1887. Mittwoch den IS. Oktober Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Vreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinflerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Marschgebührnisse bei Einberufungen zum Dienst, sowie bei Entlassungen. Gießen, am 10. Oktober 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh-rzoglich-n »ürg-rm«ister«ien des Krets-S. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 26. v. Mts. — Anzeiger Nr. 226 — im Rückstände sind, werden an tofortiae Erstattung der verlangten Berichte erinnert. vr. Boek mann. Deutschland. Berlin. 10. October. Der Reichskanzler beantragte beim Bunderralhe, den Hasenort Geestemünde mit dem bisher ausgeschlossenen Tbeil des Fleckens Lehe zu dem nämlichen Zeitpunkte wie die jetzt noch ausgeschlossenen Tb-ile der dremischen Staatsgebiete» dem Zollgebiets anzuschließen und die anläßlich de» Zallünlchluffer für Bremerhaven etntretenden Zoüvegünstigungen auch auf den Mehr mit Geestemünde anzuwenden. Arankreich. Paris, 8. October. Der „Gaulois" schreibt: „Herr o. Kotzebue, der Geschäfts- träger der hiesigen russischen Botschaft in Abwesenheit des Barons v. Mohrenheim, begab sich gestern Nachmittag in das Ministerium des Aeußeren, um im Namen des Großfürsten Nikolaus, Sohnes des Großfürsten Michael, des Oheims des Kaisers von Rußland, die Erklärung abzugeben, daß die ihm von einigen Blättern in den Mund gelegte Sprache ungenau sei. Bei seiner Ankunft in Dünkirchen brachte Großfürst Molaus in der That einen Toast auf Frankreich aus; aber niemals hat er Worte gesprochen, welche irgendwie für Rußland oder die Mitglieder der kaiserlichen Familie bindend fein könnten. Der Prinz macht aus seiner wohlwollenden Gesinnung für Frankreich kein Hehl; allein sein Toast vor den Offizieren des Dampfers „Uruguay hat niemals die Tragweite gehabt, welche man ihm zuschreibt." — Gestern Abend um 9 Uhr wurde der General Caffarel, dessen Absetzung als Souschef des Großen Generalftabes wir bereits meldeten, vor seiner Wohnung verhaftet und nach dem Militärgefängniß in der Rue du Cherche-Midi gebracht. In Folge dessen verbreitete sich das Gerücht, auch zwei seiner Helfershelfer, die Eourtisane Limousin und ein gewisser Baron Kreitmayer, natürlich ein Prussien, wären ebenfalls im sicheren Gewahrsam gebracht worden; allein diese Nachricht war zum mindesten verfrüht. Die Limousin war, wie versichert wird, die Seele einer Gaunergesellschaft, die bei ihr, 31, Avenue Wagram, regelmäßige Zusammenkünfte hielt und eitle Narren anlockte, welche gern decorirt fein wollten. Nach dem „XIX. Stdcle" stand sie seit Jahren auf dem besten Fuße mit hervorragenden Offizieren des Generalstabes, erlangte durch sie was sie wollte und soll eben im Begriff gestanden haben, ein neues System .hygienischer Eßschüsseln" (gameUes) und andere Geräthschaften einführcn zu lassen. Baron Kreitmayer scheint hauptsächlich dazu dagewesen zu sein, Gimpel an die Leimruthe zu kriegen und nach dem Salon der Madame Limousin zu bringen. Es heißt nun, Aubanel hatte in diesem Salon verkehrt, hier mit dem General Caffarel über die Auslieferung des Mobilmachungsplanes unterhandelt und — unzart genug — diesem ältlichen Marssohne eine schöne, jugendliche Fremde weggeblasen, die Madame Limousin ihm „empfohlen" hatte. , . m . . . ., Die opportunistischen oder sonst Boulanger abgeneigten Blätter, wie der ,^Patriote heben mit besonderer Genugthuung hervor, daß Caffarel von dem General Boulanger zum Souschef deS Großen Generalstabs ernannt worden ist. Als General Ferron an's Ruder kam, schöpfte er sogleich Verdacht gegen Caffarel, dessen verschwenderische Lebensweise ihm mit seinen Vermögensverhältnissen nicht übereinzusttmmen schien und äußerle gegen die Generäle de Larclause und Haillot — so liest man in der „Republtque franpaise" - zu verschiedenen Malen die Absicht, sich von ihm zu trennen. Allein er wollte auch den Schein vermeiden, es Boulanger gleich zu thun, welcher alle Mitarbeiter seines Vorgängers Thtbaudin schonungslos auf das Pflaster gesetzt hatte, und so behie t Caffarel seinen Posten bet. Nur entzog ihm Ferron den Specialdienst der Mobil- wachung, welcher ihm von Boulanger anvertraut worden war; aber er wußte dessenungeachtet genug von der theilweisen Mobilmachung des 17. Corps, um Aubanel darüber Mtttheilungen zu machen. „ , Der „XIX. Sidcle", der gestern die ersten Enthüllungen über den häßlichen Handel an die Oeffentlichkeit brachte, deutete an, daß ein Senator dabei schwer com- promittirt wäre. Heute nennt er ihn, etwas spät, denn der Name wurde von gewissen Zeitungsoerkäufern gestern auf den Straßen ausgerufen; es ist derjenige des Generals d'Andlau, ehemaligen Ordonnanz-Offiziers Napoleons III., welcher als Zeuge im Prozeß Bazaine eine hervorragende Rolle spielte. Sobald dieser von der Sache Kenntniß erhielt, begab er sich in die Bureaus mehrerer Blätter, um gegen die Befchuldigung zu vrotestiren. Er versicherte, der General Caffarel wäre für ihn ein Unbekannter, er hätte ihn nur einmal gesehen, als er um die Versetzung seines Neffen aus der Marine- Infanterie in die Linie einkam und damals nicht einmal seinen Namen gekannt. Wohl wäre es wahr, daß er sich in sehr mißlichen Finanznöthen befand, nicht aber, daß die ihm nun zur Last gelegten Schwindelgeschäfte ihn daraus befreiten. Die Abendblätter sind voll von eingehenden Einzelheiten über dieses scandalose Vorkommniß. Einige bringen auch lange Jnterviewes ihrer Reporter mit der Limousin und dem Baron Kreitmayer. Die Affaire macht ein ungemeines Aufsehen. General Ferron soll entschlossen sein, die Untersuchung mit der unnachstchtlichsten Strenge durch- -usühren und sich durch keinerlei Rücksichten oder Einflüsse abhalten zu lassen, alle Schuldigen, wer immer es auch sei, zu entlarven und zur Strafe zu ziehen. Die Ehre der Armee erfordere dies Zum Nachfolger Caffarel's wurde der Oberst de Sesmaisons, früherer Militär- Attache in Berlin, ernannt. — Der „Figaro" begleitet die Mittheilung, daß der deutsche Botschafter, Graf Münster, gestern dem Minister des Aeußern einen Check von 50 000 JL für die Wtttwe Brignon überreichte, mit der Bemerkung: . Was auch die Zukunft uns noch vorbehalten mag, so gibt es gewiß nicht einen einzigen Franzosen, der nicht aüfathmet bei der Kunde, daß der Handel von Verin- tourt beigelegt ist. In ähnlichem Sinne äußern sich auch die meisten Blätter, welche die Correctheit ' ^des Verfahrens der deutschen Regierung bereitwilligst anerkennen, während andere sich damit begnügen, die diesbezügliche „Havas"-Note abzudrucken. Die gestern auf dem auswärtigen Amte Herrn Flourens überreichte und vom Grafen Münster gezeichnete Note hat ungefähr folgenden Inhalt: Die deutsche Regierung bemerkt zunächst, daß sie ihrem lebhaften Bedauern über den beklagenswerthen Vorfall an der Grenze unverzüglich Ausdruck gegeben und sich schon bereit erklärt hat, den dadurch unmittelbar Betroffenen eine angemessene Entschädigung zu gewähren. Die competenten Gerichte werden zu entscheiden haben, ob die bei dem bedauerlichen Vorfälle betheiligten Militärs und Beamten ein Verschulden trifft. Die gerichtliche Untersuchung ist sofort eingeleitet worden. Immerhin aber ist bereits festgestellt, daß bei dem Vorgänge kein böser Wille deutscher Beamten vorliegt; andererseits jedoch ist derselbe eine Folge deutscher Institutionen und Dienstvorschriften, unter denen französische Unterthanen ohne ihr Verschulden zu leiden hatten. Demnach hält sich die deutsche Regierung moralisch für verpflichtet, für durch deutsche Organe und Gesetze angerichtete Beschädigungen einzutreten und in den Grenzen des Möglichen eine Entschädigung zu gewähren, indem sie die Zukunft der Hinterbliebenen des unglücklichen Opfers sicherstellt. Die deutsche Regierung überreicht zu dem Zwecke der französischen Regierung die Summe von 50000 JL, deren Zinsen etwa dem entsprechen, was der getödtete Brignon bei Lebzeiten hätte verdienen können. Herr Flourens hat auch eine Depesche des Geschäftsträgers Raindre aus Berlin empfangen, welche das Obige bestätigt. Nach dem „Temps" fügt die Depesche des Herrn Raindre hinzu, daß Graf Herbert Bismarck ihn beauftragt habe, die französische Regierung zu bitten, ganz besonders Herrn v. Wangen und seiner Familie das Bedauern der deutschen Regierung zu übermitteln. England. London, 10. October. Nach einer Meldung aus Lowestoft wollten die Socialisten Nicoll und Hougthon aus Norwich heute daselbst in einer Versammlung Ansprachen halten, wurden aber sammt ihren Anhängern von einer etwa tausend Personen zählenden Menge mit Stöcken angefallen und so mißhandelt, daß sie unter polizeilichem Schutz nach dem Bahnhof gebracht werden mußten. Von dem Bahnhof wurden dieselben mittelst Extrazuges nach der nächsten Station geschafft. Bulgarien. Sofia, 10. October. (Meldung der „Agence Havas.") Die Mitglieder der Opposition haben sich hier an den Wahlen nicht bethetligt und da außerdem der Führer der Partei Radoslawow am Abend vor den Wahlen verhaftet wurde, so wurden die Regierungs-Candtdaten hier einstimmig gewählt. Amerika. Rew-Uork, 10. October. Die Socialisten, welche gestern ein Meeting auf Union Square abhalten wollten, wurden unterwegs von Anhängern Henry George's angegriffen. Die Polizei schritt ein und machte von ihren Stöcken Gebrauch, wobei etwa.50 Personen, thell» Socialisten, theils Anhänger von Henry George, verwundet wurden. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrefponderrr-Brrrea«. Saga«, 10. October. Reichstags-Ersatzwahl. Abgegeben wurden im Ganzen 12,809 Stimmen. Nach den bis jetzt vorliegenden Ermittelungen erhielt Forckenbeck 7656, Reinecke 5119, Schneidermeister Schwager-Sprottau (Soc.) 15 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. München, 10. October, lieber die Collision der Dampfer „Habsburg" und „Stadt Lindau" meldet die „Allg. Ztg." weiter: Die Collision fand Abends 8V< Uhr statt, einen Kilometer vom Lindauer Hafen entfernt, bei klarem Wetter und ruhiger See während der Rückfahrt des bayerischen Dampfers von Rorschach. Derselbe sank nach wenigen Minuten, wobei drei Personen ertranken, während die Uebrigm durch den österreichischen Dampfer „Habsburg", obwohl derselbe selbst beschädigt war, sowie duxch den zur Hilfe herbeigeeilten bayerischen Dampfer „Ludwig" gerettet wurden. Der gesunkene Dampfer ragt mit dem Schornsteinende und den oberen Masttheilen über die Seefläche empor. Der „Habsburg" reparirtc Nachts seinen eigenen Schaden und kehrte Sonntag früh nach Bregenz zurück. Bern, 10. October. Im Kurorte Engelsberg sind gestern Nacht 10 Häuser niedergebrannt. Paris, 10. October. Das „Journal des Debats" meldet, die Regierung habe in Folge mehrerer in den Departements allzu leichtfertig und ohne Grund für den Verdacht der Spionage vorgenommenen Verhaftungen von Ausländern den Departementsbehörden anempfohlen, bei der Anwendung des Spionagegesetzes künftig mit großer Umsicht au Werke zu gehen und feinerlei Maßregeln zu ergreifen, die der freien Bewegung der Ausländer auf französischem Gebiete entgegenständen, es sei denn, daß sehr ernste Gründe für eine Schuld der betreffenden Personen vorlägen. — Anläßlich der Einweihung des Lyceums in Chartres hielt der Kriegsminister gestern eine Toastrede. Er betonte, die neuen Gewehre hätten eine weitere Vervollkommnung erfahren. Die Herstellung derselben würde keineswegs langsamer betrieben. Pefer befnnhü^h?/« V* 9cto Hierdurch machen wir die geehrten Leserinnen und Mittwochden 12 bKQ> erste Vortrag des Herrn O. Zack am fXnM* (Alles'Ub)8 Ubt' ‘n b" aUla bCä ®9mnQf,Um Auf die Caffarel'sche Angelegenheit hindeutend, sagte der Minister: Erwartet von mir nicht die geringste Schwäche gegenüber den Verstößen gegen Ehre und Disciplin. Ich werde um so schärfer voraehen, je höher die Schuldigen in der militärischen Hierarchie stehen. Aber das Vergehen der Einzelnen befleckt nicht die Ehre der Armee. Bewahren Sie derselben daher Ihre Achtung. — Nach den Meldungen der Morgenblätter lieferten die gestern bet Eaffarel beschlagnahmten Papiere den Beweis, daß er sich für Geld an einem Ordenshandel betheillgt habe. Pari-, 10. October. Die Polizei verhaftete heute wegen Mitschuld an dem Ordenshandel eine Frau Ratazzt, welche bereits im letzten Frühjahre beschuldigt war, beim Präsidenten des Pariser Muntcipalraths einen Bestechungsversuch gemacht zu haben. — Nachrichten aus Tanger zufolge ordnete der Sultan von Marokko, dessen Befinden sich bessert, an, wegen Ermordung des Commandanten Schmitt eine Entschädigung von 100,000 Francs zu zahlen. — Das Panzerschiff „(Sourbet* ist heute früh von Toulon nach Tanger abgegangen. Toulon, 10. October. Ein Dampfer der Compagnie Morelli ist In der Bai von Bormes gesunken. 22 Passagiere sind ertrunken, 80 wurden in Laoandon gelandet. Von Toulon aus wurde ein Dampfer zu Hilfe gesandt. October. Die katholischen Männerveretne von hier und der DerfammtU 8®^8sn7rafren 8,eftcrn?u einct außerordentlichen Generalversammlung hier ReÄaasaba^rdndenxOn droa MO Personen besucht war, wohnten die -baeardn8-«- Ä," -r^0. tnfl Ausnahme des Jesuttengesetzes alle Maßnahmen aus der Culturkampfperiode in Hessen wieder beseitigt. mnRerim, ^0. October. Die hiesigen Lokalblätter berichten über eine « r.u§ dem nahen Ginsheim. Dort soll in der Nacht vom Samstag ^..,/?onntag der Besitzer einer Mühle spurlos verschwunden sein, während in ber _,s. d e leloft eine große Blutlache aufgefunden worden sei. Außerdem sei in Ginshetur geftern ein Mann gelandet worden, welcher anscheinend tobt aus dem Wasser gezogerr wähnten Briefe an Drichel sind ohne Zweifel von ein und derselben fianh «. jy* »“»»»>»» kommende Kiste an Böhme resp. Drichel geschickt hat. Selbst wenn es ein J ^^egleitsdresse ber Kiste geschrieben, so könne dennoch er afe Absender sein. Daß Explosivstoffe mtensivster Art in der Kiste enthalten wart» durch das Gutachten der Sachverständigen erwiesen. Drichel hat neuerdiuas bebnun/? habe die Sprengstoffe nur Neve zu Gefallen, um sich bei ihm als eifriger Anhänger des Anarchismus in guten Geruch zu setzen, bestellt. Indessen hat er vorder -wS? standen, daß er die Bestellung auf Andringen eines gewissen Köster gemacht unÄfe man u. A. beabsichtigt hatte, die Poltzeidirection in Magdeburg in die M t 7u fmL,? Die Ueberfenbung her Sprengstoffe quolificirt stch als Verbrechen gegen'7 7 Sprengstoffgcsetzes, zugleich aber als Borberetlung eines hochvenäthcrischen Untt? nehmens. Denn nach Mtttheilungen bei anarchistischen Blätter hatten die Dvnamjs attentatt ben Zweck, zu geeigneter Zeit ben gesammten Organismus ber Gesellschai, zu zerstören, wahrenb sie einstweilen ben Glauben an bie Sicherheit bes Glaenlh^J aufbeben und an Gewalt gewöhnen sollten. Sogar Diebstahl war hier als wett* Kittel, als ein Theil bet sogenannten Propaganba ber That, empfohlen. Sobald ein europäischer Krieg ausbrach, sollten bie Unternehmungen im größeren Stil beginnen Weiter ist Neve wegen Verbreitung verbotener Druckschriften verurtheilt Gin, vetirÄ9 m?r Frage anzunehmen, wenn auch nur bie Absicht vorhanden war bie Schriften circuliren zu lassen. Die Vetsenbung durch bie Post ist ber Beginn bn Verbreitung unb es kommt nicht barauf an, ob die Senbung bereits in ber öonb des Adreffaten war oder nicht. Daß ber Angeklagte auch im vorliegenben Falle eine Ve? WL-ÄW' ÄraUä b,t Xbäti8fe“' bie er 'b-haupt bei Versendung^ a> ?aTSt ,6egen 8 19 des Socialistenaesetzes gefehlt. In der Kiste befanden sich ^"^^rn hes „Rebell , der „Freiheit" und der „Autonomie". In einer Nummer des „Rebell findet sich em „Zur Propaganda der That" überschriebener Artikel der eine Anleitung enthalt, wie Sprengstoffe billig und sicher anzufertigen seien. Dieselben in (F* ?ann iur iruP9 DOn Gerichtsgebäuden rc. dienen. Hier liegt also eine a ^^ung zum Gebrauch von Sprengstoffen, um Andere zu schädigen, vor 10 Jj8 H Verbrechen das allein mit einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren oe- Fnmmt ,airb* s6r Feststellung des Begriffes des Anreizens zu dem Verbrechen kommt es gar nicht darauf an, ob die betreffende Schrift gelesen wird. Das Vergehen ^^®^.^ht hier abermals rn idealer Concurrenz mit Vorbereitung zum Hochoerrath 6 0Ü?ff^da^. Mittel bilden sollten. In einer andern Nummer des „R^rell werden die Genossen aufgefordert, das Unternehmen, das Reinsdorf und 9h.«rteV n brem $ utc mißglückte, zur Vollendung zu bringen. 'Das ist eine direkte Aufforderung zur Ermordung des deutschen Kaisers und der Fürsten. In einer Notiz bemerkt, daß L>ieske erreicht habe was Reinsdorf nicht gelungen fd; Lteske und Fr u ” Volks sch ulbuchern als Muster hingestellt werden. Ein Artikel h? 9rnnr*iftL^!«CbIar? m Ehrend die drei Kaiser zusammen kämen, die Anarchisten Bomben, die sich in Petersburg so gut bewahrt, gießen sollten. Die VrUfCn,r bT ^KenL S?0ben auszustoßen. In andern Nummern ist •Fv)t wiederzugebender Weise beschimpft, während andere wieder grobe Maje- Ü^biÄ"digungen enthalten. Jedoch ist deswegen eine Verurtheilung nicht erfolgt, da annahm daß Neve eine Kenntnißnahme dieser Artikel tdieselben standen in Nummern, die sich nicht in der Kiste befanden, sondern bei /'Wesenheit beschlagnahmt würben) nicht beabsichtigt habe. Daß die tn 6 erIangt’ komme nicht in Betracht. Verfchiebene Nvmmern des 8Tifff? ,H°ffwann geschickt, ber biefelben uneröffnet dem Negierungsrath Pockcls übergeben hatte. Iluch hierin würbe bie Propaganba ber That wJnGhm’n,ft?Hren8 Revolver, Gift unb Dolch sollten gegen biefe Bestie in Menschengestalt §nr Erzeugung von Humanität angewandt werden. °on Sendungen der anarchistischen Blätter haben zur Der- ®i “ clnc £nt ^uI< 1886 an elnen gewissen Meihöfer in Wien, ber roar- s^ner zwei Senbungen nach Großmüblingen. In einer J ■■ fanbJtd) b,c Bemerkungi Auch in Deutschland wären ’“r ?en- Ka s-r unb für ben Kronprinzen, herzerquickenb. Auch eine rlnnnV8 ^"eX Kummer enthalten, würbe ober, ba Anbere keine kenntniß onS'na qm.I8, ^kasbar angesehen. Am 6. Februar 1887 würben auf Neve's Ver- S , mit Nummern ber „Freiheit" unb ber „Autonomie" nach Ludwiqs- mieivr WnffnSkfr uub ^"tau geschickt. Auch in einzelnen biefer Nummern finden sich wieher .lufforberungen ,um Hochverrats bessen Signal ein europäischer Krieg sein sollte. m Ochlteßlich ist es erwiesen, daß Neve einen Meineid begangen. Er hat in einer Verhandlung gegen den Redakteur Schneid beschworen, daß er nicht John Neve fei, bd bei8cleßt- Der Vertheibigung Neve's, baß ihn mH)Hf*’fopbWn ©runbfafeen tem ®ib binbe, ba er nicht an Gott glaube, n,?Jbs ?*7 " Ä"? ?esch-nkt, wohl aber würben hier milbernbe Umstände Manrt1Mff,1'nniL«Hn Htrm8e(fe,6bui6c§ bewilligt, ba Neve, wenn er seinen Namen bekannt batte, unzweifelhaft Verfolgungen zu gewärtigen hatte. Nene nnUmiRR9 m?trKrÄ £Cn* no^ einige weitere gravirende Momente gegen hPHPH mnn »TOet anarchistische Emissäre, verhaftet, bet ^Cö5 ^anb- ^iefcKcn führten aus, daß jetzt eine Reise nach ?reck!n^könnec>n ^ils^Enbarem Nutzen sei, wo jeden Moment die Kriegsbestte los- Dei^snn^ eise?" «s Momente müsse man Paris und London verlassen und nach der gleichfalls wegen Hochoerraths verurtheilt wurde, !?^en eines falschen Passes gewendet. Der Weber Palm sagte aus, daß Remsdorf ihm mitgetheilt, in London sei beschlossen worden jetzt zur That über; Reinsdorf solle in Deutschland, Neve in Oesterreich wirken. bie wtt 01^ herln,1111 -sb e f 8rÖ6e ^ef“br füt den Staat unb jeben einzelnen Bürger, d-rvorgeht, Neve's Strasthaten enthielten, hat bei G-ri-HW das gesetzlich höchste Stiafmaß veihängt. diesen Ausfühiungen schloß bei Piäsibent bie Sitzung! Neve würbe zur bLtte »Äh : Daß bas Uitheil irgend ivelchen Eindruck auf ihn hervorgebracht Schrittts vertte7er be^Saäl! ' "°rber- roarcn au* feinc •3Ü8e' iaid,cren Prozeß Neve. (Von unserem Special-Correspondmten.) Reichsgericht. _ ... . EC. Leipzig, 10. October. Bereits längere Zett vor 11 Uhr hatte sich ein zahlreiches Publikum etngefunden, das voll Spannung der Urtheilsverkündigung harrte. Auch diesmal war wieder die Damenwelt im Auditorium sehr stark vertteten. Kurz vor 12 Uhr betrat der Anaeklagte in Begleitung eines Schutzmannes und «tnes Gefangenenwärters den Saal und wurde auf den ihm bestimmten Platz geführt Er setzte sich ruhig, starren Ernst in den Zügen, die Hände gefaltet. Wieder war, wie am Eröffnungstage, sein Blick unausgesetzt auf die rechts und links von ihm arbeitenden Vertreter der Presse gerichtet. Die Blässe seines Gesichtes war noch weit intensiver als am Tage der Eröffnung der Verhandlungen. Wenige Minuten nach 12 Uhr betrat der Gerichtshof den Saal. Unter athem- Loser Stille des Publikums verkündete der Präsident die Verurtheilung Neve's zu 15 Jahren Zuchthaus, wovon 3 Monate auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet wurden, 10 Jahren Ehrverlust, Zulässigkeit von Polizeiaufsicht und Aufenthaltsbeschränkung. Ferner wurde auf Unbrauchbarmachmtg der beschlagnahmten Nummern „Re^elU und der „Freiheit", sowie der zur Herstellung benutzten Platten erkannt. Die Verbrechen, wegen welcher der Angeklagte verurtheilt wurde, waren vorbereitende Handlungen zum Hochverrath, Verbrechen wider das Gesetz vom 9. Juni 1884 gegen ®en verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen, Verbrechen gegen das Socialistengesetz (Verbreitung verbotener Druckschriften) in jeweiliger ideeller Concurrenz, sowie Meineid. Folgendes führte der Präsident in der Begründung des Urtheils aus. Es sind im Ganzen 8 Strasthaten angenommen. Am 20. September 1886 kam an den Eisen- dreher Bohme in Magdeburg eine Kiste aus Aachen, deren Annahme dieser zuerst ablehnte. Rachdem er aber von Drichel benachrichtigt war, daß dieser sie bestellt, ließ er pe a.m 21. abfcolen. In der Kiste befanden sich Druckschriften, ein Beutel mit verschiedenen Stoffen und 2 Flaschen. Es lag ein Schreiben bei, welches ein Verzeichniß gesmwl.? Gegenstände enthielt und ferner besagte, daß, wenn Löschpapier mit der gelben Flufftgkeit der einen Flasche getränkt werde, dies in Verbindung mit Pulver Explosivstoff ergebe. „Glück auf zum guten Erfolg!" schloß das Schreiben. Der Inhalt der Kiste wurde in einen Sack gethan und zu Sander in Subenbutg^agbebutg geschafft, wo ei bei bei Haussuchung im Kcllei gefunben wutbe. Hier fand sich sine Quantität chlorsaures Kali und Schwefelspießglanz, ferner 600 Gramm * qa rarC$ Schwefelspießglanz, je 300 Gramm, 3 Dynamitpatronen, ?0 Gramm, Glasröhren, Zunder rc. Während der Untersuchung lief ein Schreiben ?a.5 trrefuhren sollte, e n, wonach die Sprengstoffe aus Versehen an Böhme gelangt leien, ber nur die Drucksachen erhalten sollte. 1 ü , . drittes Schreiben, das abgefangen wurde, fragt an, wie es in Magdeburg aben kCrfUn0 ^tan^c* 9ZcDe W nun beschuldigt, bie fragliche Kiste abgesandt , . .DmÄ den Schreibsachverständigen Henze ist festgestellt, daß die Begleitadresse und die zwti Briese von Neve stammen. Nun wäre dies Gutachten wohl noch kein umsomehr, da die von Neve während der Untersuchung angefertigten ^odbn theilweise mit absichtlich entstellter Hand geschrieben sind. Es haben jedoch zur gZeoe b^n?phatU?ra und N. unterzeichnete Briefe Vorgelegen, und wenn TOPtfp Brtrmrntr dezeichnet, so spricht dagegen in erster Linie ihr ^eib ShVjfTn n W ferner ist erwiesen, daß Drichel seit 1885 mit Neve unter %eJta?rbCxn- Drichel legte stets in das erste Couvert einen an Neve adressirten Brief unb bie Antwort war jedesmal mit N. unterzeichnet. So ^bn Briefe aus Vcrviers unb ein auf ber Strecke Cöln-Hannooer zur Bahnpoft f?ülfbe bmet henn ^Enen Neve mdbet, daß er Druckschriften geschickt habe, ferner um q!!!6?' ^bnn er könne seine Geschäfte Nicht mehr allein erledigen, ba man mit e .Adresse zu Adresse gehe. Weiter thetlte er mit, daß er gute ©adjen besitze (Dynamit). Drichel hatte darauf um solche gute Sachen gebeten und (53C S» teren Schreiben meldete N., daß die Sachen an Bödme abgegangen seien. Es kann gar kein Zweifel fein, daß dieser N. Neve war, und auch Drichel war ("rrespondirte^ ®cftanbnt6 "ach, nie in Zweifel darüber, daß er mit Neve frnntp« nitaCx ^*arrCr bc?. Gcrichtshof die Ueberzcugung von der Schuld des Anae- nuFh™ ex blc Neve innerhalb der anarchistischen Partei einnabm' urib veranlaßten, nach Verviers zu gehen, gewonnen Nachdem iÄl! Tischlerhandwerk gelernt, ging er im Jahre 1863 auf die Wanderschaft unb fam über Hamburg unb Berlin nach Lonbon. Später ging er nach New-Bork nnn t banJk nach Lonbon. Von 18?9 bis Mai 1882 war er welche bamals an ihrem Kopfe bie Bemerkung trug, daß Briefe ^oe iu senden seien. 1881 fand in London der internatwna e Eongreß statt, auf dem sich ote revolutionären Socialisten von den Anarchisten trpnn dm rÄ bei allen Umwälzungen immei den Zweck th«m Zu un! sst a eine republikanische Spitze zu geben, wahrend die Anarchisten jede Autorität n<>rn nr£n WsWEMZZW gWÄ » "äBS Helt" nach Deutschland von hier aus zu organisiren Den Vertrieb Li er "6rei- bis Sept-mbei 1882 der Weikmelstei dU besoi t "einA-un"Le's Ae, i y.»oa nach SuremButg, wo ihn Neve besuchte und nach Gioß' eigenem Geständnille b«6 ei in VeivieiS den Veitiieb dei Fieiheit nach DeLtWand der ' Z n«üte bie Schwerz möglich sei, zu organisiren. 6 nur uocr Auch der Schuhmacher Krause in Magdeburg stand mit Neve in Derselbe schrieb 1881 nach Amerika, daß Elemente genug öo.banben feitn um Z anarchfftische Bewegung zu insceniien abei es fehle an Matetiol. Doiauf'kärn aus London d e Antwoit, daß Mateiial schon voihanden sei, daß abei Manael an Gdb und Beibindungen heiische. Adiessiit hatte Klause den Biief an Neve die Antwod wai mit N. unterzeichnet. Dieses Antwortschreiben an Krause und die Eingangs er- Summa: 4 Es starben an: Lungenentzündung Lungenschwindsucht Bright'scher Nterenkrankheit Blutungen ______ Zusammen: 1 1 1 1 nnrrbc, aber wieder zum Bewußtsein gelangt sei, und hartnäckig jede Auskunft verweigne.^o^ ^ncr „dunkeln" Entführungsgeschichte berichtet der „B. B. C." Der 5>eld derselben ist ein Vollblutnigger, der aus dem Eircus Renz wohlbekannte Ele- Mntenbändiger Eph. Thompson, die Heldin eine Weiße, Frl. Dolinda de la Plata, Mmneaureiterin im Circus Hagenbeck, wo sich die Beiden „kennen und lieben lernten". Welleicht gedenkt das Pärchen in Amerika, wohin es sich gewandt haben soll, umzu- sattcln und als Othello und Desdemona aufzutreten. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gieße«. 40. Woche. Vom 2. October bis 8. October 1887. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 10,9 •/*>. Literarische-. — Allgemeine Münz-, Matz- «nd GewichtStabelle von R. Siegfried, «wette Auflage von Glöckner'S vergleichender Münz-, Maß- und Gewichtstabelle sämmt- Mer Länder der Erde. Preis eleg. gebunden JL 1.20. Leipzig. Verlag von G. A. Glöckner. 1887. Vorliegende Auflage ist vom rühmlichst bekannten Verfasier des ersten Theiles von „Saling's Börsenpapieren" mit ungemeiner kritischer Sorgfalt und auf Grundlage der besten Materialien hergestellt. Der Inhalt hat eine vollständige Umgestaltung und bedeutende Erweiterung erfahren. Neu htnzugekommen ist unter Anderm eine mit großer Sachkenntniß ausgearbeitete Ueberficht der Währungen aller wichtigeren Länder des Erdballes, bei welcher die Entwerthung des Silbers die eingehendste Berücksichtigung gefunden hat. Wir können dies Werkchen, seiner großen, praktischen Brauchbarkeit wegen angelegentlichst empfehlen. Die Tabelle ist vorzüglich ausgestattet, der Einband (schwarzer Calico mit Goldpressung) äußerst geschmackvoll. Kinder Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 1 — — 1 — — 1 — — 4 — — Handel und Verkehr. Gießen, 11. October. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL 0.90-1.00, Hühnereier pr. St. 6-7 H, Enteneier St. 0-0 Käie vr. St. 5-8^, Käsematte 3—0 Erbsen pr- Liter 16 H, Linsen 28 H, Tauben per Paar 40 bis 50 Hühner per Stück JL 0.90—1.20, Hahnen pr. Stück JL 0.50—0.90, Enten per Stück JL 1.00—1.50, Gänse per Pfund 40—48 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 64 A, Kuh- und Rindfleisch 54-56^, Schweinefleisch 54-60 H, Hammelfleisch 50 bis 62 H, Kalbfleisch 40-45 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 3 40-5.00, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Gentner A 5.00—6.00. Atlgemeiner Anzeiger. Die Lieferung von ca. 150 Ctr. guter Epeisekartoffeln, von ca. 10 Ctr. gebrochener Aepfel und von ca. 100 Krautköpfen jott im Submissionswege vergeben werden. Offerten mit Proben versehen, sind bis zum 20. l. Mts. in der Anstalt abzugeben. Gießen, den 10. October 1887. Großh. Direction der' Entbindungsanstalt. 7596 Die am 24. Juni l. I. fällig gewesenen Pachtgelder der evang. Kirche und I. und II. Pfarrei Gießen können nur noch in den nächsten acht Tagen ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, am 10. October 1887. Doering, 7597 Kirchenrechner. Aeilgcöotcnes. Einige Parthien Cigarren, eigenes Fabrikat, habe ich zu verkaufen. 7602 Friedrich Moos in Lollar. I. A Busch Erben beabsichtigen ihre beiden nebeneinanderliegenden Häuser Kreuzplatz 1 und Sonnenstraße 32, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Reflectanten wollen sich gefälligst an Fräulein Marie Busch, Kreuzplatz, oder Herrn Louis Schar- mann junior wenden.7055 Scheuertücher, das Stück für 20 H bei 7603 Geschw. Aron, Kreuzpl. 5 (Stadt Mainz). 7608] Zwei Zuchtschweine, reine Karfen, zu verkaufen. Liebigstraße 35. Frische» flpfefmoft empfiehlt 7599 Metzger Seng, Seltersweg 50. 7620] Ein hochfeines englisches Tafel« service, sowie mehrere bessere Stücke polirtr Möbel, habe zu verkaufen- H. Werner. . Mecha- 7614 (Stadt Mainz). Uhrfedern, sämmtlicher nik, 2V< bi mit Löffelmechanik, von mit kurzer Hüfte, ganz neue Fayon, garantirt echt Fischbein, 4 bis 12 JL Jünglingsverein. Auf Anregung junger Leute, die sich hier mit gleichgesinnten zu einem jünglingsverein verbinden möchten, lade ich diejenigen Jünglinge, besonders Gesellen und Arbeiter, die einem solchen Verein sich anzuschließen geneigt sind, em, am nächsten Freitag den 14. Oktober, Abends 8 Uhr, in die Herberge zur Heimath zu kommen. Als Gäste sind auch Alle die eingeladen, denen die Jünglingsvereinssache am Herzen liegt und welche sie hier öu fördern gedenken. Gießen, den 11. Oktober 1887. <613 Dr. Nauman«, Pfarrer. Frauenarbeitschule zu Gießen, kl. Gartenstrsße. Unterricht im Hand- und Maschinennähen, Auschneiden, «licken, Stopfen, Strickstopf, Weißsticken, Buutsticken und sonstigen feineren Handarbeiten. Am 13. Oktober wird der schon lange geplante Bügel - Cursus eröffnet und können meine früheren Schülerinnen, welche darauf reflectirten, das Bügeln jetzt mit erlernen. Der Unterricht wird von einer geübten Büglerin ertheilt. Zur näheren Auskunft gerne bereit, nehme jederzeit Anmeldungen entgegen. Auswärtige Schülerinnen können im eigenen Hause Pension zu mäßigem Preise erhalten. ' Achtungsvoll Lina Möser, ^03 geprüfte Lehrerin, Geselligkeitsverein Gleiberg. Ordentliche Generalversammlung Samstag den 15. October, Nachmittags 4 Uhr auf der Burg. Die Mitglieder werden um recht zahlreiches Erscheinen ersucht. 7595 Die Berwaitungs-Evmwisfion Den Au- und Verkauf von STAATSPAPIEREN Loosen, Wechseln und Coupons besorgen billigst und reell SCHULHOF & Co., 7580__Marktstraße 4.______________ Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß lt. Beschluß der Generalversammlung der Mitglieder unserer Anstalt vom 1. l. M. die Zinsen für sämmtliche Einlagen mit Wirkung vom 1. December l. I. auf .3Va Procent festgesetzt worden sind. Laubach, am 3. Oktober 1887. Die Direktion der Spar- und Leihkaffe. Weber. 7427 Vermiet (jungen. 7609 Ein kleines Logis zu vermiethen und sofort zu beziehen bei Th. Bogt. 7610 Zwei Wohnungen, je 5 Zimmer mit Zubehör, alsbald oder später zu ver- mlethen. Hilgardt, Ederstraße 5. 7611 Zwei schöne unmöblirte Parterre- Zimmer zu vermiethen. Ederstraße 5. 7621]" Möblirtc Zimmer, mit und ohne Kabiuet, zu vermiethen. ______________________Gartenstraße 29. 7594 Ein kleines Familienlogis zu oer- miet6en.____Mühlgasse 11. 7605] Möbl. Zimmerchen zu vermiethen. ____ ____Neuenweg 48. ”7604] Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen.____Ederstraße 3. 7612] Freundl. Wohnung, 2—3 Zimmer, an ruhige Leute zu vermiethen. __Seltersweg 31. 7616] Der an die Geschwister Lorsch verwiethete Laden re. (TelterSweg) ist anderweit zu vermiethen pro 1. Mürz 1888, auf Wunsch früher. Labroisse, Rechtsanwalt. 7618] Möblirte Zimmer zu vermiethen. __Bismarckstraße 6, parterre. 7619] Der dritte Stock (vollständig neu hergerichtet) auf sofort oder später zu vermiethen. Bismarckstraße 6. Vermischte Anzeigen. Mein Geschäft und Wohnung befindet sich von jetzt ab in meinem Hause, Ederstraße 5. 7607 L. Hilgardt, Spengler. Entlaufen ein schwarzer Hund, mit weißem Ring um den Hals, auf den Namen „Leo" hörend- Um gefl. Zurückgabe bittet Bürgermeister Leun, 7600_______________Großen-Linden. 7598] Schmiedegesekle gesucht. Ar. Schwan, Wetzlar. 7278 Einen Jungen, der die Bäckerei erlernen will, sucht L. Keil. Coursbericht der Iranksurter Börse. Reichsbank-Disconto 3% 10. Oktober 1887. Franks. Bank-Disconto 3% 4% Preußische Consols . 106.80 3Vr°/o do. 100.60 4o/o Nassauer Oblig. 102.30 40/0 Bayerische Oblig. 105 40 4o/o Badische Oblig. 105.00 40/0 Hessische Oblig. 105.30 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 100 90, neue 102.20 3V2°/b do. 97.30 4Wo Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 103.00 40/0 Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.00 31/?/0 do. 97.40 50/0 Buderus Oblig. 103 50 Telegraphischer Coursberil Oesterr. Creditactien 230% Oesterr. Staatsbabn-Actien I86V2 1880 4o/o Russen Oblig. 80.40 4% unif. Egypter Oblig. 74.90 । Tendenz; sehr fest, 3Va°/o Solms-Brauns. Oblig. 95 00 4% Gießener Oblig. 103.70 40/0 Oesterr. Goldrente 91.70 4’ /5°/o Oesterr Silberrente 67.00 50/0 1871/1873 Russen Oblig. 94 40 5% Portugiesen Oblig. 95 40 Darmst. Bank-Actien 139-00 Geldsorten. 20 Francs-Stücke 16.11-16.14 do. in V. 16.09-16.12 En gl. Souvereigns Dollars in Gold 4.16—4.20 hl vom 11. Oktober 1887. Disconto-Com.-Antheile 299.50 Lombarden-Actien 71% 4% Ungar. Goldrente 80.80 30/0 Portugiesen Oblig. 57.60 Banken bevorzugt. 9 1 fi S 1 V Gtschästs-Erösnllng! Dem werthen Publikum Gießen's und der Umgegend die ergebene Mittheilunq daß wir am hiesigen Platze — Neuen weg Nr. 1? - (neben Herrn Kaufmann H. F. Nassauer) ein Herren- und Ä nabcn- Cmftctt«ns-GMft verbunden mit Manufaktur- u. Modewaaren eröffnet haben. Wir unterhalten stets ein reich sortirtes Lager und sichern prompte und reelle Bedienung zu. Hochachtungsvoll --- Gcbr. Bn.cr9 Neuenweg 17. Samstags und Feiertags bleibt unser Geschäft geschloffen. Vie Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 3 Uhr, vom Sterbehause (Burggraben 15) aus statt. 7593 Statt jeder besonderen Anzeige machen wir Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mittheilung, dass unsere liebe, gute Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Frau Johamiette Köster, geb. Staudinger, heute Morgen 5 Vr Uhr nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 10. Oktober 1887. Christian Haubach I. auf dem Halsbande, an der Lahnbrücke 7615 Nedaction: A. Schcyda. s o bo 5 2©« <72 « *3 = E® ’s a entlaufen Benachrichtigung vom Auffinder desselben wird erbeten in W etzlar, Neuborner Str-11, bei Major Fromm. 7606] Lauffrau gesucht. _______________ Schulstraße 10. ■ q C > JSOC 5 ® ® ® a-'2 je ZG *4 . ®§ .«■ •b Turnverein Gießen. Sonntag den 16. d. Mts.: Turnfahrt nach Marbura. Abmarsch ' Vormittags 9 Uhr. Zusammenkunft am Wallthor (Thorhaus). Zahlreiche Betheiügung auch älterer Mitglieder ersucht Ä Der Turnwart. ..3 |J ^ rUcf Verlag der Brühl'scken Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Di- heutige Äummrr enthält 1 Blatt u 1 Beilage __ ® J äs 7592 Ein braves Mädchen für Lauf- ! T ~ - -ienst^esucht. Alicens!raße 22, UI. St. Maurer ä- Vandlanaer 7601 Am Sonntag Abend ein Heiner \ Hand, mit der Aufschrift d. d. Planitz ftnben Beschäftigung bei S s Bf|* fialg 0 UJ -a .£?*"* hÖ*cS 0-0 «’n ® S . -ZO.ZZ • ,^’S e- ® § <►g A xö > 44 N I A