Nr. 167 Drittes Blatt. Sonntag ven 14. August Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Wwrwmt Gchulstraßs 7. Erscheint täglich mit Avsnabme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Durch die Pog beioaen vierteljährlich 2 Mar? 50 Df. Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Erweiterung des Friedhofs zu Lich. Bekanntmachung Gießen, den 11. August 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Nachdem die Stadt Lich zum Zweck der Vergrößerung des Friedhofs die Enteignung des nachverzeichneten Geländes ... Nur IV Nr. 365 — 162 HjMeter Grabgarten in den Kirchhofsgärten, dem Hemr. Lotz HI. gehörig, beantragt hat, so rotrb der Plan nebst der Eingabe der Stadt Lich mit Anlagen B in der Zeit vom 18. August bis 2. September 1887, au( dem Bureau der Grotzherzoglrchen Bürgermeisterei Lich zu Jedermanns Einsicht offengelegt und wird Tagfahrt vor der Lokal-Kommission auf . 8«itag den 9. September l. I., Nachmittags 2 Uhr aus das Burgerrneisierei-Bnreau in Lich zur Verhandlung über den Plan und die zu leistende Entschädigung hierdurch anberaumt. Die Elgenthümer des oben verzeichneten Geländes und etwaige Nebenberechtigte werden hierdurch aufgefordert a) Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschluffes und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung oder Beschränkung b) Erklärung auf tue angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebotes W 81 cj Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten (Art. 19) bet Meidung des Ausschlusses mit solchen, e) Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen im Sinne des Art. 14, f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das zu enteignende Grundstück, in dem Termin vorzubringen. Sofern sich die Betheiligten vor der Tagsahrt über die Bestellung der Sachverständigen einigen und dieselben der Commission vor dem Termine dezeichnen, auch Einwendungen gegen den Zweck und Plan, sowie die damit in Verbindung stehenden Anträge in der Tagfahrt nicht vorgebracht werden sollten dann wird in dem genannten Termin Freitag den 9. September l. I. 1 ' Mleid) über die Höhe der Entschädigung und die mit ihr zusammenhängenden Fragen verhandelt werden. Anderenfalls werden die Sachverständigen in dem Xtrmin von der Local-Commission ernannt werden. Bekanntmachung. Betreffend: die Wahlen zum Kreistag des Kreises Gießen. «nUAU.?e,t £er. “me6, b?r$ bie sü^ig Höchstbesteuerten vorgenommenen rubricirten Wahl ist der Gutspachter Herr von Oven in Hungen zum des Kreistags gewählt worden. ° 0 Gießen, den 12. August 1887. Der Großherzogliche Kreisrath des Kreises Gießen. ___ Dr. Boekmann. q- g r$ie5b“rr$ ^?^ntltchen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz dem Vorstande des Gewerbehallevereins zu raS; ?? Erlaubnrß zur Abhaltung einer Verloosung von Industrie-Gegenständen im Monat December l. I. ertheilt und den Vertrieb der Loose in dem Motzyerzogthum unter der Bedingung gestattet hat, daß höchstens 15000 Loose ä 1 JL ausgegeben und mindestens 65% des Bruttoerlöses hieraus zum Ankäufe von Gewinngegenständen verwendet werden. 9 Gießen, den 12. August 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. aspiranten Wilhelm Mohl aus Ostheim die Lehrersttlle an der Gemeindeschule zu Okarben übertragen; am 11. Juli wurde der Htlfsbremser bei den Oberheff. Eisenbohmn Johannes Schlitt aus Liederbach zum Bremser bei diesen Bahnen ernannt; an dems. Tage wurden den Schulawtsaspirantinnen Wilbelmine Preiser aus Castel und Anna Kinz aus Mainz Lehrerinnenstellen an der Gemeindeschule zu Gonsenheim, am 18. Juli wurde dem Schulamksaspiranten Ludw. Schuchard aus Friedberg die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Michelbach übertragen; am 19. Juli wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laudenau präsentirte Schulamtsaspirant Heinrich Weiß aus Hering für diese Stelle an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu D enburg-Birstein aus die erledigte zweite Lebrerstelle an der Gemetndeschule zu Geinsheim präsentirte Schulamtsaspirant Daniel Hamann aus Wolsrkehlen für diese Stelle bestätigt; am 21. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Matthäus Schneider aus Ostheim eine Leerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach, am 22. Juli wurden den Lehrern Joseph Butz zu Gauls- heim, Franz Anton Jost zu Bürstadt, Johs. Wollemer zu Lorsch und dem Schulamtsaspiranten Karl Trau aus Wörrstadt Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Weisenau, sowie den Lehrerinnen Jofipha Rosst zu Seligenstadt und Julie Weber zu Ober-Roden Lehrerinnenstellen an dieser Schule übertragen. 8. Charakterertheilungen. 9. Concurrenzeröffnungen: ent^®örw^a^t/ 0. August. Das Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 22) t Oeffentliche Anerkennung einer edlen That: qn n König!. Hoheit der Großherzog haben der 15 Jahre alten Marie N, Lachter des Johannes Wolf I in Rödgen, in Anerkennung der von der- 1 n .m“ dwth und Entschlossenheit und unter eigener Gesahr bewirkten Ret- . Ihrigen Hermann Klee in Rödgen vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht. gu .?■ Bekanntmachung Großh. Mnisteriums des Innern und der Justiz, die fotttffenb19 ^^oerficherungspfltchtiger Tiefbau- und anderer Baubetriebe jabr ^'g^Ekuiachung Großh. Kreisamts Worms, die für das RechnungS- ort ^ur Bestreitung der Communal - Bedürfnisse der Stadt WormS 3U senden Umlagen betreffend. "• Ordensverleihungen. • Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens o. -Vamensveränderung. * • Dienstnachrichten: SeBtPrft n 151 3uni wurde dem Schullehrer Karl Wiegold zu Herzhausen eine ber öu ber Gemeindeschule zu Ratnrod übertragen; am 27. Juni wurde der ‘:ärQnroärler Karl Diacont aus Neu-Dsenburg zum Bureaudiener bei dem ftl Jnt der Main-Neckar-Elsenbahn ernannt; am 29. Juni wurde täute n m cr ®eorfl Burtschell zu Abenheim eine Lehrerstelle an der Gemeinde- ®eorn ®iLJ‘tU6aufen übertragen; am 4. Juli wurde dem Geometer 2. Klaffe Benthp'"0 QUrer Lindenfels das Patent als Geometer 1. Klaffe für den Kreis Setbert b"^üt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp am 5 cj?«6 Fosheim eine Lehrerfielle an der Gemeindefchule zu Freimersheim, eine 9»^ k «urbß bem Schulamtsaspiranten Heinrich Lindenstruth aus Beuern vurden ber Gemeindeschule zu Freienseen übertragen; an hetnf. Tage BteuetFnn; m. $arbt Lauterbach und Wilhelm Dechert zu Offenbach zu deffis^pn^r lnats-Gehilfen, am 6. Juli wurde der Hilfsheizer bei den Ober- tzabnen E^nbahnenFriedrich Bindewald aus Ziegenberg zum Heizer bei diesen jausen 'Tage wurde der Vice-Feldwebel Ludwig Klein aus Elms- ,en Steuerausseher ernannt; ---- Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Nieder-Klnzig mit einem Gehalt von 900 JL Dem H rrn Fürsten zu Löwenstein - Wertheim - Rosenberg und dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu. Die mit einem eoong. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gonterskirchen mit einem Gehalt von 900 JL Mit ber Stelle ist Organistenbienst oerbunoen. Dem Herrn Grasen zu Solms-Laubach steht bas Präfentationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Wenings mit einem Gehalt von 900 v4L Mit ber Stelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbunden. Das Präfentationsrecht steht dem Herrn Fürsten zu D'enburg- an c ---------------------v-n------v s-- -wv.gw w. v.viv.» Büdingen zu. Eine mit einem evang Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der im wurde der Vice-Feldwebel Ludwig Klein aus Elms- Gemeindeschule zu Nidda mit einem G halt von 950 JL Zwei mit evang. ; am 7. Juli wurde dem Schulamts- | Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Reichelsheim mit je 900 eX Gehalt. Mit der einen Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschuie zu Unter-Seibertenrod mit einem Gehalt von 900 enn hier wird io viell i Schönes und Interessantes in Wort und Bild geboten, wie das nur ein Unternehmen ; welches fröhlich gedeiht, seinen Lesern darreichen kann. Es ist ein wahres 23eranüaen* $ in diesem handlichen und doch nobel ausgestatteten Heft zu blättern, und wer sich in seinen Inhalt vertieft, wird erst den rechten Genuß erhalten. Wir können hier nur } eine gedrängte Aufzählung der Reichhaltigkeit dieses monatlich erscheinenden Ein- - markheftes" geben, aber auch dies nur, indem wir das besonders Hervorstechende erwähnen. Wir finden in diesem Heft zwei Novellen: eine irische von Johanna Feilmann, eine geniale Eriminalerzählung von Jacobsen : „Der Fall gegen Unbekannt" und einen Dorfroman von M. Schmidt: „Der Bubenrichter von Mittenwald": bann Novelletten von Landsberger, Heoesi; ferner ein hochinteressantes Memoirenbrüchstück aus den Erinnerungen des Grafen von Schack und einen sehr eingehenden biographischen Artikel, Fr. Vischers achtzigsten Geburtstag behandelnd; dann Essays über Berliner- Künstlerleben, den Hamburger Zollanschluß, über Freiburg im Breisgau, die Musikverhältnisse in Berlin, Barnum in New Aork und schließlich eine Fülle von kleineren Artikeln, alle Gebiete berührend. An Bilderfchmuck enthält dies Heft außer btr großen Menge von Illustrationen im Text noch sieben im feinsten Farbenton hergestellte Kunst' beilagen — wahrlich, das ist erstaunlich für den Preis von nur 1 Landwirtschaftliche Nachrichten. — sZur Ernte des Sommerraps.) Für die Ernte des Sommerraps, die meist August und September vorgenommen wird, gilt ebenso, wie für die des Winterraps, die Regel, daß die Ernte so spät als möglich vorgenommen werden soll. Denn die Erntemenge und die Qualität, der Oelgehalt der Körner sind bei Raps, der früh geerntet wird, weit geringer als bei solchem, der später geerntet wird, wie eingehende Versuche auf der Versuchsstation zu Darmstadt gezeigt haben. Wenn ausreichende Arbeitskräfte vorhanden sind, empfiehlt sich am meisten der Schnitt mit der Sichel, der ungefähr 10 Tage später oorgenommen werden kann als der Schnitt mit dec Sense oorzunehmen sein würde, welcher letztere sich am vortheilhastesten ausführen läßt, wenn sich die Körner der untersten Schoten zu bräunen beginnen und das ganze Feld einen gelblichen Schimmer zeigt. Je später der Schnitt erfolgt, desto mehr Hal man allerdings ein Aufspringen der Schoten und ein Ausfallen beim Schneiden zu befürchten. Es empfiehlt sich deßhalb, das Schneiden eines gut ausgereiften Rapies in der Nacht oder am Morgen vorzunebmen, da dann die Pflanzen mber sind. Th. Handel und Verkehr. Berlin, 6. August. Mit der Ankündigung eines angeblich in naher Aussicht stehenden neuen Wuckergesetzes schloß, wie man der „Franks. Ztg." meldet, Professor Schmoller seine diesjährige Sommer-Vorlesung. Nach dem genannten National- Oekonomen wäre dieses Ergänzungsgesetz bestimmt, den berufsmäßigen Ereditverkehr zwischen Gelddarleiher und Landwirth zu treffen, um hier die Ausartung in Wucher zu hintertreiben. Als Mittel solle ein strenges Concessionssystem und beständige polizeiliche Beaufsichtigung dienen; der solide Gefchäftscredtt bleibe aber auch durch das neue Gesetz unbehelligt. — Als wirklich ganz sichere Rettung von Blularmuth, Bleichsucht und deren folgen ist die fett 1327 bekannte Ehrenbreitfteiner Stahlquelle jl. empfehlen, von sehr vielen Aerzten mit fortwährendem Erfolge angewendei. Diese? vollständig natürliche Heilmittel wirkt auch bei Gesunden stets für richtige Verdauung. Der Preis ist sehr niedrig und kostet bei Abnahme von mindestens 10 Flaschen \x fitr. j 60 i/z Ltr. 40 $ bei frachtfreier Lieferung in ganz Deutschland. Depots werden zur Bequemlichkeit überall errichtet. 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