|5g Mittwoch den 13. Juli 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». find, fich wegen Bulgarien mit Rußland zu verfeinden, so bleibt, wenn der neu erwählte Fürst wirklich die Regierung üb er Bulgarien aurüben will, ihm weiter nicht» übrig, als fich entweder mit Rußland zu verständigen, oder gegen den Willen Rußlands fich in Bulgarien ,u behaupten. Al« ein günstige, Moment für den neuen Fürsten darf er bezeichnet werden, daß er auch von den Zankoffisten, den Gegnern des früheren Fürsten von Bulgarien, angenommen worden ist. [spring Ferdinand von Koburg, der neu erwählte Fürst von Bulgarien, ist geboren 1861 zu Wien als Sohn der verstorbenen Prinzen August von Sachsen« Koburg und der Prinzesfin Marie, geb. Prinzessin Marie von Orleans. Der Prinz gilt als hochgebildet, muthig und ehrgeizig. Er war zuletzt österreichischer Husaren-Lieutenant und besitzt auch große Reichthümer. Als Glied des berühm« ten Hauses Koburg ist der Prinz mit den Herrscher-Familien in Belgien, England, Portugal und Oesterreich verwandt^ Preis Dieridjätyrlid) 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, uidj die Poft bezogen vtertellährltctz 2 Mark 50 Ps. Deutschland. Darmstadt, 11. Juli. Am 5. d. Mts. wurde der Finanzaccesstst Friedrich Gärtner au» Alzey zum Steueraffefior ernannt. Ernannt wurden ferner: am 5. d. Mls. Wilhelm Hardt zu Lauterbach und Wilhelm Dechert zu Offenbach zu Steuerkommiffariatr-Gehilsen, am 6. d. Mts. der Hilsrheizer bei den Oöerhesstschen Eisenbahnen Friedr. Bindewald aus Ziegenberg zum Heizer bei diesen Bahnen. ][ Darmstadt, 11. Juli. Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog, deffen Militär-Urlaub nachgerade abläuft, wird dem Vernehmen nach noch im Lause dieser Woche, etwa am Donnerstag, aus England hierher zurückkehren und der Weiteren hier seinem Militärdienst im 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115 obliegen. Mit dem Erbgroßherzog werden auch der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Battenberg hier eintreffen, welche ihren Aufenthalt in England ebenfalls abzukürzen gedenken. Dagegen werden Se. Königl. Hoheit der Grobherzog und Ihre Großh. Hoheit die Prinzesfin Irene mit Ihrer Maj. der Königin Victoria von Windsor-Castle nach Osborne übersiedeln, eine Absicht, deren Ausführung in den nächsten Tagen bevorstehen soll. Es kann daher bis jetzt noch keinerlei Vermuthung ausgesprochen werden, di» wann Se. Königl. Hoheit der Grobherzog wieder hierher zurückkehren wird. Darmstadt, 10. Juli. Aus bester Quelle vernehmen wir, daß Se. Großh. Hoheit der General der Kavallerie Prinz Heinrich von Hessen uno bei Rhein, Commandeur der Großh. Hess. (25.) Division, auf Sein Nachsuchen durch Allerhöchste Entschließung Er. Maj. des Kaiser» vom 7 b. Mts mit der Bestimmung zur Disposition gestellt worden ist, daß Höchstderselbe in dem Ver- hältniß ä la suite des Husaren-Regiment» (1. Rheinischen) Nr. 7 zu verbleiben habe und auch in der Ancienneiäts-Liste der Generale weiter zu fuhren sei. Dar Allerhöchste Cabinetrschreiben, durch welche» Sr. Großh. Hoheit diese Entschließung mitgelheilt wurde, enthält nachstehende Schlußworte: Bei dieser Veranlassung finde Ich Mich im Hinblick aus die von Euer Großh. Hoheit in drei Feldzügen vor dem Feinde geleisteten hervorragend braven Dienste bewogen, Euer Großh. Hoheit nachträglich den Orden pour le mör.te zu verleihen. Ich wünsche durch diese Auszeichnung Euer Großh. Hoheit Meinen warmen Dank für dis treue Pflichterfüllung und Hingebung zu bethätigen , mit welchen Sie Mir und der Armee sehr gute und erfolgreiche Dienste geleistet haben, deren Ich jederzeit in gnädiger Erinnerung eingedenk fern werde. (®.Z.) Rußland. Petersburg, 10. Juli. Der Zoll auf Salmiak, Kohlensäure, Ammoniak und Ammoniakialze ist von gestern ab auf 1 Rubel 20 Kopeken vom Pud erhöht worden; schwefelsaurer Ammoniak hat 50 Kopeken vom Pud zu zahlen. Auch für See- und Flußschiffe hat dem Vernehmen nach eine Zollerhöhung stattgesunden. Schulstraße 7. Politische U-bsrficht. Gießen, 12. Juli. ®ie Aushebung der PserdeauSsuhr-Verdote» durch den «nnderrath wird al» ein werthoolle« Zeichen, daß dis allgsmeine politische 8->ae friedlicher sei, aufgesaßt. Freilich darf man in diesem Symptom keine Umwandlung von der Kriegibefürchtung zum tiefsten Frieden erblicken, denn die europäische Lags ist in vieler Hinficht noch ungenügend geklärt. Er scheint aber so viel festzustehen, daß diejenigen Mächte, welche Lust hatten, emen Memeinen Umsturz im Osten und Westen herbeizuführen, fich an dieser gefährliche Unternehmen zur Zeit nicht wagen. $ stn Hinblick auf die letzte Entscheidung der Reichrgerichtr in dem bekannten Hochverrathrproceffe, in welchem die beiden Hauptangeklagten Lein und Grebert zu 6 und 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurden, und in Anbetracht bei Umstander, daß die französische Regierung durch Beamte ein Spionirsyfiem in Elsaß - Lothringen zu unterhalten sucht, find z. Z. die Be- ziehungen Deutschlands zu Frankreich ziemlich trauriger Natur Nur du in der Weltgeschichte nahezu einzig dastehende Weisheit und Geduld der deutschen Regierung hält einen offenen Conflict in dieser Affaire mit Frankreich fern, ob die» aber auch auf die Dauer möglich sein wird, darf in Hinblick aus die leiden- schaflllche Deuischseindlichkeit der Franzosen und die in Pari» gehegte Absicht, dieser Deurschfeindlichkeit durch besondere Gesetze für die Ausländer Ausdruck m neben, sehr bezweifelt werden. -, ., r x n Wie in militärischen Kreisen mit Bestimmtheit verlautet, soll der Generalquartiermeister Graf Wald er fee, der als der Nachfolger des Gemral-Fsldmarfch-ll» Gras Moltke galt, feine Stellung in nicht allzuferner fielt mit der eines Corps-Commandeurs vertauschen. Dieser für die ganze Armee bedeutungsvolle Personalwechsel würde nach derselben gut informrrten Quelle mit der schon häufig besprochenen Uebernahme einer Armee-Jnspection durch Den Prinzen Albrecht und dem dadurch verursachten Freiwerden des zchnten Corps in Verbindung stehen. , x n r. In Bezug auf die Frage, ob der Prinz-Regent Luitpold von Bauern demnächst den Königstitel annehmen werde, begegnet man seltsamen Widersprüchen. Eine neue Nachricht aus München meldet, daß diese ganze An- aeleaenheit nur aus Vermuthungen beruhe und daß man nur soviel wisse, daß der Prinzregent Luitpold gar keine Neigung habe, den Königstitel anzunehmen, solange sein geisteskranker Neffe Otto Anspruch aus diesen Titel habe. Dieser Neigung des Prinzregenten steht jedoch dis traurige Thatsache gegenüber, daß König Otto von den Aerzten als unheilbar wahnsinnig erklärt worden ist, also in Wirklichkeit niemals König von Bayern sein kann- Außerdem kann aus Grund der bayrischen Versaffung der Prinzregent in Bezug aus gewisse Ange- legenheiten nicht die volle königliche Autorität ausüben und die längere Hin- schiebung dieser seltsamen Affaire könnte doch für das Land Bayern urtter Umständen zu Verdrießlichkeiten Anlaß geben. Es wird daher wohl nichts anderes übrig bleiben, daß entweder der bayerische Landtag die Verfassung ändert und auf den Prinzregenten alle Rechte des Königs überträgt, oder daß der Prinzregent dem allgemeinen Wunsche des bayerischen Volkes Folge leistet und den Königstitel annimmt. f In Wien betrachtet man die Lösung derMwebenden Fragen im Orient mit ziemlich optimistischen Augen, was u. A. auch daraus hervorgeht, daß die österreichische Regierung ebenfalls das Pferdeausfuhr-Verbot wieder voll- ständig aufbeben will. Eigenthümliche Folgen scheint auch die längere Anwesenheit des Königs von Serbien in Wien zu haben. Wie aus Wien gemeldet wird, will der Serbenkönig an Stelle des erst vor Kurzem ernannten Minister- Präsidenten Ristics den früheren Minister Kristics setzen; gleichzeitig soll auch die Dom König Milan gewissermaßen verbannte Königin sich bereits auf der Rückreise nach Belgrad befinden. In Pari» hat anläßlich ber Abreise des General» Baulanger nach Elermont, wo derselbe ein Corpr-Commando übernimmt, eine ungeahnte, großartige Demonstration der Anhänger Boulanger's stattgesunden. Wohl 10,000 Menschen begleiteten Boulanger an den Bahnhos, ließen ihn hochleben und schrieen: „Er darf nicht abreisen!" Am Bahnhose wollte man ihn nicht in den Zug lösten und al» derselbe sich in Bewegung setzen wollte, hing die Menge die Maschine ab. Boulanger fuhr schließlich aus der Locomotive ab. Zuletzt sollen gegen 50,000 Menschen, darunter viele Deputirte, am Bahnhöfe gewesen fein. Dar Interesse der großen Politik concentrirt fich gegenwärtig »«llstänbig aus die wiederum in ein kritischer Stadium eingetretene bulgarische Affaire. Bekanntlich ist Prinz Ferdinand von Koburg von der bulgarischen National-Versammlung einstimmig zum Fürsten von Bulgarien erwählt worden und hat auch der Prinz, wenn auch mit einigen Vorbehalten, die Wahl ange« tommen, doch damit ist die bulgarische Frage keinerweg» gelöst, denn er hängt Alle» dabei noch von der Haltung der Großmächte und der bulgarischen Regierung ab. Ein Theil der Großmächte, wie Deutschland, Oesterreich und Frankreich , verhalten sich in der Frage sehr reservirt und verweisen Bulgarien aus die Einhaltung der bestehenden Verträge; ein anderer Theil der Großmächte, wie England, Italien und die Türkei, begünstigen jedoch die Wahl de» Prinzen von Koburg zum Fürsten von Bulgarien, während Rußland dieselbe nicht für recht- wäßig erklärt, da die bulgarische National-Versammlung nicht unter loyalen Verhält- Men gewählt sei. Da nun offenbar Deutschland und Oesterreich nicht gewillt Telegraphische Depeschen. Wolff'S tclegr. «orrespondcn, > Sureatu «Ms, 11. Juli. Nach dem gestrigen Diner unternahm der Kaiser eine Spazier- fahrt nach der hiesigen Silberichmelze und besuchte Abends das Theater. Heute nach beendigter Trinkkur, Promenade. 4 uf)r $ Coblenz abgereist Aus dem Bahnhofe waren anwesend Prinz Nikolaus von Nassau, Regierung^ Wurmb, Badecommissar Lepel, Landrath Rolshoven, Jdurßermetfter S^.nÖcnbcr^ Cardinal Haynald, die Gräfinnen Schlippenbach und Orlow, Frau Lepel. Eine große Menschenmenge brachte dem Kaiser enthusiastische Ovationen dar. Coblenr, 11. Juli. Der Kaiser ist heute Abend von Ems hier ctn- 0CtlDTf ©erlitt, 11. Juli. Fürst Bismarck ist heute Abend hier eingetroffen. Wien, 11. Juli. Stack einer Meldung aus Arad ist dort heute Morgen um 4 Uhr em ziemlich heftiger Erdstoß verspürt worden. Mtndsor London, 11. Juli. Der deutsche Kronprinz traf heute morgen von Wmvl hier ein und machte dem Grafen Hatzfeldt einen längeren Besuch; der Kronprinz beg fid$ mÄön,n.3uIL DasOÄus^m in dritter Lesung di- Bill, betreffend den Bau des Manchesterkanals, und die Bill, betreffend die ErMchterung i^ tragung des Grundbesitzes, sowie in erster Lesung die insche: Z oang Salisbury Opposition war gegen die Anberaumung der zweiten Lesung a i setzte die zweite Lesung auf Donnerstag fest. 9r.,fmthatt Drummond Wolff's in - Im Unterhaus erklärte F-rgusson, derAusentyan v (et 6eute Konstantinopel sei um zwei Tage verlängert: der diesbezgli-b cinc Bill an, aus den Tisch des Hauses ntedergelegt. Ritchic kunbigte l«r welche die Gewährung kleinen Bodenbesitzes an landwirthschaftliche Arbeiter bezweckt. Balfour beantragte die zweite Lesung der irischen Landbill und kündigte Amendements an, welche Käufer von Kirchengütern während des Gesetzes von 1870 und Käufer von Pachlgütern während des Gesetzes von 1869 auf gleichen Fuß mit Käufern von Pachtgütern während des Gesetzes von 1885 stellen. Campbell Bannermann beantragte seinen bereits gemeldeten Unterantrag, welcher die zweite Lesung bekämpft. Rom, 11. Juli. Die Regierung ordnete anläßlich der sanitären Verhältnisse eine ärztliche Untersuchung aller von Catania auslaufenden Schiffe zwischen Messina, Syrakus, Pizzo und Cotrone an. Dampfer, welche Passagiere aufnehmen, müssen bis zu ihrem Bestimmungsorte ärztlich untersucht und Schiffe, worauf Cholerafälle con- statirt sind, desinficirt werden. Pari-, 11. Juli. Bei der Vertheilung der Preise der philotechnischen Gesellschaft hielt der Unterrichtsminister Spuller eine Rede, in welcher er auf die jüngsten Kundgebungen an^pielte und sagte: „Euer Unterricht soll Republikaner bilden, Männer, welche unfähig sind, sich vor Götzen zu beugen. Ihr würdet Eurer Väter von 1789 und 1848 nicht würdig sein, wenn Ihr Euch unter die Räder des Wagens eines Triumphators von einer Stunde würfet." Das Urtheil über die Landesverrather. Leipzig, 8. Juli 1887. Lange vor Beginn der festgesetzten Zeit war der kleine Perhandlungssaal von einem distinguirten Publikum dicht besetzt, namentlich hatten sich wiederum wie bei der Urtheilsfällung im Köchlin'schen Processe eine große Anzahl Offiziere eingefunden. Präcis 12 Uhr betrat der Gerichtshof den Versammlungssaal. Unter lautloser Stille verkündet Herr Senatspräsident Drenkmann das Urtheil. Es lautet gegen Klein auf 6 Jahre Zuchthaus, sowie 10 Jahre Ehrverlust; gegen Grebert auf 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Der bereits auf freiem Fuße befindliche Angeklagte Erhärt wurde freigesprochen. In den Gründen wurde Folgendes ausgeführt: Klein hat mehrere Jahre hindurch von Mainz aus Festungspläne und Skizzen über die dortigen Forts nach Frankreich geschickt. Später wurde Klein von dem französischen Grenzcommissar Schnäbele ausgefordert, über Straßburg Nachrichten und Zeichnungen zu liefern, wofür Klein einen monatlichen Gehalt von 200 «X erhielt, lieber die Festung Mainz und die rechts und links am Rhein liegenden Forts lieferte Klein genaue Specialzeichnungen, ferner gab er genauen Aufschluß über den Quaischluß und über die Höhe und Breite der Gräben. Klein wußte von den Grenz- commissären Fleuriel und Schnäbele, daß seine Zeichnungen und Nachrichten an das französische Kriegsministerium geschickt wurden, er hat sogar ausdrücklich erklärt, daß er sonst die Vermittelung dieser Nachrichten nicht übernommen haben würde. lieber die Festung Straßburg lieferte Klein ebenfalls die genauesten Vermessungen, namentlich über die Panzerthürme, Forts rc., die sich bis auf das event. Metermaß bezogen. Auch über die Feuerlinie, Casematten rc. ertheilte Klein genaue Auskünfte dem französischen Kriegsmintsterium. Die Vermessungen, die Klein vornahm, haben eine überraschende Sachkenntniß verrathen. Die Sachverständigen erklärten sogar, daß Klein für solche Arbeiten sehr befähigt gewesen ist, denn durch diese Nachrichten war der Feind wohl im Stande, sich ein genaues Bild von der Festung machen zu können. Er vermochte daher im Falle einer Belagerung die etwa vorhandenen Schwierigkeiten zu umgehen. Die Nachrichten, die Klein über das Specialbelagerungsterrain lieferte, waren durchaus geheim zu halten, da durch die Mittheilung derselben an die französische Regierung das Wohl des Deutschen Reiches gefährdet wurde. Klein theilte ferner mit, daß eine allgemeine Armirung der Festung Mainz vorgenommen werden würde, Nachrichten, die ebenfalls nach dem Urtheil der militärischen Sachverständigen geheim gehalten werden mußten. Es wurde durch die mit „Picard" unterzeichneten Briefe, die von Schnäbele herrührten, erwiesen, daß Klein von diesem aufgefordert wurde, über die Zw^chenarmirung Straßburgs Mittheilung zu machen. Klein kam dieser Aufforderung nach Möglichkeit nach. Durch diese Thatsachen wurde zur Genüge fest- gestellt, daß sich der Angeklagte Klein des Landesverrathes nach $ 92, Abs. 1, des D. R. Str. G. B. schuldig gemacht hat. Gegen den Angeklagten Grebert wurde erwiesen, daß er über das Treiben Klein's von Anfang an unterrichtet war. Die Beweisaufnahme ergab ferner, daß Grebert dem Angeklagten Klein bei dessen Zeichnungen mitgeholfen, insbesondere daß er die Schattirungen auf der Zeichnung eines Panzerthurmes von Straßburg verfertigt hat. Trotz großer Zurückhaltung hat dies Klein zugegeben und auch von dem Zeugen Lauffenburger ist diese Beihülfe bestätigt worden. Grebert hat sich ferner über den Bestand der Regimenter in Hagenau und Straßburg orientirt und darüber Mtttheilungen nach Frankreich gelangen lassen. Seine Angaben über die Effectivstärke der Armee an der Grenze waren in der eminentesten Weise für das Wohl des deutschen Reiches gefährdend. Diese Mittheilungen konnten beim Ausbruche eines Krieges Deutschland, wie von den militärischen Sachverständigen constatirt wurde, großen Schaden bringen. Durch den Zeugen Goretzky (bet Nennung dieses Namens weint Grebert laut auf) wurde erwiesen, daß im Hause Greberts eine eiserne Kiste bei Seite geschafft wurde. Was dieselbe enthalten, sei nicht ermittelt worden. , stehe fest, daß Grebert der französischen Negierung Kundschafterdienfte rn Deutschland leistete und in Folge dessen mit französischen Grenzcommissaren in Verbindung stand. Das Gericht hat als erwiesen angenommen, daß Grebert in gleichem Maße wie Klein den Landesoerrath begangen hat. — Grebert war Kundschafter der französischen Regierung! Es wurde erwiesen, daß der französische Grenz-Commissar Fleuriel den Landesoerrath anstiftete, sein Nachfolger war der Grenz-Commissar Gerber, diesem folgte Schnäbele. Als Grebert nach der Haussuchung flüchtete, wurde sofort vermachet, daß sich Grebert bet dem französischen Grenz-Commissar Gerber versteckt halte. Dre Vermuthung bestätigte sich. «r x das Strafmaß anbelangt, so mußte aus verschiedenen Gründen von dem Anträge des Reichsanwaltes zurückgegangen werden. Klein sagt, er habe den Landesverrath aus Patriotismus begangen — selten ist so gemißbraucht worden - Klein war Deutscher. Wenn er sagt, er hat die \ süddeutscher begangen, so ist dies eine mehr als ungehörige Aeußeruna. KleM hat den Verrath aus Eigennutz begangen, er hat Jahre lang von dem Verdienste gelebt. Es war dies eine ehrlose Handlung und es mußte daher, wie geschehen, auf eine derartige Strafe erkannt werden. » , or „ Bn Grebert hat das Gericht eine geringere Strafe angenommen, weil dieser Angeklagte den Landesverrath nicht aus Eigennutz beging. Als erschwerend wurde angenommen, daß Grebert fortgesetzt seine Betheiligung am Landesverrats geleugnet hat. > ° Was den Angeklagten Erhärt anbetrifft, fo wurde nicht erwiesen, dab derselbe von dem strafbaren Treiben Klein'? Kenntniß hatte. .. Schluß der Sitzung drückte Erhärt feinen beiden Landsleuten tief bewegt f7»L7sh°st°°Üg7brach^ CntfCrntC- ®r W mcni0er 3 in Unter- Der Angeklagte'Grebert, welcher vollständig gebrochen war, konnte nur mit ^ulfe zweier Gcrichtsdiener aus dem Saale geführt werden. Es fei bei dieser ^tgetheilt, daß die Leiche des Selbstmörders Haas, welcher als Zeuge geladen worden war und sich erhängte, gestern früh von seiner aus Straßburg hier eingetroftenen Schwester nach dorthin abgeholt worden ist. IX. Deutsches Bundes- und Jubiläumsschießen in BrankfurH. M. (Von unserem Specialberichterstatter.) 0. K. Frankfurt a. M., 10. Juli. Finale! s a Testwoche ist dahingerauscht! Wenn diese Zeilen in die Presse, wird bereits j Iubllaumsschießen osficiell beschlossen sein Noch wenige Stunden und die Winde, die jetzt noch Hunderte von bunten F angen und Wimpeln in den Farben aller deutschen Länder lustig flattern lassen, sausen dann über G N II f : I i>-l WM W2 ! i!;Äk jri fe KL schützenmeister des österreichischen Schützenbundes, veröffentlicht in den hiesigen Mik folgenden herzlichen Abschiedsgruß und Dank an Frankfurt und seine Bewohm: An die herrliche Stadt Frankfurt a. M. und ihre lieben Bewohn«! Die besondere Herzlichkeit, mit welcher wir Teutsch-Oesterreicherbeiunls« Einzüge in Frankfurt a. M. und in noch erhöhtem Maße bei dem Festzugrkz IX. Deutschen Bundes- und Jubiläumschießens von Seiten der edlen Ewoh?.!: schäft Frankfurts begrüßt wurden, hat uns auf'S Tiefste bewegt. Wenn wir auch die Sympathien kannten, welche uns im SchooßederCtt: Frankfurt von jeher bewahrt worden, fo hat doch der dermalige Ausdruck dersclsi unsere kühnsten Erwartungen übertroffen und wir kehren, begeistert von den «L fühlen unserer Stammes- und Herzensoerwandtschaft mit den Bewohnern K Stadt Frankfurt, heim. Die Tage dieses nationalen Festes werden uns iDr- geßlich bleiben und in erster Linie uns eingedenk sein lassen, daß mir bener^: Reiz desselben unseren Brüdern und Schwestern aus Frankfurt verdanken. Wir scheiden mit dem lebhaften Wunsche, aber auch mit der vollen Utfe jeugung, daß uns diese Sympathien erhalten bleiben. Für die Wiener Schützen: Der Oberschützenmeister: Dr. Hans Waniczek. Der morgen Abend stattfindende Schluß des Festes stellt sich unter das Zchn der Wohlthätigkeit. Der Central-Ausschuß hat beschlossen, für den morgigen Tag schönes Finale der nationalen Feier einen Festabend zu veranstalten, dessenbrtrag^ Besten der von der Zuger Katastrophe Betroffenen verwendet werden soll. Der Berichterstatter aber darf jetzt die Feder aus der müden Hand legen Ä er nimmt Abschied von Ihren geschätzten Lesern mit dem Wunsche, daß es ihm geliM sein möge, Denjenigen, welche das Schützenfest nicht besuchen konnten, durch kn«: umgrenzte Schilderungen ein Bild von einer echt deutschen, echt nationalen Feier jr zeichnet zu haben, deren Verlauf kein Mißton störte. Lokale». , . Aietzerr, 12. Juli. Wegen verübter Zechprellerei in einem hiesigen Hölel mir- heute Morgen em angeblicher Student aus Mannheim verhaftet. ™ - Q" Ans dem Wiesecker Weg endete gestern Abend eine Prügelei, verbundenL Mesterstechen, mit der Verbringung eines der Theilnehmer in die Klinik. — Auf dem Braunsteinbergwerk kam gestern ein Fuhrknecht in einem 8dd unter ein Fuhrwerk und wurde hierbei auf der Stelle getödtet. Jien( lim & E Ml “i l6' & w fei-, ft- njfl Vermischte». _ ., Darmstadt, IO. Juli. Mit dem heutigen Tage wurde die Ausstellulicu Zeichnungen und Schulerarbetten aus den Handwerkerschulen und KunstgewerbeM sowie die allgemeine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten für das GroßherzoA Hessen eröffnet. Diese Ausstellung, welche wahrhaft großartig und eigen in ihrer Art zu m- E' J V..un\e!n DOn dem Streben des Kleingewerbes, seinen Lehrlingen dikp^ Fertigkeiten beizubringen, welche heute nothwendig sind, um den Kampf geg^’ maschinelle Arbeit erfolgreich führen zu können. 17nn ^btrachten wir uns zunächst die Ausstellung der Lehrlingsarbeiten, welcbi^ 17OO Gegenstände aus fast allen Gewerben unseres Großherzogthums aufweist, h? man sagen, daß hier einzelne Leistungen vorzüglich, andere Arbeiten aber geradezu^ ode^MeisteVArbe?/^schauer sind, fo daß man sich fragen muß, ist es eine Lehu- t, Hauptsächlich gilt das in der Möbelschreinerei und in der Uhrmacherei.. m -• r anb=cr4n ^bwerben sind die Leistungen einzelner Lehrlinge vorzöM Pramilrungs-Comm sfion wird eine harte Arbeit haben, die Würdigsten umtJ Würdigen Herauszuwahlen. Das Publikum schenkt Denn diesem Theile ber^ stellung besondere Aufmerksamkeit und war heute der Besuch derselben enormer. Gestern entsandte die Umgegend in Hellen Schaaren die Landbevölkerung dem Gewühl des alle characteristischen Momente in sich vereinigenden Volksfest?« schwinden die wenigen noch anwesenden fremden Schützen fast vollständig. und da leuchtet noch aus dem Menschentrubel der rothe Brustlatz eines Tiroler« einzelt klingt aus der Bajuoarenkneipe der „Juchzer" eines oberbayerischen An den zahlreichen Tischen in der Festhalle, die große Schilder als <5amme?X auswärtiger Schützen bezeichnen, sitzt jetzt ein bunt durcheinander gewürfeltes Publik"" Diejenigen aber, für die diese Tische reservirt wurden, sind wieder JurürfaeioQp l ihre Heimath und erzählen ihren Angehörigen von den schönen Festtagen in ber n, $ T vollen Stadt am Main. Möge sich nicht allzu bitter in diese freudigen (£rinn«-i» die betrübende Entdeckung mischen, daß dabei die Geldbörse schlecht weagekomw-n ? federleicht geworden ist! “j» Ja, das war für unsere viellieben Gäste und für uns Frankfurter eine reiche, aber auch sehr theuere Woche. Die Beamten des städtischen Pfandhauses u? gar merkwürdige Histörchen von dieser Woche zu erzählen wissen, die darin nh? > daß am Samstag allein für Pfandobjecte 40 000 JL verauslagt wurden- oV jJ1 Frequenz dieses humanen Instituts besorgnißerregende Dimensionen anzunehm'en dr^ da sah sich die Leitung desselben veranlaßt, die Pforten zeitweilig zu schliehen Ich bin heute früh durch die Straßen geschlendert und habe Vergleiche anaeü^ zwischen dem heutigen Sonntag und seinem Vorgänger. Das stimmte mich otbcnfffiA trübe! Auch der Himmel machte ein ganz griesgrämiges Gesicht, als ob sich ihn der allgemeine Katzenjammer erstrecke — und richtig, jetzt fängt er gar »uqL an! Die Decorationen der Häuser und Straßen sind schon zum großen Theil v- schwunden. Die Fichtenguirlanden sehen aus, als ob ein Brand darin gekauft J”' Luftzug läßt einen Nadelregen auf uns niederrieseln. Die ehemals so schönenLiiM^ bogen und Ehrenpforten lassen überall das weiße Holzgerippe durchblicken, ufc haben sich die Flaggen um die Stangen gewickelt und harren sehnlichst aus bie w freiung aus dieser unwürdigen Situation. Allerwärts sieht man die Bewohner baM . beschäftigt, die in ihrer jetzigen Verfassung nicht mehr zur Zierde, sondern zurllnue-^ t gereichenden Fichtendecorationen zu entfernen — ganze Straßen haben wieher n nüchlern-alltäglicheS Aussehen angenommen. ’ \£- Unsere Wiener Gäste haben uns nun auch verlassen. Ihr Führer, her Ha- £ a ----------i-s.— - Utjjjgj Ausstellung von Zeichnungen und Schülerarbeiten t« pr"^6^erbeschulen^ so muß man sich sagen, daß auch hier ganz £- ■ ragendes geleistet wurde. Hauptsächlich sind es die Städte, welche ihre besten Le» Platz auf diesem Gebiete nehmen wohl die: - S^Erbe'chul^ zu Mamz und Offenbach ein und streiten wohl beide Anstalten •^hpr lrtnVprp^Y0l§ Es können sich aber auch die Leistungen dieser beiden Al mMachen Schule getrost gegenüberstellen. Aber auch die Städte ^ Annhmprfp'rfAt ip6^' o n^n ^oben vortreffliche Arbeiten aufzuwcisen und kbc^ ^nnM& fimmpr 1 Landorte, woraus man schließen kann, daß auch hur hj Platz greift, daß ohne Aneignung der Fertigkeiten im , f ^P «^k,?^chnen Ersprießliches im Handwerk nicht geleistet werden (^fhiirp^ftphpn0^^ sCntti^tCke ^lr Gewerbe, unter bereit Leitung diese säm^H ^.nd^P^r.-nP. die Ausstellung aus Anlaß des öOjäbrigai Besteheiq rtH^ehp9nro9pf?rpDr rCk lnö.^ben rief, kann mit Stolz auf solche Leistungen blicfe1! auch den Ehrern der verschiedenen Anstalten gebührt vollstes Lob. J ., △k ai"AU- 3uli. Die „Kölnische Rtg.", das „Franks. Journal" uM ^et^c flnbcrer Blatter brachten seit der Annahme des kirchlichen Friedensgei^ Und es ist gut so! Denn „Nichts ist schwerer zu ertragen Als eine Reihe von schönen Tagen!" Wir sind jetzt vollständig in den Tagen der Reaction und der bekannt, & der schon während der letzten Tage fauchend den Buckel krümmte, faßt bte^pf+A - •< mit seinen scharfen Krallen. Gestern Abend ging der festliche Pulsschlag noch einmal hoch. (Seftprnfu- nochmals Tausende zum Festplatz hinaus, füllten die Bierschenken und die r Halle, drängten sich in den Budenreihen der Vogelwiese, die vor dem föebraua*8611* mals alle ihre Lockungen und Sehenswürdigkeiten in's beste Licht zu rücken Immer noch rollten die Salven von den Schießständen herüber, aber in i Stunden wird dort der letzte Schuß gefallen sein. roent$r 'UW n rnh Ij $ Eit1)! dfoim ■hv- vi'lckc h W 1-' Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). 2 2 Summa: 7 Universität« - Tdronik. Erateversteigeruog j Samstag den 16. dS. Mi Nachmittags 3 Uhr, MtS, beginnt soeben rin neues Cuarial 5256 0 n Delicateffenhandlung. Bühner, Gerichtsvollzieher. wir dar1 zrboni: • er vck ' aniqil nttc ki :orgtga! , )efenM soll. ten, roi t ionafer." sigmP i, eckt nik. in wo: vom 2.-15. Jahr: Zusammen: 2 1 1 1 1 1 Erwachsene: 2 im 1. Lebensjahr: 1 1 sollen nachverzeichnete Früchte, des landwirthschaftlichen Versuchsfeldes, nämlich: Es starben an: Altersschwäche Lungenentzündung Angeborenem Bilbungsfehler Dipbtherie Tuberkulose des Gehirns Entzündung der Bronchien Sterblichkeitsziffer: 30,1 8/qo. Kinder Metzgermeister, Marktstraße 26, Literarische-. Heinrich HeineS sümmtliche Werke. Die im Verlage von Otto Hendet in Halle a. S. erscheinende Heine-Ausgabe, über welche wir uns bet Erscheinen der ersten Lieferung bereits lobend aussprachen, ist bisher bis zur achten Lieferung, welche den 1. Band beschließt, erschienen. Diese Ausgabe wird 30 Lieferungen ä 25 Pfg. nicht überschreiten; sie ist mithin in Bezug auf gute Ausstattung bei gleichzeitiger Billigkeit unübertroffen. Gutes Papier, geglättet und stark, dazu deutlicher, gut lesbarer Druck, der die Augen nicht angreift, machen diese Ausgabe zu einer Zierde auch für den Salontisch. mebcrlafien. Dr @a^er in ^rn hat einen Ruf an die Universität Marburg zur Wiederbesetzung der durch den Tod des Geheimeraths Lieberkuhn erledigten Professur für Anatomie angenommen. mit der Erzählung von Rudolf Lindau „Der lange Holländer' Zu beziehen in Wachen-Kummern (Preis Ml. 60? viertchährlich) oder in 14 Kesten ä 50 Pf. oder 28 Katöhesten a 25 Pf. durch alle Buchhandlungen.' Die Wochenausgabe auch durch die Postämter. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen 27. Woche. Vom 3. Juli bis 9. Juli 1887. Berichtigung. Nicht der „Zitherverein Alpenröschen", sondern der „-Zitherkranz" hielt das in einem Theile der Auflage unseres gestrigen Blattes erwähnte Waldfest ab. Fier Wirtleei Eins -er besten Biere Bayern s Bergbräu Fürth (Nürnberg), gebe ich von heute aus meiner Kellerei faßweise ab. 5231 J. Bartsch, Sonnrnstraße 14. Särg-Magazin von /v. Brandt in Welslar empfiehlt fertige Sarge jeder Art. Niederlage Wctzsteingaffe 40, im Hause des Herrn Lehrer Rahn. Lieferung stets sofort; eigenes Fubrwerk._____________ 424° Würzburg, 10. Juli. Herr Geheimrath Professor Dr. v. Kolliker feierte m seinen 70. Geburtstag, verbunden mit dem 40jährigen Jubiläum als Professor M der hiesigen Anatomie. Der Empfang der Gratulanten dauerte von Vormittags 9 Uhr dis Nachmittags halb 3 Uhr. Von auswärts waren erschrenen die Herren pr nans Virchow aus Berlin und Professor Dr. Fleischer aus Erlangen. Sammt- liche deutsche Universitäten sandten schriftlich ihre Glückwünsche dem Jubflare. Die Herren Bürgermeister Hofrath Dr. Steidle und Dr. Thaler überreichten Namens der Stadt dem Gefeierten das Ehrendiplom als Bürger. — Der bisherige Stadtarchivar in Reval, Dr. Theodor Schremann, wird sich im nächsten Sommerhalbjahre an der Berliner Universität als Docent Donnerstag den 14. Inti, Nachmittags 2 Uhr, roer/)en in meinem Bureau gegen Baar- zahumg versteigert: 2 Taschenuhren (Cylinder) mit drei Uhrketten, 1 Tisch, verschiedene Frarrenkleider, Taillen, Strümpfe, 2 wollene Bettdecken. Tie Versteigerung findet bestimmt statt, liegen, den 11. Juli 1887. -4 •X 'M. blijj ben^ ’M M icherki ' em H dien Er chM uM’ • rt mr Bmtz, rbmcE NeftMtshe Aufforderung. Die Erbschaft der kürzlich dahier verstorbenen Wittwe des Pfarrers Karl Bichmann vonWahlen ist unter der Rechtswohlthat des Erbver- zeichniffes angetreten worden. Es werde daher Alle, welche Ansprüche an fraglichen Nachlaß zu bilden Haden, hiermit aufgesordert, solche binnen 14 Tagen in der Gerichts- Ichreiberei unterzeichneten Gerichts anzumelden, andernfalls sie bei Ordnung des Nachlasses Berücksichtigung nicht finden können. Gießen, den 12. Juli 1887. Großherzogliches Amtsgericht. Stammler. 5264 Keitgeöotenes. 5272 Mehrere Hundert Kohlpflanzen verkauft Karl Gutvub, Neustadt 10. Frische Butter per Pfund 70 empfiehlt 5266 Handel mrä Verkehr, Gießen, 12. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL 0.75—0.85, Hühnereier pr. St. 5—6^, Enteneier St. 6—7 H, Käie vr. St. 5—7 Käsematte 3—0 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 30 H, Tauben per Paar 70 bis 80 Ä), Hühner per Stück JL 1.00—1.40, Hahnen pr. Stück JL 0.50—1.00, Enten per Stück JL 1.40—1.80, Gänse per Pfund 00—00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 64 <3), Kuh- und Rindfleisch.54—56 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 50 bis 62 Kalbfleisch 40—50 Kartoffeln per 100 Kilo JL 6 50—7.50, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner JL 12.00—15.00, Kirschen per Pfund 18—25 H. Frankfurt, 11. Juli. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 384 Ochsen, ca. 16 Bullen, ca. 362 Kühe und Rinder, ca. 254 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 58—60, 2. Qual. 50—52, Kühe und Rinder 1. Qual. JL 52—54, 2. Qual, vtt 45—47 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 45—50 H, 2. Qual. 40—45 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. Frankfurt, 11. Juli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer 19,00-19,50, fremder JL 18,50-19,25, Roggen eff. hies. 14,50—00,00, fremder JL 13,60-13,75, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 15,00—17,00, fremde JC 00,00-00,00, Hafer eff. hies. JL 12,00—12,50, fremder JL 00,00—00,00. 2 Morgen Winterroggen, 1 Morgen Hafer, in Abtheilungen von je einem Morgen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. Juli 1887. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. Schmitt. 5278 1 i i 3 AM ustM AF r Hilf w» hmäs,! ifle rt W rleliti rbeM’J ■ w'A Ä J?1' Neue f Da ich tyein Geschäft nach wie vor eiligem. Esftg-Kurkm, ; neue holl. Doll-Härmge! as Pf-nnig. 5276 empfiehlt 5279 August Schmidt, I Carl Schwaab’s itntelL_ sDie Katastrophe in 3ug.] Die Messungen des Seebodens, welche unter ... nmL Professor Heim und Oberingenieur Moser aus Zürich vorgenommen $tlll®9 haben nachoewiesen, daß links und rechts von der Unglucksstatte keinerlei wurdem v Rutschungen des Bodens vorgekommen sind. Unmittelbar vor der ÄÄStell- Mt sich eine Senkung von 7-10 Meter nachweisew Die Erd- bat vollständig aufgehört. Die Risse an den Häusern und tm Erdreich K2Undi nicht vergrößert. Es scheint also im Untergründe vorläufig Rübe eingetreten Sn 'Bon den angerissenen Stellen stürzen immer noch einzelne Stücke nach. Auch $ l ' (cinftnri mancher Häuser auch ohne neue Erdbewegung unvermeidlich. Einige Kebäude sind als gefährdet geräumt worden. Das neue stattliche 916^16^9^ Äaü wird als ziemlich sicher betrachtet. Aller Wahrscheinlichkett nach wird mit Em Nachstürzen, namentlich am Quai, die Katastrophe vorläufig ihr Bewenden Da ein ungewöhnlich großer Menschenzudrang erwartet wird, hat uiati, wie Hfl Rur W meldet, umfassende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Der Müitar- fnrhon wirb verstärkt. Die erste und zweite Compagnie des Bataillons 48 find em- berufen Die andere Hälfte desselben ist auf das Piket gestelltt Auch werden aus Lürich und Luzern Polizeimannschaften requirirt werden. Die Massenverpflegung und Unterbringung der 660 Obdachlosen bereitet Schwierigkeiten; die Bevölkerung schickt sich aber mit großer Ruhe in die Nothlage. -krcitsg den 15. IuU l. I., , rr Nachmittags 3 Uhr, louen auf dem hiesigen Ortsgericht die Immobilien der Johann Adam Her- Uiann Eheleute dahier Flur II. Nr. 64,t — 862 Meter Grabgarten Lapgärten am Wismarer Weg, Flur II Nr. 64,5 - 250 Meter Hof- ... raithe daselbst, H|6ntlich meistbietend versteigert werden. tL'.eßcn, den 12. Juli 1887. Großh. Ortsgericht. Lüdettng. 5275 ^^r^i-dentlich Mittheilungen über Pfarreibesetzungen und dergleichen in Darmstadt verMe nL”innere Unwahrscheinlichkeit dieser mit allen Einzelheiten und 2er Diöcest Mainz- Pfarrämtern berufenen Personen erzählten Mittheilungen, 6I. anit den Mmen s unglaubwürdig erscheinen, zumal die berufenen Organe von Ä Hießen uns Mcy Ernennungen und Personalveränderungen keinerlei Notiz genommen ''Ä M-n n^ 'Lkmdet dieser Zweifel an der Rtchtiokeit beregter Nachrichten war, M: Satten- Esten Nummern des „Mainzer Journal" und des „Mainzer Anr-ia-r , td-w-U-n bie ne . maßgebender Stelle erhobenen Informationen alle dies- “ut SiXilnnaen obiaer SBiätter als jeglichen realen Hintergrundes »-'ügsich-n M-tth l werden. Im „Mainzer Journal" wird ausdrücklich darauf » '<"tb^-!a dast nach der bis jetzt noch nicht erfolgten Publikatton der neuen Ktrchen- *:■ utnjerotefffl. . B ,,e Reihe von Vorbedingungen z» erfüllen sind, die, es den klrch- ^e noch nm »n^ög(i(S machen, sich vorerst mit der Frage zu befasten, geschweige » denn -in- ig^Juli. Wegen formaler Ungehörigkeiten sind in dem nahen t? , Zweimal die Gemeinderatbswahlen kafsiri worden. Gegen die Gültigkeit 3 M ^>.natsfrist stattgehabten Wahl wurde wiederum Einspruch erhoben, welcher illDnInb inbeft gestern von dem Kreisausschuß als unbegründet abgewiefen wurde 6i”®an? Slainj 11. Juli. In dem nahen Gaubischofsheim ereignete sich vorgestern ££ . betrübender Fall, durch welche eine angesehene Familie in großen Schmerz tc: ""/Ämner versetzt wurde. Der Weinbergbesitzer ymnes war damit befchästigt, lN «sd Kumm r jpa[t(.n. £in ^eijühriges Töchterchen wollte dem Vater bei k'°A,bei usehe» und begab sich aus dem Zimmer in den Hof In demselben d-c i Äini) durch die Verdindnngsthur in's Freie trat, flog dem Vater iiel„ äugen61™' g.. [e ^inn)Cg unj, traf derart unglücklich die Sletne, daß dieselbe eine die M ,°-?"de Wunde am0 Kops erhielt, die alsbald den Tod des Kindes zur Folge N/ § «eich' großem Schmerz der unglückliche Vater befallen, läßt sich leicht ^6 Kirchliche Anzeigen der essnyel. Gemeinde. Mittwoch den 13. Juli, Vormittags und Nachmittags, Jahresfeier des Gustao-Adolf-Vereins zu Heuchelheim. Prediger: Vormittags Pfarrer Heiner von Hungen, Nachmittags Pfarrer Goebel von Dutenhofen. Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 12. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 18 Grad, Luft im Schatten 21 Grad. L. Ehr. Rübs amen. Die II. F. Nassauer 5261] Johannisbeeren iuoertaufen. pr Pfd. 15 * 8- Benner, Nordanl. 6. Drogerie Seltersweg 39. Oesintectionsmittel Bei . 5111 Otto Schaaf /b (K/G cK/b rK/b o\ 1 toyty'sgvtykäYb/^yvry^yv^ Vgvt^'ovtyvyvt9?gvc/ I ■Jcrgcntheimcr llineralwasser I w «.s.eÄÄssFs 5265 cd Freitags bei 5268 E Emil Noll, Löwengasse 23. ti ". v SS 2 O <51 «i Hvsen äußerst billig. 4388 rS> °S> iQ1 L-ihgesteinerw-° x. Em moblirtes 8imim~nTT' Eb-n. SZ>°L. Vt?5’ KM erzeugt wunderbar r - v weissen Teint und |[Q von höchst ange- 'öneAm. Wohlgeruch. h Stück 50 $ bei 5196 Zum 1. Oct. wird ein 6«* Mädchen gesucht, welches bügeln u kann, von Frau Kanzler GareiS^M--^ M 5156 Eine gesunde SchenkamMt- ' Stelle. Näheres bei der Exped- d- . 3392 Die von Herrn 0r. KleiiH^ nnegehabte Stallung für forote 2 vkrschliebba« Stroh- und Heuböden, sind so onÄ""' weitig zu vermiethen. €hr a^br ” 4989] Laden und BhnnKFi?^ Lethen- aaSf&Xf» Elegante Herren- ut» Knaben-Garderobe» SÄ M i