Alk. LS6 1887. Samstag dm 9. Juli Anzei Anüs- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Onreairr Schnlstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. :Q$®i&ÄSiEiS2sÄ Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Fräulein Louise Schimmel sich in Heuchelheim als Privathebamme niedergelassen hat und von der Direction der Großherzoglichen Entbindungsanstalt Gießen für sehr gut befähigt zur Ausübung der Praxis einer Hebamme erklärt wurde. Gießen, den 5. Juli 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___Dr. Boekmann. Gießen, am 5. Juli 1887. Betreffend: Gesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen; hier insbesondere die Auslegung der Bestimmungen tu den §§ 10 ff. in der gerichtlichen Praxis. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 20. Februar 1886 — Anzeigeblatt Nr. 46 — noch nicht entsprochen haben, werden an umgehende Erledigung derselben und zwar längstens binnen 8 Tagen hierdurch erinnert. __Dr. Boekmann.___________________________________________________ Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Gießen, am 5. Juli 1887. Das Großherzogkiche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicherr Bürgermeistereien Bellersheim, Hungen, Inheiden, Langd, Obbornhofen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe. Nach dem Wegzuge des practischen Thierarztes Dr. Knüll von Hungen haben wir die demselben übertragen gewesenen Verrichtungen nach dem Milzbrandregulative, sowie die Beschau kranker, oder bei der Schlachtung krank befundener Thiere 1) in den Gemarkungen Bellersheim, Inheiden, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe dem practischen Thierarzt Dr. Kreuder zu Lich; 2) in den Gemarkungen Hungen, Langd und Obbornhofen dem Großherzoglichen Kreisveterinärarzte Dr. May in Nidda zugetheilt. Dr. Boekmann. Politische Uebersicht. Gießen, 8. Juli. Kaiser Wilhelm hat nunmehr seine Sommerreisen angetreten und ist er am Dienstag Vormittag in erfreulichstem Wohlsein in dem von ihm so bevorzugten Ems eingefroffen, von einer zahllosen Menschenmenge begeistert begrüßt. Der Kaiser wohnt in seinem alten Quartiere, dem Kurhause; auch sonst ist für den Emser Aufenthalt des hohen Herrn Alles in der seit langen Jahren gewohnten Weise geregelt. Bereits am Dienstag Nachmittag kam die Kaiserin von ihrer Sommer-Residenz Koblenz zur Begrüßung des erlauchten Gemahles nach Ems herüber, begleitet von Prinz und Prinzessin Wilhelm von Preußen, welche seit der Rückkehr von den Londoner Jubiläums-Festlichkeiten ebensalls in Koblenz Aufenthalt genommen hatten; das prinzliche Paar reiste am Mittwoch nach Berlin zurück, lieber die Dauer der Emser Kur des Kaisers liegen noch keine endgiltigen Nachrichten vor. Aus London laufen fortgesetzt befriedigende Meldungen über das Be- stnden des deutschen Kronprinzen ein; die Erkältung, welche er sich alsbald nach seiner Ankunft in England zugezogen, hat auf seinen Gesundheitszustand in keiner Weise ungünstig eingewirkt und ebensowenig scheint die jüngste von Dr. Mackenzie vorgenommene Operation bedenkliche Nachwehen bei dem kronprinzlichen Herrn hinterlaffen zu haben. Wie lange der Aufenthalt des Kronprinzen und seiner Familie jmseits des Kanals dauern wird, ist noch durchaus unbekannt. .Die sommerliche Stille beginnt ihre Fäden in der inneren Politik zu weben und die schon in Kraft getretenen Sommer-Urlaubsreisen verschiedener Mitglieder des preußischen Staatsministeriums wie der Chefs von neichsressorts kündigen wohl am Besten den Anfang der allsommerlichen politi- chen Ruheperiode an. Da außerdem der Bundesrath. in dieser Woche seine We Plenarsitzung zu halten gedachte, behufs Erledigung der noch aus der Reichstagssession restirenden Gesetze, wie z. B. des Kunstbuttergesetzes, um sich ^sdann zu vertagen, so wird die innere Ruhepause bald noch intensiver heroor- :toten. Auch die Frage der Alters- und Invaliditäts-Versorgung der Arbeiter, welche in letzter Zeit viel von sich reden machte, dürfte in ihrer weiteren Entwickelung wohl bis zum Beginne des Herbstes ausgeschoben werden. Zur Zeit Mgen den verbündeten Regierungen hie Grundzüge eines bezüglichen Entwurfes vor, in diesem ersten Stadium wird aber die Altersversorgungs-Vorlage einstweilen bleiben müffen, bis mit dem Wiederzusammentritte des Bundesrathes Nach den Sommerferien ihre erste Prüfung durch die gesetzgebenden Facloren beginnt. In der Zwischenzeit soll das grundlegende Material den Jnteressen- kireisen der Industrie zur Begutachtung unterbreitet werden und man darf jeden- istlls annchmen, daß bei der ferneren Bearbeitung der Alters- und Jnvalivitäts- Worlage das Gutachten sachverständiger, mitten im praktischen Leben stehender Männer ernstliche Berücksichtigung erfährt. Die Würzburger Landtags wähl ist noch immer unentschieden. Nutz der am Dienstag vorgenommene sechste Wahlgang hat wiederum Stirn- » mengleichheit — je 45 Stimmen für den klerikalen wie für den liberalen Can- didaten — ergeben, es ist daher auf den 11. Juli eine siebente Wahl anberaumt worden. Merkwürdig bleibt eß, daß die bayerische Wahlgesetzgebung für einen solchen Specialfall, wie er in Würzburg vorgekommen, keine anderweitigen Bestimmungen getroffen hat. Die Dinge im Orient beginnen sich jetzt seltsam zu verwickeln, und zwar droht diese Verwickelung von dem diplomatischen Duell, welches sich in Konstantinopel einerseits zwischen England, anderseits zwischen Rußland und Frankreich wegen der egyptischen Frage abspielt, ihren Ausgangspunkt zu nehmen. Der Sultan Abdul Hamid, offenbar durch die russischen und französischen Drohungen eingeschüchtert, hat den egyptischen Vertrag mit England bis zur Stunde nicht unterzeichnet und ist deshalb dem außerordentlichen englischen Gesandten in Konstantinopel, Sir Drummond Wolff, nunmehr die Weisung zugegangen, die türkische Hauptstadt unverzüglich zu verlassen, falls die Ratification des Vertrages nicht bis Ende der Woche erfolgt sei. Deutet schon letztere Meldung auf die sich allmälig zuspitzende politische Situation anläßlich der egyptischen Frage hin, so erhellt der in derselben hervortretende Jntereffen-Gegensatz noch mehr aus der anderweitigen Nachricht, daß sich Frankreich bemühe, Spanien mit in die egyptischen Händel hineinzuziehen. Es heißt nämlich, daß Italien den Durchzug seiner Truppen durch den Kanal von Suez nach Maffauah zur Theilnahme an der Besetzung Egyptens benützen werde, was als eine Stärkung des italienisch-englischen Einvernehmens im Orient zu deuten sein würde. In Paris macht man aus seiner Verstimmung über diese „Entente" gar kein Hchl und die der Regierung nahestehenden „D6bats" bezeichnen die in Aussicht gestellte Mttbesetzung Egyptens durch italienische Truppen als geeignet, ernste Verwickelungen herbeizusühren. Zugleich weisen die „Dsöats" aus Spanien hin, als die einzige Macht, deren beständige Anwesenheit im Kanal von Suez in Anbetracht ihrer Jnteressenlosigkeit an den egyptischen Dingen gutgeheißen werden könne. Man darf da in der That auf die weitere Entwickelung der egyptischen Frage gespannt sein! Die bulgarische Sobranje hält sich mit ihren Verhandlungen einstweilen noch etwas im Hintergründe und hat bislang nur eine constituireode Sitzung abgehalten, bei der die Vertreter der Großmächte fehlten, was freilich ziemlich deutlich ist. Zunächst gedenkt die Sobranje über die Ergebnisse her bekannten Rundreise der Drei-Männer-Deputation zu verhandeln. — Die Fürstenwahl, von welcher man annahm, daß sie die Sobranje erst später beschäftigen würde, hat inzwischen stattgefunden. (S. Privat-Depesche). Die gereizte Stimmung unter der christlichen Bevölkerung Kretas hält an. Es ist daher der Vicepräsident des türkischen Staatsralhes, Mahmud Pascha, nach Kreta entsendet worden, um mit den christlichen Parteiführern zu unterhandeln. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz - Brrrea«. EmS, 7. Juli. Der Kaiser nahm gestern Nachmittag mehrere Vorträge entgegen, machte später mit Prinz Wilhelm im offenen Wagen eine Spazierfahrt lahnaufwärts. Nach einer guten Nacht setzte der Kaiser heute die Trink- und Jnhalations-Kur fort, hörte mehrere Vorträge, machte um 10 Uhr mit dem Prinzen Wilhelm im offenen Wagen eine Spazierfahrt lahnabwärts. Am Diner bei dem Kaiser nehmen Theil Prinz Wilhelm und Prinz Nikolaus von Nassau. Berlin, 7. Juli. In der heutigen Bundesrathssitzung gelangt der Präsidial-Antrag, betreffend die Aushebung des Pferveausfuhr-Verbots, zur Berathung. — Der Bundesrath stimmte dem Anträge aus Aushebung des Pferde- ausfuhr-Verbots und ferner dem Kunstbutter-Gesetzentwurf mit den vom Reichstage beschlossenen Abänderungen zu. Paris, 7. Juli. Die Morgenblätter besprechen die Ablehnung des Artikels 49 des Militärgesetzes, wonach es gestattet sein sollte, nach zweijährigem Dienste junge Leute zu entlassen, wenn deren militärische Ausbildung für hinreichend erachtet werde, und sie meinen, nach der Ablehnung dieses Artikels sei der Militär-Gesetzentwurf unanwendbar; die Arbeit der Militär-Commission sei vollkommen vergeblich. — Nach dem Beschlüsse des Ministerraths werden Rouvier und Ferron heute in der Budget-Commission erklären, daß die Regierung die Vorlage wegen versuchsweiser Mobilisirung eines Armee-Corps aufrechthalte. Der Mtnisterralh beschloß ferner, alle Maires, welche sich an der royalistischen Kundgebung in Jersey beteiligten, abzusetzen. London, 7. Juli. Der König von Sachsen begab sich heute nach Dundee, wo er die neue Tay-Brücke besichtigte. — Im Unterhause erklärte Fergusson, die Instructionen Drummond Wolff'S, nicht über diese Woche hinaus in Konstantinopel zu bleiben, seien unverändert und die Situation sei genau die von ihm am Dienstag beschriebene. Hieraus begann die Discussion der dritten Lesung der irischen Zwangsbill. Gladstone beantragte Verwertung der Bill. Petersburg, 7. Juli. Der „Nowoje Wremja" zufolge hat sich der Zustand des Herrn Katkow, welcher seit einiger Zeit leidend ist, plötzlich so verschlimmert, daß dessen Sohn und Schwiegersohn telegraphisch nach Moskau berufen worden sind. Pola, 7. Juli. Der Kaiser von Oesterreich reiste gestern Abend nach Ischl ab. Den Behörden drückte er seinen Dank für den herzlichen Empfang und die patriotischen Kundgebungen aus. Tirnowa, 7. Juli. In der Sobranje schlug der Präsident Tultschew die Wahl des Prinzen Ferdinand von Koburg vor und machte Mittheilungen über dessen Familien-Beziehungen. Er forderte die Sobranje auf, dm Prinzen durch Acclamation zu wählen, woraus sich alle Mitglieder erhoben und den Prinzen unter Hochrufen zum Fürsten ausriefen. Der Beschluß wurde dem Prinzen sofort telegraphisch gemeldet. — Ja der geheimen Sitzung der Sobranje von gestern Abend gab der Regent Stambulow Aufschlüsse über die während der letzten 8 Monate befolgte Politik. Stoilow theilte mit, die Bemühungen, den Prinzen Alexander von Battenberg zur Rückkehr zu bewegen, seien erfolglos geblieben, und sprach schließlich den Wunsch au«, die Regentschaft und die Minister möchten im Interesse des Landes wieder Hand in Hand gehen. Nom, 7. Juli. Depretis begiebt sich demnächst nach Stradella. Wien, 8. Juli. (Privat-Depefche.^ Prinz Ferdinand von Koburg nahm die Wahl zum Fürsten von Bulgarien an. * * Das Unglück in Zug. Basel, 7. Juli. P.$t«,?UsDQ bemr U,ngIÜ<£ in der Stadt Zug beherrscht alle Gemüthcr. Dienstag Abend 8 Uhr versanken 22 Häuser und einige Nebengebäude in den See, wahrend ctrca 10 b.s 12 Hauser noch tu gesähcdeter Lage sind. Die verunglückten M-nschei-, unter denen Mttglteber des Rettungscvrps sind, werden aus 100 bis 120 gemt. Das vielbesuchte Wirthshaus um Löwen", mit Gartenlvcalltät aus den Damm gebaut, Ist ebenfalls versunken, lieber die zugegen gewesenen Gäste und Fremden verlautet noch nichts. Zug Ist schon im Jahre 1435 von einem ähnlichen Unglück bUm»-,sucht worden, doch damals kamen die meisten Leute erst um, als sie sich um ihre Habseligkeiten zu retten, nochmals in die bedrohten Häuser begaben stur Erklärung der Katastrophe kann vielleicht die Kenrttniß beitragen, daß bie Umgebung l>e«JRtgi und d» benachbarten Höhen großentheils aus Nagelflüh besteht. Es ist nun wohl möglich, daß die Hau,erbauten ein hohlltegendes Nagelflühriff zu sehr belasteten so daß dieses dem Drucke nachgab und in die Tiefe rutschte. Derartige Felsgebilde' oft Mr geringer ®We fmd .n der ganzen nördlichen Schwei, zu beobachten m Jahre 14o3 behaupteten sogar die Anwohner, die Fische hätten den Fels unterwühlt, der dann mit den Hausern niederfturzte. ' ' .. Den uns vorliegenden Schweizer Zeitungen entnehmen wir folgende Miltheilunaen über Die Katastrophe: .. "Unweit ben neuen Quaianlagen, die selbst bis jetzt über Wasser geblieben sind verschwand gesiern Nachmittag kurz vor 4 Uhr unerwartet und plötzlichein -räßeres Stuck Land mit mehreren Gebäuden. Es zeigten sich in ber Umgebung bebeutenbe (£b- rijfe 'Die Hauser würben in weitem Umkreis sofort geleert. Man befürchteteWeitere S-nkungenz es Hatte jedoch Niemand eine Ahnung, welche enorm" DimenN°n°n die selben annehmen sollten. Um halb 7 Uhr verschwand spurlos ein große^Comvler aus etnrnul unb tur, n?4 10 Uhr, gerabe bei Ankunst bes Gotthardtzuges von A Z er n°nn fnft unn d,un(,* * * * * * * 8‘ ? ? zur Stunde sind 21 Häuser in den See versunken' die von fast 300 Personen bewohnt waren, der Nackt ist nickt« 4 e «efabr ist vorhanden, aber unberechenbar. Wie viele Menschensiben^/u (SrunDe aV gangen sind, davon hat man durchaus keine Ahnung Es ist der ."^.°is Häuser sind weiter geräumt Di/Bewohner sind in de? StM uZ rmbrE^Es wurde unter Leitung des Stabtraths sosort ein Hllfscomitö aebilbet- h . «3 ' 66 fmb musterhaft und haben viele Menschenleben gerettet. Es ist Militär nnh” M?"«”9*” wehr aus ber Umgebung zur Hilfeleistung aufgeboten. unb bie Seuer: Ueber bie Ursache des Unglücks ist man noch im Ungewissen. Es scheint die Ab- rutschung einer unterspülten ungeheuren Kalksteinmasse vorzuliegen Die daß dos Gewicht der Ouaianlagen das Unglück verursacht habe ist durchaus L,?' bar. Professor Heim von Zürich wurde sofort berufen. 9 Nalürttcherweisi r Schaden noch unberechenbar. Die verfchwundenen Häuser waren für 260ono , »«sichert. Trotz ber Schwere des Unglücks bewahrt die Bevölkerung eine berounbenig8 wnthe Ruhe." vu,ia' Soweit die „N. Z. Ztg.". Eine spätere Meldung, die demselben Blatte zugegangen ist, lautet • m sind 38 Gebäude, wovon 25 bewohnt waren, im See verschwunden Es nim noch wettere Nachstürze befürchtet. Beständig stürzen neue ©ebäubetbeile Zahl der Menschenopfer ist noch nicht festgestellt. Man spricht von 15 offenbar ist aber die Zahl der Opfer viel größer. Bon Denjenigen, welche retten fr* wollten, sind auch Manche umgekommen. Es war 3 Uhr 35 Min als dem Vc!cn des zuerst eingeftürzten Hauses der Knecht zurtef, der in den See' führende - canal drohe einzustürzen. Der herbeieilende Besitzer sieht im nächsten Moment Haus spurlos versinken, der Knecht wird weggespült und ertrinkt. Das , senkrecht in die Tiefe. Sieben Menschen verloren beim ersten Sturz ihr Leb?« Hauptkatastrophe erfolgte 6 Uhr 55 Min. ganz unerwartet. Es waren keine warnend Anzeichen vorausgegangen. Ein Augenzeuge erzählt, er habe ein Knistern in den Hütten gehört und sei weggesprungen. Kaum war er bei einem Hause öorbeiaernnnt als er, rückwärts schauend, nur noch das Dach ans dem Seegrunde emporraaen S Schon wankten die Mauern anderer Häuser. Kaum war der Fliehende bei diesen nnrh • an einen sicheren Ort gesprungen, als hinter ihm alle Häuser verschwunden Als Die Hauptkatastrophe passirte, waren die Bewohner der am meisten aefabrS Häuser eben mit Flöchnen beschäftigt und zufällig wenig Menschen in den Mobmina» sonst wären wohl 100 bis 150 Personen sicher des Todes gewesen. Eine reibe ist spurlos verschwunden; die Fluthen des Sees spülen darüber Balken und Hausrathsgegenftände treiben auf dem Wasser." ▼ ä uno Die „Basellandsch. Ztg." erhält folgende nähere Mittheilungen: Die ßataftmh» begann gegen 5 Uhr Abends. Zuerst versank das Restaurant Spillmann mit Garten- Wirtschaft. Herr Spillmann spazierte mit seinem Kind an der Hand im Garten- seine Frau befand sich in einiger Entfernung von ihm; da sah sie plötzlich das Haus'Land Mann und Kind in den Fluthen des See's verschwinden! Unmittelbar vorher befanden sich in der Restauration noch etwa 50—60 Mann Militär. Im Augenblick des Unglücks kam das Dampfschiff, sowie der Bahnzug an und deren Insassen waren somit Zeuge des gräßlichen Vorganges. Von da begann der Einsturz der Häuseneiüe vom Dampfschifflandungsplatze weg bis zum Hotel „Züricher Hof", welch letzterer ebenfalls versank. jn Lokales. Metzen, 8. Juli. Herr Earl Wigandt von hier hat sich gestern auf dem Schützenfest zu Frankfurt einen Becher auf Der Feldscheibe erworben, desgleichen die Herren Karl Müller und H. Ke hm auf der Standscheibe. Büdingen, 6. Juli. Gestern Nachmittag zog ein Gewitter über unsere Gegend und schlug der Blitz in eine Scheuer des in dem nahen Rohrbach gelegenen Hofguts welcher sofort zündete und Scheuer nebst anliegendem Gebäude in Brand setzte. Dur- rasches Eingreifen sind die übrigen Gebäude vor dem Feuer geschützt worden. Mainz, 7. Juli. Anläßlich der am kommenden Sonntag hier stattfindendm Regatta hat die Provinzialdirection eben eine Verordnung erlassen, durch welche am Xage der Regatta von Mittags 12 bis Abkstds 6 Uhr der Fußgängerverkehr auf der Eisenbahnbrücke über den Rhein gesperrt ist. Gleichzeitig wird publicirt, daß während Der gedachten Zeit die Benutzung des Leinpfades längst der Stadt bis zur Laubenheimer Gemarkungsgrenze verboten ist. Vom Main, 7. Juli. Die Maincanalisation hat den oberlandischen Holz- grotzhandlungen und Flößereien schon vielfach Anlaß zu Beschwerden über Geschäfts- llorung gegeben und sowohl der bayrischen und preußischen wie hessischen Regierung sind bereits ganze Stoße von Akten mit diesbezüglichen Klagen und Beschwerden zugegangen. Beim Beginn der diesmaligen Floßzeit haben sich die mißlichen Zustände durch Zunahme des Verkehrs in dem Canal begreiflicher Weise noch vergrößert und zwar ™ einer Art, daß die Verluste, welche die Holzhandlungen und Floßgeschäfte an Zeit und Verpflegung der Mannschaften erleiden, nach der Angabe von Fachmännern m>Lint^Od) beziffert, daß der Verdienst in beregten Geschäften auf ein ganz geringes re&uf W- .Mii Rücklicht hierauf ist auf den kommenden Sonntag in Aschaffenburg wiederholt eine Versammlung von Interessenten einberufen, um nochmals U“)Cn' e no ^n0^e r an Reichsregierung sich mit den Beschwudm eingeladen Dcr *^a“cn' &cr Versammlung sind auch eine Anzahl Reichstagsabgeordnete 's ®LCt „M. I." vernimmt, wird die diesjährige f^cF ^^L^s-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland" im Laufe des October in Mainz abgehalten. "£;• n 52" Ä hiesigen Polizeiamtes ist bezüglich der verschiedenen hier noch bestehenden Privatkrankenkaffen dieser Tage eine Anordnung getrMen worden, welche, wie vielfach behauptet wird, ihren Ursprung in der Verfügung der Staatsregierung auf schärfere Beobachtung der Socialdcmokraten finden soll. Die angegebenen Krankenvereme müssen nämlich jetzt immer der Polizei vorher anzeigen, wann ste Sitzungen oder Versammlungen abhalten, wobei gleichzeitig die Tagesordnung L^effenden Versammlung vorzulegen ist. Einzelne der Krankenvereine betrachten £ e r11^ ®ln^an0 mit dem hessischen Vereinsgesetz stehend und beabsichtigen deshalb bet maßgebender Stelle Beschwerde zu erheben ° △ Mainz, 7 Juli Bezüglich der Besetzung der ersidiglen kalh°ttsch-n Pfarreien in Hessen behauptet das „Mainzer Tageblatt" zu wissen, daß als Nachfolger hr/eVhPr beff^ ^Hebung zum Bischof v^'Fulda außer allem Zweifel stehe, der gegenwärtige Pfarrverwalter in Niederolm Kaplan Goedccker, bestimmt sei. Pfarrer von St. Peter würde Kaplan Heider, Pfarrer von St. Quintin Das""N^tme^Journatt^n>^eE^^^b^ wahrfchelnüch Kaplan Landmann werbet u YJ u? ' ro,cI9c§ hurch feine bekannten Beziehungen zum Bischof und Domkapitel doch wohl am ehesten in der Lage wäre, übe^ieMmtWÄW » theilung zu machen, schweigt bezüglich dieser Ernennungen noch vollständig, woraus man wohl den Schluß ziehen darf, daß man es bei der Nachricht des ,M. Tagbl." mehr mit Combinationen wie mit Thatsachen zu thun hat Man ist zu dem Schluß umsomehr berechtigt, als das „M. Journ." in etnZr Brieskast nnotiz alle der- bSchnet"haff^^"^ Nachrichten als müßige Produtte der ^^sauren Gurkenzeit- , Wetzlar, 7. Juli. Nachdem die kalten Nächte des Mai vorüberaegangen smd^ ohn wenigstens einen größeren Schaden zu verursachen ist es dem Juli vorbehalten geblieben, das äErstorungswerk herbeizuführen. Der in der perflofienen Nacht statt- ©emüfe ^o°gu? wie vernicht^ 3Q^lrJi(ften Strichen unserer Gemarkung nickt nur alles K-rI°ff«lernl- gänzlich eonÄn hÄX Ä Nachstun"de's Se?ule>g in\pCr«n0 n'L ln ber Vorstadt noch ein nW« «ernten Jia* bem "attg-fundkn, bis jetzt sind mehr als 30 8* für wahrscheinlich^ ®u ad) cn ber Sachverständigen gelten noch weitere EwMN 10 Min °bet°de/ElÄab^ ,B-rlln-Franksurter Tages-Schnellzug Ist hier um W sind nicht verletzt wo!den ° 3Diaucr bc8 Bahnhossgebäudes acfahrew M-nsch Averbe? hat^aestern' tti Ä?!r> Famlllendrama^ Die Fran deS TaglöhnetS Ioh von 8 und 20 iitatztzstt,nden zunächst Ihre beiden Kinder NN 8Uer arbeitende Mann innh h ?nrb' bann f1^ felbft erhängt. Der gestern in SonnlaaSlänch dsi bereits in Starr^üb.l?'"^ 4 Uhr Nachlniiiags die Leichen vor, mitiaasstund"n^ verübtKarrn- Die unselige That ist in den erften berkl6en^anmfenh^ mL S?' bic Mutier der Frau 31. bis 12 Uhr Mittag bei all orten“"« unb ariritul* ,b‘.C bwh-rige Untersuchung ergeben bat, ist der Man» war Sie reichte mit ihr 6nfl ,,ic "Us und es war schon mehrfach au» am Sampan 9n ?,hfet,1Uhnge,l »wischen ben beiden (Satten gekommm L° bah Ne das rurückiulea-lo, ",ub,'5 bet Mann seiner Frau Vorstellungen darüber gemacht ftinn nbe Skeit a n^ h^^'hJ^ blt Mieihe verbraucht habe, und der h» ent rotinben ini (Befitfit hannn»b 111 Tdätiichkeiten über, wobei der Mann mevrere Kratz Mtbri nadbataa torltt '2Ml>rrnb der Manu nun arglos am öannlag einen arbeit naqging, fchrlii die Frau zu ihrer fchänbllchen That. («■ 3) Ml ptr I» hti e - h E I. ■ 8 t’ und Kreise unterzubringen. mann*2lm Mittwoch, den 13. Juli, wird der Gießener Zweigverein der Gustav- Adolfs-Stiftung sein Jahresfest in Heuchelherm feiern; Beginn des Mittagsgottesdienstes um 10 Uhr. heiligen Abendmahls g?Ät» .Ä Ä® <■ bT - 10- * 17. w Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 6. Sonntag nach Pfingsten. Literarisches. Sd5;*U * a;5‘SÄ (Heinere ober grovere Ansprucke an b x k-m Wler n jdbft ben Eintritt in den Mund verwehren und zu .Mschen geben, ^rkeitszwecken einen leichten Moselwein benutzen. Doch wie iAesundhells- .s?^^^chtere Form. Die schwerer Kranken scheuen sich, Wasser mit M, das lst die lttchte iU bringen, und sie sind gerade n den heißen ikrern äußeren Menich deren Teilung jeder Menschenfreund sich möglichst W b-d°u-rnswsth G-fchöp^ deren ld> w jefe sollie angelegen 'ein a1 nid)t nur ben Staub der Körperlichkeit abwascht, astWndes La , ber aut Seele und Gemüth liegt. Alle Klagen über Hrtze । jonötrn auch l y^stummen, sobald man den Leib den kühlen ^luthen anvertraut nnb Ermattung verstummen, , ßuft: und Wassertemperatur wenig bedeutend »«- SäÄ^ifÄÄ'bM d<» ä» :>ns äs: ää Freüuh gehört l ungewohnte Einfluß des Bades machen fick gewöhnlich um die 3'» Ww»“ rdn haben. ~ — Als wirklich ganz sichere Rettung von Blutarmuih, ttttb deren Folgen ist die k*r 1327 bekannte Ehrenbreittteiner Stahlquelle zu emvteblen von sehr vielen Aerzten mit fortwährendem Erfolge angewendet. Dieses vollständig natürliche Heilmittel wirkt auch bei Gesunden ^^s für richtige Verdauung. Der Breis ist sehr niedrig und kostet bei Abnahme von mindestens 10 Flaschen /i Ctr. 60 Äßtr. 40 bei frachtfreier Lieferung in ganz Teutschland Depvts werden zur Bequemlichkeit überall errichtet. Nahres crtheili gern und kostenlos Max Ritter in Eoblenz. Kirchliche Anzeigen der Stadt Wiegen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 5. Sonntag nach Trinitatis, 10. Juli. Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Naumann. Nachmittags 2V2 Uhr: Pfarrer Dtngeldey. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schl0sser. Vormittags Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschuler, Bormit g 11 «■ - w. >. Kleinkinderschule, 1. Cor. 15, 55-58; die ostafnkamsche Mission, Pfarrer Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion- i/210 Uhr: Hochamt und Predigt- „ 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge, Freitag Abend 7*5 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr. Samstag Abend 910 Uhr. — Wärmegrade der Lahr» und der Luft nach Reaumur gemessen am 8 Juli, Mittag-! zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Grad, Lust tm Butten 21 Grad. *!* i" s g Herrenhemden nach Maaß, ß zu 3 250 7 6) c tri o 5 (= p »1 .lB.ea«6.ml3«.il881 6S»10V«f.m3l”SM«^ ®‘”Ä. »Ä?XW. “ Lr.-».».l,,°.l. na» d.m ..... R,l>°». F a.IOB| JW|n((lir,„t, 66. M I Normalwäsche. | B 5164 I vor 10 Uhr nach längerem Wwe Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 8. Juli 1887. 5102 Sonntag den 10. Juli 5051 Schulstraße 9. Sonntag den ÄeMtctttn: a. Gcheyd». — 5179 Ein Kindermädchen wird auf ^gleich gesucht. Restauration Haubach, Krofdorferstr. 2 Mädchen, welches alle Arbeiten auf einer Strickmaschine gründlich versteht, wird auf sofort gesucht. -------Marktsiraße 18. Katalogs u. Kosten- Anschläge gratis u. franco. Prinzip: Reelle, pünktlichste und / \ billigste //, Bedienung. 2 Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Griesaen. 5130] 22 500 Mark zu 41/*_41/.0/- ®UJ «ften auf eine in bester Lage @te&en§ stehende Hofraithe bei pünktlicher Btn^äoblung ans den 1. October oder 1. Januar gesucht. Offerten unter K. W. WO an die Exped. d. Bl- erbeten. w Wermietßungen. „ 5™ ®n schönes Manfardenlogis zu vermuthen bet __—_P^_Strack^BahnkEraße 58. 5173 Ein kleines Familienlogis zu ver- mrethen. Karl Plank, Bäcker, _________Wolkengasse. 5183 Ein Logis, sowie Scheuer und Stallung zu oenniethen. Neuenweg 2. Frau Hofgerichtsadvokat Wiessell im 84. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die Beerdigung Met am Samstag, 5 Ul, Naehmittags, vom Sterbehause, Westanlage 4, statt. (Mllbatigkeitsverein) Ausflug nach dem Dudwlgsbrunnen. verbunden mit Concert und Tanr ,,F> -** ------NB~ Sei un«0nstiger Witterung findet der Ausflug spo?r" Stein’FGartenT Sonntag den 10. Juli Grosses Ilililär-Concert auggefuhrt von der Kapelle des 5. Württembergischen Grensdier-Reglments (König Karl) Nr. 123, unter pX. l'cher Leitung ihres Kapellmeisters P. Belte. Anfang S Uhr. Entree 50 Pf. ___Abends Feuerwerk. 5... Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige die Nachricht, dass gestern Abend Leiden Die ^ommer-Generaloersammlung findet finH „ . Sonntag. 10 Jul. b. I. in Laubach (Kasino) S-c und werden dazu die Mitglieder der Gesellschaft, sowie alle ^r-unde der Naturwtffenschasten geziemend eingeladen. Sr-unve Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Borflandswahl, Vorträge gemeinsames Mittagessen („Traube"), gemeinsame Excurfton. Abfahrt von Gießen 6'° Uhr nach Grünberg. Heute, Freitag Abend 8 Uhr erste Gala-Vorstellung Bitte um ZaßE ®Enb§ Swfl£& a 516g ' ’ Hochachtungsvoll ---------El» BöSHiie* Director. Xid)tr Chaustee, 1. Schneise rechts Abmarsch präeis 2 Uhr von der Licherstraße. _ Vereinsabzeichen werden angelegt. 8ur Belustigung der Jugend sind verschiedene Spiele arrangirt. — NB ir Mt®K“ ;Wn Der Vorstand. —-----Lgur ^lte Küche sowie ein gut Glas Actien-Bier ist bestens gesorgt Gesellschaft „Heiterkeit^ ^m6ta6 »en 9 Juli, präeis 9 Uhr 5175 ^^earalversammlung. ------^I^I^ung: 1) Rechnungsablage, 2) Vorsta?dswal>l. Gasthaus zum Schiffenberger Thal. Sonntag -en IO. Juli; Tanamterhalfang. Eiessener Zither-Club 5177 Ein Hausbiirsch^H, Zeugnisse bat, per fofort gesucht. Brück, Schloßest- 16. I Aermischle Anzeigen. M„5162j «oftnkellner für nächsten Sonntag gesucht___Stein's Garten pi1*’? inn uumoblirtes Zisstnsucht. Off, u. ICO H. an bie Exped d. Bl 5167 Ein^ iüchti^s Ticnsimävchen ________ Seltersweg 71. Möürsr.^del-idigungen gegen Kaspar Röhrst,-im und Jakob Amcnd und Frau nehme ich hiermit zurück. __^^g Mandler, Krofdorf. 5182 Für Wiefeck, Lich und UnH »egend werden als Eentralagent - £auph branche Feuerversicherung — von einer Ode e(fnc^U^)a|t in hdem der genannten f X, tüchtiger Vertreter SÄf Offerten mit Angabe fnfen Qrn fr£n Antecendentien per Lses m«efUfWnf‘ 150 bi- CtPeb. Regenschrrmk werden bei mir sofort reparirt und überzogen. I Die Altrenomirte I Niederländisch-Ameri- kanische Dampfschiff- fahrts-Gesellschaft befördert, mit ihren prachtvollen erstclassigen Dampfern, Passagiere in der dritten Classe von tohfoiiz via a™\>^NEW-YORK inclusive 100 Pfd. Freigepäck and vollständiger neuer Schiffsausrüstung zum niedrigen Preise von 80 20 le CI. ab Rotterdam oder Amsterdam JL 180, , en 215, nach Lage der Cabinen. 2e CI. Jt. 140. Wegen Näheres wende man sich direct an die Direction der Niederländisch- Amerikanischen Dampfschlfffahrts - Ge- Seilschaft in Rotterdam-4845 Ä / A „ \ l//^ <* -X ! Expedition u Mw«MM sl Frankfurt a. M. Annahme von Annoncen - U für H sämmtl.Zeitungend.Welt. 5160] Pferdeknecht gesucht von ~ --— --------------^w*vqhuj[c iv. ' Ehr. Haubach l ®,Ud Unb b“ «'»tlWn Drucks (Fr. (S|r. P,.„ch) Di» heutige Stummer enthält 1 Blatt w 1 Beilage.