Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. Samstag dm 7. Mai Bureau r Sch ul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. °reiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Betreffend: Die im Juli l. I. in Hannover stattfindende Fachausstellung der Glaser. Gießen, am 1. Mai 1887 Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreise». . _ Dm unten folgenden Auszug aus einer Zuschrift des Jnnungsverbandes „Bund deutscher Glaserinnungen" bringen wir zu Ihrer Kenntniß indem w,r Ihnen empfehlen, darauf hinzuwirken, daß derselbe möglichst zur Kenntniß der Berufsgenoffen des Glaserhandwerks gelangt. Dr. Boekmann. .... Der Jnnungsverband: „Bund deutscher Glaser-Innungen" hat bereits vor 3 Jahren unterm 16. Juni 1884 durch den Herrn Reichskanzler die amtliche Genehmigung fernes Verbands-Statuts erhalten und ist in jeder Weise bemüht, die Berufsgenoffen des Glasergewerbes zu festen Jnnungs-Orqanisa- )i"nen corporativ zusammenzusuhren. Nachdem der Verband bereits bei seinen Innungen im Allgemeinen das Arbeitsnachweise- und das Herberqswe en befriedigend geregelt hat, ist er zur Zeit mit den Vorarbeiten für eine selbstständige Verbands-Krankenkasse für Meister Gesellen und Lebrlinae sowie für eine eigene Glaserunfallversicherung beschäftigt. Im IM d. I. findet in Hannover der VII. deutsche Glasert'aq verbunden mit einer i7acb- ausstellung von Maschinen und Glaser-Beoarss-Artikeln, statt; es läge uns nun daran, zum Besuche deffelben möglichst viele Glasermeister zu vcranlaffen^und vor Allem noch dre außer der Verbandsbewegung stehenden Glaser-Innungen für uns zu gewinnen. Deutschland. Darmstadt, 5. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 4. Mat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein Joh. Baptist Herrmann auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, in den Ruhestand zu versetzen. Darmstadt, 5. Mai. Dem bestehenden Herkommen entsprechend, vereinigten sich die Mitglieder der Großh. Regierung und der Zweiten Kammer der Stände gestern Nachmittag zu einem Ausstuge nach Jugenheim, der mit einem gemeinschaftlichen Effen in dem Gasthause „Zur Post" abschloß. Die hierbei ausgebrachten Trinksprüche — Herr Präsident Kugler aus Se. Königl. Hoheit den Großherzog, Herr Staatsminister Finger, Excel!., aus die Zweite Kammer der Stände, Herr Vicepräfldent Wolfskehl auf die Mitglieder der Großh. Regierung rc. rc. — ließen überall erkennen, von welch' einträchtigem, dem Wohle des Landes gewidmetem Bestreben Regierung und Stände erfüllt find. Aus dem Trinkspruche des Herrn Staatsministers, der die mannigfachen Arbeiten hervorhob, welche de« Ständen bei der diesmaligen Session erwachsen seien, wurde insbesondere die Andeutung mit Interesse vermerkt, wonach die Einbringung einer kirchenpolitischen Vorlage noch bei der dermalen tagenden Ständeversammlung zu erwarten steht. (Darmst. Ztg.) X Dchrmstadt, 5. Mai. [II. Kammer der Landstände.) Die Berathungen werden heute mit einer Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Erbauung einer Zellenstrafanstalt betr., fortgesetzt. Abg. Vogt-Butzbach kann sich nicht für die Vorlage entscheiden, da dieselbe dem Staate neue Lasten zu den bereits vorhandenen aufbürde, ohne daß ein besonderer Nutzen dafür erwachse. Er findet die im Lande bestehenden Gefängnisse für genügend und es sei nicht nöthig. daß die Regierung so sehr den Humanitätsbestrebungen huldige, welche zu dem Ende führen werde, daß hierdurch die Verbrecherzahl nur vermehrt werde. Er ersuche die Regierung, mehr Strenge und Disciplin in den Strafanstalten walten zu lassen, um die öftere Rückkehr diesen Sträflingen zu verleiden. Ministerialrath Hallwachs erwidert Namens Großh. Regierung: Es handle sich nicht hier um Zustände in einzelnen Gefängnissen, sondern um solche im ganzen Lande. Die Zustände seien der Art, daß die Regierung die Verantwortung nicht mehr übernehmen könne. Würde die Vorlage abgelehnt, so müßte die Kammer die Folgen selber tragen. „ Zustände, wie sie in Mainz bestehen, dürfen nicht länger mehr so bleiben. Man dürfe sich nicht verschließen, Gelder zur Beseitigung dieser Zustände zu bewilligen. Die Frage schwebe letzt schon viele Jahre in der Luft und müsse endlich doch einmal zur Entscheidung gelangen. Es scheine, daß die vom Abg. Vogt vorgebrachten Bedenken hauptsächlich localer Natur seien. Der Staat habe auch die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Sträflinge in den Strafanstalten nicht schlechter werden als sie hineinkommen. ., _ Nachdem der Ausschuß sich für die Vorlage ausgesprochen habe, ersuche er auch die Kammer, dieser Vorlage zuzustimmen. Abgg. Schröder und Arnold sprechen sich ebenfalls für die Errichtung einer Strafanstalt aus. Abg. Muth spricht sich zwar aus den von dem Abg. Vogt angeführten Bedenken gegen die Vorlage aus, ist jedoch bereit, der Großh. Regierung einen Bauplatz »m Werthe von 24 000 JL unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, wenn der Bau in dortiger Gegend errichtet werde. Nach erfolgter Abstimmung wird die Vorlage mit allen gegen 8 Stimmen angenommen. Es folgt die Vorlage Großh. Regierung, den Gesetzentwurf die Fürsorge für Beamte und deren Hinterbliebenen in Folge von Betriebsunfällen betr. Der Ausschuß beantragt Annahme und schließt sich die Kammer diesem Anträge einstimmig an. Die Eingabe einer Anzahl Gcwerbtreibender, die Arbeit in den Strafanstalten betr., betrachtet die Kammer für erledigt, nachdem der Ausschuß den Wunsch ausspricht, die Regierung möge an den von ihr ausgesprochenen Grundsätzen festhalten und eine der freien Arbeit Concurrenz machende Beschäftigung in den Strafanstalten möglichst ausschließen, jedenfalls ein Unterbieten der freien Arbeit ganz zu vermeiden. Diesem Wunsche schließt sich auch das Haus an. Ferner folgt der Antrag der Abgg. Kugler und Böhm, die Errichtung eines Staatsgymnasiums zu Offenbach betr. Abg. Kugler weist auf die Nothwendigkeit eines Gymnasiums in Offenbach Hm, ha In Deutschland keine Stadt von der Größe Offenbachs bestehe, welche nicht ihr Gymnasium habe.^ Nur durch den Besuch anderer Gymnasien haben die Bewohner Offenbachs ihren Söhnen die Möglichkeit gegeben, sich für ihren Beruf vorzubereiten. Er ersuche Großh. Regierung, die Errichtung eines Staatsgymnasiums baldigst in Erwägung zu ziehen, da durch ein Progymnasium keine wirkliche Abhülfe geschaffen, werde. r Ministerial-Präsident Finger gibt die Erklärung, daß die Großh. Regierung diese Frage einer nochmaligen eingehenden Prüfung unterziehen und nach Befund in dem Staatsbudget der nächsten Finanzperiode das Erforderliche wahren werde. Der Ausschuß beantragt den Antrag Kugler für erledigt zu erklären und schließt sich die Kammer diesem Anträge einstimmig an. Der Antrag der Abgg. Ohly und Genossen betr. Ermöglichung der Feuerbestattung im Großherzogthum Hessen gibt zu einer lebhaften Debatte Anlaß. Abg. Ohly bemerkt hierzu: In Hessen bestehe keine gesetzliche Bestimmung, welche die Beerdigung von Leichen vorschreibt, aber andere Bestattungsarten, namentlich die Feuerbestattung ausschließt. Trotzdem werden der letzteren Bestattungsart von den Behörden Hindernisse bereitet, ja in neuester Zeit ist sogar ein Gesuch eines Privaten um die Ermächtigung, eine Leichenverbrennungsanstalt auf dem Gebiete des Groß- herzogthums errichten zu dürfen, von Großh. Regierung abschläglich beschieden. In anderen Ländern, z. B. Italien, habe man schon früher Sympathien für die Feuerbestattung gezeigt. Dort sei die Bewegung ausgegangen mit der Errichtung von (Krematorien. Auch die Regierung habe der Bewegung keine Schwierigkeiten entgegengesetzt, ebenso auch nicht die Kirche. Jetzt sei man in Italien dahin gekommen, daß ein besonderes Gesetz erlassen wurde. Heute bestehen dort 14 (Krematorien, welche fortwährend im Gebrauch sind. Auch die Schweiz, Belgien, sowie andere Länder besitzen die Feuerbestattung; nur in Hessen lege die Regierung der Errichtung einer solchen Anstalt Hindernisse in den Weg. Für die Einführung der Feuerbestattung spreche auch noch der Umstand, daß es anfängt, an geeigneten Räumen für die Friedhöfe zu fehlen. Auch seien dieselben nicht geeignet, selbst bei sorgfältigster Verwaltung die Gesundheit der angrenzenden Bewohner zu fördern und es müßte ein jeder Bewohner erfreut fein, daß es noch eine Bestattungsart gibt, die jede Gefahr für das öffentliche Wohl ausschließt. Auch vom ästhetischen und pietätischen Standpunkte aus sei es nur zu begrüßen, daß die Leichenverbrennung mehr und mehr Boden im Volke fasse. Welche Bewandtniß habe es nun mit unseren Friedhöfen, selbst auf den bestverwalteten. Habe man noch nicht gehört, daß pflichtvergessene Todtengräber die Menschenknochen sammeln und sie wieder verkaufen. Noch viel schlimmer sei es in vielen Orten, wo man Gräber so früh wieder ausgegraben, daß der Verwesungsproceß noch nicht beendigt sein konnte. Es frage sich nun, wo hier die Pietät zu suchen sei, welche die Gegner der Feuerbestattung so oft im Munde führten. Er ersuche, dem Anträge des Ausschusses zuzustimmen. Staatsminister Finger erwidert hierauf: Der Herr Abgeordnete habe eine große Anzahl Momente aus unserem Beerdigungswesen zwar treffend geschildert und sich für einen Freund der Feuerbestattung erklärt. Er könne sich aber nicht für diesen Bestattungsmodus aussprechen. Die christliche Religion habe zwar die Beerdigung nicht vorgeschrieben und diejenige durch Feuer auch nicht verboten, aber es ist eine religiöse Sitte, und es würde zu großen Schwierigkeiten führen, wenn man dieselbe mit einem Male über den Haufen werfen wolle. Wollte man der Vernichtung dieser religiösen Sitte das Wort reden, so dürfe man sich nicht täuschen, daß man einen Pfeiler unserer Staatsordnung ausbricht, auf dem ein großer Theil unseres Staates ruht. Aus diesen Gründen könne sich die Großh. Regierung nicht entschließen, einem Ersuchen zur Feuerbestattung in Hessen Folge zu geben. Abg. Büchner widerspricht den Ansichten des Staatsministers und betont, daß es schon aus sanitären Gründen angezeigt sei, der Feuerbestattung keine Hindernisse in den Weg zu legen. Die Abgeordneten Frank und Ellenberger sprechen sich mit Entschiedenheit gegen die Einführung Der Feuerbestattung aus. Abg. Schröder ist im Allgemeinen mit den Ansichten des Herrn Staatsministers einverstanden, glaubt aber, daß man die Freiheit der Einzelnen nicht mit Vorschriften einschränken soll. Er ist mit dem Anträge des Ausschusses einverstanden, an Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, der Feuerbestattung in Hessen keine Hindernisse in den Weg zu legen. Wegen vorgerückter Stunde wird die Debatte abgebrochen. — Morgen früh Fortsetzung. Berlin, 5. Mai. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des Antrages Minnigerode auf Erhöhung der landwirthfchaftlichen Zölle erklärte! Mrni- ster Lucius, die Regierung sei gegenüber der Nothlage der Landwirtyscyasl geneigt, falls der Bundesrath dem Reichstage zustimme, mit einer angemessenen Erhöhung der Zölle vorzugehen, halte jedoch Erhöhung der Vtehzölle bei dem belanglosen Import und dem steigenden Exporte für nicht geboten. Mimngerooe zog schließlich seinen Antrag zurirch Schweden. Stockholm, 5. Mai. Die Thronrede, mit welcher der König heute den Reichstag eröffnete, hebt hervor, die Zollfrage, deren Behandlung von Seiten des vorigen Reichstages die Auflösung der Zweiten Kammer veranlaßte, sei von so großer Bedeutung für den Handel und die Landwirthschast, daß eine Aenderung des bisherigen Zollsystems nicht eintreten dürfe, ohne daß der Reichstag der allgemeinen Meinung des Landes darüber, ob eine Aenderung des Zollsystems gewünscht werde, bestimmten und zuverlässigen Ausdruck gebe. Ange- kündigt wird die Vorlage eines Handelsvertrags mit Spanien. ßngtand. London, 5. Mai. Im Oberhaufe erklärte Croß, den Gerüchten über Afghanistan fei immer zu mißtrauen, wenn sie nicht auf authentischer Basis beruhen, lieber Unruhen am Khyderpaffe fei die Regierung ohne Nachricht, eine daraus bezügliche Anfrage bei Dufferin sei noch nicht beantwortet. Die Bill, betreffend den Eisenbahn- und Kanalverkehr, wurde in dritter Lesung angenommen. — Das Unterhaus verwarf mit 297 gegen 218 Stimmen den Antrag Lewis', betreffend die Verletzung der Privilegien des Parlaments durch den bekannten „Times"-Artikel, und trat alsdann in die Berathung des Unter- Antrages der Regierung ein, der „Times"-Artikel involvire keine Verletzung der Parlaments-Privilegien. Die Regierung ist bereit, eine Verläumdungs- Anklage gegen die „Times" vor Gericht zu bringen. Gladstone stellte seinen gestern angekündigten Antrag auf Ernennung eines Comitös des Hauses zur Untersuchung der „Times"- Anklage, welche Dillon als Lügner bezeichnete. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondeirz-Bureau. Berlin, 5. Mai. Der Reichstag genehmigte den Nachtragsetat, soweit derselbe die fortdauernden Ausgaben der Heeresverwaltung betrifft. Dem Reichstage ging heute die Branntweinsteueroorlage zu. Dieselbe bestimmt außer den bereits bekannten Angaben über eine Verbrauchsabgabe von 50 Ä resp. 70 H von der Gesammtjahresmenge des Branntweins, welche auf Grund von 4% Liter pro Kopf berechnet wird, im Wesentlichen: Vom 1. October 1887 werden 150 JL Zoll für 100 Kilogramm des aus dem Zollauslande eingehenden Branntweins erhoben; ferner werden vom 1. April 1888 ab von dem im Verkehr befindlichen Branntwein pro Liter Alkohol 60 H als Verbrauchsabgabe in Form einer Nachsteuer erhoben. Ein dem Reichstage zugegangenes Schreiben des Reichskanzlers sucht um die Zustimmung des Reichstags zur strafrechtlichen Verfolgung des reichsländischen Abgeordneten Grad auf den Antrag der Colmarer Staatsanwaltschaft nach. Paris, 5. Mai. Vor dem Edentbeater erschienen gestern Abend wiederum einige wenig zahlreiche Gruppen, welche schrieen und pfiffen. Die Polizei zerstreute die Menge sofort ohne Schwierigkeit. . — Der Direktor Edentheatcrs hat mit Rücksicht auf die Vorkommnisse bei -en ersten Aufführungen des „Lohengrin" eine Wiederholung der Vorstellung bis auf Weiteres verschoben. . Die Journale veröffentlichen einen Brief von Lamoureux, worin er erklärt, definitiv von wetteren Aufführungen des „Lohengrin" abzustehen. In dem Briefe heißt es: „Es ist nicht meine Sache, die Kundgebungen zu qualificiren, die vorgekommen sind trotz der Aufnahme, welche Presse und Publikum dem Werk bereiteten, das ich auf meine Gefahr aus Interesse zur Kunst auf die französische Bühne brachte. Aus Gründen höherer Art stehe ich jetzt von weiteren Aufführungen in dem Bewußtsein ab, daß ich einzig und allem als Künstler gehandelt und mit der sicheren Ueberzeugung, daß ich den Beifall aller ehrenwerthen Männer finden werde. , . PtrpHnart, 5. Mai. Der Dampfer der transatlantischen Gesellschaft „Ajaccio", der den Postdienst zwischen Cette und Algier versieht, rannte heute früh um 2 Uhr auf d-r hohe von Barcelona den Dampfer „Aste" der Gesellschaft Fraisfinct-Marseille an. „Aste sank sofort. „Ajaccio nahm die Schiffsmannschaft und einen Theil der Passagiere auf und brachte dieselbe nach Port Vendres. Die Zahl der Verunglückten ist noch unbekannt. Newqork, 5Mai. Seit dem 3 d. M. finden in den südwestlichen Staaten der Union heftige Erdstoße statt, welche sich bis zur Pactfic-Küste ausdehnen. Von dem Berge Catalina in Arizona lösten sich große Thctle ab unb es bildeten sich große Staubwotken. Aus einem Berge, 20 Meilen oon Benson (Arizona) bildete sich ein gratet-. Auch im Jose-Gebirge (Mexiko) soll ein vulkanischer Ausbruch erfolgt sein. Menschen stnd nicht umgekommen. 01 Lokale-» , , P 6‘ ^-/Verein hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines eigenen Auf die am Mittwoch den 11. Mai, Nachmittags 3Vr Uhr, im oberen Saale des Rathhauses zu Darmstadt stattfindende Generalversammlung machen wir hierdurch nut dem Hinweis auf die Wichtigkeit der Ergänzungswahlen aufmerksam Entwurf des Voranschlags der Stadt Gießen für das Etatjahr 1887/88 ist uns soeben zugegangen. Wir entnehmen aus demselben die für unsere Leser am m eressantesten Daten: Der Voranschlag balancirt in Einnahme und ^6abe mit 1024 904.98 A Die Einnahmen setzen sich aus ordentlichen, außerordentlichen und Umlagen.zusammen. Aus den ordentlichen ersehen wir, daß die Stadt ^lin0enr C(L 68 528.20 erzielen kann, die städtischen Jagden ergeben ^340 ^, die Einnahme an Miethe oon Markt- und öffentlichen Plätzen ist mit 3600 JL DCrÄQß '?a§ £ctro* «^-00000 jl gegen 91 200JL im an Schulgeld rc. ist mit 93 470.30 vorgesehen, an Hundesteuer sind 2610 vor- «esehen; dieser Zufolge befinden sich über 500 Hunde in der Stadt. Von dem städt Gaswerk werd^ Io000 Einnahme erwartet, was uns viel zu niedrig geg ffen das Wasserwerk ist mit 40M in Einnahme gestellt. Unter den äußert ordentlichen Einnahmen ftgurirt em Kapital von 154 755 welches neu aufaenommen werden soll. An Umlagen sollen 275126 Jh. erhoben werden gegen 295 841 22 Jl. im 2ÖÄ ®ir ^^'Ufolge eine Erniedrigung der Gommunalfteuer« um cim MUKiqi Ju„crnla.rten- Die ordentlichen Einnahmen sind insgesammt vorgesehen mtt /^embentndKti mit 197 146.66 X und die Uml.gen m 296 707.01 ergibt ro.e oben bemerkt 1024 904.98 X Unter den ordentlicken Ausgaben stnden wtr u A. nachstehende Posten aufgeführt: Es sind zür Versin una der Kapttalschuld vorgesehen 122 481.54 gegen 94 716.09^1 im Vorjahre d,e Unter Ä‘? «-rden mit 24 680.97 X in Ausgabe gesetzt, die'Kosten für PT enjtnb mi "050.03 x gegen 96 622.04 x im Vorjahre vor- aeaen 9o“82®7raJinimU«ari'nf1r19 5°o für.®nff«leitun8«1 und Brunnen 95 822.37 x 24°479 03 Ji 'aeae^ 35 00?ös Unterstützung Hulfsbedürftiger finden wir °nschlag7zu M 717°°72^ die außc^rdenUichen mtt 157187^8 ^=‘1 WoM 98°^ nerfcafteTÄV» — Ein junger Mensch von hier, welcher bereits 7 WnuM? Betrug hinter sich hat, wurde gestern Abend wiederum wegen desstlben Ve^attten? sowie Urkundenfälschung in 38 Fallen in Haft genommen H 10 vergehens, Be » « Lfchtes Dar m ft a d t, 3. Mai. sPostpersonalnachrichten.j Versetzt ist der Postsecretär. Keller von Darmstadt nach Frankfurt (Main). Gestorben ist der Postsecretär Franz Neuschafer in Darmstadt. u 8 _ ~ Die „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" hat die Ausgabe, die Sr1.! V? i cr im deutschen Volk ruhenden sittlichen, geistigen und culmrellen Anlagen behufs Erringung einer gesegneten Zukunft desselben nach Maßgabe ihrer Kräfte vor- bereite» und fordern zu helfen. Das Statut besagt deshalb in seinem $ 1: Die Gesellschaft verfolgt den Zweck: „Der Bevölkerung, welcher durch die Elementarschulen im Kindesalter nur die Grundlagen der Bildung zugänglich gemacht werden, dauernd Bildungsstoff und Bildungsmittel zuzuführen, um l n,reite auf. Sie beschränkt sich nicht darauf, Wissensstoff allein dem Volke oarzureichen. Sie wünscht dasselbe zu einem menschenwürdigen Streben zu erziehen, ihm statt genüßlicher sittliche Bedürfnisse anzugewöhnen. Sie will ihm, durch Schaffung gemeinnütziger Einrichtungen, die Mittel zur besseren Förderung seines Wohles ge- wahren und es zur Anerkennung der Bedingungen seines culturellen Daseins heran- büden Helsen. .,. c an , "Macht die Köpfe hell und die Herzen warm", e v” Wahlspruch, den man als den ihrigen bezeichnen könnte. Von jeher wirkte sie auf die Veredelung der Volksseele und bekämpfte die zerstörenden Einflüsse mit Ausdauer und Erfolg. QT . Programm getreu hat die Gesellschaft ihr Augenmerk auf dreierlei Arten der Volksbildung gerichtet. , Vor A?em bietet sie dem Volke gute Vorträge, befördert die Begründung von Off^tlichen Bibliotheken und Fortbildungsschulen und giebt das nahe an 200 Namen (ü n^c der deutschen Rednerschaft" (jährlich einmal), sowie die Zeit- riVpt."Pcr § c*Ws'Verein" (monatlich einmal ein Doppelbogen), auch gelegentlich Volksbücher, Broschüren u. s. w. heraus. Die mit der Gesellschaft verbundene „Abegg- stiftung" erleichtert den Mitgliedern die Anschaffung guter Bücher. .. . ffbrner wirkt die Gesellschaft auf jedem ihr offenstehenden Wege für die Be- grunduug von Pfennigsparkassen, Arbeitercolonien, Verpflegungsstationen, Arbeiter- ^usern, Kinderheimen Feriencolonien, Kinderheilstätten,' Volksbädern, Koch- und Wirthschaftsschulen, Volkskaffeeschänken, Körperpflegevereinen u. s. w. u. s. w., erworben au^ diesen Gebieten schon wesentliche Verdienste um die Volkswohlfahrt - Endlich tragt sie nach Kräften zur Hebung der wirthschaftlichen Fähigkeiten des b ®l.e, sorgt für fachliche Fortbildung, Ausbildung beider Geschlechter in ^nchffihpung, Zeichnen, Wirthschaftstechnik u. f. w. und sie wirkt auf das Verftändniß dev Volkes für das wirthschastliche Gedeihen der arbeitenden Stände ein. ,.,t D>ie Gesellschaft hat sich somit die Kräftigung des Mittelstandes und die Fort- bildung der arbeitenden Klassen in Stadt und Land zum Ziele genommen und führt dres durch die freie und ungebundene Thätigkeit ihrer Diitglieder aus. Die zu ihr gehörenden Vereine arbeiten vollkommen selbstständig, desgleichen die Zweigvereine und die Verbände; sie verwenden ihre Gelder nach eigenem Gutdünken, verwalten sich nach eigenem Ermessen, wählen selbstständig ihre Beamten und es steht ihnen eine lebendige ™ Arbeiten der Centralstelle zu. Die letztere hat ihren Sitz in Berlin (W. ^teglitzerstraße 40); sie besitzt ein durch Schenkungen zusammengebrachtes vermögen und bezieht von den Verbänden eine billige Entschädigung für die denselben Unterftutzung. Der Mitgliedsbeitrag wird nach Selbsteinschätzung geleistet und betragt für Vereine wie persönliche Mitglieder gleichermaßen jährlich mindestens . Die Gesellschaft unterhalt aus ihre Kosten reifende Redner, deren Vorträge den feinen für ein Geringes (mindestens 15 J4) zur Verfügung stehen. Außerdem wird das „Adreßbuch der deutschen Rednerschaft" jährlich einmal im Sommer, unb bte Zeitschrift „Der Bilbungs-Verein" monatlich einmal kosten- unb portofrei 0le^ena2öeifeC e ert cr^aIten bie persönlichen Mitglieber in ber Die Gesellschaft ist somit eine gemeinnützige Einrichtung im besten Sinne des Wortes und darf der Unterstützung aller wohlgesinnten Mitbürger sicher sein. Dr- Paul Wislicenus, Gencralfecretär. »irchUche Anzeigender Stadt «ietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. , Sonntag Cantate, den 8. Mai. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. , Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Klnberkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. c ,, Katechismuslehre für die neuconfirmirten Gymnasiasten und Stadt- schul' vormittags 11 Uhr in ber Kleinkinberschule, Pfarrer Dr. Naumann. «r Katechismuslehre für die neuconfirmirten Realgymnasiaften und Real- schuler Nachmittags 2 Uhr in ber Kirche, Pfarrer Schlosser. ' schule Markus o' n^at^ Bibelstunde in ber Kleinkinber- Dr Naumann § an, die Heilung eines besessenen Knaben, Pfarrer n i. <^ar Sonrstag, den 15. Mai, findet die Feier des heiligen Abendmahls Angehörige der hiesigen Garnison, die Beichte wird in $cr= ^be^mahl unmittelbar vor demselben'gehalten werden Pfarre? vr. j ber äßc*e 0081 8' biä Mai besorgt Von 6 Um 7 „ V,10 2 Am Mittwoch Kathalische Gemeinde. 4. Sonntag nach Ostern. (Cantate.) Uhr an Beichte. E.' ?r^meJfc und Austhellung ber hl. Sommunton. Uhr. Hochamt und Predigt. Uhr: Maiandacht. und Freitag um 6 Uhr Maiandacht. GMerdienst in der Kynagoge. SamSlag Ab-nd's'k uhn"^' ®am§taa W<,V6m 8 U6t- Samstag Mittag 4 Uhr. AcrheWe Eisenbahma. Mit Gültigkeit vom 1. d. Mts. ist ein Ausnahmetarif für bestimmte Stückgüter für den Verkehr der Oberhessischen Bahnen mit Stationen der Königlichen Eisenbahn- Directionsbeznke Frankfurt a/M, Hannover, Köln (rechtsrhein. und linksrhein.) und Elberfeld, sowie mit Stationen der Hessischen Ludwigsbahn in Kraft getreten, worüber sämmtliche diesseitigen Güter- erveditionen Auskunft geben. Gießen, den 4. Mai 1887. 3600________Großberzogliche Direktion. ^rbeitsversteigerung. Montag den 9. I. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Nathhause versteigert werden: JL Fuhr- u. Planir-Arbeiten, veranjchl. zu 2727,03 Maurerarbeit, * „ „ 291,80 Steinhauerarbeit, „ „ 2970,20 Schlosserarbeit, „ „ 150,50 Pflasterarbeit, „ „ 10068,60 Gießen, den 5. Mai 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 3564 Auktion. Umzugshalber sollen Montag den 9. und DienStag den 10. Mai c., jedesmal von Morgens 10 Uhr an, auf dem vormals Unjitfer 'schen Gutshofe zu Stedebach bei Fronhausen : Möbel, darunter eine noch neue Salon - Garnitur, Sprungfeder- Matratzen, Betten, Haus- und Küchengeräthe, Obsthonig, eine große Quantität ausgetrocknetes Werk- und Geschirrholz, für Schreiner, Wagner und Küfer, eine große Parthie Fässer, von Stückfaßgröße bis zu den kleinsten, und eine Parthie große und kleine Bütten, eine Parthie Bienenvölker, in Stroh- und Kastenstöcken, und eine Honigschleudermaschine, eine vollständige Brennereieinrichtung, Dampfkessel mit Apparat und allem sonstigen Zugehör, eine Chaise (Halbverdeck), ein gut dressirter Hühnerhund, öffentlich versteigert werden. Am ersten Tage soll mit den Möbeln und Hausgeräthen der Anfang gemacht werden. 3577 Montag den 9 Mai 1887, Morgens 9 Uhr, lassen die Ludwig Schneider's Erben zu Heuchelheim daselbst erb- theilungshalber versteigern: 3 junge Fahrkühe, 1 zweijähriges trächtiges Rind, 1 einjähriges Mutierrind, 2 wenig gebrauchte Oeconomiewagen, Pflüge und Eggen, Heu, Stroh, Dickwurz, Kartoffeln rc. 3582 Aeitgeöotenes. Läpl. frisch gestoch. Spargel 3397 bei Gärtner Schaum. Gutes reines Kornbrod (Bauernbrot») bei Fritz Schreiner 3593_______Lindenplatz 4. | Garten-Erde sehr gute, abzugeben im Hess. Hof. Allgemeiner Anzeiger. 3596 IC 02 CO Stoffe im Stück und im Ausschnitt zu EngroS-Preisen. Lieferung ganzer Ausstattungen. Jos, Mark, Schulstrasse 5. Heu eingetroffen! Sämmtliche zu Ausstattungen gehörige fertige Damen- u. Kinder Wäsche in hocheleganter Ausführung. |1Q#PP von Frühjahrs- und. UölVl Sommer- Neuheiten in wollenen n. halbwollenen Kleiderstoffen d. 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