Ar. to£ Freitag dm 6. Mai 1887. Gießener Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bnrcaur Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Politische Ueberskcht. Gießen, 5. Mai. Der Kaiser wird auch in diesem Jahre in gewohnler Weise wiederum den Besichtigungen der Truppen der Garde-Corpr beiwohnen, wie solche von dem Allerhöchsten Kriegsherrn regelmäßig im Mat vorgenommen zu werden pflegen. Zunächst hat der Kaiser am Dienstag die Bataillone des in Potsdam garnisonirenden 1. Garde-Regiments 5. F. inspiclrt. Täglich hat man seit Samstag, an welchem Tage die neue Branntweinsteuer-Vorlage im Bundesrathe zur Annahme gelangte, der Veröffentlichung ihrer Inhalts entgegengesehen. Bis zur Stunde ist die« indeffen noch nicht geschehen, da aber an diesem Donnerstag der Reichstag seine Plenar- Lsrathungen nach Ablauf der einwöchentlichen Pause wieder ausntmmt, so ist wahrhastig kein Grund vorhanden, mit den Bestimmungen des Eatwurser noch hinter dem Berge zu halten. Nach der „Franks. Zeilung", die von ihrem Ber- liner Parlaments -Correspondenten gewöhnlich gut bedient wird, besteht der Hauptgedanke der neuen Vorlage in Folgendem: Ein bestimmtes, nach dem Consum in Norddeutschland bemessenes Quantum der Spiritus-Production soll einer Consumsteuer von 50 .X pro Hectoliter unterliegen; die über dieses Quantum hinausgehende Production foü mit 70 «X pro Hectoliter besteuert werden und würde aus diese Weise doch eine Art Contingentirung etngesührt werden. Den süddeutschen Staaten ist gegenüber der Concurrenz der norddeutschen Brennereien dadurch ein Vortheil zugesichert, daß der Steuersatz für das die geringere Steuer zahlende Quantum niedriger gegriffen ist. — Die General-Discussion im Reichstage über den neuen Branntweinsteuer-Entwurf soll, wie es heißt, am Samstag erfolgen und kann man sich auf sehr lebhafte Verhandlungen gefaßt machen. Ein Vorspiel zu denselben hat in der Montags- Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses anläßlich der Berathung über den Nachtrags-Etat von ca. 112,000 -X stattgefunden. Dieselbe gestaltete sich zu einer steuerpolitischen Debatte größeren Styles, in deren Mittelpunkte die Erörterungen über die bekannte lex Huene standen. Dieses seinerzeit vom preußischen Abgeordnetenhause mit großer Mehrheit beschlossene Gesetz überweist bekanntlich den Kreisen gewisse Summen aus den Staats-Einnahmen; gegen dasselbe sprach sich sehr entschieden der sreiconservative Abg. Dr. Wehr aus, indem er das Gesetz als aus einer ganz falschen Finanzpolitik beruhend bezeichnete. Aber mit seinen Anschauungen stand der genannte Abgeordnete ganz vereinzelt da, denn alle anderen Redner sprachen sich mehr oder weniger entschieden zu Gunsten der lex Huene aus, wenngleich hierbei von manchen Seiten der Wunsch geäußert wurde, diese möge dahin abgeändert werden, daß in Zukunst bestimmte, anstatt der jetzigen schwankenden, Einnahmen zur Ver- theilung an die Kreise gelangen. Bemerkenswerth waren die Erklärungen des Abg. Windthorst, daß zur Aufhebung des Deficits im Reiche und in Preußen der Zucker und der Branntwein unbedingt höher besteuert werden müßten. Zugleich sprach sich der Centrumsführer für eine gründliche Revision des bestehenden birecten Steuersystems aus, wies aber die Meinung des Abg. v. Benda, als habe er, Windthorst, gewissermaßen das steuerpolitische Programm der Nationalliberalen entwickelt, in ironifirender Weise von sich. Der Nachtrags- Etat ging schließlich a« die Budget-Commission. Das Reichstags-Plenum findet bei seinem Wiederzusammentritte so viel Arbeitsmaterial vor, daß es bis zum Eintritte der Pfingstferien mehr als genügend mit Beschäftigung „versorgt" ist. Eine ganze Reihe von Commissionen hat ihre Berathungen beendigt und schon hierdurch fließt dem Reichstage reichlicher Arbeitsstoff zu. Derselbe wird aber noch vermehrt durch die inzwischen dem Hause aus dem Bundesrathe zugegangenen weiteren Vorlagen, zu denen, ganz abgesehen von dem Branntweinsteuer-Entwürfe, die neue Innungs-Vorlage, die Nachtrags-Convention zur deutsch-rumänischen Handels-Convention und der Entwurf, betr. die Regelung der Rechtsverhältnisse der kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten, gehören. Außerdem sind noch der anderweitige Nachtrags-Etat, der eine Forderung für den Umbau des deutschen Botschaftsgebäudes in Paris enthält, und die Vorlage, betr. die Umwandlung der fubventionirten Dampfer- Linie Triest-Alexandrien in eine Linie Triest-Port-Said, „in Sicht." Die französischen Radikalen haben einen neuen Wahlerfolg zu verzeichnen. Bei der im Departement Haute Garonne (Toulouse) stattgesun- denen Nachwahl zur Deputirtenkammer erhielt Calvinhac (radikal) 55,000, sein conservativer Gegner Duboul 53.00O Stimmen, ersterer ist somit gewählt. Der Wahlkreis war bislang monarchistisch vertreten. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat die vorige Woche stattgefundene hochpolitische Generaloiscussion über das Budget mit dem Beschlüsse geendigt, in die Specialberathung einzutreten. Hat schon die Generaldebatte heftige Angriffe der deutschen Opposition auf das gesammte System Taaffe gebracht, so wird die Specialdiscussion nur eine Fortsetzung dieser An- griffe bedeuten. Namentlich will der bekannte deutschböhmische Abg. Dr. Knotz die Geschäftsführung des Baron Kraus in der böhmischen Statthalterei und die Leiden der Deutschen in Böhmen in einer groben Rede schildern und nicht nur Herrn v. Kraus mögen da schon jetzt die Ohren klingen. In dem viertägigen Proceß gegen die Theilnehmer an dem Mordanschlag gegen Kaiser Alexander III. vom 13. März ist am Sonntag das Urthell aefällt worden. Dasselbe lautet gegen sämmtliche 15 Angeklagte aus Tod durch den Strang, doch beschloß das Gericht bezüglich 8 der Verurteilten, ein Gna- vengesuch beim Czaren einzureichen, behufs Umwandlung der Todesstrafe m lebenslängliche Zwangsarbeit in Sibirien. Da die Verhandlungen geheim geführt worden find, so läßt fich auch nicht controliren, inwieweit die Gerüchte über die weitverzweigten Fäden des Attentats begründet find. Deutschland. Darmstadt, 30. April. Das Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 10) enthält: 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. 2. Uedersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Etatsjahr 1887/88 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Büdingen. 3. Uebersicht der für das Jahr 1887/88 zur Bestreitung der Communal- Bedürfniffe der Gemeinden des Kreises Lauterbach von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen. 4. Namensveränderung. 5. Dtenstnachrichten: . Am 20. Februar wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Espenschied aus Wöllstein eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Horrweiler, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johs. Knaup aus Groß-Hausen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langwaden, am 23. Februar wurden dem provisorischen Turn- und Zeichenlehrer an der höheren Mädchenschule, sowie am Realgymnasium und der Realschule zu Offenbach Karl Bode die Rechte einer definitiv angestellten Volksschullehrers, am 26. Februar wurde dem SchulanllS- aspiranten Karl Walter aus Mölsheim eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dexheim übertragen; an dems. Tage wurde der Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Emanuel Schmuck unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, mit Wirkung vom 1. April ort, zum Lehrer an der Realschule zu Bingen, am 2. März wurde der provisorische Lehrer an der Taubstummen«Anstalt zu Bensheim Kaspar Mink, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, zum Lehrer an dieser Anstalt ernannt. 6. Dienstenthebungen. 7. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiterstadt mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1000 .X Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu König mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1200 «X Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hüttenthal mit einem Gehalt von 900 «X Dem Herrn Grasen zu Erbachs Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle am der Gemeindeschule zu Elbenrod mit einem Gehalt von 900 «X Mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden. Darmstadt, 4. Mai. (Militärdienstnachrichten). Es wurden: Giese, Major vom Jnf.-Regt. Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfäl.) Nr. 15, als BataillonS'Commandeur in das 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Grobherzog) Nr. 116 versetzt; v. Marklowski, Major vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, mit Pension und der Uniform des 1. Rhein. Jnf.-Regts. Nr. 25 zur Disposition gestellt und dem General-Commando des 15. Armee- Corps , behufs Verwendung in der bei demselben etatsmäßigen Stelle eines pensionirten Stabsofficiers, zugethetlt. X Darmstadt, 4. Mai. [II. Kammer der fianbftanbe.] Die Verhanblungen beginnen heute sofort mit ber Fortsetzung ber General-Debatte über bas Weinsteuer- $ Abg. Schröber wenbet fich mit Entschiebenheit gegen bie Gesetzes-Vorlage, indem er betont, er halte bie ganze Vorlage als einen politischen unb auch nicht berechtigten Fehler, welcher nicht bezwecke, ben Patriotismus in unserem Lanbe zu sorb^rn.^ #ct das Vorgehen ber Regierung als einen Schlag in bas Gesicht ber Provinz Rheinhessen. Dieses Gesetz habe eine tiefgehende Bewegung in Rheinhessen hervorgerufen. Er halte diese Steuer ungerechtfertigt und unausführbar auf Grund der Vorlage selbst. Das Gesetz sei ein Torso und die Genehmigung der Vorlage sei erste Station, um die frühere Bezettelung wieder hervorzurufen. Man werde dadurch dem Denunciantenwesen, wie es bei dem früheren Gesetz vor 1872 bestand, Thor und Thür öffnen und auf eine Bahn gelangen, welche sehr bald wieder eine Umkehr fordern werde. , , Rach all' ben Ausführungen finbe er bie Weinsteuer, welche ohnehin keinen besonberen Ertrag ber Regierung zusichere, für unannehmbar. Diese Vorlage ist ein Flick- und Stückwerk. Es leibet an Mangel ber Emhett unb an einer Ungleichheit, welche eine Menge Unregelmäßigkeiten nach sich fuhren weroe. Ministerial-Präsibent Weber gibt bie Erklärung, baß die Regierung durch me in ber Presse stattgefunbenen Angriffe auf dieses Gesetz genothigt gewesen?«, hiergegen dadurch zu schützen, daß sie ein Flugblatt in bas ^s^^fes Flugblatt. Bevölkerung gehen ließ. Er übernehme bte ganze Verantwortung für vmes y » Man könne ber Regierung doch nicht zumuthen, baß- sie bei b ' stänbig ruhig bleiben solle. Die Weinsteuer sei absolut nothwenb 0^..^ bk Vorlage fertigten Ausgleich in ber Besteuerung bes Weines herbeizufuhr >. tiefen keine Annahme finden, so müsse bie Regierung Mittel unb Wege suchen, um t Ausfall von 400,000 JL Ersatz zu haben. sei bie Annahme beö Er ersuche nochmals, ba btese Weinsteuer eine gerechte sei, me Gesetzes auszusprechen. ,ceinf®nbC 'u wachen sucht, LZMMZZMZP2HP MMMEMZZW WZ8NM8W ^-rLLNN^^L-LL e «LK Antel ^ss^sss Abg. Metz-Gießen erklärt sich von vornherein gegen eine Einführung einer ' Weinsteuer, da es sich nicht um des geringen Erträgnisses wegen lohne, eine solche Aufregung heroorzurufen. * ' ’ m kömie sich nicht entschließen, am Schlüsse des Landtages, auf welchem eine aC rt■«>» D-.-' £ nJssagftsärsi »ÄÄK "ÄS Prisengericht gestellt, welches über Schiff und Laduna dem ^md>^nh einzusctzendes kennen wird. * " no taoun0 dem Völkerrechte gemäß er- Zwffchenfall^^eIchcr"M^d'en^G«üchten "ird bekannt gegeben: Der £ °uf folgende VorQmnisst^rückzuw enEin Dorfe bei Eanea, war durch einen F iU^mE Muselman aus Alikan, einem Glaubensgenossen schossen während des Transports bffei*,”01,6"- . ?inlfle feiner h r ™nbAcn?ie,d£,en- Drei der Ermordung des Mulelm^ auf,Pel Christen und feie Muhamedaner, von welchen die beiden EbriN.n »-r angeklagte Ehristen und --rhaftet. Während der Nach" entftaM »orden waren, wurden anderen ,n der Nähe Caneas acleaenen Dorf- Aufregung in Daratzu, einem “K‘ -■ W” !Ä*Ä“ m ... „ a„ ,S!!! f d | e | ~ unvergleichlichen Schwindler. Buddhistische Pl2nb°'" bfS 3U Cagliostro, diesem stundenlang auf einen außerhalb ihres concentriren ihre Gedanken mit der Zeit vollkommene Cretins ^ ir cnr^npm 9en; a^^?n,b werden dadurch em,to lm «« ®’>WW> ÄXSjiÄ“ ÄS '"«s Gemeindeeinnehmerei 33 ^abre nnh C n’ berselbe die hiesige mä'ä'säm S'SSS gewagt Möge der lhälige Manu nun sonst schlummttn' ®Cmc,nbc beftEnä FtmsBBSh £3Ra Programm wir neulich schon in großen Rün/n ^le Festlichkeiten, deren willigung ging eine läng«/Debatte^ »orÄ" TÄbefti™!; Der Be- terefte der städtischen Finanzen eine bescheidene Feier anemvfob^n m^?b^Ä^ lm In- Sette wurde betont, daß es gerade im Sr J wurde. Von anderer um die Stellung und Bedeutung der Stadt ? w "ege, alles aufzubieten, Abstimmung über den verlangten Betragt trat ©HmtSÄ??? fU bebcm Bei der 20 Stimmen gegen die Bewilligung — worauf de^Rüra/rm-^ enr Umhüllung ver- Slw"..... s 1 be«tch.E Ar°"w"ch," her Im Anwendung. nune 'ur Menschen nicht bestimmt sind, keine die in Gemäßheit de/^L^^erlaffend^en^Best^ -^eses Gesetzes, sowie gegen Geldstrafe bis zu 150ober mi? SfP'h r?1mrIln0ei^^ b'f Bkrfolgung ober Verständig erkannt werden. n >ncyi ausführbar, so kann aus die Einziehung selbsl- S 5- S-S-nwärUge Gesetz tritt am I. Oetober 1887 in Kraft. noch härteren Strafen belegt worden aI3 Folter, Wasser und Holzstoß. Ein Wespennest im Herzen als Ahndung für nicht beantwortete Briefe — man denke! Das fällt -enn doch ein bischen stark aus dem Rahmen unseres humanen Zeitalters. Nun, unser Dichter hat sich auch nur eine kleine Hyperbel gestattet, er hat die Strafe übertrieben, um das Vergehen als möglichst abscheulich hinzustellen. Und darin hat er zweifellos recht. Briefe unbeantwortet zu lassen oder die Antwort lange zu verschieben, das ist in der That eine der größten Ungezogenheiten, an denen viele unserer liebenswürdigen Mitmenschen kranken. Sie wird geradezu zum Frevel, wenn es sich um wichtige, für den ersten Briefschreibcr vielleicht entscheidende Dinge handelt, aber auch in anderen Fällen ist sie durchaus tadelnswerth. Freilich scheuen sich viele Leute, die Feder in die Hand zu nehmen, weil sie der thörichten Meinung sind, sie mußten recht lang und ausführlich schreiben. Das mag dem Empfänger zuweilen sehr angenehm sein; wo dies zutrifft, wird aber auch zwischen beiden Theilen ein Verhältniß voraus-> gesetzt werden dürfen, das jedem das Briefschreiben als eine liebe Beschäftigung erscheinen läßt Im Allgemeinen aber möchten wir bei unserer hastigen, schnelllebigen Zett für Briefe das Motto „kurz und bündig", selbstverständlich in Höflichkeit und Freundlichkeit, empfehlen. Wird dieses Motto acceptirt, dann wird auch der jetzt schon so oft durchaus unredlich gebrauchte Vorwand des Mangels an Zeit ganz fortfaüen. Die Zeit, um einen Brief kurz und sachlich zu beantworten, ohne dabei der eigenen lieben Person schichtlich den Tribut der Eitelkeit zu zahlen, wie es so ost geschieht, kann sich auch der Meistbeschäftigte abmüßigen. Dringend nothwendig aber ist es, Briefe sogleich, d. h. noch am Tage ihres Einganges, zu beantworten, ober, wenn das nicht geht, doch unter allen Umständen sobald es sachlich möglich ist. Auf diese ,Weise wird man der Strafe des Wespennestes am Besten entgehen. Schiff-nachrichten. Bremen, 4. Mai. sPer trarrsatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Hermann, Eapt. A. Kohlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. April von Bremen abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 4. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer America, Capt. A. Heineke, vom Nordderrtschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. April von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Handel und Verkehr. „ bimburg, 4. Mai. iliotijer Weizen X 15.60, weißer Weizen X 15.50, -055, Gerste 8.50, Hafer x 5.08, Kartoffeln k 100 Pfund x 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00. rJranffurt, 4. Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter Ufc 4.50—5.00, das Gescheit» 6—10 H, Eier das Hundert «X 4.60—6.50, das St- 5—8^, Butter im Großen JL 82.00—85.00, im Detail das Pfund JL. 1.00 bis ^?0 Weißkraut per Stück 20-25 H, Rothkraut per Stück 25-30 H, Kohlrabi 00-00 H, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 Kuh- u. Rindfleisch 45-70 4, 40—60 Schweinefleisch 65—75 H, Hammelfleisch 50—70 1 Hahn .< 0.80—1.80, 1 Huhn JL 1.00—2.50, 1 Ente JL 2.00—2.50, Gans Pfund 00-00 1 Taube 40-60 H, Welsche JL 12.00—00.00. nunmehr 19 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen unüber- , . trossene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomade tagt, gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauften 40 H u. JL 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 1215 Temperatur in Gießen. April 1887. Niederste . - 3,5 «e. Mittlere + 6,20 , Mittel früherer Jahre 4- 6,79 „ Höchste........+ 17,2 „ Niederschlag an 7 Tagen .... 0,47 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 12 Tagen 1,39 „ „ Die Vegetationsentwickelung ist am Schlüsse des Monats im Vergleiche zum durchschnittlichen Verhalten um diese Zeit um etwa 12 Tage verspätet. Gottrsdienst der israelitischen Religionggesetischsst. Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr, Samstag Abend 8L Uhr. ' ObttheMe Sistllbahntn. Am 1. d. M. ist ein neuer Gütertarif Elberfeld—Oberhessen in Kraft getreten. Unsere sämmtlichen Güterexpeditionen -eben über den Inhalt desselben jede gewünschte Auskunft. Gießen, den 2. Mai 1887. 3544 Grobherzogliche Tirection. Ärbeitsversteigerung. Montag den 9. I. MtS., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werben: at Fuhr- u. Planir-Arbeiten, veranschl. zu 2727,03 Maurerarbeit, „ n 291,80 Steinhauerarbeit, „ „ 2970,20 Schlosserarbeit, „ „ 150,50 Pflasterarbeit, „ „ 10068,60 Gießen, den 5. Mai 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bram m. 3564 Ijeitgeöotenes. 3550 Eine große Parthie Backsteine tn Gieß«. Für den Vorstand: Dingeldey, Pfarrer. Giessen, Mai 1887. Ant Klostermann und Familie. Bern. Knepper. Bei unserem Abzug von Giessen sagen wir hiermit Freunden und Bekannten ein herzliches trinken will, der gehe in den Kühleu Grund Vermischte Anzeigen. 3552 Ein tüchtiges braves Diensto mä-chen alsbald gesucht. Zu erfragen in der Exped d. Bl. .3558 Ein Dienstmädchen von 16~6l§ 17 Jahren auf sofort gesucht. ________Seltersweg 18. ^66 Ein Wagnergehülfe' sofott ß'S sucht. Louis Fader, Wolkengasse 11. Evangelische Kirchen-Chorschule. , Die mit dem evang. Kirchengesangverein in Verbindung stehende Chor- schule, welche sich die Aufgabe stellt, Knaben im Alter von 8-14 Jahren im 8e'an8, sowie im mehrstimmigen Kirchengesang zu unterrichten und zur lütroimmg im Gottesdienste heranzuziehen, beginnt demnächst einen neuen Kursus. Die Chorschule wird künftig aus 2 Klaffen bestehen. Neueintretende werden zunächst tn bte 2. Klaffe (Vorschule) ausgenommen. Nach Verlauf eines Jahres erhalten dieselben für jede besuchte Unterrichtsstunde eine Ver- gutung, die ihnen zur Zelt ihrer Konstrmation ausbezahlt werden wird. Knaben, welche Lust und Liebe zum Gesang haben, wollen am nächsten Samstag den 7. Mai, Nachmittags 3 Uhr, tn dem Süiulhaufc auf dem Berg in Oswaldsgarten zur Aufnahme anmelden. 9 Neuen Bäue 5 bei 3516 1. »old. Turnverein Gießen. Die Eintheilung der Riegen für das Sommer-Halbjahr geschieht Freitag den 6. d. Mt»., Abends S1/2 Uhr Die dem Turnzwang unterworfenen Mitglieder (siehe § 2 I a u. in der Satzungen) werden aus § 14 der Satzungen aufmerksam gemacht. Die Mitglieder der Männerriege, sowie Diejenigen, welche derselben beizutreten wünschen, sind ebenfalls gebeten, an genanntem Abend zu erscheinen 3530 Der Turnwart. Brauerei Klostermann. Hierdurch zur gefl. Kenntnißuahme, daß rum Empfanq von Zahlungen nur allein Herr Emil Fischbach, St'ltcrsweq24 bevollmächtigt ist. Gießen, den 6. Mai 1887. sseg Ant. Klöster™arin H. Mühsamere, Mäusburg 16 nnpfieljn Oberhemden, Kragen, Manschetten, Chemisetts, Taschentücher (in Selbe und Leinen), Wildleder-, Glac^- und Sommer-Handschuhe, Hosenträaer Gamaschen, alle Arten Shlipse und Cravatten, Sonnen- und Regenschirm/ Kragen- undManfchetten - Knöpfe, Hosenstrecker, alle Arten Mützen, Hut^ ^rn/ nr i^lorc' ^^^Unterkleider für Damen und Herren (Snstem Dr Lhmnnn) Ongmal-Preisen, Rcform-Baumwoll-Hemden (System Prof. k öre Arten wollene, seidene und baumwollene Unterkleider, Filet- U?b ,^°^tt,r®a^crbJdbte Regenmäntel für Damen, Herren, Mädchen “ü?fl Tonnen dieselben nach Wahl des Stoffes nach Maß angefertigt ?.slbb^. Anfertigung von Hemden nach Maß unter Garantie guten Sitzes und wahl^ u^dOstilidcn^Pr^sen^^^^' 0UtEn Cuatitäten- reid’» ^s- 3565] Vorzügliche rotbe rauhschalige Kartoffeln werden in kleinen Parthien abgegeben bei Gg. Unverzagt, Kaplansgasse, täglich frisch gepflücktes, und Borsdorfer Aepfelwein, beste Qualität bei 3563 C* G. Kleinhenn, Kreuzplatz 1. St®" Wests. Pumpernickel eingetroffen. 3521 Ein zweiter Hausbursche wird sofort gesucht im HLtel Prinz Carl. 3528 Ein Wagnergeselle gesucht- Ph. Kröck, Kinzenbach, .3535 Für eine auswärtige Badeanstalt uurd zur Beaufsichtigung des Damenbades ein Mädchen, welches schwimmen kann, zum baldigen Eintritt gesucht- Näheres zu erfragen in der Exp- d- Bl. 3536 Ein Hausbursche sofort gesucht» __Eduard Noll. Möbeltransport Ich suche Ladung vom 5. Mai ab oder später für einen großen Patent-Möbelwagen nach Berlin oder günstig gelegenen Zwischenstationen. Ludwig Bender, 3386 Mitglied des Internationalen Möbeltransport- Verbandes, Marktstraße 2. _ 3371] Verkäuferin für ein Menu- aclurwaaren - Geschäft gesucht. Offerten u^ll. H. 10 befördert die Exped. d- Bl- 3561 Eine Photographie wurde verloren. Der Finder wird um gütige Rückgabe ^i^di^Exped^^l^beten^^ 3568 Eine Aamilienwohnung für JL 15—18 wird gesucht. Schriftl- Ange- bote werden an die Exp. d. Bl. erbeten- ,^^8] Zwei'^rren^Men guten bürgerlichen Mittagstisch zu 65 H Näheres in der Exped- d. Bl. 3547 Ein luoerlässtges Mädchen auf mehrere Stunben täglich zum Ausfahren eines Kindes gesucht- Näheres in der Exped, d. Bl- , Ein Mädchen, das vollkommen selbstständig kochen kann, per Anfang Juni zu miethen gesucht- Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden bei Frau Heinr. Schirmer, Süd-Anlage 23. Vermittlungen. 3545 Ein schönes Familien-Logls zu vermiethen, nahe am Ludwigsplatz. __Grünbergerstraße 15. 3144 Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen Grünbergerstraße 30, II. St. Schützenhof. 3559 Ein kleines freundl- Logis an ruhige Leute zu vermiethen bei Karl Bender, Neustadt 22. 3557 Ein Logis zu vermiethen. ___________________S. Elsoffer. 3553] Logis von 7 Zimmern, Wasserleitung u. s. w-, zu vermiethen. ^Näheres Gartenstraße 27, II. St- 3572] Schlafftelle für zwei anständige Leute. Sonnenstraße 9 3272] Wohnung mit 7, wenn gewünscht auch mit 11 Zimmern und Zubehör. 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