Ar, LS7. Zweites Blatt. Sonntag den 10. Juli Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis ■'m- L 1L87. Schulstraße 7. Erscheint täglich nut Ausnahme be-ä Montags. T-'relS v erreljäbr^cb 2 Mark 20 Pf. nut Bringerlodn. _ >.-n.i, die Vozt bergen mcrteliäln lick 2 Marl 50 Pf. Amtlicher Theil. Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbranbes in der Wetterau. Gießen, am 5. Juli 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen en die Großher,oglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn. Bellersheim. Bettenhausen. Birklar. Dorf-Gill. Eber- stadt, Großen-Linden. Grüniugen, Holzheim, Hullgen. Inheiden. Klein-Linden, Langd, Lang-Gön», LangSdorf, Leihgestern Lich, Muschenheiw, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Rodheiw, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe. Sie werden, insoweit Sie noch im Mckstande sind, an baldige Einsendung der in unserem Ausschreiben vom 23. August 1880 — Anzeiger Nr. 201 — ,°rges4riebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der Spalte ,8emerfungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Cadavers nicht zu vergessen ist. Dr. Boekmann. Tabelle über die in der Gemeinde . . vom ... 18 ... bis ......18 . . . crepirten ober getöteten Thiere. Ord.- Nr. Monat Datum Namen der Besitzer Der crepirten oder getöbteten Thiere Gattung Ur Bemerkungen über Krankheit, wenn solche burch den Thierarzt sestgestellt ist, sowie über bie Art ber Beseitigung ber Cadaver. Die Flottenbefichtigung und Feier einer Vermehrung der österreichischen KneMotfe, welcher Kaiser Franz Joses dieser Tage in Pola anwohnte, erinnert P an die, Waffenbrüderschaft zur See, welche vor 23 Jahren, unter Admiral • hi k *6 Führung, bei Helgoland im Feuer bekräftigt wurde. Andererseits Wvt der „Schnäbele.Proceß", welcher in der abgelaufenen Woche vor dem in &W0 spielte, zu ernsten Gedanken Anlaß, weil dabei nicht 0.0s d.e Niedertracht des Hauptangeklagten Klein und seiner Helfershelfer zu trQt' ändern die französische Regierung in ihrem Eifer, die deutschen 93er# lyeivtgungsrnittel für Zwecke eines Angriffes auszuspioniren, und so jetzt schon gvn m"tenKrieg gegen uns zu führen, in greller Beleuchtung sichtbar wurde. > k m 5 ceß gab auch den belgischen Kammerverhandlungen über Wehrdienst und Maasbefestigung actuelle Bedeutung. König Leopold selbst hatte, zur Bürger- sprechend, den Ernst der Lage betont, welcher die äußerste Ausbietung er Wehrkräfte Belgiens erheischen können — er soll auch den päpstlichen Stuhl U i h^en, den Widerstand brechen zu Helsen, welchen die belgischen Klert- , ?n. oem Gesetz über den persönlichen Militärdienst aller Belgier entgegenstellten, n° ’° ist vie allgemeine Wehrpflicht im selben Sinne wie die Maasbesestigung - en; nämlich um bet einem möglichen sranzösijch.deutschen Conflict die Unabhängigkeit des Landes schützen zu können. Inder Schweiz, wo die Mittel nur zu einer relativ unbedeutenden ^Wrgung wichtigster Verkehrspunkte reichen, müssen die Bürger selbst sich als ha *1 k-r btlvaigen Invasion der Franzosen entgegenstellen, und dabei werden 15.7 Stichen zu betheiligen haben, welche jetzt in Frankfurt ihre Becher ’> es war also nicht ohne tieferen Sinn, wenn der Schweizer Dner ln Frankfurt an ihre historischen Schlacht# und Ehrentage erinnerte. ,.ur i.^^^^amentarische Gebiet blieb die Woche über wenig belebt; !=tiD6s h Kunstbuttergesetz gingen die Wogen der Discussion in der Presse Wochen - Ueberficht. Gießen, 9. Juli. Die Reise des Kaisers Wilhelm nach Ems und die Ankündigung Wfc baldigen Erscheinens in Gastein, sowie die günstigen Nachrichten über das Befinden der deutschen Kronprinzen strafen wieder einmal, in allgemein ersrevendec Weise, die boshaften Allarm-Nachrichten Lügen, welche von der französischen Presse fortwährend über den Gesundheitszustand unseres Kaisers und seines Sohnes verbreitet werden. Daß auch der 90jährige Herrscher noch an Allem, was das Herz des deutschen Mannes bewegt, lebhaften Antheil nimmt, das hat der patriotische Gruß bewiesen, von welchem die Ehrengabe Kaiser Wilhelms zu dem prächtig verlaufenden Deutschen Bundes- und Jubiläums- Schießen in Franksurt a. M. begleitet war. Die politische Bedeutung dieses Festes liegt einerseits in der ungetrübten Harmonie, mit welcher dort die Schützen aus Deutschlands Gauen sich in lauterer Vaterlandsliebe froh und friedlich zusammenfanden, noch mehr aber in der taktvollen und doch sehr nachdrücklichen Weise, wie man dort die Oesterreicher als Bundesgenossen begrüßte, und namentlich durch Dr. Miquel, der Gevanke der Waffenbrüderschaft Deutschlands und Oesterreichs gegen etwaige Kriegsstürme au» Ost und West, unter jubelndem Beifall von vielen Tausenden, und freudiger Zustimmung der Oester- reicher selbst, betont, auch in einer Drahtbotschast an Kaiser Franz Josef zum Ausdruck gebracht wurde. Das Unglück in Zug. Ein Specialberichterstatter der „N. Zur. Ztg." gibt unterm 6. Juli, 10 Uhr Vormittags, folgenden Bericht: Als um 7 Uhr die Hauptkataftrophe sich ereignete, trat zugleich eine heftige Springfluth ein; die Springwcllen erreichten eine Höhe von 3 bis 4 Metern. So gewaltig war diese SpringweÜe, daß in einer Entfernung von etwa 400 Meter drei neue eichene Pfähle, welche beim Dampfschiffstege zum Anbinden der Dampfer dienten, einfach geknickt wurden. Das Dampfboot, welches sich dort befand, wurde durch die Springfluth auf den Sand geworfen. , Wie war da Rettung möglich? Einige beherzte Männer bestiegen Kähne, um die Ertrinkenden zu rettekl oder wenigstens die Leichen an's Land zu bringen. Das Der badische Landtag wurde nach rascher Verständigung über das Branntweinsteuergefttz geschloffen. Im Osten Europas bereiten sich Dinge vor, die bald wieder weltgeschichtliche Umgestaltungen herbeiführen können. Rußland ist bei der Pforte wieder als Anwalt der Armenier aufgetreten, hat Reformen für deren Land gefordert und eine Armee von 50,000 Mann an der armenischen Grenze bereit gestellt. Die Unterzeichnung der egyptischen Convention mit England durch den Sultan wird das gespannte Verhältniß der Türkei zu Rußland sicher verschärfen. Eine neu entdeckte Nihilisten-Verschwörung und die Triumphreise des österreichischen Kronprinzen durch Galizien, wo er Polen und Ruthenen gleich herzlich begrüßte, sind wohl auch Vorgänge, welche den Czaren zur Action bringen könnten. Daß russische Truppen in Bochara eingedrungen seien, wie berichtet wurde, hat sich bis jetzt nicht bestätigt, aber den Unruhen in Afghanistan wird sich Rußland sicher nicht lange fern halten. Die egyptische Convention, welche nicht nur Rußland, sondern auch Frankreich gegen Großbritannien in Harnisch bringt, hat das englische Cabinet, wie es scheint, zu einer Verständigung mit Italien wegen dessen eventueller Teilnahme an der Besetzung Egyptens geführt. Fraryösische Blätter bekämpfen diese Idee heftig und wollen den Suezkanal lieber unter spanische Obhut gestellt sehen. Die Mitglieder der monarchischen Partei in Frankreich aber pilgerten in dieser Woche massenhaft nach der britischen Canalinsel Jeresey, wo der Graf von Paris seinen Getreuen Audienz gab. Es scheint, daß ein unruhiges Hervortreten des Radikalismus in Frankreich (etwa ein Aufruhr aus Anlaß des bevorstehenden Nationalfestes) plötzlich zur Königsproklamation führen kann, die in vielen Thellen Frankreichs vorbereitet zu sein scheint. Die französische Kammer hat die dreijährige Dienstzeit aller Franzosen votirt, obgleich mit der Verwirklichung des Gesetzes schwere Lasten verknüpft sind, die angesichts eines Dreimilliardenbudgets das an Geschäftskrisis laborirende Land immer tiefer in wirthschaftlichen Nothstand hinuntertreiben. Die Erbitterung über die schlechte Geschäftslage wird durch eine systematisch betriebene, stets frecher auftretende Deutschenhetze geäußert, welche ihren parlamentarischen Ausdruck in der Form eines Gesetzentwurfs über eine auf die Deutschen in Frankreich zu legende Mllitärsteuer fand. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat gegen diese ungerecht völkerrechtswidrige Maßregel schon in hochofficiöser Weise protestirt und wir werden ja sehen, wie weit die französische Kammer sich mit den rechtsverletzenden Deutschenhassern identificirt. Während alle Orleanisten sich der Russenfreundschaft und dem Deutschenhaß zuneigen, hat Prinz Viktor Napoleon mit feinem Oheim, dem Prinzen Amadeo von Italien, in Brüssel eine Unterredung gehabt. nunffvuttergesetz gingen die Wogen der Discufsion in der Press, niJ/ vch, da allem Anschein nach der Bunde-rath dasselbe in der den Aara- ient wünschenswerthen Fassung (Ausschluß der Mischbutter) annehmen wird. Dr. Overlach Neue holl. Vollhäringe empfiehlt 4990 3868 5159 J. Happel, jleujlaiit 49 1947 | beteiligt u. einen blendend ileisten leint erzeugt. Hreismrdaillr WeltauO. Antwerpen ISS. Bergmann &/C9 in Dresden? \eiye, Seife, welche alle | Haut- unr einig-, ketten, I Schlabach Nachfolger- Ludwigsplatz 4, W. Montanus, Mark ftraße 34. ä Stück 30 und 50 H bei ^08 C. F. Conrad, Mäusburg. DorBglichen Aet»feltceltt empfiehlt 502 I. Arnold, Brandgasse 6. Jeilgeöolenes. Ein vorzügl. Rattenpinscher dllltg abzugeben, r.ur weil Katzenfeind. An den Bahnhöfen 40. 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Rach der ersten Katastrophe um 4 Uhr hatte die Feuerwehr, welche sofort den Rettungs- und Sicherheitsdienst übernahm und dafür sorgte, daß die am meisten gefährdeten Häuser von den Bewohnern geräumt wurden, das Restaurant des Hotels Zürcherhof als Rettungslocal und ihr Hauptquartier dort eingerichtet. Schon waren alle Anordnungen für den Nachtdienst getroffen worden, als das Haus plötzlich zu wanken begann und so schnell versank, daß die Rettungsmannschaft selbst mit knapper Noth in eiligster Flucht ihr Leben retten konnte. Die Rettungsutensilien versanken spurlos. Die Scenen, welche sich bei der Hauptkatastrophe abspielten, sind unbeschreiblich. Die Mauern wankten wie bei einem Erdbeben; der Boden wich den Menschen unter den Füßen und in wilder Panik flüchtete sich Alles mit Aufwand aller Kräfte. Heute noch sieht man die Spuren der verzweifelten Flucht. Die fliehenden Menschen rissen die stärksten Gartenzäune und Eisengitter ein, welche sich ihnen auf der Flucht durch die verschiedenen Gärten entgegenstellten. Heute, da Alle, welche das Unglück miterlebten, von dem ersten betäubenden Schrecken noch wie gelähmt sind, vermag Niemand die fürchterlichen Scenen zu beschreiben, die sich abspielten. Die Menschen rannten wie besessen aus den Häusern, manche wurden ohnmächtig; wenige nur vermochten das Weinen zurückzuhalten. Nach allen Beschreibungen war die Katastrophe von einem fürchterlichen Dröhnen und Krachen, einem Knistern und Tosen begleitet, das Keiner, der es gehört, vergessen wird. Eine dunkle schwarze Staubwolke stieg über der Unglücksstätte auf, einige Augenblicke den unheilvollen Ort in einen dichten Schleier hüllend. Als man wiederzukehren und die Größe des Unheils abzumessen suchte, sah man nur zertrümmerte Dachgiebel, Balken, Bretter, Baumkronen aus dem trüben Wasser ragen. Heute gleicht die Stätte einem wüsten Sumpfe, in den man den Schutt niedergerissener Häuser geworfen hat. Zwischen den traurigen Trümmern schwimmen Heubündel und Gegenstände des täglichen Gebrauches. Die Stelle, welche im See'versank, hat zunächst am See, wo der Quai aufgeführt wurde, eine Breite von etwa 120 Meter; die Unglücksstätte hat sich nach dem Lande vqxbreitert, so daß sie sich wie ein Meereshafen ausnimmt; an der breitesten Stelle mag sie 150 Meter messen. Die Strecke, welche versunken ist, mißt vom ursprünglichen Rande des See's bis da, wohin jetzt die Wasser reichen, etwa 70 Meter. Vom Bahnhofe ist der Ort etwa 700 Meter entfernt. Der ganze umliegende Stadt- theil ist geräumt; die sogen. Vorstadt, eine Straße mit meistens alten Häusern, ist von Menschen verlassen. Da die Gefahr weiterer Nachstürze es nicht rathsam machte, die Häuser zu betreten, so wurden die Straßen abgesperrt. Den Bewohnern konnte natürlich nicht mehr gestattet werden, ihre Habe aus den mit Einsturz drohenden Wohnungen zu retten, da. sonst der Verlust weiterer Menschenleben zu befürchten gewesen wäre. Sofort wurde Mllitar aufgeboten, um die gefährdeten Orte abzusperren. Erst heute Vormittag 10 Uhr wurde bekannt gegeben, daß die Bewohner der verlastenen Häuser zurückkehren und ihre Hobe reiten dürfen, nachdem festgestellt ist wie wert sich der Einsturz noch erstrecken wird. Der Anblick der eidgenössischen Mann- fchaft rm Waffenrocke, welche in festem Tritt die Straßen durchschreitet und Posten aufstellt wrrkt auf die schwer geprüfte Bevölkerung sichtlich beruhigend und flößt ihr Zuversicht und Heftigkeit ein. Die ruhige Haltung der Truppen, der Bevölkerung und namentlich der unermüdlichen Feuerwehr von Zug ist bewunderungswürdig. Mit größter Lebensgefahr waren d:e Feuerwehrmänner während des gestrigen Nachmittags rmd der ganzen Nacht thätig. Mit Ruhe und Umsicht trifft der Gemeinderath von rftnc Anordnungen. Er hat dafür gesorgt, daß die vielen Hundert obdachlosen Menschen Unterkunft m der Caserne und an andern Orten finden und daß es ihnen ™ r? uothtgen Verpflegung nicht fehle. In der Caserne wird für die armen Menschen, denen ihr ganzes Besitztum buchstäblich im Erdboden versank, abgekocht und bereits hat ein Hilsscomit4 eine Proclamation erlassen und die Hilfe der Mit- Cldgenosten angerufen. 1 ! Irischer Zwiebelkuchen Montags, Mittwochs um Freitags, Vormittags 9 Uhr, bn । August Noll Vrokt. Arzt und Geburtshelfer, Special, Arzt fir F rauen- und Geschlechtskrankheiten Frankfurt a. SW e Stiftstraße 22. Sprechstunde täglich von 10 bis 1 uni * 3 bis 5 Uhr. Auswärts w. a. brieflich. 4453 ■J rt MU eener Finne», Ttiithe des /Xjj Gesichts RN und der Hände Buchen- und Tannen- Scheithosi tfi wieder abzugeben bei 5016 Hf Jung, Klein-Linden. Allgemeiner Anzeiger. Mobiliar-Versteigerung. -^^ntag den 11. und Di-nStag den 12 d. MtS., Nach- wlttagS 2 Uhr», werden die Mobilien aus dem Nachlaß der Frau Job. ras Wwe., Grünberger Straße 31, versteigert. Es kommen namentlich Mm Ausgebot: 2 SophaS, Stühle, Tische, Schränke, 1 Chiffonniere, Consolchen, Waschtische Bücherreale Nähmaschine „Singer", schöne Bilder, Etagere, Nauchservlce-Tlschchen, Sessel, ein zweithür. Kleider- und Weißzeua- schrank, fast neu; vollständige Betten mit Matratzen, goldene Broche und Ohrringe Standuhr kleines Badebüttchen, Küchenschrank, Küchen- und Haus- gerathe Herren- und Damenkleider, ein fast neues schwarzes Cachemir- und em seidenes Kleid, eleg. Mantel, Weißzeug, Geblld, Jllustr. Blätter, Flaschen, Waschgerathe rc. Sammtliche Gegenstände find gut erhalten. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Vogt. , Gegenstände können Montag Vormittag von 9 bis 11 Ubr besichtigt werden. Nach der Ansicht des Herrn Prof. Heim pntfMnS k r Folge einer Unterhöhlung des Bodens, sondern ?adurck nicht etwa n Rutschen kam. wie es bet dem Unglück in Horgen geschah' f ecf$lamm imZ hunderten uni) namentlich in neuester Zeit durch die Natur^.nh T S1™ Don Jatz- aufgefullte Terrain ruht auf unsicherem Seeschlmnm wenn nun ^"schenhaw geräth, so sinkt das Erdreich mit den Häusern, die es "'s Rutsch^ stch naturgemäß in einiger Entfernung vom Ufer im^See^eine Ausbons^ Un\e§ büö» grundes. Dies muß auch hier stattgefunden habenL er äb^Z Katastrophe die in einiger Entfernung vom Strande' im sL ÄL “? "ach welche unter der Wasserfläche gewöhnlich nicht sichtbar si^d vlöklill? „Pfähl!,, an die Oberfläche getrieben wurden. ' ' in die Höhe Uttö' .. Bei dem Rundgange unter Führung von Prof. Heim murh? rc i , Ne Unglucksstatte genau untersucht und — teilweise mit^Lebensaeiob? ^^reich Festigkeit geprüft. Die Erde senkt sich an einigen Orten tief nnh ßT ?uf feine Risse wie nach einem Erdbeben. Behutsam schreitet man bis n«C ten uni> grausigen Abgrundes. „Zurück!" ruft ein Feuerwehrmann mit lauter d«z wendet seine Schritte nach sicherm Ort und mit Recht. Denn ^aIb binsesturzten Häusern und prasselnd fallen neue Gebäudetheile nieber^ Tn bai Welch' trauriger Anblick! ’ Nach dem Erdbeben in Casamicciola sah es ungefähr so aus a b.olbes Haus; das zerrissene Dach neigt sich zum Falle; man sieht in i)ie eim einzelnen Stockwerke, da die Mauern und Wände auf einer Seite feM?» y'mmer bet versunken sind. Die Verwüstung ist namenlos. Da sieht man in einem ötn2m o&eren ©tocfmerfeä einen Militarrock und eine Militärmütze an der de L Der Wind streicht durch den offenen Raum, der Regen peitscht hinein unh belÄ!?rrocf/§ ^"ern i.st Winde. Dort steht noch eiffXifS, wo^geftern bie Ä1 nichts Boses ahnend, ihr Mittagsbrod aß. Auf dem halb zerfallenen Hauslatze in kläglichen Tönen miauend umher/ Ich rauf bem Stroh unter der Treppe lag der Haushund un? getreultch das halb zertrümmerte Gebäude; Alles hatte sich geflüchtet ak?r sU cx u elf Wachter, der feine Ahnung von dem Unheil hatte, hielt auf seinem Posten nua ar6t Im Huhnerftalle eingeschlossen gackern die Hühner; sie haben ib? - Morgeniutter heute nicht erhalten und in der allgemeinen Verwirrung denkt Mi stürmen kann IV°Ute bein H^se nähern, das jeden Augenblick versinken oder^^n- Die meisten Häuser nahe der Unglücksstätte zeigen Risse; manche Svalten daran gewohnt und achtete nicht auf diese unscheinbaren Vorboten de Unheils. Prof. Henn hat Anordnungen getroffen, welche es ermöglichen eine m., ^wegung^der gefährdeten Stellen vorher zu beobachten und so vielleicht neues UnH Die Bevölkerung von ganz Zug und der Umgebung drängt sich in den Strabo soweit sie nicht militärisch abgesperrt sind. Bei jedem Glockenschlag geht ein bunb die Leute, welche glauben, daß die Glocke neues Unglück verkünde Man iwJ ©rupfen schluchzender Kinder uni) weinender Weiber; keiner konnte 'bis ieht Schaden abmessen; weiß man doch noch nicht einmal, wie viele Menschenom-r grausige Katastrophe gefordert hat. ps-r die im Stern- Dampfmotor« für das Kleingcwer1 von Vr Pstkr- a: mit u- ohne DE kessel, sowie großm Dampfmaschinen on zu 100 Pfdkr, offene billigst ab Lager bei Aachener Dampfmotorem fabrik von Arndt&Mariclwf Aachen. [&» H. Rübsamen, Mäusburg 16 Prima Portland - Ecmcnk aus der Fabrik Ehr. Lothary Wwe. öt Co. in Weisenau bei Mainz, unter Garantie für Volumbeständigkeit, höchster Bindekraft, Reinheit rc. Lager in Gießen bei JSmil Fischbach Natürlich kohlensaures Mineralwasser btr ScSiwaliieinier Bailly-Quelle von medicinischen Autoritäten empföhle: per Krug 16 Pfennig. Leere Krüge werden per Stück zu 8 H retour genommen- Niederlage bei C. Roth, Lindenplatz, E. Moeser, Alicenftroß Submiffion. Mittwoch den 13. I MtS., Vormittags 11 Uhr, soll eine Lieferung von großen Felsblöcken, veranschlagt zu 1125 und das Einbauen derselben am Obermühlwehr, veranschlagt zu 425 Jt, mittelst Submission vergeben werden, wofür der Voranschlag und die Ueber- nahmsbedingungen auf dem Stadtbauamt zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 8. Juli 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 5186 Montag den 11. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen Gartfelv 27 zum Nachlaß der ver- storb. Frau Dr. Köhler gehörige Gegenstände, namentlich: eine Brandkiste von Nußbaumholz, 1 nnt. Schreibpult, 1 Glas- schrank, Kommoden, Kleiderschranke, Tische, .Sopha's, Stühle, Spiegel, Bett, stellen, Federbetten, Oeldruckbilder, Weißzeug und sonstiges Hausgeräth, 1 Regu- lateur, eine sehr gute Ziege und Lamm, versteigert werden. Aufträge nimmt entgegen 5161 3* * Rothenberger, Lindenplatz 8. 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