Nr. 109. Zweites Blatt. Donnerstag den 12. Mai 1087. schwer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen. Schulstraße 7. scheint täglich mit A«sn°hm- Montags. ÖÄTU SM’ ?“BW Politische Ueberficht. Gießen- 11. Mai. Eine Uebersiedelung des Kaisers nach Babelsberg wird im heurigen Frühjahre nicht stattfinden, da die Aerzte die Räume des Babelsberger Schlosses als noch zu feucht und kühl erklären. Der Kaiser wird demnach bis zum Beginne seiner diesjährigen Badereisen auch ferner noch in Berlin restdiren; über die letzteren verlautet, daß sie den greisen Monarchen auch diesmal zunächst nach Ems führen werden, woraus wahrscheinlich ein kurzer Aufenthalt in Baden- Badcn folgt, während hinsichtlich einer eventuellen Nachkur in Gastein noch keine bestimmten Dispositionen getroffen zu sein scheinen. Die Berathungen im Reichstage über den neuen Branntweinsteuer-Entwurf dürsten sich sehr umfangreich gestalten, was ja schon in der Natur des zu behandelnden Gegenstandes liegt. Speciell werden die Verhandlungen der Commission, an welche der Entwurf in der Generaldebatte selbstverständlich verwiesen wird, geraume Zeit in Anspruch nehmen, da ja vor Allem die Commission der Ort ist, die vorhandenen mannigfachen Gegensätze möglichst auszugleichen; die Hoffnung, die Branntweinsteuer-Vorlage wenigstens in der Commission noch bis Pfingsten durchberathen zu sehen, steht darum aus sehr schwachen Füßen. Bezüglich des Zustandekommens der Vorlage erscheinen die Aussichten gerade nicht als ungünstige und von den maßgebenden Parteien sind sich die Nationalliberalen und das Centrum, obwohl diese Parteien sonst ein so scharfer Gegensatz trennt, in ihren Anschauungen über die Reform der Branntwein-Besteuerung ziemlich nahe gekommen. Freilich ist eß unbedingt nöthig, daß auf allen Seiten Entgegenkommen und Opserwilligkeit bewiesen wird, wenn man in der Branntweinsteuer-Frage endlich zu einem positiven Resultate gelangen will und da wird man sich namentlich auf agrarischer Seite einige Zurückhaltung auferlegen müssen. Wenn übrigens die „Kreuz-Zeitung" zu melden weiß, im Reichstage bestehe die Absicht, unter Fortfall der Nachbesteuerung für die Brennerei-Campagne 1887/88 durch ein Nothgesetz bereits eine erhebliche Beschränkung der Betriebe herbeizuführen, so scheint das genannte Blatt denn doch einen etwas zu kühnen Griff in die Zukunft hinein gethan zu haben, da man doch nicht gut über die erst zu erwartenden parlamentarischen Beschlüsse schon jetzt bestimmte Meldungen bringen kann. Der Zeitungsstreit über die Vorgeschichte der Occupation Bosniens und der Herzegowina tönt nun auch schon in die Parlamente hinein. In der Samstag-Abendsitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses brachte der Abg. Jrany eine bezügliche Interpellation ein und meinte er, wenn die bekannten Mittheilungen der „Nordd. Allg. Ztg." wahr seien, so würde hierdurch die ungarische Regierung wie die gemeinsame österreichisch-ungarische Regierung dementirt, denn von beiden Seiten habe man stets erklärt, der Rechtstitel der Occupation beruhe auf dem Berliner Vertrag und nicht auf Abmachungen mit Rußland. Jrany führte weiter aus, daß auch das freundschaftliche 23er* hältniß Oesterreich-Ungarns zur Pforte gestört werden könnte, ja, es könnten sogar Zweifel an der Aufrichtigkeit der Beziehungen der österreichisch-ungarischen Monarchie zum deutschen Reiche erwachen. Die Beantwortung wird wohl noch nicht gleich erfolgen, da der CabinetS-Ches Tisza sich über die zu ertheilende Antwort, der man unter den obwaltenden Umständen eine besondere politische Bedeutung beimeffen muß, jedenfalls erst mit dem Wiener Cabinet in's Einvernehmen setzen dürste. Die bedeutungsvollen Verhandlungen des österreichischen Herrenhauses über die Sprachenfrage haben äußerlich mit einem Erfolge für das Ministerium Taaffe geendet. In der am Samstag stattgefundenen Abendsitzung lehnte das Herrenhaus den Antrag Schmerling, die Prazackffche Sprachenoer- ordnung als mit den bestehenden Gesetzen nicht vereinbar zu erklären, ab und genehmigte dafür den Antrag Falkenhayn, welcher anerkennt, daß die rechtliche Seite der Sprachenverordnung nicht zu beanstanden sei und daß auch bezüglich der politischen Seite derselben keine Bedenken obwalteten. Dieser Ausgang der Verhandlungen bedeutet einen Triumph des Taaffe'schen Systems und der leitende Staatsmann Oesterreichs kann mit der Ablehnung des Antrages Schmerling sehr wohl zufrieden sein. Sieht man freilich näher zu, so ergiebt sich als der Besiegte in den parlamentarischen Kämpfen über den Antrag Schmerling nicht die Verfassungspartei, sondern die Regierung selber, denn in packender Weise ist in diesen Herrenhaus-Verhandlungen seitens der Oppositions-Redner die Unge- setzlichkeit des Prazak'fchen Sprachenerlaffes juristisch nachgewiesen worden, während sie anderseits auch die schweren politischen Bedenken hervorhoben, die gegen den Erlaß sprechen. Trotzdem erklärte die feudal - czechisch - polnische Mehrheit den Erlaß rechtlich wie politisch als gerechtfertigt und das Cabinet Taaffe hat demnach wieder freie Bahn zur Fortsetzung seiner glorreichen Versöhnungspolitik! Die englische Regierung hat eine osficielle Betheiligung an der Pariser Weltausstellung des Jahres 1889 abgelehnt, welcher Beschluß in den Pariser Regierungskreisen um so unangenehmer berühren wird, als "man daselbst bestimmt aus eine Betheiligung Englands an der Ausstellung gerechnet hatte. Darmstadt, 6. Mai. Das Großh. Regierungsblatt (Vellage Nr. 12) snthält. 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend. 2. Bekanntmachung Großh. Brandverstcherungs - Commission , die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. Brandverficherungskaffe vom Jahre 1884 betreffend. 3. Ordensverleihungen. 4. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft: Am 23. April wurde der Gerichtsasseffor Dr. Otto Scherer in Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und bei dem Oberlandesgericht zugelaffen. 5. Namensveränderung. 6. Dienstnachrichten: Am 4. März wurde dem Jacob Knierim aus Osthosen das Patent als Geometer der 1. Klasse für den Kreis Worms ertheilt; am 8. März wurde der Fußgens'darm zu Mainz Adam Funk zum Kanzleiwärter im südlichen Kollegienhause zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. März an, an dems. Tage wurde Heinrich Weitzel zu Höchst zum Steuercommissariats-Gehülsen, am 9. März wurde der Gerichtsvollzieher-Aspirant Wilhelm Staubach aus Wörrstadt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Alzey ernannt; an dems. Tage wurde der von dem evang. Pfarrer und dem Gememderath zu Dreieichenhain aus die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dreieichenhain präsentirte Schulamts- Aspirant Philipp Rack aus Geiß-Nidda für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schullehrer Philipp Lewalter zu Nieder-Lahnstein, im Regierungsbezirk Wiesbaden, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biblis, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Ludwig Salzmann zu Unter-Seibertenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hopsmannsfeld übertragen; am 12. März wurde der Gerichtsvollzieher-Aspirant Jacob Broß aus Alsheim zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Offenbach, an dems. Tage wurde der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Offenbach Johann Justus Lahm zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Mainz, an dems. Tage wurde der Hülfs- heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Schmidt aus Naunheim, im Königreich Preußen, zum Heizer bei diesen Bahnen, mit Wirkung vom 1. April an, an dems. Tage wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Ulrichstein Philipp Schneider zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Homberg a. O., an dems. Tage wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht -Herbstein Johs. Heinz zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Ulrichstein, an dem«. Tage wurde der Feldwebel im ersten Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115 Johs. Roth in Darmstadt zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Alsfeld, am 17. März wurde der Gefangenwärter Philipp Bingel in Marienfchloß zum Gefangenauffeher am Landeszuchthaufe, mit Wirkung vom 1. März an, ernannt; am 18. März wurde dem Vicefeldwebel Wedel im dritten Jnsanterie»Regiment Nr. 117 die Stelle eines zweiten Dieners bei der LandeS'Unioerfität, mit Wirkung vom 1. April an, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Friedrich Gerold zu Birkenau eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zwingenberg übertragen. 7. Concurrenzeröffnungen: Erledigt find: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Babenhausen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 JL Mit der Stelle ist ein Theil des Organistendienstes verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bernsseld mit einem Gehalt von 900 «A Mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laudenau mit einem Gehalt von 900 -1». weil man als solcher den Gewitterwolken am nächsten ist. 3) In den Straßen einer Stadt gehe man lieber in der Mitte, als an den Seiten der Häuser; besonders ist die Nähe solcher Stellen, wo das Wasser in starken Güssen von den Dächern niederstürzt, zu vermeiden. 4) In Gebäuden hüte man sich, mit seinem Körper die vorhandenen Lücken einer unterbrochenen Leitung auszufüllen. Solche Stellen sind z. B. unter Kronleuchtern, welche an metallenen Ketten hängen, unter Drahtzügen, in der Küche unter dem Schornstein, weil der Ruß ein guter Leiter für den Blitz ist. Der beste Platz ist in der Mitte des Zimmers. Die Nähe des Ofens, Spiegels, Elaviers, eiserner Fensterstangen ist zu vermeiden. Im Allgemeinen ist man im Erdgeschosse sicherer als in der Höhe der Gebäude. Die Fenster während des Gewitters verschlossen zu halten, ist nicht nöthig; eher dürfte vom Schließen eines mit Menschen angefüllten Raumes abzurathen sein, weil dadurch die Beklommenheit und Schwüle nur vergrößert wird und die Gefahr des Erstickens in dem Falle, daß wirklich ein Blitzstrahl ins Zimmer dringen sollte, vermehrt wird. Es ist rathsam, während eines starken Gewitters das Feuer im Ofen auszulöschen, weil der aufsteigende Rauch ein guter Electricitätsleiter ist. 5) Metallische Gegenstände trage man während eines nahen Gewitters nicht ohne Noth bei sich. ~ 6) Für Gebäude gewährt der von Franklin erfundene Blitzableiter den besten Schutz; die Leistungsfähigkeit desselben muß aber öfters geprüft werden. Metz, 5. Mai. lieber den schrecklichen Selbstmord des Feldwebels Lobsien berichtet die „Str. P." noch Folgendes: Eine Verzweiflungsthat, nicht ohne Vorgang, jedoch immerhin ganz außergewöhnlicher Art, vollzog sich heute Nachmittag 3Vs Uhr in der am Friedhofsthore gelegenen König-Johann-Kaserne, bezw. in dem linken der beiden langen Flügel des Gebäudes, in welchem eine Abtheilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 31 casernirt. Im Erdgeschoß gegen den Hof zwischen beiden Flügeln befinden sich nebeneinander mehrere in der ganzen Breite des Gebäudes gewölbte Geschützschuppen (die zweistöckigen Mannschaftsräume darüber), in denen die während des Tages zum Exerciren dienenden Kanonen verwahrt werden. Zur genannten Zeit erschütterte eine furchtbare Detonation den Bau in seinen Grundvesten; alle Mannschaften beider Kasernentheile eilten in's Freie, worauf sich alsbald in dem ersten der erwähnten GeschStzschuppen ein entsetzliches Bild darbot. In Folge eines von Tätlichkeiten begleiteten Streites mit dem Obergefreiten O'Brien hatte sich der Feldwebel Wilhelm Lobsien, 4. Batterie genannten Regiments, geborener Schleswig-Holsteiner, 28 Jahre alt, unoerheirathet, Strafandrohung zugezogen, was den während 8jährtger Dienstzeit gut beleumundeten, erst vor vier Wochen zum Feldwebel beförderten Mann der Besinnung beraubt zu haben scheint. Man erzählt, der Unglückliche habe mit einem Kameraden wie im Scherze das vorderste der in dem Schuppen verwahrten vier Geschütze (gezogene 8,8 Centimeter-Feldgeschütze) mit einer Kartätsche, 76 Kugeln enthaltend, geladen, dann unter einem Vorwande den Zeugen zu entfernen gewußt, worauf er in kürzester Zeitfolge die Schreckensthat an sich vollbrachte. Der Thai bestand beweist unzweifelhaft, daß Lobsien mit Stricken sich vor die Mündung der Kanone festgebunden hatte und mit einem an die Schlagröhre befestigten Bindestrick das Geschütz mit eigener Hand auf sich abfeuerte, Die Wirkung in ihren sämmtlichen Einzelheiten entzieht sich der Beschreibung; auf dem mit den Kugeln besäeten, von Blut überströmten Estrich fand man als zusammenhängende Körpertheile nur mehr den Unterleib und die beiden Füße. Der Kopf, gänzlich vom Rumpfe getrennt, lag eine Strecke davon, im sonstigen unverletzt und mit ganz ruhigem Gesichtsausdruck. Nur erwähnt sei noch, daß der linke Arm detz Selbstmörders lange Zeit vermißt wurde; den Blutspuren an der Gewölbedecke folgend, fand man denselben unter verschiedenen Geräthen im hintersten Winkel des Raumes, etwa 10 Meter vom Orte der schauerlichen That. Die endlich zusammengefundenen Körperreste wurden nach amtlicher Feststellung des Tatbestandes nach dem Militärlazareth verbracht. In der Stadt wurde der Vorfall erst am späteren Abend bekannt. Erinnert wird übrigens bei dem traurigen Anlaß daran, daß schon einmal, im Jahre 1874, in dieser Kaserne auf ganz gleiche Art, einige sagen, in dem gleichen Geschützschuppen, ein Artillerist seinem Leben ein Ende machte. In einem vorgefundenen Briefe soll Lobsien in kurzen Worten, seinen verzweifelnden Vorsatz bekennend, von seinem Hauptmanne Abschied genommen haben. — fEin Trost.) „Herrgott, was man für Aerger über die Jungens, hat. Da ist mein Emil auch wieder zum zweiten Male in Tertia sitzen geblieben. Was sind die Eltern glücklich daran, die nur Töchter haben, die können doch wenigstens nur einmal sitzen bleiben." LandwirthschaftlicheS. Frankfurt a. M., 9. Mai. sDeutsche Landwirthschaftliche Ausstellung zu Frankfurt a. M.) Die Ortsausschüsse, die sich auf Anregung des Frankfurter lanb; wirthschaftlichen Vereins gebildet hatten, um die Deutsche Landwirthschafts-Gesellschaft ta.x0?? Skalen Angelegenheiten, welche die Abhaltung der kommenden Ausstelluna It£S .brwgt, mit Rath und That zur Seite stehen, befinden sich nunmehr in voller Mttgkeit Fall täglich finden Sitzungen derselben statt und die meisten dieser Ausschüsse entfalten nunmehr mit aller Energie ihre practische Wirksamkeit. Schon seit einiger Zell tft die Platz- und Baucommission beschäftigt, den mannichfachen Ansprüchen welchen sich bte zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten entaegenstellen, nach Möglichkeit rü en/'prec^cn und hat dabei das Glück, nicht blos von dem Frankfurter landwirth- schaftlichen Verein, sondern vor Allem auch von den Behörden der Stadt, auf deren Terrain sich die Ausstellung theilweise erstreckt, in entgegenkommendster Weise unterstützt zu werden. Es ist dies ein besonders erfreuliches Zeichen, da bei ähnlichen Gelegenheiten anderwärts nur allzu oft der gerade in solchen Fällen so ganz unberechtigte Gegensatz zwischen Stadt und Land sich geltend zu machen suchte. Der Verkehrsausschuß setzt sich mit den vielen Hunderten von Ausstellern schon jetzt in directe Verbindung, welche in den ersten Tagen des Juni die Verkehrsanstalten der Stadt namentlich aber die des Hanauer Bahnhofs, in vielleicht noch nie dagewesener Weise in Anspruch nehmen werden. Von diesem Punkte nämlich werden Thiere sowohl als Geräthe und Producte vornehmlich nach den 4 Haupteingängen des Ausstellungsplatzes gebracht werden müssen, von Denen jeder für eine bestimmte Gattung von Ausstellungsgegenständen bestimmt ist, um die Gefahr der Eolltsion derselben nach Möglichkeit zu vermeiden. Die locale Finanzcommission hat noch wenig Veranlassung, direct einzu- grerfen, da die bisherigen größeren Ausgaben des Unternehmens direct von der deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft berichtigt werden, welche die ganze Verantwortlichkeit derselben in dieser Hinsicht trögt. Dagegen hatte die Futtercommission Verträge für die Lieferung des Futters und der Streu für die 1500 Thiere abzuschließen, welche wahrend 7. Tagen mit der größten Sorgfalt und Regelmäßigkeit mit allen Bedingungen einer Derbaltnißmafeig behaglichen Existenz umgeben werden müssen. Von den Special- ausschussen für Thiere, Geräthe und Producte hat namentlich der erstere eine schwere und verantwortliche Aufgabe zu lösen und eine Reihe wichtiger Fragen zu entscheiden die das Wohlbefinden dieser werthoollsten und empfindlichsten Erzeugnisse der Land- wirthschaft betreffen, Nicht geringere Ansprüche stellen nunmehr auch die zu erwartenden menschlichen Gäste an den Wohnungsausschuß, der zunächst durch eine Umfrage bei den hiesigen Hotels die Zahl der zur Verfügung stehenden Zimmer festzustellen sucht wobei es wohl unnöthig ist, darauf aufmerksam zu machen, daß die Stadt Frankfurt und ihre Gasthöfe in ihrem wohlverstandenen Interesse die Gelegenheit nicht benutzen werden, um den zu erwartenden Tausenden von Fremden die Erinnerung an den hiesigen Aufenthalt in pekuniärer Hinsicht minder angenehm zu machen. An die Erwähnten schließt sich dann ein Ausschuß für Präsenzliste, Kartenausgabe und Anmelde- bureau, ein Ausschuß für die von der Gesellschaft in's Auge gefaßten wissenschaftlichen Versammlungen, ein Ausschuß für Vergnügungen, ein solcher für Excursionen und endlich ein Ausschuß für die Wirtschaften auf dem Ausstellungsplatze an, — kurz: die bloße Aufzählung dieser Ausschüsse, die sich alle bemühen, den Besuchern den Aufenthalt in Frankfurt nützlich und angenehm zu machen, beweist, daß es der Stadt nicht weniger ernst ist, als der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft, ihre Aufgabe in würdiger Weise zu lösen. Schiffs- Bewegung der Poftdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actten-Gesellschast. „Teutonia", ab Hamburg, 2. Mai in Vera Cruz angekommen; „Wieland", von Hamburg nach Newyork, 3. Mai von Havre weiter; „Allemania", von Westindien kommend, 3. Mai in Hamburg eingetroffen; „Rhaetia", von Newyork kommend, 5. Mai in Hamburgs eingetroffen; „Gellert", 5. Mai von Newyork nach Hamburg; „Slavonia" 6. Mai von Stettin nach Newyork; „Sorrento" von Hamburg nach Newyork, 6. Mai Dover passirt; „Borussia", 6. Mai von Hamburg nach Westindien; „Holsatia", von Hamburg nach Mexiko, 6. Mai von Havre weiter; „Bavaria", von Westindien nach Hamburg, 7. Mai Lizard passirt. „Rugia", ab Hamburg, 3. Mai in Newyork angekommen; „Taormina", ab Hamburg, 5. Mai in Newyork angekommen; „Lessing", ab Hamburg, 6. Mai in Newyork angekommen. Gestreifte u. karr. Seidenstoffe v. Mk. 1.33 bis 9.80 p. Mtr. (ca. 250 versch. Dess.) — Grisailles, Armuree, Cristallique, Louisine, Glase, Mille-Carreaux, Changeant etc. — vers. tobens und stückweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Depot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 21) H Porto. [1306 Allgemeiner Anzeiger. Vergebung non Erb- unö Maurer- Arbeiten. Die Ausführung der weiteren Erd- und Maurerarbeiten zum Neubau einer Krei-straße von Beuern nach Allertshausen soll auf dem Bureau des Unterzeichneten Montag den 16. d. M., vormittags 10 Uhr, loosweife im Wege schriftlicher Submission vergeben werden. A. Erdarbeiten, I. Loos, veranschl. zu 340,— JL ». „ „ „ 1422,40 „ B. Maurerarbeiten, I. Loos, veranschl. zu 580 «A H. n w k 384 „ Kostenvoranschlag und Bedingungen, sowie Pläne und Erdberechnung sind auf dem Bureau des Unterzeichneten rinzusehen. Gießen, am 6. Mai 1887. Der Kreisingenieur: 3669 Gnauth. Rhein-Wein empfehlen: Weißwein pr- Flasche 60, 70, 90,100 H, I Rothwein , „ 100 und 110 H, 3708 E. * R. Haitz, Gießen, vis-ä-vis dem ftädt. Schlachthaus. * Strickdaumwollr in den neuesten und courantesten Farben; weiße u. farbige Damen- und Kinderstrümpfe und Socken. NB. Stricken von Strümpfen und Beinlängen in bester Ausführung wird billigst besorgt. 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Kostenüberschlag Maurerarbeit 2988 JL 45 4 Steinhauerarbeit 1766 „ 40 „ Zimmerarbeit 4012 „ 23 „ Dachdeckerarbeit 1230 w — Schreinerarbeit 2859 „ 68 „ Schlosserarbeit 1298 „ 50 „ Glaserarbeit 851 „ 94 „ Weißbinderarbeit 2920 „ — „ Spenglerarbeit 274 „ 80 „ Tapezierarbeit 49 ,, — „ Pflasterarbeit 176 „ — a Lieferung v. Schwarz- und Weißkalk 720 „ - , „ , Cement 45 „ — , ii v geschliffenen Sandsteinplatten 111 „ — „ w , glasirten Thonröhren 105 „ — „ • * eisernenTrägern 555 „ 42 „ Die Offerten sind versiegelt, franfirt und mit entsprechender Aufschrift: Submission auf......versehen an Großherzogliche Bürgermeisterei Pohl-Göns bis zum Montag den 16. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, einzusenden. Die Eröffnung der Offerten findet in Gegenwart der erschienenen Submittenten statt. Zeichnungen, Kostenanschlag und Bedingungen können an jedem Tage dieser Woche auf dem Bureau des Unterzeichneten eingesehen werden- Butzbach, den 9. Mai 1887. 3705 Metzger, Bezirks-Bauaufseher. Ein tücht. 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