Rr. IO. Donnerstag den 13. Januar ISST Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. I M W 8 e g N H, Bureau r Schulstratze 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis merteljä(jrltcb 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Polt bewaen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Betreffrgekommenen Ereignisse eingegangen war. Rach demselben hatte sich in Thanhoa eine zahlreiche Abteilung von Rebellen gesammelt und stark verschanzt Zwei gegen die Befestigung gerichteten Angriffe waren erfolglos; es wurden °"bei 4 Osficiere verwundet, 5 europäische und 8 tongkingnesische Soldaten ae- Ebbtet, Wie io europ. und 27 tongkingn. Soldaten verwundet. Unter Befehl de» Oberst Bnssond sind alrbald Verstärkungen nach Thanhoa gesandt. Reichstag. ™ . ,P, . , , . , ., E. R. Berlin, 11. Januar 1887. ^^E^rat ^ute m bte zwecke Berathung der Militärvorlage ein. Es liegen verschiedene Abanderungsantrage vor. • ö - l t/e (conp. Deutschland hat bewiesen, daß es den Frieden wünscht, dazu muß es aber stark sein. Würde die Vorlage abgelehnt, dann glaube >r H’l1 den ganz sicher. (Große Bewegung.) Wun sei ja nur Streit über d/e Zeitdauer; da mochte er daran erinnern, daß alle Institutionen, Handel, Industrie und Finanzen mit dem Heere stehen und fallen. Die Tüchtigkeit der Armee beruhe UnerfiiUterlirfjfeit. Ich wende mich an Ihren Patriotismus. ? ^k und Regierung einig und daß Sie bereit sind, jedes Opfer, auch handelt (Leb^aft/Be^all.) M Um bic Sicherheit des Vaterlandes Abg Freiherr v Stauffenberg (dfr.) vertheidigt die Commission gegen die gegen dieselbe erhobenen Angrifie. Alle Neuformationen sind von derselben voll^bewilligt worden; unerftndlrch sei der Vorwurf, daß eine Schmälerung der Wehrhaftigkeit vor- Gegenüber der Tendenz der Vorlage, ferner die Dienstzeit hinaufzuschrauben . sem.^"irag auf ^frlangerung der Rckrutenvakanz durchaus geboten. Der Redner ble ^.^iherle der langen Dienstzeit besonders wirthschaftlicher Art für die Betroffenen. Dre Frage, ob 7 Jahre oder weniger sei eine bloße Fraae der Zweckmaglgkert; das Vortheilhafteste wäre die jährliche Bewilligung. B * 0 m Bismarck: Die verbündeten Regierungen drücken durch N^s^^ugung aus, daß die Wehrkraft des Reichs, wie sie jetzt gestaltet ist, nicht die Bürgschaft für den Grad von Sicherheit gewährt, auf die die Station Drese Ueberzeugung ist durch competente Beurtheiler begründet, deren Europa anerkannt wird, mit alleiniger Ausnahme des Deutschen Reichslags (Bewegung) unter Führung der Herren Richter, Windthorst und Grillen- Mottkes n 9^^bn, daß diese Herren ihr Urtheil über das Moltkes siellen wollen, sie muffen also andere Gründe gegen die Vorlage haben °tn ^hrl*Un0An ^^"^^efuhrt worden, als solle mit unseren Forderungen nur eine n0e Ur p?lere Steuerforderungen geschaffen werden. Was würden Sie sagen, wenn ich auf solche Absurditäten erwidern wollte, Ihr Widerstand sei von i elngegeben, daß Deutschland in einem Kriege nicht glücklich sei. (Oh - ilnks.) Tas glaubt wohl Niemand, daß der Kaiser nach Erobererart eine Erhöhung der Kriegsmacht fordert, in der Absicht, einen Krieg für einen bestimmten Zweck zu fuhren, z. B. die orientalische Frage von hier aus zu dirigiren. Die zwei Waran ciF ljiftoriid) überkommenes Ergebniß früherer Zustände ^roße Nation zu leben, konnte nur durch das Schwert ourchgesetzt werden, jetzt haben wir keine Bedürfnisse nach außen. Wir sind mit Oesterreich seit 1866 befreundeter, als vorher; wir haben uns über alle Fraaen aeetnml ^Lebhafter Beifall.) Was Frankreich anlangt, so meine ichwennwirten Frieden London, 11. Januar. Es ist Neville. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correfpondenz-Burean. Dublin, 11. Januar. Der Abgeordnete Dillon und die übrigen wegen Tbeil- nahme an einer ungesetzl cken Verschwörung Angeklagten sind unter Camion von je 50 Pfo. Sterl. vor die Assisen verwiesen. Petersburg, 11. Januar. Die Akademie der Wissenschaften wählte zu corre- spondirenden Mitgliedern die Professoren Usener nnd Buecheler in Bonn, Neumann- Spallart in Wien, Karo in Breslau, Lindström in Stockholm, de Hue in Lenden und den Director des statistischen Bureaus in Rom, Luigi Bodio n° Wien, 11. Januar. Einer Meldung der „Polit. Corresp." aus Belgrad von competenter Seite stellt auf's Entschiedenste in Abrede, daß die serbische Regierung in Folge angeblicher montenegrinischer Rüstungen Truppen an die Südgrenze habe abgehen lassen. Alle hierauf bezüglichen Meldungen seien lediglich Erfindungen y _ _ Bern, 11. Januar. Die mit Rücksicht auf die Cholera in Oberitalien nm 19 August v I für die Gotthardtbahn, den Canton Tessin unddenL^aner S^e erlassenen polizeilichen Maßregeln, sowie das Verbot der Einfuhr von aus Italien kommenden Hadern, alten Kleidern rc. sind aufgehoben. London, 11; Januar. Es bestätigt sich, daß Goschen als Candidat der Con- servatlven in dem Borsenbezirk von Liverpool auftreten wird. Der liberale Candidat sTA.mhJdA sollen, muffen wir ein starkes Heer haben, müssen stark genug sein o^nt foU^eitn0hSCfGA ^c,b^a.tter Beifall). Unsere eigenen Beziehungen zu Rußland sind nSQKf/f!e tmmer und noch heute über jeden Zweifel erhaben; an einen ’S ex.mid)t c??^9?^EN ist uns gleichgültig und kein Anlaß, ^ber bie Schwierigkeit, den Frieden zu erhalten, k. zwischen Oesterreich und Rußland. Bräche ein Krieg aus, so leibe Handel und Verkehr Die Möglichkeit, den Krieg zu verhindern, liege in unserer Starke. Sobald Frankreich glaube, zu siegen, fange es den Krieg an. Frankreich iff .^)i^^cbiugunöen nach einem für uns erfolglosen hÄl schreckliche sein. Dre Reglerungen können die Verantwortung für die Dinge, die bet em er Versagung der geforderten Verstärkung kommen könnten, nicht . $ier' rao es sich um die Existenz Deutschlands handelt, wird der D0n Jcinem verfassungsmäßigen Rechte Gebrauch zu machen mr Vorlage nicht zustimmen. Gegen den Gedanken, daß J ba§ Woment Uber das Heer bestimmen soll, müssen wir Einspruch erheben. Dann mag bte Natron entscheiden. Wir wollen nicht viel Worte hcffter^Beifall ^rechts )^ roiffcn' ob roir ön neue Leute zu appelliren haben. (Leb- recht (natlib.) erklärt sich für seine Partei bereit, die Vorlage in ! " r n» F^9-^9 annehmbaren Gestalt zum Beschluß zu erheben. Ich würde bä einer Wahl bte Bewilligung auf 1 oder 3 Jahre der auf 1 Jahr den Vorzug geben laubKn wir für 7 Jahre. Wir wollen die Armee nicht des Verttm?ens berauben, das sie bisher genossen hat. c - Bismarck betont, daß Frankreich unter Umständen auch zu einem Kriege ln0X n,e,rben könne, den es als Sicherheitsventil für innere Bewegungen nöthta C§ ^avoleon III gethan, warum sollte es nicht General Boulanger E uch'M wenn er an s Ruder kommt. Unsere Grenzen müssen gesichert werden, der fjl.60 kann m Zehn Jahren, ebenso gut aber auch in zehn Tagen eintreten. Eigentlich r 1$? e f°s. roi(Wn Frage gegenüber schon früher auflösen l°l1en, aber wir sind m Deutschland mit solchen Schritten viel zu ängstlich und haben auch nicht geglaubt, daß der Reichstag die Vorlage ablehnen würde. Tritt dieser Fall ein, werden wir allerdings zur Auflösung schreiten müssen. (Beifall rechts.) r« . -^P9* Wtnd thorft (Centrum): Wir verachten keineswegs die militärischen Moritaten, gerade auf diese hin habe ich in der Commission erklärt: Wir bewilligen zeden Mann und leben Groschen; die heutigen Ausführungen des Reichskanzlers hr^nec? ^netl^CIr. ®nt ntcbt andern. Die Regierung kann das, was sie will, auf zollen dann wieder prüfen, liegt die Sache wieder so, wie beute, so werden wir die Bewilligung verlängern. Mit der Auflösung des Reichstags L^^uverstariden; dann mögen die Wähler reden und wir sind nicht ängstlich. Sicherlich wurde der Reichstag ein neues Septennat bewilligt haben, wenn keine Mehr- foroerung gestellt worden wäre; wir wollen nach drei Jahren wieder prüfen, das ist kerne Wehrloomachung. Sollte es wirklich zu einem Kriege kommen, so wird das Ausland erkennen, daß wir alle nur eine Partei bilden. , ..^ärst Bis marck: Diese Rede zeigt, wohin man kommt, wenn Herr Windt- borst sich dem Grafen Moltke überlegen glaubt; mir wäre es lieber, wenn die eine von der er gesprochen, sich schon hier zeigte. Wir wollen bei der Auflösung, durch d n Appell an das Volk entlche:den, ob wir ein kaiserliches oder ein parla- lösten. (Große Unruhe links.) Unsere Beziehungen zu Oesterreich sind sehr freundschaftlich; aber deßhalb brauchen die beiderseitigen Cabinete ein- ander noch nicht dienstbar zu sein. Ich weiß nichts von einem Kriege mit Rußland, aber bis zu einer Unterstützung unserer Macht durch russische Truppen ist doch immer noch cm weiter Weg. Wenn durch den Widerspruch der Opposition Frankreich einen vermehrten Anlaß zum Kriege schöpft, so hat die Opposition einen Theil der Verantwortung zu tragen. Deutschland ist keineswegs ärmer geworden' die Svarkasien- einlagen sind von 1385 Millionen 1878 auf 2500 Millionen 1885 gestiegen. Die Corn- rmssionen sind nur Marterkammern für die Regierungsvertreter, dahin will ich nickt kommen; nur was ich hier sage, ist zuverlässig. Die Berathung wird auf morgen vertagt. Neber die Gefahr eines gebildeten Proletariats sick^Prosessor I. Conrad zu Halle in der „Allgem. Zig." vom 3. d. M. eingehend . s 3m Angange der Besprechung weist Professor Conrad darauf hin, wie durch das rasche Wachsen der Bevölkerung ein allgemeiner Mangel an Beschäftigung und U-benullung in allen Berufszweigen eingetrcten ist. Am schärfsten sei das Mtß- verhaltnih zwischen Angebot und Nachfrage in der neuesten Zeit hervorgetreten und drohe einen noch weit schlimmeren Character besonders in denjenigen Berufs,weiacn anzunehmen, bei welchen klassische Bildung verlangt wird 8 J 0 n cn .Zum Beweis hierfür führt er im Allgemeinen an, daß, während sich in den 60cr Jahren auf den deutschen Universitäten nur rund 13,400 Studireude aushielten btefe Zahl m den 70er Jahren schon auf 17,800 stieg und im letzten Sommersemester M0aa we über ^-OOOerreicht hat. In den letzt vergangenen 5 Jahren nahm die Zahl der Studenten um 5600 oder 26 Procent zu, während die gesammte Bevölkerung kaum um o Procent stieg. , . m^u^U"iersuchuug dieser Verhältnisse auf die einzelnen Fakultäten übergehend, agt Profes or Conrad, daß die theologische Fakultät saft zwei Deceunien hindurch eine sthr mangelhafte Frequenz beklagt habe; noch Anfangs der 70er Jahre studirten in Deutschland nur 1780 protestantische Theologen, in dem letzten Semester 4690. Durch genaue a3ere4nun0 nach der Zahl der Pastoren und der alljährlich ordinirten Pfarrer ließe sich feststellen daß die Frequenz rm Jahre 1880-81 dem Bedarse entsprach. Seitdem ist sie um 60 Procent gewachsen und um diesen Procentsatz werde mindestens °uch d-r Bedarf überstiegen Die juristische Fakultät zählte in den 60er Jahren noch nicht 3OOO rmmatriklilirle Studenten, wahrend dieselbe 1883 ihre höchste Zahl mit 5426 errelchte. Der Rückgang im letzten Semester aus 4960 ist nur unbedeutend und iiÄmWs.^^dältnissen entsprechend. In Preußen, wo jährlich etwa 3OO IiÄ,^r®R99m errneU ?n0epDJ ^rden bestanden 1883 das Staatsexamen 537, 1885 sogar 622, also mehr als d ' doppelte Zahl, welche auf Anstellung rechnen kanm 1875 wurden in Preußen 1938 Referendare beschäftigt, jetzt 3724. In demselben gegenwärtig 1288. Bet dem medi- cinischen Studium sind die günstigsten Aussichten ebenfalls vorüber. Deutschland zählt ? etrca s!3,r^0 ^blZte. Zum Ersatz sind etwa 3500 bis 3600 Studirende oer ^^l^^lorderlich und d^se Zahl war in den 70er Jahren faktisch vorhanden. Jtn letzten Semester hatte dieselbe die enorme Höhe von 8465 erreicht. Endlich wird auch in der philosophischen Fakultät eine Ueberfüllung allgemein anerkannt, wenn sich dieselbe wegen der verschiedenen Siudienzweige, die sie umfaßt, ziffernmäßig auch «W tnid"'..>'l w°n -uchallLL Stola® unaugenchm b-?ühr-Ü7 Im U-briom ikk doch d-n engten ®ÄÄT?inb“röUf 6iniuroeifen- d°b dieSchu-llschiff- taÄLaXÄ' Sonntag den 9. d. M. fand die erste Monatsversammlung des Bezirksvereins Gießen und Umgegend im Poftkeller statt, welche wiederum sehr zahlreich besucht war. Er-' freulicherweise konnte mitgetheilt werden, daß nach kaum 4wöchcntltchem Bestehen des Vereins die Mitgliederzahl sich auf 33 erhöhte. Diese Ziffer wurde durch den Beitritt mehrerer Werkmeister des Hüttenwerks Hirzenhain erreicht, welche sich, obgleich weit von Gießen entfernt, des guten Zweckes halber, dem hiesigen Beztrksverein angeschlossen haben. Möchten auch die noch fehlenden hiesigen Werkmeister, in richtiger Erkenntniß ihres eigenen Interesses, dem Vereine bald als Mitglieder beitreten. P. — Am 23. Januar findet in Stein's Garten die zweite Versammlung der „Mittelrhein. Verbandsvereinigung" der Generalfecbtschule Lahr statt. Die Zwecke der Fechtscüulen sind ja wohl allen Lesern bekannt und der Erfolg, welchen solche bereits erzielt haben, des Oefteren auch in diesem Blatte erwähnt worden. (Wir erinnern hierbei nur an das Reichswaisenhaus in Lahr.) Es darf darum auch erwartet werden daß die Herren, welche sich an obengenanntem Tage hier zusammenfinden werden' freundliche Aufnahmen zu erwarten haben. Polen, 6. Januar. Das „Pos. Tagebl." berichtet: „Die Kunde von einem dreifachen Morde und Selbstmorde versetzte heute früh die Bewohner der Thorstraße in größte Erregung. Der in genannter Straße im Hause Nr. 17 wohnende Kassenassistent Trappehl hat in vergangener Nacht seine Frau, sowie seine beiden Kinder, einen dreieinhalbjährigen Knaben und ein halbjähriges Mädchen, und dann sich selbst erschossen. Die im 37. Lebensjahre stehende Frau und die Kinder schliefen allein in einem Zimmer, das jüngste Kind mit der Mutter in einem Bett, der Mann auf dem Sopha in der Nebenstube, woselbst er mit dem Revolver in der Hand aufgefunden wurde. Die Frau hat den Schuß in's linke Ohr, das bei ihr liegende jüngste Kind in die Stirn, das älteste Kind über dem rechten Auge in die Stirn, der Mann in die rechte Schläfe erhalten. Das Motiv der entsetzlichen Thal dürfte in langjähriger Krankheit, Mißstimmung, ja Schwermuth des Mannes zu suchen sein. Wiederholt hatte er zu seiner Frau geäußert, es würde im Falle seines Todes für sie und die Kinder gesorgt sein, sie würden daher nicht nöthig haben, von irgend Jemanden ein Stückchen Brod anzunehmen. Dies erregte die Besorgniß der Frau, die sie auch ihrer Mutter mittheilte. Trappehl, im Jahre 1851 geboren, lebte in geregelten Verhältnissen war Bureauassistent bei der Prooinzialständischen Wegebau-Commission und bezog 2350 v4L Gchalt. Früher war er Kassenassistent beim erzbischöflichen Consistorium Als die Wohnung der unglücklichen Familie heute früh auffällig lange verschlossen blieb, wurde das Dienstmädchen ängstlich und lief zu den Schwiegereltern. Der Bruder der gemordeten Frau erbrach die Thür und nun bot sich den Blicken der eintretenden Eltern und Verwandten der grausige Abschluß dieses so erschütternden Familiendramas dar." Andernach, 6. Januar. Der Versuch, Hunde als zuverlässige und schnelle Boten zu verwenden, ist dem jetzigen Restaurateur auf der Krahnenburg, Herrn Marron hier, bei einem einjährigen Hühnerhunde durchaus gelungen. Den Besuchern des Aussichtspunktes auf dem Krahnenberge fällt unterwegs öfters ein im schnellsten Laufe begriffener schwarzer Jagdhund auf, der durch am Halsbande befestigte Depeschen die Bestellungen nach und von der Stadt befördert und der selbst durch einen unterwegs ihm begegnenden Spielkameraden sich in seinem Botendienste nicht beirren läßt Erreicht wurde die Dressur dadurch, daß dem Thiere bei Ankunft auf dem Berge oder in der Stadt jedesmal unter Zufriedenheitsbezeugungen sein Lieblingsfutter gereicht wurde. London, 6. Januar. Zu den Mittheilungen des amerikanischen Postamts- Superintendenten Herrn Bell über die Geschwindigkeit der zwischen Europa und den Vereinigten Staaten fahrenden Postdampfer bemerkt heute die „Times" in einem Leitartikel: „Englische Schiffe nehmen nicht so ganz den vordersten Platz ein, wie man erwarten könnte. Der herrliche Cunarder „Etruria" ist allerdings an der Spitze der Liste, allein unter den 11 Schiffen, welche durchschnittlich 16 Knoten machen, befinden -sich nur 3 englische. Nicht weniger als 5 von den 11 gehören dem Norddeutschen Lloyd und 3 zur französischen Linie, deren Schiffe zwischen Havre und Newyork fahren. Dies spricht in hohem Maße für die allgemeine Wirksamkeit des Norddeutschen Lloyd. _^n der dritten Kategorie der Schiffe, welche 15 bis 16 Knoten machen, befinden sich ’S Schiffe, von denen nur 4 englische sind, während von den übrigen 3 dem Nord- Aeutschen Lloyd gehören und 2 französisch sind. Die Ehren bei diesem Vergleich schwieriger nachwelsen laßt. Aehnlich liegen die Verhältnisse beim Studium der Phar- macie, der Forstwirthschaft, der Baukunde und auch im Post- und Steuerfach sind aan» gleiche Mißstände vorhanden. 6 Die Folgen dieses übermäßigen Zudranges zu allen Berufs- und Erwerbszweigen welche eine höhere Bildung erfordern, sind höchst bedenklich. Ueberall eine übergroße Anzahl von Leuten, welche unter Aufopferung der besten Jahre ihres Lebens und erheblicher Geldmittel jahrelang vergebens auf angemessenes Unterkommen warten müssen, und ihre Zahl wird noch steigen, daher wachsende Unzufriedenheit, übermäßige Verzögerung der Familiengründung, noch verschärft durch Steigung der Lebensansprüche. Eine andere Folge ist der häufige Versuch, zu einem anderen Beruf Überzugehen wobei der größte Theil scheitert und schließlich auf ein verfehltes Leben zurückblickt. 'Eine große Anzahl höher Gebildeter wird in Subalternstellen herabgedrückt. Drittens aber kommt die Auswanderung in Betracht, durch welche der Heimath hervorragende intelligente Kräfte verloren gehen. Endlich aber werden die zurückbleibenden unzufriedenen Elemente nicht nur ein bcklagenswerthes Schicksal haben, sondern auch ein gefährliches destruktives Ferment im Lande bilden, welches nur zu geneigt ist, das Heer socialdemokratischer Agitatoren zu vermehren. Lokales. Gießen, 12. Januar. Das neue Jahr scheint sich in Bezug auf Brandfälle recht gut anzulassen. Zum drittenmale innerhalb weniger Tage stürmte es heute Stacht 12 Uhr. In einer Hofraithe der Wallthorstraße brach Feuer aus, welches jedoch rasch gedämpft wurde. Unter ungünstigen Umständen hätte sich hier ein Schadenfeuer entwickeln können, dessen Folgen nicht zu bemessen sind. Rohseidene Dastkleider (ganz Seide) Mk. 16.80 p- Stoff zur fompl. Robe, sowie Mk. 22 80. 28.-, 34—, 42—, 47.50 nadelfertig. Reiben:©tamine und seidene Grenadines. schwarz und sarbia 4 °ll° Llchtfarben) Mk. 1.55 p. Met. bis Mk. 14.80 (in 12 verschied Qualität) versendet robenweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik - DepSt tt. Henneberg (K. und K. Hoflies.) Zürich Muster umgehend Briefe kosten 2u Pf. Porto. 329 Briefkasten. Abonnent K. Ihre Auffassung hinsichtlich des Eisvereins ist eine irrige. Die Bekanntmachung des Eisvereins vom 7. Januar bezieht sich nur auf die Eisbahn Pinter den Eichen, allo die sogenannte künstliche Eisbahn, dagegen nicht auf die k ihn r Lahn. Auf dieser hat Jedermann, mag er Vereinsmitglied sein oder uicht, das Recht hmzugehen. Es heißt in der polizeiamtlichen Bekanntmachung am Schluffe ausdrücklich: Bemerkt wird, daß durch die Bestellung des Eisoereins als ollermger Unternehmer eine ausschließliche Benutzung der Eisbahn der Lahn durch die Mitglieder des Eisvereins nicht beabsichtigt ist, daß daher eine Versagung der Benutzung der Eisbahn durch Nichtmitglieder oder Nichtzahlende unter keinen Um ständen stattfinden darf. — Wenn der Eisverein auf ferner Bahn, für welche er jährlich 300 JL Pacht zahlen muß und welche herzu- rrchten und zu unterhalten vieles Geld erfordert, dort das Betreten von Zahlung ernes Geldbetrags abhängig macht, dann wird ihm dies jeder Billigdenkende nickt verübeln. Red. «WffitTnfig—liiBi 11 ■ 1 r., ~ Gesundheitspflege im Spazierengehen kann nicht blos in der nütz- uwen Bewegung und m der Einathmung reiner Luft bestehen, sondern auck darin oatz man wabrend der Promenade eine der so vortbeilhaft bekannten Sodener Mineral-Pastillen im Munde langsam sich auflösen läßt. Das trägt in Verbindung P? fiuJc Wesentlich zur Linderung, bezw. Heilung katarrhalischer Leiden bei, verhütet neue Erkaltungen und bringt so bei Hals- und Lungenleiden eine sehr wohlthuende Wirkung hervor. Die Sodener Pastillen, aus den besten Brunnen des berühmten Taunusbades, unter Sanitätsraths Dr. W. Stöltzing's persönlicher Con- trole durch Abdampfung gewonnen, haben sich in Lungen- und Leberleiden, bei Hämorrhoiden und katarrhalischen Zuständen mannigfaltiger Art aufs Beste als heil- kraftig erwiesen. Zu beziehen ä Schachtel zu 85 durch die Apotheken. 156 . _ „ _ Schiffs - Bewegung oer Host-Dampffchiffe der Hamburg-Amertkauischen Packetsahrt-Actien-Gesellschast ^r?mbun84 10" Das Deutsche Dampfschiff „Marsala". Cavitän Maaß, ist am 0. ^anuar, Nachmittags, wohlbehalten in Ncw-Uork angekommcn. Schiffs Nachrichten. Bremen 8. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Postdamvier Ä' S- Bruns, vom Norddeutschen Lloyd in welcher am angenommen ®remen ol,0e8an8C" roax' W b-ui- wohlbehalten in Baltimore «.ff JSiÄSrVSW —Ä; «ff SÄ s 2 Unzahl kleinster und /ältester Crystallgebilde, ^welche^m7t8?hren Sp^en^ uniM“ «äs Flocke. Der auf die Schueeflöche fallend- Lichtstrahl ka m daher kein Milliw,^ " BS ESSE Ucötart fehlt in dem zuruckgeworsenen Lichte. Daher mufi dieses Ketne 8°karbt frschcmen wie das cinsallende Sonnen- oder Tageslicht d bw^ib^ Diesem Siefiett, 12. Januar. (Deutscher Werkmeister-Verband). Vergangenen I Vorgang^i'st"s welcher“tni' Schnees sehen. — Im Wesentlichen derselbe 1..... ............. .....*................................... EMMMLEsM fallen ^lich der Lampe" - woher nun eben Äf Äucb ÄrpZnS „ U^\miCkCn unzähligen kleinen Lichtpunkte erscheint die Milch weiß Entsprechend auch bei den übrigen oben genannten Körpern. Altgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. r?ie ^"dbriefträqer führen auf ihren Bestellungsgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt uoergebenen Sendungen mit Werthangabe, Ein- Ichreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Pastete und Nachnahmesendungen ?U Äj°fere5. Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. a « . der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Sanb» 2 e, r“^r demselben.das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes Westens des Landbriesträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vor- «ewährt werden Ue6er8eu9un8 von der stattgehabten richtigen Eintragung Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene 'einer Sicherstellung nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird «uf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht. Darmstadt, 6. Januar 1887. Kaiserliche Ober-Postdirector: Hage.mann. Es diene hiermit )nr Nachricht, daß ich das Burea« für männliche Dienstboten nicht weiter sübre. Nur weibliche brave Dienstmädchen können bei mir gute Stellen bekommen zu jede« Zeit. Frau Müller, Vermietherin, 318 Gießen, Löwengaffe. iWsr M Novellen, Humoresken, 10 ■ / nebst 8 Musikstücken 80 Pf. nummern u.broscL Quartale in allen Buch ^Musikalienhandlungen,Verlag v.Pl.Tonger Köln. I ^38 Em Leitriemen (2spännig) am Wallthor verloren. Geqen Belohnung ab- 1 Zugeben Marburgerftraße 24. I 2 Kapaunen I abzugeben Hammstraße 27. fl. 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Ganz besondere Ausmerksamkeit verwendet der Verfasser auf die Schilderung der russischen Jntriguen und der Entstehung der Feindschaft des Czaren und die Stellung des Fürsten zu der Philippopeler Revolution von 1883. Das Buch erzählt die Begebenheiten bei der Revolution in Sofia die unfreiwillige Reise durch das Land und auf dem Schiffe, Ankunft in Reni und Reise nach Lemberg durch wörtliche Wiedergabe des Fürsten. Es gibt erklärende Aufschlüsse zur Motivirung des bekannten Ruscuker Telegramms des Fürsten an den Czaren und zählt die inneren Beweggründe auf, die den Fürsten zur Abdankung bestimmt haben. Bestellungen erbittet 333 Fehfenfeld sche Universitäts-Buchhandlung (M. Baltz.-) Perlbesätze in weiß, creme, blau, rosa rc. re Tiillspitzenreste. Conr. Jos. Keller. Prächtige, fürstlich elegante Masken-Eostüme in effectreicher, stilvoller Ausführung, z. B. Historische, mythologische, allegorische Costüme, National- trachten, billige PhantasieCostume rc- rc. 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