern sich auf zufammeir ca. 180,650,000 vM. Der Bankfonds beträgt jetzt ca. 139,000,000 Jt. Die Ueberschüsse werden voll und unverkürzt an die Versicherten als Dividende zurückgcwährt. In diesem Jahre wird nach dem alten System eine Dividende von 43 pCt. der Jahresprämie und nach dem neuen „gemischten" System eine Prämiendividende von 33 pEt. und eine Reseroedividende von 2,4 pEt. vertheilt. In Procent der Jahresprämie ausgedrückt, berechnet sich im laufenden Jahre nach dem letzteren System die Gesammtdtvidende für die jüngsten dividendenberechtigten Versicherungen, auf 34 pEt., für die ältesten schon auf 125 pEt. Montag den 15. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause Wolkengaffe 14 sehr gut erhaltene Möbel: 1 Sopha, 1 Kommode, 1 ovaler Tisch, 1 Kleiberschrank, 1 Nachttisch, 1 vollständiges Veit mit Sprungfebereinlage, 6 feine Rohrstühle, 1 Spiegel, Küchengeschirr, Porzellan u. a. gegen Baarzahlung versteigert. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Geißler, 6011 Gerichtsvollzieher. Ieikgeöotenes. 5327] Trockene eichene und tannene Bohlen in verschiedenen Dimensionen, sind billig abzugeben bei Ä. 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