Ar. LOS Donnerstag den 5. Mai 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen. V-'rcan. Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. W di^Wbezagen^ Amtlicher Hheil» Betreffend: Die Aufnahme von Taubstummen in die Großh- Taubstummen-Anstalten. Gießen, am 2. Mai 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzogliche« Bürgermeistereien des Kreise». Diejenigen von Ihnen, welche noch im Mckstande find, werden an Erledigung unserer Verfügung vom 15. April l. I. — Anzeiger Nr. 89 — binnen 8 Tagen erinnert. Dr. Boekmann. Politische UeberstchL. Girtzen, 4. Mai. Die Kaiserin wird sich am 14. d. Mts. zu einem mehrwöchentlichen Frühjahrs-Aufenthalte nach Baden-Baden begeben. Hebet die Reise-Dtspo- sitionen des Kaisers verlautet auch jetzt noch nichts Bestimmtes, doch heißt es, daß sich der erlauchte Monarch etwa gegen Mitte Juni zum Gebrauche der gewohnten Frühlings-Kur, wie alljährlich, nach Bad Ems begeben werde. Der Nachtrags-Etat ist noch in voriger Woche tn der Budget- Commission des Reichstages vollständig fertig gestellt worden. Sämmt- liche Forderungen wurden unverändert nach der Regierungs-Vorlage genehmigt und hieraus wie aus der unerwartet raschen Erledigung derselben muß gefolgert werden, daß die Nothwendigkeit der einzelnen Positionen trotz ihrer bedeutenden Höhe allseitig anerkannt worden ist und auch deren Dringlichkeit scheint der preußische Krieg-Minister in seinen geheimen Mittheilungcn überzeugend dargelegt zu haben. Der Nachtrags-Etat wird dem Vernehmen nach am Donnerstag auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt werden und dürste wohl auch seine Erledigung im Plenum aus keine allzugroßen Schwierigkeiten fotzen. Inzwischen wird wohl der Branntweinsteuer-Entwurf dem Reichstage zugegangen sein, da der Entwurf in der Bundesraths-Sitzung vom Samstag unverändert nach den Vorschlägen der Ausschüsse angenommen worden ist. Der Ertrag der neuen Steuer wird, nach Abzug aller Unkosten, auf rund 100 Mill. JL geschätzt. — Im Bundesrathe ist noch ein weiterer Nachtrag eingegangen, der 111,300 cX für den nothwendig gewordenen Umbau des deutschen Botschaftsgebäudes in Paris verlangt. Im preußischen Landtage ist durch den conseroativerseits im Abgeordnetenhause eingebrachten Antrag, wonach die Regierung ersucht wird, im Reichstage eine Vorlage über die Erhöhung der landwirthschastlichen Zölle einzubringen, eine neue steuerpolitische Action eröffnet worden. Der Antrag wird nur ganz im Allgemeinen durch den angeblich erheblichen Preisrückgang der landwirthschastlichen Producte motivirt, so daß man eine eingehendere Begründung des Antrages bei seiner Berathung seitens der Antragsteller erwarten darf. Daß man jedoch auch in conservativen Kreisen selber Bedenken gegen die Opportunität des Antrages, welcher bekanntlich den Namen des Herrn v. Minnigerode trägt, hat, geht ans der Besprechung desselben durch die „Post" hervor; das sreiconservative Organ äußert nun unverhohlen Zweifel hinsichtlich der Rechtfertigung einer weiteren Steigerung der landwirthschaftlichen Zölle und kommt hierbei zu dem Schluffe, daß eine derartige Maßregel der Landwirthschast nichts nützen, sondern sogar indirect schaden würde, da eine abermalige Erhöhung dieser Zölle die Industrie benachtheiligen müsse und hierunter würde schließlich die Landwirthschast selber zu leiden haben. — Auf die Frage, ob der Antrag Minnigerode durch die obwaltenden Verhältnisse gerechtfertigt sei, oder nicht, kommt es indessen vorerst weniger an; zunächst handelt es sich darum, ob es überhaupt zulässig ist, daß von Seiten der Einzel-Landtage in einer solchen Wesse in die Reichsgesetzgebung eingegriffen wird, und vom nationalpolitischen Standpunkte ans muß da diese Frage entschieden verneint werden. Die Erhöhung der bestehenden Schutzzölle für die Landwirthschast ist doch offenbar eine Frage, die ganz Deutschland angeht und wie man sich auch sonst zu dem Anträge stellen möge, so dürste darüber kaum ein Zweifel obwalten, daß nur der Reichstag berechtigt ist, in dieser Angelegenheit die Initiative zu ergreifen. Bis aus Weiteres wird noch abzuwarten sein, welche Haltung die Regierung dem Anträge gegenüber einzunehmen gedenkt. Der neue Accessionsvertrag zwischen Preußen undWaldeck ist in der Samstags-Sitzung des Abgeordnetenhauses nach lebhaften Verhandlungen der Budget-Commission überwiesen worden. Am gleichen Tage nahm das Herrenhaus definitiv den Gesetzentwurf, betr. die Feststellung der Leistungen für Volksschulen, durchweg in der Fassung des Abgeordnetenhauses an. Die Reichstags-Commission zur Vorberathung des Gesetzentwurfes, betr. die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichts-Verhandlungen, hat ebenfalls noch in voriger Woche ihre Arbeiten durch die Vollendung der ersten Lesung in der Hauptsache erledigt. Aus den Ergebnissen der Commissions-Berathung ist der Beschluß über den wichtigsten Paragraphen des ganzen Entwurfes, nämlich der von der Berichterstattung über die Gerichts- Verhandlungen der genannten Art handelnde, hervorzuheben. Nach dem Com- mssstons-Beschlusse sollen solche Berichte nur dann nicht strafbar fein, wenn sie das Gericht nach Anhörung der Staatsanwaltschaft gestattet. Diese Bestimmung würde das falsche Princip des Entwurfes, Jdentificirung von Nichtöffentlichkeit und von Strafbarkeit der Berichterstattung für die Gerichts-Verhandlungen anerkennen und es muß dringend gewünscht werden, daß das Plenum die Commissions-Beschlüsse wenigstens in Diesem Punkte rectificirt. Der Prinz-Regent Luitpold von Bayern läßt es sich sehr angelten fein, sich persönlich durch häufige Reisen in die verschiedensten Theile des Landes von allen Verhältnissen zu überzeugen. Gegenwärtig befindet sich der hohe Herr auf einer Reise durch Oberfranken und Mittelfranken, woran sich \ noch ein Abstecher nach Oberpfalz und Niederbayern knüpfen wird. In der Begleitung des Prinz-Regenten befinden sich die Minister v. Feilitzsch und v. Lutz, sowie die obersten Hofchargen; der Prinz-Regent wird allerorten mit Begeisterung empfangen. Die Franzosen haben noch immer „heidenmäßig" viel Geld, denn die am Samstag aufgelegte Zehn - Millionen - Anleihe der Stadt Paris ist nicht weniger als 29 Mal überzeichnet worden. Deutschland. X DOrmstadt, 3. Mai. [II. Kammer der LandständeO Die Verhandlungen werden heute pünktlich um 91/* Uhr eröffnet. Das Haus ist stark besetzt. Auch aus dm Gallerien befindet sich ein zahlreiches Publikum, darunter Se. Hoheit der Fürst von Bulgarien, sowie sein Bruder Prinz Franz Joseph. Der Präsident gibt dem Hause von einer Reihe neuer Einläuse und Berichtsanzeigen Kenntniß. Ehe die Verhandlungen über die Weinsteuer beginnen, findet die Vereidigung des Bürgermeisters Zinßer aus Schlitz als Mitglied des Hauses statt, sodann tritt die Kammer in die Generaldebatte des Gesetzentwurfes „die Besteuerung des Weines betreffend". Als Berichterstatter ergreift der Abg. Möllinger das Wort, um an der Hand des gesammten Materials die ganze Vorlage zu beleuchten. Er hebt hervor, daß 105 Petitionen, darunter solche von verschiedenen Gemeinden Starkenburgs und Rheinhessens, den Handelskammern zu Darmstadt, Mainz, Worms, sowie Corporationen sich gegen die Vorlage aussprechen. Die Gründe, welche in denselben angegeben sind, bestehen darin, daß mit der Einführung eines solchen Gesetzes der seitherige freie Verkehr mit Wein beeinträchtigt und eine Furcht Platz greife, daß durch dessen Annahme der Beginn zur weiteren Belastung des Weins vorhanden sei. Ministerial-Präsident Weber, welcher vorerst den Vertteter der Großh. Regierung, Steuerrath Engi sch, dem Hause oorstellt, spricht sich über den Gesetzentwurf folgendermaßen aus: Gegen die Vorlage habe sich eine so bedeutende Agitation geltend gemacht^ daß es nöthig sei, mit Ruhe dieselbe hier zu besprechen. Die tn den Petitionen vorgebrachten Gründe gegen eine Besteuerung des Weins seien nicht stichhaltig und entbehrten der Begründung. Die Großh. Regierung komme durch die gegenwärtige Vorlage einem von beiden Häusern bei Gelegenheit des Budgets gestellten Ersuchen nach. Was das Grundprincip der Vorlage betrifft, so sei es das Princip der Gerechtigkeit. Es bestehe in der Steuergesetzgebung eine Lücke, welche ausgefüllt werden muß. Auch die Belästigungen, welche man dem Gesetze anhaften will, bestehen nicht und von irgend welcher Störung des freien Verkehrs kann keine Rede sein, denn es habe Niemand das Recht, einen Weintransport zu belästigen. Erst dann, wenn eine Defraudation stattgefunden habe, werde die Steuerbehörde gegen die Defraudanten vorgehen. Auch keine Keller-Controle und keine Keller-Visitation werde stattfinden. Dieses sei ja der Vorzug dieser Gesetzes-Vorlage, daß man ohne diese Mittel zum Ziel gelange. Aus diesen Gründen bitte er das Haus, diese Vorlage anzunehmen, um zu verhindern, daß abermals ein weiterer Stein herausgebrochen werde zum Nachtheil unserer Steuergesetzgebung. Abg. Stefan-Osthofen wendet sich mit Entschiedenheit gegen die Vorlage, indem er ausführt, daß der vorliegende Gegenstand ja nicht mehr neu und den Meisten, wenn auch in anderer Form, bekannt sei. Es bestehe in Rheinhessen nur eine Stimme, daß das Gesetz, wenn es Annahme finde, den Weinhandel ungeheuer schädige. Es frage sich, ob diese Weinsteuer ein wirkliches Bedürfniß sei. Man habe bei früheren Berathungen über die Weinsteuer zwar gesagt, dieselbe sei nicht zu entbehren, wenn nicht ein Ersatz dafür geboten fei. Er glaube ein Ersatz dafür sei in der Kapital- rentenfteuer und in Der Einkommensteuer damals geschaffen worden. Heute, nachdem diese Steuern geschaffen, komme man wieder zur Weinsteuer zurück. Dieses sei ungerecht; denn gerade die Weine, die hier in Rheinhessen producirt würden, seien für die Arbeiter ein Bedürfniß geworden. Es sei mithin ein Act der Ungerechtigkeit und Ungleichheit, durch dieselbe dem armen und unbemittelten Mann ein Getränk durch hohe Besteuerung zu entziehen, welche ihn dann einem anderen in die Arme fuhrt. Er ersucht die ganze Vorlage abzulehnen. f , Mtnisterialrath Baur weist ebenfalls die Befürchtung zurück, daß durch Dtejea Gesetz Ungerechtigkeiten oder gar Belästigungen, wie sie früher bei de^ Lerzettelung o Weins bestanden, eintreten würden. Die Agitation gegen das Gesetz fei runia? hervorgerufen und habe keinen festen Untergrund. Beide Kammern hatten o ß des Gesetzes gewünscht und demnach hatte die Großh. Regierung auf diel - cy 3 9 Der vorliegende Gesetzentwurf zeichne sich durch eine nicht zu: ^Einfachheit aus. Die Ueberzeuaung muß schon lehren, daß Wem, g $ ' Btcr und Tabak, van einer Besteuerung nicht auszuschl etzen sn und das Ihum Hessen habe im abgelaufenen Jahre beispielsweise 748 000 X an »rau,teuer» eingenommen. Auch die Behauptung, daß Rheinhessen einen Haupttheil an den Steuerlasten des Landes trage, ist nicht richtig. Es ist wohl richtig, daß Rheinhessen einen hohen Procentsatz in der Steuer-Einnahme bilde, aber auch Starkenburg und Oberhessen stehe hierbei nicht zurück. Er bittet das Haus, nicht nur in die Specialberathung der einzelnen Artikel einzugehen, sondern auch eine im zustimmenden Sinne lautende Entschließung zu fassen. Abg. Möhn spricht entschieden sich gegen die Gesetzes-Vorlage aus. Von Seiten der Regierung sei ihm das Gesetz als ein Act der Gerechtigkeit gepriesen. Er sieht dasselbe als einen Act der größten Ungerechtigkeit an. Dieselbe sei berechnet den Weinbau treibenden Orten nur zu schaden, da der Ertrag der Steuer in keinem Verhältniß stehe zu dem aufzuwendenden Apparat. Sie werde durchaus nicht den Zweck erreichen, welcher beabsichtigt sei. Es werde zu einer Steuer-Erhöhung kommen müssen und diesen Druck doppelter Steuerlasten können unsere Weinbauern nicht tragen. Er appellire an das Herz derjenigen Abgeordneten, welche Landwtrthe seien und ersuche dieselben gegen das Gesetz zu stimmen, welches einen Theil der Lano- wirthschaft, den Stand der Winzer schwer bedrohe. Wie heute die Verhältnisse liegen, sei es nicht möglich, daß die kleinen Weinbauern, und für diese spreche er, in die Höhe kommen können, da sie schon viele Jahre hindurch Mißernten hatten. Er ersucht das Haus die ganze Vorlage abzulehnen. Abg. Arnold steht der Vorlage sympathisch gegenüber, nur kann er sich mit dem Modus der Besteuerung nicht einverstanden erklären. Er stellt den Antrag die Besteuerung des Weines in progressiver Weise hinsichtlich seines Werthes vorzunehmen. Ich Falle Nichtannahme seines Antrages werde er gegen die Vorlage stimmen. Abg. Pennrich wendet sich ebenfalls gegen das Gesetz, indem auch er es als eine Etappe zur Bezettelung des Weines betrachtet. Auch die Durchführbarkeit bezweifelt er, da es nicht möglich sei, eine Conirole für den Eingang des Weines zu haben. Wenn das Gesetz angenommen werde, so stelle er den Antrag, daß auch der Obstwein besteuert werde. Abg. Küchler erklärt, er sei ein Gegner des Gesetzes schon aus dem Grunde, weil ohne besonderen Stutzen und nur um die Einnahme von 30—40 000 JL, ein zu großer Apparat in Bewegung gesetzt werde. Abg. Jöst spricht sich ebenfalls mit Entschiedenheit gegen die Vorlage aus. Abgg. Wolfskehl und Grünewald sprechen sich für die Vorlage aus. Wegen vorgerückter Stunde werden die Verhandlungen abgebrochen. Zur Generaldebatte haben sich noch 15 Redner einschreiben lassen. Morgen früh 9 Uhr Sitzung. Berlin, 3. Mai. Die Budget-Commission der.Abgeordnetenhauses nahm den Nachtrags-Etat und den Vertrag mit Waldeck unverändert an. — Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Staatsregierung, im Interesse der Entwickelung der Hochseefischerei einen Fischereihafen bei Saßnitz, sowie einen Sicherheit^ und Schutzhafen auf Norderney nebst einem Hasen zur Uebersüh- rung der Fische aus die Bahn bei Norderney anzulegen. Die betr. Vorlagen dürsten dem Abgeordnetenhause in der nächsten Session zugehen. Potsdam, 3. Mai. Se. Majestät der Kaiser traf heute Mittag um 11 Vs Uhr mittelst Extrazugs hier ein und begab sich vom Bahnhofe in zwei- spännigem Wagen alsbald nach dem Lustgarten, wo das erste Garde-Regiment zu Fuß zur Besichtigung ausgestellt war. Ihre Königl. Hoheiten, die Prinzen Wilhelm und Alexander mit der Generalität und den fremden Militär-Attaches hatten Se. Majestät an dem Schloßportal bei der Langenbrücke erwartet und folgten Allerhöchstdemselben bei der Besichtigung des in Bataillons-Front aufge- stellten Regiments, die gegen eine Stunde dauerte. An die Besichtigung des Regiments schloß sich die besondere Besichtigung der Leib«Compagnie und der Kriegsschüler an. Ihre Königl. Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm wohnte mit den ältesten drei Prinzen dem militärischen Schauspiel von den Fenstern der Sladtschloffer bei. Nach dem Schluffe der Beffchtigung, der gegen 1 Uhr «folgte, entsprach Se. Majestät der Kaiser einer Einladung der Osficier-Corvs der ersten Garde-Regiments zu Fuß znm Dejeuner im Regimentrhause. Irankreich. 3‘ 3Kai- ®ie Blätter dementtren die Nachricht, der Finanzminister beabsichtige eine Besteuerung der Börsengeschäfts aus Zeil vorzuschlag-n — Der Finanzminister wird morgen mit der Budget-Commisston confe- nren und constatiren, daß 12 Millionen Ersparniffe, nämlich 9 Millionen im Hriegrministerium und 3 im Finanzministerium gemacht seien. England. London, 3. Mai. Im Unterhaus erklärte Ferguffon, die Unterhand- inngen mit der Pforte, betr. Egypten, dauerten fort. Dar Parlament würde über deren Charakter und Resultat informirt, sobald da» Staaisintereffe er ge- statte. Lew!» beantragt, der gestrige „Time«"-Artikel, der Dillon de, Lügenr rm Unterhause anklage, sei eine Verletzung der Parlaments-Privilegien. Dillon unterstützt diesen Antrag und nennt den Herausgeber der „Timer" einen feigen Siianer. Smitä beantragt Vertagung der Debatte, um dem Hause Zeit zu ruhiger Ueberlegung zu geben. Die Parnelliten, von Gladstone unterstützt, be- kämpfen die Vertagung. Nach dreistündiger lebhafter Debatte wird der Ver- tagungrantrag mit 213 gegen 174 Stimmen genehmigt. Außland. P?t«r-burg, 3. Mai. Heute wurde ein kaiserlicher Erlaß veröffent- hu m r< I $ b e Machtbefugnisse der Petersburger Stadthauptmannr, resp. der ^waltenoen Gehilfen der Ministers de« Innern zur Wahrung der öffeMchen Sicherheit in der Residenz, resp. in den Provinzen erweitert ~7 Wie die deutsche „Peterrburger Zeitung" erfährt, wird am Mittwoch ftblie^n6 nh hi"®0 l- 3- durch verschiedene philosophische Preis- Elften, welche das Verhaltmß des Darvinismus zum Christenthum behandeln, rührn- uch heroorgethan hat, dieser Tage einen Ruf als Professor der Philosophie an die Untöerfitat Leyden erhalten. , Der bisherige außerordentliche Professor Berthold (Lehrer der Botanik) ür Gottmgen ist zum ordentlichen Prosessor in der philosophischen Fakultät zu Gottrngen ernannt. 0 x o T Professor Kirchhof in Halle wurde zum correspondirenden Ehrenmitgliede der Londoner geographlfchen Gesellschaft ernannt. Lokale-. 4. JL, tungsb^fke7has>Lde?JnhL7 gelangte Nr. 5 der Verwal- L ?onÄei«?7bUn0 beä Pr°vinzi°lt°gs der Provinz Oberhessen vom ou. xnarj loöi. 2‘ beä Pr°»mzlalausschusses der Provinz Oberhesien vom “v. -apru loö•. 31 «"'^Äu^ Großh Verwaltungsgerichtshofes in Sachen betr. die Privat- X,? wS? 1lm 9ü£er, iu We-kesheim gegen den Großh. Bürgermeister Htlger daselbst wegen Belerdlgung. Das Eigenthum an den Kreisstraßen. 0"A^nt.s auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des «mfe ÄCXr5oTp"o OnJtT fÜt biC "b°nn°nt°n letzteren Blattes zum c Uc ®ie$en- In der Generalversammlung des land- wirthschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen vom 30. October v. I. war unter H*cbtr■ Die Möglichkeit, in mehrfacher Beziehung Erleichterungen durch Gesetz oder ©rit7bnnher9imm^MCn v roar von allen Rednern zugegeben, von sachverständiger Seite aber immerhin davor gewarnt worden, solchen Beispielen ohne vorherige aenaue Prüfung eine weitergehende, typische Bedeutung beizulegen und etwa durch Beruanabme auf dleselben den landwirthschaftlichen Verein zu compromittiren- diese Warnung bat Ä"S .SS«L über einen Mntr™ ^xteu ber IL Kammer der Landstände (Beil. 339) äÄÄ ufib" -»>""»'» ->» "”sCn.l01flCn^oS Ds?n ?em Antragsteller übergebene Beispiel beweist: Gesuch des Heinrich „Jager von Londorf um baupolizeiliche Erlaubntß zum Einziehen einer Schwelle an „fernem Hause, an Stelle der defeeten, alten Schwelle. Die in dem vorlieamden Gesuch „erwähnst RMrrmurarbeit wird veranschlagt (folgt Speesiication). Summa 55®Jl * „sich zu,?mm7n Erfolgst bCV b°up°l.»eil,che.r Genehmigung dagegen setzten „1. Situationsplan in duplo in „2. Bauplan „ „ „3. ^esichtigungskosten des Bezirksbauaufsehers zweimal ® 0 vfu iß „4. Desgl. des Kreisbauamtspersonals 5 A Mainz, 3. Mai. Aus der ganzen Umgegend laufen heute Nachrichten über die heftigen Gewitter, die von gestern Nachmittag bis heute zu Tagesanbruch ge- wüthet haben, ein. Die ersten Gewitter entluden sich in der Richtung nach Alzey, wo fte mit derartigem Regen und Hagel niedergingen, daß kurze Zeit der Bahnverkehr gehemmt war. Aehnltch war es in der Richtung von Worms zu, wo die Züge nach .Den pfälzischen Bahnen durch das Unwetter große Verspätungen erlitten. Am heftigsten wüthete das Gewitter in dem Ried auf dem Landstrich von oberhalb Gernsheim bis zu dem Main herüber, in welcher Gegend die hauptsächliche Entladung kurz nach Mitternacht stattfand. In Mainbischossheim wie auch in mehreren Riedorten hat man Hagelkörner von der Größe eines Taubeneies gesehen, lieber größere Schäden, die das Unwetter in nächster Umgebung von Mainz verursacht hat, verlautet nichts. A Vom Rhein, 3. Mat. Der fiskalische Maifischfang, der jetzt mit Er- laubniß der Regierung auch Samstags betrieben wird, ist in diesem Jahre außerordentlich ergiebig. In Neuendorf wurden gestern in ganz kurzer Zeit 200 Stück gefangen. Ein Zug war so glücklich, daß man 78 Stück bekam. Auf den Nachmittagsund Abendsverstetgerungen der Fische ist noch immer bedeutendes Leben, wenngleich die Preise in Folge des reichen Fanges schon bedeutend zurückgehen. Die mit Rücksicht auf die Correctionsarbeiten von der Regierung angeordneten Jnspectionsfabrten auf der Strecke von Rübesheim bis Coblenz nehmen die nächste Woche ihren Anfang. In Folge der Gewitter in verflossener Nacht.ist der Rhein heute im Tage über merklich gestiegen. A Mainz, 3. Mai. Von den inhaftirten Socialdemokraten sind heute wieder fünf aus den umliegenden Bezirksgeiängntssen entlassen worden und ist jetzt nur noch der in dem Pfeddersheimer Gefängniß internirte Schreiner Stoll in Haft. Die vielfach verbreitete Annahme, daß das behördliche Vorgehen zunächst auf eine Denun- ciation zurückzuführen sei, scheint nach den Angaben, die den Angeschuldigten bet den Verhören auf diesbezügliche Anfragen gemacht wurden, nicht richtig zu sein und dürfte vielmehr die hiesige Polizeibehörde alsbald nach dem Frankfurter Socialistenproceß von der Regierung beauftragt worden sein, den Socialdemokraten hier eine schärfere Beobachtung angedeihen zu lassen, in deren Folge das Material zu den nunmehrigen Maßnahmen gesammelt worden. Würzburg, 3. Mai. Gestern Abend hat ein Unwetter, Wolkenbruch und -Hagelschlag, zwischen Dürrbach und Oberdürrbach enormen Schaden in den Weinbergen hier und in der ganzen Umgegend angerichtet. In Dürrbach stieg das Bachwasser halbhaushoch, in der Kirche bis zum Altar. Einiges Vieh ist ertrunken. (F. Z.) — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. Armeecorps.j Kknigl. Eisenbahnbetriebsamt Altena (Dtrectionsbezirk Elberfeld), Weichensteller 1. Classe, 990 X Jahresgehalt und den tarifmäßigen Wohnungsgeldzuschuß. König!. Eisenbahnbetriebsamt Altena (Dtrectionsbezirk Elberfeld), 12 Bahnwärter, bezw. , Aspiranten, 660 X Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Bocken- heim, Postamt, 2 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Cassel, Postamt, Briefträger, 800 X Gehalt und 180 X Wohnungsgeldzuschuß. Darmstadt, Großb. Garnisonverwaltung, etatsmäßiger Casernenwärter, 840 X Gehalt jährlich nebst Deputaten an Feuerungs- und Beleuchtungsmaterial und freier Wohnung. Frankfurt (Main), Postamt, 3 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt (Main), Postamt, 2 Postpacketträger, je 700 X Gehalt und 240 X Wohnungsgelbzuschuß. Frankfurt (Main), Postamt, 3 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 240 X Wohnungsgeldzuschuß. Gießen, Postamt, Postschaffner, 800 X Gehalt und 144 X Wohnungsgeldzuschuß. Heppenheim (Bergstraße), Postamt, Postassistent, 1350 Gehalt nebst Wohnungsgeldzuschuß. Heppenheim (Bergstraße), Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Höchst (Main), Postamt, 1 Stelle für Briefträger und Postschaffner, 800 X Gehalt und 72 X Wohnungsgeldzuschuß. Hofgeismar, Postamt, Briefträger, 800 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Hofgeismar, Postamt, Packetträger, 750 Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Marburg (Bez. Cassel), Postamt, Postschaffner, 800 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Bad-Nauheim, Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 108 X Wohnungsgeldzuschuß. Treysa (Bez. Cassel), Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 72 X Wohnungsgeldzuschuß. Wanfried, Postamt, Packetträger, 750 X Gehalt und 60 X Wohnungsgeldzuschuß. Wiesbaden, Postamt, 2 Stellen für Briefträger und Postschaffner, je 800 X Gehalt und 180 x Wohnungsgeldzuschuß. \ — Dem Inhaber eines Kleidermagazins in Altenburg ging neulich die Meldung zu, daß seine Nummer in der letzten Ziehung der sächsischen Lotterie mit einem Gewinne von 10,000 X gezogen sei. In den Besitz dieser Nummer war er auf die sonderbarste Weise gekommen. Im letzten Winter war nämlich in das Magazin eingebrochen und dem Manne der Inhalt seines Ladenpultes gestohlen worden. Als Sckwarze Seidenstoffe von Mk. 1.23 bis 18.65 p. S5Jet. (ca. 150 versch. Qual.) — Atlasse, Faille Fran^aise, Mosco- vite, Moiree, Sicilienne, Ottoman, „Monopol“, Rhadames, Grenadines, Surah, Satin merveilleux, Satin Luxor, Damaste, Ripse, Taffete etc. — vers. roben- und stückweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Depot (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 650 der Dieb in der Person eines in der Nachbarschaft wohnenden Geselle entdeckt würbe hatte derselbe noch einen Theil des Geldes unb aufcerbem^b hl^npn welche er für das gestohlene Geld erworben und mit bTr übria ae- bbebenen Summe wieder herausgeben mußte. Auf diese Weise kam der alüAA- Gewinner bei „Zehntausend" in den Besitz der betreffenden Nummer 8 - — Dre Raupen zu vertilgen ist nicht nur das Bestreben der gesammtdeutsck^ Qlun0 ^.sichtlich bes bayrischen Armeecontingentes gewesen. Dort aliickte bie ^Bestreben wie ber Leser wissen wird, so vollständig, daß seit dem 1 April die Pickelhaube den bayrischen Raupenhelm erfolgreich verdrängt. Üru dieselbe Jahreszeit und auch letzt einige Wochen später aber gilt es einen Krieg aeaen die hSrnb' Cinr^Cnt^C§ WwD] — Billiger Preis. | 3522 llMche, Cabliau, bursche Drogerie Seitersweg 39. 3534 bei Otto Schaaf« 3532 Schmitt. 3209 3525 3527] Möbl. 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Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung der Privatklägerin in eine Geldstrafe von sechs Mark, im Falle der Uneinbringlichkeit in eine Gefängniß- strafe von zwei Tagen, sowie in die Kosten des Verfahrens, sowie zum Ersatz der der Privatklägerin erwachsenen nothwendigen Auslagen verurtheilt. U. Der Privatklägerin wird die Be- fugniß zugesprochen, den entscheidenden Theil des Urtheils auf Kosten des Verurtheilten binnen 14 Tagen, von Rechtskraft des Urtheils an gerechnet, durch einmaliges Einrücken in den „Gießener Anzeiger" bekannt machen zu lassen. V. R. W. Die Richtigkeit der Abschrift des Urthells wird beglaubigt mit dem Anfügen, daß Letzteres die Rechtskraft, beschritten hat. Lich, den 26. April 1887. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. (L- S.) Will._________3517 Bekanntmachung? Die für das Rechnungsjahr 1886/87 rückständigen Kapitalzinsen, sowie die für ersteigerte Früchte des landwirth- schaftiichen Versuchsfeldes noch nicht berichtigten Beträge sind innerhalb der nächsten 14 Tage zur Universitätskasse zu bezahlen. Gießen, den 21. April 1887. Großherzogliches Universitäts-Rentamt 3535 Für eine auswärtige Badeanstalt wird zur Beaufsichtigung des Damenbades ein Mädchen, welches schwimmen kann, zum baldigen Eintritt gesucht. Näheres zu erfragen in der Exp. d. Bl. 3523 Eine Frau sucht Laufdienst. Näheres Sandgasse 28. GOGOGG GGO. . G Das Flaschen-Exportbler O von 1910 ® Gebe. Nöhrle G ist rein, nur aus bestem O Malz und Hopfen ge- ® braut, gehaltreich, gut ® abgelagert, haltbar und Sd bekommt vorzüglich. ™