zz Zweites Blatt Sonntag den 6. März siebener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießt«. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit A»s»ahme des Montags. Wnrean r S ch u l st r a ß e 7. Das preußische Abgeordnetenhaus hielt in dieser Woche nur strichweise" Sitzungen ab; am Montag wurde die dritte Lesung des Etats vollständig erledigt; am Mittwoch beschäftigte sich das Haus meist mit P^itionen und Rechenschaftsberichten und am Freitag standen nur kleinere Sachen auf der Tagesordnung. , p , ., . , Der Landtag des Königreichs Sachsen ist m dieser Woche zu einer außerordentlichen Session zusammengetreten. Dieselbe bezweckt lediglich die Genehmigung des zwischen Preußen und Sachsen abgeschloffenen Staatsvertrags, nach welchem Preußen die Eisenbahnstrecke Dreöden-Elsterwerda an den sächsischen Staat abtritt. , x, .r»- Der Zusammentritt der österreichisch.ungarischen Delegation in Budapest behuss Genehmigung der außerordentlichen Credit- forderungen im Betrage von 52’/2 Millionen Gulden hat zunächst wiederum eine Kundgebung des Grafen Kalnoky zur allgemeinen Lage gebracht Im Budqetausschuß der österreichischen Delegation erklärte der Minister des Auswärtigen am Mittwoch, daß die bulgarische Frage tn zweite Lrme geruckt sei und nicht mehr so bedrohlich aussehe, wie rm vorigen November. Dagegen erheische die Unsicherheit der allgemeinen europä-schen Situation mit ihren Wechselwirkungen zwischen Osten und Westen Vorsichtsmaßregeln. Oesterreich, zwar nicht unmittelbar bedroht, lhue sein Möglichstes gegendie Kriegsgefahr; die vorgeschlagenen Maßregeln seien rem defensiver Natur und zur Sicherung des Friedens erforderlich. In einer Abendsitzung nahm «cksdann der Budgetausschuß einstimmig den Bericht des Referenten an, welcher die Zustimmung zu den Creditforderungen empfiehlt. — Die Worte des Grafen Kalnoky lasten allerdings erkennen, daß die bulgarische Frage einstw-ilen an Spannung verloren hat, was ja mit der Rußland zuge chnebenen Absicht, dieselbe versumpfen zu lasten, im Einklang stünde, anderseits aber geben sie zu, daß die allgemeine Situation, welche direct von den deutsch - Ezöüschen Be riebunaen abhänqt, nach wie vor eine höchst unychere ist und somit wiro Europa bis zu seiner vielleicht nicht mehr fernen gewaltsamen Entscheidung noch in diesem schwankenden Zustande der Dinge verharren muffen. . *” In der schwedischen ersten Kammer hat di- Regierung m der Getreidezollftage einen Erfolg zu verzeichnen, indem du^ Kammern den Antrag aus Erhöhung des Getreidezolles auf zwei Kronen per tÜO Kilo abtehnte, gegen welchen Antrag sich auch die Regierung erklärte. Die Beschlußfastung der zweiten Kammer steht indesten noch aus. anüaen wiü. < . l Noch am Tage vor dem Zusammentritt res N-ichstages haben m der kirchenvolitischen Commission des preußischen Herreuhau es die Verhandlungen über die neue Novelle zu den Maigesetzen begonnen- Auch diesmal werden Amendements des Bischofs Dr. Kopp erwartet, bei Wünsche der Curie bezüglich des neuen Entwurfes zum Ausdruck gelangen «erden und durch deren Berücksichtigung die neue Kirchennovelle demnach widerstrebenden Centrum annehmbar gemacht werden soll. Woche«. Ueberficht. Gießen, 5. März. ' Der Epilog zur Wahlbewegung hat nun in o-n Stichwahlen auch i «usikHungen und das Gemälde der diesmaligen Reichrtagswahlen wird dem- , L in den nächsten Tagen em bis in di- kleinsten Züge vollständiges sein. Allerdings ist noch ein gmer Theil der engeren Wahlen nicht allgemein bekannt, schon lesbalb nicht, weil st» dieselben aus fast eine Woche erstrecken, aber was von Stichwahl-Resultaten bis zur Stunde vorliegt, berechtigt zu der Erwarttlng, daß die Cartell'Parleien auch bei diesem Nachspiel der Hauptwahlen ihre Rech- nuna gesunden baden werden. Besonder» erfreulich ist es, daß die Socialdemo. Ersten noch mehrere ihrer bisherigen Mandate an die rechtsstehenden Parteien verloren baden, wobei die Gerechtigkeit erheischt, zu constatiren, daß den letzte^n die Unterstützung der Freisinnigen wenigsten« theilweise zu Statten kam. S verloren dis Soci.ldemokraten die Mandate von Magdeburg und Gotha an die Nationalliberalen, das Mandat Neuß ä. L. an die Frei-Conservatwen. und den von ßerrti Kavier so lange Fahre hindurch behaupteten ersten Breslauer Wahl Ä Ä;Ä, Um Muschenheimer Markwald folgendes Holz versteigert werden: 1 Buche, 40 Ctm. Durchmesser, 7 Mtr. 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