Ur. 261. Mittwoch den 9. November 1887. Gießener KWger Amts- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulstraße 7. taMgMBgWTTn- llllll! II 11 IliHH ■ Erscheint täglich mit Ausnahme des MoniagS Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberfkcht. Gießen, 8. November. Die Besserung im Befinden unseres Kaisers ist nunmehr sowei vorgeschritten, daß der erlauchte Patient den größten Theil des Tages außerhalb des Bettes zuzubringen vermag, wie er denn auch die Vorträge des Militär- und Civtl-Cabincrs wieder im vollen Umfange entgegennimmt. Bis auf Weiteres ist indessen noch nicht daran zu denken, daß der Kaiser demnächst wieder seine Ausfahrten würde aufnehmen können, die Lerzte rathen dringend noch größte Schonung an, um jeden Rückfall zu verhüten und der greise Herrscher selbst soll entschiedenes Bedürsniß nach Ruhe empfinden. Der deutsche Kronprinz und seine Familie Haden, wie angekündigt, in voriger Woche ihre Uebersiedelung von Baveno am Lago Maggiore nach dem weltberühmten Wintercurort San Remo an der Riviera bewerkstelligt. Von dem milden und gleichmäßigen Klima dieses Ortes steht zu erwarten, daß es die endliche völlige Wiedergenesung des hohen Herrn von seinem Halsleiden begünstigen wird. Der Bundesrath erledigte in seiner Wochen-Plenarfitzung vom Donnerstag eine sehr reichhaltige Tagesordnung, auf welcher fich jedoch meist kleinere Sachen befanden. Speciell ist nur hervorzuheben, daß der Bundesrath die Ergänzung der vorläufigen Ausführungs-Bestimmungen zum Branntweinsteuer-Gesetz nach den Vorschlägen der Ausschüsse, sowie die Ausführungs-Bestimmungen zum Kunstbutter-Gesetz genehmigte, den Gesetzentwurf, betr. die Heimschaffung von 'Hinterbliebenen der im Auslande angestellten Reichsbeamten den zuständigen Ausschüssen überwies und schließlich die Vorlagen, betr. den Verkehr mit Wein und betr. die landesrechtliche Anwendung des Reichrbeamten-Gesetzes in Elfaß- Lothrinqen, annahm. Kaum mehr als zwei Wochen trennen uns noch von dem Zusammentritt des Reichstages und es erklärt fich, wenn nun die öffentliche Drscusston über das, was die neue Sesfion in ihrem Schooße birgt, immer größere Kreise zieht. Obwohl das den Reichstag bei seiner Eröffnung erwartende Arbeits-Material noch kein besonders reichliches sein wird, da verschiedene, in Vorbereitung befindliche Vorlagen dem Hause erst nach Neujahr zugehen werden, so läßt fich der Berathungsstoff des Reichstages doch schon einigermaßen Überblicken. Es wären da, um nur die Hauptpunkte hervorzuheben, zu erwähnen der Etat, der die Thätigkeit des Hauses in dem Sessions-Abschnitte bis Weihnachten im Wesentlichen in Anspruch nehmen wird, dann die Getreidezoll-Erhöhung, Die Altersversorgung der Arbeiter, die Verlängerung der Legislatur-Perioden und des Socialisten-Gesetzes, die weitere Ausbildung unseres Colonialrechtes und etwa noch die Erneuerung unseres handelspolitischen Verhältnisses zu Oesterreich- Ungarn. Von all' diesen Fragen nimmt zunächst die angekündigte weitere Erhöhung der Getreidezölle das meiste Interesse in Anspruch, da verfichert wird, daß der Reichstag einen bezügl. Gesetzentwurf gleich bei seinem Zusammentritte vorfinden werde. Bereits jetzt mehren sich die Kundgebungen für und wider diese Maßregel und daß jene fast nur aus landwirthschastlichen Kreisen und von der lediglich die agrarischen Interessen vertretenden Presse ausgehen, erscheint ganz natürlich. Einen gewissen Rückhalt hat die Agitation für die fernere Erhöhung der Getreidezölle an dem vorige Woche in Berlin abgehaltenen deutschen Landwirthschastsrathe gesunden. Die genannte Körperschaft nahm in ihrer Freitagssitzung in provis. Abstimmung die Getreidezölle an, und zwar Roggen und Weizen aus 6, Hafer und Gerste aus 3, Buchweizen, Hülsensrüchte, sowie verschiedene andere Getreidearten auf 2 — alles per 100 — Kilo, erhöht. In weiterer provis. Abstimmung der Landwirthschastsrathes wurden angenommen die Erhöhung der Zölle für Malz aus 6, für Raps aus 5, für Mais auf 3, für Cichorien auf 2, für Mühlenfabrikate auf 12, für Fleisch aus 40, für Oleo- margarin auf 20, für Talg aus 10, für Pferde auf 50, für Füllen und Ponies auf 20, für Schweine auf 10 Inwieweit die Regierungs-Vorlage sich diese, zum Theil nicht unbeträchtlichen Erhöhungen der bisherigen Vieh- und Getreide- Me nach den Vorschlägen der Vertreter der deutschen Landwirthschaft aneignen wird, wird sich bald zeigen. Zwischen Berlin und Wien hat in letzter Zeit ein Notenwechsel in Betreff der Erneuerung des am 31. December 1887 ablaufenden deutsch- österreichischen Handels-Vertrages stattgefunden. Deutscherseits ist der von der österreichischen Regierung verlangte Abschluß eines Tarifvertrages abgelehnt, dagegen die Bereitwilligkeit ausgesprochen worden, den jetzigen Handels- Vertrag provisorisch auf ein Jahr zu verlängern. Eine Verständigung zwischen beiden Parteien ist noch nicht erfolgt, aber daß eine solche schließlich vor sich geht, kann schwerlich bezweifelt werden, für diese Erwartung spricht schon die zwischen Deutschland und Oesterreich bestehende politische Verbindung. Der durch die Ernennung des Herrn Dr. Kopp zum Fürstbischof von Breslau erledigte Bischofsstuhl von Fulda ist aus's Neue besetzt, und zwar durch den bisherigen katholischen Stadtpfarrer Prälat Joses Weyland in Wiesbaden. Hoffentlich wird der neue Oberhirt der Fuldaer Diöcese ganz in die versöhnlichen Fußstapfen seines Vorgängers treten. Die Grundsteinlegung zum neuen Reichsgerichts-Gebäude in Leipzig, welche in diesem Herbst stattsinden sollte, ist auf nächstes Jahr verschoben worden. Zur Angelegenheit der Leipziger Disconto-Gesellschaft ist die Nqchricht zu verzeichnen, daß seitens des Concursverwalters und des Gläubiger- Ausschusses den Aufflchtsräthen der falliten Gesellschaft die schriftliche Aufforderung zugegangen ist, sich innerhalb 8 Tagen zu erklären, ob sie ihre Verpflichtung zur Schadloshaltung der Gläubiger anerkennen und ob sie dieselbe Verpflichtung auch den Actionären gegenüber einräumen. Hiermit wird endlich der Aussichtsrath der Disconto'Gesellschaft genöthigt, aus der merkwürdigen „Reserve", die er seit dem Eintritt der Katastrophe beobachtet, herauszutreten. In Belgien zeigen fich unter den Kohlengruben-Arbeitern des Westen» wieder Strikegelüste. In ProduitS-sour-Flenu legten 584 Gruben'Arbeiter die Arbeit nieder, um sie jedoch alsbald wieder aufzunehmen, dagegen feiern in Quareanon und Paturages 470 Arbeiter und verlangen sie eine Lohnerhöhung. Von Störungen der Ordnung durch die Strikenden ist noch nichts bekannt geworden. Die Abreise des Czaren von Kopenhagen scheint aus's Neue verschoben zu sein, so daß die Gerüchte, nach denen jetzt der russische Kaiser selbst an den Masern erkrankt sein soll, eine gewisse Unterlage erfahren. Kopenhagener Privat-Meldungen wollen dagegen wissen, daß Kaiser Alexander an Appetitlosigkeit leide und die Masern vielleicht erst noch bekommen würde. Ueber die Dispositionen für die Heimreise des Czaren lauten die Mittheilungen nach wie vor fich widersprechend und unbestimmt. Deutschland. Berlin, 7. November. Der Kaiser stand nach 1 Uhr auf und nahm um 2 Uhr den Vortrag Wilmowski's entgegen. — Die vierte Sitzung des Landes -Oeconomie- Kollegiums wurde heute durch den Wirkt. Geheimrath Marcard eröffnet; Letzterer wurde zum Vorsitz?n- den, Landrath Hammerstein zum Stellvertreter gewählt. Marcard bedauerte bei Annahme der Wahl, daß das Kollegium diesmal in feiner Mitte nicht wie früher den Kronprinzen begrüßen könne. Auf Anregung Marcard's erhebt sich das Kollegium zu Ehren des Kronprinzen und ersucht den Vorsitzenden, in geeigneter Weise dem Kronprinzen diese Gefühle und den Wunsch einer baldigen Rückkehr des Kronprinzen in das Vaterland zu übermitteln. — Das Landes-Oeconomie-Kollegium, zu dessen Verhandlungen auch Minister Dr. Lucius erschienen war, nahm folgende Resolution an: „Es erblicke in Ausbreitung der landwirthschastlichen Genossenschaft ein wesentliches Förderungsmittel der landwirthschastlichen Cultur und des landwirthschastlichen Wohlstände» und ersuche den Minister, die landwirthschastlichen Genossenschaften möglichst zu fördern." Hesterreich. Wien, 7. November. Der „Polit. Corresp." geht aus Pesth die Meldung zu, daß nach den von dem ungarischen Minister für Landesverrheidigung, FHervary, mit dem Reichs-Kriegsministerium geführten Unterhandlungen die Errichtung einer ungarischen Waffensabrik im Principe beschlossen worden ist. Amerika. Chicago, 6. November. Bei einer heute vorgenommenen Untersuchung derjenigen Zellen, in welchen die verurtheilten sieben Anarchisten gefangen gehalten werden, wurden in der Zelle des Lingg sechs gefüllte Bomben gefunden, welche unter Zeitungsblättern verborgen waren. Diese Nachricht verbreitete sich mit größter Schnelligkeit in der ganzen Stadt und erzeugte große Aufregung. Es sind bereits strengere Maßregeln bezüglich der Zulassung von Besuchen, von Geschenken und der Zustellung von Journalen an die Gefangenen getroffen worden. Der Referent des obersten Gericht» von Illinois hat den Repräsentanten der Vereinigten Staaten und den größten Zeitungen Europas den vollständigen Text der Verhandlung gegen die Anarchisten vor dem Gerichtshof von Illinois zugestellt, um das betr. Verfahren des Gerichtshofes darzulegen. Telegraphische Depeschen. Wolff*S telegr. Eorrespondeirz - Baren«. Berlin, 7. November. Der „Reichsanzeiger" meldet: Nach neuerdings hier eingegangenen Nachrichten findet in San Remo in den nächsten Tagen von mehreren Aerzten eine Consultatton über die weitere ärztliche Behandlung des Kronprinzen statt. Se. Majestät der Kaiser beauftragte, um über das Resultat der Berathung nicht nur christliche, sondern auch eingehend mündliche Berichte zu hören, den Prinzen Wilhelm auf einige Tage nach San Remo zu gehen. — Telegramm Mackenzies, San Remo: Das Allgemeinbefinden des Kronprinzen et andauernd vortrefflich, das örtliche Leiden nehme jedoch einen ungünstigen Eharacter an, und obwohl noch ungefährlich, habe er doch die Zuziehung von Specialtsten wie Schröter (Wien) und Krause (Berlin) für nöthig gehalten. — Der „Reichsanzeiger" meldet: „Für die aus allen Theilen meines theueren Vaterlandes, sowie von Nah und Fern, wo Deutsche zur Zett im Auslande weilen, von einzelnen Personen, Vereinen, Versammlungen und Gesellschaften Mir zu Meinem Geburtstage zugegangenen guten Wünsche, nicht minder für die in denselben Angesichts Meiner fortschreitenden Genesung Mir bezeugten, Meinem Herzen wohltuenden, teilnehmenden Gesinnungen spreche Ich hiermit, bei der Unmöglichkeit, die erhaltenen Briefe und Telegramme einzeln beantworten zu können, Meinen aufrichtigen Dank aus. Baveno. Friedrich Wilhelm, Kronprinz. Berlin, 7. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Kaiser Alexander wird auf der Rückreise nach Petersburg mit seiner Familie in der nächsten Woche aus Kopenhagen hier etntreffen. Ueber den Tag und die Stunde der Ankunft, sowie über die Dauer des Aufenthaltes ist Näheres noch abzuwarten, Zusammen: im vom 1. Lebensjahr: 2—15. Jahr r 1 2 1 1 1 1 1 2 Erwachsene: 1 W 1 (1) 1 1 1 1 Es starben an: Tuberkulose des Bauchfells Lungenödem Lungenentzündung Zuckerharnruhr Nierenentzündung Unterleibstyphus Gehirnentzündung Diphtherie Summa: 9 6 — 3 in Jn 9cieijten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. o -, Kietze«, 8. November. Gestern ließ im Schlachthause Herr Mebaer mnir,r ÄÄTtt* - ™ '•* D-- ganze Geschäft gelangten Gesänge zeugten von der Liebe zur Sache und ernteten hm regsten, aber wohlverdienten Beifall der zahlreich erschienenen Theilmbmer Offenbach. 5. November. Heute Morgen aeaen 4 Uhr hrn* ~ e lpkalitäten der Lack- und Farbenfabrik des Herrn Chrfftoph Schramm au^derÄke' I muhle Feuer aus. Dasselbe fand durch die in der Fabrik vorbandenm ^.^.ohr- reichliche Nahrung und erstreckte sich rasch auf zwei Stere und einen^Nei^??^^ legt erer vollständig leer gebrannt ist. Die Haus-Feuerwehr, zu wti^er f d> nod,™^ nir des ^erV^rSfa9eI energisch ein, ,o A »5? beschäftigten sich in chrer gesttigen Sitzung" ekig?dend^it ^Ne^^hnmojett Obcrngdm Bürgermeister Liessens machte die Mittheilung, daß eine Devutatim"^ dem Mtntsterialrath Weber in Darmstadt über die Sache conferirt, aber trott qO^ ^0sollen von dieser Serie keine Zusage für das angedeutete Project erhalten h»? wie Überhaupt bleprojectirte Linie bis jetzt noch wenig Unterstützung gefunben hütt,' E n- ungebahnte Verständigung mit dem Wormser Comit«, das für eine L nie m™irb }S d-r Versammlung als verfehlt bezeichnet und sch eßllck^ Vorschlag des Bürgermeisters, sich zur unentgeltlichen Ueberlasiung des für benSur bau ersorderlichen Geländes bereit zu erklären, der Ftnanzcommission überwiesen m . ?,??s^' 5'. November. Die „Eohnprocesse" haben nun ihr Ende erreich» Bekanntlich hatte der Kaufmann Emil Cohn in Hamburg eine große SablbVS Blatter verklagt, weil diese eine beleidigende Notiz über ihn gebracht hatten. Er « Äh and? "ne Reihe obsiegender Urtheile, zog aber die übrigen Klagen zurück, als es fiA yerausstellte daß die betreffende Nachricht zuerst in dem hiesigen antisemitischen Reicksgeldmonopol' gestanden hatte Gegen das gedachte Blatt klagte Cohn nun unb am 21. September wurde dessen Redacteur, Herr L. Werner, vom hiesigen Schöffengericht u Beleidigung zu einer Geldstrafe von 30 vH bestraft. Geaen das Ur^ m ^te ^ohl der Prioatkläger, dem die Strafe zu gering war. sowie der N» urtheilte Berufung eingelegt, welche in der heutigen Strafkammersitzung verbandelt wurde. Das Ergebntß der Verhandlung war, daß der Berufung des &iDatnäaer8 stattgegeben und der Verklagte mit 100 vH bestraft wurde. la0tr8 , . -r t, 5. November. In Tübingen wurde heute früh Franziska Lana- heinz, welche aus Habsucht ihre 8jährige Stieftochter mit Spiritus und Erdöl beanffm und verbrannt hatte, durch den Scharfrichter Schwarz guillotinirt. Tie Vnbr W" starb ergeben und reumütbig. ^orecyerm Stellen für Militäramvärter im Bezirke des 11. Armee-Eorvs 1 Kassel, Postamt , Packettrager und Stadlpostbote, je 750 vH Gehalt unb 150 J 2ßsbi^n0^dMc6ufe- Eisenach, Bahnpostamt Nr. 6, Packetträger, 720^ Gebalt u^d 144 JL Wohnungsgeldzuschuß. - Fickenhütten (Kreis Siegen), Amt Weidenau bezw. bei dem Fleischbeschaubezirk Weidenau-Klafeld, Fleischbeschauer, 1200 bis 1500 V Malt. — Frankfurt, Centralbahnhof, Specialdirection der Hessischen Ludwias- Eisenbahn-Gesillschaft zu Mainz, provisorischer Kohlenmagazin-Auffeher. - @2' Postamt, Stadlpostbote, 750 vH Gehalt und 144 vH Wohnungsgeldzuschuß _qnn; ' Warnt SPa(fetträger, 750 Gehalt unb 180 M WohnungsgeldzWß - Ä gelbiutou6SaaIe' Wamt' 800 Gehalt und 62 1 Wohvungz- O^auvrt »uK r, , 77 $n Betreff der Briefsendungen an Soldaten, welche im activen Dienste ist eine neue Einrichtung getroffen worden. Die bisher übliche Bezeichnung- „Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit des Empfängers", welche die portofreie’S- berun0 der Sendung veranlaßte fällt weg. Statt dessen werden Soldatenbriefe mit Briefmarken von gelber Farbe beklebt, die an die Soldaten vertheilt und von diesen schick^werd?n^^0^' rC P‘ an Personen, mit denen sie in Briefoerkehr stehen, ver^ i i e ß e n 8 November. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 1.00-000, Hühnereier pr. St. 7-0 4, Enteneier St. 0-0 4, Käse vr. ©t. 4-74 Wematie 3—0 4> Erbten pr. Ltter 16 4, Linsen 30 4, Tauben per Paar 40 bis 50 4. Hühner per Stück vH 0.85—1.00, Hahnen pr- Stück vH. 050 0 80 frnttn fior R* Gänse per Pfund 35-46 4, Ochsenfleisch per Pfund 5% Rn Mudfleisch 45—50^, Schweinefleisch54—604, Hammelfleisch40bis 407ÄÄ oÄa?°?eIn per 100 Kilo vH. 3 50—4.50, Milch per Liter 12—18^4, Weißkraut Stück 3—9 4, Zwiebeln per Centner vH. 6-90—.700. Frankfurt, 7. Novbr. Der heuttge Viehmarkt war stark befahren 91™,a Die^Nreis^sE^ 17< Bullen, ca. 374 Kühe und Rinder, ca. 301 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. QuaL vH 58—60, 2. Qual. 50—54 Kübe Müder 1. Qual. JL 52-54 2 Qual 44-46 per 100 Pfund SchlaWwA Kälber 1. Qual. 55—58 4, 2. Qual. 50—53 4 per 1 Pfund Schlachtgewicht^ ißrraÄur£ ' ? Novbr. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u Wetterauer JL OO r ^,00^8,50, eff. hies. JL 13,25-13.50, fremder nn0/^^n^?0 Gerste effectio hiesige und Wetterauer JL 15,00-17.00, fremde JL 00.00—00,00, Hafer eff. hres. vH. 13,00—13,50, fremder vH. 00,00—00,00. Dre-lau, 7. November. Heute Vormittag begann unter Ausschluß der Oeffent- Nchkeit im Schwurgertchtssaale die Verhandlung gegen 38 Socialisten. die wegen sociatt- stischer Umtriebe angeklagt sind. Unter den Zeugen befindet sich der Reichstags- «ogeordnete Singer. ° Leipzig, 7. niAku«« .... l?^ustes den Proeeß gegen Funnal, Landgericht" »^abp Godiva , zur nochmaligen Verhandlung an das Flensburger Hamburg, 7. November. Eine Versammlung zahlreicher Rheder erklärte sich mit dem Entwurse eines Statuts für die Berufsgenossenschaft einverstanden, welche nach dem Gesetze vom 13. Juli 1887 über die Unfallversicherung der Seeleute und anderer bei der Seeschifffahrt betheUigten Personen zu bilden ist, und wählte Carl Laerß juntor zum Vorjltzenden, Meier-Bremen und Schiff-Elsfleth zu Beisitzern der Berufsgenossenschaft. Hameln, 7. November. Heute Morgen ist der nördliche Flügel der Weser- muhle emgesturzt; mehrere Arbeiter, sowie Bewohner des Nachbarhauses sind verschüttet worden. Der Magisttat erbat Hilfe von dem Pionierbataillon in Minden Stockholm, 7. November. (Telegramm des Stockholmer Telegraphen-Bureaüs 1 Der zweite Director der Stockholmer Handelsbank, Hugo A. Nyström, wurde aeftern wegen Veruntreuung von 290,000 Kronen verhaftet. Paris, 7. ^tooember. Gestern Abend war in Douai eine Manifestation gegen Spuller denbsrchtigt wegen Verlegung der Fakultäten nach Lille. Die Behörde besetzte daher bei der Abreise Spuller's den Bahnhof und die Bahnzugänge militärisch. Die Menge wurde durch einen Truppenkordon zurückgehalten und damit die Manifestation verhstrdert. Nach der Abfahrt des Zuges zog ein Haufen zur Unterpräfektur und warf die Fenster ein. Schließlich wurde er durch Gensdarmen zerstreut. ra 7"or^r Proceß gegen Caffarel, Frau Limousin, Frau Rattazzi unb den Senator general Andlau hat heute Vormittag vor dem Tribunal für Strafsachen begonnen. | angeklagt betrügerischer Handlungen oder beabsichtigten Betrugs. Caffarel gab geschäftliche Bezlehungen zur Limousin zu; er habe sich auf zwei Ordensgeschäfte eingelassen, um der Limousin gefällig zu sein, ohne einen Geldgewinn gehabt zu haben öc™ cr auch in ihnen Quellen zu finden gehofft habe, seinen Verlegenheiten ab- bereiteTui babePn° ^schieden dagegen, irgendwie den Mobiltsirungsplan vor- London, 7. November. Der Polizeichef Warren untersagte für den Lord- wayorstag am 9. November alle Auszüge unb Kundgebungen in den Straßen. o. “ Die meisten Morgenblätter besprechen die Rede Kalnoky's in günstigem, beb stimmendenr Sinne, namentlich unter dem Hinweis auf die Identität der ^iele I Inlands. Dieser Hinweis, sagt der „Daily Chronicle", bestärke die Ueberzeugung. daß England, obwohl cs nicht thatfächlich einen Theil der Allianz bilde, doch innerhalb des freundlichen Schutzes derselben stehe und erforderlichen Falles bereit sei, an der Er- haltung des Friedes mitzuwirken. Der „Daily Telegraph" bezeichnet die Rede als das neueste Zeichen am politischen Horizont, welches bessere Friedensaussichten für das kommende Jahr andeute. 1 I „. ,,, Die internationale Conserenz zur Berathung über die Zuckerprämie wird am 24. November die erste Sitzung abhalten. I < — Deputation des Londoner radikalen Clubs erschien Nachmittags auf «?r Slfanifd,/n ?^udtschast, um den Gesandten wegen der verurtheilten Chicagoer I ?U?tXX*s« ^elps lehnte einen Empfang ab; er sei nicht geneigt, irgend welche schritte in der Angelegenheit zu thun. ö I r?* November. Das „Journal de St. Petersbourg" bemerkt .Rede Kalnokys, es wolle bis zum Eintreffen des osficiellen Textes der Rede, welche in gewissen Theilcn zu manchen Bemerkungen Anlaß gebe und große I fccroorrufe, nur die Art und Weise hervorheben, wie Kalnoky die Lage I «ien»°rn Loburg auffasse. Diese unterscheide sich wesentlich von der russischen I 8(uffafiunfl, Kalnoky Zufolge ermangele die Lage des Prinzen, um gesetzlich zu sein, nur I MnÄHthSR’ Rußland habe niemals die Gesetzlichkeit der Wahl des ^h nnnti2 »^ ?ra^e1a"etfaiWt' ba letzt-re selbst ein Produkt der Gewaltthat y1? 9n!'a®e?b„ad,Ec l tei,( , ®ei einer so tiefgebenden Meinungsverschiedenheit hinsichtlich I beb tlu.gangspunktes sei es schwierig, sich über den Charakter der bulgarischen Krisis I ,u verf andigen Die Bemühungen Kalnoky's, Rußland an die Sache des Friedens anzuschlteßen, seien anderswo besser angebracht; diesen Frieden bedrohe Rußland I tbenfo roemg rote die Unabhängigkeit der Balkanstaaten; solche Aeußerungen wären I d-s^rsolges vor dem Parlamente sicher und hätten auch keinen anderen Zweck . Rom, 7 November. Die „Risorma" sagt anläßlich der Rede Kalnoky's sie ^ffe dieselbe als eine erfreuliche Bestätigung der glücklichen Sachlage aus, zu deren ^^e^den ^rcun^e beigetragen hatten und welche aufrechtzuerhalten diese in der I ,. o Sofia 7. November. Heute Vormittag traf die erste Lokomotive auf dem fonc^bei0“^11^0 C C ~~ roo^nte cincm Banket von vierhundert Per- I - . Kairo, 7. November. Da die letzten Nachrichten aus Wadyhalfa friedlicher lauten, wurde ein Thell der Verstärkungen zurückgehalten; nur ein Bataillon ein- I geborener Gensdarmen ging heute nach Wadyhalfa ab. n cm' I Darmstadt, 8. November, 12 Uhr 16 Min. (Prioattelearamm 1 rornh- I Herzog, Prinz Wilhelm von Preußen, die (5r5prTnremn pnb heute Vormittag, von Berlin kommend, hier eingetroffen. Prinz Wilbelm reift deute Nachmittag mit dem Gotthardtschnellzug weiter nach San Nemn \ .m ,1 seines Vaters, des Kronprinzen des Deutschen Reicks Srim Mnri* k-bri heute Nachmittag über Coblenz nach Darmstadt zuZck ^ * °°" $rCu6en Wöchenlliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. ~ , 44. Woche. Vorn 30. October bis 5. November 1887 Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 24,5"/». Kinder neuer bewährter Eonstruction liefert unter dreijähriger reeller Garantie yf günstigen Bedingungen H. Kraft, Mechaniker; ^..Das Neueste in »luweu, Spitzenstoffen, Atlaffen, Handschuhen, Strümpfen, empfiehlt bMgst 8387 _____________PH. Cllinger, Seltersmeg. Zelchenhel'l zu billigen Meihnachtz- QC|CI)CIlnEll» Der Ausverkauf unter Ginkaufspreis von Gttten, Ringen, Brochen und Silberwaaren wird nur noch diesen Monat fortgesetzt. 8404 Th. Geismar Wit live, Wallihorstraße 8. kaben zu vermiethen, event. Haus zu verkauftn. 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Der^im Landkalender auf den II. November eingetragene Jahrmarkt wird nicht an diesem Tage, sondern rote altherkömmlich, den darauffolgenden Montag den 141. November abgebalten, was hiermit öffentlich bekannt gegeben wird. Münzenberg, den 4. November 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Münzenberg. __'______________________Jäger.8379 Würzburger Hofbräu im Zapf. Arnold, Zum deutschen Hof. 8409 J. stein, Restauration Busch.________ Sie glückliche Geburt eines gesunden Knaben beehren sich anzuzeigen Berlin, den 5. November 1887. 8378 __ Dr. Thaer und Frau, geb. Fuhr. ‘“6 "* Uhrmachergesch auf Serrn Georg Spies überqegangen ist und bitte ich, dar meinem Manne geschenkte Vertrauen auf dessen Nachfolger übertragen zu wollet Carl Mette Wittwe. Bezugnehmend auf Vorstehendes beehre ich mich einem geehrten biesiaen und auswärtigen Publikum bestens zu empfehlen. 9 $ Ich halte stets ein reichhaltiges Lager in goldene« und filbernen Herren-und Damenuhren, Regulateuren, Wand- u. 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