Nr. 11 Freitag den 14. Januar 1887 Brrrearr r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. kurzlaufende Bewilligungen nicht gebrauchen, um den Frieden zu sichern. Ernsi war die Aenßerung, daß nach seiner Ueberzeugung der Krieg sicher bevorstehe im Falle der Ablehnung der Vorlage. Aus dem Eingänge der Rede Bismarck'«, in der er darauf hinwie«, daß Richier, Windlhorst und Grillenberger sich den mililärischen Autoritäten, welche in ganz Europa da« größte Ansehen besäßen, entgegenstellten, daß man behauptet habe, die Vorlage habe nur dar Licht der Welt erblickt, um mehr Steuern heraurzuschlagen, schien eine kampferlustige Stimmung hervorzuleuchten. Dann aber ging er über zu einer umfassenden glänzenden Schilderung der deutschen Beziehungen zum Auslande, betonte mit warmen Worten da« vortreffliche Verhältniß mit Oesterreich, welcher so gut sei wie nie zuvor, hob die Vortheile de» freundschaftlichen Verhältnisses zu Rußland hervor, welches Europa schon einmal einen dreißigjährigen Frieden gesichert und zur Ausgleichung von Differenzen zwischen Oesterreich und Rußland die besten Dienste leiste. Krieg drohe nur von Frankreich, und zwar nur im Falle eines Angriffe«, der von Frankreich aurgehe. Rach seiner Ueberzeugung sei Frankreich noch nicht geneigt, die neueste Grenzberichtigung ruhig hinzunehmen. Der Krieg könne in 10 Tagen oder in 10 Jahren ausbrechen, sobalv da« friedliche Ministerium durch eine energische, kriegslustige Minderheit gestürzt werde, wie dies häufig in Frankreich vorkomme. Der Krieg würde ein schwerer sein, denn die Macht Frankreichs werde in Deutschland unterschätzt; auch würde er für den Unlerltegenden weit schlimmere Folgen nach sich ziehen, als der Krieg von 1870. Daher sei er die Pflicht der verbündeten Regierungen, dafür zu sorgen, daß Deutschland nicht unterliege. Sie würden alle ihre verfassungsmäßigen Rechte aus'« Strengste ausnutzen, um dieser Pflicht zu genügen, und kein Haar breit von dem Inhalt der Vorlage zurückweichen. Die Sicherung Deutschlands müsse aus Dauer rechnen können; von einer Festsetzung der Friedens-Piäsenz- stärke auf ein oder drei Jahre könne daher keine Rede fein. Die Regierung wolle nicht die häufigere Wiederholung derartiger Krisen wie die heutige. Sie weise Phantafiegebiloe wie die Einrichtung von Cadres auf ein Jahr zurück. Sie wolle dar kaiserliche Heer nicht zum Parlaments-Heere werden lassen und wolle sich auch nicht mehr auf lange Verhandlungen einlassen, denn die Sicherheit Deutschlands verlange schnelle Entscheidung. Komme mit diesem oder dem nächsten Reichstage ein neues Militärgesetz nicht zu Stande, so trete einfach die Reichrverfaffung in Kraft, laut welcher jeder wehrfähige Deutsche drei volle Jahre bei der Fahne zu dienen habe. Mit diesen Ausführungen de« Reichs- kanzlers ist die Lage vollständig geklärt. Der Reichstag wird in den nächsten Tagen aufgelöst werden, wenn er nicht auf die Forderung der Regierung em» §eht. Die heutige Haltung Windthorst's, der, nachdem Hobrecht im Rumen der Nationalliberalen für die unveränderte Annahme der Vorlage eingetreten, Namens des Centrums bei der Bewilligung auf nur drei Jahre verharrte, eröffnet aller» Dings noch wenig Aussicht, daß die Auflösung sich werde umgehen lassen. Der verstorbene deulschfreisinnige Reichstags- und Landtags-Abgeordnete Walter Arnold Abraham Dirichlet vertrat im Reichstag den 7. Wahlkreis Des Regierungsbezirks Gumbinnen, Sensburg-Ortelsburg; im preußischen Land- läge die Stadt Breslau. Er war, nachdem er eine Zeit lang Rechtswissenschaft jsiudirt hatte, Besitzer des Gutes Klein-Bretfchkehmen in Ostpreußen und widmete fü6,. oqh seiner parlamentarischen Thärigkeit abgesehen, nur der Landwtrthschast. Dirichlet ist im 54. Lebensjahre gestorben. Das Rundreise-Programm der bulgarischen Deputation vst mit ihrem am Sonntag dem französischen Minister des Aeußern, Herrn Flourens, auf dem Pariser auswärtigen Amte abgestatteten Besuche im Wesentlichen erschöpft. Es bleiben nur noch Rom, Bukarest und Konstantinopel übrig und auch diese letzten „Nummern" des Reiseprogrammes werden nichts besonders Neues mehr bringen. Was nun den Empfang der Delegirten bei Herrn Flou- rens anbelangt, so war derselbe so kühl wie nur irgend möglich und wenn etwa die bulgarischen Herren mit Hoffnungen für ihre Sache nach Paris gekommen Md, so haben ste daselbst eine gründliche Enttäuschung erlebt. Denn die Eröffnungen, welche ihnen der Minister machte, laufen im Wesentlichen darauf hinaus, daß Bulgarien um des lieben Friedens willen den Wünschen Rußlands Rechnung tragen möge — gewiß ein wohlfeiler Ratb, der aber in Hinblick auf me internationalen Beziehungen Frankreichs nicht überraschen kann. Die Pariser Blätter billigen durchweg die Antwort Flourens' aus die Ansprache der Depu- t rtwn und das sonst so reservirte „Journal des Döbats" benutzt diesen Anlaß, rum den Bulgaren eine förmliche Strafpredigt zu halten. Dieselben werden als A reinen Slöxenfriede hingestellt und auf sie wälzt das gemäßigt-republikanische Matt die alleinige Verantwortung für die gegenwärtige europäische Krisis. Die bulgarische Regierung selber wird schlankweg als eine revolutionäre bezeichnet Politische Ueberfkcht. Gießen. 13. Januar. In der Dienstags-Sitzung des Reichstags, in welcher die Militär-Vorlage in zweiter Lesung stand, waren die Tribünen, einschließlich der Hosbühne, woselbst sich Prinz Wilhelm befand, überfüllt. Die Hörer wurden aber auch nicht enttäuscht, denn sowohl Moltke als Bismarck hielten eindrucksvolle und eingehende Reden. Die Ausführungen der Mitglieder des Hauses traten dem gegenüber in den Hintergrund. Moltke richtete einen warmen Ausruf an das patriotische Gefühl, welches die Mitglieder des Reichstags doch veranlassen müßte, nicht bei vorgefaßten Meinungen zu beharren; denn die Armee sei die Grundlage des ganzen Reiches, ste müsse verstärkt werden und könne Hesterreich. SB feit, 12. Januar. Das „Fremdenblatt" hebt den warmen und Ben» Mett Ton hervor, in welchem Fürst Bismarck gestern in Durchführung seiner Friedensunssion Oesterreichs gedachte. Wenn Fürst Bismarck den Einfluß der Dreikaisermächte auf die Befestigung des Friedens hervorgehoben, wenn er die freundlichen Beziehungen dieser Mächte zu einander betont habe, so könne dies Oesterreich nur mit hoher Befriedigung erfüllen als eine nachdrückliche Wider- legung der so vielfach varitrten Meinung, als wäre das Verhältniß Deutschlands zu Rußland jemals geeignet gewesen, das Band zu lockern, das Oesterreich mit Deutschland so innig verknüpfe. - Die „Presse" betont, was Fürst Bismarck gesagt, sei überzeugend für jeden Redlichen, seine Bemerkungen über Frankreich zeigten Achtung vor der französischen Ration und das stolze deutsche Machtbewußtsein, welches er ausdrückte, sei frei von jeder Verletzung fremder Empfindlichkeit. Das Schwergewicht seiner Ausführungen liege in dem Appell an gewisse Reichstags-Abgeordnete; die Wahrung des deutschen Reiches fei die Parole für die Abstimmung des Reichstags oder für Neuwahlen. Ilrankreich. Paris, 12. Januar. Nach Meldungen aus Konstantinopel hätte der Gouverneur von Creta, Savas Pascha, demissionirt, weil ihm die Absendung von Verstärkungen, die er zu Steuerung von Agitationen verlangt hätte, ver- weigert worden wäre. England. London, 12. Januar. Lord Jddesleigh erkrankte heute Nachmittag plötzlich, als er eben im Begriff war, die Treppe zu Lord Salisbury's Amtswohnung in Downing Street hinauszugehen. Er wurde sofort in ein Zimmer Lord Salisbury's gebracht, starb aber bereits nach wenigen Minuten, nachdem fein Sohn und zwei Aerzte herbeigerufen waren. Lord Jddesleigh hatte feit vielen Jahren ein Herzleiden. u- —--------—1J— Reichstag. E. R. »erlitt, 12. Januar 1887. Die Berathung der Militärvorlage wird fortgesetzt. Abg. v. Helldor(cons.) plaidirt für die unveränderte Annahme der Re- grerungsvorlage. Es würde gegen das materielle Interesse verstoßen, wenn der Reichstag noch weitere Informationen über die auswärtige Lage verlangen sollte. Die Absicht, dem Reichstage eine Einwirkung auf die Rückbildung der Organisation zu sichern, gehe einfach auf die Bildung eines Parlamentsheeres hinaus. Abg. Hasenclever (Socdem.): Die ganze Rede des Reichskanzlers habe nur den Zweck, die unbequeme französische Republik zu bekämpfen, das Volk will Frieden, hüben und drüben. Anders sei es, wenn man das Volk zur Vertheidigung seiner Interessen aufrufen könne und wenn das Volk nicht durch das Socialiftengesetz, durch die sogenannte Puttkam erei (Große Heiterkeit) in seinen heiligsten Interessen unterdrückt würde. Die angedrohte Auflösung sei seiner Partei sehr angenehm; einjährige Legislaturperioden müßten eingeführt werden. In keinem Lande würde ein Minister, der das Parlament so angegriffen habe, wie gestern der Reichskanzler, länger auf seinem Posten bleiben können. Vicepräsident v. Franckenftein ruft den Redner wegen dieser Aeußerung zur Ordnung. (Allgemeine Verwunderung.) Abg. Hasen clever (fortfahrend): Die Furcht vor den Russen sei gegenwärtig aus autoritativem Munde beseitigt. In zweiter Lesung werde seine Partei für die drei Jahre, in dritter Lesung aber gegen das ganze Gesetz stimmen. Volksbedrückung sei der Sinn der Vorlage und Jederniann, der Muth habe, müsse dagegen stimmen. ! Journal des Döbat«» zufolge sind die Mitglieder der Regentschaft und de« Cabinet« von Sofia weiter nicht« al« Dictaloren und Unruhstifter Gerade rote es der Minister Flouren« in seiner Antwort gethan, bebt au* hn* genannte Blatt da« Recht Rußland« wie der Pforte, sich in die bulgarischen Angelegenheiten etnzumifchen , hervor; Rußland sei gewissermaßen der politische Vormund, die Türkei aber der souverän Bulgarien«. — In Petersbura und Konstantinopel wird man in diesen Auslassungen natürlich Ja und Amen sagen die Bulgaren aber mögen aus der ganzen Aufnahme, welche ihren Vertretern m dari» zu Theil geworden ist, ermessen, was sie von dem französischen Republikamsmus, der angeblich für die Freiheit aller Völker schwärmt für ihre Bestrebungen zu erwarten haben. 1 9 e In Belgien scheint man die ernstliche Besorgniß zu hegen, daß da« Land der Schauplatz des nächsten feindlichen Zusammenstöße« zwischen Deutsck>- land und Frankreich werden könne. Der Brüsseler Correspondent de« iw Tagbl." berichtet, daß Belgien mit großem Eifer militärische Rüstungen betreibe" 3m Kriegsministerium würden alle Mobilmachungspläne revidirt; Antwerven' solle 26 neue Batterien erhalten. Der Correspondent weiß bestimmt zu melden daß in den officiellen Kreisen Brüssel« starke Besorgnisse für da« kommende Frühjahr obwalten; die Militär-Vorlage soll noch in diesem Monat im Narla. mente zur Berathung gelangen. Im Falle ihrer Ablehnung wird die Auflöfuna der Kammer und die Bildung eine« Geschäfts-Ministerium« unter dem General Bnalmont als sicher hingestellt. ncm Vorerst ist die Besorgniß der Belgier, daß die Neutralität ihres Lande« im Falle eine» abermaligen deutsch-französischen Kriege« verletzt werden könne noch durch nicht« gerechtfertigt; sollte die« aber dennoch geschehen, io würde Belgien mit seinem verlodderten Heereswesen schwerlich hieran etwa« ändern Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Uringerlotm. 4.urd) die Poit bewqen vierteljährlich 2 Mar'k 50 Vf. 9 Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz ° Bureau. . dariS, I2. Januar. Die Blätter fassen die gestrige Rebe des Fürsten Bismarck tn friedlichem Sinne auf und erblicken in derselben die wirkliche Absicht Deutt-b- lanbs, Frankreich nicht anzugreiscn; sic stellen zugleich in Abrede, baß FrankrcU daran denke Deutschland anzugreifen. Der „Temps" meint, die Rede des deutschen Reichskanzlers werde in Europa einen hervorragend beruhigenden Eindruck machen — Frankreich und Rumänien sind übereingekommen, das seit 1 ^uli v ’ Blasien' Handelsverhältniß bis zum I. April d.J. zunächst weiterbestehm London, 12 Januar. Der Standard" sagt, die Deutschen würden die hohe Stellung, die sie unter den Bo kern einnahmen, nicht länger verdienen, wenn sie taub blieben gegen die gestrigen gewichtigen Worte des Fürsten Bismarck und Moltkc's und vorzogen, sich durch Haarspalterelen und Abstraktionen parlamentarischer Führer leiten zu lassen Sobald Frankreich oder Rußland glaubten, Deutschland sei seiner militärischen Lasten müde, werde der Friede nicht eine Woche gesichert sein Die srimes" meint, Deutschland könne mehr als andere Machte zur Erhaltung des Friedens thun aber nur dann, wenn cs gesichert fei gegen jeden möglichen Angriff ' N«wy°rk, 12.Januar .Achthundert Schiffsauflader, welch-an dem Chef-peak-- Ohro-Eanal in Newport gearbeitet und die Arbeit eingestellt hatten verbinderten drcl- tausend Arbeiter, die Arbeiten fortzusetzen. Vier Compagnien Miliztruppen sind^zur Wiederherstellung der Ordnung nach Newport entsandt worden. 4 Uuiverfität» - Chronik. pr,if 3“nuar- fPetition.j Als Verwahrung gegen die von katholischer Befreiung der Theologen vom Militärdienst ist auf Anregung der ble '°l»-nd- Petition an den Reichstag abgegangen wttckc d e Unterschrift sammtlichcr zur Zelt in Gießen anwesenden und die Rcichsanacböriake-t besitzenden evangelischen Docenten gefunden hat: mc^angeyorigre.t i ÄT, bte b^rzu erforderlichen Mittel wie Vorträge, Vorlesungen, An- männts-be m ' f*iIbeiF,c ble Anforderungen, die heute an das Kaus- ^ieler ro.urbin„runb, wie mangelhaft die Vor- und AusbUdung so I mclcr Angehörigen des Kaufmannssrandes fei u. s. w. ° I v» Im ^Weiteren führte dann Redner aus, daß neben dem Zwecke der Fortbilduna I sick da-u berufen seien, Schäden entgegenzuwirken, welche 99inh^n^ cn una das Lehrlingsunwesen, verbunden mit einem allzu 3Urmr H.andelsfach zu erwähnen. Er wies nach, wie in den Arbeiter- colomen stets stellenlose junge Kaufleute Aufnahme suchten und wie sich sogar unter hätt-n^D^Sckuld an >/z stellcnlofc jungt Kaufleute besunben Einiäbria^rciwilliäcn Mißverhaltniß sindct Rcdncr zum Thcil in unserem mtrf8 n>8nlf rnk f-' JDDburd’ viele lunge Leute zur Erlernung eines Hand- I Blätter die n’u[bcJ1’ Thcil in der incoiisequenten Haltung vieler I mir nimh ?ue ote Roth und den Verfall des Handwerks in den grellsten Farben moigen nncfcer den goldenen Boden des Handwerks nach allen Richtungen flTn,if “J $rimTMhbnrJtra61m Ä' *n bcr Hauptsache aber in dem Egoismus I Prinzipale, die sich nur mit Lehrlingen behelfen und hierbei ebeniowenia auf Zeugn?ß"und"man^ ^ellbi,B‘er Lehrzeit erhalten sie ein brillantes I su. tu10” ’** Redner behandelte eingehend die Folgen dieses Miß- I ^^lttrende Stellenlosigkeit, das massenhafte Angebot der Arbcits- I Sonhcrvcrlrägc mit Umgebung des Art. 60 des Hand-lsg-setzbuch-s vcrbMnisse dtt'tße ®ef(t)äft§laae, die Unsicherheit unserer Ercdit- sei usw' ° S 0 b übertriebene Coucurren, mit der Lehrlingsfragc verknüpft ?nnteriC^c bc§ ,Slat*bc[§ erachtet es Redner als eint Hauptaufgabe der Kauf- Mittel mr Kenntnis hH C° U"ß r*V L-hrlingsfrage mitzuwirkcn und als geeignetes ^Nsttmß zu bringen, welche Momente bei der Widmung zum Kaufmann- ßhnrnft!? seien als Befähigung, Vorbildung, Lehrhaus, Prinzipal nnd^Iben u- f- w. Redner erörterte diese Punkte näher ffiMnhp?h!n,n6HprienaIuf0>berrb“ Kaufmännischen Vereine hält Redner die Hebung des ^tam>eobewubtseins. In klaren Worten schilderte er die Cultur- und Berufsaufgabe stän^iunmn" K^aMmanne^ Standtsbewußtsein gipfele, und die Pflicht eines m TOeifprpn §f f n b^rmtt eingehend vertraut zu machen. Redner erachtet V^uesomet FnlAp in L“^1 H°vb°lsmteressen als eine Aufgabe der Kaufmännischen solche in der Eompetenz derselben liegen und erinnerte an das Vorgehen »,l„. .i« «,,»«.« 3“ W "SÄSÄ £ SS ^biwilligen Krankenversicherung nach Lage unserer heutigen ^rührt?ders'elb/d^e M m ' Ä eingehend und befürwortend geäußert hatte, Helche Thatsachen hemmen die Entwickelung der .Rauf; Factoren d^ lft thun? Redner charakterisirte als hemmende Factoren das Vorurtherl tn persönlicher, konfessioneller und politischer Hinsicht mangelnde Erkenntmß der Zusammengehörigkeit, falsche einseitige Berufsauffassung' Voreingenommenheit, Mangel des Standesbewußtjeins, Hang zur Kneiperei und der Vergnügungssucht, ohne hierbei außer Acht zu lassen, wessen Geist, Gemüth und Körper zur geeigneten Zeit bedarf. Zur Bekämpfung dieser Thatsachen erachtet Redner Ru= gemeinsames Wirken derjenigen, die von der Nothwendigkeit des tm Jnteresie des jungen Kaufmannsiandes durchdrungen seien. ^Schwi^gkeitcn, die hier im Wege ständen, wären ihm wohl bewußt, doch wieL Sieg'nmdurch Karnpl11 X“” aUfiU,Deikn 6iUtC' tbcnf0 roärc °uch h'-r der . Redner schloß seinen interessanten Vortrag mit den Worten: Suchen wir vereint ?tr blc Prmzipalität, suchen wir unsere Berufsgenossen immer mehr ^^Emswesen zu gewinnen, ich habe die feste Ueberzeugung, daß sich solches mannstande^^ gedeihlicher entwickeln wird zu Nutz und Frommen des jungen Kauf- ÄNLSLS» L Sww”-«ÄS «*„ b™‘ ®™" ,ln” Die Begründung welche der Vorsitzende gab, gipfelte in bem Sake- Die 115 Sa.,",;“eta^uj äs; ää; S'L7"«L,°7 au?. Außerdem lies cm Brief von dem Senior der Fakultät, Herrn Conststorüil- ausdrücktc^ ^ ^°"ke, ein, welcher der Versammlung ebenfalls'seine Zusttmmung (O. Ztg.) . . 'l^ie unterzeichneten evangelischen Docenten der Universität Gießen bccbren h-'ubohcn Reichstage nachstehende Petition einzureichen. VonWusch« SükM der Antrag an den hohen Reichstag gelangt, daß für die Sbeobaen auS i ! Befreiung vom Militärdienst gefordert werden möge Maa die iC die Erfüllung der Pflicht dn 'Verteidigung desVattrland Kirche Unerträgliches ansehen, und mag es nach LageÄ Dinge sirr die Regierung wunschenswerth erscheinen, der Forderung daß die fathn- °0C? 2om Militärdienst befreit werden, nachzugeben, so folgt daraus nickt int Mindesten, daß auch den evangelischen Theologen diese zweifelhafte Wobltbat auf- gedrangt werden müßte. Nach der evangelischen Ansckauuna ift wS? nS!9in ♦ * L oder Staat eine der wesentlichsten ©P^ären für hTse?hX0llnfa de?Kt'rcke^n^ ^angelischen Anschauung hat der sogenannte Geistliche oder Diener der Kirche keine besonderen, aus seinem Beruf ihm zuwacksende Heilinkeit in die ihn daran hindern könnten, die allgemeinen^Pflichten acaen Vo» ,.nb zu erfüllen. Wenn er, nachdem er in ein Ä’ lichkett von der weiteren Erfüllung seiner Militärpflicht dispenstrt wird so ^ist das kein Grund, ihn vorher durch Gleichstellung mit den katholischen Th^n der Liebe zu den nationalen Gütern zu entfremden, die durch die Militärvflickt in R?rnnrVJ k e W-is- g-krästigt wird. Eine solche Gleichstellung^ w»fdta *d V fonbern t>er Ungere^tigEeit fein und den Stand der evangelischen Theologen mtt ^em Achm.mÄs°"Ge,u"ch an^e» °h° en ReiA"ta^Äelb"c wolle dmch AbÄnuna'd s'Ä" trags Reichensperger, soweit derselbe auch Kc evangelsichen Älogen^inschlieft die Parität bewahrm. unflerecbtfert,0ten unb unverdienten Anwendung des Grundsatzes der M°rbnrg statt. Auf der Tagesordnung'stand f°lW°W°?Mo.4eiabrt16kib^"^P,l'‘6t bCtl 6tubcnten bcr evangelischen Theologie bc- « -c- Kriegsminister Bronsari: v. Schellendorf wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen der Oppositionsredner; beleuchtet nochmals ziffermäßig die neue Organi- satton und führt aus, durch welche Erwägungen die Militärverwaltung zu den von rhr ausgestellten Zahlen gelangt sei. Die Verwaltung sei dabei von den Rücksichten der möglichsten Sparsamkeit geleitet worden. Der Zweck der ganzen Vorlage sei aber der, daß die Regierung auf die Dauer von sieben Jahren die Sicherheit einer erhöhten Rekruteneinftellung und dadurch einer erhöhten Kriegsstärke habe und zwar shne Beeinträchtigung der Qualität. Abg. Graf Behr (Reichspartei): Man müsse das Septennat, wie es gefordert wrrd, bewilligen: die Opposition entspringt dem Mangel an Vertrauen und maße sich etwas an, was ihr verfassungsmäßig nicht zusteht. Redner kritisirt darauf die Eom- misstonsverhandlungen, in denen Freisinn und Centrum mit den Socialdemokraten fraternisirt hätten, was er nicht begreifen könne. Wie wenig die Opposition von Politik versteht, hat der Abrüftungsantrag des Abg. Virchow 1869 gezeigt. Mögen die Herren sich noch rechtzeitig entschließen, für das Septennat zu stimmen. Abg. Dr. Windthorst: Man nennt mich jetzt oft zusammen mit dem Abg. Richter — ich bedauere denselben (Heiterkeit), denn er kann vielleicht dadurch in den Geruch kommen, klerikal zu sein. (Große Heiterkeit.) Der Reichskanzler hat gestern den verstorbenen König Georg V. von Hannover beschuldigt, in Frankreich eine Legion gegen Deutschland geworben zu haben. Ich weiß das nicht, aber ich weiß, daß Seine Majestät in Berlin um Frieden nachgesucht hat und in Berlin schnöde abgewiesen ist. Der Präsident ruft den Redner für diesen Ausdruck zur Ordnung. Hat das hannöversche Armeecorps nicht 1870 Heldentaten geleistet? Ich verlange, daß man uns in Ruhe lasse. Es gibt Nationen, die dem Besiegten chevaleresk entgegenkommen und es gibt solche, die den Gegner skalpiren. (Heiterkeit.) Die ganze gestrige Rede des Reichskanzlers war angethan, die Ablehnung der Vorlage zu pro- vociren. (Beifall links.) Ist Alles so, wie Fürst Bismarck sagt, so haben wir keinen Krieg zu erwarten, denn Frankreich wird uns nicht angreifen. (Lebhafter Widerspruch rechts.) Der Antrag Stausfenberg wird die Majorität des Hauses finden, dann liegt ein Beschluß des Hauses vor, aber freilich ein Beschluß der gefaßten Majorität. Wir sagen Nicht, daß wir nach 3 Jahren Alles ablehnen wollen, aber wir wollen nach ; 3 Jahren nochmals prüfen. Ich bin der letzte, der der monarchischen Macht ihr geringstes Recht nimmt, ich halte besonders die Monarchie Hohenzollern für den Fels der Ordnung. Aber wer die Volksrechte verkümmert, der gefährdet den Thron (Beifall links.) Wir bewilligen jeden geforderten Mann auf drei Jahre und wenn's nach drei Jahren nöthig ist, so bewilligen wir es nochmals. (Lebhafter Beifall, Zischen rechts.) e Fürst Bismarck: Ist denn, frage ich, Herr Windhorst seiner Majorität nach drei Jahren noch sicher? Kann sich das heutige Consortium nicht auflösen ? Sie sind nur etne Majorität der Negation: sobald etwas Positives geschaffen werden soll, zerfällt dieselbe und auf solche Majorität will der Herr Abgeordnete nach drei Jahren ver- I weisen? Die Einrichtung des Septennats ist seinerzeit aus einem Compromiß hervor- I gegangen, weil ich im Interesse des Friedens mit dem Reichstage nicht mehr fordern 1 wollte. Die Regierung kann sich allein von den Erwägungen über Deutschlands Heil I leiten lassen. Die Verfassung steht auf unserer Seite, gegen diese sollten Sie doch I nicht anfatnpfen. Wir haben geglaubt, Leute, die so lange die Einheit entbehrt haben I werden die Einheit im Reichstage suchen — wir haben uns geirrt, wenn solch' elende I Streitereien hier vorkommen können, das Volk hat sich geirrt, wenn es Sie hergeschickt I hat. (Lebhafter Beifall rechts.) Ich habe Herrn Windthorst persönlich gestern gar nicht erwähnt; wenn ich Windt- I borst oder Partei Windthorst sage, so meine ich immer Herrn Richter mit (Heiterkeit) und die gesammte Opposition, denn ich kann nicht alle Namen der Gefolgschaft des I Herrn Windthorst behalten. Herr Windthorst mag theoretisch anderer Meinung sein I als die Socialdemokraten, aber bei seiner praktischen Politik können die Socialdemo- I Traten ihm sehr gut folgen. (Widerspruch.) Die Bürgschaft des Vorredners, daß I Frankreich uns nicht angreifen würde, kann ich nicht gebrauchen, ich habe mein eigenes I Urtheil über die Franzosen und habe schon gestern die Eventualitäten angeführt, unter I denen Frankreich uns angreifen würde. Die Arbeiter folgen im Falle eines Krieges I lieber dem Rufe des Kaisers als ihren parlamentarischen Führern, die nur Unfrieden I Handwerk aber längst vergessen haben. Bezüglich Hannovers, worüber sich Abg. Windthorst beschwert, so war die damalige Politik eine aktiv gegen Preußen I gerichtete und die spätere Abweisung Georg V. durch Preußen gerechtfertigt. Noch weit I entschiedener war die Abweisung gewesen, die man uns 1866 von Hannover hatte zu I Theil werden lassen. 8 I Ich wiederhole, daß die verbündeten Regierungen auf der unveränderten An- I nähme der Vorlage bestehen, gewähren Sie diese nicht, so werden wir ungesäumt einen I andern Reichstag befragen. (Lebhafter Beifall rechts.) Fortsetzung der Berathung morgen. 8 o f a I e «. Jan. Das hier am 18. d. M. stattfindcnbc Concert der berühmten Molin-Tirtuosin Arma Senkrah wirb uns bie Bekanntschaft mit bcr Pianistin Zr - Emma Gratzcurth und bes Tenoristen Herrn Werner Alberti vermitt n B-ib- Künstler smb Sterne, bcren Gang im Aufsteigen begriffen ist. Van Fräulein Großeurth ist schon manches Lob zu uns gedrungen. Die Künstlerin ist nnn itwo« früheren Kunstreisen mit bem Baritontsten Dr. Krückl noch im be ten Slnbcnfm unb wirb zuversichtlrch bas große Lob, bas ihr stets gespenbet würbe, voll recht e?tiäen Der Sanger bes Abenbs Herr Werner Alberti, ist ein junges Talent, von besten Zukunft b-r Impresario sich Großes ver pricht. Mächtiges unb wohlklingenbes l> s zum hohen 6 schon gebilbetes Organ unb poetischer Vortrag siub bie Wahrzeichen b s lugenblrchen Sangers. Im Ganzen genommen haben wir einen ganz außergewöhnlichen Genuß von biesern Concerte zu erwarten. n^n^uyunaitn Netzen, 13 Januar Wir erwähnten bereits kurz bes von Herrn Wilhelm denstlhen MZck ° "SP°ftfeIIer Seltenen Vortrages unb kommfn wir HeuteÄ „ . Nachd-m Herr Köser seinen Vortrag mit bem Ausbrucke ber Freubc über bas zahlreiche Erscheinen eingeleitet hatte begrunbete berselbc in eingehenber Weise, wie mit dem Aufschwünge, ben Hanb-l unb Jnbustrie in Folge unserer politischen Errungen schäften ber letzten Decenmen er ahren, sich bas Bebürsniß einer allgemeinen Verbrüderung von Berufslnteressen geltenb gemacht unb zur Grünbuna ber Kautmännitts..» Vereine geführt habe. Zweck unb Ziel biescrVereinigungen sei in'ersierLiuie H ^" unb Förberung allgemeinen, zeboch vorzugsweise kaufmännischen Wissens. Rebner vermischtes. A Mainz, 12. Januar. Von der militärischen Brieftaubenftation hier werben eben von den Außenwerken der Festung aus häufig Versuche und Proben mit den geflügelten Briefträgern angestellt. Eine interessante Beobachtung hat man dab-i uuf dem Fort Erbenheim gemacht, indem die dort freigelassenen Tauben erst nach langem Kreisen über dem Fort ihren Flug über den Rhein nach der Station antraten. Trotz der verhältnißmäßig kurzen Strecke von dem Fort Erbenheim bis zur Station sind auf dieser Tour schon vielfach Tauben ausgeblteben, wodurch die anderweitig schon gemachte Erfahrung bestätigt wird, daß Brieftauben, sobald sie einen Fluß überschreiten müssen, nicht mehr als verlässiges Verbindungsmtttel angesehen werden können. — Entgegen dem Dementi des „Mainzer Tagebl." hält der „Mainzer Anz.", gestützt auf eingezogene Erkundigungen, die Nachricht aufrecht, daß Graf v. Schlippen- Lach in Kürze von dem hiesigen Gouvernementsposten zurücktreten werde. A Aus Rhein Hessen, 12. Januar. Auf der am 10. Januar in Laubenheim aogehaltenen Generalversammlung der Spar- und Leihkasse für die Landgemeinden des Kreises Mainz wurde für das verflossene Jahr ein Reingewinn von v4t 38,638 festgestellt. Die Spareinlagen betrugen incl. der Sparmarken 1,623,236 JL und die Rückzahlungen 819,334 Jü und beträgt das Nettoeinlagekapital 2,974,312 Jt gegenüber einem Vermögen von 3,157,605 JL, welches einen Reservefonds von 182,226 JL in sich birgt. — Die Zinsen der Einlagen betragen 2^2 pEt. und ist dementsprechend beabsichtigt, den Zinssatz für Hypothekenkapitalien auf 4Vs und bei Gemeinden auf 4 pEt. herabzusetzen. A Vom Rhein, 12. Januar. Ein Zögling des Victoria-Collegs in Bingen verlustigle sich vorgestern mit Schlittschuhlaufen; sich zu weit herauswagend, brach der junge Mann bei der dritten Krippe des Rheines ein und ertrank. Die Leiche wurde alsbald geländet. Vorgestern Morgen ist die große Kratzenfabrik von Finken u. Sohn in Aachen bis aus die Umfassungsmauern niedergebrannt. Gerettet ist von Material nichts, bet Schaben etwa 250,000 JL Wenkkl Orr fjungeriiileii Uögrf i , . 9r ®in plastisches Hilfsmittel ersten Ranges bietet uns bie älteste renom- Expedition von Haasenftein u. Vogler in der soeben erschienenen ^„^usgabe feines Z^tungsoerzetchnisses und Jnsertionstarifs, welche in einem ?r%anfi ^"^gestatteten Bande vor uns liegt. Sämmtliche Zeitungen des ganzen Erd- flcnannf unb ade interessirenden Angaben hinsichtlich der Auf- der Erscheinungsweise, des Jnsertionspreises hinzugefügt. Bet den Leitungen fAr« *CstrrrotC?r5 UnVr- sowie bei den überaus zahlreichen Fach- cÄ /en D der Zeilenpreis für sogenannte „Reclamen" angegeben. Was diesen Katalog für den Inserenten aber besonders werthvoll macht, ist die Angabe der ' ^lche hier zum ersten Male in sorgfältigen Angaben für alle Zeitungen durchgefuhrt erscheint und auch auf den Reclametbeil" aus- ®er toßnc Band wird an di- 3nkrenkn auf" franco anbei und Derkrbr A ^tir!,^oEr9,^12Ä 3anu£r™ Köther Weizen, 15 00, weißer Weizen JL 1480 -!T» . iÄJS'Ü iem r •* *>«*«• ■ 1» «»»«-» »>«>: IO Butter IM Großen 80.00—84-00, im Detail das Vfnnd 1 00 bs "O- Weißkraut per 10-15 A. Rothkraut pTr Stüd'ÄTAw P'und45-7O A, Kuh- u. Rindfleisch 45-60 A. fialbfletfd) ^-65 Schweinefleisch 65-75 A, Hammelfleisch 50-70 A. 1 Habn ÄÄo'ttteÄ1«“ •* 2-°0-3-00' Pfund 55 65 A, Aw 17. Januar 1887, Vormittags 10 Uhr, sollen die Verpflegungs-Bedürfnisse für das hiesige Garnison, Lazareth für die Zeit vom 1. April 1887 bis ult. März 1888 in öffentlicher Submission vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen, welche auch die Qualität und Quantität der zu liefernden Gegenstände angeben, liegen im Bureau des Garnison-Laza- reths auf und sind vor Abgabe von Offerten zu lesen und zu unterschreiben. Die Offerten, welche die Preisforderungen in bestimmten Geldbeträgen (eX — H.) pro Liter, Stück und Kg. ausdrücken und den sonstigen Bedingungen entsprechen müssen, sind bis spätestens am 17. Januar 1887, Vormittags 10 Uhr, im Bureau des Garnison-Lazareths kostenfrei abzugeben. 129 Gießen, den 4. Januar 1887. Großherzogliches Garnison-Lazareth. Dienstag den 18 Januar, Nachmittags 2 Uhr, werben im Hause bes Herrn Atzbach, Leihgesterner Weg 9, bie zur Hinterlassenschaft des Herrn Peter Heß ge- horigen Mobilien, als schönes Weißzeug und Bettwerk, Herren- und Frauenkleider, Küchengerathe, Tische, Stühle, Sopha, Kommode, ein zweithüriger Kleiderschrank, Küchenschrank, Bettladen mit und ohne Sprungfedermatrazze u. s. w-, sämmtlich sehr gut erhalten, versteigert. 97n _ Hoffmann, ___________ Ortsgerichtsmann. Erledigte Stelle eines Arztes zu Hiendorf a. d. Lumda. Durch den Tod des Herrn 0r. V o g t ist die Stelle eines prakt. Arztes dahier erledigt und sofort wieder zu besetzen. Allendorf bildet bekanntlich den Mittelpunkt eines großen Bezirks und ist Sitz einer frequenten Apotheke. Die Stelle selbst ist bekannt, und wird genügen, wenn wir nur erwähnen, daß Herr 0r. Vogt 28 Jahre in hiesiger Gemeinde als Arzt thätig war- Allendorf a/Lda., 9. Januar 1887. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a/Lda. Bieber. 341 Ieisgeöotenes. Täglich frische Kreppel bei J. Deuker, •344 Neuenweg 38. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Diejenigen Einwohner hiesiger Stadt, bei welchen Mannschaften vom 2. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116 einquartiert sind, werden hierdurch benachrichtigt, daß sie von jetzt ab ihre Vergütungen jedesmal in der ersten Hälfte des folgenden Monats bei der Stadtkaffe selbst in Empfang nehmen können und nachher die nicht abgeholten Beträge durch den Kassediener überbracht werden. Gießen, den 12. Januar 1887. Der Stadtrechner: 349 _______________ H. Enders.________________________ Universal-Catarrh- Husten-Bonbons Paquet ä 15 Pfg. von E.O. MOSER 4 CIE. in STUTTGART. Zu haben in Giessen bei Herren H, Kinkel, Chr. Krämer, Bahnhof- restanratiee, F. Leo, Carl Schwaab. 367 Cokes. Gegenwärtiger Preis in dem Gaswerk: Stückcokes..........Mk. —.95 pr. Ctr., Nutzcokes, für Stubenhcisung, zerkleinert „ 1.05 „ „ Der Transport an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Ccntnern und werden für denselben 25 Pfg. berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch kleinere Quantitäten zugeschickt. 55 Städtisches Gaswerk Gietzen. Ausverkauf wegen Umzug. Um mit meinem Waarenlager bis 15. Januar 1887 geräumt zu haben, gebe auf die schon enorm billig gestellten Preise noch 3% ©conto. 46 M. Kann, Lindenplatz. Zweite, wesentlich verbesserte, um ein Viertel vermehrte Auflage. Erscheint in 72 Lieferungen ä 2 M. Die vor kurzem zur Ausgabe gelangte 2. Lfg, enthält eine genaue Sjezialkarte fler MWffl, Westfalen, Hessen-Nassau, Waldeck, Lippe, Grofsherzotjtunt Hessen im Mafsstabe von 1:1000000. Ferner: Spezialkarte der Provinz Schlesien 1 '.500000. Spezialkarte der Provinz Pommern 1:1250 000. Nordöstliches Frankreich und südwestliches Frankreich, beide 1:350 000. Spanien und Portugal. 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Neustadt 51. 148] Exporteure gegen hohe Pro- visron gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Freitag, d. 14. Januar Älleinige Niederlage in Gießen: Herrn J. 91. Schulhof. A. Zuntz sei. Wwe., Hofl Bonn, Berlin, Antwerven. Der Unterricht in meiner Schale beginnt Montag den 17. Januar. Anmeldungen nehme in meiner Wohnung: SchLffenberger Weg entgegen. Achtungsvoll 304] Nachhilfestunden werdm er- theilt o. e. stud. theol. Asterweg 4G III. Lina Möser Lehrerin. 36t___Chr. Duill, Windhof. Anzeige. Trotz des enormen Preisaufschlages von Rohkaffee bin ich, gestützt auf frühzeitig eingekanfte große Vor- räthe, einstweilen noch in der Lage, meine bekannten Spccialitäten: la. gebe. Java-Kaffee ä Mk 1.60 guter gebe. Haushalts-Kaffee ä Mk. 1.30 in unveränderter Güte ohne Preiserhöhung abzngeben Todes-Anzeige. aT, Verwandten und Freunden die traurige Nachricht, daß gestern Abend unsere hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Ira« EUssbrthk -ßifblT, geb. Wink nach langem schweren Leiden sanft entschlafen ist. Gießen, den 12. Januar 1887. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung findet Freitag den 14. Januar, Vormittags 10 Uhr, vom Sterbehause, Wolkengasse 19, aus statt. 343 Von dem heute Abend 9’/2 Uhr erfolgten Ableben meiner lieben Nichte Margarethe Schillinge, geb. Snell, zu Hesienbrücker Hammer | Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittbeiluna von I aÜten^DWtter" 9*/4 U^r furicm Seiben erfolgten Ableben unserer ■ guren jjiuttcr I Frau Christine Dick, geb. Mudersbach, Wittwe des, Post-packmeisters Ludwig Dick. Im Namen der Hinterbliebenen: Minna Schneider, geb. Dick. Gießen, den 13. Januar 1887. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten statt jeder besonderen Anzeige die schmerzliche Mittheilung, daß unsere unvergeßliche Gattin, Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Iran Katharine Wissner, geb. Steigmann, nach langem Leiden gestern früh 8 Uhr sanft.verschieden ist. Gießen, den 13. Januar 1887. Die trauernden Hinterbliebenen. .?^Adig findet Freitag Vormittag 11 Uhr vom Sterbehause, Marktstraße 8, aus statt. ' 35 ®nid und Verlag der Brühl'schen Druckerei 1.3r. lil;r. Pietsch) in Sicjjca“ __<1 finden in einer auswärtigen mecha- 4ML6uZei- Nischen Schuhfabrik sofort dauernde em und lohnende Beschäftigung. Schriftl. SUPP© Werten sub 8. M. 522 an Haafenftein I & Bögler, Frankfurt a. M. 233 bei 348 Die Stellenvermittlung des Verein zum Wohl der dienenden Klaffe, Frankfurt a. M., Steinweg 2, sucht für sofort und für später Mädchen, die kochen können und gute Zeugnisse be- sitzen, bei hohem Lohn.______________ Reingehaltene (Sxemplare des „Gießener Anzeiger" von Nr. 301 de8 vorigen JahreS werden von der Expedition zurückgekauft. 364 Zu Anf. Febr. wird aus eine Oberförsterei bei Marburg ein älteres solides Mädchen ges., das außer Hausarbeit eine Kuh zu besorgen hat. Anfangslohn 40 Thlr. Bei guter Führung dauernde Stellung __Näheres in der Exped. d. Bl. Etwaige ForderuttgeK an tie verstorbene Frau Caroline Gertig wolle man bis zum 20. d. M bei mir einretchen. Gießen, 12. Jan. 1887. 353 Em Mädchen, welches kochen I kann und alle Hausarbeiten versteht für j einen kleinen Haushalt gesucht. I__Gartenstraße 21. Commis grludjt. (5in junger Mann zum Verpacken und Führung des Versandtes in ein Colonial- waaren-Geschäft gesucht. Branche-Kennt- | niß und Zuverlässigkeit erforderlich. I Reslectanten werden gebeten, schriftliche I Offerten einzureichen an die Exped. d. Bl I unter Chiffre A, Z.__Kg ; Q, ^8 Eine WeWH^ä^w^cht Arbeit.Frankfurterstraße 88 II. 320 Die Hauptvertretung einer der größten deutschen Lebens-Versicberungs- Gesellschaften mit Jncasso für Gießen und Umgegend per sofort zu vergeben. Adressen unter H. R. 62 erbeten an die Exped. d. Bl. ________ “337 Ein tüchtiges Mädchen, welches bürgerlich kochen kann und Hausarbeit gründlich versteht, alsbald gesucht. Seltersweg 18. 359 Ein Kaufmann ges. Alters, mit der Eisenwaaren-Branche, sowie allen Comptoirarbeiten vollkommen vertraut, sucht passende dauernde Stellung. Geff. Off. unter A. B. nimmt die Exp. d. Bl. entgegen.__ ooooooaoo üaoooaoao 9 Unserem Freunde 0 n Kock o E® zu seinem 42. Wiegenfeste ein drei- ö faches Hoch, daß der ganze Sturz Q herunterkommt. 360 ö Sein« durstigen Freunde, WLZOWWOWWOMOQ Forderungen an den Nachlaß der Briefträger Hanauer Wwe.können nur noch binnen 8 Tagen bei mir eingereicht werden, wenn dieselben Berücksichtigung finden sollen. 356 Gießen, den 14. Januar 1887. Oarl Euter, Hammstraße 5. 346] Möbl. Zimmer zu vermiethen. __________________________Ostanlage 9. 350 Der zweite Stock, 6 Zimmer und Zubehör, ist zu vermiethen. ______PH. Strack, Bahnhofstraße 58. 65 Die Belletage meines Hauses, Asterweg 29, 6 Zimmer mit Zubehör, ist zu vermiethen und am 1. April L I. zu be- ziehen.___________________Dr. Haupt._ 183 Ein Logis im Vorderhause ist zu vermiethen und sofort beziehbar. ____________________Karl Sack II. 274 Der I. und H. Stock, 8 und 7 Zimmer, meines neuen Hauses (Bleich- straße) ist zu vermiethen. H. Adami. 307 Hammstraße schöne Wohnung, drei Zimmer mit Zubehör und Gartenantheil. Näheres Lahnstraße 11. ||113 1 Familien logis zu vermiethen. ____________Frankfurterstratze 23. 231 Eine Mansarden-Wohnung zu oei- 342 In einer gebildeten Familie finden Schüler gute und billige Pension. Näheres in der Exped. d. Bl. Reifenden für Liqueur- und Cigarren-Geschäfte ist Gelegenheit geboten, den Verkauf gangbarer Consum-Artikel gegen gute Provision zu übernehmen. .Offerten unter A. V. 7091 postlagernd Gießen erbeten._____________________357 192 . Ein schön geräumiges Kneip- local ist abzugeben bei I. 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