Nr. 32 Dienstag din 8 Februar L887 Amts- und Anzkigkblatt für den Kreis Gießen. Bnrcaur S ch u lstr°ß ° 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Wdi-VVgm^ ■fc. x. .t I I ■■ -1 1 Telegraphische Depeschen. Wolff s tclegr. Correspondenz-Virreau. Berlin, 6. Februar. Se. Majestät der Kaiser nahm Vormittags die Vorträge Perponcher's, Albedyll's, sowie die Meldung des Commandeurs der 17. Division, Generallieutenants v. Bronsart entgegen. Nachmittags 4 Uhr erscheint Slaatssecretar ®rtt ^ondon/^ §bruar^ Nack einer Meldung aus Suez hat sich Stanley heute “■s.tsa’TÄ ... Masiovah vom 22. Januar an den Marineminister heißt es: Nassalula lretz den Oberbefehlshaber der italienischen Truppen, General Gens, durch Dermtttelung des in Ketten gefangen gehaltenen Grafen Salimbeni auffordern, bte vorgeschobenen ^orts ju räumen und sich allein auf die Occupation von Massovah zu beranken. Graf Salimbeni bat, dieser Aufforderung nachzukommen, da er mit dem Tode bedroht wurde. General Gen« antwortete, daß er der Aufforderung nicht Folge leisten konnte. Die bezeichneten Forts dienten zum Schutze der Karawanen. Er sei bereit, bte Drohungen der Abessinier zmückzuweisen. Deutschland. Berlin, 5. Februar. Die nationalliberale „Strcrßb. Post" roenbet sich in einem längeren Artikel gegen den bekannten Allarmruf der Berliner „Post." Sie schreibt mit besonderer Beziehung auf Elsaß Lothrirgen: „Was die besonderen Verhältnisse unseres Landes angeht, so war die Veröffentlichung nicht opportun, denn sie hat hier eine große Beunruhigung und, was noch weit schlimmer ist, eine tiefgehende Verbitterung erzeugt, die aus die allgemeine Lage hier ungünstig einwirkt. Gerade hier empfindet man es lebhaft, wie verhängnißvoll eine solche Sprache in einem Organe, wie die „Post werden kann, und wie viel eine derartige Auslastung, die weit über das Maß einer bloßen Warnung hinaurgeht, zur Beängstigung der Gemüther und zur Vermehrung der leider schon vorhandenen Spannung beitragen muß. Wenn ein ähnlicher Artikel in einem großen, osfictöser Beziehungen verdächtigen sranzöst' schen Blatte erschienen wäre, so würde bei uns eine ungeheure Erregung her- vorgerufen worden sein; es kann nicht fehlen, daß der Artikel der „Pest in Frankreich das Gleiche bewirkt. In der Gegenwart und unter den an sich schon mit Zündstoff überladenen politischen Verhältniffen wird das in erhöhtem Grade der Fall sein. Das Schlimmste ist, daß derartige Auslastungen, in denen geradezu ein kriegerischer Geist sich spiegelt, durchaus nicht die Stimmung wiedergeben, in welcher das deutsche Volk sich befindet. Das deutsche Volk kennt keine Furcht; es würde jeden Augenblick bereit fein, für Kaiser und Reich, für die höchsten Güter des Vaterlandes und der staatlichen Selbstständigkeit und Freiheit Alles zu opfern, was ihm lieb und theuer ist. Aber es ist weit entfernt davon, einen Chauvinismus zu nähren, besten Träger ^och immer nur aus einem kleinen Kreise sich zufammensetzen, hier wie dort. Gewiß soll man nicht blind der Gefahr gegenüber fein und es ist ein hohes Verdienst der gemäßigten Preste, wenn sie auf den Ernst der Lage aufmerksam macht, denn gewiß ist es leichtfertig, wenn die Preste des Centrums und der Deutsch-Frei- sinnigen jede Besorgniß mit dem Hinweis auf Wahlmanöver einfach hmwegzu- scherzen sich bemüht. Aber zwischen einer Warnung und einer Beängstigung, wie sie der Artikel „Aus des Mesters Schneide" enthält, ist denn doch ein gewaltiger Unterschied. Gewiß ist richtig, daß die „Post" der in Deutschland sowohl als auch in Frankreich immer weiter um sich greifenden Stimmung Ausdruck giebt, wenn sie die Entwickelung der Dinge mit der Person des Generals Boulanger in engen Zusammenhang bringt. Ganz wohl, aber ob es deshalb auch angebracht ist, jeder Befürchtung — geht doch im furchten wie im Hoffen der Mensch so gern über das zulängliche Maß hinaus! — Ausdruck zu geben, und zwar Ausdruck in solch einer Greifbarkeit, wie es in dem vorliegenden Falle geschehen ist, das ist ein Spiel mit dem Feuer, und das heißt die Leidenschasten, die ja an sich schon nur allzu leicht entfesselt werben, aus- fiacheln und die Gefahr, vor der man angeblich warnen will, heraufbeschwören. Seien vir daher vorsichtig und vergesten wir, bei aller Varberettmlg dahin, daß wir einem Kriege stets wohlgerllstet gegenüberstehen, auch das Bestreben nicht, Alles zu vermeiden, was die Erhaltung des Friedens stören könnte. Noch liegen die Verhältnisse so, daß wir alle Ursache haben, die Gemüther zu beruhigen und der ängstlichen Besorgniß, welche Industrie und Gewerbe, Handel und Wandel aufs Aeußerste bedrückt, entgegenzutreten." — Aus Paris vom 4. Februar wird her „Köln. Ztg." berichtet : Dem Festmahle im Elyföe wohnten gestern sämmtliche Botschafter und Gesandten, darunter ihr deutsche Botschafter Graf Mowter, an. »usda- W «>« glänzender Empfang. - Die Blätter bringen folgende ösfic^e Mlttbetlung. .Ein Morgenblalt spricht von der drohenden Sprache, welche Generalsfictere führen, die zum Krieg-Ministerium gehören,. dolglfch Vertrautt des Gen Boulanger flnd. Er habe durch fie erfahren, daß die Mobilmachung der Reserve nahe bevorstehe. Wir stnd ermächtigt, zu erklären, daß diese Behauptungen vollständig unbegründet stnd.- Die Mehrzahl der Blätter wiederholt bte Erklärung, Frankreich wolle nicht den Krieg, es seien aber Zerwürfntffe zu besurch em Clemenceau's „Justiee" beschuldigt die deutsche Regierung, daß fl IdJ Maßregeln treffe, welche die Empstndlickkeit der Nachbarn ^^n künnten, und daß ste unklugerweise die lügnerischsten Beschuldigungen in käufsichcn au-lan t schen Blättern verbreite, welche ihr bereit- im Jahre 1870^ged ent hatttn. E- iei ein straniofe gewesen, der die Lüge glaubwürdig zu machen geiucyt yave, S rnSÄÄM Me« Alles könne sich noch verschlimmern: es sei Zeit, Abhutse zu lyaneni Lockrov's Rappel" will noch an den Frieden glauben, fände es ledoch unklug, ni wa?ten' und stch nicht auf Alles vorzuberetten. Die „Autoritö" bringt einen Artikel von Mul Caffagnae, welcher verlangt, daß Boulanger au» Patt °. lismus feine Entlaffung als Krieg-minister nehme. - D°r »Temp- mewett „Gestern ertheilte Flourens. der Minister des Auswärtigen, den ^ieg-gcru» en gegenüber die friedlichsten Versicherungen Laut »nsern Rachrich m ha e Her bette, der französische Botschafter in Bersin, eine "°ue Unterredung mü 8 Herbert Bismarck, der von Neuem versicherte, daß die 70,000 Re ervisten einzig und allein wegen des neuen Gewehres einberufen seien, daß dieselben. ® in den westlichen Provinzen etnberusen feien, sondern im stanzen Ums g Reicher, und daß sie zu fest bestimmtet: Zeit entlaffen und durch 2™™ Reservisten ersetzt werden würden. Folglich keine andere Einberufung i >v>e Unterrebungen Herbette's mit mehreren andern Botschaftern stimi A Main» 6. Februar. In Folge heftigen Nebels gerietben gestern Abend Passagiere unb Mannschaft des Lokalbootes Kostheim—Mainz in eme keinesw g genehme. Situation, Um 6 Uhr, als rfennen, sehr geringer Nebel und konnte man ganz bequem bte bc b s 6 ^cbel derart ver- als man jedoch nur wenige Minuten ßerdbnn Ea bas Schiff I stärkt, baß bas Boot schon an ber „Matnspitze bte Richtung ve (Geräusch keinen Compaß .nit sich führte, io --rsitchi-der Sttuen,mnn - ^'b'r neuea I von bem Lanbe aus zu ortentiren, was aber so tauschte, oav Lokale». Gießen 7. Februar. Unsere werthvolle Pumpanstalt ist seit Samstag wieder in Thäligkett. Obgleich bas Thauwetter langsam eintrat, ftnb Lahn unb Wieseck boch bebeutenb gestiegen.______—————»ee— UniverfitätS - Chronik. — Der Drivatbocent unb Prosector Dr. Altmann in Leipzig ist zum außerorbentltchen Professor in ber mebicinischen Fakultät baselbst ernannt wmden.__ I höchst friedlichem Sinne überein. Unsere Botschafter in Wien unb Petersburg erkunbigten sich bei den Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, über die Lage; alle beide erhielten Antworten von befriedigendem Charakter. Jnsbeson- bere versicherte die russische Regierung, die oftmals in letzter Zeit Gelegenheit hatte, mit ber beutschen Regierung zu verkehren, unierm Vertreter, daß Frank- reich keinesw-os in jetziger Stunbe mit einem Angriff bedroht fei. Wir glauben mittheilen zu können, daß bei dem letzten diplomatifchen Empfange Graf Münster dem Minister Flourens über alle in letzter Zeit zur Sprache gekommenen Einzelheiten mündlich Auskünfte gegeben hat, die in vollständiger Uebereinstimmung mit den in Berlin eingetroffenen lauteten. In einer zweiten Unterredung des Grafen Münster hat derselbe zu Flourens zu sagen vermocht, daß alle seine persönlichen Informationen durchaus nicht mit den in den Blättern verbreiteten pessimistischen Nachrichten in Uebereinstimmung wären." Berlin, 5. Februar. Abgeordnetenhaus. Nach wenig erheblicher Debatte wurden die Einnahmen und dauernden Ausgaben des Eisenbahn-Ekars erledigt. Der Eisenbabn-Minister Maybach wies statistisch den erheblichen Rückgang der Eisenbahn-Unsälle nach und erklärte wiederholt, daß die Regierung unausgesetzt bemüht sei, die Unfälle nach Möglichkeit zu beseitigen. — Dienstag Berathung des Etats des Innern. — Die Polizei confiscirte in der vergangenen Nacht 400,000 focialoemo* kratische Wahl'Flugblätter, welche heute Abend, resp. morgen Früh durch die sechs Wahlkreise vertheilt werden sollten. M Hesterreich. Wien, 5. Februar. Abgeordnetenhaus. In Beantwortung der gestern von dem Abgeordneten Mauthner über die auswärtige Lage eingebrachten Interpellation erklärte der Minister Ziemialkowski, in Vertretung des durch Unwohlsein am Erscheinen verhinderten Ministerpräsidenten, die Beziehungen der Monarchie seien zu allen auswärtigen Mächten befriedigende und es sei namentlich in der letzten Zeit keinerlei dem Frieden nachtheilige Aenderungen eingetreten. Trotz der Unsicherheit und des Ernstes der allgemeinen politischen Lage Europas, halte die Regierung an der Hoffnung fest, daß es gelingen werde, den Frieden ausrecht zu erhalten, da dies den wiederholt betonten Wünschen aller Regierungen und namentlich dem der kaiserlichen Regierung entspreche. Wenn nichtsdestoweniger Seitens der militärischen Verwaltungen gewisse Anschaffungen für nöthig befunden wurden, so entspreche dies den Erfordernissen der Vorsicht und Vorsorge für die Sicherheit und Machstellung des Reiches, welche die Regierung als eine ihrer wichtigsten Pflichten ansehe. Es könne hierin ebenso wenig ein kriegerisches Symptom erblickt werden als in der seiner Zeit erfolgten Einholung der verfassungsmäßigen Zustimmung zu jenen als nöthig anerkannten militärischen Vorsichtsmaßregeln. Italien« Rom, 5. Februar. Senat. Ministerpräsident Depretis brachte die von der Deputirtenkammer angenommene Vorlage, betr. die Bewilligung eines außerordentlichen Eredits von 5 Millionen, ein. Der Senat beschloß sofortige Berathung und nahm den Gesetzentwurf ohne Debatte einstimmig an. Amerika. Newyork, 5. Februar. In der 9tähe von White River Junction im Staate Vermont Hal em Eisenbahnunglück stattgefunden. Bei demselben soll eme größere Anzahl Personen um's Leben gekommen sein. Brücke zu sein glaubte, während man im nächsten Augenblick die Bahnzüge von der Eisenbahnbrücke direct neben sich vorbeirauschen hörte. Wohl über eine Stunde irrte bn-5 Schiff pfadlos vor und oberhalb Mainz hin und her, bis man endlich in der Gegend des Fischthores sich so weit dem linken Ufer näherte, daß die Passagiere, worunter sich welche nicht wenig ängstigten, mit Hülfe einer Nothtreppe über einen schmalen Steeg und allerlei Fischkasten weg an das Land geschafft werden konnten. Auf Grund des Art. 79 des Gesetzes vom 12. Juni 1874 erläßt das Großh. Kreisamt mit Rücksicht auf die zahlreichen Diphtherttiserkrankungen für die Gemeinde Kastel eben eine Polizeiverordnung, wonach unter Androhung einer Geldstrafe von 30 Mark hauptsächlich die sofortige Anzeige einer Erkrankung und die Jsolirung von Erkrankten verfügt wird. Dom Rhein, 4. Februar. Ein höchst seltener Fall von Schiffsmeuterei hat sich kürzlich auf dem Rhein bei einem zu Thal fahrenden Schraubendampfer ereignet. Der Maschinist und die übrige Bemannung des Schiffes fielen über den Schiffs- «naenthümer, der gleichzeitig Eapitän ist und am Ruder die Führung des Schiffes übernommen hatte, her und mißhandelten denselben derart, daß der Mann ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Der Aufstand der Mannschaft nahm solche Dimensionen an, daß das Schiff vor Anker zu gehen gezwungen war. Gegen die betreffenden Mannschaften ist Untersuchung eingeleitet. Ueber die Ursache dieses Ausschreitens erfahren wir, daß dieselbe darin zu suchen sei, daß der Eapitän unterlassen batte, bei der Fahrt einen Lootsen zu nehmen, während das Personal des Schiffes die Mitnahme eines Lootsen verlangt habe. — sEine sonderbare Bekanntmachung.) Der „Birkenfelder Landeszeitung" wird aus Schwollen vom 18. Januar berichtet: Heute hat der hiesige Gemeindediener mit der Schelle in ortsüblicher Weise nachfolgende sonderbare Bekanntmachung ausgeschellt: „Die Oberstdörfer Weiber sollen sich ein Vierteljahr um sich bekümmern und sollen den Dreck vor ihrer Thür kehren und sollen die Unterstdörfer Weiber gehen lassen." — (Der Dämon im Setzkastens In einem amüsanten Feuilleton bringt die „Grazer Tagespost" eine Sammlung jener verhängnißvollen Mißgriffe, welche die bastige Hand des Setzers meist zum Aerger der Autoren und Redacteure, auch wohl der Leser, häufig aber zum Ergötzen der Letzteren begeht. Es seien hier einige der drastischsten Unthaten des L>etzerteufcls reproducirt. Da erbittet sich ein Gutsbesitzer Offerten, der sein Grundstück versaufen (verkaufen) will, während ein College von ihm ein großes Schloß mit Park mit einigen Weibern (Weihern) in reizender Lage au Liebhaber abzugeben bereit ist. In einem Witterungsbericht vernehmen wir von einem Hagelwetter mit Schlossen wie Hühneraugen (Hühnereier) groß; ein landwirth- schastlicher Bericht spricht von der Rachsucht (Nachzucht) des jungen Rindviehs und die Annonce einer Delicatessenhandlung empfiehlt nach einer großen Treibjagd abgezogene Hosen zu 2,50 und 3 -M., womit natürlich Hasen gemeint sind. Wie kostspielig mitunter Druckfehler sein können, zeigt folgendes Beispiel: Bei dem Drucke eines Zolltarifs der Vereinigten Staaten 1861 gelang es englischen Fabrikanten, die Correctoren des Tarifs in der Bundesdruckerei zu Washington zu bestechen, daß sie bei der Position Eisenbleche das Komma in einer Zahl versetzten und es so dahin brachten, daß verzinnte Eisenbleche nur so viel bezahlten als gewöhnliche. Das Tollste an der Sache ist aber, daß der Jrrthum, resp. Betrug, erst nach 17 Jahren entdeckt wurde, nachdem die Vereinigten Staaten 48,965,776 Dollars an Zollgebühren eingebüßt hatten. — Ueber Geheimmittel ist in der Berliner Polytechnischen Gesellschaft ein außerordentlich interessanter Vortrag gehalten. Eiueni Berichte der „Voss. Ztg." entnehmen wir folgendes: Besonders groß ist die Zahl der Geheimmittel, welche der Toilette dienen. Hierher gehören zunächst die Haarfärbemittel. Das Haarfärben ist an sich sehr leicht auszusühren. Es gibt eine Reihe Metallfalze, die unter Einwirkung von Schwefeloerbindungen für diesen Zweck verwendet werden können: unter diesen Salzen sind nun aber solche, die, wie die Bleioerbindungen, überaus schädlich sind. Man wird daher stets gut thun, wenn man durchaus eines solchen Mittels bedars, sich an eine sachverständige Vertrauensperson zu wenden und nicht zu Geheimmitteln zu greifen. Auch die Haarentfärbung ist mit Hilfe von Wasserstoffsuperoxyd leicht zu erreichen. Alle Haarentfärbungsmittel beruhen denn auch auf diesem Stoff, der allzu energisch angewandt zwar von überraschender Wirkung ist, das Haar aber mürbe macht und der Elastictlät beraubt. Alles, was als Barterzeugungsmittel empfohlen wird, ist vollständig werthlos. Auch bei Benutzung von Schminken ist Vorsicht geboten, da unreelle Fabrikanten auch bleihaltige Schminken in den Handel bringen. Ein weit verbreitetes Geheimmittel sind die Brand'schen Schweizerpillen, vor denen schon wiederholt gewarnt ist. Als geradezu gefahrbringende Mittel sind zu bezeichnen die sogenannte Bräune- tinctur von Reisch, das Epilepsiemittel „Auxilium Orientis" von Boas, das Epilepsiemittel von Killisch, sowie das Rungel'sche Mittel gegen Trunksucht. — (Das geheimnißvolle S.] „Vor einigen Monaten", so erzählt der Gatte der berühmtesten Tragödin Italiens, Theobald Checci, in einem Briefe an seine Gattin, „wurde ich in Montevideo einer Operettensängerin vorgestellt, an deren Hals mir gleich eine reich mit Diamanten verzierte Brosche auf fiel, welche die Form eines großen 8 halte und meiner Ansicht nach „Souvenir" bedeuten sollte. Kurze Zeit daraus wurde ich in Colon einer Tänzerin vorgestellt — auch an ihrem Halse prangte eine solche Brosche. - - Am Tage darauf sehe ich im Politeama eine andere Tänzerin — auch diese trägt stolz dasselbe diamantene 8 zur Schau. Ich konnte mich nicht enthalten, nach dem Ursprung des Kleinods zu fragen und erhielt die kurze Antwort: „Ich habe es in Montevideo erhalten." Rach einigen Wochen wird das Gastspiel einer berühmten Schauspielerin angezeigt, ich sehe sie auf der Probe. Auch an ihrem Halse prangt dies mysteriöse 8. „Auch Sie scheinen in Montevideo gewesen zu fein?" warf ich nicht ohne Malice hin, die Diva erröthete und ließ mich stehen. Ich war auf's Höchste gespannt. Das 8 ließ mich nicht schlafen, da sehe ich an Bord eines Schiffes eine Tänzerin, eine gute Bekannte von mir, und — alle Wetter! auch sie hat das 8 — die muß mir das Räthsel lösen; nach einigen Bedenken erfuhr ick die Geschichte: Das 8 bedeutet Santos und dies ist der Name des Präsidenten (jetzt Expräsidenten) der Republik von Uruguay. Wenn eine Künstlerin das Wohlgefallen dieses galanten hohen Herrn erreicht hat, sandte er ihr stets eine Brosche in Form eines großen diamantenen 8, eine Art Schönheits-Orden, dem anzugehören den Ehrgeiz aller Theater- Schönen bildete. — Für die Pafteur'sche Wuihimpfanstalt in Paris sind jetzt 1,700.000 Francs zusammengebracht. Inzwischen mehren sich aber in erschreckender Weise die Fälle, bei denen das Jmpfverfahren sich nicht bewährt. In der letzten Sitzung der medicinischen Akademie brachte Dr. Peter drei weitere derselben zur Sprache. Ein Zollbeamter in Dünkirchen wurde am 19. August gebissen und sofort zu Pasteur gebracht, der ihn intensiv impfte. Hierunter versteht Pasteur eine Impfung mit stärkerem Wuthgift, durch welche er allen Fällen zu begegnen glaubt. Er hatte nämlich den Tod der von ihm geimpften drei Russen dadurch erklärt, daß das Wuthgift des Wolfes, von dem si: gebissen waren, viel stärker gewesen sei, als dasjenige des Hundes. Der Zollbeamte wurde deßhalb als doppelt gefeit entlassen. Aber am 29. December wurde er von der Tollwuth befallen, an der er am 30. Januar starb. Ein Mann von 46 Jahren wurde a n 12. October in Konstantine gebissen, vom 20. ab von Pasteur ebenfalls mit verstärktem Impfstoff geimpft und starb am 13. November an der Tollwuth Noch schlimmer ist der dritte Fall. Ein 42jähriger Manu wird am 12. November gebissen und vom 17. ab behandelt und stirbt dreißig Tage später an der Tollwuth. Wenige Tage nach dem Biß stellt sich aber heraus, daß der-Hund gar nicht toll gewesen ist Folglich starb der arme Teufel durch die Impfung, durch die allein ihm die Tollwuth beigebracht worden ist. Des Weiteren führt Dr. Peter aus: Im Jahre 1886 sind 16 Geimpfte an der Tollwuth gestorben, ebenso 14 Ungeimpfte. Das macht 30 Todesfälle durch Tollwuth, genau den Durchschnitt der vorhergehenden Jahre. Und was antworten die Anhänger Pasteur's darauf ? Man behauptet, daß gewöhnlich 16 Procent der Gebissenen sterben, von den durch Pasteur Geimpften aber weniger als 1 Procent, indem von 1956 Geimpften nur 18—19 gestorben seien. Die Impfungen leien ungefährlich, selbst wenn sie intensiv angewandt würden. Mehrere der Geimpften seien an anderen Krankheiten gestorben. Aehnlich verhält sich auch die Presse Sie behandelt die Tadler als Vaterlandsverräther, als engherzige beschränkte Köpfe, welchen der Ruhm Pasteur's nur Neid einflößt. — Der Deutsche Privat - Beamten-Verein mit dem Centralsitz in Magdeburg welcher den Zweck hat, die Zukunft der in Prioatstellung thätigen Beamten — Archt- lekten, Buchhalter, Chemiker, Ingenieure, Jnspectoren u. s. w. — sicherzustellen, hat in dem letzten Jahre ganz ansehnliche Fortschritte in seiner Entwickelung gemacht. i Demselben wurden nicht allein alle von ihm errichteten Versorgungskassen von der höchsten Staatsbehörde genehmigt und mit juridischen Rechten ausgestattet, sondern Seine Majestät der Kaiser hat auch im Monat August v. I. dem Vereine selbst die Corporationsrechte verliehen und hierdurch den Bestrebungen desselben die allerhöchste Anerkennung zu Theil werden lassen. Trotzdem der Deutsche Privat-Beamlen-Verein erst vier Jahre besteht, hat derselbe doch schon ein Vermögen von weit über 100,000 Jt angesammelt und viele Tausend Mark an hilfsbedürftige Mitglieder, Wittwen und Masten alsUnterstützung gezahlt. Die Jahreselnnahmen beziffern sich nach dem augenblicklichen Mitgliederbestände bei dem Vereine auf 36,000 JL, bei der Wittwenkasse auf 26,000 JL, bei der Beamten-Pensionskasse auf 46,000 JL und bei der Begräbniß- faffe auf 11,000 vH.. Zweigvereine des Deutschen Privat-Beamten-VereinS bestehen an 72 verschiedenen Orten Deutschlands, darunter Berlin, Stettin, Danzig, Breslau, Dresden, Leipzig, Darmstadt, Frankfurt a. M., 'Cöln, Essen, Hannover, Braunschweig, Kemnitz u. s. w. Je mehr sich in Kreisen der in Privatstellung thätigen Beamten die Ueberzeugung eingebürgert, daß die Sicherstellung der Zukunft nur ganz allein durch Selbsthilfe erfolgen kann, desto mehr wird sich auch der auf solider Grundlage aufgebaute Deutsche Privat - Beamten - Verein zum Segen seiner Mitglieder entfalten. Für Interessenten bemerken wir noch, daß nicht allein die Centtalstelle des Deutschen Privar-Beamten-Vereins in Magdeburg, sondern auch alle Zweigvereinsvorstände bereit» willigst auf alle den Verein betreffende Fragen gern Auskunft ertheilen. ., — (Preisausschreiben der iüuftrirten Zeitschrift „Universum".) Das Preisausschreiben für Erlangung muftergilliger Novellen zum Abdruck in der rühmlichst bekannten illustrinen Zeitschrift „Universum" hat eine enorme Betheiligung zur Folge gehabt, da nicht weniger als 409 Manuicripte zu dem festgesetzten Termine eingelaufen find. Neben 332 Arbeiten aus Deutschland entfallen noch weitere 49 auf Oesterreich- Ungarn und 28 auf die Schweiz, England, Frankreich, Portugal, Rußland, Bosnien, Schweden und Amerika. Mit der Vertheiluill der drei Preise in der Gesammthöhe von 7000 beabsichtigt die weitere Erwerbungen zu verbinden, so daß die Abonnenten des „Universum" gewiß bald eine Unterhaltungslectüre von apartem Werthe zu erwarten haben werden. — („Hoch klingt das Lied vom braven Mann.") An einem der letzten Tage waren mehrere Kinder von Busum an der Nordsee in die Watten hinausgegangen, um auf dem Eise zu spielen. Dabei löste fick eine Eisscholle von etwa 14 Fuß im Quadrat und trieb mit drei Kindern seewärts. Das Geschrei der Kinder, die sich in dem Alter von 10—14 Jahren befanden, drang bis in den Ort hinein und bald zählte der Strand bunberte von wehklagenden Menschen. In kurzer Zeit konnte man nur noch mit dem Fernrohr die Kinder als kleine Punkte zwischen dem Treibeis wahrnehmen, als ein beherzter Schiffer Namens Hans Reiher hinzukam und mit noch drei Gehilsen in feinem Boot die gefährliche Fahrt zur Rettung der Kinder antrat. Nach mehrstündiger schwerer Anstrengung, bald das Boot über die Eisstücke tragend, bald dasselbe schleppend, erreichten die Schiffer endlich eisfreies Fahrwasser und so gelang es, den schon halb erstarrten Kindern nahe zu kommen. Der Schiffer Reiher sprang in's Wasser, erreichte schwimmend die Eisscholle und brachte die drei Kinder in's Boot. Der Jubel wollte kein Ende nehmen, als die Schiffer mit den Kindern, die kaum mehr zu gehen im Stande waren, auf den Nacken nach langem, bangem Harren über die Eisschollen hinweg das Festland erreichten. Der Schiffer Reiher, welcher in dürftigen Verhält- niffen lebt, wies eine Belohnung, welche man ihm überreichen wollte, von der Hand und erwiderte nur, daß er nichts weiter als seine Pflicht gethan. -—Sonderbare (Zeremonien gehen der Eröffnung des englischen Parlamentes voran. Sobald nämlich das Parlament von Neuem Zusammentritt, gebraucht es die Vorsicht, dafür zu sorgen, daß es nicht einer neuen Pulververschwörung von Guy Fawkes Angedenken zum Oser falle, also nicht in die Lust gesprengt werde. Die Leibwache des alten Tower am Ostende der City rückt aus, wohl an die 50 Mann, alle ^-r.^?^a*entrQc^ .au$ Zeit Heinrich VIII. gekleidet, in Gelb und Blau und Scharlach, mit breiten Baretts, Sarraß und Hellebarde. Sie rnarschiren nach dem Parlamentspalast und verschwinden in den weilen Kellerräumen, um auf einen neuen Attentäter zu spivniren, und wenn weder solch ein verdächtiger Kerl, noch ein Haufen Pulverfässer mit bereit liegenden Lunten vorgefunden wird, wird ein Sicherheitsprotokoll unterzeichnet und das Parlament ist gerettet. Eingesandt. Gießen, 7. Februar. Seitdem Thauwetter eingetreten ist, sind die meisten Bewohner der nahezu' völlig ausgebauten Bleichstraße nur in Wasserstiefeln im Stande, ihre Behausungen zu erreichen. Pflasterung ist nur so weit vorhanden, daß man von der Südanlage her 4, von der Ludwigsstraße aus gar nur 2 Häuser ohne ein Schlammbad betreten kann. Und habet stehen doch noch 10 bewohnte Häuser in der genannten Straße. Es wäre höchst wünschenswerth, wenn entweder für recht baldige Pflasterung oder doch wenigstens für bessere Instandhaltung der Straße durch Sandstreucn gesorgt wurde. _m_ Gießen. Am vorigen Dienstag tagte eine Versammlung konservativer Vertrauensmänner aus unserem Wahlkreis auf dem Lenz'schen Felsenkeller. Den Vorsitz führte Herr Rechtsanwalt Curt man. Man beschloß, die Wahl des nationaUiberalen Candidaten Buderus mit allen Kräften zu unterstützen. Zunächst wurde ein Wahlaufruf vereinbart, der seitdem auch als Beilage dieses Blattes erschienen ist. Unterschriften zu demselben wurden nickt erst aus dem Wahlkreise gesammelt, sondern die an jener Versammlung theilnehmenden Parteiglieder, welcke unterschreiben wollten, zeichneten ihre Namen auf bereitliegende Liften ein. Der Zufall wollte es, daß der Name des Präsidenten nicht aufgeschrieben wurde, und daß man auch bei der alphabetischen Anordnung der Namen das Fehlen der Unterschrift nicht merkte. So kam's, daß die Kundgebung des conseroativen Wahlcomitä's ohne die Namensunterschrift seines Vorsitzenden erschien. In dem der heutigen Nummer beiliegenden Ausruf ist der Jrrthum berichtigt. Schiff-» Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. Hamburg, 3. Februar. DasHamburg-NewyorkerPost-Dampfschiff „Moravia", Eapitän Pezoldt, ist am 3. Februar, 5 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 4. Februar. Das deutsche Dampfschiff „Taorminia", Capi- tän Franck, ist am 3. Februar, Nachmittags, wohlbehalten in New - York angekommen. „Wieland", 23. Januar von Hamburg nach New-York, 25. Januar von Havre weiter. „Thuringia", 21. Januar von Hamburg nack Westindien, 25. Januar von Havre weiter. „Gothia", 30. December von New-York, 26. Januar in Stettin angenommen. „Suevia", 27. Januar von New-York nach Hamburg. „Sorrento". ^7. Januar von Hamburg nach New-York. „Hungaria", 8. Januar von Hamburg nach Westindien, 27. Januar in St. Thomas angekommen. „Bavaria", 28 Januar von St. Thomas nach Hamburg. „Nhenania", 24. Januar von Hamburg nach West- inbien, 30. Januar von Havre weiter. „Borussia", 11. Januar von St. Thomas. 31. Januar in Hamburg angekommen. „Silesia", 13. Januar von Hamburg nach Westindien, 30. Januar in St. Thomas angekommen. „Teutonia", 3. Januar von Hamburg nach Mexico, 31. Januar in Vera Cruz angekommen. „Rhaetia", 20 Januar von New-York, 1. Februar in Hamburg angekommen. „Slavonia", 1. Februar von New-York nach Stettin. „Rugia", 31. Januar von Hamburg nach New-York 2. Februar von Havre weiter. „Gothia", 31. Januar von Stettin nach New-York' 2. Februar von Copenhagen wc ter. „Polynesia", 3. Februar von Hamburg nach New-York. „Allemannia", 17. Januar von St. Thomas nach Hamburg, 3 Februar in Havre angekommen. „Auftralia", ab Hamburg, 27. Januar in New-York ange; kommen. „Moravia", ab Hamburg, 3. Februar in New-York angekommen. Kirchliche Antigen der evangel. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Markus Kap. 6, Jesu Verwerfung in Nazareth; Aussendung der Zwölfe, Pfarrer vr. Naumann. .Handel und Verkehr. Grünberg, 5. Februar. (Fruchtpreise.) Weizen X 17.80, Korn X 14.00, Kerste X 12.00, Hafer X 11.80, Erbsen X 14 00, Linsen X 24.00, Lein X 2400, sauren X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00.00. Frankfurt, 5. Februar. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter 5.00—5.50, das Gescheid 8—10 Eier das Hundert X 6 50—9.50, das St. 6—10 X Butter im Großen X 70.00—75.00, im Detail das Pfund X 0.90 bijs 1 20, Weißkraut per Stück 12-20 H, Rothkraut per Stück 15—25 Kohlrabi rar Stück 10—12 Ochsenfleisch per Pfund 45—70 Kuh- u. Rindfleisch 45—60 Kalbfleisch 40—65 Ä Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 50-70 1 Hahn X 0 80—1.60, 1 Huhn X 1.00—2.50, 1 Ente X 2.00—3.50, Gans Pfund 50—70 H, 1 Taube 40-70 H, Welsche X 12.00—00.00. fotflmib’ö Kindermilch, aus Alpenmilch und Weizen-Extrakt, gibt, nur mit Wasser rerbünnt, die kräftigste ^nd leichtverdaulichste Nahrung, bei der die Kinder von der Geburt an sehr qut gedelhen: bei Darmkatarrh besonders zu emvsehlen. X 1.20 per Büchse in v«en Apotheken, en gros von Ed. Loeflund in Stuttgart. 937 Ncpertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. W. Opernhaus. Dienstag den 8. Februar: Ar da. Große Preise. Mittwoch den 9. Februar: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Trompeter von Säkkingen. Außer Abonnement. Donnerstag den 10. Februar: Violetta. Mittelpreise. Freitag den 11. Februar geschlossen. Samstag den 12. Februar: Silvana. Mittelpreise. Sonntag den 13. Februar: Herodias. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 8. Februar: Treuhände. Große Preise. Mittwoch den 9. Februar: Maria Stuart. Große Preise. Donnerstag den 10. Februar geschlossen. Freitag den 11. Februar: Reu einstudirt: Julius Cäsar. Große Preise. Samstag den 12. Februar: Der Hüttenbesttzer. Große Preise. Sonntag den 13. Februar: Der schwarze Schleier. Große Preise. Allgemeiner Anzeiger. I I t c ) n n n t k b t :t n n I. b 4 It 1 y. lr li 01 !JI ¥ I“ :c gk en K iS fit x- i« tu * T- >ir er -v iÜ 9 i'i w iV ort fOJ V \»\ un utf 061 Hfl! OOl orl jti aS 16 Holz-Versteigerung irm Gießener Stadtwalde. Montag den 14. Februar 1887 von Vormittags 9 Uhr an, fi>ll im Gießener Stadtwald im Di- fcrict Wanne nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. *97 Eichenstämme mit 190,01 Festm. (von 14 bis 35 Ctm. Durchm.), 4 Fichtenstämme mit 3,86 Festm., 5 Birkenstämme mit 0,99 Festm-, LOö Fichtenstangen mit 2,88 Festm., B. Brennholz. Scheith. Knüppelh Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Buchen 110,8 51 54,5 2350 Sichen 104,3 146,2 133,1 4310 Nadel — — 2 1155 Unter dem Nadelreisholz befinden "sich 1020 Dornwellen. Die Zusammenkunst ist auf der Vicherstraße, 7. Schneise. Gießen, den 5. Februar 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 934 Holzversteigerung nn der sürfll. Merförflerei Lich. Dienstag den 15. Februar 'soll in den Distrikten „Mailbach und Riedwald" nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Scheith. Prügelh. Stockh. Neish. Raummeter Wellen. Buchen 99 165 89 4910 Eichen 3 35 59 1080 Kiefern — 92 23 1380 ferner: 9 Eichenstämme mit 2,84 fm, 4 Buchenstämme mit 2,42 fm, 37 Fichten- und Kiesernstämme mit 12,48 fm, 177 Fichten - Derbstangen, zu Dachsparren rc. geeignet, mit 29,09 fm Inhalt. Die Versteigerung beginnt Bor- mittags 10 Uhr auf der Hatten- röder Straße in der „Mailbach". Stamm- und Stangenholz kommt erst Nachmittags von 2 Uhr ab im „Riedwald" (Laubacher Straße) zum Verkauf. 933 Lich, 5. Februar 1887. Wimmenauer, Forstrath. Bekanntmachung. In dem Concurse über das Vermögen des Schuhmachermeisters Karl Sack in Gießen gelangen zur ab- schläglichen Vertheilung unter den 6922 X. 10 betragenden Forderungen der unbevorzugten Gläubiger 1938 X 21 H oder 28%. Einsicht des Vertheilungsplanes kann aus der Gerichtsschreiberei Großherzoglichen Amtsgerichts dahier genommen werden. Gießen, den 7. Februar 1887. Karl KleeS, 940 Konkursverwalter. Eine vorzüglich erhaltene Feldeisenbahn nebfl Weichen, Drehscheiben und stählernen Muldenkipplowries, ganz besonders geeignet für Ziegeleien, Steinbrüche rc., ganz oder getheilt besonders billig abzugeben. Gefl. Offerten sub W. V. 858 an Haasenstein & Vogler, Köln. 935 Wirth i ch asls - Akk ernah me. Unterzeichneter beehrt sich, einem verehrlichen Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß er die Wirtschaft des Herrn X Keidel im Dr. Msmg'schen Hause, Neuenbäuen dahier, übernommen hat und das so beliebte Äetl- Wiir® 1 JL 50 Geheimkarten können vom 14. Februar ab von Mittags 12 bis 2 Uhr bei Herrn HSPsner» Linbenplatz 4, in Empfang genommen werden- Geheimkarten sowie Karten,ur Gallerie für Richtmitglieder sind bei demselben sowie _______ an der Kasse K 20 H zu haben- NB. Nur Damen, welche im Besitz von Ginladungskarten sind, haben ^1- Berechtigung ,«m Ball«. $tt Borstand. Dienstag den 22. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johann Adam Hermann Flur n/64,i 862 Meter Grabgarten Bachgärten am Wißmarer Weg, Flur 11/64,5 250 Meter Hofraithe daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. Februar 1887. Großh. Ortsgericht. 955 Müller. Mittwoch drn 9. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden gegen Baarzahlung versteigert: Sopha's, Kommoden Tische, Glasschränke, Kleiderschränke, Spiegel, Bilder, Wanduhren, 1 Wecker, 1 Regulator, 1 Paar Wasserstiefel, 2 Pferde, 3 Schafe, 20 Rmtr. Brennholz. Zusammenkunft auf meinem Bureau. Geißler, 961 Gr. Gerichtsvollzieher. Mittwoch dm 9. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der Br amm'schen Hofraithe (Neustadt) dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Wagen, 1 Hundewägelchen, 1 Landauer, 1 Pianino, 3 Sopbas, 1 Bett, 1 Nähmaschine, 1 Secretär, 2 Eom- moden, 1 Küchen-, 1 Kleiderschrank, 1 Ladeneinrichtung, Bilder, Spiegel rc. Voraussichtlich findet die Versteigerung theilweise veftimmt statt. Gießen, den 7. Februar 1887. Engel, 958 Gerichtsvollzieher. Vermischte Anzeigen. Lebendfrifche Schellfische, Ostender Seezungen, Hechte, Zander, Salmen, Karpfen, Schleien, "Bratbücklinge, Sprotten, Spickaal, Roheßbücklinge, Räucherlachs, div. Delikatessen heute eingetroffen- A Koch Nachfolger 959 Hamburger Fisch- u. Delicateffenhandl. Bordeauxpflaumen (in drei Qualitäten), Türkische Zwetschen, Bamberger do. Brünellen, Mirabellen, Kirschen, I Apfelspalten, Apfelringe, empfiehlt in besten Qualitäten 949 Emil Elschbach* SM Möbel-Transporte in der Stadt sowie von und nach allen Orten, Verpackung aller Art hier und auswärts, Spedition nach allen Staate« und Orten. Prompte, solide und preiswerlhe Ausführung zustchernd, halte ich meine Dienste angelegentlichst empfohlen. Ph. Müller, Gießen. Im,- iW« PJS ■ Schellfische, 9 Hecht, IQ. Bücklinge, Kieler Sprotten, diverses Geflügel empfiehlt _____L7. Hleinhenn. Macearoni, Wiener, „ italienische, „ Bruch, Eiergemüsenudeln, extraf., Gemüsenudeln, la. empfiehlt 9o° Emil Fischbach. Das giWlralionsliesiWl oon II. Sehaffstadt empfiehlt sich zur Anlage von Wasserleitungen, Bade- und Closet-Einrichtungen __Sachgemäße Ausfübrung. Billige Preise. Kostenanschläge gratis. ____________ 95ß d Jur Ball-Saisoii^mpftljle: =f S Maskensammt Volant - Spitzen Rüschen $.| | ^utin Federsächer Bänder f g = Spitzenstösse in allen Farben, 11« cm breit, von 95 Pfg. an. 11 - Perlbesätze in weiß, creme, bla», rosa re. !c. a 5. >tnP^_ froi Giessen, Neuenweg}7. ] "ji* , . ■ ,uri h- Geschwister Heerz. , Musterlrarien d» d-r *.b»l,6Wn ®ru