Ar. 1^2. Dienstag den 9. August (gg?. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzcigkblatt für den Kreis Gießen. Oureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Bringerlokrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheiü Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Großh. Kreisarzt vr. Köhler zu Gießen vom 8. August bis 1. September l ^s beurlaubt und mit dessen Vertretung der Großh. Kretsassistenzarzt Or. Drescher in Grünberg beauftragt worden ist. Derselbe wird jeden DienStaa vo« 8Vs bis 10 Uhr Vormittags auf dem Bureau Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen — Nordanlage Nr. 27 — zu sprechen sein- Gießen, den 6. August 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______________________________________________Dr. Boekmann.__ Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß mit dem diesjährigen Friedberger Hcrbst.Pferbemarkt eine Verloosuna von Vierden und Wen Gegenständen verbunden wird. Es dürfen höchsten» 10000 Loose i 1 JL 50 ausgegeben und müssen 9400 zum Ankauf von Gewinnaeaen- ständen verwendet werden. 0 Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat den Verkauf der Loose im Großherzogthum gestattet. Gießen, den 6. August 1887. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 8. August. Zu denjenigen Ländern, in denen stch der Deutschenhaß in mehr oder mniger brüsker Weise zu äußern pflegt, gehört auch das kleine Dänemark. Hiervon liegen gerade aus den letzten Jahren zahlreiche Beweise vor, die Dänen Rnnen es eben nicht verschmerzen, daß ste das schöne, „meerumschlungene" Vtleewig-Holstein verloren haben und sehnen ingrimmig den Tag herbei, an welchem ste ihre „Revanche für Düppel" nehmen können. Auch der nunmehr Ibtglnnenbe Bau des Nordostsee-Kanals trägt mit zu dem dänischen Haffe gegen Deutschland bet, denn erstens wird durch diese Nerbtndung der dänische See- handel und Küstenverkehr allerdings empfindlich geschädigt und dann würde sich die Mt Dänemarks in einem Kriege in Folge des Nordostsee-Kanals zu einer ganz nebensächlichen gestalten, da letzterer die gegenseitige Unterstützung der deutschen Ostsee- und Nordsee-Flotte gestattet. In den leitenden Kopenhagener Kreißn selbst macht man au» den seindseligen Gesinnungen gegen den deutschen Nachbar gar kein Hehl; die Rede, welche der KrtegSmintster Bahnson vor einiger Zett aus der Insel Laaland anläßlich der Frage der Befestigung Kopenhagens hielt, war förmlich gespickt mit Drohungen gegen Deutschland. Es kann kaum «noch einem Zweifel unterliegen, daß Dänemark bei einem Weltkriege mit aus vetten der Gegner des deutschen Reiche» zu finden sein würde; ebenso gewiß t'st aber auch, daß man diese Wahrscheinlichkeit in Berlin längst mit in Betracht «gen hat und sich von einem dänischen Angriffe durchaus nicht überraschen Wen wird. Die Cholera-Epidemie auf Si eilt en ist nun doch, wie zu beachten stand, nach dem italienischen Continente übergesprungen. Aus Neapel, la und Restna werden mehrere „choleraarttge" Krankheitsfälle mit tödtltchem Ausgange gemeldet und es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß es sich am die wirkliche Cholera handelt. Speciell in Neapel findet dieselbe leider einen aur A günstigen Boden vor; die harten Lehren, welche die furchtbare Epidemie aom Jahrs 1885 der städtischen Verwaltung Neapels ertheilte, scheinen nichts Liihaberi, denn die sanitären Verhältnisse der Stadt sollen nach wie i; ..r J? ^mlich Alle» zu wünschen übrig laffen. Außerdem leidet Neapel schon hnr. ? unter dem Versagen der städtischen Wasserleitung und das versüg- L,,,,^"U^Lffer ist von höchst zweiselhaster Qualität, was die Ausbreitung der hS? T begünstigen kann. Auch auf der Insel Malta ist die Cholera ausge- lMen und zwar gleich sehr hestig. "Object" für den im September bevorstehenden französischen obilisirung»-Versuch wird jetzt allgemein da» 10. Armee-Corps iWffinh Mobilisirung würde also im äußersten Nordwesten des Landes iJÄ und hiermit entfällt jeder Anlaß für die Nachbarn Frankreichs und nhhori ®eulf4(anb> flch wegen der Probemobilmachung besonders zu beun- Wnm nun jetzt bet derselben nicht Alle» klappt, dann müßte e» aller- 2 l 'Flamen Dingen zugehen, denn der Commandeur des 10. Armee-Corps 0^ wahrhaftig genug Zett, Alles auf'» Schönste vorzuberetten l bem Ehrenhandel zwischen Ferry und Boulanger scheint nicht» w-rtiipin®°aen Ferry soll jetzt mit einem Male die Annahme de» Duells bQ ct °uf die von den Zeugen seine» Gegners gestellten Bedingungen c roia- Da in Frankreich die Verweigerung eine» Duell» etwa» Ä , /O macht die Haltung Ferry's nicht geringe» Aufsehen, um so mehr, ^tch die Forderung Boulanger's angenommen hatte. Es wäre b(;1 Fett) rä " etnßr ^^umph für den General, wenn sein Gegner freiwillig >°il r>.^»^??bhabung de» bekannten russischen Ausländer-Ukase» °bwalten. Gerüchtweise verlautet au» Petersburg, daß in s^ehpnMi*t9 Cill?n9llrCr*en ble Frage erörtert werde, ob sich bet dem Ausländer- ^letchterungen gewähren ließen. Bereits ist die Verfügung Entsernung jder Ausländer aus den Stellungen bet der Verwaltung | privater und commercieller Unternehmungen einstweilen wieder ausgehoben worden. Ferner wurde den provinzialen Gouvernements vorgeschrieben, die Ueber- nahme ausländischer Industrieller in russische Unterthanenschast möglichü zu erleichtern. Feutschland. Essen, 6. August. Der verstorbene Geh. Kommerzienrath Krupp hat wie die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" mittheilt, eine Schenkung von 1,000,000 Mark zur Gründung einer müden Stiftung für seine Arbeiter gemacht. Hesterreich. «ad Gastein, 6. August. Se. Maj. der Kaiser Franz Josiph traf heute Nachmittag 2 Uhr hier ein und fuhr sofort zur Freitreppe de» Badeschlosse», an deren Fuße da» ganze Gefolge de» deutschen Kaiser» zur Begrüßung versammelt war. Nachdem der Kaiser jedem der Herren die Hand gereicht hatte, stieg er unter Vorantritt des Hosmarschalls, Grafen Perponcher, und geleitet von dem Statthalter, Grasen Thun, und dem General-Adjutanten, Grafen v. d. Goltz, die Treppe hinan und trat dann in da» Vestibüle, woselbst Allerhüchstderselbe von Sr. Maj. dem Kaiser Wilhelm in herzlicher Weise em- psangen wurde. Beide Monarchen reichten sich die Hände und umarmten sich, woraus Allerhöchstdieselben sich in den EmpfangS-Salon zurückzogen. — Die ganze Stadt ist aus'» Reichste geschmückt und mit Flaggen geziert. — An dem Diner, welches Se. Maj. der Kaiser Franz Joseph bei Sr. Maj. dem Kaiser Wilhelm einnahm, nahmen außer dem beiderseitigen Gefolge der deutscke Botschafter Prinz R.'vß, und der Graf Dohna, sowie die Grafen Deym, Revertera, Thun, Chorinsky, Palffy, Prinz Rohan und Dr. Unger Theit. Die Tafelmusik wurde vom Kur-Qrchester ausgesührt. «ad Gastein, 6. August. Um 6 Uhr unternahmen Ihre Majestäten der Kaiser Wilhelm und der Kaiser Franz Joseph gemeinschaftlich eine Ausfahrt nach Böckstein. Kaiser Wühelm fuhr bei dem Hotel Straubinger vor, woselbst Kaiser Franz Joseph bereits wartete und in den Wagen stieg. Von der den ganzen Platz vor dem Hotel Straubinger ansüllenden Menge wurden die Majestäten mit begeisterten Hochrufen begrüßt. Wien, 6. August. Die „Wiener Abendpost" schreibt: Se. Majestät der Kaiser ist heute Mittag in Gastein eingetroffen, um dort seinen zur Kur weilenden erlauchten Freund und Verbündeten Kaiser Wilhelm zu begrüßen. Längst gewohnt, in diesen seit einer Reihe von regelmäßig wiederkehrenden Begegnungen der beiden mächtigen Monarchen ein sicheres Unterpfand des Friedens zu erblicken, begleitet die öffentliche Meinung Europas auch die dies- ährige Zusammenkunft der beiden innig befreundeten Herrscher mit ihren vollen Sympathien. Die Völker Oesterreich-Ungarns aber wenden ihre Blicke voll freudiger Hoffnung nach dem herrlichen Alpenbade in der Ueberzeugung, >aß das zwischen dem altehrwürdigen Reiche der Habsburger und dem beut* chen Reiche zum beiderseitigen Heile bestehende überaus herzliche Einvernehmen durch das persönliche Zusammentreffen der erhabenen Gebieter beider Staaten nur gekräftigt werden kann- Wien, 6. August. Die Blätter begrüßen die Kaiserzusammenkunst in Gastein mit sympathischen Artikeln. Das „Fremdenblatt" hebt hervor, wenn Europa in diesem Jahre vor der entsetzlichen Katastrophe eines großen Krieges lewahrt worden, so sei das in erster Linie dem mächtigen und unerschütter- ichen Friedensbunde, den Deutschland und Oesterreich-Ungarn in ihrer innigen Verbrüderung repräsenttren und der herzlichen innigen Freundschaft beioer Monarchen, die sich in diesem Gefühle eins wissen mit den Völkern ihrer Reiche, zu danken. Auch ganz Europa, soweit es einer Friedenspolitik ehrliche Sympathie entgegenbrinae, blicke vertrauensvoll auf diesen Bund, der gegen Niemand seine Spitze kehre, jeden Theilnehmer an der Friedensarbeit freundlich begrüße und der noch nie seine Ziele verleugnet, noch nie seine mächtige friedliche Einwirkung versagt habe. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bnrea«. Bad Gastein, 7. August. Kaiser Wilhelm nahm heute früh ein Bad, machte um 10 Uhr einen Spaziergang auf der Kaiserpromenade und begab sich um 11 Uhr nach der evangelischen Kirche, um dem Gottesdienste, welchen der Ober-Hof- und Dom- predtger Dr. Kögel abhtelt, beizuwohnen. — Kaiser Franz Joseph wohnte früh 7 Uhr der Messe in der katholischen Kirche bet. Bad Gastein, 7. August. Heute Mittag 12 Uhr machte Kaiser Franz Joseph Seiner Majestät dem Kaiser Wilhelm seinen Abschiedsbesuch im Badeschloß. Beide Monarchen blieben nahezu eine halbe Stunde allein, dann gab Seiner Majestät der Kaiser Wilhelm seinem scheidenden Freunde das Geleite bis zur Treppe. Hier umarmten und küßten sich beide, worauf Se. Majestät der Kaiser Franz Joseph, begleitet von dem Statthalter Grafen Thun, dem Prinzen Reuß und dem gesammten deutschen Gefolge Vie Treppe hinabstieg,.auf welcher viele hervorragende Persönlichkeiten sich zur Verabschiedung aufgestellt hatten. Als Kaiser Fran; Joseph darauf den vor dem Bave- schlosse haltenden Reisewagen bestieg, erschien Se. Maj. Kaiser Wilhelm auf dem Balkon und blickte dem scheidenden kaiserlichen Freunde nach, bis der Wagen dem Gesichtskreise entschwunden war. Göttingen, 7. August. An den Empfang des Cultusmtnisters o. Goßler und der Professoren der Universität, der gestern Abend kurz nach der Ankunft des Prinzen Albrecht ftattfand, schloß sich ein Souper von 45 Gedecken, an welchem der Minister und die Professoren theilnahmen. Dem Cultusmintster v. Goßler ist von dem Prinzen Albrecht, Regenten des Herzogthums Braunschweig, das Großkreuz, dem Professor Wilhelm Weber, unter gleichzeitiger Ernennung zum Wtrkl. Geh. Rath der Stern des Großkreuzes, dem Professor v. Jhering das Commandeurkreuz erster Elaste, dem Geh. Regierungsrath Althoff in Berlin das Commandeurkreuz zweiter Elaste vom Orden Heinrichs des Löwen verliehen worden. Eine große Anzahl anderer Professoren wurden ebenfalls durch Ordens- und Titelsoerleihungen ausgezeichnet. Moskau, 7. August. Das Leichenbegängntß Katkow's hat gestern unter großer Betheiligung der einheimischen Bevölkerung und zahlreicher auswärtiger Deputationen stattgefunden. Der mit Kränzen -reich geschmückte Sorg wurde zum Friedhöfe getragen. Am Grabe waren gleichfalls reiche Blumenspenden ntedergelegt. Als Redner traten am Grabe auf Stantschew, Nasarewski, Astafiew, Kulakowski und Scharapolow. Der Einsegnung der Leiche wohnten der Unterrichtsminister Deljanow und der Generalgouverneur von Moskau, Fürst Dolgorukow, bet. Letzterer gab der Leiche auch das Geleite zum Friedhöfe. London, 7. August. Das Modewaaren-Magazin von Whitleley in dem Bays- water-Btertel ist gestern Abend durch eine Feuersbrunst beinahe gänzlich zerstört worden. Die benachbarten Häuser mußten geräumt werden. Der Schaden soll sehr beträchtlich sein. Pesth, 7. August. Der König von Serbien ist heute mit dem Kronprinzen nach Tatra-Fuered abgereist. Rom, 7. August. Der König empfing heute den deutschen Botschafter Grafen von Solms in längerer Audienz. Rom, 7. August. Der König lehnte die Demission des Cabinets ab und ernannte den Minister des Innern, Crtspi, auf Antrag des Ministerraths interimistisch zum Minister des Aeußern. Sistowo, 8. August. (Prioat-Depesche.) Die bulgarischen Minister sind zur Begrüßung des stündlich erroarieten Fürsten Ferdinand hier eingetroffen. Lokales. Gießen, 8. August. Der gestrige Sonntag war ein herrlicher Tag. Warmer Sonnenschein und ein frischer Wind am Morgen und bedeckter Himmel am Nachmittage; ein Wetter, wie es zu Ausflügen und Vergnügungen gar nicht bester gewünscht werden konnte; es war deshalb auch kein Wunder, daß am Nachmittag zahllose Menschen zu den Thoren hmauszogen, um an den vielen Vergnügungsorten in Gießens Umgebung den schonen Tag zu genießen. Philosophenwald, Forstgarten, Schiffenberg Gleiberg waren das Ziel vieler Wanderlustigen und die von hiesigen Vereinen veranstalteten Ausfluge zeigten eine starke Betheiligung. Auch eine fröhliche Sängerschaar N?verschiedenen Orten des Lahnthals hatte sich hier eingefunden, um an dem in Stein s Garten abgehaltenen Sommerfest des Bauer'schen Gesangvereins theilzunehmen. Mn Festzug, der welchem außer mehreren Gesangvereinen auch einige andere hiesige Vereine vertreten waren, ging um 3'/- Uhr durch die Stadt nach dem Festorte. Troß- dem das schone Wetter einen großen Theil der Einwohner nach auswärts gezogen hatte, so besuchten doch Viele das von dem evangelischen Kirchengesangverein zur Einweihung des prachtvollen Orgelwerks in der Stadtkirche veranstaltete Concert. Die warme Witterung dauerte auch am Abend fort und ließ es sich recht gut im Freien sitzen. Gießen, 8. August. Der Bauer'jche Gesangverein feierte gestern sein Sommerfest dem Programm gemäß in Stein's Garten. Nachdem nach Eintreffen der emgeladenen auswärtigen Bundesgesangvereine im Caf6 Leib eine Probe der zur Aufführung bestimmten Gesammtchöre stattgefunden, setzte sich nach 3 Uhr der Festzug in Welchem außer den vier Gesangvereinen fünf hiesige Vereine (Bürgergesellschaft, Gail'sche Feuerwehr, Schutzenoerein, Turnverein und Veteranenverein) vertreten waren in Bewegung und zwar vom Caf6 Leib aus über die Wallthorstraße, Markt, Mäusburg' h q?a<$4 s Garten. Der instrumentale Theil des Programms wurde durch die hiesige Regimentscapelle in bekannter vorzüglicher Weise durchgeführt. Von den öeWe5 .^esammtchören „Schäfers Sonntagslied", „Das deutsche $ fburItc, Iciterer als der wirkungsvollste und am besten durch- bezeichnet werden. Die Reihe der Einzelvorträge eröffnete der Liederkranz von / * roCjm Cfk ^ar auf dem Programm nichts angekündigt, dafür aber zwei Lieder („Vöglein im Walde und „Traum der Liebe") zum Besten gab, die allgemeinen Beifall Marburg sang: „Wie hab' ich sie geliebt" recht brav und der gwin*1 ?^"^^angverein erntete mit seinem „Dichtergrab am Rhein" allenthalben Beifall. Das vom Bauer schen Gesangverein vorgetragene „Abendlied" war den b« fman von diesem Verein gewohnt ist, würdig anzureihen. Dieses kleine Musikfest ver ie zui Zufriedenheit Aller, die sich i,. dem bis auf dem letzten Platz gefüllten Stein'schen Garten eingefunden hatten. Den Schluß der Festlichkeiten bildete ein wenn auch auf dem Programm nicht vorgesehenes, so doch allen Tanzlustigen willkommenes, gegen 12 Uhr endendes Tanzvergnügen. 5 1 0 n WIU' i a „Gießen, 8. August. Wie man uns mittheilt soll das nädjfte fxvill Turnte des Mittelrheinkreises in Darmstadt abgehalten werden. Xurnfeft vermischte-. °!ststen?WiÄ?m Schmiu1n ^ng-st-llt ist der Post- , . Versetzt sind der Postsecretair Briegleb von Berlin nach ftriebbero fowie der Ober-Postassistent Bünsche von Osthofen nach Michelstadt 9 H-nke?in°M°"nz SPoftfecr 11ft p Hf m21 Tu,cr' b's j-tzt noch nicht ^lleklärte Weise^ eine^Exv^osiEstandsan^^wÄche^das game von bem(elben bewohnte öaiis demol.rtc mrd in Brond setzte. Bürstlein wurde schwer letzt nach dem Hospital verbracht. Die Feuerwehr war rasch zur StelL K rJn Z s ° erst spät etngr-tsen, weil fortwährend Explosionen stattfanden. Von dem tzä" △ Main,, 7. August. Verflossene Nacht fanden hier die ersten arnfin, mrn- tSrischen Nachtmanöver statt, wobei der Lustfchtfferablheilung der Pionte?- die Noll- zugefallen war, von dem Ballon aus die Stärke und Maßnahmen der feindlichen An griffStruppen auszukundschasten. Die Uebungen bestanden in einem Angriff auf dös Fort Hardenberg und erstreckte sich das Manöoerfeld bis um die Hardenmüble nack dem Fort Gonsenheim. Das militärische Schauspiel hatte begreiflicher Weise viele 5Ber- fonen an die Uebungsstelle gezogen und waren es insbesondere die Exercttim die mit Landwirtschaftliche Nachrichte«. Ucber den voraussichtlichen Ausfall der Obsternte in DeuisL- der in Frankfurt a. d. O. erfcheinende praktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau eine Zusammenstellung von Berichten aus allen Theilen des Reiches. Der Handelsgartner Jakob Hördemaun hier erstattete Bericht lautet darin w«: „4epleI mittelmäßig, Birnen gut, Zwetichen und Pflaumen mittelmäßig, Apr- Ä oering. ÄitMen mittelmäßig, Wallnüfse gering, Haselnüsse mittel- &„^eC*nOba Weintrauben mittelmäßig. Wesentlich günstiger dagegen lauten J?ret ^Eiteren Berichten aus Hessen - Nassau, diejenigen der f2,..®eifen$etm und Franz Hohm in Gelnhausen, ungünstiger d°- g-gen der Bericht des Gartners I. Walbschmidt in Aulenhausen. electrischem Lichte von einem nicht sehr hochstehenden Luftballon aus nach den Manooerpunkten gemacht wurden, welche großes Interesse bei den riefen. Es war in der Thai -in ganz eigenartiges Schauspiel an bÄnMn^T Himmel plötzlich einen ziemlich großen hell erleuchteten Körper erscheinen uÄ rasch verschwinden zu sehen. Diese Uebungen aus dem Luftballon aus w^mh^ nur von sehr kurzer Dauer und soll man, wie vielfach behauptet wird Seits über deren Verlauf nicht ganz befriedigt sein. Die nächsten Nachtübunaen k 2" morgen und Mittwoch Abend statt. Jtac9iuoun0en finden A Mainz, 7. August. Was in vielen anderen Städten schon [nnn, c* und hier nur Dank merkwürdiger Verhältnisse bis jetzt nicht zur Einfübruna nämlich eine sogenannte Freibank zum Verkaufe nicht ladenreinen Fleisches * ift seit gestern nunmehr auch so glücklich zu besitzen. Die aus sanitären wie ein,/ Reihe sonstiger Gründe sehr zu begrüßende Einrichtung hat den Hauptoortteii dlü S Zukunft nicht ladenreines, aber genießbares Fleisch nur noch im öffentlichen Hause ausgehauen und verkauft werden darf, wodurch verhindert wird bafc Fleisch als gutes Fleisch auf den Markt gebracht werden kann. Ursache bringens auf die Freibank und der Preis des Fleisches muß bei jedem Stück Sm deutlich angeschrieben sein; an Metzger und Wirthe darf solches Fleisch jetzt nicht mehr verkauft werden. 1 $ v^rhaupt t Mainz, 6 August. Ein Mann von Pfungstadt wollte gestern mit feinem Fuhrwerke bei Gernsheim über den Rhein fahren; Mann und Frau schliefen auf Wagen ein und gingen die Pferde in der Dunkelheit mit dem Gespann in das Matt,? Mann, Pferde und Wagen verschwanden in den Wellen und nur mit Roth konnte die Frau von dem Tode des Ertrinkens retten. 9 mc 'td> — In Dresden sind drei Berliner Radfahrer bei dem Sroeirab = fianhir™- Fahren auf 4000 Meter verunglückt. Bei der letzten Runde, gerabe als die besten ' Fahrer einen „Spunt" machen, um als Sieger durch's Ziel zu gehen, stürzte Koran in Folge der Loslosung des Gummireifens des kleinen Hinterrades. Die ihm dickt folgenden beiden Fahrer Brambor und Emberg konnten nicht mehr ausbieaen — ein einzlger Entsetzensschrei des Publikums ertönte — dann sah man die drei Wahrer mit zerbrochenen Maschinen in einem Knäuel am Erdboden liegen. Arn schwersten verletzt ist Emberg, dessen von einem früheren Sturze noch nicht einmal ganz aebeilter rechter Arm furchtbar zugerichtet wurde. Das Fleisch des Unterarmes war oom ftnocgen vollständig losgelöst. Dem Verunglückten wurden die Wunden mit fednebn Ruhten zugenäht. Die beiden anderen Fahrer kamen mit minder schweren Verletzungen davon. Aosen, August 1887. sEttquettenfälschung.) Wir lesen in Nr. 170 des Deutschen Rerchs-Anzeigers vom 23. Juli ds. Js. die Publikation eines Unheils der Ersten Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts vom 1. März 1887. Danach wurden die Kaufleute Edmund und Joseph Kantorowicz (beide Inhaber der bekannten Flrma Hartwig Kantorowicz in Posen), sowie deren Agenten Johannes Wortelbaerin Berlin, John Kluge und Gustav Staehr in Hamburg des Vergehens gegen das Marken- oom 30. November 1874 für schuldig erklärt und deswegen Edmund und Jo eph Kantorowicz^ zu je 400, und Wortelbaer, Kluge und Staehr zu je 150 JL Geldstrafe, sowie sämmtlich in die Kosten des Verfahrens und bet einmaligen Einrückung des verfügenden Theils des Erkenntnisses in den Deutschen Reichs-Anzeiger verurtherlt. Da die Einzelheiten dieses Prozesses auch für weitere Kreise von Interesse fern Durften, theilen wir in kurzer Fassung das, was uns hierüber bekannt, mit» Oer Geschädigte tn dieser Strafsache ist der bekannte Erfinder des Boonekamp of Maag-Bitter, H. Underberg-Albrecht in Rh einberg am Niederrhein. Dieser Firma war schon seit mehreren Jahren mit einem Producte Concurrenz gemacht worben, welches mit tauschender Nachahmung ihres Etiquetts, Siegels, Facsimiles, der Form ihrer Flaschen u. s. w. unter der fingirten Firma: H. van Underbroken und Zoonen • ,a 5 La^ein echter Boonekamp of Maag-Bitter überall, namentlich im 0 Deutschland, verbreitet war, bis es schließlich gelang, die Quelle dieser wider- rechtuchen Concurrenz im Hause der hiesigen Firma Hartwig Kantorowicz ausfindig a? r2a7LCin*i Antrag der verletzten Firma wurde das Strafverfahren gegen die \ eschuldlgten wegen Vergehens gegen das Markenschutzgesetz vom 30. November 1874 eingeleitet, tn Folge dessen sämmtliche Angeklagten im Sinne der 14 und 18 b. c. Gesetzes für strafbar erklärt und demgemäß, wie oben referirt, ver- urtpetlt wurden. Da das Reichsgericht die von den Verurtheilten eingelegte Revision ?Ir-k°rJen oas Urtheil nunmehr rechtskräftig geworden ist, so wirb von der beschädigten Firma H. Underberg-Albtecht die Schadenersatzklage folgen. Rom, 29. Juli. Auf Crispis Vorschlag hat der König Humbert den Sindaco o-1!11,*.;a c ?^?oinz Catania, welcher aus Angst vor der Cholera sein Heil in der tfluaü gesucht hat, seines Amtes entlassen und das dortige Municipal-Collegium auflosen laifen, weil es dte sanitätspolizeilichen Gesetze nicht beobachtete. Ein Regierungs- i. Jortan die Communalverwaltung leiten. Die „Riforma" theilt mit, Municipium von Catania sich noch pflichtoergxssener gezeigt hat. Die Epidemie habe dort feit langer Zeit gehaust, ohne daß Vorkehrungen gegen deren Weiterverbreitung getroffen worden seien; die Municipalräthc hätten sogar dem von der Regierung hm- gefanbten Dr. med. Noghora noch Schwierigkeiten bereitet. Laut dem letzten Bulletin starben am -6 d. M. an der Seuche daselbst 21 Menschen, in Francoforte 11, in Jlcierno 6, in Biancamlla 2, in Paterno 4, in Messina 4 und in Palermo 4. In verschiedenen Orten der Provinz Catania und Syrakus, u. a. in Floridia, Augusta, Zortino, Giasratano, Sinagra und Nasi hat sie ihren Einzug gehalten, doch kennt man nicht die Zahl der Erkrankten und Gestorbenen. Jetzt erst, nachdem Regierungs- commifiare die Elnrichtung von Volksküchen ungeordnet und bedeutende Beiträge zu deren Unterha tung überwiesen erhielten, hat auch die Privatwohlthätigkeit für die halbverhungerten Bewohner lener Ortschaften gewirkt. Die Parlamentsdeputirten ber Susa™ la verthellten Lebensmittel und Geldunterstützungen, organifiren auch fliegende ielegraphirt: In Troina überfielen die Bauern eine Familie, in welcher ein Cholera-Erkrankungsfall vorgekommen und metzelten sie n r. um das Umsichgreifen der Krankheit zu verhüten. Militär wurde herbeigeholt und 50 Verhaftungen vorgenommen. ♦anM Deriketz». August lFruchtpreise.) Weizen JL 17.00, Rom A 1100. Hufer JL 12.00, Erbsen JL 15 00, Linsen JL 00.00, Lein JL 2200. Samen 22.50, Kartoffeln JL 5.00, Wicken 00.00. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per^ Malter ^00 OVO, das Gescheid 6—10 Eier das Hundert 0.00—0.00, ba# St- 5-6 A Sutter im Großen JL 00.00-00.00, im Detail das Pfund JL 1.1® bis "0, Weißkraut per Stück 12-25 Rothkraut per Stück 30-40 H, Kohlrab, ‘' Ochsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- U. Rindfleisch 45-50 X non Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 50—65 ^>, 1 Hab" ^0-80-1.70 1 Huhn JL 1.00—2.50, 1 Ente JC. 2.00-3.00, Gans Pfund 00-00 Ar 1 Taube 40-70 A, Welsche JL 12.00—1.000. Telegraphischer Schiff-bericht der „Red Star Line" Antwerpen. n. ,, New - Aork, 4. August. Der Postdampfer „Noordland" der „Ned-2tar-' Line , welcher am 23. Juli von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hic> angekommen. k i 6 r it I Gchiff-uachrichte«. Bremen, 6. August. sPer transallantischen Telegraph.1 Der <ßoftbanwFer Werra Capt R. Bussius vom Norddeutsche Lloyd i.i Sternen, wlcheram 27. Juli von Bremen und am 28. Jult von Southampton abaeaanaen war- ift gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehaltm in Newyork angefonmten 0 9 r Bremen, 6. August. (Per transatlantischen Telegraph.1 Der Vostdamvier Min, Capt. H. Bodeker, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Zuli von Bremen abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newvork angekommen. ö — Als wirklich ganz sichere Rettung von Blutarmutb. en»»««« »»»«*« m bte fät 1327 bekannt- «^.nbr.ttst.1n7r St'ah.qu?^?u * fortwährendem Erfolge angewendei. Dieses Mandig natürliche Heilmittel wirkt auch bet Gesunden stets für richtige Verdauung. Der Preis ist sehr niedrig und kostet bei Abnahme von mindestens 10 Flaschen l'< Ltr 60 4' /a £HA^t^betnra^17VVS"lerunö in 0an* Deutschland. Depots werden zur Bequemlichkeit überall errichtet. Nähres ertheilt gern und kostenlos Mar Ritter in Koblenz. Wärmegrad« der Lahn und der Luft M» Reaumur «-messen am 8. August, Mittags zwischen 11 und 12 Mr- Wasser 17 Grad, Luft im Schatten 20 Grad. " L. Ehr. Rübsamen. Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a M Opernhaus. ffial» ®knÄci^ 2,“9Ufi: P°«"l°n °°n Lonjumeau. Hierauf: Wiener a'i.fwsx* ®* •* (Zanna^ukr^m Smtomann.) Aufi,'Iiuln6iuftr' Schauspielhaus. Air. ,•? «ä'ä ** Donnerstag den 11. August geschlossen. B * ,,e’ dnM,s: t i I l I l H k B l l t t l I ’t ! 4 v t ■ - ■ i 1 r r I r -j i S ii I Bekanntmachung. Das in hiesigem Gemeindewald lagernde Eichen» Schnittholz ist in 2 Klaffen getheilt und kann!- Claffe zu 35 X und II. Claffe zu 25 X per Mm. aus der Hand abgegeben werben; de?gl- kann Eichen-Bauholz resp. Wagnerholz per Festm. zu 18 x abgegeben werden. Interessenten wollen sich bei hiesiger Bürgermeisterei anmelden, woselbst nähere Auskunft ertheilt werden kann. Lich, den 5. August 1887. Großh. Bürgermeisterei Lich. 5893 Walz. Jeilgeöotenes. Unterröeke, Schürzen, Korsetten ^wgerie Selterswrg 39. Anmachen _ und . Ansetzen. of€hmÄe Gewürze, Spiritu- rchwef^-Mg, Salicylfäure, Äi, Flaschenlack, Perga- rc. je. bei 5740 Otto Schaaf. 500 wenig gebtautye Fruchtsäcke, 2 gute Decimalwaagen, 6 und 8 Ctr. Tragkraft, billig abzugeben bei 5913 L. Süß, Marktstr. 9. Weinfässer non ca. 600 Liter und 220 Liter Inhalt |u verkaufen. 5311 Gebrüder Mayer. Geschäftshaus, l^^stigster Lage, ist Familienoerhält- msse halber preiswürdig zu verkaufen oder zu verpachten. 579J __Näh^büS^Katz, Asterweg 10. 100.000 Auch ?WemanntC Ruffensteine sofort ab. ^Von wem? sagt die Exp. d. Bl. (5883 BüllVlatz gelesen, Nähe der 5707 Bahn, zu verk. durch ________________I. Blitz. Allgemriner Anzeiger. 5896 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Bekanntmachung. HEpligeostaedt Sf Cie beabsichtigt in den auf ihrem Grundstück Flur XXVI Nr. 283%0 am unteren Riegelpfad bestehenden ^rffaUme^ ^uen Reserve-Dampfkessel aufzustellen. Die Nachbaren dieses Etablissements werden auf Grund des § 4 der Verordnung vom 4. August 1857 hiervon mrt dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, daß etwaige Einwendungen gegen dre beabsichtigte Aufstellung des Dampskessels binnen vierzehn Tagen der uns vorzubrmgen sind. ö Gießen, den 5 August 1887. H. Rübsamen, Mäusburg 16 empfiehlt Oberhemden, Kragen, Manschetten, Chemisetts, Tascherrtücker rin ©eibe und Leinen), Wildleder-, Glac6- und Sommer-Handschuhe Hosenträaer Gamaschen, alle Arten Shlipse und Cravatten, Sonnen- und Regenschirme Kragen- und Manschetten - Knöpfe, Hosenstrecker, alle Arten Mützen, Hut- und Arm-Alore, sowie Normal-Nnterrleider für Damen und Herren (Srittm Pro . Dr. Jager) zu Original-Preisen, Reform-Daumwoll-Hemden (System Bros! 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