Nr. 262 Donnerstag d-n 10. November 1887. i öurcau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Vf. mit Bringerin. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHcil. Die diesjährigen Herbst-Control-Versarnrnlungen werden im Kreise Gießen wie folgt abgehalten werden: I. Im Bezirke -er I» Compagnie (Gießen). I) Zu Gießen am 14. November 1887, Vormittags, im Oswald'schen Garten $roar 8 *IJ>r für sammlliche Reservisten der Infanterie, um 9 Uhr für sämmtliche zur Dispofition der Truvventbelle und der Eriak. Behörden eMlafsenen Mannschaften aller Waffen, sowie sämmtliche Reservisten der übrigen Waffen und die am Schluffe näher bezeichneten Wehrleute 6 $ Sterfjer gehören die Orte: Annerod, Burkhardsfelden, Gießen (mit Schiffenberg und Herrnwald), Heuchelheim, Klein-Linden und Oppenrod. 2) 3» Lollar am 15. November 1887, Vormittags 9 Uhr, neben dem neuen Bahnhoksaebäude. Hierher gehören dw Orte: Mendorf a d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen (mit Heibertshausen), Großen-Buseck Lollar, Dtamzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d.^Lda., Trohe und Wieseck. B „ ®) 3« Grünberg am 15. November 1887, Nachmittags 12*/2 Uhr, an dem Bahnhofe. Hierher gehören die Orte: Allertshausen, Beltershain, Gellshausen, Göbelnrod, Grünberg (mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle Steinmühle ^attenrobjoarba^ (mit der Kolbenmühle und Sommermühle), Keffelbach (mit der Rabenau-schm K Änn,. 8 6 d'u^uhle, Georgenhammer Strellesmühle und Walkmühle), Lindenstruch, Londorf (mit der Rbltzenmuhle und Ziegelhutte), Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen (mll Appenbörnerhof), U. Im Bezirke der II. Comvagnie (Lich). ,. , ... .. 1) 3» Hungen am 12. November 1887, Vormittags 9'/, Uhr, am Friedhose. Hierher ^haren die Orte: Bellersheim, Bettenhausm, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen (mit Ringelshausen), Rodheim (mit Hof Graß), Röthges, Steinheirn, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. _. . 2) 3» Lich am 12. November 1887, Nachmittags 3*/4 Uhr, am Bahnhofe. Hierher gchorendie Orte: Albach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt (mit Arnsburg), Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden Grumngen, Hausen Hof-Gill, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich (mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen), Münster Nieder- Bessingen, Ober-Besstngen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg. j/«njier, jtieoer. Slanbes aller Äffen ,beftimnxtra ®tanbe sammlliche im betreffenden Bezirke wohnenden Offiziere und Mannschaften des Beurlaubten- m r Wtooff nn Ä welche zur Reserve gehören, zur Dispofition der Truppentheile beurlaubt oder BUt/a R •*! re entlassen find, sowie diejenigen der Landwehr angehörigen Mannschaften, welchen eine besondere Ordre gur GestÄung bei der Herbst-Control-Versammlung vom Bezirksfeldwebel zugegangen ist. Die Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen. । m ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche, welche von den betreffenden ‘ \er * re a u b'At sein muffen, spätestens 8 Tage vor den betreffenden Control-Versammlungen auf dem Dienstwege einaereickt werden. Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen 9 T bninvege eingereicht »--i-- ÄÄÄS'STftJ gww-w ta ,u (*«. °«d ... b.« Frhr. v. Röder, ____Oberst z. D. und Bezirks-Commandeur. Lehrer-Conferenr W1 3KOnta3 bCn U' 9?Oöem6er' 58°rmitta88 10 tz^ünb^-Lieder: 143. 123. «a ^ovber. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädlgst geruht: Am 8. Novbr. dem Rechtsanwalt Jastizrath Karl Diery zu Gießen das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst'Oroens Philipps des Großmüthigen m Anleihen. Berlin, 8. November. In allen Kreisen des Publikums haben die Wen Nachrichten über den Gesundheitszustand des Kronprinzen vom Standpunkte menschlicher Teilnahme, wie von dem der Erwägung der politischen Zukost aus eine tiefe Erregung hervorgerufen. Daß in solcher Zeit auch falsche Gerüchte entstehen, ist begreiflich. Dahin gehört die Behauptung, daß Professor Bergmann sich zur Abreise nach San Remo bereit halte oder auch schon abge- rsist sei, ferner daß Prinz Heinrich und die Erbprinzesfin Charlotte sich an das Krankenlager ihres Vaters begeben werden. Neue tatsächliche Meldungen über dtLS Befinden des Kronprinzen liegen im „Bert. Tagbl." vor, dessen in San Remo stationirter Correspondent offenbar von Dr. Mackenzie selbst informirt wird. Derselbe berichtet vom gestrigen Tage: Die erste weitere Extrahirung, welche Dr. Mackenzie heute Abe^d vor- Nirhmen wollte, wurde bis nach der Ankunft Prof. Schrötter's und Dr. Krause's Mfgeschoben, damit dieselben im Stande wären, selbst aus'» Genaueste den Za- fanb M Halses des Kronprinzen ungestört durch einen operativen Eingriff, mlcher Art auch immer, zu sehen, da durch den Aufschub eines oder zweier Tage keine weitere Gefahr entsteht. Freitag vor 8 Tagen war die Stimme des Kronprinzen fast unverschleiert, besser als jemals seit dem Beginn der Krankheit, beinahe völlig klar, abgesehen von einer schwächeren Heiserkeit. Der Kehlkopf Ich damals ganz befriedigend aus und zeigte nur eine ganz unbedeutende Con- gchion. Wenige Tage daraus wurde die Stimme verschleiert, die Schwellung vergrößerte fich etwas, der Kronprinz fühlte Unbehagen im Halse; alle diese Symptome deuteten zweifellos den Beginn einer neuen Wucherung oder eine neue Entzündung und Verdickung der Schleimhaut an. Wäre letzteres der Fall, dann würde noch immer Vtrchow's Analyse, daß die Wucherung gutartiger Natur sei, vielleicht zutreffend sein. Die den Kronprinzen begleitenden Aerzte riesen darum herbei, welcher auch gestern ankam und dessen erste Untersuchung das Resultat ergab, _ daß sofort augenscheinliche Besorgnisse gehegt wurden, so daß Mackenzie die sofortige Zuziehung anderer Specialtsten empfahl. Während nämlich die frühere Wucherung keine gefährlichen, charakteristischen Merkmale besaß, nach dem Augenscheine und der Analyse Virchow's gutartag war,- besitzt das jetzige Sprießen schon dem Augenscheine nach einen anderen Charakter, dessen genaue Natur nur durch mikroskopische Untersuchung festgestellt werden kann. Allein durch diese Beobachtung tritt nun die weitere Schwierigkeit ein, M es sehr ungewiß bleibt, ob Dr. Mackenzie wieder einen Theil behus» mikroskopischer Untersuchung extrahiren kann, weck eben die neue Sprießung so tief liegt. Mackenzie glaubt jedoch, er könne dies wahrscheinlich abermals thun. Zn diesem Falle wird aber wieder ein Aufschub von einigen Tagen nothwendig, bis Virchow's Gutachten über die extrahirten Partikel ankommt. Kann jedoch Dr. Mackenzie jetzt ein neues Stückchen nicht extrahiren, dann werden die Aerzte blos nach Besichtigung mittelst des Kehlkopfspiegels sich über die weitere Behandlung entscheiden müssen. Inzwischen erhält der Kronprinz lindernde Mittel und Eispillen. Dr. Mackenzie ist auf das Entschiedenste gegen jede Operation von Außen. Ich freue mich, melden zu können, daß der Zustand des Kronprinzen heute Abend viel besser ist als gestern; auch seine Stimme. Der Kronprinz ist heiter und unverändert guter Stimmung. Dr. Mackenzie theilte demselben genau den Stand der Krankheit mit. Virchow hat Ihrem Correspondenten gegenüber geäußert, daß noch kein Grund fei, die hoffnungsvolle Prognose aufzugeben. Die gegenwärtige lokale Geschwulst am Halse könne unmöglich in so kurzer Zeit die Folge eines neuen Gewächses sein an dem ergriffenen Theile, sondern werde wohl durch eins Entzündung entstanden sein. Diese Aeußerung hat aber Virchow gestern gethan, als noch nicht die positive Nachricht vorlag, daß es sich doch um eine neue Wucherung handelt und nicht um eine Entzündung. Man darf überhaupt nicht vergessen, daß Virchow den Kronprinzen nie selbst untersucht hat — das ist nicht sein Beruf — sondern nur die pathologische Struktur der von Mackenzie extrahirten Theile der Neubildung begutachtet hat. (Frkf. Ztg.) Telegraphische Depeschen. Wolff'S telrgr. Cor^esdondenr-Brrreatr. Darmstadt, 8. November. Se. Kgl. Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen, welcher Ihrer 'Majestät der Kaiserin in Coblenz einen Besuch abstattete, ist heute Nachmittag tu längerem Besuche der Großh. Familie hier eingctroffen. Berlin, 8. November. Se. Majestät der Kaiser stand Mittags auf und hörte die Vorträge Perponcher's und Albedyll's. — Das Landes - Oekonomie - Collegium sprach sich in seiner heutigen Sitzung dahin aus, die Beseitigung der kleinen Lokalwollmärkte sei anzustreben, die Provinztalmarkte seien beizubehalten. Eine Concentralton des Wollmarktes im Centralpunkte der Monarchie sei nicht zu empfehlen. Halte, 8. November. Der Professor der Theologie, Dr. Schlottmann, ist in vergangener Nacht gestorben. Leipzig, 8. November. Das Reichsgericht hob das von dem Danziger Landgerichte gegen 20 Soctalisten am 28. Mat gefällte Urtheil auf und verwies die Sache an das Landgericht Danzig zurück. Aachen, 8. November. Landrath Janßen (Centrum) hat sein Landtagsmandat für den zweiten Aachener Wahlkreis niedergelegt. Pari-, 8. November. Das Tribunal für Strafsachen setzte heute das Zeugenverhör tn der Angelegenheit Caffarel fort. Madame Limousin erklärt, Casfarel habe gewußt, daß sie für Vermittelung von Dekorationen Geldbelohnungen versprochen habe, was jedoch von keinem Zeugen bestätigt wird. Caffarel behauptet, er habe niemals auch nur einen Sou für eine derartige Sache genommen. — Bet der heutigen Beerdigung des ehemaligen Mitgliedes der Commune, Portier, waren mehrere Deputationen mit rothen Fahnen erschienen, welche die Polizei entfernte. Hierbei kam es zum Zusammenstöße, welcher mit der Verhaftung mehrerer Personen, darunter des Muntctpalraths Joffrtn, endete. Dublin, 8. November. Eine Bande Mondscheinler drang heute früh in die Wohnung emes Pächters in Ktrby bet Tralee ein, riß denselben aus seinem Bett und lödlete tbn durch Flintenschüsse in Gegenwart seiner Familie. Brüssel, 8. November. Senat. Der Justizmtnister theilte mit, die Regierung werde sich demnächst mit der Frage der Begnadigung der bei den letzten Arbetts- einstellungen Verurtheilten beschäftigen. Spezzia, 8. November. Das deutsche Schulgesckwader, bestehend aus Sr. M. Fregatten „Luetn", „Prinz Adalbert", „Gneisenau" und „Moltke", Geschwaderchef Contreadmiral v. Kall, ist hier eingetroffen. Chicago, 8. November. Die in der Zelle des zum Tode verurtheilten Anarchisten Lingg vorgefundenen Bomben bestanden aus mit dem stärksten Dynamit gefüllten Gasleitungsröhren. Lingg erhielt sie in einer Delicatessenbüchse mit doppeltem Boden. Es gilt für zweifellos, daß er das Gefängniß in die Luft sprengen wollte. Lokale-. Gießen, 9. November. Am gestrigen Tage feierte Herr Rechtsanwalt Justizrath Diery fein 50. Amtsjubiläum. An diesem Tage vor 50 Jahren wurde Herr Dtery als Gerichtsaccessist vereidigt. Von allen Setten wurden dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Se. Königl. Hoheit der Grotzherzog verlieh ihm das Ritterkreuz 1. Classe des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen. Se. Excellen; Staatsmmrster Finger sandte ein Glückwunschschreiben. Eine Deputation der hessischen Anwaliskammer, vertreten durch die Herren Rechtsanwälte Dr. Gutfleisch und Batst, überreichte eine Adresse, während die oberhessischen Rechtsanwälte durch die Herren Curtman, Dr. Reatz und Dr. Rosenberg ihren Glückwunsch darbrachten. Die Juristen- Facultät der Landes-Universität ernannte den Jubilar zum Ehrendoctor. Auch die Stadtverordneten-Versammlung, deren Mitglied Herr Diery lange Jahre gewesen, ließ ihren Gluckwunsch durch die Herren Beigeordneter Keller und Stadtverordneter Homberger darbringen. Das Landgericht, vertreten durch den Herrn Landgerichtspräsidenten Knorr und die Staatsanwaltschaft, vertreten durch den 1. Staatsanwalt Herrn Jockel, wie auch das Amtsgericht durch Herrn Oberamtsrichter Langsdorff, übermittelten dem Jubilar zu seinem Ehrentag die herzlichsten Glückwünsche. Möge demselben noch recht lange ein gesegneter Lebensabend beschieden sein. —e Gießen, 9. November. Im „Gewerbverein" hielt gestern Abend Herr Ingenieur B r o ck m a n n von Offenbach einen Vortrag über „die technische Verwendung flüssiger Kohlensäure und m Verbindung damit führte Herr Brockmann einige Experimente mittelst einer mrt flüssiger Kohlensäure gefüllten Flasche vor. Eingeführt durch Herrn Prof. Dr. Buchner, welcher in Verhinderung des Vorsitzenden des Gewerbvereins, des Herrn Geheime Rath vr. o. Ritgen, den Vorsitz übernommen, führte Herr Brockmann aus, daß schon in den zwanziger Jahren von Dawy und Faraday flüssige Gase hergestellt worden seien, Thilorier in Parts war der Erste, der einen Apparat erfand, nnt welchem es möglich war, in wenigen Augenblicken 1 Liter flüssiger Kohlensäure herzustellen. Die Anwendung des Apparates war nicht ganz ungefährlich und kamen verschiedene Unglucksfalle vor. Trotz der später von Stetterer in Wien con- struirten besseren Apparate blieb die Herstellung der flüssigen Gase eine Specialität, em Prroateigenthum der pysikalischen und chemischen Labaratorien, wo die Versuche ^näidjun0§fraft ausubten. Die erste wirklich industrielle Anwendung mit machte Dr. Raydt in Hannover, indem er das Gas zur Hebung ^ou Schiffm vorschlug und aelungene Versuche auf der Kaiserlichen Werft zu Kiel “ft: Die nächste Anwendung machte Friedrich Krupp in Essen, der die flüssige Kanonenfabrikation verwendete. Ausgedehnte Anwendung fand die IÄlt»s^Ä/Ensäure erfy- man gelernt hatte die an manchen Orten der Erde in zahllosen Mengen der Erde entströmende Kohlensäure direkt zu verwenden. Die- Vuhlt, comprimirt und gelangt in schmiedeeisernen Flaschen die Kohlensäure in den Flaschen einen Druck von 70 Atmo- ?u8ubt' Handhabung doch ganz ungefährlich, da die Flaschen auf 250 sind. Durch die verhaltnißmäßig billige Darstellung der flüssigen ^iaure findet dieselbe beim Bierausschank ausgedehnte Verwendung. Redner demonstrirt an einem von den Herren Fleischer und Mühlisch in Frankfurt zur Verfügung gestellten Apparat, wie derselbe neuerdings beim Bierausschank vielfach Verwendung findet. Die Flaschen dieser Apparate sind mit einem eigenen patentierten ;ziehen, .welches Redner näher erläutert. Der Vorthetl des Verzapfs mit em großer, Bier kann 4 Wochen lang im Anstich bleiben ohne zu ver- derben. Dabei ist der Verzapf mit Kohlensäure ein verhältnißmäßig billiger und wird vom Redner pro Hektoliter auf 40 Pf. veranschlagt Der Verlust der sonst hptm Bieroerzapf entsteht, beträgt 4—5 Liter pro Hektoliter; da beim Verzapf mit Koblen- saure der letzte ^ropfen gebraucht werden kann, würde sogar noch eine Ersparnis eintreten. Flüssige Kohlensäure findet ausgedehnte Anwendung in der Mineral- maüerMbrifation, Jie wird verwendet zu Feuerlöschzwecken, zur Fabrikation von Dnna mtt- Auch )um Betrieb von Maschinen kann flüssige Kohlensäure verwendet werden was Redner an einem kleinen Modellmaschinchen erläutert, das in Gang gesetzt wird' Neuerdings wird die flüssige Kohlensäure noch angewendet zur Eisfabrikation und zur Lederfabrikation; letzteres Verfahren ist noch im Werden 0 Z.^m Brockmann noch mittheilte, daß die flüssige Kohlensäure von gelblicher Farbe sei, sich übrigens auch in kleineren Röhren aufbewahr n lasse spricht er die Hoffnung aus, daß diese Erfindung, welche bisher nur als Kind in den Laboranten gediehen, sich mit der Zett mehr und mehr der Industrie dienstbar zeigen möge. Der Vortrag wurde von allen Anwesenden mit großer Befriedigung^ auf Genommen und dem Redner am- Schlüsse desselben der wohlverdiente Beifall gespendet Die wahrend der sich hieran anschließenden Diskussion aufgeworfene Frage, ob der oNläure-Apparat, wie er heute Abend vorgeführt und direct im Zapfraume mit dem Ausschank verbunden, als eine Bierpression zu betrachten sei, glaubte Redner im UniverfitätS-Chronik. — Der Unioer sitätsbibliothekar Dr. P. Schwenke in Kiel ist als Bibliotbekar an die Universität Göttingen berufen. — Dr. Landwehr, bisher Assistent an dem physiologischen Institut zu Würr- burg, Abtheilung für medicinische Chemie, nahm einen Ruf als Professor der Physiologie nach Santiago in Chile an und ist bereits abgereift. — Aus Halle, 4.November, schreibt man uns: An der theologischen Fakultät unserer Umoeifität hat vor Kurzem der erste evangelische Spanier seine Studien begonnen, nachdem derselbe auf dem vom Pastor Fliedner in Madrid gegründeten evangelifchen Gymnasium vorgebildet und auf der dortigen Universität den Grad eines Liceniiaten in den Wissenschaften erworben hat. — Das neuphilologische Fach an der Universität Heidelberg leidet schwer darunter, daß der hochverdiente Germanist und Romanist Karl Bartsch immer noch nicht im Stande ist, seine Thätigkeit wiederaufzunehmen. Geheimrath Bartsch erkrankte vor dem Jubiläum so bedenklich, daß an Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit noch nicht zu denken ist. — Einen weiteren Vertust erlitt die neuere Philologie durch die Berufung einer tüchtigen jüngeren Kraft nach auswärts. Von Ersatz oder hinreichender Aushilfe vernimmt man noch nichts. Kuno Fischer lieft in diesem Semester neuere deutsche Literatur seit Lessing, Meyer von Waldeck über Entwickelung des deutschen Dramas seit Lessing. Gegensatz zu anderen Autoritäten in Bayern verneinen zu müffen, da ja keine damu*. Bierleitung vorhanden sei, in welcher das unter Druck liegende Bier sich rasch^Si?! könne resp. an Gehalt verliere. Gerade die Kohlensäure conscroire das Bier und mn*, auf Wochen hinaus haltbar. Um bet den Anwesenden etwaige Vorurteile aeoen bi- Anwendung flüssiger Kohlensäure beim Bieroerzapf zu beseitigen, ließ Herr Br mann ein ihm gütigst zur Verfügung gestelltes Fäßchen Bier anzapfen, von welArm später ein Thcil unter Druck gestellt wurde, um am folgenden Vormittag als ‘VaT schoppen zu dienen. ü uy' Gießen, 9. November. Im Verlaufe der Nacht von Sonntag auf kamen verschiedene Prügel-Affairen mit zum Theil erheblicher Körperoerletzuna hiesiger Stadt vor. Auf dem Oswaldsgarten stach ein Arbeiter einem anderen mi? einem zerbrochenen Revolver aus Glas (die Industrie fertigt eben Schnapsbouteisl^ in Form eines Revolvers an) durch den Arm, so daß eine schwere Fleischwunde Der Thäter wurde zur Anzeige gebracht. entftand. — Auf der Bachgasse wurde ein älterer Mann von mehreren jungen Leuten Folge eines Wirthshausdisputs verfolgt und mit den Stöcken geschlagen so dak Mann zusammenbrach. Auch hier ist Anzeige erhoben. * B Ocr — In einer Wirtschaft der Kaplansgasse prügelte sich eine Anzahl junaer wobei einer einen erheblicheren Denkzettel erhielt. utc* — Gestern Nachmittag stahl ein fremdes Frauenzimmer auf der Schmitz'schen Bleiche eine Schürze. Von einem bortfelbft wohnenden Herrn hierbei ertavot wurde die Person einem Arbeiter der Bleiche übergeben, damit letzterer auf der fßolhei Anzeige erstatte. In der Nähe des Viehmarktplatzes brannte das Frauenzimmer durck und lief nach der Lahnstraße. Hier erwischte sie der Arbeiter wieder, wurde aber von einem daherkommenden Weichensteller verhindert, die sich wehrende Diebin fortiubrinaen indem ihm von dem Bahnbeamten mit einem Stock der Hinterkopf schwer verlern Gezen den Weichensteller ist Anzeige erhoben. De* nn. Darmstadt, 8. November. Nach fast zweijähriger Pause begannen heute Morgen 91/» Uhr unter dem Vorsitz des Oberstabsauditeurs Eigenbrodt die Verhandlungen der evangelischen Landes-Synode. Nachdem der Vorsitzende die Verhandlungen mit einem Gebet eingeleitet, fand die Verpflichtung der in die Synode neu gewävlten Mitglieder statt. Bei den nun folgenden Neuwahlen und zwar: eines Schriftführers wurde Psarrer Nitzert-Darmstadt, eines Mitgliedes zum 1. Ausschuß wurde Pfarrer Hagm und je 2 Mitgliedern des 2. und 3. Ausschusses wurden die Herren Hallwachs, Hof, Staubinger und Wahl mit fast Einstimmigkeit gewählt. Bei der darauffolgenden Ersatzwahl des Synodalausschusses wurde Dr. Rieger- Darmstadt gewählt. Nachdem noch die Verkündigung neuer Einlaufe stattgefunden und die Wahl- prufungs-Commission über die staltgehabten Wahlen zur Synode ihre zustimmenden Berichte abgegeben, trat dieselbe in die Perathung über die Vorlagen Großh. Ober- Consiftoriums bett, die Trennung der Gemeinde Lanzenhain der Pfarrei Engelrod und Zutheilung zur Pfarrei Herbstein. Die Synode beschließt die Abtrennung nach den Anträgen des Ausschusses gut zu heißen. Ferner beschließt dieselbe die Bildung einer evangelischen Filialgemein.be zu Bretzenheim, die Bildung einer Confessionsgemeinde zu Lorsch, sowie einer solchen zu Mombach nach den Anträgen des Ausschusses zu genehmigen. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. X Darmstadt, 8. November. Ausgehend von dem Aliceverein, Abteilung für Waisenpflege, findet morgen Abend im hiesigen Saalbau eine Wohlthätigkeits- Soiree statt, bet welcher auch Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog milwiiken wird. Es soll nämlich u. a. ein lebendes Bild gestellt werden: Friedrich Schiller lieft am Hofe des Erbprinzen von Hessen-Darmstadt den 1. Akt seines „Don Carlos" vor. Diesen Erbprinzen nun stellt unser Erbgroßherzog, den Schiller ein Urenkel des Dichters, der rm 2. Großh. Hess. Drag.-Rgt. (Leib-Drag.) Nr. 24 stehende Secondlieutenant v. Gleichen-Rußwurm dar. Die für diesen Abend zuständigen Billets waren schon gestern sämmtlich vergeben. — Unser Mozartcyclus ist glänzend verlaufen. Das Hos- theater war an jedem Abend ausverkauft. — Unsere Primadonna Fräulein Roth, welche bekanntlich wegen eines erlittenen Unfalls mehrere Monate der Bühne fern bleiben mußte, tritt heute Abend als „Santa" in Wagners „Der fliegende Holländer- zum ersten Male wieder vor unserem Publikum auf. In den Kreisen des letzteren hat man mannigfache Vorkehrungen getroffen, der beliebten Künstlerin einen enthufiastischen Empfang auf den weltbedeutenden Brettern zu bereiten. — Ein Lieutenant in Zittau ist dieser Tage zu einer Strafe von 8 Monaten Festungshaft und Zurückstellung in der Beförderung auf 10 Jahre verurteilt worden. Der junge Officier, der am Drillen der Mannschaft nach der Art der alten Zett besonderes Wohlgefallen fand, hatte kurz vor dem Ausmarsch zum Manöver den zu seiner persönlichen Bedienung fommanbirten Soldaten mit Stockschlägen übel zu- gerichtet, zwang ihn aber noch, daß er den Marsch in's Manöver mit vollem Gepäck antreten mußte. Der Soldat erkrankte und kam in ärztliche Pflege, wodurch die Mißhandlung zu Tage kam. Berlin, 5. November. In stark besuchter Versammlung der Gesellschaft für Erdkunde gab heute Abend Lieutenant Wißmann, von dem Vorsitzenden seierlichst begrüßt, eine eingehende Darstellung seiner letzten Durchquerung Afrikas. Seine Expedition bestand aus 1000 Köpfen, die wahrend der letzten Wochen der Reise fürchterlich unter Pocken, sowie wiederholten Kämpfen mit den Eingeborenen zu leiden hatten. Unter feinen Mitteilungen waren die bemerkenswertesten, daß sich feit seiner letzten vor vier Jahren gemachten Reise in jenen Dtstricten eine völlige Veränderung unter den dortigen Stämmen vollzogen. Während früher noch eine gewisse ursprüngliche Cultur dort geherrscht habe, sei dieselbe bereits unter den fortpflanzenden Eir^ Wirkungen der Entwickelung des Congostaates in raschem Hinsterben begriffen. Auch die Tauschmittel änderten sich theils; nicht mehr die Kaurimuschel, sondern europäische Gewehre und Pulver würden tief im Innern Afrikas von den Negerstämmen oer- langt, die noch keine Weißen sahen. In Verbindung damit breite sich ein scheußlicher Menschenhandel und Sklavenjagen aus, wie sie früher nicht bestanden. W-ßmänns Reiseroute ging auf Bastian's Rath von der Westküste Afrikas etwas südlich vom Congo aus, wandte sich zunächst nach dem Kassaistrom, verfolgte denselben rnehrett Grad nördlich, durchschnitt in nordöstlicher Richtung das Congobecken und wandte M dann, weil die Schwierigkeiten unübersteiglich wurden, nach Nrangwe, von wo aus die bekannten Wasserstraßen des ostafrikanischen Seengebiets erreicht wurden, die nach ocr Ostküste Afrikas führten. — fSchonet die Vögel!] Vor einigen Tagen wohnte in Cannes die KaiseM von Brasilien einem großen Feste bei. Die hohe Frau hielt einen einfachen Schtio- plattfächer in der Hand und eine der anwesenden Damen fragte die Kaiserin, warum Literarische-. riiftto bri^ttdk !?irl> Atdem etwa- bringe« !* kann von der ^hiPtp» I 5 schreitenden Zeitschrift .Universum-, welche ihre Feder auf allen ?nd die versteht mit Recht behauptet werden. Jetzt, wo die Tage kurz miLs e 2Iben^e lan9 slnd und man nach einer Lectüre sucht, welche uns die lanaen mn- bbemaniTC^C^ "Erkürzen soll, welchem anderen Journale vermöchten wir da wohl ^flmmTn^ÖCrfrsm . Vorzug zu ertheilen? Kann es etwas Angenehmeres für die aestat tes Ä gut redigtrtes mit schonen Vollbildern und Facsimile's aus- gellattetes Blatt, welches außer fesselnden unterhaltenden Novellen die neuesten bedeu- — d-"z nkh?n n C| leuille'onistisch behandelt und durch den Stift des Künstlers festhält SM« bieÄnnt 1 unterhaltend wirkt, sondern auch Her, und Geist erfrischend belehrt? Alle diese Vorzüge zeichnen im vollsten Maße das „Universum" aus, welches nach Vcr- Zierde "gereÄn^ wird^ °Iä ftatlH*er $anb »Kunden jeder Hausbibliothek zur besonderen sie nicht für ihre Fächer das farbenprächtige Gefieder verwende, das aus Brasilien in bie gonze Welt wandert. Lächelnd erwiderte die Kaiserin: „Auch ich liebe di- Herr" lichca Zedern, allein sie machen mir nur in einer einzigen Form Freude." Alles blickte siagend nach der hohen Frau, diese fugte hinzu: „Das Gefieder entzückt mich nur am Körper der kleinen Vogel, die luftig aus den Palmen und Bäumen meines Gartens umhcrsitcgen. Aber niemals könnte ich daran denken, ihnen den zarten Flaum zu rauben, um meine Facher damit zu zieren. 8 ° 8 »—a f®!e Martinsgans.j Sei willkommen, alter, ehrwürdiger Brauch — „Martinsgans", fe, gegrüßt besonders wenn Du fein zart und fett bist und auch das no'h.ge fluisige Zubehör nicht fehl, denn nicht nur Fische, auch Gänse wollen schwimmen! ®a,-/! * aud) der „Martinstrank" nach guter, alter Sitte üblich ist, denn St. Martin gilt als Schutzpatron der Trinker, weil Kaiser Maximus einit von ihm verlangt, er solle den Becher ihm credenzen - MobVr die Martinsgans" entstanden? - Es ist schon lange he?undbie’&djtenS i6„ hfun ‘ flnb verschieden. Die Legende erzählt, der heilige Martin (geb. 316, gcft. 400) bade, als man gekommen sei, um ihn zum Bischos zu wählen, sich im Gänleftall ver- ^sckl, wett er des Hoden Postens sich nicht werth befunden, aber das Geschnatter der wrnli JStH elnm Ausenthalt den Suchenden verrathen. Nach anderer Lesart indessen imirf ‘f” fTÜ6er,en Brauche kommen, am Martinstage, dem I I. November, der Gastlichkeit den sogenannten „Zehnten und Zinsen zu entrichten an Hühnern und m in- unb Musin“ h ’ * aWatt,int =tn gar wichtiger Zeitabschnitt für manches oSh » un'rUnt ?lanb ganj abgesehen von den mannigfachen Festlichkeiten und Lustbarkeiten und Klein, die es mit sich bringt, in Form von Martinsgans, Marftnswcin, Marttnsgeback, Martinsfeuer, Martinsiicht, Martinslieder, Martins- mannchen Martinsnacht mit Marttnsumzügen, Mummerei und Scherz. Dann auch etwas Anderes nichts weniger als Festliches, bringt Martini leider für die Hausftau und den Haushalt, nämlich: Umzug, Miethzins-Zahlung, Dtenstbotenwechsel^ weil es an manchen Orten ein „Ziel ist, d. h. eines der vier Quartale. — Außerdem aber concentrirt in vielen Gegenden die Haupt-Schlacktzeit sich um Martini, wie denn über- der November der eigentliche „Schlacht-Monat" ist! - Auch manchem aber- Zulun si^z. B!°äls°W-t?-r-Pr°ph?t: blcntn' alS £in Orakel für bie „Wolken um Martinitag Der Winter unbeständig werden mag!" Nun, warten wir s ruhig ab und lassen wir uns einstweilen lieber durch keine Wolken den Appetit verderben sur bte — Martinsgans! , ” einer Tuchfabrik in Forst hatte eine 21jährige Arbeiterin ihr Haar aufgelost, um es zu käinmen. Durch eine unvorsichtige Bewegung kommt sie mit den langen Flechten dem Treibriemen zu nahe, dieselben verwickeln sich darin, ein Ruck U?b bffo 0anjC Kopfhaut vom Rücken bis zu der Stirne ist dem armen Mädchen , ~ [Zreffenb] Gast zum Kellner, der ihm ein Glas Bier bringt, welches tttnfeH!")aUin Ö § cnt^alt: „Kellner, ich will mich nicht rasiren, ich will Bier Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) k T- Decken der Thiere.) Die Vorliebe vieler Thiere und insbesondere auck der Pferde für Zucker ist bekannt. Dies kann man sich namentlich bei der Aufzucht der mÄ" machen, es gibt kein besseres Mittel, um die Fohlen allmählich an die Menschen zu gewöhnen. 9hd)t genug aber kann davor gewarnt werden das Thier bet der Verabreichung des Zuckers zu necken, es ist bedauerlich, daß man dies doch so Dff mit ansehen muß. Mag ein Thier noch so intelligent sein, dazu reicht seine Vernunft doch nicht aus, die Steckerei zu begreifen. Galt ihm die Vera^eichung von äUnamientnd> bX*'hSs’ö'?' f° “srbn-!C‘neaflan.JS^uffaffung durch das Necken, wie es namentlich durch das Zeigen und öftere Zuruckzlehen des Zuckers ausgeübt wird verwirrt und der Zucker hört auf, ein Hilfsmittel bet der Aufzucht zu fein.8 ' Schwarze Seidenstoffe v. Mk. 1.25 bis 18.65^ p Met. (ca. 150 versch. Qual.) — Atlasse, Fallle Fran9aise, Moscovlte,’ Molree, Sicillenne, Ottoman, „Monopol“, Rhadames, Grenadlnes, Surah, Satin merveilleux, Satin Luxor, Damaste, Ripse, Taffete etc. — vers. roben- und stück- 5eir!^ Haus das Seidenfabrik-D6pöt Uennberc (K. u. K Hoflief.) Zurieh. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 7519 Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Donnerstag, den 10. November, Abends 8 Uhr, Festgottesdtenst lur V^Marii^n Lv)°hr'gen Geburtstages unseres großen Reformators Ur> Alcartrn Luther, Pfarrer Dr. Naumann. ^c. ®^eAn=c.^ch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß zu dem ffrtBn^n^rnrorOtjC§bl^t/ ro e S bcn orderen, geläutet wird; man wolle also beim Ertönen der Glocken nicht vor Feuer erschrecken, sondern sich zur Kirche laden lassen. Oderhksßsche Eisenbahnen. Mit Gültigkeit vom heutigen Tage ist dre Station Weisenau der Hessischen Ludwigs-Bahn in den Oberhessischen Güter- werkehr, zunächst für den Frachtstückgut- :und Wagenladungsoerkehr aufgenommen noorden- Nähere Auskunft ertheilen die »Güterexpeditionen. Gießen, den 4. November 1887. 88414 Großherzogliche Tirection. »Oessentliche Gläubiger- aussorderung. Forderungen und Ansprüche jeder 'Art an den Nachlaß des verstorbenen Kandwirths Heinrich Reitz II. in «Steinfurth sind — insoweit fie wicht bereit- bei den Hinterbliebenen in specifieirten Rechnungen angemeldet sind — Lei Meldung der Nichtberücksichtigung bei Regulirung des Nachlasses binnen Liner Woche bei unterzeichnetem Gellichte anzumelden. Bad-Nauheim, den 8. Novbr. 1887. Grsßh. Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 8420 Schütz. Verstrigerung. Montag den 14. und Dienstag den 13. November, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, werden in dem hiesigen Burghof aus dem Nachlasse des verstorbenen Wirths Vogel nachstehende Gegenstände als: 1 Pferd, 3 Kühe, 1 Rind, 2 Schweine, 12 Schafe und Lämmer, 90 Centner Heu, 30 Centner Grummet, 16 Fuder Stroh, 70 Malter Kartoffel, Kohlrabi, Dickwurz, 3 Wagen, Pflug und Egge, 1 Häckselmaschine, 1 Dickwurzmühle, 1 Kelter, verschiedene große Fässer, 1 Parthie Brennholz, mehrere Betten, Kleiderschränke, Kleidungsstücke und sonstiges Haus- geräthe versteigert. Am ersten Tage kommt das Vieh und am zweiten Tage die Hausgeräthe Mr Versteigerung. 'Staufenberg, am 8. Novbr. 1887. Der Bürgermeister: I L415 Vogel. ! vermischte Anzeigen. 8418 Ein orbentliches Mädchen mit guten Zeugnissen, bas Küche und Hausarbeit versteht, sucht sofort Stelle. Zu erfragen bei Vermiethfrau Müller. 8427 Ein nicht zu großer, gebrauchter Füllofen zu kaufen gesucht. __Marburgerstraße 24. Ruder Gesellschaft. Vereinslocal: Cafe Ebel. Donnerstag Abend 8V2 Uhr: Bortrag: „Styl und Schlag beim ___Wettrudern". [8430 8434 Ein Bursche für Oeconomie und Fütterung auf Weihnachten zu miethen gesucht. Chr. Hanbach I. S3S »1? 8164 gesucht von . । 8419 Alexander Mayer. 8392 Einen guten Arbeiter sucht I. Benner, Schuhmacher, Rittergasse 16. Die Beerdigung findet Freitag den 11. d. Mts., Mittags 1 Uhr, vom Sterbehause aus, statt. 8435 Allgemeiner Anzeiger. Staufenberger Burg-Restauration empfiehlt ihre guten Speisen sowie bestes Bier. Jetzt leicht erreichbar mit Localzug 1 Uhr 40 Minuten ab Gießen 8417 und 1 Uhr 55 Min. in Lollar. Tanz-Unterhaltung des Kranken-Mtersliitzungs-Bundes d. Schneider im Saale des Cafe Leib, am 12. November 1887. Karten ä 1 sind an der Kaffe und bei Herrn Alb old (zum kühlen Grund) zu haben. Ziehung 2ter Serie vom 17.-20. December b. I. 3000 Gewinne i M. von 150,000 Mark Erster Hauptgewinn i. W. v. 50,000 Muk t Mark. Preis des Looses Mark 1 Soofe sind in den allerorts durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben, sowie zu beziehen durch den [8289 __Vorstand der Ständigen Ausstellung in Weimar. Th. Geller, Gsstwirth nach kurzem Leiden in seinem 83. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Frankenbach, den 9. November 1887. Todes-Anzeige. Hiermit theilen wir allen Freunden und Bekannten mit, daß heute Morgen gegen 9 Uhr unser innigst geliebter Gatte, Vater und Großvater Anfang 8 Uhr. — Bier im Glas. _ Da* Comite. 8421] Guter Klavierunterricht für ».4♦*..-**♦ einen Knaben von 9 Jahren gewünscht. Off, in. Preisang. i. d-Exp. d-Bl- nrederlegen. I Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Maurermeisters u. Wirths Vogel dahier sind bei dem Unterzeichneten einzureichen. Staufenberg, am 7. Novbr. 1887. Der Bürgermeister: i 8416 Vogel. Ieilgeöotenes. Prachtvolle Schellfische, achte Moniikendamer Bratbüikinae eingetroffen bei 8432 ______C. G. Kleinhenn. E Spielkarten von Wüft, Stralsunder re. sogm. Gummikarten, abwaschbar, nicht theurer als gewöhnliche Spielkarten, sehr zu empfehlen, bei [8405 _____________alfer. __ 8425] 2 Harzer Kanarien-Roller, güte Schlager, billig abzug. Näh. Schulftr .5. Vermittlungen. 8412 Eine Mansarden-Wohnung an ruhige Leute per 15. Januar zu oermiethen. __ 8422] Südanlage 11 ist der dritte Stock vom 1- April 1888 ab zu oermiethen. ___Prof. Naumann. 8426 Ein kleines Logis zu oermiethen und sofort zu beziehen bei Th. Bogt. 8429] Lagerraum und ein kleines Logis 1 zu oermiethen Waüthorstraße 20. 8433 Ein kl. Laden n. Wohnung, Boden- kammer u. Keller pr. 1. Dec. bill. Marktstr. 7. Neuheiten in Besatzartikeln. rr PJüscIs, Krimmer, Pelz-, Feder-