AK. 28S Zweites Blatt. Mittwoch den 7. December 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Durcnttt Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. -reiS vicrteljLhrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. mrch die Post bcjogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberfkcht. GieHe«, 6. December. Nach zweitägigen, zum Theil sehr erregten Verhandlungen hat der Reichstag die Korn, oll-Vor läge an eine besondere Commission zur näheren Prüfung verwiesen. Ob die letztere zu wichtigen Abänderungen de» Entwürfe» führen muß, steht noch dahin, schwerlich werden aber die in ihm enthaltenen Zollsätze eine Herabminderung erfahren, eher wäre da bei dieser oder jener Positron da» Gegerrtheil möglich. Denn die Generaldebatte über die Kormoll- Vorlage hat e» klargelegt, daß dieselbe auf eine Mehrheit im Reichstage zählen kann, allerdings auf eine bunt genug gemischte Mehrheit und die hierbei über- wiegende agrarische Jntereffen-Vertretung läßt die Annahme nicht al» unberech- tigt erscheinen, daß von dieser Seite der Versuch gemacht werden wird, in der Commission noch eine wettere Erhöhung für diese oder jene Position der Vorlage „durchzudrücken." Bereit» ist der Ausschuß der Vereinigung der Steuer- und Wirthschafts-Reformer l* dem angedeuteten Sinne vorgegangen und wollen diese Interessentenkreise ihre Vertteter im Reichstage ersuchen, dahin zu wirken, daß im Reichstage über verschiedene der im Regierung»-Entwurf vorgeschlagenen Zollerhöhungen noch hinaurgegangen werde — sicherlich ein bedenkliche» Beginnen 1 Die Verhandlungen de» Reichstage» selbst brachten nochmals all die Argumente für wie gegen die Erhöhung der Getretdezölls, welche seither schon au» der Preffe, aus Flugschriften u. s. w. bekannt geworden sind und weder Freunde noch Gegner der Maßregel vermochten zu der vorliegenden Frage etwa» wesentlich Neues vorzubringen. Natürlich blieb auch jeder Theil bei seiner Ueberzeugung und Auffasiung stehen und so ist denn die Entscheidung über die Kornzollvorlage lediglichrueinerparlomenlarischenMachtsrage geworden,über deren Ausgang bereit» jetzt kein Zweifel mehr obwalten kann. — Am Samstag pausirte der Reichstag, um am Montag in die erste Lesung der Gesetzentwürfe, betr. die Unterstützung der Familien elngezogener Mannschaften, und betr. den Verkehr mit Wein, einzutreten. m x rx Das Arbeits-Material für den Reichrtag beginnt schon jetzt wiederum anzuschwellen. Die Initiativ-Anträge au» der Mitte de» Hause», welche bereits vorliegen, sind noch in voriger Woche durch den gemeinsamen Antrag der drei seitherigen Mehrheit-Parteien, fünfjährige Legislatur-Perioden für das Reich einzuführen, vermehrt worden und auch aus dem Bundesrathe fließt da» gesetzgeberische Material immer reichlicher. Derselbe hat die Vorlage, betr. die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen, sowie den Entwurf über Abänderungen im Eisenbahn - Betrieb-reglement für Deutschland ebenfalls in voriger Woche genehmigt und verschiedene andere Gegenstände, worunter auch eine Vorlage über die Unfallversicherung der Ofensetzer, Bohner und anderer Bauhandwerker, den zuständigen Ausschüffen überwiesen. Ueber die Erneuerung des Soctalisten-Gesetze» enthielt bekanntlich die Thronrede keinerlei Andeutung, aber da dasselbe im nächsten Jahre abläuft, so wird sich der Reichstag ohne Zweifel auch mit dieser Angelegenheit zu befassen haben. Es heißt nun, daß sich die Reichsreglerung mit der Absicht trage, eine fünfjährige Verlängerung des Gesetze» gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soctaldemokrarie zu beantragen; auch ist von »Verschärfung» - Vorschlägen die Rede. Es muß vorläufig abgewartet werden, inwieweit sich diese Gerüchte bestätigen; schon jetzt läßt sich aber nicht verkennen, oaß sowohl eine Verlängerung wie Verschärfung des Socialtstengesetzes im Reichstage auf große Schwterigkeitkn stoßen würden, denn auch in conseroativen und nationalliberalen Kreisen verhehlt man sich das Bedenkliche eine« derartigen Vorgehens nicht. Einerseits würde hierdurch die Rückkehr zu normalen Verhältnissen, die doch gewiß als wünschenswerth erscheint, immer mehr erschwert werden, anderseits kann man sich der Einsicht nicht verschließen, daß eine Ausdehnung oder Verschärfung de» Soclallstengtsetzer gerade zu einer Zett, wo die Massen so wie so schon aufgeregt find, doppelt bedenklich erscheinen muß. Es steht daher zu erwarten, daß der Reichstag auch diesmal fich nur zu einer zweijährigen Verlängerung des Gesetze» verstehen wird. Im Centrum sollen Erwägungen schweben, welche einen Antrag auf Beseitigung des Jesuitengefetzes betreffen. Doch verlautet noch nicht» von bestimmten Beschlüssen und ebensowenig darüber, wie sich die verbündeten Regierungen zu einem derartigen Antrag stellen würden. Jedenfalls dürfte ihnen eine solche Forderung de» Centrums nicht besonders gelegen kommen. Die sächsische Regierung gedenkt, wie au» einer Erklärung de» Staatsmlnisters v. Nostiz-Wallwitz in der sächsischen zweiten Kammer heroorgeht, beim Bundesrath wegen Abänderung de» Reblausgesetze» vorstellig zu werden, da fich dasselbe al» durchaus ungenügend erweist. Der deutsch-österreichische Handelsvertrag, wonach der bestehende Vertrag auf ein Jahr verlängert wird, ist nach übereinstimmenden Wiener und Berliner Meldungen in diesen Tagen thatsächlich zum Abschluß gelangt. Zugleich verlautet bestimmt, daß bei dieser Gelegenheit Vorsorge getroffen worden ist, daß die Erneuerung auch über ein Jahr hinaus Giltigkeit hat, und zwar auf unbestimmte Zeit bis zu der von einer oder andern Seite erfolgten Kündigung. Darmstadt, 3. December. (Aus dem Staatsbudget.) Der außerordentlich gewachsene und noch fortwährend wachsende Umfang der Geschäfte des Finanzministeriums, in-beson« dere in dem Bauwesen und dem Eisenbahnwesen, kann mit den seitherigen Arbeitskräften nicht bewältigt werden. Die Zahl der vortragenden Räthe bedarf notwendig einer Vermehrung, wenn die großen und zum Theil außerordentlichen Ausgaben, welche in diesen beiden Geschäftszweigen neuerding» herange- treten sind, nicht ungelöst bleiben ober ungenügend gelöst werden sollen. E« braucht in dieser Beziehung hinsichtlich de» Bauwesen» nur auf die bevorstehenden umfassenden Hochbauten, sowie auf die wichtigen neuen Wasser- und Dammbauten hingewiesen zu werden. Der Versuch, diese Aufgaben mit den seither schon überlasteten Personalkräften der Ministerial-Abthellung für Bauwefenzu Stande zu bringen, würde nur zum Schadender wirthschastlichen und finanziellen Interessen des Lander gereichen. E» erscheint deshalb die Schaffung einer weiteren Rath»- stelle in der Ministerial-Abthellung für Bauwesen erforderlich. In welch' enormem Maße die Geschäfte de» Finanzministeriums in dem Geschäftszweige des Eisenbahnwesen» in dem letzten Jahre, insbesondere durch die seitdem eröffnete Periode der Projectirung, des Baue» und Betriebes von staatlichen und privaten Nebenbahnen angewachsen find, bedarf als allgemeinkundiz wohl ebensowenig einer näheren Darlegung, als die Versicherung, daß der eine (dautechntsche) Rath, welcher seit Beginn der laufenden Finanzperiode für diese Angelegenheiten dem Finanzministerium beigegeben worden ist, mit dem einschlägige» kameralistischen Referenten (vortragenden Rath) für Eisenbahn-Angelegenhetten, die letzteren unmöglich nach allen Richtungen hin bewältigen kann. Die Leitung de» Eisenbahnwesens entbehrt zur Zeit noch einer definitiven organisatorischen Regelung; die tatsächliche Verlegung derselben in die Bauabtheilung, welche bei früheren einfacheren Verhältnissen geübt wurde, hat nicht weiter aufrechterhalten werden können; der rechte Zeitpunkt zur definitiven Constituirung einer besonderen Ministerial-Abthellung, welche demnächst nothwendlg werden wird, schien und scheint aber noch nicht gekommen. E» mußte deshalb die organisation»- gemäße Zurückziehung jener Angelegenheiten in das Ministerium selbst, unter ständiger Mitarbeit der Bauabtheilung bei den technischen Fragen, erfolgen und sollen dieselben auch vorläufig noch weiter in dieser Weise behandelt werden. Auch hier bedarf e» aber einer Vermehrung der, in dieser Gruppe arbeitenden, Räthe. Zu dem Ende soll im Interesse möglichster Ersparniß der Sitz be» Directors der Oberhessischen Bahnen nach Darmstadt verlegt und demselben als außerordentlichen Vortragenden Rath el» Referat übertragen werden. Beide» hat sich als ausführbar und zweckmäßig erwiesen, ersteres an der Hand probeweise gemachter Erfahrung. Demselben wäre für diese Functionen eine Gehaltszulage zu gewähren, wofür 1000 JL vorgesehen worden sind. Außerdem erscheint aber die Zutheilung eine» weiteren (Maschinen- und eisenbahnbetrieb»- technischen) vortragenden Räthe» und, vorläufig eine» ständischen juristischen Hilfsarbeiter» al» absolutes Bedürfnlß. Die zwei rechtskundigen Räthe, welche dermalen gleichzeitig dem Finanzministerium selbst und den drei Mlnisterial- Abtheilungen (für Forst- und Kameraloerwaltung, für Steuerwesen und sür Bauwesen) zur Seite stehen, sind, wie fich zur Genüge gezeigt hat, außer Stand, auch noch die wichtigen und vielfachen Fragen im Eisenbahnwesen zu bearbeiten. Der ständige juristische Hilfsarbeiter hätte fich zugleich bei den Secretariatsgeschäften zu betheiligen, damit der sonst nöthige Secretär für da» Eisenbahn-Ressort erspart werde. Die Geschäft-leitung dieser Gruppe von Rächen würde alsdann der Vorstand de» Finanzministeriums vorläufig übernehmen, bezw. fortführen. n In diesem Sinne find die neuen Ansorderungen gestellt. Sie waren unvermeidlich, da eine weitere Zunahme ober auch nur Fortdauer der seitherigen, die persönliche Acbeitsfähigkelt der betr. Beamten ausreibenden, lleberlastung nur dem öffentlichen Dienst zum Nachtheile gereichen würde und von der Regierung nicht verantwortet werden könnte. ______________ S o r - l e 17. " " " „ Nteder-Elbert. Die Aufstellung des Voranschlags für das Zahr 1887/88. Gesuch des Vereins für Krankenpflege um Bewilligung einer Unterstützung. Das neue Schlachthaus. Da8 Octroi-Reglement. Die Straßenbeleuchtung. Die Quellwasserleitung. 1. 2. 3. 4. 5. Gieße«, 6. December. Tagesordnung für die Stadtverordnetm-Sitzung am Donnerstag den 8. December 1887, Nachmittags 4 Uhr. ' Klage gegen dm Landarmenverband Gießen. „ „ „ „ der Provinz Westfalen. Ortsarmenverband Kleinheppach. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. Den Kasernen-Neubau. Die Verbesserung der Feldwege. Gesuch des Lokalgewerbevereins Gießen um Ueberlassung eines Schulsaals. Verbringung des Emil Schmidt in eine Anstalt für Epileptische. ___Gesuch des Schlossermeisters Karl Stohr um Bauerlaubniß. 16. Desgl. des Max Hochstätter. Louis Schwalb. 19. Gesuch des Gießener Radfahrvereins wegen Ueberlassung der Turnhalle. 20. Gesuch des Louis Keller um käufliche Überlastung 21. Desgl. des Beztrksbauaufsehers Senß selber um tauschweise Ueberlassung. 22. Desgl. des Eommerzienraths Noll um pachtweise Ueberlassung. 23' Auffüllung in der Ostanlage. 24. Unterhaltung der städtischm Brunnen. 25. Errichtung einer Desinfektionsanstalt. 26. Vermiethung der Wohnungen in der Denner schm Hosraithe. 27. Vermiethung des nordwestlichen Thorhauses am Wallthor. Literarische-. — Ein Luch, daS sich bestens selbst empfiehlt und deshalb weiterer Empfehlung nicht bedarf, ist die jetzt in dritter Auflage bet E. Roth in Gießen erschienene Excurfions-Flora für Hessen von Do sch u. Scriba. Preis 5 in sehr eleg. Ortgtnal-Etnband 6 JL Da es Herrn Scriba, der seit 1873 als Professor an der japanesischen Universität Tokijo thättg ist, nicht mehr möglich war, sich an der Neubearbeitung der Flora zu belheiligen, hat Herr Schulrath Dosch diese schwierige Arbeit allein unternommen und mit größtem Erfolge durchgeführt. Daß der gute Kern des Buches auch in passender Schale erscheint, dafür sorgt die rühmlichst bekannte Verlagsbuchhandlung, welche für geschmackvolle, schöne Ausstattung kein Opfer scheute. — Da die Vorzüge der früheren Auflagen dieses Werkes hinreichend bekannt sind, glauben wir uns an dieser Stelle nur auf Anführung der wichtigsten Veränderungen und Verbesserungen, welche die neue Auflage aufweift, beschränken zu sollen. Als namentliche Verbesserung und jedem Liebhaber der scientia amabilis werthvolle Beigabe müssen wir die 56 schönen Abbildungen bezeichnen, welche in 8 Tafeln dem Werke beigegeben sind und besonders dem Anfänger das Studium der botanischen Kunstsprache sehr erleichtern werden. Es sino dies nicht aus anderen Werken entlehnte Bildchen, wie sie in den verschiedensten Größcnverhältntssen nebeneinander vielfach in weit verbreiteten Schulbüchern sich vorfinden und zu denen nachher noch ein Text geschrieben worden ist. — Nein, die Figuren sind ausschließlich noch nicht veröffentlichte und speciell für die Flora gezeichnete Originale, die entweder nach Angabe des Herrn Verfassers selbst oder anderer Autoritäten in der Botanik, z. B. des Herrn Hofrath Hoffmann in Gießen entworfen sind. Ferner haben die Unterstützungen zahlreicher Freunde, unter denen wir außer dem vorhin erwähnten Herrn Hoffmann nur noch die Herren Professor Dippel und Obermedicinalrath Uloth in Darmstadt anführen, das Buch durch werthoolle Angaben über neu vorkommende und Standorte seltener Pflanzen bereichert und ältere bezügliche Angaben berichtigt, sodaß wir die Excursions-Flora als eine der vollständigsten und zuverlässigsten Lokalfloren bezeichnen können. Eine weitere sehr schätzenswerthe Bereicherung hat das Werk dadurch erfahren, daß auch die angrenzenden Gebiete des Großherzogthums berücksichtigt worden sind, so daß wir sicher hoffen dürfen, es werde das Buch in dieser Auflage zu den zahlreichen alten Freunden sich noch viele neue erwerben. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — (Schlechte Kartoffelernten.) Vielfach hört man von den tüchtigsten Land- wirthen die Klage, daß die Erttäge ihres Kartoffelbaues trotz aller Mühe und Arbeit nicht allein in Bezug auf Qualität, sondern auch hinsichtlich der Menge der Ernte zurückgehen. Die Betreffenden wissen sich oft die Sache nicht zu erklären. Sie treiben eine rationelle Wechselwirthschaft, sorgen in jeder ordentlichen Weise für die Instandhaltung ihrer Aecker, düngen nach allen erprobten Regeln und Angaben, und doch gedeihen die Kartoffeln nicht und liefern schlechte und spärliche Ernten. So sonderbar dies aber Manchem auch scheinen mag, so erklärlich ist es doch. Alle Pflanzen, die nur immer und immer wieder aus Knollen oder Zwiebeln gezogen werden, entarten in längerer oder kürzerer Zeit, schließlich aber sicher immer. Das gilt auch von den Kartoffeln. Je nach der Art und Weise des Anbaues währt es längere oder kürzere Zeit, bis die Ernten in jeder Beziehung zurückgehen. Selbst bei der rationellsten Wirthschaft und bester Kartoffelsorte erhält sich die Anbauwürdigkeit nur selten länger als 20 Jahre, unter Umständen tritt dieser Zeitpunkt natürlich schon früher ein. Zeigt sich ein steter Rückgang der Kartoffelerttägnisse, so bleibt nichts anderes übrig, als an den Ersatz der Saatkartoffeln durch eine andere, in Züchtereten aus Samen gezogene Sorte zu denken. Das zu überlegen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen. Welche Sorte zu wählen ist, hängt von der Lage und der Beschaffenheit des Bodens ab, die Auswahl unserer Züchter ist aber so groß, daß für jeden Landwirth sicher passendes zu finden ist. ftmtrttnl Die Handelszeitung, sowie der volkswirth- lll (4$UUinUl. schaftliche Theil des Frankfurter Journals bieten die raschesten, zuverlässigsten und erschöpfendsten Mittheilungen über alle Bewegungen des Geld- und Waarenmarktes, sowie bewährte kritische Beleuchtungen der geschäftlichen Conjuncturen als nützliche Informationen des Leserkreises. Der Handelszeitung ist eine regelmäßig erscheinende ausführliche Verloosungsbeilage beigegeben. 8873 -2 1888 Januar den gesetzt und zwar: 1. Mittwoch i 2. Donnerstag 3. Samstag 4. Dienstag 5. Mittwoch 6. Donnerstag 7. Samstag 8. Dienstag 9. Mittwoch 10. Donnerstag 11. Samstag 12. Dienstag 13 Mittwoch 14 Donnerstag 15.. Samstag 16. Dienstag 17. Mittwoch 18. Donnerstag 19. Samstag 20. Dienstag 21. Mittwoch 22. Donnerstag 23. Samstag den 7. Dezember 1887, : ä „ 14. , 15. „ 17. :: & : 24. : L ", 31. sowie 3. 4. 5. 7. 10. 11. 12. 14. Die Einleger werden daher aufgefordert ihre Schuldscheine vorzulegen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 29. November 1887. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Keh r. Bekanntmachung. Zur Empfangnahme bezw. Beischreibung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar« und Leihkaffe angelegten Capitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Geschäftstage fest- Mittwoch, den 7. Decbr. I. I., Nachm- 2 Uhr, versteigere ich gegen Baarzahlung: verschiedene Möbel, 1 Ladeneinrichtung, 1 Consol, 1 großer Spiegel, 1 Kuh, 10 Kubikmeter rohe Sandsteine. Zusammenkunft in meiner Amtsstube. Geißler, 9049 Gerichtsvollzieher. 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December 1887 hat sich in Wieseck unter der Firma: ,,Landwirthschaftlicher Consum- Verein, eingetragene Genossenschaft", ein Verein zur Förderung der Wirthschaft seiner Mitglieder durch gemeinschaftliche Beschaffung von Bedürsniffen der Haus- und Landwirthschaft in bester Qualität, Herstellung von Bedarfsgegenständen der Haus- und Landwirthschaft, gemeinschaftlichen Verkauf von Producten aus dem landwirthschaftlichen Betrieb und Schutz der Mitglieder gegen Uebervortheilung auf unbestimmte Zeit geblldet. Der Verein ordnet seine Angelegenheiten unter der Theilnahme aller Mitglieder durch den Vorstand, den Verwaltungsrath und die Generalversammlung. Der Vorstand besteht aus dem Director, dem Rechner, den Lagerhaltern und dem Controleur. Die Zeichnung durch den Vorstand geschieht dadurch, daß die Zeichnenden zu der Firma des Vereins ihre Namensunterschrist hinzufügen. Rechtliche Wirkung hat die Zeichnung nur dann, wenn sie von dem Director oder seinem Stellvertreter und einem weiteren VorstandSmitgliede geschehen ist. Die dermaligen Vorstandsmitglieder sind und zwar: Director: Philipp Hildebrand III. Rechner: Heinrich Deibel VII. Controleur: Philipp Möser V. Lagerhalter: Theodor Speyer. „ August Seibert. Dieselben sind zur Zeichnung der Firma befugt. Alle Bekanntmachungen des Vereins ergehen unter dessen Firma und werden von mindestens zwei Vorstandsmitgliedern unterzeichnet. Die Veröffentlichungen erfolgen im „Gießener Anzeiger". Das Verzeichniß der Genoffenschafter kann jederzeit bei der Gerichts- schreiberei des unterzeichneten Gerichts eingesehen werden. Gießen, den 1. December 1887. Großherzogliches Amtsgericht. 9065 Gebhardt. Büffel- und Scbildkrot Kämme, sowie das Neueste in Aufsteck-Kämmen empfiehlt zu billigen Preisen 9064 I'e Abend, Kammmacher, Weidengasse 16. 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