str, ist. Erstes Blatt. Sonntag den 7. August 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. DMOOG r SchUkPra-, 7. Erscheint ILgttch mit Ä*en*tme MsntagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mtt edugei Turd> bte VaN bnoam viertesfäbrNcb 2 Mark M) Amtlicher Hheit. Gießen, am 3- August 1837. Betreffend: Das Reichsgesetz, betreffend die Unfallversicherung der bei Bauten beschäftigten Personen. Das GroßherZogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Der Großh. Regierungsrath vr. Zeller in Darmstadt hat eine Textausgabe des rubricirten Gesetzes vom 11. Juli mit Einleitung und Erläuterungen wie einem Sachregister (im Verlag der C. H. Beck'schen Buchhandlung in Nördlingen) herausgegeben. Dasselbe kostet in den hiesigen Buchhandlungen 1.20., empfehlen Ihnen, dieselbe für Ihre Bibliothek auf Kosten der Gemeinde anzuschaffen und sehen der Stellung Ihrer Anträge binnen 8 Tagen entgegen. Dr. Boekmann. Gefunden: 2 Hemden, 1 Unterjäckchen, 1 Strumpfband, 1 silbernes Armband, 1 Notizbuch, 1 Fischnetz, 1 Filzhut, 1 Werthpapier, 1 Arbeitsbeutel, 1 Pferdedecke, 1 Musterschachtel, 1 Peitsche, 1 Manschettenknopf, 1 Taschentuch. Gießen, am 6. August 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Hesterreich. Wien, 5. August. Gegenüber der Meldung der „Opinione", daß die Arreichisch - ungarische Regierung dem Prinzen von Koburg abgerathen hätte, tuf den bulgarischen Thron zu verzichten, kann das „Fremdenblatt" positiv ver- Wm, daß die österreichisch - ungarische Regierung dem Prinzen weder zur An- itfme der Thron-Candidatur gerathen. noch weniger aber von dessen angeblich bMchtigter Verzichtleistung aus die Candidatur abgerathen habe. England. London, 5. August. Se. K. und K. Hoheit der Kronprinz wird in Irinnen Tagen die Insel Whigt verlassen, um einen kurzen Ausflug nach Schoit- lrck zu machen. Von dort kehrt der Kronprinz nach Deutschland zurück. Die Kronprinzessin wird erst später abreisen. London, 5. August. Der Verkehr auf der Midlandbahn ist in Folge rim Stüter unterbrochen. Eine große Anzahl Locomotivführer und Heizer lösten die Feuer der Locomotiven aus und verließen die letzteren kurz nach N'. itternacht. Die Dtrectton der Eisenbahn macht große Anstrengungen, um dem krrtke zu begegnen, indem sie die Strikenden durch andere Angestellte ersetzt. 1 Dir Gesellschast der Eisenbahnbeamten sucht indessen auf die Locomotivführer MMwirken, um derartige Ersetzungen zu verhindern. London, 5. August. Im Unterhause erklärt Fergusson, Zeuber-Pascha Mte die Erlaubniß zur Rückkehr nach Egypten erhalten, nachdem derselbe sich M Revers verpflichtet habe, an dem ihm von der egyptischen Regierung ; tWwiesenen Orte zu bleiben, sich deren Ueberwachung zu unterstellen und sich 1, in Reinerlet politische oder militärische Dinge betreffs des Sudans und anderer ! toet zu mengen. i — Das Oberhaus beschloß mit 52 gegen 14 Stimmen in der Bill : drtmsss der Butter-Surrogate die Bezeichnung „Margarine" beizubehalten. x — Hier eingegangenen Nachrichten zufolge sind Briese Stanley's in | ftMey'Pool eingetroffen, wonach Stanley am 18. Juni l. Js. am Wasserfall ^Flusses Aruwhimi angekommen ist und vorbereitete, die Ueberlandreise . ßMtreten. ; Rußland. ; , Petersburg, 5. August. Die russische „Börsenzeitung" meldet gerücht- W in höheren RegierungSkreisen erachte man es für möglich, bei Anwendung längsten Gesetzes, betr. die Ausländer, einige Erleichterungen eintreten zu Verfügung wegen Entfernung der Ausländer aus den Stellungen Verwaltungen privater und commercieller Unternehmungen solle einstweilen ^pendirt werden, bis die Frage des praktischen Nutzens dieser Verfügung für . einheimische Industrie nochmals geprüst worden sei. Den Provinztalbehörden , | vorgeschrieben werden, die Uebernahme ausländischer Industriellen in den huschen Unterthanen verband möglichst zu erleichtern, ohne sich dabei an den r ^staben des Gesetzes zu stoßen. Jüngst sei in den russischen Unterthanen- . ^anb ein Hüttenwerksdirector ausgenommen worden, welcher sich kaum ein i ?*r in Rußland aufgehalten habe. In diesem Sinne wolle der Minister des Mern alle ähnlichen Gesuche um Aufnahme in den russischen Unterthanen- i ^nd bescheiden. . _ Moskau, 5. August. Die „Mosk. Zeitung" veröffentlicht ein Tele- M«m des Kaisers, in welchem er der Wittwe Katkow's unter Anerkennung ^ Verdienste des Verstorbenen sein Beileid ausspricht. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz-Bureau. dad Gastein, 5. August. Kaiser Wilhelm nahm Morgens ein Bad, dann ; kr einen Spaziergang auf der Kaiserpromenade. Gestern waren zum Diner Zraf Lamberg und Graf Palffy. Nachmittags fand eine Fahrt zur Erzherzog- . ^mn: Promenade und dafelbst ein längerer Spaziergang statt. Abends war der - zum Thee bei Lehndorff's. — Der Kaiser von Oesterreich trifft morgen 2 Uhr Nachmittags hier ein; er wird bet Kaiser Wilhelm das Diner und den Thee einnehmen. Einladungen sind nur für die Tafel ergangen. — Die Abreise des Kaisers Wilhelm ist auf Mittwoch festgesetzt. Bonn, 5. August. Die Strafkammer verurtheilte den Freiherrn v. Solemacher- Autweiler wegen Herausforderung des Freiherrn v. Schorlemer zum Duell zu einer Woche Festungshaft.! Effen, 5. August. Die Essener Stadtverordneten beschlossen, für den Betrag von 60,000 JL auf dem Marktplätze der Stadt ein Standbild des verstorbenen Krupp zu errichten. In derselben Sitzung wurde ein Schreiben des Sohnes des Verstorbenen verlesen, nach welchem der Verwaltung für gemeinnützige Zwecke 500,000 zur Verfügung gestellt werden. Paris, 5. August. Der Staatsrath genehmigte den Dekretsentwurf, wonach der französische General-Zolltarif mit gewissen Abänderungen in Cochinchina, Tongking, Annam und Eambodscha eingeführt werden soll. — Wie es heißt, beschloß die Regierung eine Reihe von Maßregeln zur Unterdrückung des Banditenwesens in Korsika. — Ein Telegramm aus Algier meldet heftige Erderschütterungm bei Taghonat. Rom, 5. August. Der König ist Nachmittags hier eingt troff en. Er conferirte nach seiner Ankunft mit Crispi und den übrigen Ministern. — Das Schreiben des Kaisers Wilhelm an den Papst bei der Priester-Jubelfeier des letzteren sprach hohe Befriedigung darüber aus, daß der Kaiser und der Papst in ihrem Alter noch den religiösen Frieden herzustellen vermocht. Der Papst erwiderte das Glückwunschschreiben alsbald mit einem eigenhändigen Schreiben, in welchem er seinen lebhaften Dank ausfprach und den Gefühlen des Kaisers sich voll anfchloß. Rom, 5. August. Für Provenienzen aus Malta ist eine ärztliche Unterfuchung angeordnet. Malta, 5. August. Das Auftreten der Cholera wird officiell constatirt; am 3. August fanden 3 Cholerafälle statt, deren einer tödliche Folgen hatte. Belgrad, 5. August. Der König machte gestern Nachmittag Ristic einen längeren Besuch. Wahrend der Abwesenheit des Königs wird die Regierungsgewatt vom Ministerrathe ausgeübt. Kairo, 5. August. Einem Telegramme des Reuter'schen Bureaus zufolge soll im Laufe des October ein halbes Bataillon britischer Truppen nach Cypern abgehen. Eine weitere Verminderung der Okkupationsarmee ist bis zum April nicht in Aussicht genommen. Lokale-. Gießen, 6. August. Bei der heutigen Wahl eines Kreistagsmitgliedes wurde an Stelle des Herrn Forstmeisters THaler Herr Gutsbesitzer v. Oven in Hungen mit 13 Stimmen gewählt. Herr Commerzienrath A. Noll erhielt 7 Stimmen. Gießen, 6. August. sFür Schachfreunde.f Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, findet Mitte September in hiesiger Stadt ein Schachcongreß statt, zu welchem an die Freunde dieses königlichen Spieles Einladungen ergehen werden. Ein Haupt- und ein Nebentournier sind in Aussicht genommen mit erheblichen Preisen und erwirbt gleichzeitig der Gewinner des ersten Preises die Meisterschaft für Oberhessen. Wir freuen uns, daß der hiesige Schachclub den Schachfreunden in Nah und Fern Gelegenheit bietet, ihre Kräfte zu erproben und hoffen, daß der in Rede stehende Congreß dem Interesse an diesem edlen Spiele förderlich fein werde und anregend wirke. Genaueres wird von Seiten des Clubs bekannt gegeben werden. Gießen, 6. August. Unsere Stadt wird in nächster Zeit wieder um einige stattliche Bauwerke bereichert werden: Die neuen Kliniken. Das an der vom Haggcn- müller'schen Hause in der Frankfurterstraße nach der schönen Aussicht zu abzweigenden neuen Straße gelegene Bauterrain ist ein sehr umfangreiches und es werden auf demselben nicht weniger als 8 einzelne Gebäude zur Aufführung kommen. Es sind dies die medicinische und gynäkologische Klinik, das Jsolirgebäude, die Directorialwohnung, das Verwaltungsgebäude, das pathologische Institut, sowie Küche und.Kesfelhaus. Vor einigen Tagen ist mit dem Ausgraben des Fundamentes des Jsolirgebäudes der Anfang gemacht worden. — Eine Verbesserung haben die Einfriedigungen der Bosquets unserer städtischen Anlagen in letzterer Zeit stellenweise erfahren. Die Holzpfähle mit dem einfachen Drahtbezug sind nämlich entfernt und durch Spaliere von Eifen ersetzt worden, welche dauerhaster sind und nicht so leicht beschädigt werden können. — Verkauft wurde dieser Tage die Wode'iche Besitzung in den Neuen Baum an Herrn Restaurateur P. Jmmel dahier. Vermischte-. Lich, 2. August sEv. Kirchengesangverein.I Am letzten Sonntagi wir die besondere Freude, die vorzügliche Leistungsfähigkeit des Greßener 5 m gesangvereins in dem gut besuchten, zu einer liturgischen Feier umgesta - Mittagsgottesdienste, dem auch die ganze Fürstliche Familie da hier bbiwy , zu lernen. Es galt vor allem die Anssiihrnng einer K°ntate des AttmeMers evangelischen Kirchenmusik Johann Sebastian Bach über baj ^uth cy vom Himmel sieh darein". Die Gemeinde begann mit der Klage über der Kirche Noth (Lied 151). Der erste hiesige Geistliche brachte dieselbe in der Liturgie zum Ausdruck mit Psalm 12, an den Luthers Lied anknüpft. Es folgte eine kurze Ansprache des zweiten Geistlichen, in welcher die der Liturgie zu Grunde liegenden drei Gedanken entwickelt wurden. Dann erklang die Kantate selbst, in ihrem ersten Satz ein gewaltiges Tonwerk, dessen Stimmgewirr und kunstvolle Dissonanzen die Gedanken des genannten Psalms und Lieds anschaulich malten. Die Bedenken mancher, größere Soli in dem evangelischen Gemeindegottesdienst zur Verwendung zu bringen, mußten schwinden durch die für die Gemeinde unsichtbare Aufstellung des Kirchenchors, der, wie er gewünscht,, durch die Altarschranken verdeckt war, sodann durch den Eindruck, den der geschulte von tüchtigen Kräften ausgeführte Vortrag in seinem echt kirchlichen Stile machte. Wir halten den Versuch für geglückt, die Bach'sche Kantate wieder für den Gemeindegottesdienft zu erobern, wenn es auch auf Seiten der Gemeinde noch gar sehr des wachsenden Verständnisses und der Ueberwindung mancher Einwände bedürfen wird. So mag cs nicht in Verwunderung setzen, wenn eine nicht unbeträchtliche Zahl der Hörer vielleicht noch mehr von dem (auf die durch den Liturgen zum Ausdruck gebrachte Verheißung der Hilfe Gottes für seine Kirche, Ezech. 34), sehr frisch gesungen von Psalm 96 sich angezogen fühlte und diese Stimmung zur weihevollen ward, als nun auf die liturgische Mahnung, bereit zu sein zum Empfang des Helfers (Matth. 25) noch der majestätische Choral „Wachet auf! ruft uns die Stimme" die vortreffliche Leistung des Vereins würdig beschloß. Unser bewährter Organist, Herr Lehrer Jäger, begleitete sowohl Gemeinde- wie Chorgesang mit gewohnter Meisterschaft auf Orgel und Harmonium, welches letztere uns Herr Förster jun. hier mit uneigennütziger Güte aus seinem reichhaltigen Jnstrumentenlager zur Verfügung stellte. — Schön war auch eine kleine Nachfeier in dem fürstlichen Park dahier, wo noch einige Quartette in gelungenster Weise vorgetragen wurden. Wir können nur wünschen, daß die Anregungen des unter seinem hochbegabten und eifrigen Dirigenten, Herrn Dr. Walter, und unter der hingebenden Leitung des Herrn Pfarrer Schlosser so schön blühenden Gießener Kirchengesangvereins dahier wieder zur Reconftttutrung des im vorigen Jahre leider eingegangenen hiesigen gemischten Ktrchenchors in enger Fühlung mit der Kirche, der er ja dienen will, führen möge. — Dem Gießener Verein möchten wir aber neben unserem herzlichen Dank ein freundliches Auf Wiedersehen zurufen. A Mainz, 5. August. Wegen des am verflossenen Sonntag in Frankfurt stattgehabten Eisenbahnunfalls ist auf Antrag der Kgl. Staatsanwaltschaft in Frankfurt auf Grund des § 316 des Strafgesetzbuches das Strafverfahren gegen den Lokomotivführer des betreffenden Ludwigsbahnzuges, Joseph Limburg von Mainz, gegen den zur Unfallszeit diensthabenden Stationsassistent der Bebraer Bahn in Frankfurt und gegen den unmittelbar vor der Unfallsstelle stationirten Bahnwärter eingeleitet worden. Die Untersuchung führt Dr. Fabricius, von welchem neben den eben angedeuteten Beschuldigten bereits eine große Reihe von Zeugen, Bahnpersonal und Passagiere der verunglückten Züge vernommen worden sind. A Vom Rhein, 5. August. In Koblenz herrscht seit gestern eine sieberhafte Auf» regung. Ein in einem Manufakturwaarengeschäfte bediensteter junger Mann entfernte sich am Abend mit der Bemerkung, baden zu gehen. Mehrere Personen sahen den jungen Mann in Gesellschaft mit zwei bis jetzt noch nicht ermittelten Männern nach dem Moselbadeplatz gehen, wovon der junge Mann nicht mehr zurückkehrte. Am Morgen wurden nun durch Schiffer die Kleider des jungen Mannes gefunden und zwar in einem Zustand, der sicher darauf schließen läßt, daß an dem Vermißten ein Raubmord verübt worden. Das zerrissene blutige Hemd hat man gefunden; an demselben sind die Aermel oberhalb der Hand- börtchen abgerissen, und befinden sich die Letzteren wahrscheinlich noch zugeknöpft an der Leiche. An der Weste war noch ein Theil der abgerissenen Uhrkette; die Uhr selbst fehlte, ebenso auch alles Geld. Daß ein Kampf stattgefunden, dafür spricht das zerrissene Hemd und scheint es, daß der junge Mann in dem Augenblicke, als er das Hemd ausziehen wollte, überfallen und ermordet worden ist. Die Leiche ist bis jetzt noch nicht ausgefunden, ebenso fehlt auch noch jede Spur von dem Thäter. Dillenburg. Die Firma C. D. Magirus in Ulm hat die mit dem Feuerwehrtag verbundene Ausstellung sehr reichhaltig beschickt mit Gegenständen zur persönlichen Ausrüstung des Feuerwehrmanns, wie Helme, Gurten, Beile, Leinen, Laternen; ferner ist ausdrücklich zu erwähnen die große Petroleumfackellampe mit mechanischer Dochtregulirung, ohne Gewinde, neue einfachste Construction, von hervorragender Leuchtkraft. Von Rettungsgeräthen sind ausgestellt: Rettungsschlauch, Rettungssack, Sprungtuch, Selbstrettungsapparate, worunter der Gurthaken mit Bremsvorrichtung besondere Beachtung verdient. Eine große Anzahl sehr schön ausgeführter Photographien erregen das Interesse der Sachverständigen in hohem Grade; auf diesen photographischen Abbildungen sind mechanische Feuerleitern von 12 bis 26 m Höhe mit Mannschaften bestiegen zu sehen, diese Leitern sind nicht angelehnt, sondern ganz freistehend. Die Anfertigung solcher großer Leitern ist eine Specialität der Magirus'schen Fabrik und finden wegen ihrer anerkannten Vorzüge nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch im Ausland, worunter sich sogar England und Frankreich befinden, große Verbreitung. Je nach Länge der Leiter richtet sich die Construction derselben und sind die verschiedenen Con- ftructioncn durch eine Anzahl Modelle vertreten, welche dem Beschauer den Ueberblick erleichtern. Die von Magirus ausgestellte Maschinenleiter ist 14 m lang und wird mit einer Hand in drei Sekunden aufgerichtet. Trotz dieser überraschend leichten Handhabung bietet die Leiter eine außerordentliche Sicherheit und Tragfähigkeit. — Am 14. August, Morgens, rückt der Metzer Turnverein in neun bis zehn Eolonnen und versehen mit gegen 1OOO frischen Kränzen aus, um, wie dies seit 1874 ihm heiliger Brauch geworden, die rings um Metz liegenden Gräber der im August 1870 für Deutschlands Ehre und Größe gefallenen Helden zu schmücken und nach Beendigung dieses Aktes in der Schlucht von Gravelotte eine Gedächtnißfeier abzuhalten. Falls die Angehörigen der dort in Gott ruhenden Helden, wie dies seit vielen Jahren geschieht, auch in diesem Jahre eine Blumenspende aus der Heimath senden, oder den Turnverein mit einem bezüglichen Auftrage betrauen wollen, wird gebeten, dies baldigst zu thun und etwaige Sendungen so einzurichten, daß dieselben bis zum 13. August an die Adresse „Metzer Turnverein, postlagernd in Metz" eingehen. — ^Falsches Geld.j Nachstehendes, näher bezeichnetes falsches Geld ist im Deutschen Reich in Umlauf: 1) Falsche Fünfmarkscheine (Kennzeichen: die Pflanzenfasern sind mit Tusche ausgezeichnet). 2) Zwanzigmarkstücke (Münzzeichen D., Jahreszahl 1879, matter Klang, fettiger Griff). 3) Zehnmarkstücke (leichteres Gewicht, hellerer Klang, fettiger Griff). 4) Einmarkstücke (matte Färbung, unreine Prägung, dumpfer Klang). 5) Fünfzigpfennigstücke (weiches Metall, biegsam, in Farbe und Prüguna aber gut). 6) Zwanzigpfennigstücke (Rand unrein ausgeprägt, schwerer Klang und hell). Außerdem sind in neuerer Zeit falsche goldene Zehn- und Fünfmarkstücke, beide von preußischem Gepräge und mit den Jahreszahlen 1875 und 1877 aufgetaucht, beide Fälschungen sind im October hergestellt, mittelst Dukatengoldes vergoldet und so ausgeführt, daß man sie nur am leichteren Gewicht von den echten Stücken unterscheiden kann. Greßen, 5. August. Der am 2. und 3. d. Mts. dahier abgehaltene Viehmarkt war mit 1696 Stück Rindvieh und mit 586 Stück Schweinen befahren. Die Preise aller Viehgattungen standen niedriger als auf den letzten Märkten. Nächster Markt Dienstag den 16. und Mittwoch den 17. d. Mts., am letzteren Tage auch Krämermarkt. Gießen, 6. August. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL 1.00—1.10, Hühnereier p. St. 5-6 H, Enteneier St. 0-0 Käse pr. St. 4-8 H, Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen 30 H, Tauben per Paar 40 bis 60 Hühner per Stück JL 0.80-0.90, Hahnen pr. Stück JL 0.50-0.80, Enten per Stück JL 1.40—1.70, Gänse per Pfund 00—00 H, Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 64 ^>, Kuh- und Rindfleisch 54—56 Schweinefleisch 54—60 H, Hammelfleisch 50 bis 62 Kalbfleisch 40—45 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 7.00—10.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner A 7.50—8.00, Kirschen per Pfund 15—20 H. Brodpreise vom 7. bis 21. August 1887. 1 2 1 2 1 2 3 der Bäcker Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . d.) Weißbrod . 2 P '4 P 2 P . 27 . 54 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei I. Lein, K- Haas, L. Keil, 63 Gießen, den 6. August 1887. d.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 ^4 P b.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 , fb.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 ’4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 Kgr. 1 2 1 2 3 1 2 3 der Brodverkäusn 4 .N 2 n 7 m . , • *** „ ) Schwarzbrot» (4 , ) Schwarzbrod (6 „ ) Schwarzbrod i 2 „ ) Zchwarzbrod 2. N? C4 w ) Schwarzbrod 2 (6 , ) Schwa/zbrodtRS ’2 Pfd.) Weißbrod 4 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts W,» (Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) «ufgebots. Juli: 30. Wilhelm Junker, Werkführer, ein Wittwer, dahier, mit Hartmann, geb. Wagner, Wittwe von Taglöhner Konrad Hartinann LS August: 1. Dr. Georg Otto Friedrich Ernst Suff^rt, practischer Arzt ru mit Mathilde Minna Thekla Nanny Bertha Rouge daselbst. 2. Wilhelm Buchbinder zu Düsseldorf, mit Anna Katharine Zinn daselbst. 4. Wilhelm Schullehrer zu Gießen, mit Johanna Klara Elise Maria Anna Friederike öarfteir^ Holzheim. * 1 01 * Eheschließungen. August: 3. Georg Düringer von Trais-Horloff, Fußgensdarm zu Main, m- Marie Margarethe Debus dahier. Geborene. Juli: 24. Dem Schneider Jakob Büttner eine Tochter, Marie. 28. Du Telegraphenvorarbeiter Eduard Bruns ein Sohn, August Wilhelm. 28. Dem Ledr meister bei der Main-Weser-Bahn August Dornicke ein Sohn. 30. Dem $q1q Johannes Rühl eine Tochter. 30. Dem Schneider Anton Belte ein Sohn, Clemens. 31. Dem Dienstmann Heinrich Münker eine Tochter, Johanna Elisabch-. August: 1. Dem Zugführer bei der rechtsrheintschew Eisenbahn Heinrich Röch Tochter, Ida Caroline. «esiorbetre. Juli: 30. Clara Martha Heppert, 22 Stunden alt, Tochter von HDnbeÜ« bei der Oberhessischen Eisenbahn Adam Heppert dahier. 31. Marie Trcchsler, 1 Ich- alt, Tochter von Dienstknecht Peter Trcchsler dahier. August: 1. Sophie hinklr:, 5 Jahre alt, Tochter von Cigarrenmacher Jacob Hinkler II. von Steinberg. 2.tzlMm Wilhelm Stroh, 68 Jahre alt, Landwirth von Waldhausen. 3. Margarethe Cttc, 30 Jahre alt, Dienstmagd von Altenburg. 3. Andreas Müller, 39 Jahre alt, Top löhner von Ilbeshausen. 4. Katharine Ache, geb. Griebel, 51 Jahre alt, Ehefrau aa Landwirth Jacob Ache von Leun. 4. Heinrich Fritz von Harbach, 56 Jahre ig Schäferknecht zu Hochelheim. 4. Georg Schmidt, 71 Jabre alt, Taglöhner von Hausir 4. Dr. Martin Ignatz Blum, 39 Jahre alt, practischer Arzt dahier. A ji; i n j# i rt1 \ benf - W talkte 8p Hf4*1 El M M a öei m ÜOL Ql cke & r. hie ß Äi l liiti ''ei tflSÄ - -Ome! irir md Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 6. August, Mittags zwischen 11 und 12 Ufr- Wasser 17 Grad, Luft im Schatten 20 Grad. L. Ehr. Rübsamen^, - Als wirklich ganz sichere Rettung von Blutarrrirrth, und deren folgen ist die seit 1327 bekannte Ehrendreitsteiner empfehlen, von sehr vielen Aerzten mit fortwährendem Erfolge angewenov. vollständig natürliche Heilmittel wirkt auch bei Gesunden stets für richtige -bew , Der Preis ist sehr niedrig und kostet bei Abnahme von mindestens 10 Flascy . 60 H, i/z Ltr. 40 $ bei frachtfreier Lieferung in ganz Deutschland. » j! zur Bequemlichkeit überall errichtet. Nähres ertheilt gern und kostenlos M«. in Coblenz. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gieße». Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 3. August. Georg Düringer, Fußgensdarm zu Mainz, und Mne Margarethe Debus, Tochter des Färbers Georg Debus zu Gießen. Eetaufte. Den 31. Juli. Dem Schreiner Adolf Laudon eine Tochter, Minna, geböte den 4. Juli. Denselben. Dem Gelbgießer Justus Rinn eine Tochter, Martha Maria Wabrch, geboren den 10. Juli. Denselben. Dem Schuhmacher Friedrich Hainer eine Tochter, Emm, gebomr den 4. Juni. Denselben. Dem Schuhmacher Ernst Koch ein Sohn, Ernst Ludwig Theoia Carl, geboren den 30. Juni. Denselben. Dem Schreiner Heinrich Carl Dickhardt eine Tochter, Wgantx, geboren den 7. Juni. , . Denselben. Dem Universitäts-Quästor August Orbig eine Tochter, Wtihrimoe Hermine Erna, geboren den 26. Mai. Denselben. Dem Bremser Johannes Weber eine Tochter, Maria, geboren w 28. Juni. L „ Denselben. Dem Schlosser Christian Marx eine Tochter, Marie, geboren - 25. Juni. ^3, Denselben. Dem Eisenbahn-Schaffner Konrad Kaus eine Tochter, Slnna Hat» Katharine Elisabeth, geboren den 9. Juli. _ i M ft L M l*ctk I Hi Ket» in l uL M™- WÜ?J llikili ßrülij L N W1II0, Ml> i iM X Wer zweckmässig annoncirenrf d. h. seine Anzeigen in effectvoller Form durch die für d®® ) H Zweck erfolgreichsten Blätter za verbreiten ""^boo^ wende eich an die allgemein bekannte, leistungsfähig8 e l«? ' s Expedition von . , , Rudolf Messe, Zeitschriften in intimem Geschäftsverkehr und .ist vermöge eConditi«^ !<*’’’ satze mit den Zeitungen in der Lage, die zu gewahren. — Zeitung* - Cataloge, sowie Kosten Vertreter in Giessen: Julius Wallucl1, Aufgebot. Johann Jakob Wagner, geb. om 19. Juli 1817 — Sohn des verboten Jost Friedrich Wagner Md desien Ehefrau Henriette, geb. Bingmann, aus Lich — ist vor Egerer Zeit nach Amerika auSge- mndert, hat eine Zeit lang zuCleve- Innb im Staate Ohio gewohnt, ist von toort verzogen und seitdem verschollen. Sein dahier zurückgelassenes Vermögen triurbe seither curatorisch verwaltet md beträgt dermalen cu. 1900 v4t Da Johann Jakob Wagner nunmehr tas siebzigste ^Lebensjahr zurückgelegt ^aben würde, so werden auf Antrag hts für denselben bestellten Curators Qermann Walz von Lich Johann Mob Wagner resp. dessen Leibes- ü>er Testamentserben hiermit auf- «forbert, spätestens im Termin Donnerstag d. 20. Oet. d. I., Borm. 9 Uhr, ilire Rechte an dem fraglichen Vermögen geltend zu machen, als sonst Mann Jakob Wagner für todt er- llärt und sein Nachlaß den nächst- ^erechtigten Verwandten, welche sich Erben melden würden, ausgeliesert merben würde. Zugleich werden alle.Diejenigen, welche Erbschastsansprüche an das fragliche Vermögen zu haben vermeinen, hiermit ausgesordert, diese Ansprüche spätestens in dem obigen Lufgebolstermin bei dem unterzeich- mten Gericht anzumelden und zu begründen, als sonst Verzicht unterstellt werden würde. Lich, am 28. Juli 1887. Großh. Amtsgericht Lich. 5809 Langermann. Bekanntmachung. Die beiden Steinbrüche im Distrikt Schwarte des Gießener Stadtwaldes Dienstag den 9. dss. MtS., Vormittags 11 Uhr, M Saale des alten Rathhauses ver- mchtet werden. Gießen, den 5. August 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. B ramm. 5887 Arbeitsversteigerung. DienStag den 9. August l. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen im Gemeindehaus dahier nachstehende Arbeiten, als: Schreiner- und Glaserarbeit, veranschlagt zu 60 JL Weißbinderarbeit, „ „ 104 „ Mnigftnehmend versteigert werden. Alten-Buseck, am 5. August 1887. Gr. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Krämer. 5867 Zieikgeöotenes. Neuenweg 22. Neuenweg 22. Gelegeoheilskaof. A , 3°0 Paar elegante Äatf en(tie|el (vorzüglicher Qualität) c?en und Mädchen unter Fabrik- bei -5858 Louis Rothenberger. 2Wnweg22._____Neuenweg 22. Schwarden rletnen und großen Quantitäten, zu I7^ubrettern. Lauf- u. Rüstbohlen K. eignet, sind preiswürdig abzugeben bei M ^rmeister Friedrich Schmidt "'rrt— in Lich.______________ f , Einige Ziegen, sowie ein Acker * verkaufen- ---^"twe Dietrich, Nahrungsberg 25. 100,000 Stück Ä?nr°"nt* b»ufl«nveinr sofort ab- Von wem? sagt die Exp. d. Bl. (5883 kirchenpl. 21 GrlESSEN* Kirchenpl. 21 Chemische und Garderobe - Reinigungsanstalt. Specialilät: Färberei au tendeur circulaire für Sammt und schwere Seidenstoffe. 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