im »nreanr Schulstraße 7. Air. 2868 - IrErfics Blatt. Donnerstag den 8. December ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. n QTitÄtinfimp kpR üicrtcIiQ^rli^ 2 9)?ort 20 Pf. mit $ ringer lo^it. Srfdbdnt täglich mit Ausnahme des MorttagS. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. Betreffend: Maßregeln gegen das Vagantenthum. Bekanntmachung. Nachdem der Kreistag die Errichtung von Naturalverpflegungsstationen in Gießen, Hungen und Grünberg genehmigt hat, ist diese Einrichtung de« 20. November I. I. in's Leben getreten. In diesen Verpflegungsstationen erhält jeder unbemittelte Durchreisende freie Verpflegung und freies Nachtlager. Durch diese Einrichtung ist für die Unterstützung von armen Reifenden hinlänglich Sorge getragen. Die Unterstützungen werden gegen eine entsprechende Arbeitsleistung der Nachsuchenden gewährt. Durch die Errichtung dieser Stationen soll dem Haus- und Straßenbeitel Durchreisender entgegengewirkt werden. Zur wirksamen Durchführung dieser Anordnung ist aber vor Allem erforderlich, daß die durchreisenden Bettler keine Unterstützung von Privatpersonen mehr erhalten. Die Bewohner des Kreises werden daher dringend ersucht, keinerlei Almosen an Durchreisende vom 20. d. Mts. an mehr zu gewähren, sondern dieselben an die Naturalverpflegung-stationen zu verweisen. Die Naturalverpflegungsstationen befinden sich: 1) in der Herberge zur Heimath zu Gießen, 2) bei Herrn Konrad Groß in Grünberg, 3) bei Herrn Wilhelm Heßler in Hungen. Die Vorstände der Naturalverpflegungsstationen sind in Gießen das Großherzogliche Polizeiamt und in Grünberg und in Hungen die betreffende« Großherzoglichen Bürgermeistereien. , Mit der Verpflegungsstation ist nun auch eine Arbeitsnachweisestelle verbunden worden. Wir richten daher an alle Industrielle, Gewerbtreibende und Landwirthe, welche Gehülfen und Arbeiter bedürfen, das Ersuchen, die Vorstände der Naturalverpflegungsstationen hiervon in Kenntniß zu setzen, damit ihnen vorkommenden Falles die die Stationshülfe in Anspruch nehmenden Arbeitsuchenden zugewiesen werden können- Gießen, im November 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 5. December. (Aus dem Staatsbudget.) Die auf der Universität gewonnene wiffen- schaftliche Vorbildung der akademisch gebildeten Lehrer kann, wie neuerbmgs allgemein anerkannt wird, für die erfolgreiche praktische Ausübung des höheren Lehramtes nicht als ausreichend erachtet werden. Es erscheint vielmehr dringend nöthig, daß diese Lehrer eine methodisch-pädagogische Anleitung zur prakischen Versetzung des Lehramtes erhalten. Die Erfahrung hat bewiesen, daß eine solche pädagogische Ausbildung durch die seither bestandene Einrichtung des Acceffes vielfach in nicht genügendem Maße gewährt werden kann, daß dies abcr mit gutem Erfolge durch Einrichtung pädagogischer Seminare zu bewirken ist. Für die dem Bedürfniß entsprechende Einrichtung von solchen pädagogischen Seminarien an einzelnen höheren Lehranstalten des Landes sind Mittel vorzu- sehen zur Remunerirung der Directoren und Lehrer, welche die pädagogisch- ; methodische Anweisung ertheilen und die praktischen Unterrichts-Uebungen leiten, und außerdem zur Anschaffung der erforderlichen Lehrmittel. Hierfür ist im Ganzen der Betrag von 5000 JL eingestellt. Aus dem Groflherzogthurn Hessen, 5. Decbr. Die Großh. Centralfielle für die Gewerbe uno den Landes-Gewerbeverein hat soeben einen ausführlichen Bericht über die im Juli d. Jr. in Darmstadt abgehaltene Ausstellung von Lehrlings-Arbeiten abgefaßt und denselben zur Versendung gebracht. Der Bericht enthält ein ausführliches statistisches Verzeichniß über die Aussteller und außerdem eine Reihe von Bemerkungen der Gruppen-Commiffäre. Nach dem Bericht sind im Ganzen 380 Lehrlinge prämürt worden, von diesen erhielten 135 die Note 1 für vorzügliche und sehr gute Leistungen; 348 die Note II für gute Leistungen und 397 Die Note III für befriedigende Leistungen. Berlin, 6. December. Der Kaiser nahm r.ach einer Reihe militärischer Meldungen den Vortrag des Chefs des Milirär-Cabmels v. Albedyll entgegen uns machte Nachmittags eine Spazierfahrt. Kesternich. Wien, 6. December. Das „Fremoenblait" verzeichnet die von verschiedenen Seiten vorliegenden Melsungen über die russischen militärischen Maßnahmen an Der österreichisch - ungarischen Grenze und meint, diese Meldungen ständen zu der allseitig betonten Friedensliebe und zu den Hoffnungen auf eine beruhigende Rückwirkung der jüngsten Berliner Begegnung im Gegensatz. Zunächst wäre abzuwarten, in rote weit diese Begegnung auf die Maßnahmen einwirken werde, welche möglicherweise noch unter anderen Voraussetzungen getroffen worden seien. Für Oesterreich-Ungarn gelte in vollem Maße der Ausspruch in der letzten deutschen Thronrede über die entschiedene Abneigung, den Frieden feiner Nachbarn zu stören. Wettergehende russische Truppenansammlungen an der österreichisch-ungarischen Grenze würde Oesterreich «Ungarn indessen zu entsprechenden Vorkehrungen zwingen, um gegenüber den ganz unprovociuen bedrohlichen Vorbereitungen des Nachbars nicht zurückzubleiben. Schweiz. Bern, 6. December. Der Nationalrath wählte zum Präsidenten Kurz- Aargau, zum Vicepräfidenten Ruffy-Waadt, beide radikal. Rußland. Petersburg, 6. December. Ein Circular des Finanzministers giebt den Finanzbehörden einen vom Kaiser am 9./21. November sanclionirten Be- schluß des Minister-Comitös bekannt, wonach allen ausländischen Actien-Gesell« schäften, welche Geschäfte in Rußland ohne allerhöchste Erlaubniß betreiben und welchen in diesem Jahre Documente dazu von Finanzbehörden ertheilt wurden, solche Documente auch für das nächste Jahr verabfolgt werden können. Die gedachten Gesellschaften sind aber davon zu unterrichten, daß sie zum ferneren Geschäftsbetriebe in Rußland die gesetzlich geforderte Erlaubniß der russischen Regierung einholen sollen, wozu ihnen Frist bis zum 1. Mai 1888 alten SlylS gegeben wird, widrigenfalls sie ihren Geschäftsbetrieb in Rußland bis 1. Januar 1889 liquioiren müßten. Das Circular besagt ferner, die Finanzbehörden sollen den Gesellschaften erläutern, wie und unter welchen Bedingungen die fragliche Erlaubniß zu erlangen fei. Telegraphische Depeschen. Wolff s relegr. Eorekspon-enz-Burea«. Karlsruhe, 6. December. Die erste Kammer nahm eine Adresse an den Großherzog an, in welcher an erster Stelle der Krankheit Sr. K. u. K. Hoheit des Kronprinzen gedacht wird. In derselben heißt es:. Mehr noch als den Heldengeist des siegreichen Feldherrn auf dem Schlachtfelde bewundern wir den männlichen Muth und die christliche Ergebenheit, mit welcher der hohe Herr sein Geschick trägt. Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß eine höhere Hand Hilfe gewähren kann und vereinigen unsere Wünsche und Gebete mit denen des ganzen deutschen Volkes für die Erhaltung des heißgeliebten Kronprinzen. Die Adresse spricht .sich zustimmend zu den in der Thronrede angekündigten Gesetzvorlagen aus. München, 6. December. Kammer der Abgeordneten. Bei Beginn der Sitzung hält der Präsident Frhr. v. Ow folgende Ansprache: „Da heute beide Kammern gleichzeitig Sitzung halten, so ist es heute möglich, daß die Gesammtheit der bayerischen Volksvertretung de» Gefühlen Ausdruck geben kann, welche die Gemüther Alldeutschlands und darüber hinaus auf's Ernsteste bewegen. Wir bewundern die Seelenstärke, mit der Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz der schweren Erkrankung gegenübersteht. Diese Seelengröße berechtigt uns, die Hoffnung auf eine Wendung zum Besseren, auf die Wiedergenesung feftzuhalten. Wir nehmen innigsten Antheil an dem Schmerz Seiner Majestät des Kaisers mit der Hoffnung, daß es Aller- höchstdemselben beschieden sei, noch Freude zu erleben. Ich bitte Sie, sich von den Sitzen zu erheben und im Wunsche zu einigen: „Gott schütze Seine Majestät den Kaiser und Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit ben Kronprinzen." Paris, 6. December. In seiner gestrigen Unterredung mit Clemenceau hob Sadi Earnot die Nothwendigkeit der Vereinigung aller Republikaner hervor, einmal um dem Auslande zu zeigen, daß die Republikaner sich zu verständigen wüßten, sodann, um ein klares ehrliches Budget aufzustellen. Clemenceau stimmte im Allgemeinen den Ansichten des Präsidenten zu, welcher heute Ribol und Andere empfing. Madrid, 6. December. Der Antrag, die Einfuhrzölle auf Cerealien zu erhöhen, ist beim Senat und in der Kammer cingebracht. Das Ministerium ist entschlossen, die Vertrauensfrage gegenüber jedem protektionistischen Anträge zu stellen, da solcher den bestehenden Verträgen zuwiderlaufen würde. Petersburg, 6. December. Das „Journal de St. Pötersbourg" beglückwünscht Frankreich zur Wahl eines gemäßigten, durchaus nichl bet den letzten Streitigkeiten compromiltirten Staatsmannes zum Präsidenten, sowie zur schnellen Erledigung der gefährlichen Krisis durch den Congreß. Es sei zu wünschen, daß'in Frankreich recht bald die durch die Sorge um die Interessen und die Würde geforderte Ruhe einkehre und daß Frankreich für lange Zett nicht der Schauplatz von Agitationen werde, wodurch nur ungesunde Elemente an die Oberfläche gehoben würden, die, wenn auch mehr lärmend, als gefahrvoll immerhin der nationalen Würde Eintrag thun. Gewisse Zügellosigkeiten seien in Beziehungen zu fremden Staaten vollständig unzulässig, gewisse Volksredner, sowie die „Agence Libre" hätten den Namen Rußlands gebraucht, um Wahlpropaganda zu machen und die Parteien zu erregen. Wir tadeln aus das Schärfste einen derartigen Mißbrauch; wir wollen das französische Publikum gegen die Folgen einer falschen Auffassung des Gefühls der The)l»ahme sichem, womit das russische Publikum die französische Krisis verfolgte. Dieses Gefühl rst herzlich aber doch strict beschränkt auf den aufrichtigen Wunsch, Frankreich aus der Krisis, worin es sich um die Erhaltung des Friedens und der Ordnung handelt, glücklich hervorgehen zu sehen, indem es keinerlei fremde Einmischung in seine inneren Angelegenheiten gestattet." Die russische Nation werde sich keinesfalls in die inneren Kampfe Frank- reichs einmischen und weise jede Solidarität mit Straßenrednern zurück, welche die ernstesten Interessen ihres Landes einzig dazu opfern, um von sich selbst reden zu machen. Bezüglich der Wahl Carot's und des Rücktritts Grevy's betont das „Journal de St. P4tersbourg", daß die Gesetzlichkeit dabei allerdings geschädigt worden sei - jetzt, wo die Ruhe wieder hergestellt worden sei, bleibe zu wünschen, daß Frankreich seinen Staatschef mit Achtung umgebe und das Parlament sich seiner verantwortlichen Pflicht erinnere und Carnot unterstütze, in Ruhe zu regieren und den Frieden zu sichern. Washington, 6. December. Der Kongreß wurde gestern eröffnet. Die Botschaft des Präsidenten wird für heute erwartet. Carlisle (Demokrat), welcher wieder zum Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt wurde, hielt eine Ansprache, worin er hauptsächlich die Nothwendigkeit einer Revision der fiskalischen Gesetze und einer Herabsetzung des Tarifs heroorhob, um eine große und gefährliche Anhäufung des Geldes im Staatsschätze zu verhüten Palmer kündigte eine Bill an wegen Einschränkung der Einwanderung. Danach soll jeder Einwanderer durch ein Zeuaniß des amerikanischen Consuls seines Distriktes darthun, daß er des amerikanischen Bürgerrechts würdig sei; andernfalls sei er an der Landung zu verhindern. Washington, 6. December. Die Botschaft des Präsidenten an den Congreß ist außergewöhllnch kurz und sie erörtert ausschließlich die Finanzlage. Die Wichtigkeit einer sofortigen Action zur Verminderung des Ueberflusses in der Staatskasse und zur Verhinderung weiterer Geldanhäufung in derselben wird besonders heroorgehoben. Die Botschaft besagt, der Ueberschuß des Staatsschatzes werde am 30. Juni 140 Mill. Dollars betragen und es sei absolut nothwendig, diesen Ueberschuß, dessen Anhäufung eine Gefahr für das Land sei, herabzumtndern; er schlage dem Congretz vor, die Abgaben auf Tabak, Wein und Spirituosen beizubehalten, im Uebrigen den Zolltarif unter möglichster Berücksichtigung der Interessen der amerikanischen Industrie und der amerikanischen Arbeiter anderweit zu gestalten. Aus Rücksichtnahme auf diese Interessen dürften jedoch die amerikanischen Industriellen nicht etwa das Recht herleiten, übertriebene Vortheile zu beanspruchen; die Herabsetzung des Tarifs müsse eine solche sein, daß sie weder der Beschäftigung noch den Lohnbezügen der Arbeiter Eintrag lhue. Er sei für die Aufhebung oder Ermäßigung der Wollzölle, ebenso für eine radikale Herabsetzung der Zölle auf von amerikanischen Industrien verarbeitete Rohstoffe oder für deren zollfreie Einfuhr und bitte den Congreß, diese wichtige Frage ohne alle Parteirücksichten zu erwägen. Briefe aus San Remo- (Nachdruck verboten.) IV. (Von unserem Special - Correspondenten.) E. C. San Remo, 4. December. Jupiter Pluvius treibt Heuer an der Riviera sein tolles Spiel. Kaum haben wir uns einige Tage an dem warmen Sonnenschein erquickt, da fährt er mit rauher Hand dazwischen und öffnet die Schleusen des Himmels. Der Sturm peitscht das Meer auf, das seine schäumenden Wogen gegen die Küste treibt, die gelben welken Blätter der Platanen wirbeln im Winde, der Rrgen fällt in Strömen nieder . . . An solchen Tagen wie gestern braucht man nicht Hypochonder zu sein, um sich einer griesgrämigen Stimmung hinzugeben .... Da tönen zuin Ueberfluß noch die getragenen Klänge eines Trauermarsches von der Straße herauf — ein Leichenzug bewegt sich an der Villa Cirio vorbei durch die Via Vtttorio Emanuele, der Kronprinz tritt an's Fenster und schaut ernsten Blickes dem feierlichen Conduct nach. Man erweist einem alten pensiontrten Osficier die letzte Ebre. Unter Vorantriit einer Militärkapelle folgen Deputationen verschiedener italienischer Regimenter tn ihrer kleidsamen Uniform, Kapuzinermönche in großer Zahl, brennende Kerzen, die aber der Wind und Regen verlöscht, in den Händen tragend, murmeln die Sterbegebeie . . . Das Volk läßt entblößten Hauptes den Letchenconbuct vorbetpassiren und verneigt sich gläubig vor dem Bilde des Erlösers, das auf hohem Krcuze vorangetragen wird. Leise verhallen die Klänge in der Ferne, der Kronprinz zieht sich vom Fenster zurück, das anhaltende Regenwetter verbietet ihm die gewohnte Ausfahrt. Das Allgemeinbefinden des Kronprinzen ist fortgesetzt ein gutes zu nennen und wenn auch die Aerzte über den eigentlichen Stand des Leidens das tiefste Stillschweigen bewahren, so ist man doch allgemein der Ansicht, daß kein Grund zu unmittelbarer Besorgniß vorliegt. Möchte die Vermuthung, die ich in meinem letzten Briese ausaesprochen, doch das Richtige getroffen haben- In das ewige Einerlei des Tages brachte am Donnerstag das Vorbeipassiren des deutschen Mtttelmeergeschwaders eine willkommene Abwechselung. Wie ich aus der heute eingetroffenen Post ersehe, liegen darüber in deutschen Blättern schon ausfübr- liche telegraphische Berichte vor; den großartigen Eindruck des Schauspiels, das die Lüste erfüllende Jubelgeschrei unserer Theerjacken, das von der Küste aus freudig erwidert wurde, die tiefe Rührung des Kronprinzen, die sich seiner bemächtigte, als er von dem Balkone aus grüßend mit der Hand winkte — zu schildern — dazu ist die Sprache zu arm. Zu bedauern blieb nur, daß die Schiffe nicht hier vor Anker gingen und unsere Landsleute an's Land setzten. Beim schäumenden Gerstensafte, der zwar nicht in der gleichen Güte und zu demselben billigen Preise wie in der Heimath hier in verschicnenen CafS's als „echt bayrisch" verschänkl wird, hätte es sich einige Stunden so hübsch von der fernen Heimath plaudern lassen. Rach dem gestrigen Sturm und Regen war heute wieder besseres Wetter ein- getreten und der Kronprinz benutzte den Vormittag, um einen Gang in die alte, theils noch in Trümmern liegende Altstadt zu machen. Ich folgte ihm in gemessener Ent- ernung und war Zeuge, wie sein herzgewinnendes Wesen die einheimische Bevölkerung, die der deutschen Sprache schon das Wort „Kronprinz" abgelauscht, gefangen' nahm, wie sie sich männiglich freute, von einem Gruße des Kronprinzen beglückt worden zu fein. L. v. S. I o { a h i Gießen, 7. December. Im Erker der Reiber'schen Möbelhandlung am Seltersweg findet sich soeben ein Oeldruckblld, betitelt „In höchster Roth", ausgestellt, welches die Aufmerksamkeit aller Vorübergehenden zu fesseln geeignet erscheinen dürfte. Wir sehen hier in höchster Roth ein gestrandetes Schiff, welchem eine wackere Rettungsmannschaft zur rechten Zeit Hilfe bringt. Das Bild selbst ist ganz vorzüglich her- gestellt und dürfte sich auch als Weihnachtsgeschenk eignen, zumal mit einem Verkauf desselben ein kleiner Procentsatz deS Erlöses in die Kasse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger fließt. Eine allenfallsige Bestellung wird der hiesige Vertreter der Gesellschaft, Freiherr v. Jungenfeld, gewiß gerne entgegennehmen. Gießen, 7. December. (Theater.) Wegen der Vorbereitungen zu vr.Oscar Blumenthal's neuester Dichtung „Ein Tropfen Gift" bleibt das Theater am Donnerstag geschlossen. Das hochinteressante Stück, welches überall sensationellen Beifall gefunden hat und gegenwärtig über säinrnllichc deutsche Bübnen geht, wird unserem Publikum am Freitag Abend zum ersten Male vorgeführt. Am Samstag findet eine Schüler-Vorstellung für die Zöglinge der hiesigen höheren Schulen statt und gelangt gelegentlich derselben der mit so großem Beifall aufgenommenc „Königslieutenant" von Carl Gutzkow zur Aufführung. Die Vorstellung beginnt um 6 Ubr und kostet ein Schülerbillet 50 Pfg. Vermischte S. △ Mainz, 6. December. Gelegentlich einer gestern stattgehabten Besichtigung unseres Theaters auf dessen Feuersicherheit durch die städtische Theatcrdeputation sprach man sich, unter voller Anerkennung der hier getroffenen Sicherheits- und Lösch- maßregeln, einstimmig dahin aus, daß als definitiver Schutz gegen Feuersgefahr einzig electrische Beleuchtung anzusehen sei und daß deßbalb deren Einführung in dem hiesigen Theater angestrebt werden müsse. Die städtische Commission faßte in dieser Beziehung keinen bestimmten Beschluß, sondern wird sich zunächst erst darüber verlässigen, wie sich die electrische Beleuchtung bei anderen Theatern bewährt hat und welchen Kostenaufwand deren Einführung hier erfordern soll. Von dem Resultate dieser Voruntersuchung hängt es ab, ob die Deputation bei der Stadtverordnetenversammlung die Einführung des electrischen Lichtes im Theater befürwortet. A Main», 6. December. Im Auftrage des Kriegsministeriums in Berlin fand letzter Tage durch Vertreter der hiesigen Conservenfabrik und des Proviantamts eine Besichtigung der in Bischofsheim von der Firma Koch hier angelegten Hammelsschlächterei statt. Hauptsächlicher Zweck der Besichtigung war, zu prüfen, ob sich diese neue Anstalt, welche binnen Kurzem bedeutend vergrößert werden soll, im Falle einer Mobilmachung für die militärische Verproviantirung verwenden läßt. — In dem nahen Kastel stürzte heute Morgen ein 4jähriges Kind durch das Fenster von dem dritten Stockwerk eines Hauses auf die Straße, ohne sichtbare Verletzungen davon zu tragen. A Vom Rhein, 6. December. Der von Mainz kommende Schleppdampfer „Tauerei Köln I" ist heute Vormittag tn Bingen aufgefahren und erhielt Leckage. Tie Auspumpungsarbeiten werden mit allem Eifer betrieben, um die gefperrte Fahrstraße möglichst rasch wieder frei zu machen. Literarische». — In der I. Ricker'schen Univ.-Buchhandlung dahier steht eine französische Ausgabe der Illustrationen A. Menzels zu den Werken Friedrich» des Großen zur Ansicht. Es ist nicht nöthig, dies Kunstwerk des ersten deutschen Malers zu empfehlen, welches sich zumal hier in prächtiger Ausstattung bietet. Die Gelegenheit zur Erwerbung eines unvergänglichen Schatzes, in welchem König und Künstler sich die Hand reichen, wird kein Liebhaber vorübergehen lassen, besonders wo der Preis durch günstige Umstände von 50 auf 25 gesetzt werden konnte. firür den Weihnachtstisch. Zu den sinnigsten und vornehmsten Weihnachtsgeschenken gehören offenbar diejenigen literarischen Erzeugnisse, welche dazu bestimmt sind, die edelsten Empfindungen im menschlichen Herzen wackzubalten und den Geist auf das Schone und Edle zu richten. Rach dieser Richtung hat C. A. Koch's Verlagsbuchhandlung (I. Sengbusch) in Leipzig eine Reihe sehr glücklicher Griffe gethan, indem sie von zwei der beliebtesten Schriststellerinnen, Elise Polko und Helene S t ö k l, mehrere Werke herausgab, welche in reizender Mannigfaltigkeit jeden Weihnachtstisch zieren und jedes Herz erfreuen dürften. Diesen Werken voran steht zumal Elise Polko's Buch „Born Herzen zum Herzen" (Leipzig, C. A. Koch's Verlag. Preis eleg. geb. 2 40 vM), in welchem ein lierempfindendes Frauengemüth in ebenso anmuthiger als sinniger Weise das berühmte Thema vom menschlichen Herzen und seinen Räthseln behandelt. Daran reiht sich von derselben Verfasserin ein ganz neues, reizendes Geschenk, eine »Damenschreibmappe" mit Sprüchen für das weibliche Leden und Auszügen aus Der Blumen- und Fächersprache (Leipzig, C. A. Koch's Verlag. Preis elcg. ausgestattet 3 Jfc). Handel und Verkehr. — (Weihnachtssendungen.) Das Reichs-Postamt richtet auch in diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit die Packetmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammei - drängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet. Die Packeie sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln, Cigarrenkisten :c. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Vackete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Packet gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Post-Packetadressen für Packetaufschriften nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungsortes muß stets recht groß und kräftig gedruckt ober geschrieben sein. Di« Packetaufschrift muß sämmtliche Angaben der Bcgleitadrcsse enthalten, zutreffendenfalls also den Franko- vermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, ben Vermerk der Eilbestellung u. f. w., damit im Falle des Verlustes der Begleitadresse das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Packeten nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirks (C„ W. SO. n. f. w.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn die Packete rrankirt ausgeliefert werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des Deutschen Reichs- Postgebiets beträgt bis zum Gewicht von 5 Kg. 25 H auf Entfernungen bis 10 Meilen, 50 H auf weitere Entfernungen. Schwarze Seidenstoffe v. Mk. 1.25 bis 18 65 p Met. (ca. 150 versch. Qual.) — Atlasse, Fallle Franpalse, Moscovite, Molree, Slcillenne, Ottoman, „Monopol“, Rhadames, Grenadlnes. Surah, Satin mervellleux, Satin Luxor, Damaste, Ripse, Taffete etc. — vers. roben- und stückweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-D6pöt <3. Hennberg (K. u- K. Hoflief ) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 7519 Loeflunds Algäiier-Rafim-Milch vo"kr°"men ohne Zucker condensirt, unverdünnt als frischer Rahm, mit Wasser als Alvenmilch zu gebrauchen. Für Kranke und Kinder ärztlich empfohlen. Per Büchse 65 Pfg. T^npfllinds Kinflprmilrh aus Alpenmilch mit Weizen-Extrakt con- .uueiiunus IXlIlUt*! innen bcnfirf. für Säuglinge die gedeihlichste und zuverlässigste Nahrung, besonders bei gestörter Verdauung. Per Büchse JL 120. In allen Apotheken, en gros von Ed. Loeflund in Stuttgart. 8055 Kirchliche Anzeigen der roangrl. Gemeinde. Donnerstag, 8. December, Abends 8 Uhr, Adventsandacht in der Kirche, Pfarrer Dingeldey Allgemeiner Anzeiger. M-E.aß. (£forg Mrr, Spengler, empfiehlt 9110 alle Arten Spielwaaren für die Puppenküchen in schöner Auswahl. Ein gut erhaltener leichter Oeconomie« wagen, sowie Pflug und Egge preis- würdig zu verkaufen bei 9120 Philipp Weller, Klein-Linden. 3 Ziegen sind Verhältnisse halber preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei 9107 Wirth Schäfer, Schiffenbergerthal- Eine Parthie sehr gut gearbeitete ältere 9032 kiMiMtM, Portemonnaies etc. verkaufe ich, wegen Aufgabe dieses Artikels, zu und unter Fabrikpreisen. Friedl*. Bang,fSeltersweg 25. 9108 Trockener Dielensan- wird so- I 9111 Einige Sopha'S sollen billig vera fort abgegeben Asterweg 48. I kaust werden. Alicenstraße 24. Neuheiten!! G ss T3 9100 Ntterarische Weihnachts - Novitäten 5 JL zu 2099 Gr. Gerichtsvollzieher. 9116 cß. cK/ü&n. Einige Urtheile der Prester Passende Geschenke in Holzschnitzereien Klappsessel, Blumentische, 8972 7 7 Neidhart, Gerichtsschreiber. Klavierstühle, Schirmständer, Etageren, Lalontische. envplUMt 9101 Das Montieren der Stickereien gratis.; W und Antiquariat (ML Baltz) Gießen. Bekanntmachung. Zur Empfangnahme bezw. Betschreibung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkaffe angelegten Capi- talien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Geschäftslage fest- Freitag^ den 9. d. M., Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Cassaschrank, 1 Pianino, 1 größere Quantität Wolle, 10 Bände Brehm's Thierleben, 1 Büffet, 1 Verticow, 10 Wirthstische, 1 Handkarre, 3 Kleider- und 2 Küchenschränke, Sopha's, 2 Kommoden, Spiegel, Bilder rc. Gießen, den 6. December 1887. Engel, BielefelderSinger-Stahl- dräbmaschinen. Beste und vollkommenste Maschine der Gegenwart Absolut geräuschlose Gangart. 5jährige Garantie. Solide Preise. Th. Kranefn^, [9109 Nähmaschinenhandlung, Bahnhofstr. 44. X William Shakespeare ♦ und Altengland. ♦ Erzählungen aus der Regierungszeit ♦ Elisabeths. Der reiferen Jugend gewidmet von Oskar Höcker. Mit sechs Illustrationen in Photoaquatinta. Georg Eher«, Elifön. Ein Wüstentraunt. Julius Wölfl*, Das Recht der Hagestolze. Felix Hahn. Bis zum Tode getreu. Oscar von Redwitz, Hymen. Wallace, Ben Hur. 15. Dienstag 16. Mittwoch 17. Donnerstag 18. Samstag 19. Dienstag 20. Mittwoch 21. Donnerstag 22. Samstag Wallthorstraße 21. gesetzt und zwar: 1. Donnerstag i 2. Samstag 3. Dienstag 4. Mittwoch 5. Donnerstag 6. Samstag 7. Dienstag 8. Mittwoch r 9. Donnerstag 10. Samstag 11. Dienstag 12. Mittwoch 13. Donnerstag 14. Samstag Ieilgeöolenes. Geflügel täglich: franz. Enten u. Capaunen rc. bet [9123] C. G. Kleinhenn. Einträge in dss Handelsregister Gr. Amtsgerichts Gießen vom 6. December 1887. 1) Die von Siegmund Heichelheim, Inhaber der Firma A. H e i- chelheim in Gießen dem Jacob Neustadt ertheilte Procura wurde zurückg^ogen. 2) Wilhelm Attig in Gießen betreibt daselbst seit 2. d. M. ein Manufacturwaarengeschäft unter der Firma seines Namens. Als nützliches Weihnachtsgeschenk zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit eignen sich Badewannen, Badeöfen, Waschtoiletten etc., welche am 7«, 8., S. und 10. d. M. unter Fabrikpreisen SelterSweg 22 ausverkauft werden. 9104 beziehen durch Fehsenfeld’s Universitätsbuchhandlung Grosse Auswahl Tücher, Pellerincn, Kopf- Shawics, Hauben in Wolle, Seide und Chenille, gehäkelte Kinderkleid- chen, wollene Damen- und Herren-Westen, Handschuhe, Strümpfe, Pelz muffen, Kragen und Baretts, Tricottaillen. 8086 A. Holterhoff Söhne, Mäusburg W. Mänsbnrg IO. den 8. Dezember 1887, :: 13. „ 17. :£ : 24. " 27. • 28. „ 29. „ 31. sowie Die Einleger werden daher aufgefordert, ihre Schuldscheine vorzulegen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 29. November 1887. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr. Robert Haas, Seltersweg 18. Mein diesjähriges Weihnachtslager bietet eine reiche Auswahl in Capotten und Tüchern in Wolle, Seide und Chenille, Kinderkletdchen in Tricot und Wolle, Tricottaillen (Winterwaare, von JL 2.50 an), Westen, Peüerinen, Rüschen, Bändern, Perlwesten, Jabot und Chenillekragen, Barben und Echarps, -Eine große Parthie Wolltücher (neue Deff ), Damenwesten, Plüschkragen verkaufe bedeutend unter Preis. Kragen und Manschetten, Shlipse, Taschentücher, sehr billig. Damen- und Kiuderrocke, gestrickt und in Flanell, verkaufe ich besonders billig. , „ ~ f . ... Glace-Handschuhe prima Qualität in allen Warben und Langen. Seidene Ballhandschuhe. 90ol Zeitungsmappen, Säulen, Rauchtische, Garderobehalter, Cigarrenschränke, Geigenständer, den 3. Januar „ 10. „ 11. „ 12. „ 14. fitz. w. Stoapects «ytatv» wn3 franco. 0^^eÄA^aXc/vvd