ftr. 1*9 Freitag den 5. August 1887. Siebener Anzeiger 15 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pk. kl«eau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Vom Mntri tt tL Reue «rtui I "k l lechlM ä ifl eM I Jot ' m , ^r. 31 der Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. v. M., enthält: „ Voo-71742'') Bekanntmachung, betreffend Bestimmungen zur Aufführung des Gesetzes über den Verkehr mit Ersatzmitteln für Butter. 26« $UU 1887. Gießen, den 3. August 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______________________________________________ Dr. Boekmann. inttti Politische Ueberficht. * - Sri lauern1:1 s * r?c Ausländer-Ukas" beginnt seine Wirkungen zu 'Nen » Befehl eingegangen, die Entfernung aller aus- „M CtÄn**“10'“ und Geschäftsleiter industrieller Etabliffe- ' fee an Lr,n*® elI?n0ln binnen 10 Tagen, vom Tage der Zustellung der ' gerechnet, durchzusetzen. Ob dieser Befehl nur für den Warschauer » Gießen, 4. August. Zvr bevorstehenden Kaiser-Zusammenkunst in Gastein wird jtz! als sestbesttmmt gemeldet, daß Kaiser Franz Joses am nächsten Samstag, 5'aSrnittags gegen 3 Uhr, in Gastein eintrifft. Mit Rücksicht aus den kurzen teilet des österreichischen Herrschers, welcher Gastein bereits am Sonntag iibeid wieder verläßt, ist in diesem Jahre die frühe Ankunftsstunde angesetzt Ut Botoen; eine Stunde nach der Ankunst Kaiser Franz Josess werden die beiden igaßi NMrchen flch beim Diner, das vom Kaiser Wilhelm im Badeschlosse gegeben Statt“' wiederfinden. Am Donnerstag, den 11. August, gedenkt Kaiser Wilhelm Sasteiner Nachkur zu beenden, um alsdann dtrect nach Berlin, resp.Neu- -NI Wsberg. heimzukehren. iflh der inneren Politik herrscht echt sommerliche Stille auch das sonstige über deutsche Angelegenheiten vorliegende Nachrichts- ,8 8 h ist äußerst spärlich bemessen. Zu erwähnen ist das am 1. August Klient(idbte Urtheil des Seeamtes zu Bremerhafen in Sachen des unterge- 1 Hilft MMN Reichspostdampsers „Oder." Der Vertreter des Reiches hatte während JUliy weor 8 Tagen verhandelten Proceffes Patent-Entziehung gegen den Kapitän uij ^"Oder", Pfeiffer, beantragt, unter Hinweis aus die fahrlässige Führung iillls MHchiffes seilens des Angeklagten, wodurch nicht nur das Schiff, sondern ikeitE die Ladung und leider auch Menschenleben verloren gegangen seien. Das vMMvrlheil schließt sich diesen Ausführungen insoweit an, als es Fehler !*7' die Kapitän Pfeiffer in der Abschätzung der Entfernung zwischen der -^ver und den Klippen bet Socotra, an denen der Dampfer schließlich schei- «M, begangen hat und die eben zu der Katastrophe führten. Trotzdem gelangt lotfle ^ eeamtliche Spruch zu der Erkenntniß, daß dem Kapitän Pfeiffer die Be- ^Mgung zur Ausübung des Schiffergewerbes nicht zu entziehen ist. ____ vieler Woche haben in der Danziger Bucht die größeren Hebungen * > oort zusammengezogenen Panzergeschwader- unter Mitwirkung der tCII "Md0'Flotille begonnen. Bei diesen Hebungen spielt Prinz Heinrich von ■ enLber Admiral der deutschen Flotte, zum ersten Male eine her- f ^gendere Bolle, indem er die eine Torpedoboots-Division befehligt, welche l ber Londoner Jubiläums-Festlichkeiten bereits nach England \en ^^i^rigen Flotten-Manövern wohnt auch ein erlauchter Gast, Mn q k i9 öon $Q9erR' der älteste Sohn des Prinz-Regenten Luitpold, bei. des Kaif^"^ ^diesen Tagen in Danzig erwartet, um sich dann an Statthalter von Elfaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, Samstag Abend in Gastein ein und wurde bereits am nächsten Vor- S?!?. unferem Kaiser in Audienz empfangen. Man bringt die Anwesen- b (Wa& o t $Q^er8 militärischen Vorsichtsmaßregeln in Verbindung, welche ■ h strAnf °zrin'°en angesichts des bevorstehenden Probe-Mobilistrungs-Versuches ' Frankreich getroffen werden sollen. X ®relÖnl6 in der politischen Welt ist das Hinscheiden des rfl jg wanjlavisten-Führers und Redacteurs der „Mosk. Zeitung", Lrtfl'Mer iä Schon seit längerer Zeit schwer leidend, suchte Katkow i,fÖi.tunn nik Zurückgezogenheit seines Gutes Snamensky bei Moskau Er- dp» m ^bfung und nach den letzten Nachrichlen sollte auch in dem Be- Lu nten ^ine Wendung zum Befferen eingetreten fein, dies war wS tu JJur das letzte Ausflackern der erlöschenden Lebensflamme, denn n?fr^a$milta9 4 Uhr ist Katkow verschieden. Mit ihm hat die es j^'iavistische und antideutsche Partei ihr eigentliches Haupt verloren beläL. 9 06 wieder eine Persönlichkeit finden wird, die fo geeignet -NM»n r ? ?ur Führung der Geschäfte des Panslavismus wäre, wie Katkow, russischen Politik zugleich erst jenen deutschfeindlichen Geist ein- in ber Abkehr Rußlands von dem deutsch-österreichischen , ?er Neigung zu einem Zusammengehen mit Frankreich so deutlich ' ■' 68 Katkow nicht gelang, den ar. den Traditionen der £ ' t Ninpr 9cn Politik noch immer etwas festhalt nden Herrn v. Giers iptf, Axä. bQ „ureh-n9miQr (eltenber Minister Rußlands ganz zu verdrängen, so mnflc6t Landers III. selber die letzte Schranke gebildet zu ? Deutschland durch den Tod Katkow's von einem tngrim- rufÄU Heinde befreit worden; inwiefern jedoch dieses Ereigniß Xw bleiben e ne Umwandlung hervorrusen wird, muß noch dahin- I Bezirk oder für die gesammten polnischen Gouvernements bestimmt ist, läßt sich noch nicht beurtheilen; die meisten der hiervon Betroffenen find Deutsche und gegen diese ist ja auch der Hkas in erster Linie gemünzt. Weiter wird au« Warschau gemeldet, daß im dortigen Gouvernement 230 Ausländer während des vergangenen Monats um Naturalisation nachgesucht haben; offenbar wünschen dieselben den Folgen des erwähnten Hkases zu entgehen. Die Mehrzahl der betreffenden Petenten hat, nach Erbringung des nothwendigen Nachweists über einen fünfjährigen Aufenthalt in Rußland, das russische Hnterthanenrecht erhalten. Die Hebrigen wurden abschläglich beschieden; unter letzteren befinden sich meist solche, die entweder in der preußisch-deutschen Armee gedient haben, oder Verwandte als Osficiere in derselben besitzen. In Italien zittert noch immer die Bewegung, welche alle Herzen anläßlich des Ablebens des Ministerpräsidenten Depretis ergriff, nach. Das öffentliche Leichenbegängniß Depretis', welches an diesem Donnerstag stattfindet, dürfte sich zu einer großartigen Trauerkundgebung der italienischen Nation gestalten. Die Duell-Assaire zwischen General Boulanger und Jules Ferry, dem Führer der opportunistischen Partei, beschäftigt lebhaft die politische Welt jenseits der Vogesen. Bekanntlich hatte Ferry in seiner Spinaler Rede die „Boulangisten" hart mitgenommen, was Boulanger mit einer Forderung Ferry's zu beantworten müffen glaubte. Ferry will auch dem Duell nicht aus- wetchen — das Duelliren wegen aller möglichen Dinge, und seien es nur Kleinigkeiten, g-hört ja in Frankreich mit zum guten Ton — nur scheinen die Zeugen Ferry's noch nicht ganz festgestellt zu fein, in Folge dessen das Duell sich noch verzögert. Daß letzteres von Boulanger provo.cirt ist, um feine verblassende Popularität wieder aufzufrischen, ist augenscheinlich. Neben diesem Duell spielt noch eine andere, ebenfalls Aussehen erregende politische Duell-Affatre, und zwar zwischen dem radikalen Deputirten Laur und dem bonapartistischen Deputirlen Delasoffe. Letzterer hat Laur, der zu den intimeren Freunden Boulanger'« gehört, gefordert, da Laur Herrn Delafosse als ein Mitglied der monarchistischen Deputation bezeichnete, welche den General Boulanger angeblich zu einem Staats- streiche zu bereden suchte Erbauliche Dinge!_________________ Deutschland. Darmstadt, 3. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 25. v. MtS. den Kreisbaumeister v. Riefel zu Nidda zum Kreisbaumeister des Kreisbauamts Dieburg und den Kreisbaumeister Schneider dahier zum Kreisbaumeister des Kreisbauamts Nidda — die Expeditions-Ge' hülfen Johann Jost aus Zwingenberg und Karl Burk aus Butzbach zu Tele- graphisten bei der Main-Neckar-Bahn, am 30. Juli den Gehülfen des Staatsanwalts bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Wilhelm Stein zum Gerichtsfchreiber bei dem Amtsgericht Offenbach, mit Wirkung vom 1. September l. Jc. an, zu ernennen. Berlin, 2. August. Nach Italien Reisende mögen folgendes der „Nordd. Ällg. Ztg." aus Rom zugegangene Schreiben beachten: „Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß Deutsche, welche sich vorübergehend in Italien aushielten, in unangenehme Lagen gekommen sind, weil sie sich im Besitz eines Revolvers haben antreffen lassen. Es wird deshalb gut fein, das reifer.be Publikum daraus ausmerksam zu machen, daß nach dem italienischen Strafgesch- buch das unerlaubte Tragen von Waffen mit einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten bis zu einem Jahre bedroht ist, und daß nach einem neuerdings veröffentlichten Erlaß des italienischen Ministers des Innern die von den Behörden ertheilte Erlaubniß zum Tragen von Waffen die Berechtigung zur Führung eines Revolvers nicht in sich schließt." Hesterreich. ‘ Wien, 3. August. Das „Fremdenblatt" erfährt von gut unterrichteter Seite, die angebliche Abreise des Prinzen Ferdinand von Koburg nach Bulgarien fei noch nicht erfolgt; auch der Minister des Auswärtigen, Natschevitich, sei noch nicht abgereift, derselbe beabsichtige noch mehrere Tage in Wien zu bleiben. Der Deputirte Stransky hat gestern Abend Wien verlass en. Telegraphische Depeschen. Wolff'S tclegr. Korrespondenz--Bureau. München, 3. August. Prinz Wilhelm von Preußen ist heute früh hier eingetroffen. Er frühstückte mit dem Herzog von Coburg am Bahnhofe und reiste mit demselben nach Murnau zur Gebtrgsjagd weiter. Petersburg, 3. August. Der deutschen „Petersburger Zeitung" zufolge soll der Einfuhrzoll auf Eisenbahnwagen aller Art demnächst erhöht werden. — Wie ccr» lautet, findet bas Begrabniß Katkow's am Samstag statt. jl- II •■iS A Mainz, 2. August. Manöverterrain ausgegossen werden. .Straßburger Post" b-ri»M. über f°-g-A : l'r- 16 u Universität- - Ghronik. Berlin, 1. August. Der Cultusminister hat durch Verfügung das Bestehen von polnischen Studentenverbindungen an allen Universitäten verboten. — Professor Dr. Richard Schröder in Göttingen ist unter Verleihung des Charakters als „Geheimer Hofrath" zum ordentlichen Professor der deutschrechtltchen Fächer an der Universität Heidelberg ernannt worden. — Der Privatdocent Dr. Theodor Kipp in Leipzig rst zum außerordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Universität Halle ernannt worden. M 1t* Die Sonnenfinsternis. In Betreff der am 19. August bevorstehenden totalen Sonnenfinsterniß veröffentlicht die Berliner Sternwarte im „Reichs- und Staats-Anzeiger" folgende Mittheilungen: ES erscheint zweckmäßig, für die wissenschaftliche Ausnutzung dieser Erscheinung, welche für eine bestimmte Gegend der Erde fast nur in jahrhundertelangen Zeiträumen wiederkehrt, Seitens der hiesigen Königlichen Sternwarte noch einige Anhaltspunkte zu geben, zumal da der Kernschatten des Mondes diesmal gerade in einer eigenthümlich interessanten Phase seiner Bewegung durch Mitteldeutschland, also durch eine an Freunden der Astronomie und ihrer Helferin, der Photographie, besonders reiche Gegend der Erde hindurchzieht. Es wird selten vorkommen, daß diese Phase der Kernschattenbahn von den Forschern aufgesucht wird, weil bei derselben viele der erforschungs- werthen Einzelheiten am Rande und in der Umgebung der Sonne wegen des tiefen Standes derselben am Horizont nicht unter günstigen Umständen zur Erscheinung kommen, wogegen gerade in dieser Phase bei der nahezu horizontalen Lage des Schatten- | kegels sein allmähliches Heradkommeu aus den höheren Atmosphären-Schichten Beobachtungen von eigenem Retz und hohem Werth für die Kenntniß der Zustände der Erdatmosphäre ermöglicht. Da nun am 19. August diese bisher von den wissenschaftlichen Expeditionen vernachlässigte Phase der Beschattung der Erde eine an Forschern reiche Gegend der Erde selber aufsucht, so ist es in der Ordnung, daß unsererseits alles irgend Thunliche für eine möglichst verständnißvolle Ausnutzung dieser seltenen Gelegenheit geschieht. Aber nicht blos für die Erforschung der Zustände unserer Atmosphäre wird diese Erscheinung von Wichtigkeit sein, sondern die eigenthümlichen Umstände, unter denen dieselbe in Mitteldeutschland eintritt, werden auch einer an möglichst vielen Orten ausgeführten genauen Aufzeichnung der Zeitpunkte, in welchen der letzte directe Sonnenstrahl verschwindet und der erste wieder hervorbricht, einen besonderen Werth verleihen. Allerdings wird es sür die wissenschaftliche Verwerthung solcher Beobachtungen erforderlich sein, daß nicht nur die geographische Lage des Beobachtungsortes bis auf etwa 100 Meter bekannt ist oder nachträglich bestimmt wird, sondern daß auch die Abweichung der Uhr-Angabe von der Ortszeit oder der Berliner Zeit etwa bis auf eine halbe Sekunde möglichst bald nach der Beobachtung ermittelt wird. Die Berliner Sternwarte wird bereit sein, allen Denjenigen, welche bis zum 6. August eine darauf bezügliche Anmeldung einsenden und auf Grund einer gewissen Uebung oder Erfahrung in derartigen Bestimmungen eine zuverlässige Beobachtung an einer guten Uhr in Aussicht stellen, in den frühen Morgenstunden des 19. August, sobald sie das Gelingen ihrer Beobachtung telegraphisch gemeldet haben, eine möglichst genaue Zeitbestimmung zu vermitteln, falls nicht die Hülfe einer anderen, dem Beob- achlungsort näher liegenden Sternwarte, wie derjenigen von Leipzig, Halle, Gotha, (Röttingen ober des Observatoriums der Technischen Hochschule zu Braunschweig, dafür besser geeignet erscheint. In der Nähe der nördlichen und südlichen Grenzlinie der totalen Verfinsterung, wie sie auf den Karten von Schurig und Zenker verzeichnet sind, wird es auch schon einen nützlichen Beitrag gewähren, wenn an einer guten Taschenuhr mit Sekundenjifferblatt die Zeitpunkte des Anfanges und des Endes der totalen Verfinsterung bis auf die Sekunde beobachtet werden, auch ohne daß eine Vergleichung der Angabe der Ubr mit einer genauen Zeitangabe stattfindet. Hierbei ist übrigens noch darauf aufmerksam zu machen, daß die Berechnung der Lage der nördlichen und südlichen Grenzlinie der totalen Verfinsterung um mehrere Kilometer und diejenige der westlichen Grenzlinie um noch etwas stärkere Beträge unsicher sein kann, und daß auch die Vorausbestimmung der Anfangs- und End-Momente der Verfinsterung gewissen, zwar kleinen, aber doch noch merklichen Unsicherheiten unterworfen ist. Alle diese Unsicherheiten werden zunächst durch die noch vorhandenen Mängel der Theorie der Mondbewegung, sodann aber in unvermeidlicher Weise durch die Unregelmäßigkeiten des gebirgigen Mondrandes und zum Theil durch die lokalen Unregelmäßigkeiten der Erdgestaltung, endlich auch durch die bei dem tiefen Sonnenstände besonders erheblichen Schwierigkeiten der genauen Berücksichtigung der atmosphärischen Strahlenbrechung verursacht. Es ist daher rathsam, wenn man aus den von dem Kernschatten nicht getroffenen Gegenden sich in die sogenannte Totalitäts-Zone begeben will, den Beobachtungsort nicht zu nahe am Rande der letzteren zu wählen, weil man daun möglicher Weise die eigentliche Total-Verfinsterung und deren merkwürdige Effecte nicht zu sehen bekommt. Dagegen sind alle Beobachter jenseits der westlichen Grenzcurve, aber in der Nähe derselben, d. h. im Westen von einer durch Gotha und Holzminden gelegten Linie, i. B. in Kassel und Fulda, darauf aufmerksam zu machen, daß auch sie den Anblick der totalen Verfinsterung der Sonne noch genießen können, wenn sie eine ansehnliche Höhe ersteigen, welche nach Ost-Nord-Ost einen möglichst ebenen, gebirgsfreien Horizont hat. Durch eine Erhebung um mehrere hundert Meter über die Ebene wird man in jenen Gegenden in die Bahn des Kernschattens emporsteigen und die völlige Verfinsterung der Sonne noch zu Gesicht bekommen können. Was nun die völlig eigenartigen Phänomene betrifft, welche (in dem Gebiete zwischen diesen Grenzregionen und einer um wenige Zehner des Kilometer östlich von Berlin gelegenen Begrenzungslinie) bei dem Durchgang des Kernschatten-Kegels durch die Atmosphärenschichten in den der Totalität vorangehenden zwei bis drei Minuten möglicher Weise wahrgenommen werden können, so beruht die Erwartung derselben hauptsächlich auf der Voraussetzung, daß die Atmosphäre bis in sehr hohe Schichten hinaus von sehr kleinen, festen Körpertheilen erfüllt ist, welche, bedeutend stärker als die umgebenden Gastheilchen Ler Atmosphäre, das Sonnenlicht zurückstrahlen. Man hat z. B. allen Grund, anzunehmen, daß in den Schichten zwischen 2 und 10 Kilometer Höhe sich zahlreiche Eiskrystalle, in den Schichten um 50 Kilometer Höhe noch Lokales. Gießen, 4. August. Das bis Sonntag stattfindende Sommerfest des Lam'- schen Gesangvereins wird durch einen um 3 Uhr vom Wallthor abgehenden eröffnet werden. An der Theilnahme desselben haben auch hiesige Vereine ihre öw Durch den in Folge der Betheiligung der fremden Bundes-Gesangvereine£ bildeten stattlichen Ehor gelangen zum Vortrag: „Schäfers Sonntagslied" von Areuyer^ „Barbarossa" von Jakobs und das „Deutsche Lied" von Schneider, Chöre, welche oe tüchtiger Leistung wie wir sie am Sonntag erwarten dürfen, großen Anklang Mm» Vollständige Programme werden in den bereits bekannt gegebenen Verkausspumn niedergelegt. ,, Hoffen wir, daß sich die hiesigen Gesangsfreunde und -Freundinnen zahlreich r dem Sommerfeste des Bauer'schen Vereins einfinden. Gießen, 4. August. Am Dienstag Mittag ließ sich ein Kranker aus der Mü nach dem Bahnhof verbringen, um in seine Heimath zu reisen. Als man am BaM die Chaise öffnete, fand man eine Leiche. Der Kranke war unterwegs verfchieor Die Leiche wurde wieder nach der Klinik zurückgebracht. ___ ijec: tit Hi iß im nie! ijt n ta t ilÜ'J Hfl: < ; fiM M 'M iülnt it dir M ui ui «ehe k Ml :cbi iSii mc tiia gegenwärtig Staubmassen vulkanischen Ursprungs und endlich in den Schichta, 100 Kilometer Höhe Staubmassen kosmischen Ursprungs, wie sie durch das herfri,E der aus dem Weltenraum eindringenden Meteore in dieser Höhe entstehen, in großer Dichtigkeit vorfinden werden. Namentlich wird letztere Schicht geradr 19. August reicheren Zufluß erhalten haben durch die in den Tagm vom yW 10. August in die Atmosphäre eindringcnden Sternschnuppen aus der sagens Perseiden-Schar. Möglicher Weise wird nun der Durchgang des über Mittel-Deutschland nau parallel den Horizont - Ebenen gerichteten Kernschatten - Kegels durch diese Zwjs2 schichten schon an stufenweisen Verminderungen der Helligkeit des Himmelsgrundes^ gewissen Punkten des Firmaments erkannt werden können; sicherer aber ist zu trmana daß in den Zeitpunkten, in welchen die Beobachter selber von dem Kernschatten errnckt und die über ihnen lagernden Luftschichten bis zur Höhe von mehreren Zehnern bei Kilometer dadurch des Sonnenlichtes beraubt sind, die von Eistheilchen ober oon vulkanischem oder kosmischem Staube erfüllten höheren Luftschichten, welche der Kernschatten bereits wieder verlassen hat und das Sonnenlicht bereits wieder beglamt fo besonders strahlender Intensität in den verdunkelten Raum, in welchem der 93eobaÄter sich befindet, hineinleuchten werden; denn der intensive Lichtschleier des in den unteren dichteren Luftschichten zerstreuten Sonnenlichts ist alsdann gewissermaßen roeggnonm und die von der Sonne beleuchteten Gebilde der höchsten Schichten kommen baburA möglicher Weise zu einer ganz eigenthümlichen Wirkung. Um diese Vorgänge M genügender Sicherheit verfolgen zu können, wird es allerdings erforderlich sein bA man an jedem Beobachtungsorte zwischen Berlin und der vorerwähnten westlich^ Grenze über den unschwer zu berechnenden Verlauf der Bewegung des SchaitenkeM durch die Atmosphäre gehörig unterrichtet ist, d. h. daß man weiß, an welcher Stelle des Himmels die Punkte der ersten und der letzten Berührung des Kernschaktens mit den verschiedenen Atmosphärenschichten zu suchen sind. In Berlin wird der Verlauf dieser Bewegungen der folgende'sein: Die erste Berührung des Kernschattens mit einer Atmosphärenschicht von 100 Kilometer Höbe erfolgt nahezu im Süden in einer Höhe von etwa 25 Grad über dem HoriMe, die letzte Berührung mit derselben Atmosphärenschicht, also das charakteristische M«- aufleuchten des reflektirten Sonnenlichts in jener Höhe erfolgt im Südwesten ebensM in nahezu 25 Grad Höhe über dem Horizont. Der erste Eintritt derselben Berührwa des Kernschattens mit einer Atmosphärenschicht von 50 Kilometer Höhe erfolgt zwischen Süden und Süd-Südwest in einer Höhe von etwa 15 Grad über dem Horizont, die letzte Berührung, also vas Aufleuchten in dieser Höhe zwischen Südwest und West- Südwest in einer Höhe von etwa 13 Grad über dem Horizont. Je weiter man von Berlin in der Totalitätszone nach Westen kommt, desto mehr verschieben sich diese Punkte an der Himmelskugel nach der Ostseite unbfi je weiter man von Berlin auS nach Süden kommt, desto mehr erheben sie sich über den Horizont und verschieben sich nach dem Scheitelpunkt und nach Norden hin. Eine daS ganze Gebiet umiafitnbt zahlenmäßige Angabe über diese Lagenänderungen würde an dieser Stelle zu weil Wen, die Berliner Sternwarte wird aber bereit sein, auf Wunsch für jeden BeobachtunMl derartige Angaben zu liefern. Von besonderer Bedeutung würde es nun sein, wenn die hellen Wolkengcklden, welche möglicherweise bei diesem Anlaß in sehr großer Höhe über der Erdoberfläche wahrgenommen werden können, durch photographische Ausnahmen fixirt würden. Gelingt es, eine solche Ausnahme zu machen, so wird nicht nur der Zeitpunkt derselben so genau als möglich zu fixiren sein, sondern auch der Ort des aufgenommenm Gebildes an der Himmelskugel, und zwar wird letzteres in ausreichender Weise dadurch geschehen können, daß man die Lage der optischen Axe des Instruments mit Hilfe eines Lotfadens gegen den Scheitelpunkt und bann die Lage der durch die Axe und das Lot bestimmten Ebene durch Visiren nach entfernten Gegenständen hin örtlich oritntirl Wenn man recht empfindliche photographische Platten zur Anwendung bringen kann, wird sich trotz des tiefen Sonnenstandes vielleicht auch der Versuch lohnen, während der Totalitätsdauer und nach der Ausnahme von hellen Wolken auch die verdunkelte Sonne und ihre nächste Umgebung photographisch aufzunehmen. Die Berliner Sternwarte wird, schon um von möglicher Ungunst des Wettere unabhängiger zu werben, mehrere astronomisch unb zum Theile auch photoEbifch ausgerüstete Expebitionen in bie Nachbarschaft entsenden, eine in bie Nähe oe: grenze, etwas nördlich von Eberswalde, eine in bie Nähe ber Südgrenze, nach Gum- berg, eine in die Nähe ber Eentrallinie, nach Fürstenwalbe, eine nach Thüringen. Außerdem wirb ein Beobachter jenseits ber Westgrenze ber Aufzeichnung des Verlaus» ber Dämmerungs-Phänomene sich roibmen. •afteitt, 3. August. Der Kaiser unternahm gestern Abend und heute nach dem Bade wegen des Regens keine Spazierfahrt resp. Promenade. Er nahm den Thee “ SÄMtÄ»«.. W ba$ d^nden^des^Kalser^^ Dtt llnive'rsttät beging Mittags ihr Stiftungsfest. Anwesend waren die Minister v. Goßler und v. Scholz, Ministerialdrrector Greiff, der Gouverneur von Berlin, Graf Schlieffen, der Stadtschulrath Bertram, dn• Charitö- Dtrector Spinola. Der Rector der Universität, Bahlen, hielt die Festrede über die Gründungszeit ber Universität unb ben Geist, aus bem bie Universität sich entmiefe^t.^ 3 ^gust. Wegen der jüngsten Vorgänge im Circus Salamonski würben 31 Personen, meist Studenten, zu Arreftstrasen von 2 Wochen bis 2 Monaten unb die Zeitungen, welche anläßlich ber Vorgänge ausreizenbe Artikel brachten, zu 300 bis 2500 Rubel verurtheilt. . Pari-, 3. August. Die Patriotenliga entfenbet Deroulebe zur Begrabnißfeier Katkow's nach Moskau. London, 3. August. Das Unterhaus verwarf mit lo3 gegen 107 Stimmen die Bill, belreffenb weitere Versuche zum Bau eines Tunnels unter dem Canal. Die Regierung hatte sich gegen bie Bill ausgesprochen. — Das Unterhaus nahm die übrigen Artikel ber irischen Lanbbill an; bie Regierung hatte die Artikel, nach welchen bie Grunbbefitzer ermächtigt finb, bie mit der Zahlung der Pachtgelder rückständigen Pächter zur Jnsolvenzerklärung zu zwingen, fallen ^la^n.^ August. Einer hier eingelangten Meldung zufolge ist der Tag der Ankunft des Königs noch nicht festgestellt, doch dürfte dieselbe wahrscheinlich in ben ersten Tagen ber nächsten Woche erfolgen. _ T _ — Aus Messina wirb gemelbet, baß im Depot Ritiro eine heftige Explosion itattfanb, wodurch mehrere Personen getödtet und viele verwundet wurden. V » » HU T J «9 • * Steinbach bei Gießen, 3. August. Gestern wurde in der Scheune hiesigen Einwohners ein verheiratheter Arbeiter von Garbenteich tobt ßutfltg» Offenbar wollte der Verlebte, ber am Tage vorher stark gezecht hatte, in der s« sich ein Nachtlager suchen, wobei er von ber Leiter herabstürzte und in iM Sturzes ber Tob eintrat. Seit heute Morgen werden hier militärisch-rl-k iy Hebungen mit Lustballonfahrten gemacht. Die Ballons, welche durch die 1 . Gasanstalt gespeist werden, fassen nahezu 4000 Cbm. Gas unb ftnb mittel 1200 Fuß langen Drahtseils an einer Maschine befestigt, welche den Auf- uno o» regulirt unb bie Gonbel in gewisser Hohe über bem Erdboben festhält. In de befinben sich mehrere Apparate zu photographischen Aufnahmen, zur erzeug b elektrischem Licht sowie zu trigonometrischen unb kartographischen Vermessung . erste Ballon stieg heute Morgen um 7 Uhr auf unb blieb, sich in einer v etwa 600 Fuß langsam eine kleine Strecke gegen Osten bewegend, bis gegen * i ber Hohe. In ber Gondel befand sich der Pionierlieutenant Groß, der 1 zu der Luftschisffahttsabtheilung commanbirt ist. Eine zweite kurze, etwa , währende Fahrt wurde gegen 1 Uhr vorgenommen, bei welcher Meuten j von dem in Kastel garnisonirenden Pionierbataillon in der Gondel fuhr. liehen Hebungen, zu denen als Zuschauer eine Reihe fremder Offiziere y «ng j sind, werden morgen Vormittag ihren Anfang nehmen. Am,interessantes die Abendsübungen zu werden, bei welchen electrische Strahlen über das zu 0 Straßburg, 1. August. Die „Straßburger Post oenwie fejt Gewaltstreich ber französischen Regierung gegen beutschen ErwekbSst tz. gsgeisb»^ Jahren in Embermenil bei Lüneville bestehenbe Pappensabrik E irt welche vor einigen Wochen in ber französischen Hetzpresse als deutsch o mu ist durch Dekret des Präfekten Schuerb von Nancy plötzlich gesw J deutscher ne® Firmen-Jnhaber sind aus's Empfindlichste geschädigt; über-100 2 " hat bei £ französischer Nationalität, brotlos und bem Elenb pietsgegeben. den franzt Grünbung ber Fabrik allen gesetzlichen Anforberungen genügt.se n Hegend £ : : sckm Lokalbchörden stets aus's Friedlichste gelebt und ist in der g° , fonbern H . achtet, io daß die Maßregel offenbar keinen persönlichen l5haraller Hetzpresfe zuliebe als ein Schlag gegen Deutsche verfugt wurde. Landwirthfchaftliche Nachrichten. inrji äffgemetner Anzeiger. 5822 cX Zuschreibung 80 — Gewinn- u. Verlust-Conto 9584,13 । 9584,13 Gewinn- und Verluft-Conto •'N 56,06 80 — 4220,19 168,19 1860,48 2619,04 4936,42 3000,— 4084,13 -. j Soll JL Haben JL 11,80 xitii Per Saldo aus 1885/6 . „ Gewinn aus Maaren JL 2500,— Passiva. Conto der Vereinsmitglieder Reservefonds JL 2920,— Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 4. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Grad, Luft im Schatten 15Vs Grad. L. Chr. Rübsamen. „ 3800,— än ^°/° Abschreibg. a. In- ventar Liederkranz Anstatt der parthie auf den Staufenberg Sonntag den 7. August: 5532 Ein älteres Dienstmädchen, waS kochen kann, alsbald gesucht. Seltersweg 6. Hi der Kap ort- Cie. für [1562 Deutschen Cognac, Motn a. lih.“ bei gleicher Güte bedeutend billiger als französischer Ueberall vorräthig. Verkehr nur mit Wiederverkäufern, welche Master gratis erhalten Der Umschll Der Verein parlhie an den Ludwigsbrunnen Abmarsch präcis 2 Uhr. Der Vorstand. Gonsumverein -er Main-Weser-Hütte bei Lollar, eingetr. Gen. Man? vom 30. Juni 1887. — Bei Einerntung von Samen wird im Großen und Ganzen viel zu wenig imuf geachtet, die richtige Erntezeit innezuhalten. Um dem Ausfallen vorzubeugen, ?■ • / - u v- Dadurch aber wird die Keim- 'a:lüleu der Samen in hohem Grade beeinträchtigt. In großen Gärten wird man Mich nicht die nöthige Zeit haben, um die Reife genau zu beobachten und die Samen- ittMt je nach der Ausreife abzuschneiden, in Hausgärten sollte das aber beachtet anden, zumal schon im Hausgarten so manche andere Bedingungen nicht erfüllt werden, diinöthig sind, um gute Samen zu erhalten. Es sollen also die einzelnen Stauden dci Pflanzen, die je nach der Zeit, in der sie zur Blüthe gelangten, auch ihre Früchte rtnen, nach einander, und nicht etwa, wenn einzelne ausgeretft scheinen, alle zu gleicher abgenommm werden. Bei einiger Aufmerksamkeit wird man wohl erkennen, ™ wt tarnen vollkommen ausgereift sind, und schließlich ist der Verlust auch lange mtzt so grotz, wenn etwas bei verspäteter Ernte durch Ausfallen verloren geht, als r:>mn durch die zu frühe Ernte die Keimfähigkeit aller Samen beeinträchtigt wird. cm icwit W*i iÖ1'3 M* ■ wl : nnu inglj aus 1886/7 4208,39 Gottosdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. »Abend 7 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4 Uhr, md 820 Uhr. Warnung! Von der weltberühmten Amerikanischen Glanz- 7 Stärke von Fritz Schulz jun., Leipzig, muß jedes Paket nebige Schutzmarke tragen, wenn sie ächt sein soll. Dieselbe ist vorräthig in fast allen diesbezüglichen Handlungen. 5806 o, ex SchtffSnachrichten. Rtc, Kernen, 31 Suü. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer 9ßb ci„H „Pn SDlc’?' °OM Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am f amt 3uIi ,ÜOn Southampton abgegangen war, ist heute s uyr ^corgens wohlbehalten in Newyork angekommen. rCf?1Cu" 3ar transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer ^nerika , Capitan A. Heineke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am Id. ^ult von Bremen abgegangen war, ist am 26. Juli wohlbehalten in Baltimore angerommen. ' Ä - b Mgl. RnfSirt ___r jCIOHll ff ’&tl. — sVom Postdtenst auf dem Lande.) Excellenz Stephan würde gewiß häufig ltir.it geringe Freude haben, wenn er Zeuge der vielen komischen Scenen wäre, die sich jflj dem platten Lande abspielen, wenn ein gewöhnlicher Sterblicher es wagt, sich in ^ Geheimnisse des Poftdienstes einweihen zu lassen, um nach einigen Wochen ein F'diger Vertreter der Reichspost zu werden. Glaubten da vor einiger Zeit die Ein- jimer eines friedlichen Dörfchens der Provinz Nassau, die Zeit sei gekommen, ihren ^mathsort durch Errichtung einer Postagentur dem Weltverkehr näher bringen zu silien; zur großen Freude Aller ^wurde die Erfüllung dieses Wunsches in baldige luchcht gestellt. Die vielbegehrte Stelle des Postagenten fiel dem biederen im ganzen flnle beliebten Gastwirth Andreas D. zu. Der gute Andreas wurde nach kurzer jed ein zuverlässiger und findiger Jünger Stephans, nur wurden ihm alle an die ^gesetzte Behörde gerichteten Schriftstücke zurückgeschickt, mit dem Vermerken, daß sie miungehörtgem Tone und in unstatthaften Ausdrücken abgefaßt seien. Als nun eines der biedere Andreas beim Postamt ansragte, warum ihm seine „Verfügungen" iirmer wieder mit dem obigen Vermerk zurückgeschickt würden und ihm darauf er= Ditot wurde, daß er nichts zu verfügen, sondern gehorsamst zu berichten habe, da lutiwortete Postmeister Andreas, er könne eine solche Zumuthung nicht begreifen, da ihm doch von der höchsten Postbehörde immer nur Verfügungen zukämen und er deß- friJb in diesem Ausdruck durchaus nichts Anstößiges finde. Nachdem nun unser Aipreas in das Wesen der Subordination völlig eingeweiht und alle Schwierigkeiten bti Postdienstes glücklich überwunden hatte, mußte er noch das Telegraphiren lernen. Dö ihm nun das Alphabet einftudirt wurde, ging alles gut bis zum Buchstaben Y, Dtm dem Andreas in seinem ganzen Leben weder etwas gehört noch gelesen zu haben ban Telegraphisten versicherte. Mit einiger Anstrengung machte er indessen Bekannt- idaft mit diesem Buchstaben. Der Zeitpunkt war gekommen, an dem Andreas nach Mer Ausbildung die erste Probedepesche absenden mußte; dieselbe ging an das Post- mt in L. und war an den Postsccretär Mynster gerichtet. Man kann sich denken, ntllbe ungeheuere Heiterkeit auf dem Postamte beim Eintreffen der Depesche entstand, d, jlndreas aus Mynster einen Mtpsilonster gemacht hatte. 5766 Ein tüchtiges Dienstmädchen | «egen hohen Lohn in miethen gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. ncue Rechn. „ 57,53 4084,13 *ashl «ud BerketzU. .. ~ lFur Reisende.) Wie schon kurz erwähnt, ist es von jetzt ab gestattet, auf zHetlCH atn Rhein zwischen Bingerbrück und Köln bezw. zwischen Rüdesheim und Deutz ohne Nachzahlung an gewissen Punkten zwischen dem linken und rechten Ufer zu correspondiren und zwar einerlei, ob das Billet zwischen den bezeichneten Endpunkten oder außerhalb derselben auf Anschluß- und Zweigbahnen gelöst, ob es einfaches oder Retourbillet ist Diese Uebergangspunkte, zwischen welchen gewechselt werden darf, sind zwischen Bingerbrück und Rüdesheim, Niederheimbach und Lorch, St. Goar und St. Goarshausen, Boppard und Camp, Rhens und Braubach, Kapellen-Stolzenfels und Oberlahnstein, Coblenz (Rhein- und Moselbahnhof) und Ehrenbreitstein, Reuwied- Weibentburm und Neuwied rechts; Andernach und Leutesdorf, Brohl und-Rheinbrohl, Nlederbreisig und Hönnigen, Sinzig und Linz, Remagen und Erpel oder Unkel, Nolandseck vmd Rhondorf oder Honnef, Mehlem und Königswinter, Godesberg und Oberkassel, Bonn und Beuel, sowie Köln und Deutz. Die bisher schon bestandene Gemeinschaft für Coblenz-Frankfurt und umgekehrt über linkes und rechtes Ufer bleibt forterhalten. T4. F August. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter 0 00—0.00, das Gescheid 6—10 Eier das Hundert JL 0.00—0.00, baS Butter im Großen JL 00.00-00.00, im Detail das Pfund JL 0.90 bis 1^20, Weißkraut per Stück 15-18 Rothkraut per Stück 00-00 Kohlrabi ^chsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-50 Kalbfleisch 40—50 Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 50—65 1 Hahn ^-00—^-80,.l Huhn JL 1.20—2.60, 1 Ente JL 2.00—3.50, Gans Pfund 60—70 1 Taube 40-4)0 4, Welsche 10.00—12.00. Limburg, 3 August. Rother Weizen pro Malter JC 1500, alt und neu, "eißer Weizen 00.00, Korn JL 10.05, Gerste JL 0.00, Hafer JL 6.40, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln > O.Oi». ' v | arik ***** ACÄ,25 Abschr. „ 56,06 Ul”1 T:issabestand toiloren (Ausstände) Warenbestand 6 9bf Hamburg-Amerrkamschen Packctsahrt-Aclim-Gesellsch-st. am 25" lull non £ 1 na? S>ambur9 °bgeg°ngen; „Srancla", bura am 25 H°">burg abgeganzen; „Thuringla", von Ham- ©t 8Stbomas nm Thomas eingetroffen; »Teutonia", von Hamburg nach Newvork am 9? v°n Havre weilergegangen; „Rugia", von Hamburg N"ch fiambura nT*2^^\ T &““te wei^rg-gangen; „Polynesia", am 27. Juli von Hamvurg nach ^cewyork abgegangen; „Bavaria", von St. Thomas am 27 ^uli in Hamburg °ngekommen; Bohemia", von Newyork, am 28, JuU in H^mbura anae" kommen, „Gellert , am 28. Juli von Newyork nach Hamburg abgegangen • Borussia" Son etal2bboma8a^m°qnn'etar ?9‘a3“n °°" weitergegangen; „aiitmannia'; nnü SP* ^uIt Hamburg angekommen; „Slavonia", am 30 Juli 31 Juli ?°n CbertTrT" ?1b0ea“n0e,,: »Rhaetia», von Newyork nach Hamburg, am °^,i5herbourg weitergegangen; „Hammonia", am 31. Juli von öambura nach 9tewyork abgegangen; „Rhenania", von Hamburg, am 31. Juli in Vera Cruz angekommen; „LeMng", von Hamburg, am 29. Juli in Newyork angekommen ’ E ■Cl* 31- «HÄ N ctbs wo£ k Ni * mvcz Aitii i itr, diüch Dün^i Äcn : W Ji' ' Zuschreibung zum Reservefonds " ^.ratification Jl. 126,60 Zlnsen a. d. » Änbe a. " ^00- 4220,19 422C, Uschlag im abgelaufenen Rechnungsjahr betrug M. 46079,31. sn?Ain ™ret:n §Qtte ant Schlüsse des Rechnungsjahres 100 Mitglieder. Main-Weser-Hütte, im August 1887. liisumvrrein der Main Weser-Hütte, eingetragene Genossenschaft- , Stuhl. Heinr. Rigg«. 5803 Metz, 30. Juli. In der Nacht vom Montag zum Dienstag gegen 12 Uhr rarben zwei Unterosficiere des 8. bayerischen Regiments von einer Patrouille ange- dssürn und als sie sich, ohne Zweifel nicht im Besitz von Urlaubskarten, ihrer Fest- nejme durch die Flucht entziehen wollten, zum Stehenbleiben aufgefordert. Als beide ttch de Aufforderung nicht Folge leisteten, schoß die Patrouille, worauf der eine Unter- Mer, der seinen Weg längs der Mosel unterhalb der Georgenbrücke genommen hatte, Soj einem Schrei niederstürzte und in der Mosel verschwand. Die Leiche desselben srrde gestern von Fischern in der Nähe des Schlachthauses aus dem Wasser gezogen; di<. Kugel hatte den Rücken durchbohrt und war zur Brust herausgegangen. l ua i lujnyi UUlCjUyUllCll. »7. oft die Einsammlung zu früh vorgenommen. Olk S iklul.»-!. I... ' ' ■ - - • — Die Feuersbrunst in dem galizischen Badeorte Sassow war größer, als der silsegraph zuerst gemeldet. 170 Besitzungen mit 400 Gebäuden sind niedergebrannt, 3)0 Menschen obdachlos. Freiburg, 27. Juli. (Altkatholicismus.) Als Beweis, wie stetig der Alt- iittzolicismus selbst am Sitze des Erzbischofs an Anhängern zuntmmt, erwähnt die 9»d. Landesztg.", daß im letztoergangenen halben Jahre 29 Schüler des Gymnasiums id 15 ber Realschule den altkatholischen Religionsunterricht besuchten und die alt- Iisiiolische Gemeinde hier zur Zeit nahezu 500 Mitglieder zählt. l MrLH-Nasen-xartoffeln gen in der Exped. d. Bl. I verkauft Heinr. Leib, Philosophenwald. in allen Qualitäten, sowie Stoffe für Waschanzüge empfehle zu außerordentlich diUigen Preisen. Anfertigung nach Maß unter Garantie guten Paffens. 5376 J*ulius Klipstein, Lindenplah Die mit 22 goldenen Medaillen und Ehren-Diplomen prämiirten ^yoeoladen und lö-liche Caeaopulver, ebenso Baron Liebigs rvcalto-Leguminofen-Nähr- und Gesundheitspräparate aus der attrenommirten Fabrik von Starker & Pobuda, Königl. Hoflieferanten m Stuttgart, bringe hiermit nach ärztlichen Kundgebungen als anerkannt beste und reellste Fabrikate der Gegenwart in empfehlende Erinnerung. 3890 Ostrl Sciiiwaab -----Delicateffenbandlung. 5821 Gesucht 5796 5777 5820 Der Vorßm. 1782 76 1887. - u.vsrtelixlr, vorzüglich. Mittel cx 5/8. 8 Uhr. ©blJMJ 5825 Nedaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. 27 90 20 Th. Hauhach Bahnhofstraße 40.' n H H n n JL 150 676 521 779 6483 724 I. A. Vogt. 5815 Ein Viertel guter Hafer auf dem Halm zu verkaufen. Näheres Flügelsgaffe 19. Großh. Ortsgericht. Lüdeking. Engel, Gr. Gerichtsvollzieher. Ginmachfäsfer empfiehlt billigst 5655 Louis Louy, Marktstraße 23. Singer- Nahmaschinen einige gebrauchte, aber noch gut gehende, werden unter Garantie billig abgegeben. Frritag den 5. d. Mts. werde ich gegen Baarzahlung versteigern: I. auf meinem Bureau, Bahnhofstraße 5, Mittags 12 Uhr: Die Kartoffel- und Gemüse-Erndte von einem Acker am Schiffenberger- weg, H. in der Bramm'scheu Hofraithe dahier Nachmittags 2 Uhr: 1 Kuh, 1 Parthie Wein, Schnaps und C'garren, 1 Pianino, 1 neuen Schreibtisch, 1 ditto Kommode, 1 Cassaschrank, 1 Parthie Uhren, 3 Kleider-, 2 Küchenschränke, 2 Cominoden, 2 Sopba's, Spiegel, 10 Bände Brehm's Thierleben rc. ferner 1 Theodolit u. einige Zeichen- utenfilien. Die Versteigerung findet theilweise bestimmt statt, namentl. brtr. des Theodolits und diverser Möbelstücke. Gießen, den 3. August 1887. Dresden -T rachenbern. 4215 Vermittlungen. 5801 Ein Logis im Vorderhaus ver- miethet I. Mannberger Wwe., Neuenweg 40. Wohnungsveriilidrrutz Von beute an befindet sich meine W-z, nung Wolkengasie 26, parterre. 9 Frau Tränknee, o81£___ Vermiethbureau. Kaufmännischer VereT Da unS königl. BetriebSamtLasirl Fahrpreis-Ermäßigung zu unftrtt Parthie nach Nauheim bewillig hat, ersuchen wir die thrilmharw den Mitglieder, unS bis spätes SamStag Abend die gewünschtem zahl BtlletS aufgeben zu wollm. Drogerie Seltrrsweg 39. Badeingredienzien l bei Otto Schaaf. Ssinstsg den 6. August, Vormittags 11 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die den Gg* Fdch. Planks Erben gehörigen Grundstücke: Flur IX Nr. 47: 1712 Meter Acker auf der großen Weide, „ IX Nr. 48: 725 Mir. Acker daselbst versteigert und wird dem letzten Gebot der Zuschlag sofort ertheilt. Gießen, Juli 1887. i Pianino's, Ä«‘ 1052 G. D. Gebauer, Ästerweg 47. - Ederftraße 8- von Vormittags 9 Uhr an, foHen im alten Rathhause versteigert werden: Gießen, den 4. August Großh. Bürgermeisterei Gießen. __A. Bramm. 5824 Sonntag den 7. und Montag den 8. August: Kirchweihfest zu Trohe (im Burggarten). 5805 Hierzu ladet ergebens! ein Der Wirth: Ludwig Mr gut« Speisen und ein gutes Glas Gxportbier wird bestensgeio^. eine Cigarreumacherin auf Beschäftigung; dieselbe braudit bit schriebene Arbeitszeit nicht einzuksb-»^' H. Schaefer, Nahrungtz^r^ Vorbereitungsanslait für das Postgehülfen-Exawn zu Kiel (Holstein), vorbereitet. - Falls nach DemX Cursus das Examen nicht btK wird, ist der zweite incl. Penflov^' Unterricht gratis. — Bisher hab «£ weislich 181) meiner Schüler T Examen bestand, und sind bei d. Kails,' Post eingestellt. - W Näheres durch JT. H. F. Tiedemann, Direkt« Jeilgebotenes. 5810 Ein Acker Hafer preiswerth zu verkaufen. Näheres §tahrungsberg 25 bei Wittwe Dietrich. "L 2k f00 drark gegen Sicherheit Und 5o/g Zinsen zu leihen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. tüchtige^MLdchen ucht Stelle durch ________Wittlich, Katharinenaaffe 19. 4904] Atnri?Blei, Kupfe^Eisen, höchsten Tagespreisen LouiS Rothenberger, Neuenweg 22. 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Bingmann, aus Lich — ist vor längerer Zeit nach Amerika ausgewandert, hat eine Zeit lang zu Cleveland im Staate Ohio gewohnt, ist von dort verzogen und seitdem verschollen. Sein dahier zurückgelaffenes Vermögen wurde seither curatorisch verwaltet und beträgt dermalen ca. 1900 Da Johann Jakob Wagner nunmehr das siebzigste Lebensjahr zurückgelegt haben würde, so werden auf Antrag des für denselben bestellten Curators Hermann Walz von Lich Johann Jakob Wagner resp. dessen Leibesoder Testamentserben hiermit aufgefordert, spätestens im Termin Donnerstag d. 20. ßct d. I., Vorru. 9 Uhr, ihre Rechte an dem fraglichen Vermögen geltend zu machen, als sonst Johann Jakob Wagner für todt erklärt und sein Nachlaß den nächstberechtigten Verwandten, welche sich als Erben melden würden, ausgeliefert werden würde. Zugleich werden alle ^Diejenigen, welche Erbschastsansprüche an das fragliche Vermögen zu haben vermeinen, hiermit aufgefordert, diese Ansprüche spätestens in dem obigen Aufgebolstermin bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und zu begründen, als sonst Verzicht unterstellt werden würde. Lich, am 28. Juli 1887. Großh. Amtsgericht Lich. 5809 Langermann. Arbeitsversteigerung. Montag den 8. ifb. Mts., zur Bksörderunq d. WachSthumS toDn schnurr- u. Backenbart, foro. Haupthaar. PrS. p. Flay. nebst Gebr.-Anw. in 3 Sprachen 2 Ml. Absolut unschäbl. Gegen Naäm. ob. Einsbg des Betrages allein echt direct zu beziehen durch bte Parfümerlefabrik von o Seifert, 5692 Für mein Manufactur-LEch, nialwaaren-Geschäft suche ich Mschr> tigen Eintritt einen braven Juilgrn^ Mädchen aus ordentlicher Fmiü:, mit guten Schulkenntnissen in die Lehre. Herdorf. Alexander HoMA. 5771] Tüchtige Erdarbeiter werben in Lohn- und Accordarbeit angtrommen. 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Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des Peter Plank von Gießen gehörigen Grundstücke Flur XXIV Nr. 41 - 2275 Meter Acker am Barresgraben, links des Schühgesbrunner Wegs, „ XXIV Nr. 42 — 2275 Meter Acker daselbst, „ XXIV Nr 43 — 1387 Meter Acker daselbst, „ XXVI Nr. 100a — 494 Mtr. Wiese in den Günthersgräben, " xxv* Nr-101 - 500 mtr. Wiese daselbst, " XX^ Nr» 101» — 319 Mtr. Acker daselbst, - XYV.1 Nr. 101b - 669 Mtr. Wiese daselbst, " XXV™f r^r- 112a “ 2187 Meter Wiese am Heegstrauch, rechts des Pfades, stoßen auf die Aecker, , XXXI Nr. 112 — 2588 Mtr. Acker am Sandkauter Weg und Grü- ninger Pfad, , XXXI Nr. 113 - 2225 Mtr. Acker daselbst, freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4 August 1887. Großh. Ortsgericht Gießen. 5753 Ein Kinder-Sitzwägelchen wird billig abgegeben.Alicestraße 24. Weinfässer von ca. 600 Liter und 220 Liter Inhalt zu verkaufen. Gebrüder Mayer. 5802] Möblirte Zimmer zu ver- miethen. 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Herrn zu ver- Mletben.__Grünbergerstraße 24. 5717 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. ___ Ostanlage, Wiesenstraße 1 III. ?75.5 ®in oder auch zwei ineinandergehende Zimmer, mit oder ohne Pension, ^vermiethen. Bleichstraße 3. 3392 Die von Herrn Dr. Klein seither innegehabte Stallung für 3 Pferde 2 verschließbare Chaisenremisen,' "nd Heuboden, sind sofort anderweitig zu vermrethcn. Ehr. Lony.