Ar. HO Freitag dM 13. Mai 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r S ch u l st r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Vringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Lehrer-Corrfererrz des Conserenz-Bezirks Grünberg: Mittwoch den 18. Mai, Vormittags 10 Uhr, zu Grünberg. — Lieder: 27, 79, 123. Gießen, den 11. Mai 1887. Büchner, Schulrath. Deutschland. Darmstadt, 11. Mai. Vor Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog findet morgen Vormittag eine große Parade der sämmtlichen hier garnisonirenden Truppen statt. Die Parade beginnt um 10 Uhr früh aus dem Infanterie - Exercierplatz und wird von Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Heinrich commandirt sein. Berlin, 11. Mai. Seine Majestät der Kaiser begab sich Vormittags 11 Uhr nach dem Tempelhofer Felde, besichtigte die Gardeschützen, das Garde-Pionierbataillon, sowie das Kaiser - Alexander - Regiment, conferirte nach der Rückkehr mit Wilmowski und empfing den Fürsten Pleß, sowie den zum General ernannten Prinzen Albert von Altenburg. Morgen Abend findet eine Soiree im kaiserlichen Palais statt. — Die Abreise Ihrer Majestät der Kaiserin nach Baden-Baden ist nunmehr auf Samstag früh festgesetzt. — Das Abgeordnetenhaus genehmigte die Vorlage über die Kreistheilung in Posen und Westpreußen in dritter Lesung wesentlich nach den Beschlüssen der zweiten Lesung; abweichend davon wird die Stadt und der Polizetdtstrict Zerkow dem Kreise Iarotschin überwiesen; zu dem Landkreise Posen wird die Regierungsvorlage wiederhergestellt; die Theilung des Kreises Neustadt (Westpreußen) wird mit 145 gegen 144 Stimmen angenommen. Die übrigen gestern in zweiter Lesung erledigten Gesetzesvorlagen werden in dritter Lesung genehmigt. Morgen: Antrag auf Reform der directen Steuern. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 11. Mai. Auf der Tagesordnung der morgigen Bundesraths- Sitzung steht der Gesetzentwurf wegen Besteuerung der Zuckers. — Bezüglich ver Blättermeldung von dem Bevorstehen eines Gesetzes über die Sperrung der Getreide-Einfuhr können wir aus zuverlässigster Quelle versichern, daß die Regierung dem Gedanken vollständig fern steht. — Die ,,Rordd. Allg. Ztg." meldet: Der Staatssecretär Graf Bismarck trat auf ärztlichen Rath einen km »en Erholung«-Urlaub an. Er bringt denselben bei dem ihm befreundeten Vicekönig von Irland, Londonderry, in Dublin zu. — Gutem Vernehmen nach ist der dem Bundesrathe heute zugegangene Gesetzentwurf, betr. die Rübenzuckersteuer und die Einführung einer Zucker- Consumsteuer, nicht eine Novelle zum jetzigen Gesetz, sondern eine ganz neue legislatorische Arbeit, wodurch die jetzt geltenden einschlägigen Bestimmungen zugleich mit den neuen codificirt werden. Stuttgart, 11. Mai. Der Ständeversammlung gingen Vorlagen, betr. Regelung der Betheiligung des Reiches und Württembergs an dem zweigeleisigen Ausbau der Eisenbahnen Crailsheim-Eppingen im Jntereffe der Landesverttzei- digung zu, sowie betreffs Herstellung einer Eisenbahn Tuttlingen-Sigmaringen; drittens ein Gesetzentwurf, betr. Vervollständigung des Eisenbahn-Netzes im Jntereffe der Vertheidigung. Gefordert werden 12 Millionen Jt Hamburg, 11. Mai. Der als Jurist und Politiker bekannte Dr. Hermann Wex ist heute in Halle gestorben. Paris, 11. Mai. Der Ministerpräsident Goblet erneuerte heute in der Budget-Commission den Vorschlag, betr. die Herbeiführung von Ersparniffen im Betrage von 13 Mill., erklärte jedoch, er sei bereit, mit der Commission zu prüfen, ob es möglich sei, die Ziffer der Ersparnisse zu erhöhen. Nachdem Goblet und Dauphin die Sitzung verlassen hatten, nahm die Commission mit 25 gegen 5 Stimmen eine Resolution an, daß die vorgeschlagenen Ersparnisse unzureichend seien und daß Die Regierung neue Vorschläge machen möge. — Der deutsche Botschafter Gras Münster stattete gestern de« Minister des Auswärtigen, Flourens, einen Besuch ab. Florenz, 11. Mai. Bei der heutigen Enthüllung der Büste Donatello's wurden mehrere Reden gehalten, darunter auch eine von Geheimerath Jordan, welche beifälligst ausgenommen wurde. — Der König und der Kronprinz sind Mittags hier eingetroffen und wurden enthusiastisch empfangen. Die Königin wird im Laufe des Nachmittageintreffen. Barcelona, 11. Mai. Die Eröffnung der allgemeinen Ausstellung ist auf den 8. April 1888 verschoben worden. , Mexiko, 11. Mai. Kammer und Senat beschlossen mit großer Majorität eine Verfassungsänderung, welche die Wiederwahl des Präsidenten und der Staats-Gouverneure für zulässig erklärt. ____ Oiefjen, 12. Mat. tB-richti" * In d-*g°st°rn °°n »ns --brachten N.tiz, betreffend den Selbstmord eines Lehrers, ist statt Nieder-Florsta-t z Florstadt. Reichstag. P. Berlin, 11. Mai. (27. Sitzung.) Die erste Berathung der Branntweinsteueroorlage wird fortgesetzt. Abg. v. Wedelt-Malchow (cons.) erklärt, daß seine politischen Freunde im Großen und Ganzen auf dem Boden dieser Vorlage ständen. In derselben werde der Versuch gemacht, den Interessen der Landwirthschaft möglichst Rechnung zu tragen. Allerdings blieben noch eine Anzahl Bedenken bestehen, deren Erledigung voraussichtlich in der Commission erfolgen werde. Von einem Geschenk speciell an die großen Brennereien könne keine Rede sein. Abg. Richter (freif.): Die Steuern sollen um 200 Millionen erhöht werden, wobei er die beabsichtigten Zollerhöhungen und eine künftige Erhöhung der Btersteuer, die Herr Gamp in Aussicht stellte, noch gar nicht mitrechne. Es sei gesagt worden, das Bedürfniß sei notorisch. Notorisch sei aber doch nur, daß der neue Retchshaushalt eine Erhöhung der Matricularbeiträge um 47 Millionen erfordere. Dieser Bedarf könne durch den Wegfall der Exportprämie für Zucker beseitigt werden. Die Freisinnigen seien Gegner der Ueberweisungen; sie seien Gegner des Systems, welches die Einzelstaaten zu Kostgängern des Reiches, die Gemeinden zu Kostgängern der Einzel- staalen machten. Dieses System sei unwirthschaftlich. Die Freisinnigen hätten immer gemahnt, die Zucker- und Branntweinsteuer nicht verfallen zu lassen, sich vielmehr die Einnahmen daraus zu sichern und dafür die nothwendigen Lebensmittel zu entlasten. Letzteres geschehe nicht, dagegen solle der Branntwein vertheuert werden. Der Konsum von Branntwein werde nicht vermindert, denn was der Branntwein mehr koste, werde an den nothwendigsten Lebensmitteln gespart werden. Süddeutschland sei natürlich mit dem Gesetz ganz einverstanden, weil es ihm Vortheil bringe. Beim Branntwein hieße es deshalb: „Das ganze Deutschland soll es sein", beim Bier aber bleibe man in Süddeutschland bei den Worten stehen: „O nein, nein, nein!" Er zweifle nicht, daß auch das bayrische Bier zu der Reichssteuer herangezogen werde, aber Bayern werde sich kräftig dagegen sträuben und so werde eine neue Streitfrage geschaffen. Die gewerbliche Brennerei bedürfe mehr des Schutzes als die landwirthschaftliche. Die Vorlage schaffe eine Prämie für den Großgrundbesitzer auf Kosten des Bauern. Niemals sei bisher irgend ein Zweig der Industrie für etwaige Nachtheile entschädigt worden, die ihm durch Steuermaßregeln erwachsen. Der Schaden betrage nicht mehr den Bruchtheil von 1 JL pro Hectoltter. Wenn er sich schon auf den Entschädlgungs- standpunkt stellen wollte, fo würde er eine baare Entschädigung anbieten. Uebrigens würde er es für billiger finden, wenn man die 4—5000 Brenner auskaufte. Kaufen wir die ganze Gesellschaft auf! (Heiterkeit.) Dieser Vorschlag komme übrigens aus einem Eentrumsblatt, der „Schief. Volksztg." Alle Agrarier, die mühsam und beladen seien, würden durch diese Vorlage eingeladen, Brenner zu werden. Damit werde durch Ueberprobuction eine neue Krisis heroorgerufen; das heiße doch den Teufel durch Beelzebub austreiben. Dieser Gesetzentwurf führe zum Monopol. Die Festsetzung der Production durch den Staat, wie sie hier erfolge, sei der Anfang des Staats- socialismus. Dieses Gesetz werde Unzufriedenheit Hervorrufen, da es den Aermeren belaste. (Beifall.) Ftnanzminister v. Scholz: Wenn Herr Richter sagte, daß durch die Beseitigung der Zucker-Exportprämie mit 47 Millionen das bestehende Finanzbedürfniß gedeckt werden könne, so habe er die Finanzlage rosiger dargestellt, als man nach den letzten Etatsreden von jener Seite hätte erwarten dürfen; damals habe er von einem Fiasco gesprochen. In der Thal würden durch die Einnahmen aus der Branntweinsteuer nur die nothwendigen Bedürfnisse gedeckt. Für die gefaßten großen Pläne reichten die Mittel noch nicht. Der Jrrthum, daß die Vorlage nur großen Kartoffelbrennereien zu Gute komme, scheine bei Herrn Richter unerschütterlich festzusitzen. Das Gesetz nehme ebensowenig eine Contingentirung als eine Entschädigung für die Brenner in Aussicht. Die Vorlage erkenne eine Nothlage der Brennerei an und vermeide eine weitere Verschärfung derselben. Herr Richter habe sich für einige Tausend Kartoffelbauern erwärmt, die durch den Rückgang des Consums beeinträchtigt würden. Warum übertrage er feine Sympathie nicht auf die Millionen von Existenzen, welche von der Gutsbrennerei abhängen. Wenn Herr Richter die Vorlaae als einen Uebergang zum Monopol bezeichnete, so möge das geschehen sein in der Erinnerung des «Uten Erfolges, den er einmal mit dem Monopolaespenst gehabt. Diesmal werde der Erfolg aber fehlen. (Beifall.) Abg. Dr. Miquel: Herr Richter habe die Vorlage von vornherein mißgünstig betrachtet; da mußte er zu einem anderen Ergebniß kommen, als wenn er von vornherein einen wohlwollenden Standpunkt eingenommen hätte, als wenn er sich von vornherein gesagt hätte, daß die Ausgaben gedeckt werden müßten. In einem kleineren Gemeinwesen komme es wohl vor, daß man von dem Gemeindeoberhaupte allerlei haben will, aber die Mittel dazu nicht geben will; im Reichstage der deutschen Nation sollte das nicht vorkommen. Das System der Ueberweisungen sei nothwendig, nachdem die inbirecten Steuern auf bas Reich übertragen werben. Durch bie Vorlage werde wenigstens ein Damm gegen die Branntweinpeft errichtet. In Bezug auf die Recti- fication werde er sich nicht vertrösten lassen, sondern darauf dringen, daß schon in dieses Gesetz entsprechende Bestimmungen ausgenommen werden. Wenn wir unsere Gesetzgebung nicht ändern, würden wir bald das englische System haben, b. h. es würden sich nur einige wenige große Brennereien erhalten, die landwirthschaftlichen Brennereien aber verschwinden. Der Norden bringe ein großes Opfer, wenn er auf Grund des neuen Gesetzes den Anschluß Süddeutschlands an die norddeutsche Branntweinsteuergemeinschaft vollziehe; aber beim Abschluß des Zollvereins habe Preußen auch große Opfer gebracht und doch sei der Zollverein allen Theilen Deutschlands gleichmäßig zur größten Wohlthat geworden. Für ihn handele es sich bei der vorliegenden Frage zugleich um eine große Frage der Bodencultur. Die Vortheile, welche der Staat durch seine Einrichtungen schaffe, kommen Allen gleichmäßig zu Gute. Der Reiche könne sich aber selbst schaffen, was der Staat auf Kosten der Gesammtheit Allen biete. Lassen wir auch den Aermeren theilnehmen an Genüssen, die sonst nur Bevorzugten zu Theil werden. (Beifall.) Abg. Szmula (Ctr.) tritt im Princip für die Vorlage ein, findet aber den Steuersatz für zu hoch bemessen. Es sei nur das Nothwendigste zu bewilligen. Die Vorlage wird an eine Commission von 28 Mitgliedern verwiesen. Abg. Neubarth hat sein Mandat niedergelegt. Morgen: Nachtragsetat, Jnnungsnovelle, Wahlprüfungen. Universität- - Ghronik. Marburg, 9. Mai. Als Prioatdocent in der philosophischen Fakultät für das Fach der Mineralogie habilitirte sich an hiesiger Universität Herr Dr. Reinhard Brauns, seitheriger Assistent am mineralogischen Institut Hierselbst. — Professor der Theologie v. Kuhn ist in Tübingen am 8. dss. Mts. im Alter von 81 Jahren gestorben. Derselbe war 1832 bis 1837 o. ö. Professor der katholischen Theologie in Gießen, seit Frühjahr 1837 bis Herbst 1882, wo er in den Ruhestand zurücktrat, o. o. Professor an der württembergischen Landesunioersität. Außer zahlreichen Abhandlungen in der Tübinger „Theologischen Quartalschrift", einer Monographie über Jacobi und die Philosophie seiner Zeit (1834) und einem Leben Jesu (1838), verfaßte er eine katholische Dogmatik, sein Hauptwerk, an dem nur das Eine zu beoauern ist, daß es nicht zur Vollendung gelangte. Der „Münch. Allgem. Ztg." wird aus Tübingen über ihn geschrieben: „Gleich seiner literarischen war auch seine lehramtliche und politische Wirksamkeit von sehr hervorragender Bedeutung. Seine Schüler zählen nicht blos in Württemberg, sondern auch im weiteren Deutschland nach vielen Hunderten. Von dem Erfolg seiner öffentlichen Thättgkeit zeugt seine Berufung in die württembergische erste Kammer — eine Ehre, die ihm unter den Mitgliedern der Hochschule bisher unseres Wissens allein zu Theil geworden ist." — Die Zahl der staatlichen klinischen Institute der Berliner Universität wird in allernächster Zeit eine Erweiterung erfahren. Es wird eine Universitäts- Poliklinik für Hals- und Nasenkrankheiten eröffnet und mit deren Leitung der Docent Dr. Bernhard Fränkel betraut werden. Vermischtes. Friedberg. Am 26., 27. und 28. Juli d. I. feiert unser Predigerseminar, wie allgemein bekannt, sein 50jähriges Bestehen. Diese Festlichkeit erweckt großes Interesse in der nächsten Umgebung und in wetteren Kreisen. Wie die Festfcier, für die sich ein größeres EomitS gebildet hat, verlaufen wird, wollen wir in Kürze hier darstellen. Am 26. Juli Abends findet der Empfang und die Begrüßung der Festgaste statt und die Verabfolgung der Fest- und Wohnungskarten an dieselben. Um 7 Uhr ist liturgischer Gottesdienst in der Stadtkirche, hiernach um 8 Uhr gesellige Zusammenkunft und Begrüßung im Hotel Trapp, wobei Instrumentalmusik stattfinden wird. Am Hauptfesttage, den 27. Juli, Morgens V210 Uhr, ist der Festgottesdienst, verherrlicht durch den Gesang der Seminaristen und des Musikoereins, hiernach tritt eine Pause von einer Stunde ein zur Einnahme des Frühstücks im Hotel Trapp. Um 1 Uhr wird die akademische Feier, die eigentliche Anstaltsfeier, einen kleineren sich namentlich für die theoretische ober wissenschaftliche Bedeutung des Predigerseminars interessirenden Kreis von Festgenossen in der Burgkirche versammeln. Allgemeinere Thetlnahme jedoch wird um 3 Uhr das Festessen im Hotel Trapp finden. Der Abend wird die Fest- Genossen in einem Wirthschaftsgarten vereinigen, um den Gesängen und Musikstücken unseres Gesangvereins und des Dilettantenveretns zu lauschen; auch werden geeignete Ansprachen der Stimmung Ausdruck geben. Am letzten Tage, dem 28. Juli, wird eine gesellige Vereinigung und Ausflüge (aus's Offenheimer Wäldchen und nach Bad- Nauheim) das Fest abschließen. Sicherlich Hal unsere Stadt für dieses Fest viele Gäste von auswärts zu erwarten, die uns alle herzlich willkommen sein sollen. Die Bewohner der Stadt Friedberg werden ihren alten guten Rus der Gastfreundlichkeit bewähren; in erster Linie darf auf Offerten bezüglich freier Wohnung für auswärtige Gäste gewiß gerechnet werden. Von der Bedeutung des Predigerseminars und der höheren hiesigen Lehranstalten, überhaupt für die hervorragende Stellung, die unsere Stadt unter den Städten unseres Vaterlandes einnimmt, brauchen wir keine Worte iu machen, sie ist bekannt und darum ist auch als sicher anzunehmen, daß die Feier des Predigerseminars eine allgemeinere, freiere und nicht nur eine solche unserer Stadt sein und werden wird. Bad Nauheim, 11. Mai. Für die Dauer der Badesaison finden jeden Samstag 71/2 Uhr Abends im Billardzimmer des neuen Kurhauses dahier zwanglose Zusammenkünfte der in Bad Nauheim und in der Umgegend ansässigen und der zur Kur hierher kommenden früheren und jetzigen Mitglieder des Kösener 8.-6.-Ver- bandes statt, zu welchem hiermit allgemein eingeladen wird. Die Eröffnungssitzung findet den 14. Mai statt. Darmstadt, 11. Mai. Gemäß dem Reiseplan des commandirenden Generals zur Frühjahrsbesichtigung der Großh. (25.) Division trifft Excellenz Frhr. v. Schlot- heim am 18. Mai, Abends 9 Uhr 25 Min. hier ein. Die Besichtigung des Jnf.- Regiments Nr. 115 ist am 20., diejenige der 5. Eskadron des Drag.-Rgts. Nr. 23, der Leib- und 5. Eskadron des Drag.-Rgts. Nr. 24 hier am 21. Mai. An demselben Tage noch wird das 2. Bataillon des Jnf.-Rgts. Nr. 118 in Worms besichtigt, das Jnf--Rgt. Nr. 117 am 23. ds. in Mainz, ebendort am 24. das 1. Bat. des Jnf.-Rgts. Nr. 118 und am 4. Juni das Jnf.-Rgts. Nr. 116 in Gießen. Die Besichtigungen beginnen in der Regel um 8 Uhr früh. Die Bataillone folgen sich von ■/* zu 3/4, die Eskadrons von i/i zu Vs Stunde. Gottesdienst der israelitifchen Religionsgesestschast. _ ^bend 7 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr, Samstag Abend 8« Uhr. Berichtigung. Im Reichstagsbericht der gestrigen Nummer ist in Zeile 16 von oben zu lesen Keine Partei anstatt Seine Partei u. s. w. U- Unter allem Vorbehalte geben wir die unS soeben von einer im Allgemeinen als verlässig bekannten Seite zugegangene Mittheilung wieder ? Q- Ätersuchungssache gegen die hiesigen Socialdemokraten Seitens der Anklam- behorde bte Anklage auf geheime Verbindung ($ 129 des Strafgesetzbuchs) fallen gelassen worden fft und 4 der in Untersuchung gezogenen Personen sich wegen Verbreitung verbotener Schriften zu verantworten Haden roerben. 0 1 lA Mainz, 11. Mai. Das Programm zu den Festlichkeiten bei der Hasen- einweihung ist , wie es neulich von uns schon in großen Zügen mitgetheflt worden nunmehr definitiv festgestellt. Außer den bereits mitgetheilten Einzelheiten ist noch der vor der Eröffnung stattfindende Feftzug zu erwähnen, an welchem sich sämmtliche vlestge Vereme und Eorporationen mit ihren Emblemen und Fahnen betheiligen werden Als Gaste zu der Feier werden Seitens der Stadt eingeladen: In erster Linie Seine' König!. Heheit der Großherzog nebst Familie, die Minister und Räthe des Großh Hauses, die Präsidien der beiden Kammern, die Vertreter der Nachbar-, sowie sämmt- licher rheinischer Städte, die Handelskammer der betreffenden Städte und Vertreter der Presse. Unter den letzteren sollen neben den Blättern der Nachbarstädte sämmtliche größere Zeitungen Deutschlands und insbesondere die illustrirten Journale eingeladen werden. △ Bom Rhein, 11. Mai. Aus einem Kohlenwerke an der Moselgrenze machte vorgestern ein Arbeiter wegen eines unbedeutenden Conflicts mit seinem Vorgesetzten auf eine schreckliche Art seinem Leben ein Ende. In eine kleine Grube legte er eine Dynamitpatrone, verband damit eine kurze Zündschnur und setzte sich auf die Grube. Die Wirkung nach erfolgter Explosion war fürchterlich. Die einzelnen Körper- theile des Unglücklichen flogen in der Luft umher und wurden in großem Kreise zerstreut aufgefunden. 6 △ Vom Rhein, 11. Mai. Gestern fand durch eine Regierungs-Commission und Vertreter der Wasserbaubehörden eine Probefahrt durch das neue Fahrwasser der „großen Gieß" (zwischen Hattenheim und Oestrich) statt. Als eine für die Schifffahrt und Flößerei wichtige Aenderung wurde das Entfernen der „Wahrschau" in der „großen Gieß" ungeordnet und zwar wurde die Anordnung um deßwillen getroffen weil das neue Fahrwasser die bequeme Passage von zwei Fahrzeugen gestattet und hierdurch die „Wahrschau" nicht nur überflüssig, sondern unter Umständen auch statt Unfälle zu verhüten, solche herbeizuführen geeignet geworden. — lieber die Pflicht der Hausetgenthümer, bei eintretender Dunkelheit die Treppenflur ihrer Häuser zu beleuchten, sind noch vielfach falsche Meinungen verbreitet Insbesondere wird angenommen, daß es einer besonderen Vorschrift der Localpolizeibehörde bedürfe, um eine Fahrlässigkeit des Hausbesitzers begründen zu können, durch welche in Folge der Dunkelheit eingetretene Körperverletzung eines Anderen verursacht wurde. Das ist ein gefährlicher Jrrthum, durch welchen der Besitzer empfindlichen Schaden erleiden kann. Das Reichsgericht, und zwar der zweite Strafsenat, hat in dieser Frage als Reoisionsinstanz in einer vor dem Landgerichte Stettin anhängigen Sache in einem Urtheile entschieden, daß der Hausetgenthümer in dem fraglichen Falle schon nach S 230 des Strafgesetzbuchs strafrechtlich verfolgbar ist. ♦anbei und Berkeh». Berlin, 11. Mai. Der Diskont der Reichsbank ist heute auf 3 pCt., der Lombardzinsfuß für Darlehen gegen ausschließliche Verpfändung von Schuldverschreibungen des Reiches oöer eines deutschen Staates auf 3Vs pCt., gegen Verpfändung sonstiger Effekten und Maaren auf 4 pCt. herabgesetzt worden. Ä ^"burg, 11. Mai. Rother Weizen JL 16.00, weißer Weizen 60.00, fcl 1ÄÄ MOO8:50' 6afer •* 5-95' Mcln "00 Pfund 0.00, ™ ri il' Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter Jü 400—4.50, das (Bescheid 6—10 Erer das Hundert JL 4.60—6.50, das Butter im Großen JL 75.00—83.00, im Detail das Pfund 0.90 bis 1?0, WeH^aut pcr Stück 20—25 H, Rothkraut per Stück 30—40 H, Kohlrabi 00-00 H, Ochsenfleisch per Mund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-70 H, A—?0 3. Schweinefleisch o5—75 H, Hammelfleisch 50—70 H, 1 Hahn JC. 0.70—1.80, 1 Huhn JL 1.00—2.50, 1 Ente Jt 2.00—3.50, Gans Pfund 00—00 3» 1 Taube 35-60 H, Welsche JL 12.00-00.00. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Quartierträger der während der vorjährigen Manöver dahier ein- quartirt gewesenen Mannschaften von der Königlichen 21. Division, sowie der vom 6. bezw. 7.—18. Februar 1887 einquartirten Reservemannschaften v»m 2. Gr. Hess. Ins. Regt. Rr. 116, werden hierdurch aufgefordert, ihre Vergütungen binnen 4 Wochen vom Tage des Erscheinens die,er Bekanntmachung an, an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag uns Samstag auf dem Bureau der Stadtkaffe in Empfang zu nehmen, gegenfalls solche unter Abziehung einer Zustellungsgebühr von 10 H durch den Stadlkaflediener überbracht werden. Gießen, den 12. Mai 1887. Der Stadtrechner. _________________________H. Enders. 3774 Deutsche Lebens - Versicherungs- gesessschasl in Lübeck. Gegründet 1828. Vermögen Ende 1885: Mk. 32.699,415. Eine Vertretung unserer Gesellschaft für Gießen und Umgegend ist dem Herrrn J. Lobermann in Gießen („Frankfurter Hof"l über- tragen worden. Lübeck, im Mai 1887. Die Deutsche Lebens-Berfich-Gesellschaft in Lübeck. Der Director: Beruh. Sydow, Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung gestatte ich mir die gedachte, im Jahre 1828 errichtete Gesellschaft zum Abschluß von Lebens-, Aussteuer-, Sparkassen- unv Renten - Versicherungen bestens zu empfehlen, indem ich mich zugleich bereit erkläre, jede gewünschte nähere Auskunft zu ertheilen. | Gießen, den 7. Mai 1887. 36$$ i J. Dobermann, Haupt'Agent der Deutschen Lebens.Versicherungs.Gesellschast in Lübeck. , Morgen Ziehung y yu tirSüiiUUEig I der Gewinne e ■ gänzlich kostenlos Lotterie 1887,/C. in 2 Serien. :hste Ziehung n t—17. Mai d. Loos kostet für jede^ Serie und ä 1 Mark *für die erste Serie, ä 2 Mark TTa beide Serien, versendet und gewährt *■ • Wiederverkäufen) höchsten Rabatt Oer Verstand der Ständigen Ausstellung in Weimar. ■um im Mm mm _ Loose sind, auch zu haben bei: ■■ra™ Julius Wallach, Lott.-Geschäft, Gust. Gerhardt, Lindenplatz, Jos. Georg, Agent, Ph. Stier, Schulstraße, 2714 Emil Orbig, Col.-Hdlg., Ph. 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Mai 1887 für einen Verschwender erklärt. 3770 Gladenbach, den 10. Mai 1887. Königliches Amtsgericht, Abth. H. üerfleßunfl lion Waussirarbeilm. Die Ausführung der Chaussir- crbeiten (ausschließlich Steinzerkleinerung) zum Neubau einer KreiS- «straße von Bettenhausen mach Bellersheim soll Mittwoch den IS. d MtS., Vormittags IOV2 übt, •auf dem Gemeindehause zu Bellersheim im Wege mündlicher Versteigerung vergeben werden: I. Loos, veranschlagt zu 720 Allen Lungen-, Brust-.XXl end Halskranken/^w^i sind die be x rühmten .X '\£^^z/*/bestens empfohlen. I Dieselben sind / in a**en Apotheken! ä 85 Pi‘ V^pro Schachtel erhältlich I., IL und III. Classe. Tl. | 13. | 15. | 17. | 19? | Vm. | Vm. | Nchm. | Nchm. | Nchm. | 1., II. und III. Classe. II. und III. Classe. 1. 1 3. 5.1 7. 9. ! 2. 1 4.1 6. | 8. Vm. I Vm. Vm. | Nchm. Nchm. Vm. 1 Vm. | Nchm.! Nchm. 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