Ar. 1S1 Dienstag den 14. 3uni 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Durern: Schul st raße 7. mvovow»? rSBECuKET:uim. Mmtwwmi Crfdjetnt täglich mit Ausnahme des Montags. gälto?50^ Amtlicher Hi) ei l. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntr.iß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz der Norddeutschen Versichrrunas- 'gesellschaft in Hamburg die Erlauoniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum auf Widerruf ertheilt hat. Gießen, den 10. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. PEifch- Aeberfichr. Gießen, 13. Juni. Mit ber Fertigstellung des großen Nordostsee-Kanals wird Deutschland zwei Kanalverbindungen zwischen diesen beiden deutschen Meeren besitzen. Nach der vor einigen Jahren erfolgten Correctur des alten schleswig-holstemi- schen Kanals genügt derselbe, wie mehrfach wiederholte derartige Durchsahrts- Versuche erwiesen haben, vollkommen, kleineren KriegSsahrzeugen, namentlich aber Torpedo- und Kanonenbooten, ja vielleicht sogar, wofür jedoch, soweit bisher bekannt gegeben worden, die Versuche noch ausstehen, selbst den Panzer-Kanonenbooten des ursprünglichen Namens dieser Fahrzeugklasse die Durchfahrt zu gestatten. Das Austreten einer Torpedo- und Kanonenboot-Flotille, welcher dabei der Rückweg durch den vorgenannte Kanal wieder zur Ostsee kaum abgeschnitten werden könnte, in dem durch seine Sandbänke, Watten rc. so schwierigen Fahrwasser des Jnselmeeres der schleswig-holsteinischen Westküste würde aber für den Fall einer feindlichen Blokade Der deutschen Nordseeküste fast unmöglich verfehlen, dem feindlichen Blokade-Geschwader die ernstesten Gefahren und Schwierigkeiten zu bereiten. Nach dem Hinzutreten eines großen Nordostsee-Kanals wird bei einem Seekriege unbedingt auch die Bedeutung dieses alten Kanals ganz außergewöhnlich gesteigert. Namentlich eine feindliche Blokadeflotte, die ihren Stützpunkt auf Helgoland nehmen wollte, würde sich durch die Torpedo- und Kanonenboote, denen diese zweite Wasserstraße die Durchfahrt gewährt, in der bedenklichsten Weise sowohl in ihren Flanken wie im Rücken bedroht finden. — Die zum Schutz gegen den Angriff von Torpedobooten jetzt allen größeren Schiffen beigegcdenen Revolver-Kanonen entbehren in ihren Geschossen der genügenden Durchschlagskraft, um, selbst für den Fall des Einschlagens derselben, jene schlimmen Feinde gleich unmittelbar außer Gefecht zu setzen. Zum Ersatz Vieser Geschütze tfl neuerdirm.s von dem Kruppschen Etablissement eine 8,4 Sen* timeter schnellseuernde Schiffskanone construirt woroen, für welche die mit einer Einheitspatrone, in der sich Geschoß und Ladung vereinigt befinden, erzielten Schußresultate in dem Kruppschen Schießbericht Nr. 67 vor Kurzem veröffentlicht worden sind. Nach diesem Bericht stehen die mit diesem Geschütz sowohl in der Feuergeschwindigkeit, wie in der Treffsicherheit und Durchschlagskraft erzielten Ergebnisse hoch über Allem, was bisher in dieser Beziehung erreicht worden ist. Es ist gelungen, auf 400 Meter Entfernung 10 Schuß säwmtlich in eine Torvedobootspitze einschlagen zu lassen, welche als Zielscheibe diente, in Betreff der Feuergeschwindigkeit aber 22 gezielte Schuß in der Minute abzugeben. Die mit 1,6 und 1,7 Kilogramm Pulverladung verfeuerten Geschosse von je einem Gewicht von 7 Kilogramm haben dabei eine Anfangsgeschwindigkeit von im Mittel 470 bis 480 Meter ausgewiesen, welche jedoch bis 500 Meter gesteigert werden kann. Es würde danach also möglich sein, in einer Minute 22 Mal 7 Kilogramm — 154 Kilogramm Geschosse auf das genommene Ziel mit 22 Mal 80,000 — 1,760,000 Meter-Kilogramm lebendiger Kraft zu versenden, welchem so überaus kräftigen Geschoßhagel sicher kein Boot zu widerstehen vermöchte. Die Bedienung dieses neuen Geschützes kann erforderlichenfalls durch einen Mann erfolgen, welchem jedoch besser Zweckmäßigkeit halber noch zwei Mann, der eine zum Oeffnen uno Schließen des Verschlusses, der andere zum Herzutragen der Munition beigegeben werden. Die durchaus eigenartige Laffetirung des Geschützes gestattet, mit demselben bei fortgesetzter Drehung durch Hebung und Senkung des Rohrs jeden beliebigen Punkt eines vollen Halbkreises bis auf 1000 Meter Entfernung unausgesetzt unter Feuer zu halten. Die Höhen- und Seiten-Abweichungen der Geschosse haben sich selbst bei der letztangegebenen Entfernung nur zu 0,40 resp. 0,21 Meter, also kaum nennens» rverth ausgewiesen. — Die Zahl der Lehranstalten, welche zur Ausstellung von Bcsähigungszeugnissen für den einjährig-freiwilligen Dienst berechtigt sind, beträgt in dem Umfange des deutschen Reichs gegenwärtig 952. Die BeDingun- gen, an welche die Ertheilung dieser Berechtigung bei diesen Anstalten geknüpft ist, sind dabei jedoch verschieden. Bei 561, und zwar 409 Gymnasien, 136 Realgymnasien und 16 Ober-Realschulen, genügt der erst reiche, einjährige Besuch der zweiten Klasse für die Ertheilung des Besähigun ^Zeugnisses. Bei 235, und zwar 53 Progymnasien, 74 Realschulen und 108 Realgymnasien, ist dazu der einjährige erfolgreiche Besuch der ersten Klaffe erforderlich. Bei 69 höheren Bürgerschulen, 42 öffentlichen und 27 privaten Lehranstalten ist für die Ausstellung des Besähigungs-Zeugniffes das Bestehen einer Entlaffungsprüsung noth- wendtg, bei allen übrigen Anstalten ist dieselbe un die Erfüllung besonderer Bedingungen geknüpft. 26 Anstalten endlich ist die Berechtigung zur Ertheilung der Zeugnisse zum einjährigen Dienst vorläufig nur provisorisch verliehen. Eine vielleicht bald bevorstehende abermalige Steigerung der Bedingungen für die Ertheilung dieser Berechtigung dürste übrigens nach mancherlei Merkzeichen wahrscheinlich erscheinen. Die Pächter-Ausweisungen in Bodyke (Irland) wurden in den letzten Tagen fortgesetzt, wobei es wieder zu höchst peinlichen Auftritten kam. Die Polizisten drangen mit geöffneten Regenschirmen in die Häuser, um sich gegen die Strahlen siedenden Wassers, mit denen sie empfangen wurden, zu schützen. Ein Londoner Prioatdrief, von dem die „Post" Mittheilung erhält, ermähnt eine Thatsache, die beinahe unglaublich klingt. Die irisch - senischen Mitglieder haben sich in der letzten Zeit angewöhnt, an den Ministerbänken und anderen confemtioen Sitzen knapp vorbeizugchen und ihren Gegnern auf die Füße zu treten, gegen die Schienbeine zu stoßen und etwaige Gegenbemerkungen mit demjenigen ausdrucksvollen Theile des englischen Wörterbuchs zu erwidern, den man to swear at somebody nennt. Deutschland. Darmstadt, 11. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 4. d. Mts. den Rentamtmann des Rentamts Groß-Gerau, Karl Siebert — den Rentamtmann des Rentamts Alsfeld, Karl Weil, in gleicher Diensteigenschaft an das Rentamt Darmstadt resp. Groß-Gerau — zu versetzen, den Hauptsteueramts-Rendanten Georg Roßmann zu Gießen zum Rent- amtmar.n des Rentamts Alsfeld — zu ernennen. Berlin, 11. Juni. Laut officieller Nachricht ist im Befinden des Kaisers größere Ruhe eingetreten. Der nächtliche Schlaf wurde weniger oft und nur kürzere Zeit unterbrochen. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend und verließ Se. Majestät heute Nachmittag das Bett. — Gutem Vernehmen nach werden Prinz und Prinzessin Wilhelm am 16. d. Mts. nach England abreism. Berlin, 11. Juni, lieber den bisherigen Verlauf der Behandlung des Kronprinzen giebt ein Artikel des Londoner Fachblattes „The Lancet" nach Mittheilungen Dr. Mackenzie's folgende Darstellung: „Im Januar stellte sich bei dem Kronprinzen eine leichte Heiserkeit ein. Schon im März bemerkte der Director der medicinischen Klinik, Pros. Dr. Gerhardt, eine warzenähnliche Neubildung an dem rechten Stimmbande, die er so erfolgreich durch electrische Ausbrennungen behandelte, daß sie wesentlich an Umfang abnahm. Die darauf in Ems unternommene Kur hatte keine Besserung der Heiserkeit und ein Wieder- wachsen der Neubildung zur Folge. Professor Dr. Tobold wurde zu einer Be- rathung mit den Leibärzten Dr. v. Lauer und Dr. Wegner berufen. Auf Verlangen dieser Aerzte, welche an einen bösartigen Charakter der Neubildung dachten, wurde Professor Dr. v. Bergmann um seine Meinung befragt. Er zeigte sich geneigt, jene Diagnose für richtig zu halten. Ein äußerer chirurgischer Eingriff wurde für nothwendig erachtet, doch blieb es unentschieden, ob diese Operation sich aus Oeffnung des Kehlkopfs vom Halse aus beschränken, ober auch ein Theil des Kehlkopfs mit zu entfernen wäre. Mit Rücksicht auf die mit der Operation verbundene Gefahr und die selbst beim Gelingen nachfolgenden Sprachstörungen lehnte Dr. v. Bergmann es ab, die Verantwortung für eine solche Operation zu übernehmen, ehe die Unaussührbarkeit einer die Entfernung der Neubildung von der Mundhöhle aus ermöglichenden Operationsmethode von Dr. Mackenzie bestätigt worden wäre. Letzterer hatte am 20. Mai eine Berathunq mit den vorgenannten Aerzten. Bei der Untersuchung mit dem Kehlkopfspiegel hatte er eine ungestielte, etwas längliche, erbsengroße Geschwulst an der inneren oberen Fläche des rückwärtigen Theiles des linken Stimmbandes gefunden und darauf bestanden, daß eine größere Operation nicht vorgerommen werden solle, bevor nicht ein Stück von der Neubildung behufs mikroskopischer Untersuchung herausgeholt worden wäre." Berlin, 11. Juni. Die Zuckersteuer - Commission beendete heute die zweite Lesung; sie beschloß die Erhöhung des Eingangszolles (§ 1) von 30 auf 35 JL, sowie mehrere redacttonelle Aenderungen. Die Commission lehnte mehrere zu den Paragraphen 3 und 6 (Materialsteuer und Exportbonification) gestellte Anträge ab, ebenso die Fassung der Vorlage für diese Paragraphen. Ueber die Höhe der Steuersätze wurde somit keine Einigung erzielt. Mit dieser Lucke wurde das ganze Gesetz sodann mit 25 gegen 1 Stimme angenommen. Der schriftliche Bericht soll am Sonntag festgestellt werden. Aachen, 11. Juni. Wie die „Aachener Volkszeitung" meldet, wird die difcbös- liche Behörde gegen ein Centrumsblatt wegen Beleidigung des Papstes und des Coad- jutors des Bischofs von Straßburg in der Wahlperiode vorgehen. Aesterreich. Wien, II. Juni. Wie die „Presse" meldet, waren die Dämme um Wako heute Nacht tn Folge des starken Sturmes schwer bedroht, doch gelang eo, me Oelag z beseitigen. Das Wasser steigt im überschwemmten Gebiete noch ,mn>er, ieroW nacht wie vordem um 12, sondern nur noch um 9 Millimeter stündlich. Das Master der Theis fällt. Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 13. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15 Grad, Luft 20 Grad. L. Chr. Rübsamen. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corresporrderrz - Brrreair* n-chg-l^.""' 12' 3unt D-r Kaiser hat gut g-fchlaf-n. Di- Schm-rz-n habcu und ÄÄ fij® ÄÄÄ B3erii°efmtlUea ' md*C§ tnbcffcn '"tz des zweimaligen Kugelwechf-l/r-fultattos geargie^ch m'Wen"'em7fangkm ^°"°8 ^-n Prinzen G-arg Kara- cr ? , "$?ur<2aLbe (5t Petersburg" meldet mit Bezug auf die Opposition Frankreichs gegen die Bestimmungen der englisch-türkischen Convention, betreffend die Wiederbeietzung Egyptens, man könne annehmen, daß nicht allein Frankreich das von 200 ll.ettoffene Arrangement in dieser Weise in's Auge genannte Blatt macht auf das Phantastische der Mehrzahl der ans 9^nmhnn naS einerÄlcken h?p -5^"' gesetzten Mittheilungen aufmerksam. Beispielsweise soll nach einer solchen die Entfernung zwischen Kacc (Kerki), das von den Russen zum Schutz der Eisenbahn besetzt gehalten wird, und Herat 4 Fansangs (gleich 110 Werttl betragen wahrend diese Entfernung sich in Wirklichkeit auf 500 Werst belaufe W tragen, Lokale-. ? Sunt' Diebstahls-Angelegenheit betreffend, welche so berechtigtes Aufsehen in unserer Stadt erregt, können wir heute ferner mitthpilpn hnfc »nliS m Ief?nrf^UI^mcr angegeben, ermittelt wurden. Auch sind dn ^o^i Wäschestücke :c. zugestellt worden, welche die Schuhmacher Heidt'schen Ebeleute verkauft haben Es durste sich empfehlen, daß Diejenigen, welch? von die er Famitte rgendwie Sachen gekauft haben, davon der Polizei Nachricht geben Die Unter suchung wird damit wesentlich gefördert werden. 9 * 106 Untcr' Szegedin, 11. Juni. Die Fluthen, welche schon gestern bis an die Dämme der Stadt Mako heranreichten, sind im Steigen begriffen. Das Wasser, welches steten Zufluß erhält, erfährt hier die erste Stauung und lehnt sich mit Gewalt gegen die Schutzbauten auf. Ein mächtiger, zuweilen orkanartiger Wind peitscht die Fluthen gegen die Dämme, an deren Befestigung mit verzweifelter Anstrengung gearbeitet wird Außer Mako ist nun auch Mezöhegyes gefährdet. Der Ringdamm um die Stadt Hodmezö-Vasarhely bewahrt sich; das zwischen demselben und dem Damm der Alföld- bahn eingekeilte Wasser steigt rapid. Die Wasserfluthen haben an der Durchbruchsstelle bei der Klein-Ttszaer Schleuse zwei Menschenleben zum Opfer gefordert; zahllose höfe des Ueberschwemmungsgebietes sind spurlos verschwunden. Doch wird von der oberen Theis und der Maros ein Fallen des Wasserstand-s gemeldet. Arankreich. Paris, 11. Juni. Deputirtenkammer. Berathung des Milttärgesetzes. Der Deputine Keller bekämpfte die Vorlage, welche in Wirklichkeit auf eine zweijährige Dienstzelt hinausgehe und die Qualität der Zahl opfere. Die Kammer solle nicht zur Diskussion der Artikel übergehen. Der Kriegsminister sagte, das gegenwärtige Gesetz ser vor Allem ein Gesetz der nationalen Vertheidigung. Niemand verkenne den Ruhm der alten Armeen, aber sie seien ungenügend geworden. Frankreich müsse große Anstrengungen machen. Der dreijährige Dienst dürfe übrigens nicht das intellektuelle Jhöeau t>ei Nation herabdrücken. Die Seminaristen und Sludirenden sollten so wenig -c^osttch in ihren Studien und Bewegungen gestört werden. Das Militärgesetz mussi absolut sem; aber man könne es in der Anwendung mäßigen. Man könne bei den ^tudirenden selbst Beurlaubungen eintreten lassen unter der Bedingung daß Alle bei den großen Manöoern zur Stelle sind. Die Kammer möge das Gesetz annehmen welches zur Vertheidigung Frankreichs notwendig sei. Demahy, der Präsident der Kommlssion, verlangte die Dringlichkeitserklärung. Der Kriegsmintster erwiderte er überlasse dies der Weisheit der Kammer. Elemenceau tadelt das Ministerium dem erne eigene Ansicht in einer so wichtigen Sache fehle. Er wünsche weitere Mit- tcherlungen und namentlich darüber, ob ein stillschweigender Pakt zwischen dem Ministerium und der Rechten existire. Die äußerste Linke besteht darauf, weitere Aus- whrungen zu erhalten, welche Rouvier zu geben sich weigert; schließlich wird der D)rmglichkeitsantrag mit 359 gegen 206 Stimmen angenommen; hierauf beschloß die Kammer mit 385 gegen 125 Stimmen zur Diskussion der einzelnen Artikel überzugehen. Die Sitzung wird aufgehoben. 8 Außlaud. Petersburg, 11. Juni. Durch das Erdbeben in Turkestan ist außer der Stadt Wernyt noch die benachbarte Ansiedelung Keskelen zerstört; auch wurden die Poststraßen in der Umgebung Wernyis und gegen 200 Werft Telegraphenleitung beschädigt. Es haben sich Erdspalten rmd Etnsenkungen von der Breite eines Arschin gebildet. Wie ver.autet, ist auch die Stadt Pischpek von dem Erdbeben heimgesucht worden. .. , ~ ,?Erdbeben in Wernyt dauert in Zwischenräumen fort; es umfaßt einen Umkreis von 1000 Werst. Die Zahl der Verunglückten wächst tagtäglich, immer neu" Leichen werden aufgefunden. ö ' ?us Omsk gemeldet wird, sind viele Häuser in der Stadt Dsharkent östlich von Wernyt n)Orben' desgleichen in den Ansiedelungen und Dörfern Reichstag. _ P. Berlin, 11. Juni 1887. . (40. Sitzung.) dampfergesetz ^a0c§orbnun0 ^ht zunächst zweite Berathung der Novelle zum Post- (Centr.): Er habe nicht gesagt, daß in der Vorlage die Auf- hebung der Mittelmeerttme ausgesprochen sei, sondern nur, daß die Tendenz der Vor- r?? diese Linie allmälig zu beseitigen, ohne die Subvention entsprechend zu ermäßigen. Das halte er auch jetzt noch aufrecht. r n Staatssekretär v. Bötticher: Es sei unrichtig, daß die Mittelmeerlinie roeg^ und es sei ferner unrichtig, daß, wenn diese Linie wirklich wegfiele, die I.in/ i?,vrosn,rlks®^Cno<0nt.au.Iid)t cr*)alten werden könne. Nach der neuen Abmachung leiste der Norddeutsche Lloyd nicht weniger, sondern mehr als er nach dem allen Ver- ©uböcntto/6' Cn 6atte’ ” bätte faa"a,MSf®ic Commission schlägt folgenden S 136a der Gewerbe-Ordnung vor- Die IS :•«,«“?"= km B s a - Ä ,n der Nachtzeit von 8% Uhr Abends bis 5'/- Uhr Morgens ■ iäääk.s'b «Sm rwUn8 Ä?werden, dah die tägliche Arbeitszeit 14 Stundm nicht über WWZ8SWZ «-»- “s „«M, iTiÄ’LMS.,’ beugen Durch die Beseitigung der Frauenarbeit würden bTe arbeit« in bÄ" iafü?4 ' Sr, '“mT burchzusetzen; deshalb stimme er mit einen Freunden Dafür. So lange man sich weigere, den Unternehmergewinn zu schmälern, so lange * werde man zu keiner Socialreform kommen. Redner wendet fiA Ä , [in. Kalle (natlib 1 hpantränt hrtfi - ^'bhmbar machen könntem ^Cn B-Ichrönkung ta HMSii ba Ä.dnKV^r^rMbm 1 S’lb.Kb tf 9* (Gcntr.) befürwortet die Vorschläge der Commission Die Ardeitpr fällig ergeben und diesmal werd- dasselbe der Fall f^n 6ättm M al5 b,n: "«ii-Ä &*Ä Kurtz (Reichsp.) erkennt an, daß die Antragsteller von woblmollend^ "der der Gesetzgeber dürfe weniger Empfindu^aen und Gesuhlen als nüchternen Erwägungen folgen. Die Frauenarbeit sei in aewln-n R? trieben weder technisch noch wirthschastlich zu entbehren; das gelte nam7ntl ch von h^ @lnb,r±»lS^Err??9e.°.rbne,c Schmidt sage, Jndustrieen, die ohne Fmuen und Kinderarbeit nicht bestehen konnten, seien überhaupt nicht werth, zu ertstiren Mas wf ?b°r «u - armer« ®wnbm werben bie aus jene Industrien angSnn-fi^a6n,.fn^ « schwinden? Herr Schmidt würde den betreffenden Arbci «famMen schwerlich Brot geben können, wie unangenehm ihm auch die friAftt*» feln m°9c; Ma» solle Socialresorm im Sinne der kaiserlichen Botschaft tEn""°"^ nr 1 cr^alt auf Antrag des Abg. Letocha (Centr ) folaenbc Cn* m r h1^1 S890 b^" Arbeiterinnen nicht beschäftigt werden bei Bergwerkcn^Krub^ unb Brüchen. als Haspelzieherinnen, bet ben Oefen, Walzenstraßen und tnn$Uh>nn7i?al3: Hammerwerken, in Metall- unb Steinschleifereien Ba"Ühöfm/^ auf 2Berften- foroie °ls Lastträgerinnen bei den Hochbauten und auf in FabM?ang-n°mm«d°^"9 b-s Antrags Kalle („Vom l.AprU18W ab dürfen , r Bestimmung über Arbeiterinnen, „welche ein Hauswesen zu besoraen hnfipn« »rn ra.8 -ber Abgeordneten Hitze und Dr. Lieber wie sofgt g-M beWäW Sen"""'" Fabriken nicht länger als zehn Stunden täglich cbiief/e roitb der ganze 8 136a angenommen. Bet S 146 tritt Abg. Schm tdt-Elberfelb (frs.) ben Ausführunaen Kurtz' pnt- mir^TO?01 ®e,ten man bie sächsische Concurrenz nicht; man frage sich dort to b5™orZu46BVan6U®‘,*uC!tafto*an8£n ro£tbe' °rb£n,titbe Waare zu liefern und fnripr welcher die Strafbestimmungen enthält, wirb angenommen, ebenso nach m,lt ^nabnxe des Absatz 2, welcher die Bestimmungen 8er aus Arbeitgeber und Arbeiter in Werkstätten, in welchen durch elempntnrp ^ast (Dampf Wind, Wasser, Gas, heiße Luft, ElectrieE " bXtetriÄfiur* Verwendung kommen, ausdehnt. Dieser Absatz wird abgelehnt. »c^rieowerre zur Damit ist die zweite Lesung dieses Gegenstandes erledigt. .. c . ontag 10 Uhr: Gesetz für Elsaß-Lothringen, betreffend die Anwendung ab- Branntweinsteuer Quf landesgesetzliche Angelegenheiten, zweite Berathung der Vermischte , . ~ A Mainz, 12. Juni. Anläßlich der heftigen Kritik, die unsere Theaterleituna bei Schluß der verflossenen Theatersaison gefunden hat, hat sich unsere städtische V ? waltung beziehungsweise die Tbeatercommission in der lebten Zeit mit nfrfSJhinm pin^Q9en t,C^^t0t' Reorganisation der Theateroerhältnisse und Aufstellung ÄÄ neuen Theatervertrags bezwecken. Bei dieser Gelegenheit kam auch bie von einem .Ujeil der hefigen Presse lebhaft erörterte Frage einer etwaigen Uebernahme des Stadt- ^ndtische Regie zur Sprache und sprachen sich von fünf Mitgliedern des Ausschusses zwei für einen Betrieb des Theaters für städtische Recknuna etneä urtistischen Direktors mit einem ComitS von dessen Seite aus.' Definitive An- da7 voäiegende Mate/i^ zur !Prüfung 'un^e^***'*”*' M'Ä- »Ä'Ä&WÄ LZ dnen Spaziergmm zu machen, aus, ohne indeß zurückzukebren. Ta Preetorius oft Spuren von Schwermuth zeigte, so scheint es ziemlich sicher, daß er seinen Tod freiwillig in den Wellen gesucht hat. Die vielgeprüften Eltern des Unglücklichen verlieren in ihm einen braven hoffnungsvollen Menschen, den einzigen Sohn — In Gaualgesheim wird kommende Woche die katholische Kirche bis aus den Boden nieder Gebäude^ersetz?.' $ efcIbe ift n M längerem baufällig und wird durch ein neues ;r. e V1* 12. Juni. Der in Coblenz garnisonirende General v Los rnkp^ o^bue Woche emem großem Mißgeschick entgangen. Bei einem Ritt kam sein Pferd zum Sturze ^.e,rr^^b am Zügel hängen und wurde so von dein aufspringenden Pferde mitgeschleift. Zum Glück eilten einige Husaren herbei und be- Rette» Hrn. v. Lo«, bevor er Schaden gelitten, aus der Lage. ' Handel und Verkehr. Grün berg, 11. Juni. (Frucktpreise.) Weizen X 19.50, Korn 14.60, Gerste JL 13.60, Hafer X 11.60, Erbsen JL 00.00, Linsen JL 00.00, Lein jl 22.00, Samen Jk 00.00, Kartoffeln JL 4.20, Wicken 00.00. Frankfurt, 11. Juni. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter Jk 0.00—0.00, das Gescheit) 6—10 H, Eier das Hundert Jk 4-00—5.00, das St. 4—6 H, Butter im Großen Jk 00.00—00.00, im Detail das Pfund «4t 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 00—00 H, Rothkraut per Stück 00—00 4, Kohlrabi per Stück 10—00 H, Ochsenfletsch per Pfund 45—70 Kuh- u. Rindfleisch 45—70 H, Kalbfleisch 40—60 Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 50—70 1 Hahn X 0.80-1.80, 1 Huhn Jk 1.00—2.50, 1 Ente Jk 2.00-3.00, Gans Pfund 50-70 H, 1 Taube 35-60 Welsche Jk 10.00—00.00. Lvkslund's echtes Mah-Exlrakt ist bei Husten, Heiserkeit, Katarrh, Asthma, Brust- und Halsleiden als Diätetikum seit 20 Jahren bewährt, ebenso sind Loeflund'S Malz-Extrakt-Bonbons als Hustenbonbons sehr beliebt. Das Malz-Extrakt mit Eisen wird bei Bleichsucht und Blutarmuth, das mit Kalk bet englischen Krankheiten, das mit Leberthran für schwächliche Kinder empfohlen. 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Vereins sch west er. Große Psetse Samstag den 18. Juni: Herzog Ulrich. Große Preise. Nuller^"Gr^oße"Preise^"^' Abschiedsvorstellung des Herrn Schweighofer. Das Heugrav- vrrftrigrruuß bei -er Stadt Gießen. Mittwoch den IS. und Donner-tag den 16. Juni, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Heugras von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Mittwoch den 13. Juni von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, Wieseckthal und im Heegstrauch. Donnerstag den 16. Juni von den Ochsenwiesen, den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen und Altentisch. Nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen. Nachmittags 3 Uh^ von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Bujeck. Die Zusammenkunft ist Mittwoch, 15. Juni, am Neustädterthor und Donnerstag, 16. Juni, in den Ochsenwiesen. Die Großherzogl. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 11. Juni 1887. w Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 4504 Das Heugras von der cameralfiscalischen Sorau- wiefe wird Mittwoch den 15. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, bei Wirth Schäfer zu Daubringen in 21 Loosen von je l1/» Morgen versteigert. Treis a/L., den 11. Juni 1887. Großh. Obersörsterei Treis a/L. Amendt. 4508 Heugras- Versteigerung. Das diesjährige Heugras von den Domanialwiesen wird versteigert: 1) Donnerstag den 16. Juni, Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Rabenau zu Alteu-Buseck, aus der Gemarkung Älterr-Buseck. 2) Freitag den 17. Juni, Vormittags 9 Uhr, in der Wirthschast von Georg Dorfeld Wittwe zu Wieseck, aus der Gemarkung Wieseck. 3) Freitag den 17 Juni, Nachmittags 3 Uhr, bei Wirth Leib im Philosovhenwald, aus der Gemarkung Gießen. Gießen, den 12. Juni 1887. Großh. Obersörsterei Gießen. Block. 4537 Allgemeiner Anzeiger. Brückenbau. massiven Lahnbrücke zu ». Spundwände Zu 3) Maurermaferialien . 4) Steinhauerarbeiten . abzugeben sind- Crofdorf, den 7. Juni 1887. 5) Wegerampen . 6) Geländer (von Schmiedeeisen) 4422 Der Bürgermeister: Colnot. . 1464,— Jk, . 1057,73 „ . 4948,78 „ . 6213,50 „ . 7752,90 „ . 4437,62 „ Die Arbeiten und Lieferungen zum Neubau einer Odenhausen, nämlich: . ...... ....., . 1708,— „ sollen im Wege der öffentlichen Ausschreibung im Ganzen oder getheilt vergeben werden. Nähere Auskunft ertheilt der Kreisbaumeister Witte zu Wetzlar, bei welchem die Pläne, Anschläge und Bedingungen einzusehen und schriftliche Angebote bis Mittwoch den 22. Juni, Mittags 12 Uhr, 1) Zimmerarbeiten j *b. 2) Maurerarbeiten in solidester Ausführung, ohne Appret, Handarbeit uChWßlZßr ulICKereiBÜ DDWnbto ersetzend, habe ich von einem der uuimuiLMi uiiuiwi uiuii leistungsfähigsten Fabrikanten in Commission, und verkaufe dieselben in Stücken von 4,20 Meter zu Fabrikpreisen- 3153____________•>. Kaan jun., Kreuzplah 10. Die Dresdener Glasfabrik^ ffriedr. 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Juni, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Marburger Strasse 44). 4513 Ausgeführt von Sennor Paolo Valetta, correfnnnh Die £etheraanJinLfÄberni* in 9c*apcI unb becor. Ehrenritter. 1 er &VipSfif fl? * Junggesellen, komische Pantomime. ® personltchtzr Leitung des Capellmeisters Herrn NB üom Walhalla-Theater zu Berlin ™ . , Diese Vorstellung wurde in Berlin und London im ®“f«R bo ««sammt.n Hofe» gegeben. "B ° Uf’rm Kassenöffnung 7 Uhr. Entree 60 Pfa. yetbatbt'mHSmSU.30 W