M. 107 Dienstag den 10. Mai 1887. Amts- und Anzkigkblatt für den Kreis Gießen. Burcanr Schulstraß- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. WKWNWZMWNkk G Deutschland. X Darmstadt, 7. Mai. [II. Kammer der ßanbftänbe.] Die Verhandlungen werben um 9 Uhr eröffnet und mit ber Berathung über bie Eingabe des Darmstädter Localoereins der allgemeinen Deutschen Kunstgenoffenschaft, betreffend Herstellung eines neuen Gebäudes zur Unterbringung der unter der Gesammtbezeichnung des Großh. Museums begriffenen Kunstsammlungen, fortgesetzt. Hierzu sind noch ferner zur Discujsion gestellt: / 1. Die Eingabe des Ausschusses des historischen Vereins für das Großherzog- thum Hessen, betr. Errichtung eines Gebäudes für die Sammlungen des Großh. Museums, ferner: Der Antrag der Abgg. Heinzerling und Ohly auf Beseitigung der Mißstände, welche mit der bermaligen Unterbringung und Aufstellung der Kunst- und sonstigen Sammlungen im Großh. Residenzschlosse verbunden sind. Geh. Staatsrath Knorr gibt hierzu bie Erklärung dahin ab, daß eine von Großh. Regierung berufene Commission zur Prüfung dieser Frage sich mit derselben beschäftigt habe; dieselbe habe sich nun dahin ausgesprochen, daß die bermaligen , Räumlichkeiten zu ihrem Zweck burchaus unzweckmäßig seien unb baß diesem Uebelstand nur durch einen Neubau abgeholfen werden könne. Es habe sich nun eine Sub- commission gebildet, welche die Raumbedürfniffe prüfen werde und womöglich die Bauplatzfrage in Erwägung ziehen werde. Die Großh. Regierung habe aus verschiedenen Gründen Abstand genommen, dem gegenwärtigen Landtage noch eine Vorlage zu machen. Die Regierung stehe dem Antrag Heinzerling sympathisch gegenüber und werde dem Vorschläge ber Gesammt- Commission beistimmen. Abg. Tecklenburg regt hierbei noch bieFrage an, ob es nicht thunlich sei, bie Sammlungen unseres Museums häufiger zugänglich zu machen zum Nutzen unserer Gewerbetreibenden. Der Ausschuß beantragt, die Eingaben und den Antrag Ohly und Heinzerling für erledigt zu erklären und tritt die Kammer diesem Antrag einstimmig bei. Das Gesuch des Hautboisten 1. Classe i. P. Ernst Pullmann in Darmstadt um Bewilligung einer Vergütung wegen unverschuldeter Nichtverwendung im Civildienst, beschließt bie Kammer einstimmig für erledigt zu erklären und dem Bittsteller anheim- zugeben, sein Gesuch bei der zuständigen Militärbehörde vorzubringen. Hiernach folgen die Anträge ber Abgg. Haas, Arnold unb The obalb, sowie bas Gesuch des Stabtvorstandes zu Heppenheim, bie Subventionirung ber höheren Bürgerschulen baselbst aus Staatsmitteln betr. unb gibt ber Vertreter Großh. Regierung Geh. Staatsrath Knorr, bie Erklärung, daß nach Ansicht Großh. Negierung dem Bebürsniß nach höheren Schulen durch bie bereits bestehenden Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen zur Zeit in ausreichendem Maße genügt sei unb baß kettle Veranlassung vorliege, sich für bie gestellten Anträge auszusprechen. Auch der Ausschuß glaubt bem Hause vorschlagen zu sollen, nicht eher in bie Behandlung dieser Materie einzugehen, bis bie Großh. Regierung Bericht abgegeben habe über die Anträge Jöst unb Ulrich, bie Einführung allgemeiner obligatorischer Volksschulen und bie Uebemahme ber Kosten auf ben Staat betr., sowie über bcn Antrag Lantz unb Genossen beffelben Inhalts. Um nun einen gcschäftsorbnungs- mäßigen Abschluß herbeizuführen, beantragt ber Ausschuß ferner, bie gesummten Anträge für erlebigt zu erklären unb schließt sich bas Haus biefem Antrag an. Hinsichtlich ber Vorlage Gr. Ministeriums ber Finanzen über bie rechtliche Natur des Dienstverhältnisses ber dermalen vorhandenen zehn Brückenwärter an den fliegenden Brücken bei Oppenheim u. s. w., sowie des Antrages des Abg. Schröder auf widerrufliche Anstellung der Brückenwärter an ben fliegenben Brücken bei Oppenheim, Gernsheim unb Kostheim unb Aufnahme berfelben in bas Civilbiener-Jnstitut beschließt bie Kammer, ben Antrag Schröder für erledigt zu erklären, nachdem die Großh. Regierung noch die Erklärung abgegeben hat, daß sie damit einverstanden ist, daß den nunmehr widerruflich angestellten Brückenwärtern an den Ueberfahrten auch diejenige Dienstzeit angerechnet werden kann, während welcher sich dieselben auf Grund einer Verfügung der Oberbaudirection bezw. ber Ministerial-Abtheilung für Bauwesen bisher in diesem Dienst befunden haben. Sodann tritt bie Kammer in bie Berathung des Bach-Gesetzentwurfs unb gelangt hierbei bis zu Art. 4, welcher zu lebhafter Debatte Veranlassung bietet. Wegen vorgerückter Stunbe werben bie Verhandlungen abgebrochen. Dienstag Morgen Sitzung. Berlin, 7. Mai. Der Kaiser nahm heute Vormittag mehrere kurze Vorträge entgegen, conserirte bann längere Zeit mit Albedyll unb Caprivi, machte Nachmittags eine Spazierfahrt und empfing nach ber Rückkehr ben Prinzen Wilhelm. — Abgeordnetenhaus. Zweite Lesung der Vorlage über die Thellung mehrerer Kreise der Provinzen Westpreußen und Posen. Minister Puttkamer ergreift wiederholt das Wort und führt aus, die Vorlage sei eine rein politische und bezwecke die Ausrechterhaltung der Integrität Preußens gegenüber den immer weiter um sich greifenden polnischen Agitationen, die aus die Herstellung des Königreichs Polen abzielten. Der Minister widerlegt namentlich die Behauptung, daß die Polen 1815 gemachten Zusagen nicht gehalten; dieselben hatten zur ausgesprochenen Voraussetzung, daß die Polen gute Preußen seien und blieben. Das Haus genehmigte die Theilung resp. Neugestaltur g der Kreise Adelnau, Birnbaum, Fraustadt, Ltffa, Gostyn, Grätz und Neutomischl nach den Commissions-Beschlüssen. — Fortsetzung Montag. Dresden, 7. Mai. Soeben sand die Eröffnung der ersten internationalen Gartenbau - Ausstellung hier in Gegenwart des Königs und der Königin, des Hofes, der höchsten Militär- und Civil-Chargen, der Delegirten der ausländischen Regierungen und geladenen Ehrengäste, durch eine Rede des Oberbürgermeisters Dr. Stübel statt. Das Wetter ist prächtig. Hesterreich. Wien, 7. Mai. Die „Presse" meldet: Die österreichisch-ungarische Zollkonferenz wurde aus den 12. Mai einberufen, um die für die Durchführung der Zollnovelle erforderlichen Verordnungen festzustellen. Prag, 7. Mai. Der anläßlich des Jubelfeste» des Prager Turnverein» „Sokol" geplante Festzug wurde von der Polizeidirection verboten, Irankreich. Havre, 7. Mai. Bei der Eröffnung der maritimen Ausstellung hielt Goblet eine Rede, in der er hervorhob, daß namentlich unter der Republik sich große Fortschritte vollzogen hätten. Die dafür gemachten Ausgaben hätten zu fruchtbaren Resultaten geführt. Die Ausstellung in Havre sei eine neue Manifestation der wahren Gesinnungen Frankreichs, welches den Wunsch hege, in gutem Einvernehmen mit den andern Ländern zu leben und seine commercielle und industrielle Größe zur Entwickelung zu bringen. Diese Ausstellung möge den Weg bahnen für die Ausstellung von 1889. Ein Volk, welches von solchen Sorgen in Anspruch genommen sei, könne nicht in dem Verdacht stehen, als ob es Angriffspläne nähre. Ohne die Sorge für die Vertheidigung der Ehre und Würde außer Auge zu lassen, verfolge die Nation, indem sie sich jetzt an die andern Völker wende, den Zweck, sie zu Kämpfen auf dem Gebiete der Arbeit zu veranlassen und ihnen loyale Gastfreundschaft zu bieten. Man möge die Hoffnung hegen, daß dieser Rus Gehör finden werde. Italien. Rom, 7. Mai. Nach einem Telegramm des „Popolo Romano" aus Chieti wurde der zum Nuntius in München ernannte Erzbischof Ruffo Scilla durch eine imposante Kundgebung der Bevölkerung an der Abreise verhindert. Man spannte die Pferde des Wagens aus und geleitete den Bischof in da» Palais zurück. Zugleich wurde eine Depesche an den Papst abgesandt, worin er gebeten wird, Ruffo Scilla als Erzbischof von Chieti zu belassen. Spanien. Madrid, 7. Mai. Die Deputirtenkammer nahm mit 206 gegen 50 St. die Einführung der Geschworenengerichte an. Die Republikaner und die Reformpartei stimmten für, die Conservativen gegen die Vorlage. Rußland. Petersburg, 7. Mai. Ein Gesetz wurde promulgirt, wodurch der Einfuhrzoll aus Roheisen, Eisen, Stahl, Eisen- und Stahlfabrikate erhöht wird. Der Dornänenminister und Finanzminister find zugleich beauftragt worden, baldmöglichst eine Gesetzvorlage über Maßnahmen auszuarbeiten, welche in den westlichen Grenzgebieten zu treffen seien, damit dort der weiteren Entwickelung bestehender und der Gründung neuer Gußeisen-Schmelzereien und Eisenwerke, bie mit ausländischem Material und ausländischen Arbeitern arbeiten, vorgebeugt werde. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Corresporrdenz-Vurea«. Havre, 8. Mai. In einer Rede, welche ber Ministerpräsibent Goblet bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett hielt, sprach berfelbe ber öffentlichen Meinung, welche Die Regierung bei den jüngsten Zwischenfällen durch Klugheit unb patriotische Einigkeit unterstützt habe, seine Anerkennung aus; er hob hervor, wie Frankreich unter bem Einflüsse ber Freiheit sich ein neues Temperament angeeignet habe, in welchem Kaltblütigkeit unb Entschlossenheit jene Nervosität, jene etwas unftäte Hitze ersetzten, welche ben Franzosen häufig vorgeworfen worben fei. „Befestigen wir uns in biefem neuen Charakter, wir können es nöthig haben; bie Zeit ber Prüfungen ist vielleicht noch nicht vorüber. Wenn solche wieber über uns kommen sollten, so werden nicht wir es sein, die sie heraufbeschworen haben. Habe ich nöthig, zu wiederholen, daß Frankreich den Frieden will? Wenn die Völker jemals den Krieg wünschen könnten, so wäre das gewiß nicht ein Volk wie das unserige, welches in voller Umbildung begriffen, den lebhaften Wunsch hegt, seine Kraft unb Thätigkeit bafür einzusehen, um befinitio die Herrschaft der Demokratie zu begründen, indem es sich selbst in Frieden, Arbeit und Freiheit regiert. Aber wenn wir des Friedens bedürfen, wenn Niemand an unserem Willen zweifeln kann, ihn zu erhalten, so kann auch Niemand daran zweifeln, daß wir fest entschlossen sind, ihm weder unsere Rechte noch unsere Ehre zu opfern. Frankreich, das sich aus seinem Unglück erhoben, hat Vertrauen zu sich selbst gewonnen; weit entfernt, irgend ein Volk zu bedrohen, ist es bereit, freudig und in herzlicher Gegenseitigkeit die Sympathien anderer Völker anzunehmen." Frankreich würde, wenn es nöthig wäre, nicht weniger bereit fein, ungerechten Angriffen die Stirn zu bieten. Diese Haltung allein entspreche der Würde einer großen Nation und könne auch allein die Wohlthaten des Friedens verbürgen. „Weil wir annehmen konnten, daß dieses die einstimmige Meinung des Landes sei und weil wir das Herz von ganz Frankreich in Wallung gerathen sahen, so können wir, wie ich hoffe, heute ohne Hintergedanken und ohne neue Sorge die Beschäftigung mit unseren inneren Angelegenheiten wieder aufnehmen." Die Hauptschwierigkeit liege in der Spaltung der Republikaner. Es fei notbroenbig, gute Orbnung in ben Finanzen unb ein wirkliches Gleichgewicht im Bubget wieder herzustellen; bie letzten Bubgets feien nicht befriebtgenb gewesen, aber es würde nicht möglich sein, lediglich durch Ersparungen im Budget das Gleichgewicht zu erreichen, vielmehr erscheine eine Erhöhung gewisser Steuern notbwenbig. Havre, 8. Mai. Der Ministerpräsident Goblet unb der Handelsminister Lockroy, welche den Ministerpräsidenten hierher begleitet hatten, besichtigten im Laufe des Vormittags den Hafen und die Docks. Nachmittags 2Vi Uhr werden dieselben nach Paris zurückkehren. Havre, 8. Mai. Nach hier eingelaufener Nachricht ist das Packetboot „Eham- pagne" von der transatlantischen Gesellschaft, welches gestern früh nach Renmark^ausgelaufen war, auf der See um Mittag mit dem italienischen Schiffe „Dillederw zusammengestoßen und, da es seine Reise nicht fortsetzen konnte, ist es bei Aromancy auf den Strand gelaufen. Der Unfall war durch starken Nebel verursacht - Die Passagiere des „Champagne" wurden von dem englischen Dampfer autg unb sind gegen Morgen hier eingetroffen. Wie verlautet, waren bei de Z stoße etwa 20 italienische Arbeiter um's Leben gekommen. . .. t almmvaane" — Das bei Aromanche auf ben Stranb gelaufene Packet „ b P 0 hatte 900 italienische Auswanderer und gegen 100 andere Passagiere an -ooro. Der dem Zusammenstösse mit dem „Villederio" sollen 3 Matrosen und gegen 50 Auswanderer den Tod in den Wellen gefunden haben. Von den Passagieren und der Schiffsmannschaft des „Villederio" ist Niemand zu Schaden gekommen. Das Packetboot „Champagne" hofft man noch im Laufe des heutigen Tages wieder flott machen zu können. Havre, 8. Mai. Das heute Vormittag von Newyork hier eingetroffene Packetboot ,Bretagne" hat, wie dessen Passagiere mittheilen, gestern Abend 11 Uhr einen Zusammenstoß mit einem norwegischen Fahrzeuge gehabt; letzteres sank, seine Bemannung wurde gerettet. Univerfität- - Ghronik. — Nach dem „Franks. Journ." hat der Privatdoceut der Berliner Universität, Secundärarzt der königlichen Unioersitäts-Frauen-Klinik, Dr. Max Hofmeter, der seit der Erkrankung des Geh. Raths Schröder denselben in der Leitung obiger Anstalt vertrat, einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Gießen (als Nachfolger Kaltenbach's) erhalten und wird demselben bereits zum 11. Mat Folge leisten. Würzburg, 4. Mai. Mit dem heutigen Tage sind für das Sommersemester 1887 1055 Studtrende, darunter 214 neu, immatrikulirt. Es darf angenommen werden, daß die Frequenz in diesem Sommersemester hinter jener des Wintersemesters kaum I zurückbleiben wird. — In Berlin hielt Geheimer Medicinalrath Professor OlsHausen, der aus i Halle berufene Nachfolger Carl Schröder's, auf dem Lehrstuhl für Geburtshilfe und 5 Gynäkologie, seine erste klinische Vorlesung am 6. d. Mts. in der von ihm geleiteten ! Universitäts-Frauenklinik. Dr. Hofmeier, Prioatdocent und erster Assistent des j genannten Gynäkologen, macht durch Anschlag bekannt, daß er „durch besondere j Umstände" vorläufig verhindert sei, den im Vorlesungsverzeichnisse angekündigten Cursus über die Diagnostik und Therapie der Frauenkrankheiten mit praktischen Hebungen abzuhalten. Vermischtes. Friedberg, 5. Mai. Heute fand dahier in nächster Nähe des Oekonom ! Schleuning'schen Hauses ein Erdrutsch statt. In Folge dessen senkte sich das Pflaster vor dem Hause, das Wasserrohr brach und das Wasser ergoß sich unter dem Fundament in den Schleuning'schen Keller. Das Haus mußte schleunigst gesprießt werden, da ein I Einsturz desselben zu befürchten ist. Ob nun der Röhrenbruch den Erdrutsch oer- : ursachte oder letzterer vorausging und den Bruch veranlaßte, wird die Untersuchung } ergeben, die allerdings in diesem Falle recht schwierig sein dürfte. (O. A.) *— Am Neubau des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz in Berlin ereignete sich neulich ein entsetzlicher Unglücksfall. Die Gerüste, auf welchen man die Sandsteine hinaufzog, stürzten mit weithin vernehmbarem Krachen und dichtem Staubwirbel zusammen. Ein Steinmetz und ein Arbeiter, der vierzehn Kinder hat, stürzten mit den Brettern, Rüststangen und zwei großen Sandsteinen in die Tiefe, wo man sic mit zerschmetterten Gliedern vorfand. I △ Mainz, 8.Mai. Gestern Vormittag hatten BürgermeisterDr. Oechsner und die Belgeordneten Dr. Geyer, Reinach und Dr. Gaßner Audienz bei Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog, um denselben zu den bevorstehenden Hafenfeierlichkeiten ein- zuladen. Die Deputation erhielt nicht nur die Zusage, daß der Landesfürst der Hafeneinweihung anwohnen wird, sondern es wurde ihr noch in Aussicht gestellt, daß der Großherzog zu Beginn nächsten Monats für kurze Dauer mit seiner Familie hier seine Residenz aufschlagen werde. △ Mainz, 8. Mai. Nach Mittheilung Würzburger Blätter hat die dortige Handelskammer sich in ihrer jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, daß die Concession für die „Mainkette" auf die Strecke von Aschaffenburg nach Würzburg erweitert werde. • Dabei wurde constatirt, daß der Widerstand der bayerischen Regierung gegen das i Unternehmen aufgegeben, da man sich überzeugt, daß die befürchtete Concurrenz für \ die Staatsbahnen nicht eingetreten, refp. eine Transitoerkehrsvermehrung nach Oesterreich zur Geltung kommen werde. Dagegen sprach man sich gegen eine Theilconcession l bis Wertheim und Bamberg aus, weil die Actiengesellschaft „Mainkette" eine Zinsgarantie nicht verlange unb bei Aussicht der Rentabilität schon selbst die Ausdehnung der Kette bis möglichst in den Donau-Main-Canal vornehmen werde. △ Aus Rheinhessen, 8. Mai. Die Maikäfer zeigen sich dieses Jahr bei uns in solcher Menge, daß einzelne Gemeinden für das Einsammeln des gefräßigen Jnsects ziemliche Beträge zahlen. Jedenfalls verdient diese Maßnahme Nachahmung. Bei dem großen Gewitter vergangene Woche war der Bürgermeister von Ensheim in Gefahr, den Tod in den Wellen zu finden. Unermüdlich, seinen überschwemmten Gemeindeangehörigen zur Hilfe eilend, verließen den Wackeren, als er eben inmitten 5 der wachsenden Fluthen an dem Rettungswerke war, die Kräfte und sicher hätte derselbe in dem Wasser seinen Tod gefunden, wenn nicht im letzten Augenblick ein beherzter Bursche zu seiner Rettung herbeigeeilt wäre. [ Elberfeld, 5. Mai. Einen sprechenden Beitrag zur Arbeiterwohnungsfrage ! M großen Städten liefert die „Elberf. Ztg." durch die Mittheilung, daß gelegentlich 1 des heutigen großen Mai-Umzugstermins über vierhundert Arbeiterfamilien, die bis zur Mittagsstunde ihre alten Wohnungen geräumt haben mußten, noch ohne ein neues Hcrm sind, so daß die Armenverwaltung, um nur überhaupt ein Unterkommen für die Keule zu schaffen, zu Miethszinsbeihilfen im großen Stile sich entschlossen hat. Gebaut wurde im vorigen Jahre sehr viel und an Wohnungen mittleren und großen Umfanges ist kein Mangel, allein es fehlt an kleinen Wohnungen für die armen Leute. Auch in Nachbarstadt Barmen wird sehr über Wohnungsmangel geklagt und zwar scheint dort auch an mittleren Wohnungen kein Ueberfluß zu sein. Das Bureau der hiesigen städtischen Armenverwaltung wird überlaufen von augenblicklich obdachlosen Familien, welche die Unterstützung der Behörde zur Erlangung eines Unterkommens in Anspruch nehmen. München, 6. Mai. In einem neben dem Palais des Herzogs Max in der Ludwigsstraße gelegenen Hause, in welchem sich ein Mädchenpensionat befand, brach heute Abend ein größeres Feuer aus, welches die oberen Etagen des Hauses gänzlich zerstörte. Die Zöglinge des Mädchenpensionats wurden, wenn auch mit Lebensgefahr, Budapest, 7. Mai. In Nagykaroly sind 200 Häuser abgebrannt, darunter die Nebengebäude des Schlosses des Grafen Karolyi. Das Schloß selbst wurde mit äußerster Anstrengung gerettet. Wien, 7. Mai. In Eperites (Ungarn) hat ein Feuer hundert Häuser, darunter die meisten öffentlichen Gebäude, vernichtet. Viele Personen, namentlich Kinder, sind verbrannt. Telegraphischer Schiff-bericht der „Red Star Line" Antwerpen. New-York, 5. Mai. Der Postdampfer „Waelsland" der „Red Star- Line , welcher am 23. April von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen. chattdeL tmfr Vermehr. zr, n Grünberg, 7. Mai. (Fruchtpreise.) Weizen JL 18.50, Korn ** 14.20, Gerste JL 13.00, Hafer JC 11.00, Erbsen JL 14.40, Linsen v4t 00.00, Lein JL 00 00. Samen «4k 00.00, Kartoffeln 4.20, Wicken 00.00. Frankfurt, 7. Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter JC. 400—4.50, das Gescheid 6—10 H, Eier das Hundert JL 4.60—6.50, das St- 5—8 Butter int Großen JL 85.00—90.00, im Detail das Pfund „M 1.10 bis Weißkraut pcr Stück 20-25 H, Rothkraut per Stück 25-30 H, Kohlrabi 00-00 H, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-70 40—60 H, Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 50—70 H, 1 Habn <0.70-1.80, 1 Huhn X 1.00—2.50, 1 Ente 2.00—3.50, Gans Pfund *00-00A 1 Taube 35—60 Welsche JL 12.00—00.00. Mertoir der vereinigten Stadtthcater zu Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 10. Mai: Gastspiel des Herrn Sieglitz. Martha. (Plumget'' Herr Sieglitz.) Mittelpreise. Mittwoch den 11. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Czaar und Zimmermann. Außer Abonnement. Donnerstag den 12. Mai: Gastspiel des Herrn Sieglitz. Die luftigen Weiber von Windsor. (Fallstaff: Herr Sieglitz.) Mittelpreise. Freitag den 13. Mai geschlossen. Samstag den 14. Mai: Der fliegende Holländer. Mittelpreise. Sonntag den 15.Mai: AufBegehren: Nachmittags3VrUhr: Der Hofnarr. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Neu einstudirt: Hernani. Hierauf: Zum ersten Male: Der Teufel im Salon. Phantastisches Ballet-Divertiffement von Barrl. Mittelpreise. Gchauspielhaus. Dienstag den 10. Mai: Gastspiel des Herrn Schönfeld. Neu einstudirt: Viel Lärm um Nichts. (Benedict: Herr Schönfeld.) Große Preise. Mittwoch den 11. Mai: Gastspiel des Herrn Schönfeld. Fedora. (Jpanow: Herr Schönfeld.) Große Preise. Donnerstag den 12. Mai geschlossen. Freitag den 13. Mai: Nanon. Große Preise. Samstag den 14. Mai: Die Geierwally. Große Preise. Sonntag den 15. Mai: Doctor Klaus. Montag den 16. Mai: Zum ersten Male: 5 Akten von Emil Drach. Große Preise. Herzog Ullrich. Trauerspiel in Kirchliche Anzeigen der rosWel. Gemeinde. Heute, Montaa, Abends 8 Uhr, Bibelftunde in der Kleinkinderschnle, Markus Kap. 9, von VerS 14 an, die Heilung eines besessenen Knaben, Harrer Dr. Naumann. Allgemeiner Anzeiger. Das Neueste in Deutsche Lebens - Nerticherungs- Melffchast in Lübeck. Gegründet 1828. Vermögen Ende 1885: Mk. 32.699,415. Eine Vertretung unserer Gesellschaft für Gießen und Umgegend ist dem Herrrn J. I.Obermann in Gießen („Frankfurter Hof") über- tragen worben. Lübeck, im Mai 1887. Die Deutsche Lebens-Verstch -Gesellschaft in Lübeck. Der Director: Bernh» Sydow. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung gestatte ich mir, 18£8 ^richtete Gesellschaft zum Abschluß von Lebens-, Aussteuer-, Sparkaffen- unv Menten - Versicherungen A^EpMen, indem ich mich zugleich bereit erkläre, jede gewünschte nähere Auskunft zu ertherlen. Gießen, den 7. Mai 1887. 3668 J. LöbermaiiUf Haupt-Agent der Deutschen Lebens'Versicherungs'Gesellickast in Lübeck. Z« billigsten Preise« empfehle ich in jeder Preislage schon von 3 an Garnirte Dame«- und Mädchen.Güte, Strohhüle, Blume», Bänder, Spitzen. Eine Parthie Strohhüle in neuen Formen pr. Stück 60—80 S\. 134 Ph. Lilinger. Knöpfen, Kerl - Agrements, Perl-Garnituren, Schnallen, Spitzen empfiehlt zu sehr billigen Preisen 3663 Frledr. Teipel En groa. Markt B6. En detail. NB, Schneidern und Näherinnen gewähre Extra-Rabatt. Brauerei Klostermann. Hierdurch zur gefl. Kenntnißnahme, daß zum Empfang von Zahlungen nur allein Herr Emil Fischbach, Seltersweg 24 bevollmächtigt ist. Gießen, den 6. Mai 1887. 3569__Ant. Klostermann. Schweizer Stickereien vollständig ersetzend^^habe^^ich^von' nnem^der bW„ m SIM.„ 3153 J. Kaan jun., Kreuzplatz 10. Bekanntmachung. Nachdem mit Beginn des neuen Schuljahrs für die Beaufsichtigung der städtischen Volksschule Oberlehrer bestellt worden sind und zwar für die Stadtknabenschule Herr Hahn, für die Stadtmädchenschule Herr Fuhr, so gehen von nun an die Verrichtungen des seitherigen Schulinspectors Vigelius auf diese beiden über- Es ergeht darum an alle Eltern das Ersuchen, für bie Folge sich mit ihren Anliegen, Anfragen, Mittheilungen u. s. w. an die Herren Oberlehrer wenden zu wollen, und zwar an Herrn Hahn, wenn es sich um Knaben aus der Stadtschule und an Herrn Fuhr, wenn es sich um Schülerinnen der Stadtmädchenschule handelt; desgleichen ersuchen wir alle Behörden, gegebenen Falls mit den genannten Oberlehrern gefälligst in Benehmen treten zu wollen. Gießen, 2. Mai 1887. Der Vorsitzende des Schulvorstands Gießen. A. 23ramm. 3672 Aufforderung. Forderungen an den Nachlaß der Heinrich Braun WLttwe, Helene geb. Hopp, von Kesselbach sind Linnen 14 Tagen bei Meldung der Nichtberücksichtigung bei Regulirung der Verlasienjchast dahier anzumelden. Grünberg, den 7. Mai 1887. Großherzogliches Amtsgericht. Fritz. 3670 ■ Vergebung oon Erb- uni) Jliaurer. Arbeiten. Die Ausführung der weiteren Erd- und Maurerarbeiten zum Neubau einer Kreisstraste van Beuern nach Allertshausen soll auf dem : Bureau des Unterzeichneten Montag den 16. d. M., Vormittags 10 Uhr, loosweise im Wege schriftlicher Submission vergeben werden. A. Erdarbeiten, I. Loos, veranschl. zu 340,— IL „ „ „ 1422,40 „ HI , „ „ 2406,48 , IV. „ „ „ 120,— , B. Maurerarbeiten, I. Loos, veranschl. zu 580 II ft ft tr 384 „ Kostenvoranschlag und Bedingungen, sowie Pläne und Erdberechnung sind auf dem Bureau des Unterzeichneten einzusehen. Gießen, am 6. Mai 1887. Der Kreisingenieur: 3669 Gnauth. Eisenbahn Directionr-BeM Hannover. Sisenbahn-Betriebs-Amt Cassel (Main-Weser-Bahn). Die Gras- und Kleeerndte auf den Bahnböschungen der Strecke Gießen—Lang-Göns soll Montag den 16. Mai e. auf 3 Jahre öffentlich verpachtet werden. Die Verpachtung beginnt Nachmittags 121/2 Uhr auf dem Bahnhof zu Lang-Göns. 3671 Frankfurt a/M., den 7. Mai 1887. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection. Mgdvcrpachtuilg. Donnerstag den 12. Mai, Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus die Gemeindejagd in 3 Abteilungen, auf Liebhaber auch im Ganzen, auf sechs Jahre nochmals verpachtet werden. Ettingshausen, am 7. Mai 1887. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Launspach. 3666 Mittwoch den 10. Mai, Nachmittags 2 Uhr, in der Flett'schen Hofraithe dahier werden 1 Kuh, 2 Kleider-, 2 Küchenschränke, 1 Secretär, 2 Sopha's, 1 Nähmaschine, 1 Eonsol und sonstige Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 8. Mat 1887. Engel, 3688 Großh- Gerichtsvollzieher. UergeOung oon LhaiWmrlmlm. Die Ausführung der Ehaussir- arbeiten (ausschließlich Steinzerkleinerung) zum Neubau einer Kreis- straste von Bettenhausen nacd BellersheiM soll Mittwoch den 18. d. Mts., Vormittags 10V2 Ubr, auf dem Gemeindehaufe zu Bellersheim im Wege mündlicher Versteigerung vergeben werden: I. Loos, veranschlagt zu 720 II tf fl u 666 „ HI „ „ , 720 , Kostenvoranschlag und Bedingungen sind auf dem Bureau des Unterzeichneten, des Bezirksbauaufsehers Heine ck in Hungen und der Großh. Bürgermeisterei Bellersheim einzufehen. Gießen, am 8. Mai 1887. Der Kreisingenieur: 3690 Gnauth. Arbeitsdersteigerung. Mittwoch den 11. d. Mts., Nachmittags um 1 Uhr, soll im Gasthaus zum Schwanen dahier nachstehende Gemeindearbeit zur Ausführung in Accord vergeben werden: Pflasterarbeit am Weg nach Dau- bringen, veranschl. zu 420 Mk Lollar, den 7. Mai 1887. Großh. Bürgermeisterei Lollar. ____________Fuchs.________3667 Bau-, Nutz- und Brennholz- Versteigcrung im Licher Gemeindewald. Donnerstag den 12 Mai werden in den Distrikten Gänsweid, Mönchköpse, Oberspeierlingskopf u.f. w. versteigert: A. 10 Buchenstämme von 8,44 Fm. Inhalt, 47 Lindenstämme von 15,87 Fm. Inhalt, 56 Birkenstämme von 11,75 Fm Inhalt. B. ca. 8000 Buchen-Wellen. Die Zusammenkunft ist am Hatten- röder Vicinalweg vor dem Wald. Der Anfang ist in der Eifenkaute Vormittags 9 Uhr Lich, den 6. Mai 1887. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 3619 Aeilgeöolenes. Ein fehlerfreies, schönes Pferd, Wallach, dunkelbraun, etwa 8 Jahr alt, 1 Meter 68, zu jedem Gebrauch tüchtig, zu verkaufen. 3673 Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Mr Bauunternehmer! Eine Parthie Rüftftangen billig abzugeben. Näh- in der Exp- d. Bl. [3664 Strickdaumnwlle in den neuesten und courantesten Farben; weiße u- farbige Damen- und Kinderstrümpfe und Socken. NB. Stricken von Strümpfen und Beinlängen in bester Ausführung wird billigst besorgt. 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