Ar. 230. Dienstag den 4. Oktober 1887. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Dureaur Schulftraße 7« Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Nr. 39 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 28. v. M., enthält: (Nr. 1750.) Verordnung, betreffend die Besteuerung des Branntweins im Königreich Bayern. Vom 27. September 1887. Nr. 40 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. v. M., enthält: (Nr. 1751.) Übereinkunft, betreffend die Bildung eines internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst. Gießen, am 3. Oktober 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberstcht. Gießen, 3. October. Die Ungewißheit über den Stand der Vorarbeiten zur Alters- und Znvaliditäts-Verstcherungs-Vorlage scheint vteljach die Anschauung heroorgerusen zu haben, daß diese Frage einstweilen von der Reichsregierung vertagt worden sei. Nach anscheinend osficiösen Mittheilungen liegt aber der Regierung eine derartige Abstcht durchaus fern, nur verzögert sich allerdings die Fertigstellung des bezüglichen Entwurfes durch die verschiedenen Vorfragen, welche es noch zu erledigen gtebt. Namentlich handelt es sich darum, dem Entwürfe durch Einführung der Versicherungspflicht für das Handwerk die erforderliche breite und sichere Grundlage zu schaffen und die Beschleunigung der Vorlage über die Alters- und JnvalideN'Versorgung der Arbeiter hierdurch herbeizuführen. Selbstverständlich erfordert diese schwierige Materie eine eingehende Sichtung, und es dürfte daher noch einige Zeit vergehen, ehe sie aus dem Reichr- amte des Innern an die gesetzgebenden Körperschaften gelangt. Mit der Fertigstellung des Altersversorgungs-Gesetzes wird sodann die Reihe der socialpolitischen Resormen zunächst einen gewissen Abschluß erreicht haben und eine längere legislatorische Ruhepause etntrelen müssen. Jedenfalls steht zu erwarten, daß die socialpolitischen Fragen auch den nächsten Reichstag wiederum beschäftigen werben, nur dürfte dies erst in dem letzten Theile der kommenden Session geschehen. Die ungarische Thronrede bestätigt jetzt, wo sie in ihrem Wortlaut vorliegt, nur den ersten Eindruck, den dec dürftige telegraphische Auszug machte. Es ist im Großen und Ganzen eine nüchterne „Geschäftsrede", die keinerlei sensationelle Wendungen oder besondere Ueberraschungen enthält. In Bezug aus die inneren Angelegenheiten empfiehlt die Rede eine sparsame Finanzwirthschaft, berührt den Finanzausgleich mit Croatien und zählt im Uebrigen in üblicher Weise die in dem Reichstage zu machenden Vorlagen auf. Aber auch der Paffus über die auswärtige Politik bietet weiter nichts Bemerkenswerthes dar. Selbst- verständlich werden die Beziehungen der Monarchie zu allen Mächten als befriedigende geschildert und wenn die Thronrede nicht umhin kann, die Weltlage immerhin al» etwas ernst aufzufaffen, so wird doch sofort hierauf der Hoffnung auf Erhaltung de» Friedens Ausdruck gegeben, freilich unter gleichzeitiger Betonung der fortdauernden Vervollkommnung der Wehrmacht Oesterreich-Ungarn«. Hoffentlich werden die signalisirten ministeriellen Erklärungen über die auswärige Lage anläßlich der Budgetdebatte des ungarischen Reichstages etwas Positiveres bringen, als es die Thronrede gethan hat. In Pesth fand am Donnerstag die feierliche Enthüllung des dem ungarischen Staatsmanne und Patrioten Franz Deal errichteten National- Denkmals unter großer Betheiligung der Bevölkerung statt. Die Gegenwart Kaiser Franz Josefs bei dieser Feier, die dem Andenken eines Mannes galt, der lange Jahre al« Führer der ungarischen Nationalpartei ein Gegner Oesterreichs war, bekundet wohl am besten die inzwischen erfolgte Wandlung in dem Verhältnisse Oesterreichs zu Ungarn. In der ober-österreichischen Bischossstadt Linz tagte am Donnerstag und Freitag der österreichische Katholikentag. Bemerkenswerth erscheint au» den Donnerstags-Verhandlungen die Annahme einer vom Bischof Müller beantragten Resolution, welche sich für die Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft der Papstes ausspricht — bemerkenswerth deshalb, weil auf der Versammlung v. Ä. Der Statthalter und der Landeshauptmann als RegierungS'Vertreter anwesend waren. Die Gegenwart dieser osficiellen Persönlichkeiten bet einem Beschlüsse , der, wie der erwähnte, sich inbirect gegen die italienische Regierung richtet, trägt entschieden etwas Auffallendes an sich — vielleicht haben die genannten Herren gar nicht für die Resolution gestimmt? Der „Graschdanin", Organ des bekannten russischen Fürsten Mefr lcherrky, brachte am 22. v. Mts. einen niederschmetternden Artikel, der sich gegen den Optimismus richtete, der französtscherseit» über den Erfolg des Mobil- machungs-Versuche» an den Tag gelegt wurde. Das Blatt vernrtheilt das Uebermaß an Vertrauensseligkeit, welches darin liege, blind den Versicherungen der militärischen Führer und der französischen Zeitungen Glauben zu schenken, von denen erstere ein Interesse daran haben, ihre Popularität zu wahren, während für die Zeitungen eine Bürgschaft des Erfolges darin liegt, den Chauvlnls- ^us zu nähren. Der „Grafchdanin" unternimmt es sodann, Punkt für Punkt die bei der Mobilmachung offenbar gewordenen Mängel hervorzuheben und Meßt mit der Bemerkung, daß — wenn die Deutschen den Erfolg dieses Versuches nicht gestört haben, es einzig und allein deshalb geschah, weil sie großes Interesse bmn haben, bie Franzosen (n der Selbsttäuschung zu belasten, um Wenen Falles desto größeren Vortheil aus bem militärischen Uebergewichte "ber letztere zu ziehen. Dieser hier scizzirte Artikel wirb nunmehr in ben verschiedensten Kreisen der Petersburger Gesellschaft aus da» Lebhafteste besprochen. Seine Ausführungen gewinnen dadurch an Gewicht, daß das Mest- fchersky'fche Blatt anerkanntermaßen in Hofkreifen und beim hiesigen High-Lise sehr beliebt ist. Man findet, daß der Versaffer, wenn auch nicht durchgängig, so doch im Wesentlichen Recht haben könnte mit seinem Bemühen, dem für die optimistischen Folgerungen einer gefälligen Presse allzu sehr zugänglichen französischen Volke die Augen zu öffnen. Nichtsdestoweniger verurthellt man einstimmig den übertrieben gehässigen, unpaffenden und unzeitgemäßen Ton dieser Kundgebung, deren Argumente übrigen» durchaus nicht unwiderlegliche sind. Deutschland. Darmstadt, 1. Octbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 24. Septbr. ben Kreisarzt bes Kreisgefundheltsamt« Darmstadt, Medi- cinalrath Dr. Karl Neidhart, zum Vortragenden Rath beider Abthellung des Ministeriums bes Innern und der Justiz für öffentliche Gesundheitspflege, mit bem Amtstitel „Odermedicinalrath" mit Wirkung vom 1. October b. Js. an, — ben Kreisarzt des Kreisgesunbheitsamts Bingen, Dr. Karl Spam er, zum Kreisarzt des Kreisgefundheitsamts Darmstadt mit Wirkung vom 1. October b. I». an — zu ernennen. — Se. Königl. Hoheit ber Großherzog haben Wergnädigst geruht: Am 1. Octbr. dem Bürgermeister der Kreisstadt Offenbach Wilh. Brink ben Cbarakter als „Ober-Bürgermeister" zu verleihen. Darmstadt, 1. Octbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 29 enthält: Bekanntmachung Großh. Ministeriums ber Finanzen, betr. die Ausführung bes Branntweinsteuer-Gesetzes vom 24. Juni 1887. Desgleichen das Großh. Regierungsblatt Nr. 30 enthält das Gesetz, die Gemeinde-Umlagen betreffend. Berlin, 1. October. Die „Norddeutsche" meldet: Der Staatssecretär Graf Herbert Bismarck ist heute Nachmittag abgereist, um Ministerpräsident Crispi in Büchen zu empfangen und nach Frtedrtchsruh zu geleiten. Baden-Baden, 1. October. Der Kaiser von Brasilien, welcher hier zwei Monate lang weilte, verließ mit seiner Familie heute früh 10 Uhr Badm-Baden, um sich vorerst nach Coburg, von dort über Köln nach Brüssel und sodann nach Paris zu betzeben. Zur Verabschiedung war Se. Majestät der Kaiser auf dem Bahnhofe erschienen, außerdem Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Prinz Heinrich von Preußen und der Großherzog von Sachsen-Weimar. Die Spitzen der Behörden und viele Personen von Diftinction waren ebenfalls anwesend. Arankreich. Pari», 30. September. Nach einer der Regierung zugegangenen Mittheilung soll die deutsche Regierung sich bereit erklärt haben, der Wittwe Brtgnon eine Unterstützung zu gewähren und zwar ohne das Resultat der gerichtlichen Untersuchung abzuwarten, die ihren Fortgang nehmen soll. ßngkanb. Dublin, 1. October. Der Deputirte O'Brien und der Lordmayor von Dublin, Sulltoan, besuchten gestern Luggacurran, wo vor einigen Tagen die gerichtlich verfügte Entfernung einiger Pächter von ihren Grundstücken stattgefunden hatte, und htttten daselbst ohne vorherige Anmeldung bei den Behörden ein Meeting ab. O'Brien forderte in einer Rede die Pächter auf, bet ihrer bisherigen Haltung zu verharrm, um eine Reductton der Pachtgelder durchzusetzen. Spanien. Madrid, 1. October. Die amtliche „Gaceta" veröffentlicht eine königliche Verordnung, der zufolge deutscher Alkohol, welcher bei spanischen Zollämtern eingeht, ohne ein Zeugniß über die Ausfuhrprämie nicht zulässig ist. Telegraphische Depeschen. Wolff*- telegr. «Korrespondenz-Brrrean. Wien, 2. October. Der hygieinische Congreß ist heute geschlossen worden. Kahr (München), Mosso (Turin), Trelat (Paris) und Roth (London) sprachen im Namen ihrer Landsleute dem Kaiser und dem Kronprinzen für die dem Congrepe zugewendete Huld und Gnade ihren Dank aus. Für den nächsten Congreß, welcher int Jahre 1891 ftattfinden soll, wurde einstimmig London als Versammlungsort angenommen. Der Vorsitzende des Congresses, Professor Ludwig, dankte der ^taot -vnn und der Universität für ihre Gastfreundschaft und schloß mit einem vretmaltgen s.oa> auf den Kaiser und den Kronprinzen Rudolf, in das die Versammlung bereister. - stimmte. Bet dem Abschtedsbankett im Kursalon brachte Professor Ludwig den Toast auf den Kaiser, Gehetmrath Köhler (Berlin), den Toast aus den Kron- PttniCntRom, 2. October. Die „Risorma" lagt mit Bezug °us die Entreoue zwiicheir dem Fürsten Bismarck und Crispi, die vatikanische Frage habe mit derselben nichts zu thun. Wenn Crispi den Fürsten Bismarck besuche, so geschehe dies sicherlich zu Zwecken, mit welchen die ganze italienische Nation nur zufrieden sein könne und zu denen die Freunde des europäischen Friedens sich nur beglückwünschen könnten. In keinem einzigen Italiener werde der Verdacht auftauchen, daß die Entrevue mit den Rechten Italiens und dessen freundschaftlichen Beziehungen zu allen Staaten Europas nicht in Uebereinstimmung stehe. Petersburg, 2. October. Dem Vernehmen nach wird im Ministerium des Innern ein Regulativ über die Aufnahme fremder Staatsangehöriger, besonders Deutscher, in die russische Untertbanschaft ausgearbeitct, wonach unter anderem die Kinder von Konvertiten entgegen den bisherigen diesbezüglichen Bestimmungen in Zukunft ohne Weiteres naturalisirt werden können. Lokale». Gießen, 3. October. Die heute zur Ausgabe gelangte Nr. 10 der Verwal- lungsblälter hat folgenden Inhalt: 1. Entscheidung Großh. Verwaltungsgerichtshofes in Sachen betreffend den Nachlaß des Johannes May II. von Staden. (Schluß.) 2. Entscheidung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz betr. den Recurs des David Meier zu Schwickartshausen wegen Verweigerung der Erlaubniß zum Ausschänken von Bier und Branntwein. 3. Oeffentltche Sitzung des Prooinzialausschusses der Provinz Oberhessen vom 29. December 1886. 4. Entscheidungen des Reichsgerichts. 5. Verschiedenes. Abonnements auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des Gießener Anzeiger entgegen und zwar für die Abonnenten letzteren Blattes zum ermäßigten Preise von 50 pro Quartal. —e. Gießen, 3. October. Das nunmehr mit 2 Bataillonen (dem 1. und dem Füstlierbataillon) belegte neue Kasernement wurde am gestrigen Sonntag in militärisch einfacher Weise eingeweiht. Die Mannschaften wurden entsprechend bewtrthet und Nachmittags von 3—5 Uhr spielte auf dem weiten Kasernenhof die NegimentSmusik. Dem Publikum war der Zutritt gestattet und machte dasselbe denn auch von dieser Erlaubniß umfassenden Gebrauch. Die beiden Kasernen waren außerdem mit Fahnen geschmückt. Gießen, 3. October. ^Turnerisches.) Gestern fand eine wenn auch nicht officielle Turnfahrt Seitens der Vereine Gießen und Wteseck zu dem dem Lahn-Wetter-Gau neu beigetretenen Verein Krofdorf statt. War die Witterung auch nicht so ganz hold so wurde die Zusammenkunft der drei Vereine dennoch zu einem wahren Volksfest Das Lokal des Herrn Hoffmann war durchaus überfüllt. Der Garten, in welchem das Kurturnen abgehalten wurde, welches allseitig Zeugniß gab von regem Eifer und Fleiß In den ernzelnen Vereinen, gestaltete sich zu einem herrlichen Festplatz. Ueberall gruppirten sich die Turner in kleineren Häuflein zusammen, mitten unter sich das Fäßchen, dessen Inhalt, trotz kühler Witterung, immer rasch geleert war. Abwechselnde Gesänge im ®anSen wie auch im Einzelnen und zwar ;in drei- und vierstimmigen Liedern, welch' letztere von den Krofdorfer Turnern, unter Leitung ihres Turnwarts und Vorstehers Herrn stuä David ausgefuhrt wurden, gaben ein Bild von echt turnerischem Geist, o ?ßCünfl^ derartige Zusammenkünfte recht oft wiederholen; dieselben können für den Lahn-Wctler-Gau nur von Vorthetl sein. .r ~a: V ^ctober. Der Verwaltungsrath des ersten deutschen Reichs- waisenbauses zu Lahr hat das Gesuch des hiesigen Verbandes um Aufnahme eines Gietzener Waisenknaben in das Lahrcr Waisenhaus in seiner letzten Sitzung genehmigt. Der Verband ®lcgtn hat damit die Genugthuung, nach dreijährigem Bestehen den ersten dtrecten Erfolg ausweiscn zu können und er kann doppelt stolz darauf sein, weil der Verwaltungsrath, trotzdem der Verband die für die Ausnahme einer Waise vor- geschr eb-n- Summe noch nicht aufgebracht hat und trotzdem dt- heutigen Kapitalztnsen "ich di- Aufnahme keines weiteren Kindes gestatten, in Anerkennung der eifrigen Thatlgkert des Verbandes am hiesigen Orte und in der Erwartung seines rüstigen Fortw-rkcns die Bitte des Verbandes nicht abschlägig beschted. Der Waisenknabe Traudt welcher stith-r von der Stadt Gietzen in Privatpflcge gegeben war, wird am P; ^"°ber die Reise nach seinem neuen Aufenthaltsorte antretcn. Zur Bestreitung ?eI iür Reise und Bekleidung des Kindes nöthtgen Kosten, wird die hier rühmlichst bekannte Kapelle des „Gietzener Zithcrclubs" (Wohlthätigkettsocrein), unter Leitung des o?1“?? 9. Oe,ober, 5 Uhr Nachmittags, ein Concert geben, an «Ät U °b-ine Tanzunterhaltung anschlictzen soll. Karten zum Concert find im Voraus bei den Herren Gustav Gerhardt, Ltndcnplatz, K. Grünebaum h-uUg"n Nummer^ Schulllratze erhältlich. (Dergl. das Inserat in unserer Q Vermischte-. 91 Eilenburg, 1. October. Ein erschütternder Jagdunfall dem l ä Menschenleben, der stud. jur. Reuter aus Gießen, einziger Sohn des Directors Reuter «n Halle a. b. S., zum Opfer gesallen ist?hat sich gestern RachmiN? llr der benachbarten Flur Gruna zugetragen. Die Jagd-Ges-llschast kehrte eben Wagen aus dem Jagdgebiet zurück, da entfiel d-m zu Gast- ht-r anw- end^ °'- Reuter das geladene Gewehr, er wollte es noch rasch erhaschen, aber bttAls^war^ Hahn berührt, ein Schutz krachte und der junge Mann fiel, durch den Koot o.^I-? todt neben dem Jagdhcrrn, seinem Onkel, Rittcrgutspächter Reuter, zu Boden i r t. 2' Oktober. Die hessische Anwältekammer hielt gestern im Sitmnn- dec 1. Civilkammer des Landgerichts im Justizpalast hier ihre dicsjähNae ordL/ Uche Generalversammlung ab. Anwesend waren etwa 60 Anwälte aui hm £ i Provinzen. Von den Gegenständen der Tagesordnung ist nur erwähnenswert^ s 2 fi-r die ausgcschiedcnen Mitglieder des Vorstandes die Herren Baist v. nr- Dr- Schoedler und Dr. Metz I. gewählt wurden. Mit Ausnabm Or. Metz I. waren die genannten Anwälte seither schon im Vorstand unh ™ k Dr Metz als Ersatz für den in das Conststorium getretenen Dr Buchner Tie S)armftabter anroäUe hatten hierfür vr. Gallus (Darmstadt) in Vorschloa aebL ' welcher bei der Abstimmung indctz nur 18 Stimmen erhielt. Nach EUedlauno b/r Tagesordnung brachte Dr Wolfsk-Hl (Main,) -in-Frag- zur Sprache,dm "Erörterm I bei einem Theil der Anwaltckammer den lebhaftesten Widerhall sand Wie vr Mnttse erörterte soll sich nämlich bei verschiedenen hessischen Gerichten ^ben bah bet Strafprozessen die Staatsanwaltschast nach erfolgter Rotifimtion d " Entlastungszeugen die letzteren vor Beginn der Haupiocrhandlung durch Crivllnn? beamte oder auch selbst in unbeeidigten Vernehmungen darüber ausforschen llllü ber 6etreffenbe 3eufle von ber schwebenben Prozetzsache weitz. In biesem * ccbUckt ^Wolsskehl eine schwere Schädigung ber Vertheibtgung,^ tnbem ^mch ein e tige V-rnehmung-n ober Ausforschungen bi- Unbesanzenhett der Zeugen leide und dieselben mit ihren Aussagen für di- Hauptoerhandlung gewissermatzen ststo b wurden. Die Herren Dr. Zuckmayer, Dr. Kaden, Dr. Kallmann u. A. erwähnten KäN n. Wk" blc das gedacht- Verfahren -ingcschlagen worden ist ^d N m den Ausführungen des Dr. Wolfskehl an. Dr. Gör, dagegen °ern7i die Ansicht, bau ber S 221 ber Strafprozctzorbnung, ber bie Notification der Amam bestimmt, der Staatsanwaltschaft auch das Recht einräumi, sich vorher über die Aos- sagen zu verlasstgen. Die Anwältekammer beschlotz schlietzltch, bet dem SDiiniftrrl»™ Sä* öS..'“........ ÄÄWft” Neu-Ulrichstein, l.-yctober. sMonats-Bericht der Arbeite - tv j ÄÄtT1 """«1,1 »-> ÄS 'i'.Tti «-*-#=.. Schlosser 2, Schmiede 2, Schneider 1, Schuhmachec 1, Stellmachn 1 V Zimmerleute 1, Schreiber 1, Bureaugehilfe 1. ' umatl?cr Tischler 1, Den Staaten nach kommen auf: Großherzogthum dessen io n Thüringen 1, Württemberg 1. Von Preußen die Provinzen - Lessen mÄLn o' Pommern 1, Rheinland 8, Westfalen 3, Schleswig 1, Hamburger 1 * 2, Abgegangen sind im Laufe des Monats September 11. Davon gingen auf eigenen Wunsch 10, entlaufen 1. Im Ganzen wurden seit Eröffnung der Anstalt ausgenommen 764 988 Verpflegungstage wurden gewährt, 842 Tage 0ear^ Arbeitstage für fremde Rechnung. 8 ßraettet, darunter sin!> Niederste + 1,0 ob. . + 10,02 „ 4- 11,00 „ - + 20,5 „ • _ 1,^8 Par. Zoll, an 12 Tagen 1,75 „ Mittlere . Mittel früherer Jahre . Höchste...... Niederschlag an 11 Tagen . * " im Mittel früherer Jahre Temperatur in ® i e 6 t n. September 1887. Kirchliche Anzeigen der evangel^Gemeinde^ billigen 7238 w. neuer bewahrter Construetion liefert ÜÜIIHIilMiiHini 6556 Neuenweg 46. R-Yrnaschimndestandtheile stet- vorräthig. Eigene ReparatnrwerkstLtt^ toste WM In Irifiiiiiffli und Nnunpr-Waaren. — billigste Preise und reelle Bedienung. aB<’ttcwc Strickgarne c»i* N,uh-i„.),«b-,»»,,««114,™ QE-i,» , . , ., , Größte Auswahl L't M den so sehr beliebten ächten Schweizer Stickereiea ßnSK . ohne Appret —72M4 m ------ bei il. Kaan jun,, Kreuzplatz. ™981 "LstLLAÄLL"' ll- Holterhoff Söhne. Siegen. Bäusburg 10. Glessen. Mäusburg 10. Olpe i. Roth. E MtW4t eWnni. Kieslieferung. Die Lieferung von 600 cbm LahnkieS rott im Submissionswege vergeben werden und können die Bedingungen im hie- üaen Verwaltungsgebäude^Zimmer Nr. 4 oon heute ab eingesehen werden. Offerten sind ebendaselbst bis zum Eröffnungs- Termin Mittwoch den 6. Oktober, Vormittags 10 Uhr, abzugeben. Gießen, den 29. September 1887. Der Eisenbahnbaumeister. OerhtMe Eisrubchneu. Mit Gültigkeit vom 15. Oktober d. I. ib gelangt der Nachtrag V zum Ober- dessisch-Bayerischen Gütertarif zur Ein- ! Ehrung. lieber dessen Inhalt geben die Guter- expeditionen jetzt scbon Auskunft. Gießen, den 30. September 1887. >378 Großherzogliche Tirection. Steinlieferung. Die Anlieferung von ca. 1050 cbm zerkleinerter Decksteine aus reinem Basalt zum Neubau 'der KreiS- istraße von Beuern nach Allertshausen, veranschlagt zu 6300 A soll Freitag den 7. d. M, Vormittags 9 Uhr, iauf dem Gemeindehaus zu Allertshausen abthellungsweise, im Wege mündlichen Abstreichs, vergeben werden. Lusttragende haben Muster der zu liefernden Steine im Termine vorzu- zeigen. Gießen, am 2. Oktober 1887. Der Kreisingenieur: 7371 Gnauth. Freilag örn 7. B loder, Nachmittags 2 Uhr, lollen auf dem hiesigen Ortsgericht die rbtn Philipp Pfeiffer Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien Flur 1 Nr. 364 — 75 Mir. Hofraithe im kalten Loch, „ I Nr. 366 — 38 Mir. Hofraühe daselbst, „ I Nr. 451 — 44 Mtr. Hofraithe in der Kühgasse, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. September 1887. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________Lüdeking. 7249 Mittwoch den 5. d. M., Nachmittags 2 Uhr, in der Louis Flett'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Kuh, l Kassen-, 1 Waarenschrank, 1 Ladeneinrichtung, 10 Bände Brehm's Thierleben, 1 Garnitur Polstermöbel, 2 Betten, 2 Sopha's, Commoden, Kleider- u. 2 Küchenschranke, 1 Pia- nino, 1 Secretär, 1 goldene Taschenuhr :c. rc. Gießen, den 2. October 1887. Engel, 7360_______________Gr. Gerichtsvollzieher. Arbeitsvcrgebung. Freitag den 7. 1. MtS., Nachmittags 4 Uhr, sollen in der Gemeinde Wiefeck nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen öffentlich in den Accord gegeben werden. veranschl. zu Plästererarbeiten 843.65 A Maurerarbeiten 62.60 „ Fuhrlöhne u. Steinlieferung 160.— „ Steinsetzen 9.— „ Steinschlagen 114.— „ Gießen, am 3. October 1887. Senßfelder, ^370 Bez.-Bauaufseher. Versteigerung Donnerstag den 6. Oktober l. I., Nachmittags 2 Uhr, werden im hiesigen Pfandlokale (Seltersweg m 1 Oeconomiewagen, 2 Pferde, 1 Chaise, 2 Schweine, 2 Mhe, 3 Kleiderschränke, 2 Kommoden, 1 Tisch, 1 Taschenuhr, 1 Wanduhr, 1 Ring, 1 Medaillon, 1 Dtzd. silberne Theelöffel, 1 Dtzd. Messer und Gabeln, 1 Kette, 6 kupferne Töpfe und 10 Meter Cachemir ßegen Baarzahluna versteigert. »Gießen, am 3. October 1887. W2 Horn. Bekanntmachung. Es wird hiermit bekannt gegeben, daß das zur Aufstellung der Branntwein- Nachsteuer-Declarationen erforderliche Formular auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde innerhalb der Bureaustunden in Empfang genommen werden kann. Gießen, den 30. September 1887. Großherzogliches Hauptsteueramt. Hörr. Consumverein» gänzlicher Ausverkauf. Wegen Verlegung unseres Geschäftes von Hier nach Aachen verkaufen wir von heute ab fämmtliche noch vorräthigen Regen- und Sonnenschirme sowie Corsetten zu Fabrikpreisen. , Mainzer Schirmfabrik Geschwister Forsch, Seltersweg. Ladeneinrichtung zu verkaufen. 7366 Die Mitglieder des 1875er Confumvereins werden auf Dienstag ü Oetober, SVr Uhr zu einer Generalversammlung in den „Hessischen Hof" eingeladen. Tagesordnung: Statutenänderung, Auflösung. 7074 Dr. Stammler. Restauration u. bayrisch Bier-Ausschank zum Berg-Bräu Fürth-Nürnberg. Habe die Ehre zu berichten, daß ich eine neue Sendung von diesem anerkannt guten Biere, hell sowie dunkel, in Zapf genommen habe. 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Oktober, Vormittags 10 Uhr, vom Sterbehause (Löwengasse 27) aus statt. 16.10-16.14 16.03-16.12 20.34-20 39 4.16-4.20 Verwandten und Bekannten hierdurch die traurige Mittheilung, dass unsere hebe Mutter Schwiegermutter und Grossmutter 7299 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Körner's Garten. Disconto-Com.-Antheile Lombarden-Actien gestern Nacht um 3 Uhr im 65. Lebensjahre nach kurzem Leiden sanft verschieden ist. Giessen, den 3. Oktober 1887. Von 8 Uhr ab: Tanzunteehaltung. Eintrittskarten zum Saal sind zu 20 Pfg., zur Gallerte zu 15 Pfg. im Woraus Bet den Herren K. Grünebaum, Kirchenplatz, Gustav Grr< Hardt, Lindenplatz und N. Weiler, Schulstraße 5, zu haben. Preis an der Caffe 30 Pfg . Der Reinertrag des Concerts ist für Bekleidungs- und Reisekosten der ins Reichswaisenhaus kommenden Gießener Waisenknaben bestimmt. 222 Der Borstand. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittbeiluna daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Schwager «eor« Deibel nach langem Leiden sanft entschlafen ist. 8 * Die trauernde« Hinterbliebenen ,®ie,SwMgung findet Dienstag Nachmittag 5 Uhr vom Sterbehause (Rtttergaffe 23) aus statt. 7364 Verwandten und Freunden die traurige Mittheilung, daß heute Nachmittag 5 Uhr unsere liebe Frau, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Hofmann, geb. Gngelter, nach langwieriger Krankheit sanft entschlafen ist. Gießen, den 1. Oktober 1887. Qm Namen der tiefbetrübten Hinterbliebenen: P Hofmann, 1. Diener an der Großh. Landesuniversttät. Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause (Kanzlerberg 9) aus statt. 7354 9520 103.70 9110 66.70 9470 95.50 137.90 bVz0/g Solms-Brauns. Oblig. 4°/o Gießener Oblig. 4% Oesterr. Goldrente 4’/5% Oesterr. Silberrente 5% 1871/1873 Russen Oblig. 50/o Portugiesen Oblig. Darmft. 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