Nr. 82 Erstes Blatt. Donnerstag den 7. April 1887^ Aints- und Anzcigcblatt für den Kreis Gießen. V' I Itv. . W A Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Klagen und sonstige Erklärungen und Anträge sind bei unseren Gerichtsschreibereien an allen Wochentagen Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr Vorzubringen. Wer einen Amtsrichter sprechen will, ohne vorgeladen zu sein, hat sich Mittwochs Vormittags einzusinden. Gießen, den 2. April 1887. Großherzogliches Amtsgericht. Langsdorfs. Politische lieberficht* Kietzen, 6. April. Heber die diesjährigen Reisen des Kaisers steht noch nichts Bestimmtes fest, nur das Eine ist bekannt, daß der Monarch am 5. September in Königsberg eintrifft, um von dort aus den Manöoern des 1. Armee-Corps beizuwohnen; von Königsberg gedenkt sich der Kaiser nach Stettin anläßlich der Hebungen des 2. Armee«Corps zu begeben. Selbstverständlich hängt die Aufrechterhaltung dieses Programms ganz von dem Befinden der hohen Herrn ab. Dagegen vernimmt man, daß etwa um Mitte April die gesammte kronprinz- llche Familie zu einem mehrwöchentlichen Ausenlhalte in Ems eintrifft und daß Jber Kronprinz selbst eine Kur gebrauchen wird. Die Neuregelung der elsaß-lothringischen Angelegenheiten will noch immer nicht in Fluß kommen, eß scheint, als ob sich in den Berliner maßgebenden Kreisen in dieser Frage zwei Anschauungen entgegenstehen. Es heißt nämlich, daß einerseits die gänzliche Umänderung der jetzigen staatsrechtlichen und politischen Stellung Elsaß-Lothringen» befürwortet werde, während man anderseits vorschlage, Elsaß - Lothringen als besonderes Staatswesen im Reiche, aber in modificirter Form, sortbestehen zu lassen. Nach welcher Richtung hin die schließliche Entscheidung fallen wird, bleibt abzuwarten, immerhin läßt sich bereits übersehen, daß der Verbleib der Statthalterschaft, und zwar auch ferner in den Händen des Fürsten Hohenlohe, gesichert ist, sodaß Sie Gerüchte über die Wiedereinsetzung eines bloßen Oberprästdiums in Straßburg als hinfällig zu betrachten wären. Dagegen soll der bisher von Herrn D. Hofmann verwaltete Posten eines besonderen Staatssecretärs für die Reichslande in Wegfall kommen und würden demnach dessen Functionen mit denjenigen des Statthalters verschmolzen werden. Weiter verlautet, daß die seitherigen elsaß-lothringischen Unter - Staatssecretäre v. Mayr (Finanzen und Domänen) und Ledderhose (Handel, Gewerbe und Landwirthschast) zur Disposition gestellt und daß zu ihren Nachfolgern der bisherige Bürgermeister von Straßburg, Back, und resp. der Regierungs-Präsident Studt in Königsberg ernannt worden seien. Im Uebrigen erhält sich die Angabe, daß demnächst Bundesrath wie Reichstag mit den reichsländischen Angelegenheiten besaßt werden sollen. Im Reichstage wird gleich nach der Osterpause eine Vorlage, betr. den Ausbau einiger im militärischen Interesse wichtigen süddeutschen Eisenbahnlinien unter finanzieller Bethetligung des Reiches, eingebracht werden. Mit der Vorlage soll sich auch eine für nächsten Monat bevorstehende außerordentliche Session des badischen Landtages beschäftigen. Gras Schuwalosf, der russische Botschafter in Berlin, hat sich nach Petersburg begeben. Ob seiner Reise politische Motive zu Grunde liegen ober ob zu chr Familien'Angelegenheiten Veranlassung gegeben haben, wie von einer Seite verlautet, muß einstw.'ilen dahingestellt bleiben. Herr v. Keudell, der seitherige deutsche Botschafter in Rom, überreichte am Samstag dem König Humbert sein Abberufungsschreiben und wird er in diesen Tagen die italienische Hauptstadt verlassen. Bei der Bedeutung, welche der deutsche Botschafterposten am römischen Hose gerade unter den obwaltenden politischen Verhältnissen besitzt, erscheint eine rasche Mederbe- schung desselben dringend geboten, dennoch scheint die Personensrage noch nicht gelöst zu sein. Das Gerücht, wonach der Botschafter in Konstantinopel, Herr v. Radowitz, zum Nachfolger Keudell's aus ersehen sein solle, wird von compe- tenter Seite als durchaus unbegründet bezeichnet und allerdings ist Herr o. Radowitz, da er als hervorragender Kenner der orientalischen Verhältnisse gilt, von seinem Slambuler Posten kaum abkömmlich. Ein anderes Gerücht, wonach der Staatssecretär des Aeußern, Graf Herbert Bismarck, für den römischen Botschafterposten designirt sei, verdient wohl nur als Curiosum erwähnt zu werden. Petersburger Privat-Meldungen zufolge ist der Streit zwischen Giers und Katkow dahin zum vorläufigen Austraq gebracht worden, daß der Czar Herrn Katkow wegen feiner ungenirten Kr k der bekannten deutschfreundlichen Erlässe im „Regier.-Boten" einen Vern., s hat ertheilen lassen. Die Affaire wäre demnach, äußerlich betrachtet, zu Gu.-sten des leitenden russischen Staatsmannes verlaufen, aber mit dem Herrn Katkow zu Theil gewordenen ,. Rüffel" ist der Kampf zwischen den beiden Richtungen in der russischen Politik offenbar nicht beendigt, sondern nur vertagt worden. Daß Herrn Katkow au» seiner fortgesetzten Opposition gegen die von Herrn v. Giers vertretene Politik weiter nichts Nachtheiliges erwächst, als eine einfache Vermahnung, sich etwas zu mäßigen, ist jedenfalls für feinen Einfluß bezeichnend und für letzteren spricht auch die Art und Weise, in welcher sich osficiöse Petersburger Stimmen über den „Fall Katkow contra Giers" äußern. Eine solche findet fich in der „Polit, Corresp.", es heißt da u. A., daß nicht Übersehen werden dürfe, welche Verdienste sich Herr Katkow um Rußland durch seine publicistische Thätigkeit erworben habe. Namentlich wird aus seine entschlossene Stellungnahme gegenüber dem letzten polnischen Ausstande wie der nihilistischen Agitation hingewiesen und hieraus gefolgert, daß sich Herr Katkow durch diese Stellungnahme in der That da» Anrecht auf eine gewisse Schonung seitens der Regierung erworben habe. — Nun, es ist ja bekannt, wie Katkow dieses Anrecht in seiner „Mosk. Zeitung" auszunutzen versteht und so wird ihm denn auch die erhaltene Vermahnung keine besonderen Schmerzen machen! Die Reconstituirung des italienischen Cabinet» Depretis durch den fignalisirten Eintritt der Herren Crispi und Zanardelli kann noch immer nicht als eine vollzogene Thatsache betrachtet werden, vielmehr schweben hierüber noch die Verhandlungen. Es scheint, daß über gewisse Fragen bet inneren wie äußeren Politik noch kein volles Einverständniß zwischen ben beiden Führern der italienischen Kammer-Opposition und den Herren Depretis und Robilant zu erzielen gewesen ist. Inzwischen werden jedoch die Meldungen über die angebliche Abneigung Crispis gegen den festen Anschluß Italiens an Deutschland und Oesterreich entschieden mobificirt, im Gegentheil, der Hauptsührer der italienischen Opposition soll ein warmer Freund Deutschlands fein und sich vollständig zustimmend über die Erneuerung der mitteleuropäischen Tripel-Allianz geäußert haben. Immerhin steht zu vermuthen, daß es noch gewisse Schwierigkeiten zu beseitigen giebt, welche sich dem definitiven Eintritte Crispis und feine» Freundes Zanardelli in’» römische Cabinet entgegenstellen. Die afghanische Grenz frage wird demnächst Gegenstand neuer Verhandlungen zwischen England und Rußland sein, welche in Petersburg geführt werben sollen. Es handelt sich noch um die Feststellung der neuen afghanisch- turkmenischen Grenze für eine gewisse Strecke des Amurlauses, Die als geeigneter Flußübergang strategischen Werth besitzt und die Russen beanspruchen dieselbe für die Turkmenen, die Engländer für den Emir von Afghanistan. Nach den in London wie in Petersburg vorherrschenden Dispositionen kann nicht bezweifelt werden, daß dort wie hier die ernstliche Absicht besteht, das langwierige afghanische Grenzregulirungs-Geschäft endgültig zum Abschluß zu bringen und so steht auch eine Verständigung üben den noch streitigen Theil der neuen afghanisch-turkmenischen Grenze zu erwarten. Die Gerüchte über die zum „heiligen Krieg" gegen Rußland auffordernde Proklamation des Emirs Abdur- rhaman sind ja foeben gleichzeitig von englischer wie von russischer Seite als belanglos bezeichnet worden und selbst wenn in Afghanistan neue Unruh n herrschten, so würden sie den Charakter der russisch-englischen Beziehungen vorläufig unberührt lassen. An und für fich betrachtet, mögen in Afghanistan die Zustände wie immer geartet fein — Europa kümmert sich darum sehr wenm. Allgemeinere Tragweite erhalten die dortigen Vorgänge einzig und allein durch den Rückschlag, den sie vielleicht auf die Gestaltung des englisch-russischen Verhältnisses auszuüben vermöchten und die bevorstehende Wiederaufnahme der Verhandlungen über die afghanische Grenzfrage in Petersburg zeigt, daß biefts Verhältniß gegenwärtig durchaus ungetrübt ist. Deutschland. Darmstadt, 5. April. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädlgst geruht: Am 16. März den Lehrer an der Vorschule des Gymnasiums zu Gießen Philipp Jacobi zum Lehrer an der Realschule zu Alzey, mit Wirkung vom 1. April d. Js. an, zu ernennen. Italien. Rom, 4. April. Die amtliche Zeitung meldet: Der König nahm b*e Demission der Minister Robilant, Ricotti, Tajanl und Genala an und ernannt? Depretis unter Erhebung von dem Posten als Minister des Innern zum Minister des Auswärtigen/ Crispi wurde zum Minister des Innern ernann-, Bertole Viale zum ftrteg€minifter, Zanardelli zum Justizminister und Saracc.'» zum Minister Der öffentlichen Arbeiten, die übrigen Minister behalten tue Portefeuilles. Die neuen Minister legten Abends 6V2 Uhr den Eid in Hände des Königs ab. In einer heute Nachmittag stattgehabten Sitzung < Ministerraths wurde beschloffen, die Kammer am 18. d. Mts. wieher yi e ir nen; sodann wurde über die Reihenfolge der parlamentarischen Aroei : handelt. Cocco Ortu ist zum Unter-Staatsfecrelär im Justizmimstenu • ; ' worden, die übrigen Unter-Staatssecretäre sollen noch vor dem M der Kammer ernannt werden. Um n Um §ür bevorstehende Feiertage empfehle mein Lager in 1 . reingehaltenen Weis®- NWÄ Rotiaweimen in Flaschen und Gebinden bestens. - 264» Emil Schmall Charfreitaa. V-10 Uhr: Hochamt. 8 5 Uhr: Predigt und Andacht. „ _ , Charsamstag. 8 Uhr: Hochamt. Von 5 Uhr an: Beichte. Pfennig-Sparkafse. Die Einleger werden aufgefordert, SamStag deu 9. April I 5e Sparkassenscheine zum Zwecke der Einlage der Pfennigspargelder in die Sparkasse dahier an die Pfennigsparkaffe-Erheber abzugeben. Gießen, den 6. April 1887. • GMeMrnß in der Znnaaoqe- Osterfest. ~ Abend 630 Ubr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstaa Mtttao 3 iifir »W£° ^nntag Morgen 8- Uhr, Sonntag Mittag 3 Uhr" Sonn! zwar soll die Herabsetzung des Gaspreises schon mit dem neuen Budgetjahre eintreterv in der Voraussetzung, daß die Inbetriebnahme des neuen Werkes vor Anfang des nächsten Winters ermöglicht wird." Die Gasdeputation ging bei ihren Entschlüssen von folgender Erwägung aus: „1) daß in gleich oder ähnlich situirten Nachbarstädten die Gaspreise derzeit billiger seien wie in Mainz und daß der günstige Abschluß des Voriahres mit einem eigentlichen Betriebsüberschuß von 308,594 60 für die Betriebsperiode vom 1. Februar 1885 bis 31. März 1886 eine Herabsetzung der alten auf ganz andere Verhältnisse basirten Gaspreise rechtfertige und ermögliche; 2) daß durch rechtzeitige Herabsetzung der Gaspreise der in der letzten Zeit beobachteten Rückbewegung des Gasconsums in Folge der Eoncurrenz des Petroleums und der verbesserten Lampen für dasselbe Einhalt geboten; 3) daß voraussichtlich nach der für das- neue Gaswerk projectirten rationellen Fabrikationsmethode eine wesentlich billigere Herstellung des Gases ermöglicht, und 4) daß insbesondere die Herabsetzung des Preises für Koch-, Heiz- und Motorengas eine günstige Beeinflussung des Consums, namentlich während der Tageszeiten zur Folge haben wird und hierin eine gesunde Förderung des Kleingewerbes innerhalb der Stadt zu finden sein dürfte." Die Herabsetzung des Gaspreises würde unter Zugrundelegung des Voranschlags für 1887—88 eine Mindereinnahme beim Leuchtgas um 48,600 JL und bei Koch-, Heiz- und anderem Gas um 6,016 JL, zusammen' um 54,616 JL betragen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer nächsten Sitzung dem Anträge der Gas-Deputation ihre volle Zustimmung geben wird. Augsburg, 4. April. Im benachbarten Herbertshofen ermordete ein Bauer Namens Hauser zwei Kinder mit Messerstichen, brachte seinem Weibe und zwei weiteren Kmdern gefährliche Verletzungen bei und erhängte sich darauf. Die blutige That geschah ohne vorigen Streit. Die Ursache liegt in dem Vermögensruin des Bauern. c* \ m.. _ Schönberg in der Bergstraße. Obgleich der Frühling überall noch sehr im Rückstände tft und auch bei uns an der gesegneten Bergstraße Mandeln und Kirschen noch weit von der Blüthe entfernt sind, so ist es doch nach dem langen Winter die Sehnsucht Vieler, zu rasten nach angestrengter Berussthätigkeit. sticht am wenigsten ist dies der Fall bei den im aufreibenden Schuldienst stehenden Lehrerinnen. Ihnen öffnet sich auch in diesem Jahre, und zwar schon von Ostern an, das Ferienheim, das Ihre Durchlaucht die. Frau Gräfin in ihrer opferwilligen Güte während des ganzen Sommers in dem reizend gelegenen Schönberg zur Verfügung stellt. Möchte es recht vielen Lehrerinnen Erholung und Gesundheit bringen nach einer anstrengenden Thätia- feit in überfüllten Schulklassen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 5. April. Seine Majestät der Kaiser nahm Vormittags einen Vor- Irag des Polizeipräsidenten, mehrere militärische Meldungen und darauf einen Vortrog Albedyll's entgegen und machte Nachmittags die erste Spazierfahrt seit der letzten Erkrankung. — Die feierliche Einsegnung der Prinzessinnen Sophie und Margarethe erfolgte beute Mittag in der Kapelle des kronprtnzlichen Palais durch den Oberhofprediger Kögel unter Assistenz der Prediger Persius in Potsdam und Pietschkow in Bornstedt Der Feier wohnten die Kaiserin, der Kronprinz und die Kronprinzessin, die Geschwister der Prinzessinnen, alle anwesenden Mitglieder der Königsfamilie, der Prinz und die Prinzessin Christian von Augustenburg und der älteste Sohn des Herzogs von Edin- burg bei. Berlin, 5. April. Der Bundesrath hält heute noch eine Sitzung ab, worin u. A. die Nachtrags-Convention zur Handels-Conventton mit Rumänien, der Bericht der Vollzugs-Commission über den Zollanschluß Hamburgs und ein Gesetzentwurf wegen Abänderung der Gewerbeordnung zur Verhandlung kommen. — Der Ausschuß des allgemeinen deutschen Verbandes zur Vertretung deutsch- nationaler Interessen beschloß, einen zweiten allgemeinen deutschen Congreß im Herbste 1889 einzuberufen und gleichzeitig für denselben Zeitpunkt die Eröffnung der ersten deutschen Colonialausstellung in's Auge zu fassen. Berlin, 5. April. Der Bundesrath überwies den Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, den Ausschüssen für Handel, Verkehr und Justizwesen. 5. April. In Folge der Bestimmung des Kriegsminifters werden 5000 Mann nach Tongkmg gehen, um die dort stationirten Mannschaften abzulösen — Die Rechte veröffentlicht eine Erklärung, worin die republikanische Majorität der Kammer getadelt wird, daß sie die Rechte von der Budget-Commission ausgeschlossen habe. Die Ausschließung treffe 31/2 Millionen Steuerpflichtige und mache die Majorität verantwortlich für die schlechte Finanzlage. Die Rechte erklärt ihr Programm: „Weder Steuern noch Anleihen, sondern Ersparungen" aufrechtzuerhalten. Stockholm, 5. April. Das Befinden der Königin, welche heute einer Operation rmtcrzogen wurde, ift den Umständen nach befriedigend. . m Athen, 5. April. In der gestrigen Sitzung der Deputirtenkammer wurde über den Bericht der Budget-Commission verhandelt. Der Berichterstatter der Majorität wies ziffermäßig nach, daß den Finanzminister keinerlei Schuld an der gegenwärtigen ungünstigen Finanzlage treffe und er wies die Absicht, durch Einstellung der Amor- lisirnng die von Griechenland eingegangenen Verpflichtungen zu verletzen, als der Ehre des Landes nachtheilig zurück. Der Berichterstatter der Minorität, Carapanos, erklärte cm- R-ducti°n d-r Ausgaben sei^das einzige Mittel, um die Finanzlage zu bessern iie Produkttvkrast des Landes reiche nicht aus, um die von der Negierung geforderten Ausgaben zu tragen. ö London, 5 April. Jin Unterhaus- erklärte Gorst, Oberbirma sei vollständig un erworsen bis auf e,mge noch nicht gefangene Dakoithäuptlinge. F-rgnsfon th-ilt- rn,t die Besprechungen der P,orte mit Wolff dauerten fort und verhieben ein günstiges Resultat, den Tag aber an dem die Mission Wolff's endig-, auch nur annähernd zu ^st'Mwkn, sei unmöglich da die Schnelligkeit der Verhandlungen nicht von Wo,ff oder dnn britischen Gabtnet abhange. Bei der hieraus beantragten zweiten Lesung der irischen Strasrechtsnovelle bekämpfte Samuelson dieselbe durch einen Unterantrag, worin erklärt wird, daß, falls di- Vorlage angenommen werde, die Unordnung in Irland erhöht und die Union gefährdet würde und das Haus daher die Wei'erbcrathuna der Novelle ablehnen solle. Sofia, 8 Avril Die „Agence Havas" meldet: Nachdem die ComilS's der B-rblndung zur Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Bulgariens bei den Übrigen gomili ä den Gedanken angeregt hatten, anläblich des Geburtstages des Prinzen von Battenberg die Unabhängigkeit des Königsreichs Bulgarien zu proklamiren, erklärte die Regierung den ComitS s, daß sie zu derartigen Schritten keine Berechtigung hätten und forderte ste aut -m Interesse des Landes davon abzustehen. Wenn auch die Regierung d-e Bevölkerung nicht hindern könne, den Geburtstag des Prinzen von Battenberg aus eigenem Antriebe zu feiern, untersage sie doch iede osficielle Feier —. 5; Nachdem unser Stadttheater erst vor zwei Jahren seine Dlrection geändert hat, macht sich eben in einem Theil der hiesigen Presse eine Sttnmiung geltend, die schon wieder eine A-nd-rung in der Theaterleitung verlangt. Die Organe, welche dieser Stimmung Ausdruck verleihen, tragen sich mit ziemlich weit- gehenden Planen und befürworten nichts Geringeres, als daß die Stadt das Theater ®er Vorschlag wurde vor Jahren schon einmal gemacht, aber sowohl von der Theatereommisston rote auch von der Stadtverordnetenversamm- bnE,? 5TTf,§ “ÄVy "bg°tiven Erfolge, die früher eine Theater-Actien- 0jfeUf4aft »shabt hat, entschieden abgelehnt. Um nun den Beweis zu führen daß ^elbstrcgie für das hiesige Theater wie überhaupt für Stadttheater einer Prtvatdirection uorzuztehen ut, hat die Redaction der „Mainzer Nachrichten" an fammtliche Bühnen autorttaten Deutschlands eine Circularanfrage gerichtet, welche Art der Büchnenleituna di- zweckentsprechendste sei. Auf diese Anfrage hat die Redaction genannten Blatts WM über SO Buhnenleitern Deutschlands Antwort erhalten, worin sich der größte -r me Theaters in Selbstregie ausspricht. Die interessanten erscheinen^ ^uhnencapacitaten werden demnächst in einem Buche zusammengestellt von Svarbeträ^ e^V^a^LJCDor”flenei®o4!%OMOm^ . . V ^Etreffs der Herabsetzung des Gaspreises hat die Gas- eingehender Berathung folgenden Beschluß gefaßt: „Die Deputation beschließt einstimmig, bei der Stadtverordneten-Versammlung die Herabsetzunader Preise für Leuchtgas von 22,7 H auf 20 ,3> und für Qnrfv nß ocf gtnerwa und für Gas für technische Zwecke^von 15,1 auf 13,5 zu' bemttrag7n und Farbige Seidenstoffe v. Mk. 1.3S bi» 12.53 p. Met. fcö. 2000 versch. Färb. u. Dess.) Atlasse, Fallle Franpaise, „Monopol“, Foulards, Grenadines, Surah, Sat. merv., Damaste, Brocatelle, Steppdecken- und Fahnenstoffe, Ripse, Taffete etc. — versendet robcn- und stückweise zollfrei rns Haus das Seidenfabrik-D6pöt <5, Hennrberg (K. u. K. Hoflieferant) Zurieh. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto 155 Kirchliche Anzeigers Dee StML Wießem. GvKAgeljschr Gemeinde. Gottesdienst. Gründonnerstag, den 7. April. Vormittags 9»/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl. Charfreitag, den 8. April. or, ^Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins' und der Chorschule: Pfarrer Schlosser. Kinderklrche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. , Ostersonntag, den 10. April. gi/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. ™ A . .. m Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde. Ostermontag, den 11. April 5nn. . vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Schlosser. llcachmittago 2 Uhr. Prüfung der zu confirmirenden Gymnasiasten und Stadtschüler, ^.Pfarrer Dr. Naumann. »16^3 Ä^ÄÄ,«5--“b.'U »hÄÄSS'““ iü" ««««»- Pfarre?Did/e°ldey°^°^° b“ ®ot6e DOm 10' bis 16. April besorgt Katholische Gemeinde. Mittwoch den 6. April ift von 5 Uhr an Beichte. m Gründonnerstag. Von 6 Uhr an Beichte. : Austheilung der hl. Communion. „ ValO Uhr: Hochamt. „ 2 Uhr: Passionsandacht. die Besitzung des verlebten Lohnkutschers Mahler neBft hoifp» gut Kutscherer gehörigen Inventar durch Kauf in meinen Besitz übermmd« rst, erlaube rch mir dieses hiermit dem aeebrton Nntzliki,^ s>^/o^gegangen And mich dessen werthen Aufträgen besten/zu empÄen^ck m^ ... Wl fei«, »le „i. »etata SluM «Ich ,» &£« *”" Hch. Lather, Mnkutscher, 2626 Wallthorstraße 41. Zjam^Frankfiarter Hof. „2624 Ein leichtes Wägelchen (mit einer »nh oder Ponw, zu fahren) verkauft Bäcker «tetnmüller in Lang-GönS. Ich offerire alUußerst billig: ungarnirte Kinderhüte 0,50MK, garnirte „ 0,70 „ Damenhüte 1 MK., Bubenhüte?u allen Dreisen. Zu verkaufen eine 3theilige Brandkiste (Eichenholz), mehrere neue, sowie auch gebrauchte Schranke, Sophas, 1 Ausziehtisch, ovaler Tisch u. a., Waschschränkchen, Schreibtisch, 1 antiker Secretär, Kommoden, Nachtschränkchen u. s. w., Betten rc. Louis Rotheuberger, 2620 Neuenweg 22. 2639 L. BertrancL Submission. Die Lieferung der Brennmaterialien zur Heizung der Universitäts-Gebäude, mit Ausnahme des akademischen Hospitals und des chemischen Laboratoriums, nämlich: 1240 Ctr. Anthracitkohleu, 3o0 Ctr. Nußkohlen (erste Korngröße), 800 Ctr. mehrte Kohlen mit mindestens 60 % Stücken, 500 Ctr. Braunkohlen, 97 Raummeter Buchen- und 50 Raummeter Tannenscheitholz soll im Wege öffentlicher Submission vergeben werden und sind Offerten bis Mittwoch den 20 April 1887, Vormittags 10 Ubr, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Submission stattfindet, verschloßen unter der Aufschrift „Submission für Brennmaterialien" bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Die Lieferungsbedingungen können auf unserer Kanzlei eingesehen oder von derselben gegen Erstattung der Kopialqebühren bezogen werden. Gießen, den 1. April 1887. Großh. akademische Administrations- Commission. Dr. Gareis. 2623 Holzversteigerung in der Fürstlichen Mersörflerei Hohensolms. DienStag den 12. d. M. soll in den Distrikten „Helfholz" und „ E b e r st e i n" nachstehendes Gehölz versteigert werden: 109 Raummeter Buchen - Scheitholz I. Classe, 56 Raummeter Buchen-Prügelholz, 14 „ Kiefern - Prügelholz (zum Theil 2,5 Meter lang), 120 Raummeter Buchen- u. Kiefern- Stockholz, 3100 Wellen dergl. Reisholz, 6200 Buchen Durchforstungswellen I. und II. Classe, 6 geringe Eichen - Stämme mit 1,20 Festmeter, 3 Buchen - Schnittstämme mit 4,64 Festmeter, 15 Erchen-Stangen für Wagner. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 10 Uhr in dem District „Helfholz" in der Abtheilung Mittelster- Kopf ober dem Dachsboden, und wird noch bemerkt, daß Die Kiefern-Prügel und Wellen in dem District „Eber- stein" im „Helfholz" mitversteigert werden, weßhalb solche vorher angesehen werden können. 2622 Hohensolms, am 4. Aprll 1887. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Revierförster. Bekanntmachung. BrennhoHverstcigrrung im Ficher Gemeindewsld. Donnerstag den 14. d. M. werben im District Eisenkaute versteigert : 208,4 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 359,8 „ „ Knüppel, 26 „ Eichen-- „ 136,9 „ Buchen-Stöcke, 22 „ Eichen- „ 1200 Buchen-Wellen. Die Zusammenkunft ist in den Langenbuchen am Burkhardsfelderweg. Der Anfang ist in der Eisenkaute Vorm. 9 Uhr. Lich, den 5. April 1887. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 2636 Lahnkies für Gärten stets vorräthig. Lagerplatz am Rodberg. Anfahren, wenn gewünscht, wird bestens besorgt. 2560 L. Chr. Rübsamen. Kaufmännischer Verein Gießen. Die auf heute Abend anberaumte ordentliche Generalversammlung entsprach nicht den Vorschriften des Statuts und findet solche nunmehr Donnerstag den 7. April, Abends 8‘/2 Uhr, im Vereinslokale (Postkeller) nach Maßgabe des §. 42 Satz 2 statt. Gießen, den 5. April 1887. 2638 Der Vorstand. Umhänge, Jaquetts, Promenade-, Regen- und Mädchen- Mäntel in grosser Auswahl neu eingetroffen bei JL Pfeffer, 253i Bahnhofstr 8. Darmstädter Loose Ziehung 20. April, Weimarer Loose 2657] Ziehung 14. 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Die Mitglieder des Vereins fordert der unterzeichnete Vorstand auf, an der Seitens des Landesausschusses unserer Partei aus Ostermontag anbcraumttN Versammlung zahlreich thcilzunehmen und namentlich auch bei der Vormittags 11 Ui»r stattfindcndcn Besprechung sich einzufinden. 2637 Der Vorstand. Giessen. A. “eg Civilingenieur- Anlagen für Elektrische Beleuchtung für Säle Werkstätten und Bauplätze. Bogen- und Glühlicht von einer Maschine. Erhebt. Ersparniß gegenüber der Gasbeleuchtung, nachgewiesen durch Referenzen von über 100 ausgeführten Anlagen. 479 Voranschläge und genaue Betriebskosten-Berechnung gratis. Eingang auch vom Neuenweg. Zu bevorstehenden Festtagen: Schellfische, Cabliau, Zander, Hecht, achte Seezungen (la. Eispackung), ächte süße Bratbückinge (100 Stück 3Vs «A 25 Stück 1 JL), deutsche Poulards franz. Poulards, franz. 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Flasche 80, 100 120, 150, 200 H Rothwein pr- Fl. 100,120, 150, 200 zfy Tokaper pr Flasche 2 und 3 Malaga pr. Flasche 2 JL Sherrp pr. Fl. 2 JL Samos pr. Fl. 1.50 JL Priorato pr. Fl. 1-40 JL re. re. Moufsirende Weine, Rum, Arrac, Cognac. 2648 Frische Eier per Stück <5 Pfennig empfiehlt 2643 H. F. Nassauer, Neuenweg 15. F^KHwffeln 2631__Neustadt 3i._ .,g. & 3 '"NK," Prima Saathafcr Statt ,, , -----KJ ou schmerzliche Mittheilung, daß 2628 rwandten, Freunden und Bekannten unser liebes Söhnchen EmSi Seffern Nachmittag 3% Uhr nach langem Leiden sanft entschlafen ist. „ Wilhelm Heß und Krau. Gießen, 6. April 1887. ” rr--,_ । Zo4Z 5. April 1887 Allen Freunden und Bekannten zeige ich hier- SXä™ pWzKch *Tod •** Wilhelm Köhler. an und bitte um stille Theilnahme. Sophie Curtman, Z K 8 Ä D M W ;-V? % 20 -rtz Großartige Auswahl •“** - Cardinm, «ongreWoffc. Decken. Küfer, Schoner, Tafchwtücher. r Sommerhandschuhe in grosser Auswahl. ^aMMtlrche Strümpfe gebe, um damit zu räumen, 10% unter Einkauf ab. 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Maurer und Handlanger auf ^"'>"'rg gegen hohe« ^.oyn gebucht. 2621 _______ Grünerstratze 39, 12-15 tüchtige Maurer und ^anoranger finden gegen guten Lolin dauernde Beschäftigung 9 --H. Keßler. Pelzwamn ÄS? * “"'S 21. Schultheis junior, Seltersweg 21. ^egen Feuersgefahr versichert. 2659 ®inen Lehrjungen sucht varl^Hahn. Schreinerm., Katharineng- 2645 Ein kl. Matten a. d. Nahrungsb. ^verpachten. Neuen Baue 17, 2. St. Mermietßungen. Zwei Parterre-Zimmer, ineinandergehend, per 1. Juni zu vermiethen. —---Simon Reis. Kleines Logis, sowie dne ©tube mit Kabmet per 1. Mai zu vermiethen. , Karl Hahn, Katharinengass? 12. 2660 Eine Wohnung, bestehenb^äus 2-6 Zimniern, Küche rc., ist sofort iu vermiethen.__Kreuzplatt 14. 0ut 1,n°bL Zimmer-SchM^- t vermiethen Näheres zu er- fragen Weserstraße 2, Hk. Stock. Südanlage i« die driise Etage^anderweit ,n vermiethen. EÖTPferdestalllür 2 Pferd- nebst Bunchenstube zu vermiethen. Caf6 Ebel. Dle Bee,dl^ung' findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause, aus statt. Wetzsteingasse 41, 2651