Nr. 8. Dienstag den 11. Januar 1887 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Ty. M n Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. -uich die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheiü Bekannt Nachdem der Vorstand des Eisvereins dahier die in § 3 des Localr und Lohnmänner vorgeschriebene Caution für das erforderliche Dienst- und H Lahn zwischen dem Wehr unterhalb der Badeanstalten und dem Felsen und fi alleinigen Unternehmer bestellt. Indem wir dieses zur öffentlichen Kenntniß bringen, lassen wir in 9 8 76 der deutschen Gewerbeordnung s. Z. erlassenen unv veröffentlichten Besti 1) Die Berechtigung bei enstandenem Eise daselbst zum An- und Ab- schnallen von Schlittschuhen, Kehren der Eisbahn rc., öffentlich seine Dienste anzubieten, steht nur demjenigen zu, welcher die in dem Polizei-Reglement vom 6. März 1877, die Regelung des Gewerbes derjenigen Personen, welche auf öffentlichen Straßeu oder Plätzen ihre Dienste anbieten, insbesondere der Dienst- und Lohnmänner betreffend, vorgeschriebene polizeiliche Concession erhalten hat. Für das Kehren der Eisbahn werden jährlich ein oder mehrere Unternehmer je nach Bedürfniß concessionirt, welche sich für das nöthige Hülfspersonal zu sorgen haben. 2) Als Taxe dürfen verlangt werden: a) für das An- und Abschnallen der Schlittschuhe pro Person 5 H b) für das Bahnkehren: von jeder männlichen, die Bahn mit Schlittschuhen benutzenden Person...........3 w bei starkem Schneefall..........5 von jedem Schlitten............10 " Bemerkt wird, daß durch die Bestellung des Eisvereins als alleinio Mitglieder des Eisvereins nicht beabsichtigt ist, daß daher eine Versagung d Umständen stattfinden darf. Gießen, am 5. Januar 1887. Großherzogliches P _____________________________________Frese machung. ilements vom 6. März 1877, betreffend die Regelung des Gewerbes der Dienst- .fspersonal bei uns gestellt hat, haben wir für das Kehren der Eisbahn der das Anschnallen der Schlittschuhe auf dieser Strecke den Eisverein dahier als chfolgendem die in Uebereinstimmung mit der Gemeindebehörde auf Grund des imungen folgen: Kinder unter 14 Jahren und erwachsene Personen, welche da^ Eis ohne Schlittschuhe besuchen, zahlen nichts. 3) Für Begleitung auf dem Eise und für das Schieben von Schlittern gilt der Zeittarif für die Dienst- und Lohnmänner vom 6. Märr 1877, wonach ® für eine halbe Stunde oder weniger ...... 40 &■ für eine ganze Stunde....... . . . 60 zu zahlen sind. 4) Überschreitungen dieser Tarifsätze werden mit Geldstrafe bis zu . 050 e/&) und im Unvermögensfalle mit Hast bis ru 4 Wochen bestraft. 5) Personen, welche ohne Concession sich zu Dienstleistungen gegen Ver- gutung anbieten, werden nach dem sub I erwähnten Reglement mit einer Geldstrafe von 1—8 Mark 57 Pfennige belegt. c Unternehmer eine ausschließliche Benutzung der Eisbahn der Lahn durch die ' Benutzung der Eisbahn durch Nichtmitglieder oder Nichtzahlende unter keinen lizeiamt Gießen. ins. Darmstadt, 7. Januar. Schluß des Inhalts der Großh. Regierungs- blattes (Beilage Nr. 1): 9. Ruhestandsversetzungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am /f- Octbr. 1886 den eoang. Pfarrer Jakob Hermann Frank zu Ober-Lais aus sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, am 10. Novbr den eoang. Pfarrer Ludwig Eich zu GeißMidda auf sein Nachsuchen, am 2o. Novbr. den eoang. Pfarrer Jakob Uhrig zu Egelsbach aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1887 an, in den Ruhestand zu versetzen. , Am 23. Septbr. wurden die Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bad Nauoeim Johs. Auffahrt und Heinrich Quehl auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienstführung, mit Wirkung vom 1. October 1886 an, am 25. Septbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule ^v^^rbach Adam Storck aus sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. October 1886 an, am 5. Octbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Eichloch Ludwig Bassing auf sein Nachsuchen, an dems. Tage wurde der Schullehrer an der Volksschule zu Darmstadt Ädam Wißmann auf sein Nachsuchen, unter 4QQ£? nun^ ^tner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 16. October 1886 an, am 12. Octbr. wurde der Schullehrer an der israelitischen Schule zu Grebenau Salomon Lehr auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner lang- rährigen treuen Dienste, an dems. Tage wurde der zweite Unioersttätsdiener bei der Landes-Universität Johs. Sippel auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundhell, am 15. Octbr. wurde der Schullehrer an der Ge- metndefchule zu Haisterbach Georg Heinrich Hotz auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. November 1886 an, am 10. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Niedcr-Jngelheim Peter Anton Nahm auf sein Nach- suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, am 12. Novbr. rouroe der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Heppenheim Peter Anton MUller auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, * • drovbr. wurde der Gehülfe bei dem Kreisamt Bingen Johann Baptist Lautenbach, mrt Wirkung vom 1. December an bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, am 4. Decbr. wurde der Sprachlehrer an der Gemeindeschule zu Bad Nauheim Franz Knoll auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Decem- । Dec an , an dems. Tage wurde der Schullehrer an der kath. Schule zu Nieder- Saulheim Jakob Schlösser auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. December an, an dems. Tage wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bersrod Wilhelm Deines auf fein Nachsuchen, in den Ruhestand versetzt. 10. Concurrenzeröffnungen: n „ Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Maulbach. Die eoang. Psarr- e öu Fürfeld. Die zweite evang. Pfarrstelle zu Offenbach. Das Präfentattonsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Fürsten zu Dsenburg - Birstein zu. 4)ie mit einem evang. Lehrer zu besetzende fünfte Lehrerstelle an der Gemeinde- Icgule zu Büdingen mit einem Gehalt von 900 «X Dem Herrn Fürsten zu ’ ! Dsenburg und Büdingen in Büdingen steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bersrod mit einem Gehalt von 900 «X Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder - Wöllstadt mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 — 1000 JL Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Gemeinderath zu Nieder-Wöllstadt steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiten-Gesäß mit einem Gehalt oon 900 Dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu der Stelle zu. Die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hering mit einem Gehalt oon 900 JL. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. 11. Sterbefälle: Gestorben sind: Arn 21. Septbr. 1886 der Schullehrer Adam Wegerich zu Hausen, im Kreise Offenbach; am 23. Septbr. der Präsident der Ober- Rechnungskammer Georg August Hahn; am 25. Septbr. der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Königstädten Johs. Stier; am 26. Septbr. der Pfand- meister i. P. Ludwig Karl Nungässer zu Nieder-Jngelheim; am 5. Octbr. der Landgerichtsdiener i. P. Johann Peter Frohnhäuser zu Darmstadt; am 7. Octbr. der Museumsassistent i. P. Ludwig Weber; am 11. Octbr. der evang. Pfarrer Gustav Drescher zu Armsheim; am 12. Octbr. der Gefangenaufseher i. P. Gg. Ebert zu Rockenberg; am 14. Octbr. der Hauptmann i. P. gerb. Venator zu Offenbach a. M.; am 23. Octbr. der Rath bei der Brandversicherungs- Commission, Oberrechnungsrath i. P. Back6; am 4. Novbr. der Calculator bei den Oberhessischen Eisenbahnen Ludwig Bastert zu Gießen; an dems. Tage der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Zwingenberg Georg Weber; an dems. Tage der Rheinbrückenwärter i. P. Georg Beitsch zu Mainz; am 5. Novbr. der Werkmeister Johann Wilhelm Storch zu Bad Nauheim; am 8. Novbr. der Hofstall-Portier i. P. Balthasar Zerfaß; am 13. Novbr. der Steueraufseher Meides zu Worms; am 16. Novbr. der Schullehrer Adam Orschied zu Siefersheim; am 17. Novbr. der Hofkapellmeister i. P. Louis Schlösser; am 19. Novbr. der Gymnasiallehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt Dr. Ludwig Walther; am 28. Novbr. der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Okarben Jacob Werner; am 16. Decbr. der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Groß-Bieberau Johann Philipp Reinheimer. Darmstadt, 8. Januar. Seitens des Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen ist nachstehende Proposition an die zweite Kammer der Stände gelangt: „In der Sitzung des Eisenbahnbeiraths am 9. September v. I. ist die Beschleunigung des Zuges 4 der Oberhessischen Bahn, welcher nach dem bestehenden Fahrplan um l30 Nachmittags in Gießen von Fulda eintrifft, zur Erreichung des Anschlusses an den um l21 von Gießen nach Kassel und über Nordhausen nach Berlin abgehenden Schnellzug in Anregung gebracht und Erwägung, ob dem Wunsche willfahrt werden könne, zugesagt worden. Die nun abgeschlossenen Ermittelungen haben ergeben, daß die Erreichung des gedachten Anschlusses nur durch Trennung der Personenbeförderung von der Güterbeförderung bei Zug 4 ab Station Grünberg zu ermöglichen ist. Wenn nun auch eine solche Hebung der Personenfrequenz durch diese Maßnahme nicht erwartet werden ran», welche die mit derselben verbundenen Mehrkosten von ca. 8000 JL jährlich aus- aletdjt, so würde doch der Uebelstand seine Beseitigung finden, daß bei Ankunft des jetzigen gemischten Zuges 4 auf Station Gießen die Personenwagen selten bis an den Ausstetgeperron herangebracht werden können, wodurch das Aussteigen der Reisenden unbequem und nicht ungefährlich wird, und daraus häufig Anlaß zu Klagen entspringt. Im Interesse der den Anschluß an den nächsten Schnellzug der Nachbarbahn suchenden Reisenden wurde die gleiche Fahrplanordnung bei Zug 15 auf der Linie Gießen- Gelnhausen statuirt und dürste deßhalb auch aus diesem Grunde hier nicht vorenthalten werden können. Die Durchführung derselben ist aber auch hier in der bezeichneten Kostengrenze für die Dauer nur thunlich, wenn der ab Grünberg voraus zu führende leichte Personenzug mit leichten im Ankauf und im Betrieb billigen Maschinen, wie solche auf der Linie Gteßen-Gelnhausen zur Beförderung der Personenzüge im Dienst sind, befördert werden kann. Hierzu reicht aber der Bestand an solchen Maschinen nicht aus, abgesehen davon, daß eine stärkere Indienststellung der Maschinen die Vermehrung des Maschinenparks rathlich und schließlich nothwendig erscheinen läßt. In der kommenden Finanzpertode hätte daher aus den vorliegenden Gründen eine Vermehrung der Maschinen ohnehin vorgesehen werden müssen. Um nun die gedachte Fahrplanänderung schon von dem nächsten Sommerfahrplan ab zur Durchführung bringen zu können, wird beabsichtigt, die nöthige Maschine jetzt schon zu beschaffen. Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs beehrt sich das unterzeichnete Ministerium, an die Stände des Großherzogthums, zunächst an die rweite Kammer, das Ansinnen zu richten: Die Zustimmung dahin zu ertheilen, daß die Mittel für die Beschaffung einer Locomorioe für den Dienst auf der Oberhessischen Bahn mit 20,500 JL aus den Überschüssen der laufenden Ftnanzperiode entnommen werden." »er»«, 8. Januar. Der Kaiser nahm Vormittags mehrere Vorträge entgegen, arbeitete dann längere Zeit mit v. Albedyll und empfing Nachmittag» den Grafen Peter Schuwaloff, Bruder des rusgfchen Botschafters. — Fürst und Fürstin Bismarck sind heute Abend von Frievrichsruhe hier eingetroffen. — Der heute erschienene Bericht der Militär-Commission bemerkt, daß die als vertraulich bezeichneten Mittheilungen nicht ausgenommen werden konnten. Die Regierungs-Vertreter hätten sich auf eine rein militärische Begründung be- schränkt, so daß ein näheres sachliches Eingehen auf die politische Lage nicht stattgefunden habe. Der Bericht stimmt sonst im Wesentlichen mit den bereits über die Commissions.Sitzungen veröffentlichten Referaten überein. Hervorzu- heben wäre noch die Aeußerung des Regierungs-Vertreters, wonach die Militär« Verwaltung gar nicht im Stande sei, nur auf ein Jahr Cadres zu bilden. Die Regierung könne nicht wohl in kürzerer Frist als in 7 Jahren zu den eventuellen Rückbildungen übergehen; eine einjährige Bewilligung fei gänzlich nutzlos. Berlin, 9. Januar. Heute Rocht schoß der Wachtposten vor der Kaserne de« Alexander-Regiments auf einen anscheinend betrunkenen Arbeiter, welcher Schimpfreden gegen den Wachtposten ausstieß und den wiederholten Haltrufen nicht Folge leistete. Der Arbeiter soll leicht verwundet sein und wurde alsbald verhaftet. Hesterreich. Wien, 8. Januar. Zu dem von der Budapester Corrsspondenz versandten Communiquö, worin die Regierung ausgefordert wird, von Mililärpro- viant größere Lieferungen an die galizische Grenze zu dirigiren, und welches nur einzelne hiesige Blätter veröffentlichten, bemerkt die „Reue Fr. Presse", daß dieses Communiquö sichtlich von keiner autoritativen Seite aurgshe. Die „Presse" bemerkt, der Herausgeber der genannten Correspondenz ging offenbar dabei auf eigene Faust vor. Ilrankreich. Paris, 8. Januar. Behufs Herstellung des Gleichgewichts im Budget beschloß der Ministerrath u. A., vorübergehend die Zuckersteuer im Jahre 1887 um 20 pCt. zu erhöhen und vom 1. September 1887 an die den Zuckerfabri- kanten bewilligte Prämie herabzusetzen. Reichstag. ... ., „ ,r . , E. R. Berlin, 8. Januar 1887. o Die Zweite Berathung des Etats des Reichsamts des Innern wurde fortgesetzt. Zur Errichtung eines physikalisch-technischen Reichsamts werden für Gebäude und Einrichtung 700 432 v*L gefordert. Ac x Die Commission schlägt vor, nur 100 000 Jh zu bewilligen, Abg. Schrader (dfr.) dagegen beantragt, eine Bewilligung von 325 000 jl auszusprechen ™ Abg. Schrader (dfr): Di- Errichtung der technischen Anstalt stehe in enger Verbindung mit der wissenschaftlichen Anstalt; eine Universität kann die dazu ersorder- lrchen Aufwendungen nicht machen. Finanzielle Bedenken dürfen an sich wichtige und dringliche Ausgaben nicht verhindern, wenn auch manchmal ein langsameres Temvo zweckmäßig sei. rin. Herkling (Ctr.) bekämpfte die Forderung, weil über die Zwecke des Instituts kerne Klarheit herrsche. Das Reich habe keine Verpflichtung, in dieser Aus- dehnung für ein wissenschaftliches Gebiet Aufwendungen zu machen, auf welchem Private seither die bedeutendsten Erfolge erzielten. Die Nolhwendigkeit einer staatlichen Centrali- satron der Wissenschaft ser nicht anzuerkennen. . (Socdem.) hält die Ausfüllung der Lücken der Erkenntnis auf naturwissenschaftlichem Gebiete dringend wünschenswerth. Dazu sei die Anstalt geeignet; darum sei seine Partei bereit, die ganze geforderte Summe zu bewilligen . Virchow (dfr.) glaubt nicht, daß die Anstalt irgend eine Landes- universität schädigen könne. Die Wissenschaft würde unter der Concurrenz der Anstalten nur gewinnen. Nicht nur ein nationales derartiges Institut empfehle sich, sondern em internationales, das sich später aus dem hier geforderten entwickeln könne, übernehme^° * wünsche, /aß Deutschland auch auf diesem Gebiete die Führung Staatsminister v. Goßler: Es sollen in dieser Anstalt die naturwissenschaft- lichen Formeln gefunden werden, die oann in Leben und Industrie übergehen. Die Anstalt - experimentelle Förderung der exakten Naturforschung und der Präcisionstechmk gehören durchaus zusammen. Die Normalaichungscommission Wissenschaft aus dem Auslande holen; Abg. Dr. Virchow hat mit Recht ausgefuhrt, wie^nothig eine Reichsanstalt auf diesem Gebiete, denn diese würde «anz Deutschland zu Gute kommen; jeder deutsche Forscher wird erkennen, daß solche Anstalt feine Thatigkeit fordern wird. (Lebhafter Beifall.) .. m Ibg. Kalle.(natlib.) beweist an einer Reihe von Experimenten, die er anführt, die Nothwendigkett der Bewilligung beider Abteilungen, die wiederum der Allgemetn- Die Reichsanstalt wird die Industrie fördern und deshalb darf «illein das Reich diese Angelegenheit in die Hand nehmen des Eentrul^s bemilligtz^ Vorschlag des Abg. Schrader gegen die Stimmen Es folgt die zweite Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes Bei dem Capitel: Consulat in St. Petersburg, 38 000 Jt, beklagt ™ Abg. Horwitz (dfr.) die Schwierigkeit der Vollstreckung von Gerichtserkentnissen in Rußland. Staatssekretär Gras BI s m a r ck verweist auf das Fehlen eines entsprechenden Vertrages; im Verkehr zwischen Rußland und Deutschland sei das Gleiche der Fall. Abg. Kayser (Socdem.) beantragt, die Forderung für die Beamten in den Schutzgebieten zu streichen, da nur die „fürstlichen Kaufleute' von den Colonien Nutzen hatten. Abg. Dr Bamberger (dfr.) will angesichts der wichtigen Verhandlungen der nächsten Tage keine Colonialdebatte Hervorrufen; er halte aber für seinen Theil ander Ansicht fest, daß die gegenwärtigen Versuche erfolglose sind. Meine Anschauung kommt aber nicht in Frage, wo es sich um die Solidarität der Staatsverwaltung handelt, wir muffen die Consequenz der Thatsachen ziehen und da Deutschland einmal Colonien eingerichtet hat, nun auch die Beamten bezahlen. Die Forderung wird bewilligt. _ Geforderte 60 000 JL zur Unterstützung deutscher Schulen im Auslande, deren Zahlung Abg. Dr. Windthorst in dieser Höhe nicht anerkennt, werden auf Befürwortung des Abg. v. Cuny bewilligt. Als Beihilfe zur Forderung der auf Erschließung Afrikas rc. gerichteten wissenschaftlichen Bestrebungen werden 150 000 JL gefordert. n r „,Abb- Dr. Virchow führt Beschwerde darüber, daß die verdienstvolle afrikanische Gesellschaft im verflossenen Jahre gar keine Fonds erhalten hat. Der Reisende Robert flegel ist gebrochenen Herzens gestorben, weil das Vaterland ihn in Stich gelassen. Was ist denn nun mit den 150 000 Jh des Vorjahres geschehen? Geh. Reg.-Rath Dr. Krauel: Die Rechnungen liegen noch nicht vor; es ist ledoch u. A. auf vorheriges Befragen der Afrikanischen Gesellschaft ein Postdampfer für Zwecke der Forschung gebaut worden. Die Position wird an die Budgetcommission verwiesen und danach der Rest des Etats erledigt. Nächste Sitzung Montag. Tagesordnung: Etat des Reichsschatzamts. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz - Bttreau. PariS, 9. Januar. Die Mitglieder der bulgarischen Deputation werden heule Vormittag von Flourens empfangen werden. — Wie es heißt, wird sich die Deputation Mittwoch oder Donnerstag nach Rom und von da nach Bukarest und Konstantinopel begeben. Ueber den heutigen Empfang der bulgarischen Deputation, welchem der Director der politischen Abtheilung im Ministerium des Auswärtigen, Charmes, beiwohnte, meldet die Agence Havas": Grekoff setzte Flourens die näheren Umstände der Bildung der bulgarischen Regierung auseinander, sowie die verschiedenen Phasen, welche sie durchgemacht habe und die gegenwärtigen Schwierigkeiten. Die Regierung verstehe ihre Lage, sowie dteienige Europas vollkommen und werde alle Concessionen machen, welche mit der Unabhängigkeit Bulgariens verträglich seien, um aus dieser Lage beraus- zukommen. Sie glaube indessen nicht, daß es möglich sei, die Candibatur des Fürsten von Mingrelien anrunehmen, da eine solche nicht die Stabilität und die Freiheit des Landes sichern würde, auf welche dieses ein Recht habe. Flourens erwiderte, er habe die Delegirten nur als Privatpersonen empfangen, da er ihnen in keiner Weise ein regelrechtes Mandat zubilligen könne. Bulgarien habe seine Unabhängigkeit in inneren Angelegenheiten, was aber die internationalen Beziehungen angehe, so habe die Pforte allein das Recht, im Namen Bulgariens zu sprechen. Er bedaure die mißliche Lage Bulgariens, aber er glaube, das beste Mittel, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden, wäre, den Wünschen Rußlands, dem Bulgarien seine Existenz verdanke. Rechnung zu tragen und diesem Interesse selbst einige Concessionen zu machen. Er (Flourens) könne sich über keine Candidatur aussprechen, das würde im gegenwärtigen Augenblicke verfrüht sein, es sei indessen vielleicht bedauerlich, daß die Regentschaft die Candidatur des Fürsten von Mingrelien absolut zurückweise, übrigens müsse Frankreich, welche Sympathien Bulgarien auch verdienen möge, es sich vor Allem an das allgemeine Interesse Europas, d. h. den Frieden anschließen, er könne daher nur empfehlen, möglichst schnelle und sichere Mittel zu ergreifen, um zu einer Lösung zu gelangen. — Seitens der Delegirten wurde erwidert, die bulgarische Regierung wünsche ebenfalls den Frieden Europas und deßhalb habe sie auf die Candidatur des Fürsten Alexander verzichtet, aber könne man nicht zwischen dem Fürsten Alexander und dem Fürsten von Mingrelien eine andere Combination finden? Könnten nicht die bet der Frage nicht interessirten Mächte eine solche ausfindig machen? Flourens entgegnete, keine Macht, mit Ausnahme der Pforte, könne dies; Frankreich habe bei der Frage keine besondere Rolle zu spielen, es könne nur diejenigen Lösungen begünstigen welche am meisten geeignet wären, von den Hauptinteressenten angenommen zu werden' Frankreichs einziges Ziel sei die Erhaltung des Friedens. s 9. Januar. Wie aus Suez vom heutigen Tage gemeldet wird, ist der Afrikareisende Junker an Bord des Dampfers „Dacca" aus Zanzibar dort eingetroffen. 0 „ .. Nrwyork, 9. Januar Das Bremer Vollschiff „Elisabeth", Capitän Halber- “m 22. November v. I. von Hamburg nach Baltimore abgegangen war rst bei Cap Henry während eines Orkans und dichten Schneesturms gestrandet 8wei Rettungsboote, welche zur Hilft abgegangen waren, nahmen die aus 15 Personen bestehende Mannschaft aus. Eine ungeheure Welle wars jedoch beide Rettungsboote um; die gesammte Mannschaft der „Elisabeth, sowie die aus 5 Personen bestehende ftäelynTsß 5totun0§boote ^tranken. Das Schiff ist wahrscheinlich ein voll- _ ' 10. Jwnuar. Im Kaufmännischen Verein hielt am Samstag Abend f Cr Cinen ? °rrU£er THema: „Sind die Kaufmännischen Vereine em Bedurfnitz und was sind alsdann ihre Ausgaben?" „Welche Thatsachen hemmen die Entwickelung der Kaufmännischen Vereine und was ist dagegen zu thun?" Hi. aufeerft Zahlreich erschienenen Zuhörern wurde den gediegenen und sachlichen Ausführungen lebhafter Beifall gezollt. Da der Vortrag auch für ein größere^ Publikum Interesse h«^" durfte, werden wir auf denselben zurückkommen. ™ L L10i Sanuar. Gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr wurde auf dem Oberhessischen Bahnhof in einem ®deife die Leiche des Wagenrevisors Rob. Hertwia iS>Cr lIngIucni$en roar vom Rumpfe getrennt und lag außer- eiwahrend der Körper in demselben lag. Wie das Unglück entstanden ist bis 1-tzt noch nicht ftstg-stellt. Der Verlebte, ein bereits bejahrter Mann,^ btnÄfet eine Frau und vier Kinder. ' 1-,uucuubi w e ^Uri, 10. Januar. Die diesjährigen Winterfestlichkeiten eröffnete die hiesige Rudergesellschaft mit ihrem 10jährigen Stiftungsfest am vergangenen Sonnabend in Stern s Garten und hat die Erwartungen der Theilnehmer weit übertroffen Der lchoue, große, in den Farben des Vereins decorirte mit Rudern und Pflanzen ausae- schmuckte Saal bot einen überaus festlichen Anblick dar. Der Vorsitzende des Vereins eröffnete die Rerhe der Toaste, woran sich theatralische Aufführungen, lebende Bilder komische ^^age rc. anschloffen. Von befreundeten Rudergesellschaften waren Ver- Uhrmacher zum Kaufe anbot, wurde in Folge dessen als Tbäter ermittelt und npftprn beanspruchen. Experimente aus dem Gebiete der Katalepsie mid der .vallucinationen, die oftmals stürmische Heiterkeit Hervorrufen füllen die Stunden der Sitzung aus. Wir hatten privatim Gelegenheit, in Zeugnisse von Pro- süpOsick un5cr önbcr^ des Physiologen Landois, Einblick zu erhalten, die sich mit größter Anerkennung über die Experimentatoren aussprechen. Beiläufig m ; T ^^winschaft eines Arztes und auf dessen Wunsch J Farbenblmdheit bei einem Individuum veranlaßte. Die Versetzung einer Katalepsie, m völlige Starrsucht des ganzen Körpers, die nicht nur an anderen Orten, sondern auch hier von Aerzten und Professoren als echt erkannt wurde .mit der nachfolgenden Erlösung aus diesem Zustande, verbunden mit Ausschaltung einzelner Korpertheile aus der Katalepsie, der Entdeckung Theo Böllerts, srappirend^ Vorzüglich an den gebildeten und denkenden Theil des Publikums richten wir die Aufforderung, sich recht zahlreich bei der heute Abend stattfindenden Soiröe einfinden zu wollen. Den beiden Experimentatoren wünschen wir von Herzen ein ausverkaustes Haus. 1. Vermischte». Darmstadt, 8. Januar. Heute Morgen gegen 6 Uhr versuchtL-der frühere -Pfandoerlether und Trödler Lepper sich mittels eines Revolvers zu erschießen. Er schoß sich in die Schläfe und ist die Verletzung absolut tödtlich. L. lebte von seiner Frau getrennt und hatte gegen diese einen öhescheidungsproceß angestrengt, Len er aber verloren hatte. Früher war derselbe Besitzer des berüchtigten Pfand- und Leihhauses, das aber mit dem Inkrafttreten der Wuchergesetze aufgehoben wurde. A Mainz, 7. Januar. Der Mainzer Carneoal hat heute seinen officiellen Anfang genommen. In der mit närrischen Emblemen reich gezierten „Stadthaie" fand heute Abend die erste Sitzung der „Narrhalla" statt. Wenngleich die vethetligung gegen das Vorjahr etwas abgenommen zu haben scheint, so strömten doch schon eine Stunde vor der Eröffnungszett die „Narren" aller Stände in Hellen Schaaren nach Ler Halle und waren die weiten Räume, als das ComilL um 7 Uhr 10 Minuten unter den Klängen des Narrhallamarsches seinen Einzug hielt, in dem unteren Theile bis auf den letzten Platz besetzt. Selbstredend fehlten unter den mit Kappe uud Stern geschmückten „Narren" auch die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, wie überhaupt die Spitzen der Gesellschaft nicht. Hoch oben an der Decke der Halle, wo 4?or zwei Jahren das bekannte Bürger-Bleistift (Stopfenzieher) und in dem letzten Lahre eine die Ueberschüsse der Narhallakasse darstellende Sparbüchse, beides in riesigen Dimensionen, prangte, hängt dieses Mal eine kleine Büchse, welche andeutet, daß die Ersparnisse verjubelt und man mit Rücksicht auf das nächstjährige Carnevalsjubtläum -sparsam zu Werke gehen müsse. In großen Buchstaben leuchten dem Eintretenden folgende zwei nicht mißzuverstehende Sprüche entgegen: „Wer nie betreten die Tribünen, Der darf ein schiefes Maul nicht ziehen!" mnd weiter: „Den Kritikus, den strengen, Soll bei Geburt man hängen!" Nach einer wohlgelungenen Eröffnungsscene und den üblichen Ansprachen der «sficiellen „Narren" folgten, unterbrochen von carnevalistischen Liedern, eine endlose :Reihe humoristischer Vorträge. In den verschiedensten Gestalten erschienen unsere hervorragendsten Carnevalsredner auf der Tribüne, um in satyrischer Form staatliche mnd locale Mißstände und Vorkommnisse schonungslos zu geißeln. Das Präsidium Führen in diesem Jahre abwechselnd drei Eomitömitglieder; heute Abend hatte Redacteur Jacoby die Leitung, der sich mit gewohnter Meisterschaft dieser schwierigen Arbeit entledigte. A Mainz, 9. Januar. Als ein besonderes Friedenssymptom wird man wohl schwerlich ansehen können, daß auf Anordnung der Geniedirektion nächster Tage die Thore, welche in einem Kriegsfälle dazu bestimmt sind, die beiderseitigen Zugänge zu Ler neuen Rheinbrücke abzuschließen, angeschlagen werden. Diese Thore, eiserne Gitter- ckhore, werden auf beiden Seiten der Brücke zwischen den als Erhebungslokale für Las Brückengeld dienende Pavillons eingesetzt und zwar auf jeder Seite in einer Ent- s-rnung von einem Meter zwtt Gittcrthore voreinander. Die Arbeiten haben vertra-s- zuführen"^ ®r6auer ier drucken, die Firma Holtzmann & Co. in Frankfurt aus- ... — Das Organ der hiesigen Militärbehörde, das „Mainzer Tageblatt" dcmentirt die von uns nach 5cm „Mainzer Journal" wicdergcgcbcne Nachricht von einem Wechsel m dem Mainzer Gouverneurposten mit dem Hinweis, daß von einem Ableben eines bekannt sei i,ermall0tn Gouverneurs überhaupt Niemand von der Familie etwas A ®om Rheine, 9. Januar. Am verflossenen Freitag ist der Steueramts- Assistent der Obereinnehmcrer Coblenz plötzlich verschwunden. Dem DurchMangenen Last gelegt"" 0elcbt ^at>en werden Unterschlagungen im Amte zur T-legraphifcher Schiffsbericht der „Red Star Linie" Antwerpen, mitgetheilt durch den Agenten Ehr. Wallenfels in Gießen. r, Newyork, 7. Januar. Der Postdampfer „Belgenland" der „RedStar Linie", welcher am 25. December von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier anae- kommen. Ocmbel unfc Verkehr. m Hube g. Januar. (Fruchtpreise.) Weizen X 17.00, Korn 1336 Gerste X 00 00 Hafer X 11.40, Erbsen X 14.00, Linsen X 06.00, Lein X 00.00* Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00. cm r*. T L * f u * * ,8. Januar. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter X 5.00—5.50, das Gescheid 10—0 X Eier das Hundert X 5.40—9.50, das St- /-10 4 Jöutter im Großen X 80.00—85.00, im Detail das Pfund X 1.10 bis t30 SBetfefraut per Stück 10-12 H, Rothkraut per Stück 20-25 X Kohlrabi Per 3—4^, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 X Kuh- u. Rindfleisch 45-60 X 65 ^4» Schweinefleisch 65—'75 Hammelfleisch 50—70 X 1 Ha^, ^ 0.80—1 50, 1 Huhn X 1.00—2.50, 1 Ente X 3.00—0.00, Gans Pfund 55—65^» 1 Taube 50—70 X Welsche X 10.00—12.00. . Kirchliche Anzeigen der evangel. Gemeinde. Montag, Abend 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinderschule, Markus Pfarrer llr Nalim 21 3Barum Gl-'chnisse? Das Wachsen des Samens, Vorrätig in allen Buch- und Musikalienhandlungen • FBUKtatSwKSUt für Klavier zu 4 Hand. Mk. 2,—; f. Violine 75 Pfg.; f. Klavier u. Violine Mk 0__ für Zither, bearb. von F. Gutmann Mk. 1,50. Verlag von P. J. Tonger, Köln.' d t n v n n 8 v n, Bt ti V 15 ir, T- iit g- tn m ilt itr it5 fit W •s- 01, ft ft itr ö(, & tDienttaa den 18. 3anuat, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Atzbach, Leihgesteruer Weg 9, die zur Hinterlassenschaft des Herrn Peter Hetz gehörigen Mobilien, als schönes Weißzeug und Bettwerk, Herren- und Frauenkleider, Küchengeräthe, Tische, Stühle, Sopha, Kommode, ein zweithüriger Kleiderschrank, Küchenschrank, Bettladen mit und ohne Sprungfederrnatrazze u. s. w., särnrntlich sehr gut erhalten, versteigert. _ Hoffmann, __________________Ortsgerichtsmann. Mittwoch den 12. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden in meiner Amtsstube gegen Baarzahlung versteigert: Sopha'S, Kommoden, 1 Glasschrank, 1 Tisch, 1 Nähmaschine, 1 Wecker, Bilder, Spiegel u. a. m. □04 Geißler, 281 Gerichtsvollzieher. Dienstag den 11. d. Mig., Nachmittags 2 Uhr, in der Louis Flett'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Wagen, 1 Hundewägelchen, 1 Parthie Lungsteine, 1 gr. messingbeschlagener Koffer, 1 Ladeneinrichtung, 2 Kleider-, 2 Küchenschränke, Sophas, Com- moden 2c. Gießen, den 10. Januar 1887. orm Engel, 279 Gerichtsvollzieher. -10 bis 15,000 Mark jeßcn hypothekarische Sicherheit auszu- eihen. Zu erfragen bei der Exp. d. Bl. Freitag den 14. Januar, Nachmittags 2 Uhr, 'sollen auf dahiesigem Ortsgericht die 'Grundstücke des Balthaser Speier von Witzrnar Flur XXXXVI/58 650 Mtr. Acker links am Badeburger Fußpfad, w XXXXVII/144 1631 Mtr. Wiese in der Lichtenau an der Grenze Meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Januar 1887. 188 Großh. Ortsgericht. Mütter. 97 Dienstag, 11. Januar, Nachrn. 2 Uhr, werden Neustadt 37 aus dem 'Nachlaß des Brieftr. Hanauer versteigert: Guter Kleiderschrank, Commode, Küchenschrank m. Glasaufsatz, ov. Tisch, Sopha u. ■ Stühle, Bettstellen, Bettwerk, Weißzeug, . Frauenkleider rc., Brennholz u. Kartoffeln t rc. I. A.: Müller, Ortsgerichtsmann. Allgemeiner Anzeiger. Aufforderung. Diejenigen Reclamanten, welche die ihnen pro 1886/87 bewilligten Steuererlässe noch nicht in Empfang genommen haben, wollen sich nunmehr zu diesem Zwecke persönlich auf unserem Bureau einfinden und die betr. Steuerzettel mitbringen. Großherzogliche Districts-Einnehmerei I. Cokes. Gegenwärtiger Preis in dem Gaswerk: Stückcokes..........Mk. —.95 Pr. Ctr., Nutzcokes, für Stubenheizung, zerkleinert „ 1.05 „ „ Der Transport an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Centnern und werden für denselben 25 Pfg. berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch kleinere Quan- titäten zugeschickt. ; 55 Städtisches Gaswerk Gietzen. bereitet 03 Sodener Mineral-Pastillen aus den L Salzender » -------- I; Quellen No. 3 und No. 18 in Bad Soden, unter Kontrolle des königl. Sanitätsrschs Herrn -Sl>r. Stöltzina. Dieselben sind mit großem stutzen anwendbar: bei allen chronischen DCatarrhen des Rachens, des Kehlkopfs und der Lungen; sie wirken in hobem Grade schleimlösend, erleichtern UllC|an und führen Hetlnna herbei. Aeußerst T hierdurch den oft so qualvollen wohlthatig ist ihr Einfluß bei den Sclwlrmsrlcs verschiedenen Catarrhen Tuberkulöser, b«i chronischen Catarrhen des Magens T und des Darms, die von Derstopftlng begleitet find; bei habitueller Leibcsverftopfung, f Hämorrhoiden, leichten Leberanschwellungen und ähnlichen Unterleib Störungen, die ein auf-^ losendes uniA^milb abführendes Verfahren erfordern. Sind solche Affectionen mit Lungen- Mondamin ■—B—MHIIII IWIMIÜIIIf!!» II Eingetragene Schutzmarke. 7806] zu allerlei Puddings Milchspeisen Fruchtgelees Sandtorten etc. Für Kinder und Kranke mit Milch gekocht speciell geeignet; erhöht die Verdaulichkeit der Milch. Auch zur Verdickung von Suppen, Cacao re. vortrefflich. Mondamin ist ein entöltes Maisproduct. Fabrik Brown & Polson, k. e. Hofl., London und Berlin O. In Colonial-, Delicatessen- und Droguen-Hdl. h 60 Pfg. pro engl. Pfd. [264 Außer meinem so beliebten Zell-Würzburger Bier habe von heute ab ein ausgezeichnetes Bockbier mit im Zapf und in Flaschen. 253 Hochachtungsvoll L. Feidel. Ieikgeßolenes. Hamburger Tisch- u. Delikatessen- Handlung Koch. ZTachf. empfiehlt heute und täglich eintreffend - Lebendfrische Schellfische u. Cabliau, diverse Flutz- und Seefische, frische Speekflundern, Räucheraal, «ieler Sprotten und Bücklinge, la. Räucherlachs, fst. marinirte Neunaugen und Aalbricken, Geleeaal, AnguUotti (fst. marinirten Aal), rnsstschen Caviar._________________ 282 Für Bälle empfiehlt in großer Auswahl: Spitzenstoffe, 120 brt., in allen Farben, v. 1,20«^ an, Volant-Spitzen, Spitzen in allen Farben, enorm billig, Spitzen-Reste, Rüschen, Bänder, Blumen, Handschuhe in allen Längen, 8 Knopf lang, von 50 an, Perlbesätze, in weiß, creme, rosa u. s. w. Billige Preise. Beste Qualitäten- Bob. Haas, 157_________Seltersweg 18. 61 Ein Haus an der Hauptstraße, in guter Geschäftslage, mit neuem Laden, billig bei 3000 X Anzahlung zu verkaufen. Dasselbe eignet sich vorzugsweise für einen Geschäftsmann, der neben dem Laden ein schönes helles Parterrezimmer als Werkstatt oder dergleichen bedarf. Off. 8ut> Nr. 99 bef die Exped. d. Bl Moll zu Ballkleidern empfehlen billigst Gefchw. Heerz^ 271___________Neuenweg 7._______ Geschäftsbücher von J. C. König & Ebhardt, Hannover, anerkannt bestes Fabrikat, empfiehlt zu Fabrikpreisen 177 H. Kühn. Verein der deutschen E. K. G. V. Probe: Dienstag den 11. Januar. ♦ Der Vorstand. 261 4> 262 u iiAntwerpenj empfehlen 284 Geschwe Peth Ncdaction: A. Scheyda. Druck und $ erlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 3: Yo 272 Ein Morgen Ackerland wirb zu mrethen gesucht. ______________Keßler, Pferdemetzger. oberhessische Wesslsschast für Ralur- unb Heilkunbe. Generalversammlung Mittwoch den 12. Januar, Abends 6 Uhr, in der kleinen Aula. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Rechnungsablage. Dortrag: Herr Prof. Dr. Fromme über die Blitzgefahr in Deutschland und besonders im Großherzogthum Hessen. 268 Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, daß unser geliebter Gatte und Vater Robert Hertwig, Wagenrevisor an der Gberhessischen Bahn, gestern Abend an der Eisenbahn verunglückte. Um stille Theilnahme ob dieses unersetzlichen Verlustes bitten Die trauernden Hinterbliebenen- Gießen, den 10. Januar 1887. n Beerdigung findet morgen, Dienstag Nachmittag um 2 Uhr vom Leichenhause auf dem Friedhöfe aus statt. 287 Dr. Schwarz, Rechtsanwalt. Ich wohne jetzt Sonnenstraste 1 (früher L. Mühlhaufen sehe Hof- raithe am Botanischen Garten). Xetmi® Atlctm» 62 Rollfuhr- und Speditionsgeschäft. Nachdem durch rechtskräftiges Urtheil des Ober- landeSgerichts zu Darmstadt vom IO. Rov. v. I. die Concursmaffe des August Pöscliel von hier schuldig erkannt worden ist anzuerkennen, daß fämmtliche Ausstände der von A. Pöscliel ver- Pöschel'schen Brauerei dahier dem Herrn Eduard Pöscliel zu Caffel als rechtmäßigem Inhaber derselben gehören, fordere ich hiermit alle Schuldner der gedachten Brauerei auf, an mich, als Generalbevollmächtigten des Herrn Ed. Pöscliel, binnen einer Woche die schuldigen Beträge zu berichtigen. Gießen, den 9. Januar 1887. Wermischle Anzeigen. 266 Ein SchLferhurrd entlaufen, Farbe roth, Mutterhund, ohne Schwanz. Gegen gute Belohnung abzugeben bei Schäfer Peter Heller in Niederwetz bei Wetzlar. 120 Ein Gymnasiast oder Realschüler kmm Kost und Wohnung bei einer anständigen Familie haben. * Wo ? sagt die Exped. d. Bl. " Nassauer Allerletzte Gewinnstellung vom 1. bis 15. Februar 1887. Es existiren in AUem nur noch 5000 Loose, denen 5000 Gewinne gegenüberstehen, jedes Loo? muß also unfehlbar mit Treffer gezogen werden. Hauptgewinne von ft. 50,000 «•. «• Niedrigster Treffer Mark 85.71. Bestellung auf ganze Loose exct flemften Treffer ä Mark 140 werden baldigst erbeten. Ausnahmsweise fönner auch Antbeittoose excl. kleinsten Treffer, V2 a Mk. 70, 1/t ä Mk. 35, % ä Mk. 18, Vis a Mk. 9, abgegeben weiden. ^pielplon, sowie Auskunft und nacb der Ziehung Liste gratis. 277 Moriz Stlebfl Sohne. BauksescBiaft, Frankfurt a. M. Dem bauenden Publikum Gießen's und der Umgegend erlaube ich mir die ergebene Mittheilung zu machen, daß ich mich an hiesigem Orte niedergelassen habe und mein Bureau sich in der Süd-Anlage Nr. 13 befindet. Gießen, den 9. Januar 1887. H. Oiesener, 260 Architekt. Haiiplagent gesucht. Eine solide gut eingeführte deutsche Feuerversicherungs-Gesellschaft sucht für Gießen und Umgegend einen gewandten ^aupiaecnien unter günstigen Bedingungen. Gesl. Offerten befördert die Annoncen-Expedition von Haasen- stein & Vogler in Frankfurt a. M. 8ud 8. 8. 527. 267 201 Ein Lehrling für ein Colonial- waaren-Geschäft wird gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. ~ Schneiderlehrling gesucht. _______W. Behrens, Lindenplatz 12. .150] Colporteure gegen hohe Pro- mfton gesucht. _ Wo? sagt die Exped. d. Bl. 204 In der Nähe der Aula ein Parterre-Zimmer zu vermiethcn. Nachmittags einzusehen. Ludwigsstraße 5, Süds eite. 75 Grünbergerstraße 14 ist der mittlere Stock nebst allem Zubehör, zu vermielhen und am 2. April zu beziehen. Näheres :m Hinterhaus 1. Stock. 241 Ein gut möbl. Zimmer sofort zu vermiethen- Bleichstraße 9, parterre. 207 Ein eleg. möbl. Zimmer ver- miethet Alb. Behrend, Marktstr. 32. ~237 Eine schöne Mansarden-Wohnung, o—4 Zimmer, an ruhige Leute zu oer; mretben. Seltersweg 20, 1. Stock .56] Wohnung, 1. Stock, 6 Zimmer mtt allem Zubehör, pr. 1. April zu ver- wlethen.__Ludwigsplatz 4. 79] Nebenhaus, Parterre, Logis, fünf Zimmer, Zubehör und allen Bequemlichkeiten, per April zu vermiethen. ___H* Becker, Süd-Anlage 7. 286 In meinem Hause, Seltersweg 71, ist der Eckladen mit Logis per Anfang Februar 1887 zu vermiethen. A. Keller. Iermietyungen. 274 Der I. und JL Stock, 8 und 7 Zimmer, meines neuen Hauses (Bleich- straße) ist zu vermiethen. H. Adami. 276 Ein Logis, 2 Zimmer mit Kabi- net. an ruhige Leute sofort oder später oermiethet Eduard Noll, Neustadt- 283 Ein Logis, 4 Zimmer mit'Cabinet und allen Bequemlichkeiten, zu vermiethen- ___________________________Bleichstraße 5. 162 Das von Frau Apotheker Lein- berger bewohnte Loyis, erster Stock, ist auf 1. April zu vermiethen. F. Hoffmann, Seltersweg 33. ymser Pastillen in plombirten SchacBiteln werden aus den echten Salzen Ä unserer Quellen dargestellt und Bind ein bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung Magenschwäche und Verdauungsstörung. 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