Alk. 26A Blatt. Sonntag den 13 November 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. B«rea«r S ch „ l str a ß - 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. » 2 ^^■■?fÄÄerl0,’n- ———— — - __ ” Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. AEsunde«: 1 Raschenkorb, 1 Lederschürze, 1 Taschenmesser, 1 Tasche mit Inhalt, 1 Taschentuch, 1 Lederriemen, 1 Kinderkragen, 3 Regenschirme, mehrere Kragen und Manschetten, 1 Testament, 1 Serviette, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Greß en, am 12. November 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Berlin, 11. November. Die „Voss. Ztg." meldet aus San Remo: Das nicht ganz leicht erzielte aber einstimmige Endurtheil lautet: Allgemein- b efinden fortdauernd gut. Kehlkopsschwellung wesentlich vermindert; äußerliche Dpe* Mtion unnöthig, innere höchst wahrscheinlich nörhig, aber noch aufschiebbar. (F. Zg.) Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrespondeirr-Brrrearr« Berlin, 11. November. Der Kaiser empfing Mittags Perponcher, tarnt Wilmowski, um 1 Uhr den Minister v. Puttkamer, um 4 Uhr den StaatS- tzcretär Grasen Bismarck. Morgen früh trifft Prinz Heinrich hier ein und nimmt im königlichen Schlöffe Wohnung. Prinz und Prinzessin Albrecht treffen in den nächsten Tagen ein. — Der Kaiser zog fich gestern Abend gegen 8V2 Uhr zurück und hatte fcjie recht gute Nacht. — Die endgiltige Consultation der Aerzte über die Behandlung des Kronprinzen dürfte noch aurstehen, bis em weiteres Fallen der Anschwellung sich ^vollzogen, was einige Tage dauern dürste. — Ein Bulletin aus San Remo von gestern Nachmittag, unterzeichnet vcon Mackenzie, Schrötter, Schrader, Krause, Schmidt, Hooell meldet: Die versammelten Aerzte constatiren eine in den Iv^en Tagen eingetretene Schwellung im Kehlkopf des Kronprinzen, welche hoffer.tlich unter dem Gebrauch geeigneter Mittel bei dem ausgezeichneten Verhalten des hohen Patienten wieder zurück- gchen wird. — Die Reichsbankstellen find gestern angewiesen worden, Lombard- Aarlehne auf russische Werthpapiers nicht mehr zu gewähren. Wien, 11. November. Die „Abendpost" schreibt: In der ganzen ciwilisirten Welt, besonders im befreundeten Oesterreich. Ungarn, verfolge man mit tat lebhaftesten Interesse und dem aufrichtigsten Mitgefühle die Krankheits- chasen des Kronprinzen und hoffe, es werde unter dem schützenden Walten der Mrsehung und der Kunst der Aerzte gelingen, das theure Leben zu erhalten. Bern, 11. November. Laut Beschluß des Bundesrates findet für Oualtläts-Spirttuosen, welche vom 1. December ab in die Schweiz eingesührt werben, keinerlei Rückvergütung her Monopolgebühr statt. Paris, 11. November. Wilson wurde heute Abend von dem Unter* sluchunMichter Athalin vernommen. — Wie das „Journal des Dubais" sagt, sand Rouvier gestern Abend Er6vy sehr niedergeschlagen über bt* plötzlich veränderte Haltung Der Kammer. Derselbe meint, daß nichts Gravirendes gegen Wilson sestgestellt sei. — Der Polizeipräsekt Gragnon behauptete bei seiner heutigen Vernehmung vo-r der UntersuchungS'Commisston, daß in dem Actenstück mit den bei der Limousin beschlagnahmten Briesen kein Schriftstück unterschoben fei. — Das Zuchtpolizeigericht ordnete die vorläufige Freilassung Caffarel's, Larentz' und der Limousin an. Die Verhandlungen gegen d'Andlau und Frau Siattazzi sind beendigt. Der Urtheilsspruch erfolgt Montag. — Gr6vy soll das von der Regierung in der Kammer wegen der Wilson- A-iese eingeschlagene Verfahren gebilligt und keineswegs von seiner Demission gesprochen haben. In einer gestern stattgefundenen langen Unterredung Gröoy's mit Ferron, Rouvier und dem Polizeipräsekten Gragnon soll dieser jedwede Vcr- mtwortung bezüglich nntergeschobener Briese abgelehnt und sich geweigert haben, |H demissioniren. Wilson hat das Elysöe gänzlich verlassen; seine Wohnung ist M-tschließlich in der Avenue Jena. London, 11. November. Das ehemalige Parlaments-Mitglied für HM, William Landers, wurve auf Trafalgar Square verhaftet, als er daselbst ta Rede halten wollte. Chicago, 11. November. Die zum Tode verurtheilten Anarchisten bchwab und Fielden rouroen zu lebenslängltchem Gesängniß begnadigt; die anderen vier Anarchisten werden heute hingerichtet. — Die Anarchisten Engel, Parsons, Spieß und Fischer sind heute früh durch dcn Strang hingerichtet worden.. Es ist keinerlei Ordnungsstörvng vor- fltfommen und herrscht bis jetzt vollkommene Ruhe. Lokales. Gießen, 12. November. Vom 13. d. Mts. an coursiren auch am Sonntag die Lokalzüge 730 Vormittags von Lollar nach Gießen und 1 Uhr 40 Minuten Knttags von Gießen nach Lollar zurück. Gießen, 12. November. sConcert-Verein.^ Das erste Concert in dieser Sariton findet am Sonntag den 20. d. M. statt und wirken in demselben die Herren Prüf. James Kwast (Clavter), Bassermann (Violine), Hausmann (Cello) und Friedländer (Gesang). Wir wollen bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, daß der Vorstand drsr Vereins die geehrten Mitglieder höflichst ersucht, ihre Karten bis spätestens I p. d. M. bei Herrn Oscar Zack (Rudolph'sche Musikalienhandlung) gegen Zahlung • drsi Beitrages in Empfang zu nehmen. I I Gießen, 10. November. Samstag den 19. l. M., .Vormittags 9 Uhr, findet im Regterungsgebäude hier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 1. Klage des Ortsarmenverbandes Altenstadt gegen den Landarmenverbant^ Büdingen wegen Unterstützung des Kindes der Joh. Balth. Peppel Eheleute von Ober-Seemen. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsarmenverband Wetterfeld wegen Unterstützung der Marie Wilhelmine Wacker von Wetterfeld. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Lumda gegen den Ortsarmenverband Gells- Hausen wegen Unterstützung des Peter Schmidt von Geilshausen. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Cassel gegen den Ortsarmenoerband Kirtorf wegen Unterstützung der Johanna Strempel aus Kirtorf. 5. Klage des Ortsarmenverbandes Bockenheim gegen den Ortsarmenverband Friedberg wegen Unterstützung der Franziska Heuer aus Bockenheim. 6. Recurs des Bäckermeisters I. Lein in Gießen wegen verweigerter Erlaubniß zum Branntweinausschank. 7. Recurs des Franz Gärtner in Gießen wegen verweigerter Erlaubniß zum Branntweinausschank. Gießen, 11. November. (50. Stiftungsfest des Gesan gvereins „Lieder- verspätet.^ Am 6. und 7. dieses Monats feierte der in allen Schichten unserer Bevölkerung wohlbeliebte Gesangverein „Liederkranz" in Stein's Saalbau seinen 50. Stiftungstag. Vor 50 Jahren durch den jetzt noch lebenden Herrn Okttoi- Jnspektor Jost gegründet, hat der Verein in dieser langen Spanne Zeit die Freuden und Leiden des Vereinslebens in reichem Maße gekostet und steht nunmehr als kräftiger Baum da, der mit seinen etlichen 40 aktiven Sängern das Ideal des Vereins, die Pfl-ege des deutschen Männergesanges, stets hoch gehalten hat und noch hält, wie uns dies die Leistungen zeigten, welche unS an den bcid.n Festabenden geboten wurden. Nach dem reich ausgestatteten Programm zu schließen, sollte den Besuchern ein seltener gesanglicher Genuß geboten werden und hat der Erfolg gezeigt, daß man fich in hochgespannten Erwartungen nicht enttäuscht sah. Das Arrangement des Festes selbst war ein ausgezeichnetes, und machte dem festgebenden Verein alle Ehre. Für den ersten Festtag war ein Concert mit ausgewähltem Programm vorgesehen, welchem sich dann später ein Tänzchen anschloß, welches Mitglieder und eingeladene Gäste noch lange betsammenhielt. Das Gesangs-Programm des ersten Tages enthielt nachstehende Pidcen: 1) Männergesang, Chor von Schröder, 2) Abendlied, Chor von Abt, 3) Gebet vor der Schlacht, Chor von Storch, 4) Festmarsch, Chor von Hermes, 5) Die drei Röselein, Chor von Silcher, 6) Gute Stacht, Chor von Kuhn, 7) Nacht am Meer, Chor mit Orchesterbegleitung von Brachmann, 8) Roth Röselein, Chor von Abt und 9) Im Walde, Chor von Kücken. Zwischen diesem herrlichen Programm, bei welchem insbesondere der gewaltige Chor „stacht am Meer" heroorzuheben sein dürfte, spielte unsere Regimentsmusik ein nicht minder feines Programm ab. Nach Erledigung des ersten Theils des Programms hielt der Präsident des „Liederkranz" Herr Heinrich Wagner eine Ansprache an die Anwesenden, welche ungefähr wie folgt lautete: .„Hochgeehrte Festgenossen! Der Gesangverein Ltederkranz, in dessen Namen ich Sie Alle herzlich willkommen heiße, hat, aus Veranlassung der Feier seines fünfzigjährigen Stiftungsfestes, den heutigen Concert- und morgigen Banket-Abend veranftaltet, indem er glaubte, hierdurch sein Jubiläum, seinen Ehrentag am würdigsten zu feiern. Unser Fest gewinnt noch an Bedeutung dadurch, daß der Ltederkranz schon am 6. November 1842, also gerade heute vor 45 Jahren, aus den Erträgnissen seiner Gesangs-Aufführungen der hiesigen Stadtkirche das dortselbst heute noch befindliche Lutherbild stiftete. Wir sind nun hocherfreut darüber, eine so große Anzahl von Festgenossen begrüßen zu können und der Verein rechnet es sich zur ganz besonderen Ehre an, daß einen Einladungen so vielseitig berettwilligst entsprochen worden ist, wodurch unser Fest verherrlicht wird. Wenn ein Gesang-Verein sein 50 jähriges Stiftungsfest feiert, dann hat er gewiß alle Ursache darauf stolz zu sein, und heut ist es der Liederkranz, welcher seinen Stolz in dieser Feier und darin zugleich eine Genugthuung findet, für die Kämpfe, welche er in früheren Jahren zum Oefteren um seine Existenz hat führen müssen. Der Liederkranz hält stets hoch das deutsche Lied, den deutschen Männergesang und ist bestrebt in dieser Beziehung das Möglichste zu erreichen; er steht heute noch in voller Blüthe, 40 Sänger schaaren sich stark und einig um ihren bewährten, hochverehrten Dirigenten Herrn Kaufmann und sind fest entschlossen, nach wie vor das deutsche Lied, den deutschen Männergesang nach Kräften zu pflegen. Möge es dem Verein heut gelingen, Sie davon zu überzeugen, daß er eine Pflegestätte des Gesanges ist und wenn Sie uns dann noch Ihre Sympathie allezeit bewahren wollten, dann wären dies die besten Geschenke, welche der Ltederkranz zu einem fünfzigsten Geburtstage empfangen kann." Reicher Beifall und Zustimmung folgte diesen Worten. Wir müssen hier bemerken. daß der „Liederkranz" die Spitzen der Verwaltungsbehörden und des Polizeiamts, das Stadt Collegium, die Dirigenten und Vorstände der hiesigen Gesang-Vereine sowie die früheren Mitglieder des Vereins^ 21 an der Zahl, welche am 6. November 1842 der hiesigen Stadtkirche das dortselbst hängende Bild des großen Reformators Ilr. Martin Luther stifteten, zur Jubelfeier eingeladen hat. Zahlreich wurde dieser Einladung Folge geleistet. Herr Bürgermeister Bramm toastete während einer Pause auf den festgebenden Verein, indem er desselben bezüglich seiner gesanglichen Leistungen lobend gedachte und namentlich heroorhob, daß derselbe der Stadt Gießen schon bei vielen Gelegenheiten mit seinem Gesänge gedient habe, er wünsche dem Verein ferneres Blühen und Gedeihen und brachte ihm ein dreifaches Hoch aus, in welches die Anwesenden freudig einsttmmten. Es würde zuweit führen, wollten wir die einzelnen Programmnummern besprechen. Allen verdient das Prädikat gut und namenklich der Bachmann'sche Chor „Die Nacht am Meer" machte einen erhebenden Eindruck. Der zweite Festtag, Montag, war als Banket-Abend vorgesehen und dürfte eigentlich in gesanglicher Beziehung als Glanzpunkt des Festes dastehen. Dce em- geladenen Gesangvereine schmückten ihrerseits das Fest des „Liederkran^" dadurch aus, daß auch sie am zweiten Tage ihre Leistungen zur Geltung brachten und tvas man oa Hörte, war wirklich alles prächtig und gut. Ein edler Wetteifer herrschte bei allen Vereinen, nur Gutes und Gediegenes vorzutragen. Ein wahrer Gesangs-Wettstreit entstand dadurch und wurde den Festtheilnehmern ein Hochgenuß bereitet. ES sangen außer dem Liederkranz, welcher zu Beginn des Abends „Schäfers Sonntagslied" von Kreutzer vortrug und später noch in einem Doppel-Quartett „Wenn sich zwei Herzen scheiden" von Dr. Maschn ek, sowie das Chorlied „Mei Schatz und ich" von Pache und zum Schluß die „musikalischen Schnurrpfeifereien" von Peuschel folgen ließ, 1) Das Kronbauer'sch e Quartett „Mädchen mit dem rothen Mündchen" vvnJ. Gall und „Morgenlied" von I. Pietz, 2) der Sängerkranz das „Nachtlied" von Kreutzer, 3) die Harmonie „Abschied vom Gebirge" von Tschirsch und „Abschied von der Alm" von L>chmözer, 4) die Gesangs-Abtheilung der Bürgergesellschaft „Ritters Abschied" von Kinkel und 5) der Bauer'sche Gesangverein „das Kirchlein" von Becker. Alle Gesangvereine haben brav gesungen und verdienen das beste Lob, welches sich auch durch die jedesmaligen Beifallskundgebungen zur Geltung brachte, Insbesondere brachte das Kronbauer'sche Quartett sowohl seine Lieder, welche auf dem Programm standen, als auch die auf vielseitigen Wunsch vor Beendigung des Programms noch eingeschobenen ganz ausgezeichnet zum Vortrag. Tie Festtheilnehmer waren mittlerweile durch die Gesangs- und musikalischen Vorträge in eine so gehobene Stimmung versetzt worden, daß, als der „Ltederkranz" die zwei letzten Gesangs-Nummern „Mei Schatz und ich" (ein von dem Liederkranz-Dirigenten Herrn Kaufmann arrangtrter recht netter Walzer) und die „musikalischen Schnurrpfeifereien" zum Vortrag gebracht hatte, noch Niemand an den Heimweg dachte. In den Pausen des Festprogramms hatte zunächst der Dirigent des Kron- bauer'schen Quartetts, Herr Zahlmeister Kronbauer, des festgebenoen Vereins in ehrenvollen Worten gedacht, indem er namentlich sagte, daß die Leistungen dieses Vereins am Concert-Abend und am heutigen Banket-Abend alle Achtung verdienten. Herr Musikdirektor Felchner zollte dem Herrn Registrator Kaufmann, als Dirigent des Ltederkranzes, die vollste Anerkennung. Herr Wagner, Präsident des Liederkranzes, dankte u. A. den Gästen und insbesondere den Gesang-Vereinen für ihr Erscheinen und die bereitwillige Mitwirkung der Letzteren, wodurch die Jubiläumsfeier des Liederkranz verherrlicht werde und wünschte, daß die beiden Jubiläums-Tage dazu beitragen möchten, die Gesang-Vereine Gießens immer mehr zu kräftigen und zusammenzuführen. Herr Cvrl Wenzel toastete in einer durch Humor gewürzten Rede auf den Liederkranz. Sodann dankten noch alle Vertreter der eingeladenen Gesang- Vereine dem festgebenden Verein für die freundliche Einladung und toasteten auf das fernere Blühen und Gedeihen dieses Vereins. Herr Hetnr. Bruchhäuser gedachte in warmen Worten der Verdienste des Herrn H. Wagner als Präsident des Gesang- Verein Liederkranz und Herr Louis Haubach, Schriftführer des Vereins Liederkranz, hob in beredten Worten hervor, daß Herr Octroi-Jnspector Jost der eigentliche Gründer des Liederkranzes sei, welcher durch seine musikalische und gesangliche Befähigung und durch seine große Liebe zum Gesang zuerst eine Anzahl Freunde an sich gezogen und so den Verein nach und nach gebildet habe; des Herrn Jost und der alteren noch lebenden Mitglieder des Vereins Liederkranz, 21 an der Zahl, wurde wegen ihrer Verdienste um den Ltederkranz gedacht und stimmte die Festvelsammlung in ein dreifaches kräftiges Hoch auf dieselben ein, worauf Herr Jost dankte und erklärte, daß er stolz darauf sei, der Gründer dieses heute so kräftig dastehenden Vereins Liederkranz zu sein. Das waren zwei herrliche Tage, die Jubiläums - Tage des Liederkranz, die die Festtheilnehmer sobald nicht vergessen werden. Der Verein hat ein Muster abgegeben, wie man ein derartiges Fest am Schönsten und Würdigsten feiert und sich die Achtung und Liebe der übrigen Gießener Gesang-Vereine und seiner Freunde erwerbe. — Er hat ferner gezeigt, was Einigkeit und Vertrauen der Mitglieder zu einander zu leisten vermag und gerade dieses schätzen wir bei dem Liederkranz hoch. Möchten sich andere Vereine daran ein Vorbild nehmen. Verwischte-. — .Die Abfahrten aus den Sand-, Kies-, Lehmgruben und den Steinbrüchen in der Umgebung Gießens. Vortrag des Vorsitzenden des hiesigen Thterschutzoereins, Lehrer Cur sch mann, in der letzten Sitzung des Vereins: 3» Begleitung der Herren Flurlchützen Hardt, Wenzel, Klingelmeier, Weber und Müller habe ich sämmtlichen Abfahrten der Art, welche in hiesiger Gemarkung Vorkommen, und auch denen des nahen Bergwerks einen Besuch zur Besichtigung abgestattet, um mich von dem Zustande derselben zu überzeugen, denn die aus benannten Gruben führenden, mitunter schlechten Wege verursachen oftmals die gröbsten Thierquälereien. Da nun alle Thierschutzoereine es als eine Hauptaufgabe betrachten, möglichst viele Verhinderungen von Thierquälereien herbetzuführen, so glaube ich, daß das Bestreben unseres Vereins auch dahin gerichtet sein muß, alle Mängel, die für unsere Schützlinge Qualen nach sich ziehen, aufzudecken und auf deren Beseitigung hin- zuwtrken. Ich erlaube mir nun hiermit, Ihnen das Resultat meiner Beobachtung in kurzen Worten mitzuthetlen. Vorerst will ich jedoch nicht unterlassen, zu bemerken, daß obengenannte Herren, die ich als Sachverständige zuzog, mir bereitwilligst alle mögliche Auskunft ertheilten und daß dieselben großes Interesse für den Thierschutz an den Tag gelegt haben. Zuerst lenkten wir unsere Schritte nach dem Revier des Flurschützen Weber, hauptsächlich in der Absicht, dem Bergwerk in der Lindener Mark den ersten Besuch zu machen, um dorten die Abfahrten in Augenschein zu nehmen, und ich freue mich, daß ich Ihnen darüber nur Gutes berichten kann. Die Abfahrten auf benanntem Bergwerke sind sehr gut, sie werden mit großer Sorgfalt überwacht, eine jede schlechte ©teile wird sogleich ausgebessert und, wenn es nöthig erscheint, werden sofort eiserne Schienen gelegt. Es ist daher eine Lust, mit anzusehen, wie die Pferde die beladenen Karren mit Leichtigkeit nach den mitunter steilen Lagerplätzen befördern, was aber auch darin seinen Grund hat, daß die größte einem Pferde aufgebürdete Last nur acht ©B zehn Centner betragen darf. Da auch die Behandlung der Pferde auf diesem Berg- werke geradezu musterhaft genannt werden muß, so fühle ich mich gedrungen, Ihnen etwas Näheres darüber mitzutheilen. Keinem Knecht steht das Recht zu, ein Pferd zu strafen, denn, wenn er es wagen sollte, seinem anvertrauten Thiere aber auch nur emen Schlag -u versetzen, so wird er mit 1 JL Strafe belegt und in Wiederholungs- [a^n?elgertficbbie (Strafe so weit, daß sie sogar seine Entlassung aus dem Dienste herbeifuhrt. Sollte ein Knecht der Meinung sein, daß ein Pferd durch Störrigkeit oder sonstige Ungezogenheiten Strafe verdient, so muß er davon einem Beamten die Anzeige machen, und wenn dieser eine Züchtigung für nöthig erachtet, bann erst darf eine Strafe vollzogen werden. Bessert sich das Pferd daraufhin nicht, so wird durchaus keine wettere Prügelei, die die Direction verabscheut, fortgesetzt, sondern das Pferd wird dem Lieferanten, der gehalten ist, es wieder zurückzunehmen, als unbrauchbar zur Verfügung gestellt. Alle Pferde sind so vortrefflich genährt, daß ich es für ganz über- habe, nach den täglichen Rationen derselben zu fragen. Daß in den k «V- e cf ,??rde die größte Ordnung und Reinlichkeit herrscht, daß da Striegel gehandhabt werden müssen, sieht man den Pferden schon beim ersten fli» an. ^ne Ausnahme erscheinen dieselben stets wie in sauberen, netten, spiegel- ßlatten Sonntagskleidern auf denen Staub und Schmutz durchaus nicht geduldet werden Eine solch edle Behandlung der Pferde verdient gewiß von gar manchem Pferdebesitzer nach geahmt xu werden, und eine oerehrliche Direction, die so humane Doa^^nedennun^ ™ frcubiße Überzeugung hegen, daß ihr alle Edeldenkende . «r und dritter Gang galt den Sandgruben, deren wir etwa 16 bis 18 einer gründlichen Betrachtung unterzogen. Leider kann ich Ihnen von den meisten der- felben keine günstige Mittheilung machen, denn die Abfahrten derselben sind so mangelhaft und be chwerlich daß selbst bei halber Last die armen Thiere furchtbar angestrengt werden müssen,^ um die Wagen, die im Sande bis an die Achse einsinken berans- zubringen. Den stärksten und zugfestesten Pferden ist es bei dem besten Willen nicht möglich, auf so schlechten Wegen auch nur eine mäßige Ladung von der Stelle zu bringen, und wenn ihnen nun gar zugemuthet wird, was häufig geschieht, eine volle Ladung, die mit dem Wagen oftmals 60—70 Centner betragen soll, herauszuschaffen so übersteigt dies ihre Kräfte, und sie sind gezwungen, ihren Dienst zu versagen Jetzt sangt leider die Peitsche an, eine Hauptrolle zu spielen, eine abscheuliche Prügelei bricht los, denn, weil es mit Gewalt vorwärts gehen soll, so läßt cs der unbarmherzige -Lenker an unzählig wuchtigen, schmerzhaften Hieben auf Rücken, Bauch und Kopf der - armen Thiere nicht fehlen. An eine Erleichterung der Last durch Abladen wird bann gedacht, wenn die Thiere recht gründlich abgemattet und schaudererregend worden sind, und es ist geradezu unbegreiflich, wie cs möglich ist, daß viele Sfr??, befifeer einen so groben Unfug, von dem sie doch unter allen Umftänbtn unterri*?!» | sein müssen, dulden können, da doch auch nur den Gletchgilttgen entgehen kann ■ ihre für schweres Geld gekauften Pferde durch diese tägliche Uebei bürbung früh^« ; abgenutzt und vollständig xu Grunde gerichtet werden. An einigen Gruben finh h» i Abfahrten ziemlich gut und von zweien kann ich berichten, was ich mit Veranün thue, daß die Herren Besitzer wesentliche Verbesserungen haben eintreten lassen (Sa iS ! dies an den Gruben der Herren Steinbach und Jünger dadurch geschehen dak k erstere die Abfahrt mit dicht und fest aneinander gefügten Eisenbahnschwellen von unt,tV bis oben belegt hat, und daß die des zweiten theilweise mit Pflaster versehen in an diesen Gruben nicht unvernünftig aufgeladen wird, so können die Pseröe ein!" ziemlich schweren Wagen, der hier gar nicht einsinken kann, ohne besondere Wnfirenmrn herausbefördern. Freilich, einer Sandgxuben-Absahrt muß ich entschieden den Vor.!!? geben, ich muß sie unbedingt für die beste erklären, weil da die Ausbeute nur n?f Rollwagen bewerkstelligt wurde, und daß eine solche Beförderung als die leichteste hi j die Thiere angesehen werden muß, wird wobl Niemand in Zweifel ziehen, j die Abfahrt, die Herr Atzbach aus einer städtischen Sandgrube nach dem Bannst der neuen Kaserne hergestellt hat. Obschon ich sehr genau weiß, daß es nicht wl? möglich sein kann, alle Abfahrten auf diese Art einzurichten, so wäre es doch nemif, 25 Interesse der armen Zugthiere mit Freuden zu begrüßen, wenn Schienengcletse un? Rollwagen das gewöhnliche Fuhrwerk an obengenannten Abfahrten, namentlich Qn Sandgruben verdrängten, denn dann könnte selbst eine Kuh ohne besondere einen Bahnzug von zwei beladenen Wagen einem zur weiteren Abfahrt bequemen Pnn,r platze zuführen. Der vierte Gang führte uns zu den Steinbrüchen am Hardtberge, wo mir längere Zeit in den sieben dort befindlichen Brüchen verweilten, und wir sanden h« ein recht bewegtes Thun und Treiben, was mir Gelegenhett gab, nicht allein die AK? fahrten einer genauen Prüfung zu unterziehen, sondern ich konnte auch die flhhihr einiger Wagen genau beobachten. Es ist mir sehr angenehm, Ihnen berichten zu können, daß alle Abfahrten da«. Prädikat „im ganzen gut" verdienen, denn dieselben haben keine bedeutende Steigungen" sind von unbeträchtlicher Länge, ruhen auf fester Grundlage und befinden sich in einem guten Zustande. Ich habe gesehen aus drei verschiedenen Brüchen schwerbelal ne Wagen absahren und ich muß zugeben, daß die Pferde dabei durchaus nicht übermäuia angestrengt wurden. Jedoch ein Stück des Weges, der an den nach der Textor'schcn Besitzung in liegenden Steinbrüchen vorbeisührt, bedarf einer Reparatur, denn es befinden sich suß- tiefe Löcher in demselben, die mit geringen Kosten und wenig Arbeit ausgesüllt werden könnten, da brauchbares Geröll dazu massenhaft kaum zwei Schritte von diesen schlechten Stellen entfernt liegt, und es ist daher sehr auffällig, daß eine fo leicht auszuführende Verbesserung nicht schon längst geschehen ist. Was nun die Abfahrten der Kies- und Lehmgruben, sowie auch die der Felddackstein-Brennereien betrifft, kann ich mich ganz kurz fassen, denn sie befinden sich fast alle in einem so guten Zustande, daß nur bei ganz ungewöhnlichen Ladungen Quälereien vorkommen können. Eine Abfahrt jedoch muß ich ganz besonders hervorheben, es ist dies die Kiesabfahrt, die Herr Rübsamen von der Lahn aus nach einem Lagerplätze an der Bahn Herrichten liefe. Die Beförderung frnbet auch da nur vermittelst Schienengeleise und Rollwagen statt und ich muß diese Abfahrt für ebenso muftergiltig erklären, wie ich dies bei einer oben erwähnten Sandgrube gethan habe. Grotze Mißstände, von denen Sie sich ja selbst überzeugen können, sind nach meiner und auch der Sachverständigen Meinung an ziemlich Dielen Abfahrten vorhanden, deren Beseitigung vielleicht dadurch angestrebt werden könnte, wenn die betreffenden Besitzer von den Flurschützen recht eindringlich auf die Mängel aufmerksam gemacht würden. Sollte dadurch ihr Barmherzigkeitsgefühl für die armen Thiere nicht erwachen, sollten sie sich nicht dazu verstehen, in irgend einer Weise Verbesserungen eintreten zu lassen, bann freilich würbe es als geboten erscheinen, ein hochverehrliches Grobherzogliches Polizeiamt burch eine Bittschrift zu veranlassen, das Feldpolizei- Personal anzuweisen, eine recht strenge Aufsicht an diesen Abfahrten zu führen. Gießen. Curschmann. Worms, 6. November. [Verberge zur Heimalh.^ Ein segenverheißendes Werk ist heute der Oeffentlichkeit übergeben worden, die neue „Herberge zur Heimath", die in den Räumlichkeiten des früheren Töchterschulgebäudes auf dem Andreasplatze untergebracht ist. Als durch die Bemühungen des Freiherrn Heyl zu Herrnsheim im Sommer dieses Jahres ein Zweigverein des „evangelischen Bundes" hier in'S Leben gerufen war, hatte der Letztere sich als eine der ersten Aufgaben die Errichtung einer solchen Herberge der Heimath zum Ziel gesetzt und heute, kaum drei Monate, nachdem teuer Entschluß gediehen, laden die schmucken Räume der Herberge den Wanderer ein, sich's darin wohl sein zu lassen. Ermöglicht ward das durch den gemeinsamen Eifer der gefammten Bürgerschaft, ihnen allen voran allerdings wieder derselbe hochherzige Mann, dem unsere Stadt eine Fülle der trefflichsten Einrichtungen bereits, die Impulse ihres mächtigen Aufschwungs verdankt. Freiherr v. Heyl war es, der unentgeltlich das ihm gehörige große schöne Haus zu dem menschenfreundlichen Zwecke zur Verfügung gestellt. Auf heute um 3 Uhr waren die Freunde und Wohlthäter des Unternehmens zu den Eröffnungsfeierlichkeiten geladen: Kreisrath v. (Sagern, Bürgermeister Küchler, Freiherr v. Heyl mit Familie, einige Stadtverordnete 2c. fanden sich dazu in dem mit den Bildern des Kaisers und unseres Großherzogs, den Emblemen des Handwerks und sinnigen Sprüchen, bald fromm, bald scherzhaft geschmückten Räumen ein. Herr Pfarrer Kellner sprach ein Gebet zu Beginn der ernsten Handlung, dann gab Herr Gymnasiallehrer Dr. Dieckmann die kurze Vorgeschichte der Herberge mit Worlcn deS Dankes an Alle, welche dem edlen Werke ihre Unterstützung geliehen und erörterte Zweck und Bedeutung des Instituts. Ein Rundgang durch die der Gäste hairenden Schlaf- 2C. Zimmer überzeugte zum Schluß sämmtliche Anwesenden von der Sorgfalt, mit welcher der Vorstand feiner Aufgabe gerecht geworden war. Vortreffliche Betten, überall die nöthigen Waschutensilien, eine Küche, die jeder HauSftau Vergnügen machen würde, behagliche Gasträume; auf der schwarzen Tafel im Fremdenzimmer parabnien schon die Namen hiesiger und auswärtiger Handwerksmeister, welche Gesellen suchten, gewiß eine gute Vorbedeutung für alle Arbeitbegehrenden, die dort oorsprechen. Dre hiesige „Herberge zur Heimath" öffnet den Suchenden aller Confessionen ihre Thore, es haben auch Mitglieder aller Religionsgesellschaften ihr Scherflein dazu gegeben, wenn auch zum weitüberwiegenden Theile die evangelische Gemeinde dahier die Einrichtung ermöglicht hat, die Leitung der Anstalt hat daher mit Fug und Recht in deren Händen zu liegen. § 1 ber Hausordnung sagt: Die Herberge steht jedem Reisenden ohne Unterschied des Glaubens und Gewerbes offen, welcher sich beim Herbergsvater hinreichend legitimiren kann. Also auch ohne Unterschied des Gewerbes; das ist nicht zu unterschätzen. 9Ucht bloß der Arbeiter, der Handwerker ist es, der auf der Wanderschaft dort ausruhen kann. Die sociale Noth hat heute in Lebenscategorien um sich gegriffen, die weit übler daran sind, als jetzt der fogenante „arme Reisende" und nach Brauch und Erziehung nicht zu den Mitteln der Letzteren greifen können, sich weiter durch die Welt zu schlagen und endlich den gesuchten Verdienst zu finden. Auchi sie ist es eine Wohlthat, wenn sie den niedrigen Kneipen entgehen, in welchen sie ßeifttg und körperlich den Untergang finden und hier für wenige Pfennige einen warmen Ofen im Winter, ein freundliches Zimmer und ein gutes reines Bett erhalten. Das wird hier je nachdem für 25, 35 und 50 Psg. gegeben. Der Morgenkaffee 6 W Mittagstisch von 40 H an. Einheimische können für 8 bis 9 Mark die Woche dort Wohnung und volle Verpflegung erhalten. Gerade die letztere Einrichtung ist von großer Bedeutung. Hunderte von kleinen Commis arbeiten in den modernen Geschäften um ein Butterbrod als Gehalt. Der Wohnungswucher der Städte zieht gerade von diesen Aermsten seine höchsten Zinsen; wie viele von ihnen werden fystemat.sch dem Proletariat, dem Elend zugeführt, hier winkt Rettung für sie, hier haben sie ihre anständige Wohnung, ihre solide Bedienung und können aufathmen in dem Bewutzlsetn, für billiges Geld an dieser Stätte wenigstens ihr gutes Unterkommen g-.funden za haben. Die Hausordnung ist selbstverständlich darauf zugeschnitten, die Gaste oer Solidität zu erhalten ober sie wieder daran zu gewöhnen, Kartenspiel und GaMnen sind darum verpönt und Winters um 10, Sommers um IOV2 Uhr ruft bte wac männiglich in's Bett. Aber ein gut Glas Bier, ein reiner Schoppen Wein fW beftoroentger für Jeben für geringes Gelb bereit. Als Hausvater ist ein Dtakon oer Duisburger Anstalt engagirt, der in Hagen i. W. in ähnlichen Verhältnissen schon. -Ltig gewesen. Daß die Herberge im Geiste der Nächstenliebe und darum Frömmigkeit gel-tt-t werden soll wird Niemand befremd«!, solche Frömmigktt"ist ab r hmnnelwc.t vv» Frömmelei entfernt, und baß in Nh-inh-ffen für Mucker nach den rycunich'wcNVhöUtchen Lordtlbern kcm Platz „r, brauch! man Niemand zu sagen der auch nur -men Tag mit dem wackeren hiesigen Volke gelebt hat Möge darum'wag tn den beiden heutigen «LrostnungSreoen als Segen “tS Himmels für die Anttalt «rd--°n wurde rn reichem Matze, derselben werden; für unst« Stadt Ist mit ihrer (Stoffnunfl wieder -tn weiterer Schritt aus der Bagn zur Lösung derso talm Fraa! vorwärts gcthun und Tausende werden auch diesen Schutt wieder segnen uÄ denen dmcken, deren edle Uneigennützigkeit fortwährend praktisch an der V-rbisferung der Lage der arbcuenden Kiasfen d-lhaitgt ist, wo die grotze Meng- der Mitl bendcn so gern mit lonenoen Phrasen sich zufrieden gibt. ,u 0crn Eingesandt. dem vorgestrigen „Eingesandt" dürfte wohl nochHz?^bemer^en°Tdn ^daß die der hier leit einigen Jahren etngeführten Unlerrtchtseinlheitung anderwärts von deoeulenden Fachleuten fehr bestritten wird; insbesondere hat sich die wissenschaft- W Depu anon ,ur das Medrctnatwe,en in Preußen tn mehreren an das MinisteUum erftatteten&u‘a4ten Wn geäußert, es könne die Zahl von fünf aufeinanderfolgenden Unterrichlsttunden hochftens von den Schülern der oberen Elasten ohne vlachtbeil S".""S« M."," » •“ u, «»«. SÄS'ÄÄS Abzugscanal zu fallen, aus welchem ihm ohne fremde Hilfe wieder herauszutommen Nicyl möglich war. 0 . Soll,- bieiem Hebel, um weiter- Unglücksfälle zu verhüten, durch Anlegung oder Umzäunung des Eanals nicht adzuhelfen sein / 8 __Mehrere Bewohner der Frankfurterstraße. Handel und Verkehr. „ November, Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund * 0.95—IW, Hühnereier pr. St. 7-0^, Enteneier St. 0—0 Käse vr. St 5-8^ Ääleaitttie o—0 Erbsen pr- Liter 19 H, Linsen 30 -H, Tauben per Paar 40 bis 50 ^. Hühner per Stück 0.8Ö-1.O0, Hahnen pr. Stück JL 0.50-0.80, Enten per L>tück «X 1.40—1.70, Ganse per Pfund 38—52 H, Ochsenfleisch per Pfund 58 bis bO Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleifch 54—60 Hammelfleisch 40 bis 60 Kalbfleisch 40—46 X Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.50—5.C0, Milch per Liter 12—18 Weißkraut Stück 6—9 H, Zwiebeln per Centner «M 6.90—.700. ?!' ssi UskMMMIMWMWUMUWMWLMWUUWWM^ZMMM^W Äuszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen- (Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) Aufgebote. November: 5. Ludwig Menges XI., Küfer zu Gießen, mit Margarethe Geißler Bu Heuchelhetm. 5. Konrad Maus von Burg-Gemünden, Taglöhner dahier mit Dorothea Gran von Dreihausen, wohnhaft dahier. 7. Ehristian Funck, Taglöhner zu Hungen, mtl Anna Bachmann daselbst. 8. Samuel Karl Kahn, Kaufmann zu Frank- I urt a. M. mit Fanny Heichelheim dahier. 10. Heinrich Martin Emil Zoseph Georg, Kaufmann zu Gteßen, mit Barbara Storke von Groß-Karlbach. Wyeschlietzunge«. November: 9. Hermann äJiayer von Mmden in Westfalen, Hülfsbremser bei der Overhejst,chen Eisenbahn dahier, mit Marie Katharine Becker von Garbentetch wohnhaft dahier. 10. Friedrich Martin Zipp, Kaufmann zu Herborn, mit Anna Elife «luguste Karoline Raulenstrauch von hier. 10. Vollrath Emil Hermann Koch von Pasewalk, Kaufmann zu Ehemnttz, mit Anna Luise Sophie Busch von hier LI. Heinrich Jahn von Wernges, Schneider dahier, mit Maria Fink von Storndorf' wohnhaft dahter. ' __ Geborene. October: 30. Dem Schuhmacher Earl Bonarius ein Sohn, Wilhelm Ludwig Earl. November: 2. Dem Kaufmann Julius Klipstein eine Tochter, Sophie 3 Dem Bahnarbetler Karl Horn ein Sohn, Paul Karl. 3. Dem Metalldreher Johann Adam rin Sohn, Emil. 4. Dem Restaurateur Heinrich Jentzen eine Tochter. 5. Dem Fuhrmann Peter Trechsler^em Sohn, Karl Friedrich. 6. Dem Bäckermeister Heinrich Faß r in Sohn. 8. Dem schmied Ernst Mohrmann eine Tochter. 9. Dem Bäcker Baltbaser Ludwig Lrchomber ein Sohn, Karl Konrad Friedrich. Gestorbene. November: 4. Ernst Jablinowski, 27 Jahre alt, gebürtig von Graudem Schlosser dahier. 5. Alexander Bähr, 22 Jahre alt, gebürtig von Rheindürkheim' Gröntmter ^^^^^^^ner-Regiments Nr. 24 zu Darmstadt. 5. Ludwig Ernst ?If' Sohn von Revisor Heinrich Gröninger dahier. 6. Konrad l^rnft Swalch, 41 Jahre alt, Stationsassistent dahier. 7. Luise Weller 3 nlt Tochter von Taglöhner Konrad Weller II. dahier 7 Khanna Z ' ? I' ölt. 5"nrht^r na» Kahn dahier. 7. Elisabetbe Schuch'ardt, 23$ Tage Baltz« Schuchardt dahier. 7. v? H-in°ich Rich-Z 9QaiScr/ Jahre alt, Großh. Unioersttats-Professor dahier 7 Ludwia Schmidt ^3“6re alt F n-nz-Aeeefstst dahter. 8. Lutfi Henriette Hahn, 4 Jahre alt Tochter t <■ Wenjanbler CoulS Hahn dahter. 8. Ludwig Hoffmann, 84 Jahre alt' Rentner S^iefÄ? nehUPenft1647a^e'aIt' Sohn von Händler KarlFaupel zu Wetzlar, von Attendorn. ' 6Ä " 3“’rC °“' $tiutroc DOn Getbgtetzer Theodor Seipel Brodpreise vom 13. bis 27. November 1887. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelifche Gemeinde. Getraute. Garbentetch 9‘ 9?0Detnber- Ermann Mayer, Hilfsbremfer, und Marie Becker aus Tochters LkrL-^mll Koch, Chemnitz, und Ann- Bufch, Rautenstrauch^T°ch^^^z^rstorbenen^Bmhbtnd-r" Theodor Raute"nstrauchbjn GietzenE Tochter des ItfemÄ "nd Anna El.fab-.h H?nig,' Getaufte. geboren d'-n^^OeL' Dienstmann Gustav Schuchard eine Tochter, Elisabeth, Jakob Lecker, gLen°L L^^S-p.eL' °'^°^enen Taglohners Heinrich Friedrich,°"g'-?o°ren d?n" J°^nn°s Schad,l. ein Sohn, Gustav Georg Be^n ^rtn5"Sm @er6atbt Ci" ®°6n- WUH-lm Berthold ®Iifobe^^,el8ebo'tHl0benIle^.' 3°6anntä Stlebri* ^e Tochter, Beerdigte. cy f +®tcn Vermittlungen. 8486 Ein schönes Familienlogis und ein Zimmer mit Bett zu vermiethen. ______Mäusburg 9 8509 Ein Mädchen für Küchen- und Hausarbeit wird auf sofort gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Namenlos. War einige Tage verreist, erhielt deshalb erst vorgestern Deine l. Zeilen; ein Alp fiel mir vom Herzen. Meine Sorge ist groß; bitte, laß mich nicht ohne Nachricht. Bin und bleibe ewig Dein I Ankauf alter Bücher n. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die Je Ricker’sche Buchhandlung Giessen. Großh. Realgymnasium. Die Quarta bleibt für weitere drei Wochen geschloffen. Wiederbeginn des Unterrichts: Montag den 3. Dezember d. I. Gießen, am 11. November 1887. Kaplansgasse (nächst dem Kreuz) Anfertigung von Photographien in jeder Art und Grösse. 3929 Aufnahmen bei jeder Witterung. Tendenz: Infolge Käufe erster Firmen trat auf allen Gebieten namhafte Cours- befferung ein, von denen Banken hauptsächlich profitirten- Von Renten Portugiesen und Ungarn gefragt und höher. Für bevorstehende WeihnachtS-Saison habe einen großen Theil meines Lagers zum 8483 Ausverkauf zurückgesetzt und mache ganz besonders auf große Posten fertiger Wäsche, Tischzeuge, Handtücher, Taschentücher und Kleiderstoffe zu auffallend billigen Preisen aufmerksam. Bestellungen aus Anfertigung nach Maß erbitte frühzeitig, damit Alles mit bekannter Sorgfalt ausgeführt werden kann. M. Hann, Wäsche- u. Augstattungsgeschäft, Marktstraße. Danksagung Allen Denjenigen, welche unseren unvergeßlichen Gatten und Vater zur letzten Rübe begleiteten, sowie dem Herrn Pfarrer Rady für die trostreichen Worte am Grabe des Verstorbenen sagen ihren tiefgefühltesten Dank Frau Weisbrod und Tochter, 8497 Klein-Linden. 41/i°/o Franks. Landwsch. Creditbk.- Öblig. 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 31/2°/o do. 5% Buderus Oblig. Stein’s Garten. Sonntag den 13. November: GUSSES CONCERT ausgesührt von der Capelle des 2 Großh. Heff-Jns.-Rgts. (Großbenoal Nr. 116, unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C Krauß^ Anfang Uhr, Entree 30 Pf. 8510 bei H. Schmidt IL, Grünbergerstraße. 11 h es.-; 8 Piaaiao's, S.2 I Clav! er stimmen u. Revaratur »» n)€rwn solid und billigst ausgcui ■’/. 1052 G. D. Gebamr Seltersweg 67. 6135 Montag den 14. Novbr: Metzelsuppe Hebstrelt, Kanzleiberg 5. alte 100.60, neue 102.20 97.30 Coursbericht der frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3<70 11. November 1887. Franks. Bank-Disconto 3°/, Nedactton: A. Scheyda. — Drua und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Di§ heutige Vkummer enthalt 2 Marter 1 Beilage« Photographische Anstalt von Franz Gerbode Uerdauungsstörüig ■ (Appetitmangel, schlechte Verdauuna Sodbrennen rc), trägen Stoffwechsel und deren Folgezustände (Verstopfuna. Blähungen, Kopfschmerzen, Migräne. morrhotden) behebt Lippmann1. Karlsbader Brause-Pulner, unhr bestes Hausmittel. Erh. in Sch. k 1 u uk-3fAr5^nin b- Apotheken v Giehen (Hrrsch-Ap.), Laasphe, Marburg, Web- lar rc. 75& Bekanntmachung. Die Localpersonenzüge Nr. 325 und 326 zwischen Gießen und Lollar werden vom 13. d. Mts. ab bis aus Weiteres auch Sonntags verkehren. Cassel, den 11. November 1887. Vermischte Anzeigen. 8482 Einem Mädchen aus guter Familie ist die Gelegenheit geboten, das Kochen zu erlernen. Näh. in der Exp. d. Bl. 4% Preußische Consols 3V-o/o do. 4% Nassauer Oblig. 4% Bayerische Oblig. 4% Badische Oblig. 4% Hessische Oblig. 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. 8506 Eine tüchtige Verkäuferin für mein Kurz- und Weißwaarcn - Geschäft sofort gesucht. _______M. Student, Marktstraße 34. 8502 Eine große Hundshüttc zu kaufen gesucht. Näh in der Exp d. Bl. übernimmt Umzüge per Bahn und zu Land, sowie das Verpacken von Glas, Porzellan rc. unter Garantie ohne Umladung^___________________________4140 8491 Ein älteres Mädchen, welches mehrere Jahre einen Haushalt selbstständig führte, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, ähnliche Stelle- Zu erfragen Frankfurterstraße 95. 3Va% Solms-Braunf. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oefterr. Goldrente 4V5% Oefterr. Silberrente 5o/o 1871/1873 Russen Oblig. 5°/o Portugiesen Oblig. Darmst. Bank-Actien (tzelds 0 rten 20 Francs-Stücke do. in Vi Engl. Souvereians Dollars in Gold ßuxfchude ßa“- HaMhtocnbtudflseNe' wjUrä* L intrltt> Jidi^ßktober Jtnrvar «. Ayeth Vx-bt redun geeint ritt trtgtk>i,I¥ogr UH tSchulaelcL 60M. «■ 3 o