Rr. 106. Zweites Blatt. Sonntag den 8. Mai 188«. tCBCiicr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ettttaU t SchukHraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Der preußische Landtag hat seine Arbeiten in der Hauptsache erle- digt und so steht seinem für nächsten Dienstag angekündigten Schlüsse nichts entgegen. Der Reichstag dagegen muß länger ausharren, da seiner vor Allem noch die wichtigen steuerpolitischen Ausgaben harren; dann aber strömt ihm jetzt au« den Commisstonen eine reiche Fülle von Arbeitsmaterial zu, während zugleich noch immer neue Vorlagen, wie z. B. die Jnnungs-Vorlage, eingehen. Selbst wenn der Reichstag dar bisherige flotte Arbeitstempo auch ferner beibehält, ist an den Schluß der Session vor Mitte Juni kaum zu denken. Dai kirchenpolitische Thema wurde in dieser Woche wiedereinmal durch die „Nordd. Allg. Ztg." berührt, welche eine neue Serie diplomatischer Actenstücke zur Vorgeschichte des Kulturkampses veröffentlicht. Er find Depeschen vom Ausgange des Jahres 1869 und aus der ersten Hälfte des Jahres 1870, ine zwischen dem Berliner auswärtigen Amts und dem damaligen preußischen Gesandten beim Vatikan, dem bekannten Grafen Arnim, und welche sich auf das ökumenische Concil vom Jahre 1870 beziehen. Durch die Veröffentlichung dieser „Kulturkamps-Depeschen" soll ber Nachweis geführt werden, daß die preußische Politik dem vatikanischen Concil gegenüber eine reservicte gewesen uhö trotz des Drängens des Grasen Arnim, eine opponirende Stellung gegen das Concil einzunehmen, auch geblieben sei und soll hiermit der Behauptung dcr Centrumspoutlk, daß in der Haltung der preußischen Regierung gegenüber dem Concil der Keim des Kirchenkampfes zu suchen sei, entgegentreten werden. In Anbetracht des Friedensschlusses zwischen Preußen und der Kurie können indessen die veröffentlichten Depeschen kein actuelles Interesse mehr beanspruchen. m Oesterreich wird das allgemeine Interesse gegenwärtig durch die Budget-Verhandlung en des Abgeordneten - auses in Anspruch genommen, welche ganz den Charakter hochpolitischer Ai. ^nandersetzunaen tragen. Das Cabrnet Taaffe ist hierbei gerade nicht aus Rosen gebettet, denn von Seiten der deutschen Opposttion werden schonungslos all' Die Fehler und Sünoen des efcigen „Versöhnungs-Systems" in Oesterreich ausgedeckt und die Vertheidigung der Regklungsvertteter kann man gerade keine glänzende nennen. Die Verhandlungen zeigen durch die Ausführungen verschiedener slavischer Redner zugleich wieder ejnmal die Begehrlichkeit und Sondergelüste der österreichischen' Slaven in ihrem vollen Lichte. So gab der slovenische Pfarrer und Abgeordnete Gre- gorec ganz ungescheut seiner Hoffnung auf den baldigen Untergang des Dualismus und Errichtung eines großen südstavischen Königreiches unter österreichischem Scepter Ausdruck und wenn die Dinge in Oesterreich so weiter gehen, werden | täter vom 13. März. Nicht sämmtliche 15 Angeklagten sind zum Tode ver- urthellt worden, wie es anfänglich hieß, sondern nur 7; die andern 8 wurden zu Zwangsarbeit in Sibirien von 2 bis 20 Jahren verurtheilt. Der officiöse Petersburger Telegraph hat über diesen Ausgang des Proceffes und natürlich noch weniger über dessen Einzelheiten keine Silbe gebracht und ist man hierbei lediglich auf private Meldungen angewiesen. Dieselben wissen auch ferner zu berichten, daß sich durch den Proceß die Existenz von vier nihilistischen Comitö's, in Petersburg, Wilna, Charkow und Kiew, ergeben habe; es heißt sogar, daß die nihilistischen Verbindungen bis nach Sibirien hineinreichen. Das italienische Cabinet Depretis ist mit einer Reihe von Entwürfen militärischer Natur, die sich zumeist auf eine bedeutende Vermehrung des italienischen Heeres beziehen, vor die Kammer getreten. Dieselben haben sich zwar in der Kammer einer günstigen Aufnahme zu erfreuen gehabt, aber erst der Gang der parlamentarischen Berathungen wird über die eigentliche Stimmung des Parlaments gegenüber den Militärvorlagen Ausschluß geben. Jedenfalls wird die Abstimmung hierüber die erste ernstliche Probe sein, inwieweit das reconstruirte Ministerium Depretis auf eine zuverlässige Mehrheit rechnen kann. — König Humbert und seine Gemahlin Margarita weckten anläßlich der Enthüllungsfeier des Victor-Emanuel-Denkmals mehrere Tage in Venedig, wo das Herrscherpaar Gegenstand begeisterter Ovationen war. — Die Italiener haben am Rothen Meere einen neuen energischen Anlauf genommen. Der Oberstcommandirende, General Saletta, hat die ganze Küste von Maffauah in Blokadezustand erklärt und den Handelsverkehr mit den Abeffyniern und Abessynien längs der blokirten Küsten verboten. Jedes diesem Verbote Zuwiderhandelnde Schiff soll vor ein in Maffauah einzusetzendes Prijen- gericht gestellt werden, welches über Schiff und Ladung völkerrechtlich erkennt. Vielleicht erwachsen den Italienern selber aus der Blokade Unannehmlichkeiten. Univerfttäts - Ghronik. — Dr. Renk, Privatdocent Der Hygteine an der Universität München, ist in das Kaiserliche Reichs-Gesundheitsamt berufen worden, um die Funktionen des zum ordentlichen Professor in Göttingen ernannten Regierungsraths Wolfshügel zu übernehmen. — In der philosophischen Fakultät der Universität Bonn baden sich Dr. phil. Hermann Minkowski und Dr. phil. Eugen Huisak als Prioatdocenlen habtlitirt. — Dr. Schwab, langjähriger Assistent am landwirthschaftlichen Institut in Halle, hat den an ihn ergangenen Ruf, die Leitung einer neu zu gründenden agrikultur-chemischen Versuchsstation in Surabaja auf Ost-Java zu übernehmen, nach längeren Verhandlungen abgelehnt. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brirrgorlok«. y-P’-di «Unft beinnpn 2 Mar' M) Wochen-Ueberstcht. I vielleicht die Erwartungen des slovenischen Pfarrers nicht mehr als blöke Gießen, 7. Mai. I Phantastereien erscheinen. B Die Besichtigung der drei Bataillone des ersten Garde-Regi- Die im vorigen Jahre durch die abträgliche Haltung der Reqieruna in's ments, welche Kaiser Wilhelm am vergangenen Dienstag in Potsdam Stocken gerathene alt katholische Bewegung in Nordböhmen mackt vEhm, hat wieder einmal den erfreulichen Beweis von der Frische und seit der Zulassung des Vereins der Altkatholiken in Oesterreich unleugbare Rüstigkeit des hohen Herrn geliefert und darf man hieran die Hoffnung knüpfen, Fortschritte. Graf Taaffe hatte im vorigen Jahre als Leiter des Ministeriums daß der greife Monarch auch den ferneren Besichtigungen der Garoetrnppen des Innern die Vereinsdildung aus dem Grunde verboten, weck nach den wird verfönlich beiwohnen können. Bezüglich ber Uebersiedelung des Kaisers Satzungen des Vereins demselben nicht nur Altkatholiken, sondern auch blosi nach Babelsberg steht noch nichts Bestimmtes fest und ebenso scheinen noch keine Freunde der altkatholischen Sache beitreten können. Das Reichsgericht bar bestimmten Dispositionen hinsichtlich seiner Frühjahrsreisen getroffen zu sein, jedoch über Anrufung das Erkenntniß gefällt, daß diese Bestimmung kein qesetz doch wird angenommen, daß in der ersten Juniwoche die Abreise des Kaisers licher Grund des Verbotes und dieses somit gesetzwidrig sei. Wiewohl nun nach Ems zum Gebrauche der gewohnten Badekur erfolgt. Dagegen wird die die Entscheidungen des Reichsgerichts nicht gleich jenem des Verwaltunas- Kaiserin bereits am 14. Mai Berlin verlassen und sich zunächst nach Baden- Gerichtshofs Exekutivkraft besitzen, sondern nur eine principielle Bedeutung Baden zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalte begeben. Die Trink-Kur des haben, hat das Ministerium doch das Verbot der Vereinsbildung aufgehoben deutschen Kronprinzen in Ems neigt sich ihrem Ende zu und ist dieselbe vom Seitdem aber die Bildung des Altkatholikenvereins in Nordböhmen durchqesührt besten Erfolge begleitet gewesen; wahrscheinlich wird der Kronprinz noch eine worden, vergeht keine Woche, wo sich nicht in der einen oder anderen Stadt Nachkur in Ku singen gebrauchen. eine Vereinsgruppe bildet, wozu zum Mindesten 15 Mitglieder gehören. Und Die am Donnerstag erfolgte Wiederaufnahme der Plenar-Verhand- diese organisirte Propaganda hat auch bereits zu einem Massenübertritt ac- ' lungen des Reichstages hat den Pulsschlag des parlamentarischen Lebens führt. In Arnsdorf bei Haida haben nämlich im Laufe dieses Monats in roieöerum beschleunigt, namentlich da wahrscheinlich schon am Freitag die erste Folge einer am 27. März stattgehabten vorbereitenden Besprechung und einer Lesung des Branntweinsteuer-Entwurfes auf die Tagesorvnung des Reichstages am 3. April abgehaltenen Volksversammlung, in welcher der altkatholische gesetzt worden ist. Hiermit wird die Frage der Steuerreform für die nächste Pfarrer Nittel von Warnsdorf einen Vortrag hielt, 70 Familien mit zusammen Seit abermals das öffentliche Interesse in erster Linie beherrschen und schon die *83 Personen bei der B^irkshauptmannschaft ihren Austritt aus der römisch- großen Mehrsorderungen, welche der Nachtrags-Etat enthält, machen eine baldige katholischen Kirche und ihren Uebertritt zum Altkatholicismus angezeigt. Dem Regelung dieser hochwichtigen Frage dringend nothwendig. Bekanntlich hat die deutschen Volke in Nordböhmen ist eben die geläuterte altkatholische Kirche be- Reichsregierung die anderweitige Besteuerung des Branntweins und des Zuckers sonders entsprechend, und es ist daher nicht zu zweifeln, daß dieselbe ohne ein als die geeignetsten Punkte, in denen die Hebel ber Steuerreform einzusetzen neuerliches Dazwischentreten der Regierung eine zunehmende Anziehungskraft seien, in’« Auge gefaßt und es steht zu hoffen, daß diesmal die parlamen- üben wird. torische Erörterung hierüber zu einem ersprießlicheren Resultate führen wird, Die bernerkenswertheste Kunde, welche in dieser Woche aus als in den letzten Reichstags-Sessionen. Den bevorstehenden steuerpolitischen Rußland kam, war diejenige vom Ausgange des Proceffes gegen die Atten- Debatten im Reichs-Parlamente sind ähnliche Verhandlungen int preußischen ------- " r" '*’* ' ~ ~ Abgeordnetenhause fast unmittelbar vorsusgegangen. Schon am Montag führte daselbst die Berathung des dem Landtage noch zugegangenen Nachtrags- Etats zu einer lebhaften Erörterung der Frage der Steuerreform und die am Donnerstag stattgefundene Verhandlung über den confervativen Antrag auf Erhöhung der Getreidezölle hat eine noch umfassendere Behandlung dieser Frage gebracht. Außer dem erwähnten Anträge liegen dem Abgeordnetenhause noch zwei andere, sich ebenfalls auf das genannte Thema beziehende Anträge der Conseroatiom vor, von denen der eine auf Einführung einer Kapital-Renten- fteuer, ber andere auf Verzehnfachung des Zolles auf Schafwolle zielt. In sämmtlichen Anträgen spiegeln sich Wünsche wider, welche durch die obwaltenden Verhältnisse als nicht gerechtfertigt erscheinen und vermuthlich wird denn auch das Abgeordnetenhaus über die agrarischen Forderungen zur Tagesordnung übergehen. f o f a l H. Gießen, 7. Mai. sStadtverordnetensitzung vom 5. Mai, Nachmittags 4 Uhr.l Anwesend Herr Bürgermeister Bramm, die Herren Beigeordneten Gnauih und Keller, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Batst, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Hornberger, Jughardt, Kauf, Ad. Noll, August Noll, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Herr Bürgermeister Bramm bringt vor Eintritt in die Tagesordnung zur Kenntniß, daß der Zeichnenlehrer Herr Gerhardt in seine Stelle an der stadMwen Volksschule eingetreten sei. — Der Herr Bürgermeister theilt ferner ein Schreiben Des Herrn Directors Vigelius mit, in welchem derselbe seinem Danke für bte rym gewordene Entlastung durch Bestellung zweier Oberlehrer mit den besten Wumchen Tut das fernere Gedeihen der städtischen Schulen Ausdruck verleiht. Der A^irag oes Herrn Bürgermeisters, Herrn Dlx/ctor Vigelius für dessen seitherige vorzügliche, den gen. Anstalten geleisteten Dienste schriftlich den Dank der Stadtoerordnetm-Versamm- I hing auszusprechen, findet einstimmige Annahme. — Die in der vorigen Sitzung | tokslund's echkrs Msh ErtraKt s Mää’SÄ* ;<=«--.... »lutarmuE das'mit «alt bT -7 /--ichsucht" und schwächliche Kinder empfohlen. Da/ neue Mtitel Loe«nn»>^^Eebr«sthran für w>rd bei zehrenden Krankheiten mit beftem SrfoFge mÄWJ n?obei ausdrücklich zu verlangen: °°n Ed. Loeflunb^in Siuttgatt" ^"""eten. , , S.~, lEme Mahnung für Frauen und Mädchen.? $on ärztlicher Seit- wirt. °!?tÄs Mahnung veröffentlicht: „Die jetzt beliebten hvchfchnürendeu ™r-Jür d>e wichtigsten menschlichen Organe, be- °5d-rs chad ch für Heranwachsende Mädchen. Von den Hüsten bis unter di? Achseln preffen l'e die Gedärme, Leber, Magen, Herz und Lung-in einer S fcV ft dncn von der Natur angewiesenen Verrichtungen unterdrückt werden 1mn„f?1n8 mnrf,/,er6lnb^t' .»ur Verdauung erforderlichen Dor- und Rückbkwks- 2”|U t»e 8unße wird beim Atbmen gehemmt, sich vollständig auszu- dehncn -c. Die ersten Folgen davon sind: Gestörter Blutumlauf, mangelhafte Ver- dauung, verdorbene Safte, Blutandrang noch dem Kopfe, Angstgefühl, oft nur die Seltenste ift" ™(“nb ?^rechen, unter denen die Schwindsucht nicht das S-eltenttc ist. JBtr seine Töchter oder bt< ihm anvertrautcn jungen Mädchen lieb bat sollte sie veranlafsen, der Modethorhcit der hochschnürenden Corfetts zu entsagen und zu den früheren niedrigen Corfetts zurückzugrcifcn, die dem Körper eine freie Haltung fronenn' °°r Druck der Rockbändcr schützen, ohne die Organe ungebührlich ein? Germ Ls ch r e ” sLebensalter der verschiedenen Handwerkers Aus der Berufsftatistik wurde kur-uch der Procentsatz Derjenigen, welche bei einem Alter von mehr als 60 Jahren ^ ^'ch-'denen Handwerken noch thätig sind, festgestellt und ist man dabei, nach ^ommunalblatt , zu folgenden Resultaten in Procenten gelangt- Spinner 4PV^' Wirker 35,5, Weber 21,7, Böttcher 18, Seilir 17 5 Drechsler 16,8, Korbmacher 16,2, Glaser 16, Schornsteinfeger 15 8 Kammmacker isV Zi-n-n-r-r ".«.Tischler 13,7 Töpf-r 13,6,' Jtu?ferfim?Ä?13 4,Vau“! Schuhmacher 13, Dachdecker 13, Stellmacher 12,9, Schneider 10 6 Schlosser 12,2, Uhrmacher 12,1, Zeugichmiede 11,3, Sattler 112 Fleischer 10 5 Ror- biere 9 4 Klempner 8,9, Bäcker 8,4, Maler 8,2, Vergolder 8,1 Tape i-rer 8 vCt An M-bIrn°unbM'k zunächst dl- starke Vertretung des Greisenalters unter den Spinnen! Webern und Erkern auffällig. Im Uebrigen sind große Unterschiede in der Ver' 5^“nrg Mtersklassen im Handwerk zu bewirken. Wo dieselbe, wie bei D^lern, Vergoldern, Backern, Fleischern, Klempnern, eine sehr geringe ist da dürfte quc^ bte ©tnroirrung des Gewerbes auf die Gesundhettsverhäitnisse mit Ivrechen jedoch wohl nicht überall und auck nicht entscheidenddenn e« kaum erklärlich, wie die Tapezierer die letzte Stell? einnehmen könnten W ift pä oT ^^rherbestimmung von Nachtfrösten.^ Nach der Meteorolog. Zeitschr." ist es A. Kammermann von der Sternwarte in Genf gelungen, mit Hilfe des feuchten ^hermometers die tiefste Temperatur der nächsten Nacht oorauszubestimmen. b - erLu:n ein gutes hunderttheiliges (Celsius) Thermometer das ecke von Mousse»»^ Z^beintheilung hat Dieses wird an seiner Kugel mit einer Hülle ?p°fhp nnult!!? * 1 Einer einfachen Lage weicher Leinwand eingewickelt und btt- ,ebn SflummnSpn Ieruf^ße.^fien:.- gelingt bies vollkommen, wenn man etwa Lrhott Sleichmaßig über bte Thermometerkugel vertheilt unb unter der- felben zusammenknupft ober flechtet. Das herabhängende Ende dieser Fäden läßt man in ein unterhalb angebrachtes, mit Wasser gefülltes Gefäß tauchen. Auf dem Wege der Haarrohl^en-Anziehung wird die Thermometerkugel so stets feucht gehalten Dor dem Gebrauch muffen sowohl die Thermometerhülle wie auch die Baumwollefäden in mSn"1' 3Baffer ausgewaschen und auch für die Folge sehr reinlich gehalten Sufftprr.mn h Feuerung derselben ist mindestens jeden Monat vorzunehmm. Die Aufstellung des so vorbereiteten Thermometers geschieht im Freien an ^inem vor Sonnenstrahlen und auch vor den Ausstrahlungen des Hauses geschützten Orte • man benuken^M^ch "nen innerhalb weiß angestrichenen, nicht zu stark gelüsteten Kasten t nun die Dorausbestlmmung der bekanntlich oft sehr schädlich wirkenden f«^ b h b e .em „ d'°s°lbe °uf der von finmmermann beobachte" "That “ . , . . aufe der Nacht, d. h. von Sonnenuntergang bis Sonnenauiaana -nt ret-nbe mebngfte Temperatur stets noch 4°C. geringer ist als bas stuck!-Tbermo- ?+?• ÄftÄ'ii Sobald also bas feuchte Thermometer Nachmittags ■ q r c * muiedriger herabsinkt, ist ein weiteres Herabgehen der Temperatur !m £,a“fc. b!r Nacht unter den Gefrierpunkt unb mithin Nachtfröste zu erwarten Na» Ü le8t «-machten Beobachtungen sind die auf diese West - ha tenen Resul a^ ziehm können^'" Unb iUD£rläffi8c Ullb bic *«1« wirb hiervon großen Nutzm aemüselVst 8-it Mr Köchinnen unb wirthfchaftliche Hausfrauen, bte Dst o ä am im «et er '^°"»5'blickUch, geht halb ihrem Ende entgegen. In heaehrX°u>bewahrten Kohtkopfe, bie Rüben und ähnliche für bie Stiebe unb haben d7e bunarch»?sn-/b 8-uf? bc§ Winters bem finsteren Gelaß entnommen UNV yaoen Vie hungrigen Esser zum würzigen Mahle einaeladen ^r-'tit sind die Kellen MM8WS schmeckendem Feldsalat besetzen können! ? ''?au^rau !^rcn Mittagstisch mit wohlanläßlich eines Gesuches berührten Etgenthumsverhältniffe bei mehreren Grundstücken in den Wingerten bilden den ersten Gegenstand der Berathung. Es steht fest, daß verschiedene Parzellen an der Hardt und in den Wingerten größeren Flächeninhalt besitzen, als in den Grundbüchern angegeben. Diese Verhältnisse rühren nach Darlegungen des Herrn Geometer Buttron von früher her, wo der Flächeninhalt nicht auf Messung, sondern auf Schätzung beruhte. Da tndeß das Eigenthum an dem überschießenden Flächeninhalte mehrerer der in Rede stehenden Grundstücke nicht nach- gewtesen werden kann, so beschließt die Versammlung, die Sache auf sich beruhen zu lassen. — Bezüglich der Herstellung des Wegs in den Wingerten, welche auf Veranlassung mehrerer Eingaben vorgenommen iverden sollte, inzwischen jedoch ebenfalls Nachforschungen über die Etgenthumsverhältniffe daselbst angestellt werden mußten wurde beschlossen, die Herstellung bis zum Herbst zu verschieben. — Den Feldweg nach Wismar betreffend, welcher vor längerer Zeit zum Theil restaurirt wurde, hat die Baudeputation beantragt, von weiterem Ausbau abzusehen, dagegen dahin zu wirken daß fragt. Weg als Kreisstraße betrachtet werden solle. Die Versammlung ist mit dem Baudeputations-Antrag einverstanden. — Von Köntgl. Eisenbabn-Directiou sind die Pläne zur Überführung des Weges an der Rüssing'schen Wirtschaft eingesandt worden. Danach wird beabsichtigt, die Ueberbrückung mit 7 Meter breiter Fahrbahn herzuftellen die^ Zufuhrwege in Breite von 10 Metern anzulegen. Desgleichen ist in den ^Planen eine Verlegung des Güterschoppens auf die Seite der Schlessinger'schcn Besitzung in Aussicht genommen. (Dem Frachtoerkehr in unserer Stadt würde dadurch ein eminenter Hemmschuh angelegt werden.) Die Baudeputation hat beantragt ersteres Project nicht zu beanstanden, ohne indeß einer etwaigen Verlegung des Güter! schuppens der Köln-Gießener Bahn auf die andere Sette zuzustimmen. Die Versammlung erklärt, sich mit dem Project nicht einverstanden, will vielmehr, daß die Zufuhrstraße in senkrechter Richtung in die Frankfurter Straße mündet und auch bestimmte Angaben über die zukünftige Lage des Güterschuppens gemacht werden — Da Herr Andreas Euler mit den ihm zur Ausführung seines Neubaues in'der Nordanlage gestellten Bedingungen, unentgeltliche Hergabe des in die Straßenfluchtlinie fallenden Geländes und Anerkennung der Bestimmungen des Localbaustatuts einverstanden ist, so wird die Zustimmung ertheilt. — Herr Karl Mette welcher sich mit seinem von der Polizei beanstandeten Bauprojecte an Großh. Ministerium mit der Bitte um Dispensirung von den Bestimmungen der Bauordnung gewendet findet in der Versammlung Befürwortung seines Gesuches. — Das Gesuch des Herrn Herr Walldorf wegen Bestehenlasfens seiner Bude auf dem Oswald's Garten wird ab gelehnt. — Der Voranschlag der Realschule und des Realgymnasiums für die Finanz Periode 1888/91, zu dessen Erläuterung Herr Realschuldirector Rod nagel erschienen rft, wird genehmigt. Der Voranschlag weist in seinen „sachlichen Ausgaben" wesentliche Veränderungen gegen frühere Jahre nicht auf, dagegen in den Kapiteln „Besoldungen und persönliche Ausgaben". Hier haben sich Erhöhungen der Beiträge herausgestellt veranlaßt durch die Vermehrung der Lehrkräfte um 2 akademisch gebildete Lehrer' Herr Director Nodnagel weist in seinen Erläuterungen auf die Notwendigkeit der Vermehrung der Lehrkräfte und auf die Gefahren und die Schädigung des Ansebeus gen. Lehranstalten hm, welche entstehen, wenn dem Mangel an Lehrkräften und der naturgemäß damit verbundenen Ueberlastung der Lehrer nicht abgeholfen würde - ay 4-bcr -?cbcnbc Berathungsgegenstände werden den Anträgen der Baudeputation entsprechend befürwortet und zwar das Gesuch des Herrn Franz Nolte um Erlaubnis zur Errichtung eines Geschäftshauses auf dem von ihm ae pachteten Triebviertel an der Licherstratze, und das Gesuch des Herrn Sattler L Kubne um Erlaubnis zur Erbauung eines Vorder- und Hinterhauses am Asterwea - berüalick des letzteren Gesuchest hat bie Saubeputation bie virschristswibrige Anlage von Fenst rn tn ber Sranbmauer be§ Hinterhauses beanstandet, - Die Berathung bes Gesuches k br', ^Ublarnen um Uekcrlassung eines Kieslagerplatzes wird ausgesetzt da bie Laudeputation erst eine Besichtigung vornehmen will. 0 9 ' o AU Dietzen, 7 Mai. Auf Wunsch »eilen wir hiermit berichtigend mit, daß Herr N°ll sich um bie stelle eines städtischen Wiegemeisters beworben batte, judock auch wieder von der Bewerbung zurückgetreten sei. ~ Rohseiden« Bafikleider (ganz Seide) Mk. 16.80 et.ff zurkompl. Robe, sowie Mk. 22.80. 28.-, 34—, 42—, 47.50 nabelfertig. ?cl?rucf^ Foulards Mk. 1.90 p Met. bis 6.25 H. Rübsamen, Mäusburg 16 Gamaschen, alle Arten Shlipse und bravätt-n Sonn-!>^ .^' «vagen, unb Manschetten , « nöpse, "osenstreckef alle /, ten ‘X™' ______ 3555 Arbeiter* —- Röcke. Hofen. Westen. Kittel. Blonfen. Hemden und Schnrren empfiehlt zu billigsten Preisen in bester solidester Arbeit 2862________Robert Stwhl, Neustadt 23. 560 Paar Herren- und Knaben-Schaden-Stiefel I.. Süss, ÄdrklHra6c g, auch Eingang Wettergasse. MonflfiTniTi sebr beiieb,es Genuss- und Nahrungsmittel. LoDdon^D.<^Be^lin^^C■en^^^>1e^cQitg^^e,, u. Drog.-^ndl, Psi 'engsi°Pf^ L' Günstige Gelegenheit^fthrbWg zu kaufen. des £S MaiAkN? 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Juni 1887, Vormittags 9 Uhr, vor das Großherzogl. Schöffengericht Gießen zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldi^tem Ausbleiben werden dieselben aus Grund der nach 472 der Strasprozeßordnung von dem Großherzogl. Bezirks-Commando zu Gießen ausgestellten Erklärung verurtheilt werden. Gießen, den 4. März 1887. Der Großherzogl. Amtsanwalt. Keiber. 1750 Kcikgeöotenes. 3567 Ein einstöckiges Gartenhaus in Eichenholz mit zwei Abheilungen, verkaufe auf den Abbruch. S. Katzcnstein. Dauerwaare. Rauchsteisch mm Rohessen ä Pfd. 50 Pf Cervelatwurst „ „ 80 „ Geräuch. Zunge „ St. 60 „ Rollschinken „ Pfd. 50 „ Hessler, Metzger, 3140_________Neuenweg. 3549 Ein Vogelhaus und eiwZink- refervoir, ca. 1 Kbm. Inh., abzugeben. _____________ Schiffenbergerweg 15. Das erwartete Thomas-Phospbat-Mebl ist heute in frisch gemahlener Maare wieder eingetroffen. 3361 ______JL. Kröll Sonnenschirme in großer Auswahl am billigsten zu kaufen bei 2960 J. Zufall 30 Seltersweg 30. 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