iOS Mittwoch d.m 11. Mai 1887« Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vrrrcaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. Betreffend: Remunerirung des Feldschutzpersonals in dem Rechnungsjahr 1886/87. Gießen, am 9. Mai 1887. Das Großherzoglichc Krcisamt Gießen an die Großherzvglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Zur Belohnung besonders pflichtgetreuer Feldpolizeibediensteter ist uns wieder -in entsprechender Betrag zur Verfügung gestellt worden. - Wir geben Ihnen daher aut uns diejenigen Bediensteten Ihrer Gemeinde, welche auf den Felbschutz verpflichtet unb einer Belohnung würdig und bedürftig mb, bis zum 10 Zunil Z zu beieichnen? Werden Bedienstete in Vorschlag gebracht, welche schon m früheren Jahren Remunerationen erhalten haben, so genügt die Bezugnahme auf die früheren Berichte, falls eine Veränderung in den Verhältnissen nicht eingetreten ist. Wenn solche Bedienstete zum erstenmal vorgeschlagen werden, so müssen aus den Berichten die persönlichen und dienstlichen Verhältnisse genau hervorgehen. Vorschläge welche nach dem oben bestimmten Termine einlaufen, bleiben m diesem Jahre unberücksichtigt. d ' Dr. Boekmann. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Friede« werben hiermit nachstehenbe Durchschnittsmarktpreise vom Monat April 1887 veröffentlicht: Hafer 12.66, Heu JL 6.— , Stroh Jt. 5.oO pro 100 Kilogramm. Gießen, am 9. Mai 1887. Großherzogliches Kreisamt Gieße«. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 10, Mai. Die vielverbreiteten Gerüchte, denen zufolge der deutsche Kronprinz auf seine jetzige Kur in Ems noch eine Nachkur in Kisftngen folgen lassen würde, entbehren, wie von competenter Seite versichert wird, der Begründung. Der Gebrauch der Emser Thermen gegen sein Halsleiden ift dem hohen Herrn vielmehr so ausgezeichnet bekommen, daß eine Nachkur überflüssig erscheint und gedenkt sich der Kronprinz Mitte Mai nebst seiner Familie von Ems nach Berlin zurückzubegeben. Im Juni reist die kronprinzliche Familie anläßlich des 50jährigen Regierungs-Jubiläums der Königin Victoria nach England. Der Reichstag brachte am vorigen Freitag die Specialberathung des Nachtrags-Etats zum Abschluß. Sämmtliche Forderungen wurden fast ohne jeden Abstrich bewilligt und bewegte sich die Diecussion in durchaus sachlichen Geleisen, da ein principieller Widerspruch gegen die verlangten Summen von keiner Seite erhoben wurde; am Samstag pausirte das Haus. Der Bundesrath genehmigte in seiner Plenarsitzung vom Donnerstag außer verschiedenen anderen Entwürfen auch Gesetzentwürfe über die Verwendung gesundheitsschädlicher Farben bei der Herstellung u. s. w. von NahrungS- und Genußmitteln und über Abänderung des jetzigen Nahrungsmittel«Gesetzes. Nach längerer Verzögerung ist endlich der neue Branntweinsteuer- Entwurf dem Reichstage zugegangen und hiermit der zweite Theil der gegen« wärtigen Session aus seinem Höhepunkte angelangt. Da sich das Haus am Montag mit der ersten Lesung der Novelle zur Gewerbeordnung beschäftigte, so wird der Branntweinsteuer-Entwurf wohl erst in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt werden und daß die Generaldebatte hierüber mehrere Tage beanspruchen wird, ist zweifellos. Die Vorlage selbst, welcher eine sehr umfangreiche Begründung beiliegt, sei nochmals in ihren wichtigsten Bestimmungen wiedergegeben. Es wird eine Verbrauchssteuer von 70 «X pro Hectoliter erhoben, wobei für Norddeutschland ein jährlicher Branntwein-Consum von 4V2 Liter pro Kops der Bevölkerung zu Grunde gelegt ist. Von diesen 70 eX pro Hectoliter sollen aber den Spiritusbrennern 20 oA als Entschädigung für den Minderverbrauch an Branntwein, den die Regierung in Folge der Einführung der Steuer in Anschlag bringt, zu Gute kommen, so daß also nur 50 eX pro Hectoliter in die Reichskaffe fließen würden. Die Maischbottichsteuer kommt nur in den landwirthschastlichen Brennereien und an den Stellen, an denen Melasse, Rüben und Rübensast zur Verarbeitung gelangt, zur Erhebung; in den gewerblichen Brennereien soll sie durch eine Nachsteuer zur Verbrauchsabgabe ersetzt werden, welche zu 60 «X pro Hectoliter veranschlagt ist. Für den vom Auslande eingehenden Branntwein sollen bereits vom 1. October 1887 150 «X von je 100 Kilo erhoben werden, während für das Inkrafttreten der Jnlands- steuer der 1. April 1888 in Aussicht genommen ist. Hinsichtlich der Contin- gentirung bestimmt die Vorlage, daß immer von drei zu drei Jahren die Jahresmenge Branntwein, welche die Brennereien zu dem niedrigeren Abgabesatze herstellen dürfen, nach dem Verhältniß der von ib en in den drei voraus- gegangenen Jahren erzeugten Quantitäten neu bew 'sen werden soll. Die Erhebung der Verbrauchsabgabe geschieht beim Eintritte der Branntweins in den Verkehr ; bis dahin verbleibt der Branntwein an der Produetionsstelle unter steueramtlicher Controle. Befreit von der Steuer ist der für den Export, sowie für gewerbliche, wissenschaftliche und sanitäre Zwecke bestimmte Branntwein. Bezüglich der süddeutschen Staaten bestimmt der Entwurf, daß das Gesetz nach erfolgter Zustimmung des betr. Staates in Kraft tritt und wird die Gesammt- Jahresmenge Branntwein, welche in demselben hergestellt werden darf, aus 3 Liter pro Kopf der Bevölkerung bemessen. Das Gesammt-Erträgniß aus der neuen Steuer veranschlagt der Entwurf auf jährlich 143 Mill. eX, wowm 96 Millionen - zieht man die Kosten u. s. w. ab - als Mehreinnahme für das Reich übrig bleiben sollen. Im Vergleich mit den Erträgnissen, welche andere Staaten aus der Besteuerung des Branntweins ziehen, erscheint der genannte Betrag nicht allzugroß und jedenfalls könnte die Regierung aus der Branntweinbesteuerung noch weit höhere Summen erzielen. Vorläufig muß man aber abwarten, inwieweit sich oas vorgeschlagene neue System bewährt und muß denn hervorgehoben werden, daß, obwohl der Entwurf für eine rationelle Branntweinsteuer« Erhöhung recht brauchbare Grundzüge enthält, er anderseits doch auch recht bedenkliche Bestimmungen ausweist. Hoffentlich wird es aber trotzdem gelingen, die Reform der Branntweinbesteuerung, als int Interesse der finanziellen Stärkung des Reiches wie der Einzelstaaten liegend, noch in dieser Session ihrer befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Im preußischen Abgeordnetenhause folgte aus die lebhaften Donnerstags-Verhandlungen über den Antrag Minnigerode auf Erhöhung der landwirthschastlichen Schutzzölle, aus denen als das hervorstechendste Moment die Erklärung des Ministers für Landwirthschaft, Dr. Lucius, hervorzuheben ist, daß Die preußische Regierung einer solchen Erhöhung nicht abgeneigt sei, am Freitag eine um so ruhigere Sitzung. Zunächst wurde in zweiter Lesung der Vertrag, betr. die Fortführung der Verwaltung des Fürstenthums Waldeck durär Preußen, nach einer kurzen Discussion, in welcher nur von Seiten der Freisinnigen Bedenken geltend gemacht wurden, unverändert genehmigt. Fast debattelos stimmte dann das Haus dem Nachtrags-Etat in zweiter Lesung zu und genehmigte ebenso den Gesetzentwurf, betr. die Ergänzungen der Einnahmen in dem genannten Nachtrags-Etat. Der letzte Gegenstand der Tagesordnung, die zweite Lesung der Vorlage, betr. die Kreistheilung in Posen und West- preußen, wurde ans Antrag des Abg. v. Jazdzewski für die TagesorDnung der Samstagssitzung Vorbehalten. ____________ Reichstag. (25. Sitzung.) P. Berlin, 9. Mai. Auf der Tagesordnung steht zunächst Berathung des Nachtrags zur deutschrumänischen Handelsconvention. r. m ,, , Abg. Dr. Brömel (frs.) wendet sich gegen die in Aussicht gestellten Erhöhungen der landwirthschastlichen Zölle. Während man hier mit Rumänien einen Friedensvertrag schaffe, solle durch neue Agrarzölle ein neuer Kriegszustand hervorgerufen werden, der sich namentlich gegen Rumänien richte, denn bei dem rumänischen Import in Deutschland bilde Getreide den hauptsächlichen Artikel. ., , .. Aba. v. Kardorff (Reichsp.): Wir durften uns die Freiheit nicht nehmen lassen, unsere Zölle zu erhöhen, wenn wir dies für nöthig finden. Uebrigens stehe er, wie bekannt, nicht auf dem Standpunkte der Antragsteller im Abgeordnetenhaufe, da er eine Hilfe für die Landwirthschaft nur von der Doppelwährung erwarte. Abg. Dr. Barsch (frs.): Es handle sich bet den Getreidezollen ledtglrch um em capitalistisches Interesse, nicht um das der nationalen Arbeit. Seine Partei werde deßhalb die Getreidezölle energisch bekämpfen. Sie freue sich, Gelegenhett zu haben, den wahren Charakter der landwirthschastlichen Schutzzölle in's rechte. Licht stellen zu können^ vr. Brömel (frs.): Herr v. Kardorff habe ihm vsrgeworfen, die Interessen des Auslandes vertreten zu haben. Man sollte doch mit solchen Angriffen zurückhalten: er könnte ja auch Herrn v. Kardorff den Vorwurf machen, daß er die Interessen der Länder vertrete, welche gern ihre Silbervorräthe los werden mochten Er folge aber dem gegebenen Beispiele nicht, denn er halte eine solche KampfesweNe nicht für ehrenhaft. . Präsident d. Wedelt ruft den Redner wegen jener Aeußerung zur Ordnung. Abg. t>. Kardorff widerspricht der Behauptung, daß die landwirthschall'chm Zölle im capttalistischen Interesse lägen; wäre das der Fall, so wurden die Herren der Linken ja dafür eintreten. . t „ p . . ..^ tnsübruna der Abg. vr. Frcge (conf.): Der Umstand, daß unsersttt Otns^h Schutzzölle trotz der Voraussehungen der Herrm Freihändlern 0 ier c?ntf)erfii»B, gestiegen sei, sollte die Freihändler doch zum würden die daß die landwirthschastlichen Schutzzölle tm capitalistischen Die Freisinnigere. Herren bet den Landwirthen, großen wie kleinen, kein Gluck y ♦ sinke, scheinen zu wünschen, daß der Werth des Grund und Bodens now Der Vertrag wird angenommen. Vniversttät». Thront». L-i»zIg 9. Mai. Professor Wach hat einen erneuten Rus an die Universität Berlin abgelehnt. 1 1 auch den öfters sich wiederholenden stürmischen Beifall, welcher Herrn An.telli aesvendet "urd', fur »°lls andig gerecht da die Vorführung wirklich auch .lz etwas Außer- gewöhnliches bezeichnet werden kann." mr .10; Mai. Vergangenen Sonntag hausten in einem Neubau der Dleichstraße „Heinzelmännchen" in oandalischer Weise. Neue Fensterrahmen wurden zerbrochen, vier getünch.e Zimmer durch Abhacken und Zerkratzen des Mörtels verschönert, mehrere Topfe Oelfarbe ausgeschüttet und Handwerkszeug im benachbarten Brunnen, sowie im Keller „aufbewahrt". Die Schutzmannschast ermittelte die Heinzelmännchen in 4 hoffnungsvollen löhnen von Bewohnern obengenannter Straße. Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betr. den Verkehr mit blcU -Tinb zinkhaltigen Gegenständen. (Referent Abg. Kalle). Die Commission beantragt Annahme des Entwurfs mit einer Anzahl von Abänderungen. Auf eine Anfrage des Abg. Orter er (Centr.) erwidert der Director im Reichsgesundheitsamt, Dr. Köhler, daß, wenn die Vorlage Gesetz werden sollte, die Gerichte darüber zu befinden haben würden, ob auch Beschläge von Bierkrügen unter die Bestimmung des S 1 fielen; nach seiner persönlichen Meinung fielen sie allerdings darunter. Abg. Dr. Götz (natl.) beantragt, daß zur Herstellung der Metalltheile für Kindersaugflaschen nur Mctalllegirungen verwendet werden dürfen, welche nicht mehr als 1 pCt. Blei enthalten. S 1 wird mit dem Amendement Götz angenommen. S 2 wird debattelos in der Commissionsfassung angenommen. SS 3—7 werden ebenfalls nach den Commissionsbeschlüssen erledigt. Die Commission beantragt, § 8 wie folgt zu fassen: „Dieses Gesetz tritt am 1. April 1888 in Kraft." Die Abgeordneten Wo ermann und Sedlmayer halten diesen Termin für zu kurz und beantragen, zu setzen: „1. Januar 1889." Unter Zustimmung des Staatssecretärs v. Bötticher wird beschlossen, zu setzen „L October 1888". Damit ist die Vorlage in zweiter Berathung angenommen. Der Gesetzentwurf, betr. die Rechtsverhältnisse der kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten, wird debattelos in zweiter Lesung angenommen. Der Nachtragsetat, betreffend den Umbau des deutschen Botschaftsgebäudes in Paris, wird an die Budget-Commission verwiesen. Die Berathung der Novelle zum Jnnungsgesetz wird von der Tagesordnung abgeietzt. Morgen 11 Uhr: Erste Berathung der Branntweinstcuervorlage. LandwirthschaftlicheS. Frankfurt a. M., 10. Mai. An der Ostendstraße erheben sich Schuppen ars kept Viehhofe des landw. Vereins die erste Wandei au§ftellunfl der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft aufnehmen sollen, die vom 9. bis Mpr rrCT abgehalten werden soll. Tausend rüstige Hände rühren sich iU bereiten und in ganz Deutschland die Thiere und ^ur Uebcrsiedelung und Ausstellung zu sichten und vorzubereiten. Die wird dem Leben unserer Stadt für den Vorsommer ihren Stempel auf- ^ucken,denn rote oft amh schon m Frankfurt Ausstellungen dagewesen sein mögen - beTerbnßTteaUn6 °°n Umfan0c unb Bedeutung hat Frankfurt noch nicht Aber nicht nur in Frankfurt selbst, sondern in ganz Süd- und Mitteldeutschland^ Tri1'^"bwtrthschastliche Ausstellung noch nicht veranstaltet worden, denn es werden allein gegen 1900 Thiere aufgestellt werden. Die Hälfte hiervon sind Nwder, die nach^den uns zugehenden Nachrichten das Beste zeigen werden, was man . e>u^bcu und in den Niederungen an der Nordsee finden kann- Der Zahl nach werden die Hohenschläge, welche ihren Stammbaum von den Alpen Et n n erster Linie vertreten sein. Das sind jene vollkommen gebauten Rinder f T Latenauge Bewmlderung abnothigen und die in vielen Tausenden alljährlich auf den norddeutschen Markt wandern, wo man die Zugkraft dieser schönen Thiere ebenso schätzt, wie die Fülle und Güte ihres Fleisches. ö $ In der Regel bilden allerdings die Pferde auf landwtrt'hschaftlichen Ausstellunaen -^ungspunkt. Nun ist Süd- und Mitteldeutschland kein eigentlicher inb^n ™irb .die Ausstellung immerhin zwischen 2—300 Pferde enthalten, und es wird sich zeigen, inwieweit wir hier zu Lande mit den anderen nrnfcp@e0Cn^Cn,i rocl^.^ferb^ schicken, wetteifern können. Die Pferde werden in acm großen, mit einer schonen Tribüne versehenen Ring vorgeführt, auch, soweit sie Gebrauchspferde sind, vorgerltten und vorgefahren werden. Die Schaf-Ausstellung fast 600 L>tuck besetzt sein, u. A. auch mit jener charakteristischen deutschen Arfln ^dttch den zeitweise schweren Kampf mit den spanischen und englischen Schafen nicht ohne Erfolg ausgenommen und durchgeführt hat Da^ Schwein, das Hausthier im eigentlichen Ginne des Wortes, wird einen bescheidnen Platz etnnehmen, aber immerhin in über 200 Nummern vertreten sein Von der Maschinen- und Geräthe-Abtheilung kann man füglich'sagen, daß eine b/rartige und durch weise und strenge Bestimmungen dcs Programms gut örganisirte Ausstellung noch nicht m Mittel- und Suddeutschland, vielleicht in Deutschlatrd überhaupt noch mcht gezeigt worden ist. Vierzehnhundert Maschinen und Geräthe, von denen ein Jedes nur in einem Exemplar auf der Ausstellung vorhanden sein darf diesem Gebiete können und inwieweit wir Maschinen, die sonst ausschließlich in England oder Amerika gebaut wurden, gelernt erleiäteVttr ^r Vergleich mit ausländischen Maschinen wird dadurch Maschinen am Platz siin werden.^"" «st und englisch- und amerikanische △ Mainz, 8. Mai. Zu dem Haushalts-Voranschlag der Stadt Mainz für das Rechnungsiahr 1887- 88 ist soeben der Bericht der städtischen ffinanzeommtssion erschienen dem wir zwei Punkte von allgemeinerem Interesse entnehmen. Zunächst beantragt die Finanzcommission eine weitergehende Herabsetzung des Gaspreises als olche von der Bürgermeisterei und der Gasdeputation in Vorschlag gebracht ist Wahrend die Bürgermeisterei und Deputation den Gaspreis auf 20 H für Leuchtgas "n ^^c>?ocbgas pro Kubikmeter (seither 22,7 und 20 angesetzt sehen E' sch^6t die Finanzcommission vor, das Leuchtgas für 18 H und das Kochgas für 12^ abzulaffen. Die Finanzcommission geht hieibet von der Ansicht aus, daß je niederer der Gaspreis, je größer der Consum und je größer die Rentabilität des ’ q^um Ausgleich der um JL 61,593 gegen das Vorjahr erhöhte Umlagen schlagt dieIlnanzcommission vor, den Umlage-Koefficienten von 22,2 & auf 25 8 1 Steuerkapital zu erhöhen, so daß die vor zwei Jahren erfolgte Herabsetzmm von 6 per 1 Steuerkapital wieder zur Hälfte geschwunden ist. $ * nrrt . △ 9- Mai. Die Untersuchung zu dem bevorstehenden Socialisten- proceß ist bereits soweit vorgeschritten, daß die Akten nächster Tage der Anklage-. kammer zugehen werden. Am Samstag und heute haben noch eine Reihe Vernehmungen M6efu^b^, die sich aber sammtlich auf Nachfragen nach den Bezugsquellen verbotener ftn..... .. , inciftfn vernommenem ^brsonen haben hierüber die Auskunft verweigert. Der Abgeordnete Jöst, der ebenfalls Kommen werden sollte, hat den Untersuchungsrichter schriftlich benachrichtigt, daß er wahrend ber ^auer des Landtags einem Verhör nicht anwohnen könne. ro-H - nJ,r9,Zu einer außergewöhnlichen Stunde — um 12 Uhr TeJara1aoKUV' dkai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer JL n 50 u'oo r 1u'5(b«0'50' ¥Oflßcn eff- dies. M. 14,00-14,25, fremder 0000°"m4m°'C^estge und Wetterauer JL 15,00-17,50, fremde «Ä 00,00—00,00, Hafer eff. hies. .X 12,25—12,75, fremder JL 00,00—00,00 Frankfurt. g. Mai. Der heuttge Vtehmarkt war star' befahren. Anae- Dt^Nreis^sttN^? £?fetXia[' 29< Bullen, ca. 381 Kühe und Rinder, ca. 311 Kälber. minsTr 1 A “ t *1*^0 Ochsen l. Qual. JL 55-56, 2. Qual. JL 50-52, Kühe und f 'Ä’m* VnO!aK44“16 per 100 Pfund Schlachtgewicht Kalber 1. Qual. 50—55 H, 2. Qual. 40—45 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. Fritz. 3670 80 und 42 Die Butzbach, den 9. Mai 1887. 3705 3688 68 50 94 Weißkalk Cement geschliffenen 720 45 Mittwoch dm 10. Mai, Nachmittags 2 Uhr, in der F le t fischen Hofraithe dahier werden 1 Kuh, 2 Kleider-, 2 Küchcnschränke, 1 Secretär, 2 Sopha's, 1 Nähmaschine, 1 Consol und sonstige Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 8. Mai 1887. Engel, Großh. Gerichtsvollzieher. Metzger, Bezirks-Bauaufseher. Arbeits Vergebung. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines Schulhauses in der Gemeinde Pohlgsns sollen auf dem Sudmissionswege vergeben werden: Aufforderung. Forderungen an den Nachlaß der Heinrich Braun Wittwe, Helene geb. Hopp, von Kesselbach sind binnen 14 Tagen bei Meldung der Nichtberücksichtigung bei Regulirung der Verlassenfchaft dahier anzumelden. Grünberg, den 7. Mai 1887. Grobherzogliches Amtsgericht. 2988 1766 4012 1230 2859 1298 851 2920 274 49 176 uKk 45 $ n 40 „ n 23 „ Sandsteinplatten 111 glasirten Thonröhren 105 lt. Kostcnüberschlag - eisernenTrägern 555 Offerten sind versiegt.lt, frankirt und mit entsprechender Aufschrift: Sub- ^ffüon auf..... . versehen an Groß- herzogliche Bürgermeisterei Pohl - Göns bis zum Montag den 1«. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, einzusenden. Die Eröffnung der Offerten findet in Gegenwart der erschienenen Submittenten statt. Zeichnungen, Kostenanschlag und Bedingungen können an jedem Tage dieser Woche auf dem Bureau des Unterzeichneten eingesehen werden. Maurerarbeit Steinhauerarbeit Zimmerarbeit Dachdeckerarbeit Schreinerarbeit Schlosserarbeit Glascrarbeit Weißbinderarbeit Spenglerarbeit Tapezierarbeit Pflasterarbeit ' Lieferung v. Schwarz- Allgemeiner Anzeiger. Das Register zur Erhebung der in unserer Gemeinde nach dem Steuerfuß ausgeschlagenen Communalbedürfnisse für das Jahr 1887/88 liegt zur Einsicht em es jeden Interessenten acht Dage lang aus dem Bureau des Unterzeichneten offen, was mit dem Bemerken bekannt gegeben wird, daß Beschwerden gegen die im Register enthaltenen Ansätze binnen der ersten vier Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist entweder schriftlich oder mündlich bei Großherzoglichem Kreisamt dabier vorgebracht werden müssen, und daß svüter voraebracklle Beschwerden keine Berücksichtigung mehr finden können. 9 Gießen, den 11. Mai 1887. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. __M. Homberger.____________' 3711 Allgemeiner Verein für Armen und Krankenpflege. Wir benachrichtigen hierdurch unsere Mitglieder, daß die Einsammlung der Jahresbeiträge für 1887 in diesen Tagei durch unsere Dienerin, Fr. Bickel, vorgenommen werden wird. Gießen, den 5. Mai 1887. I. A. d. Vorstandes: 3614 Sch losser. Nächsten Sonnabend Ziehung 5 t $• pünktlichste Einhaltung der Ziehungs- »VX. termine. in 2 Serien. — Nächste Ziehung ^om 14.—17. Mai d. X^Das Loos kostet für iede^ Serie eimar-Lotterie 1887 Xs4» und 4 R Mark \^f für die erste Serie, ä, 2 Mark für^i^Ä beide Serien, versendet und gewährt ® Wiederverkäufern höchsten Rabatt ®er Vorstand der Ständigen Ausstellung In Weimar. ■MH»» -. Loose sind auch zu haben bei: ?J Übersendung der Gewinne I gänzlich kostenlos Julius Wallach, Lott.-Geschäft, Jos. Georg, Agent, Emil Orbig, Col.-Hdlg., LouiS Scharmann jr., Cig.-Hdlg., C. Fr. Conrad, Friseur, Gust. Gerhardt, Lindenplatz, Ph. Stier, Schulstraße, 2714 PH. Pfeiffer, Wallthorstroße 14, Wilh. Rabenau, Alten-Buseck. Keitgeöotenes. Hhein-Wein empfehlen: Weißwein pr. Flasche 60, 70, 90,100 X Rothwein , „ 100 und 110 3708 E. - Dr. ThompsonS 9tame und TntgK- Schutzmarke auf den Packeten EgT steht, da minderwerthige, DD der Wäsche schädliche Nach- SSS"“ ahmungen angeboten wer- den. 2554 Buchene Holchohlen empfiehlt billigst 1962 _______________ M. Weißbäcker. 3618 Ein Wohnhaus mit Scheune, Stallungen :c, mitten in hiesiger Stadt, billig zu verkaufen durch _ _________________I. Blitz. Dr. Thompson’s Seifenpulver, Bestes, billigstes und be- guernstes Waschmittel. Bl endend weiße Wäsche. Trotze Crsparnitz an Zeit und Geld. Spargel 3716 täglich frisch gestochener, bei Frau Balser, Wieseckerweg 24. Robert Haas, Seltersweg 18. Wichtig für jeden Haushalt! Cafe Leib (Theatersaal), Giessen. Auf der Durchreise nach Pari-1 Mittwoch den 11. Mai, Abends 8 Uhr: Grosse brillante Vorstellung drs k. k. öflerr.-ungar. Nütiongl-Wandet-Thesiers unter persönlicher Leitung des Professor HL Anotelli. In diesem Genre unstreitig die größte Specialität des ganzen Continents. Zum ersten Male: Die Reise um die Erde in 30 Minuten; die Urwelt und ihre Bewohner; die Westtüfte von Grönland rc. rc. Anfang 8 Uhr. Cassenolfnung 7 Uhr. Preise der Plätze: Sperrsitz 1 JL 1. Platz 70 2. Platz 50^. Gallerie 30 Sonntag Nachmittag 4 Uhr findet extra große Familien» und Schüler- Vorstellung statt. In dieser Vorstellung u- A.: Sneewittchen und die fieben Zwerge. Preise der Plätze: Sperrsitz 50 1. Platz 35 H. 2. Platz 25 H. Gallerie 15 Alles Nähere wird durch Anschlag-Plakate bekannt gegeben. Indem ich dieses großartige Unternehmen einem hochverehrlichen Publikum bestens unterbreite, erlaube ich mir zu bemerken, daß dieses grandiose Theater von wunderbaren, herrlichen Augenblicken unter den brillantesten Lichteffecten gleichsam frei in der Luft auf offener Bühne den Beschauern sichtbar wird. Ferner übernehme ich vollste Garantie, daß Niemand mein Theater unbefriedigt verlassen wird und daß derartige Vorstellungen in dieser Vervollkommnung hier niemals mehr gezeigt werden- 3703 Hochachtungsvoll Prof. H. Anotelli. 3712 In mein Herren» und Knaben-Garderobe-Geschäft suche einen Lehrling zum baldigen Eintritt. Hermann Marx« Dienstmädchen das kochen kann, alsbald gesucht. Näh, in der Exv d. Bl. Kaufmännische Kranken- und Begräbnißkaffe (G. G.> Gießen. Wir bringen nachstehend den Jahresabschluß und Vermögensnachweis nach Maßgabe des § 37 unseres Statuts zur Kenntniß unserer Mitglieder. Gießen, den 10. Mai 1887. Der Borstand. Abschluß und Vermögensnachweis vom 31. Dezember 1836. Debet. Credit. An Vermögensstand am 1. Januar 1886 . . Eintrittsgelder . . . . Beiträge der Mitglieder Freiwillige Zuwendung rc. Zinsen 495 26 1337 30 18 48 Per Krankenlohn p. 1886 Verwaltungskosten . . Verbrauchte Drucksachen. Vorräthige Drucksachen . Mobilien ..... Cassabestand . . . . . Guthaben b. d. Gewerbebk. „ * w Spar- und Leihkaffe ab: 1 Creditor: Effeetivvermögen am 31. Dezember 1886 | 1909 | Ul Geprüft und richtig befunden. Jt 85 14 65 208 82 50 43 83 u4L 598 98 9 9* 33 80 50 850 1224:58 22'20 1202 38 I 11909,01 Gießen, den 6. Mai 1887. 3593 Die Revisoren: Aug. Noll II. Carl Ludw. Schmidt. Fritz Roth. I. Holterhoff Söhne* MM WWUM OS WW Gros. Gieften, Mausburg empfehlen für die Frühjahrs- u. Sommer-Saison sämmtttche Neuheiten: Corsetten Pariser Fa<^on, Trieottailleu, Tricot- Kleidchcu, Cattun-Kleidchen, baumwollene Strickgarne, Strümpfe, Handschuhe, Schürzen, Spitzen, Bänder, Krausen, Cravatten, Kinderkragen, Kinderhütchen rc. rc. 3227 SO Detail. Corsetten in allen Weiten von 70 Pf. an, Tricottaillen in reiner Wolle von 2,50 Mk. an, Tricot. Kleidchen in reiner Wolle von 2,25 Mk. an, Cattun-Kleidchen, waschecht, von 65 Pf. an, Kinderhütchen, schöneMuster, von 70 Pf. an, Kinderstrümpfe la. Qualität von 12 Pf. an, Damenstrümpfe v. 40 Pf. an, Handschuhe von 10 Pf. an, do. 4 Knopflänge v. 3OPf. an, do. seidene von 65 Pf. an, do. do. 4Knpfl. v.75Pf. an, Krausen von 3 Pf. an, Damen Schürzen v. 5OPf. an, Kinderkragen von 7 Pf. an, Herrenkragen v. 18 Pf. an, do. reinleinene von 25 Pf. an, rc. rc. Mermietyungen. 3702 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Kirchenplatz 3, II. St. 3700] Schlafstellen für anft Arbeiter _____________Neuen Bäue 17, parterre. 3699] Schlafstellen für anständige Leute zu vermiethen. Lindenplatz 4. 3696] Stübchen mit g. Bett zu ver- miethen. Seltersweg 34. 3721 Eine Stube mit 2 Betten zu vermieden Neuenweg 48. 3718 Ein einfach mödl. Zimmer zu vermiethen. Neuen Bäue 12, III. Stock. 3715 Ein Logis zu vermiethen. Schützenstraße 17. 3714] Freundl- Mansarden - Wohnung zu vermiethen. Bahnhofstraße 60. 3272] Wohnung mit 7, wenn gewünscht auch mit 11 Zimmern und Zubehör.__Alicestraße 13. 3646] Neues Logis, 3 Zimmer u. Zubehör, zu vermiethen Grünbergerstr. 42. _________________Ar. Gerhards. 3071 Der I. und 11. Stock in meinem neuerbauten Hause in der Ludwigstraße ist zu vermiethen. Wilh. Seipp. 3553] Logis von 7 Zimmern, Wasserleitung u. s. w-, zu vermiethen. Näheres Gartenstraße 27, II. St. 3578 Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen, in der Nähe der Aula. Näheres in der Exped. d. Bl. i unserem unersetzlichen Worte Pfarrers 3706 Theilnahme trostreichen n am Grabe unserer theueren Heimgegangenen Dank. Ein Wohnhaus ÄgÄ,Bn#e u 8*tMT mit kleinem Garten rc. zu vermiethen oder zu verkaufen. In demselben wurde seit Jahren ein flott gehendes Bettfedern' reinigungsgeschäst betrieben. 3720 Näheres Schillerstraße 9, Hinterhaus. 3441 Ein Kaufmann, der bereits 6 Jahre in einem hiesigen En-gros-®e; schäfte als Buchhalter unv Reisender thätig ist, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, anoerweitiges Engagement. Näheres in der Exped. d. Bl. Zu miethen gesucht eine Wohnung, Hochparterre oder erster Stock, 6—7 Zimmer und Zubehör. —Offerten an die Exped. d. Bl. 3509 3701 Eine gebrauchte, gut erhaltene große Zintbadewanne zu kaufen ge- 'Ucht. Löberstraße 6. Ein tücht. PserdetmW auf sofort gesucht. 3719 Näh in der Gxp. d Bl. 3695 Gesucht zum sofortigen Eintritt ein Zapfjunge. Seltersweg 13. 3697 Ein Junge zu 'leichter Hand- arbeit gffuM. Bleichstraße 14 3717 Ein Portemonnaie mit Geld und 2 Schlüsseln verloren. Gegen Belohnung abzugeben bei Maurermeister Strauch, Bleichstraße. Cm Junge vom Lande für leichte Hausarbeit gesucht. ' 3541 Gebr. Scheel, Gießen. 3363] Mittlerer Stock meines Hauses mit Zubehör und Gartenantheil zu vermiethen. I. Bamberger, Südanlage 20. 3076 Der 2. Stock, auch getheilt, ist zu vermiethen Bahnbofstr. 58. PH. Strack, 31^7 Ein gut möbl. Parterrezimmer zu vernnethen. Schillerstraße 25. 3144 Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen Grünbergerstraße 30, II. St. _____________Schützenhof. 3232] Möblirte Zimmer vermiethet H. Kühn, Seltersweg 35^ 3352 Ein großes Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Hermann Katz, Seltersweg 20. 3489] Meine Scheuer ist zu vermiethen ______Jungblut, Promenadehaus. 3115] Möbl. Zimmer zu vermiethen. W. Katz, Marktplatz 1. Vermischte Anzeigen-, Bei Großherzoglicher Handelskammer Gießen ist die Stelle eines Schreibgehülfen zu vergeben. Die Beschäftigung nimmt regelmäßig nur einen geringen Theil des Tages in Anspruch. Gesuche sind un-er Mittheilung einer Schriftprobe bei dem unterzeichneten Präsidenten der Handelskammer oorzubringen Gießen, den 9. Mai 1887. Ed. Silbereisen, O/1U Commerzienrath. Mittwoch den 11. Mai 1887, Abends 9 Uhr, 3709 MonatssitzuiBg im Vereinslokal (Cafs Ebel). 3687 Ein braver Kellner gesucht Zur Bavaria. 3660 Einen Lehrling sucht Fr. Weinhardt, Schreinermeister. _ 3631] 14000 Mark auf gute erste Hypothek zu leihen gesucht. Offerten an die Exped. d- Bl- erbeten.__________________ 3623 Ein ordentliches Mädchen, das gut kochen kann und sich allen häuslichen Arbeiten unterzieht, wird g/gen hohen Lohn nach Mannheim gesucht. Eintritt 24. Juni. Offerten unter W. an die Exped. d. Bl- 3611] Lehrling bei günst. Beding, ges. v. Schreinerm. .Hahn, Katharinengasse 12. 3558 Ein Dienstmädchen von 16 bis 17 Jahren auf sofort gesucht. ______Seltersweg 18. 3428] Zwei Herren erhalten guten bürgerlichen Mittagstisch zu 65 Näheres in der Exped- d. Bl- MaiweiÄT^ Vorzüglicher Apfelwein tm Zapf, 3366 wird auch in Flaschen abgegeben. Restauration Schnell. «ehaetton; «. Sche?d«. - Druck und Verl«, der BrÄ,l'sch«n Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in