Ur. 102 Mittwoch b’R 4 Mai 1887. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 12. l. M. zu Nr. M. I. 8749 wird das in Nr. 116 des Anzeigers von 1885 veröffentlichte „Schäferei-Statut für die Gemeinde Utphe" pom 13. Mai 1885 aus Antrag der Bethelligten hiermit wieder außer Kraft gesetzt. Gießen, am 28. April 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 3488 Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 3. Mai. Die Verhandlungen im Bundesrathe über die Branntweinsteuer-Vorlage haben raschere Fortschritte gemacht, als ursprünglich anzunehmen war und dürste sich das Plenum noch in seiner am Samstag abgehaltenen Sitzung über den Entwurf schlüssig gemacht haben. Es steht demnach die Veröffentlichung des Inhalts der Vorlage jeden Tag zu erwarten. Dagegen scheinen die Vorlagen zu der Zuckersteuer-Vorlage noch nicht so weit gediehen zu sein, um deren demnächstige Einbringung im Bundesrathe mit Bestimmtheit erwarten zu laffen und sind offenbar die zu überwindenden Schwierigkeiten nicht geringe. Es ist daher auch noch nicht annähernd anzugeben, wann etwa die letztgenannte Vorlage dem Reichstage zugehen wird, jedenfalls wird sich aber der letztere daraus gefaßt machen müffen, die Session durch die Frage der Steuer-Reform bis weit in den Juni hinein verlängert zu sehen. — In seiner Plenarsitzung vom vorigen Donnerstag genehmigte der Bundesrath die Nachtrags-Convention zum Handelsverträge mit Rumänien und den Gesetzentwurf, betr. die Abänderung der Gewerbeordnung (Erweiterung der Innung-'Befugnisse). Die Budget-Commission des Reichstages beschäftigt sich gegenwärtig mit dem Nachtrags-Etat. Bis jetzt sind die Forderungen, soweit dieselben als eine Folge der beschlossenen Heeresverstärkung erscheinen, unverändert genehmigt worden und dasselbe gilt von den einmaligen Ausgaben; nur wurde der außerordentliche Posten von 50 Mill. „zur Steigerung der Operation-- und Schlagsertigkeit des Heeres" einstweilen zurückgestellt. Dagegen dürften sich die Verhandlungen betreffs der für die strategischen Bahnbauten geforderten Summe in die Länge ziehen; für diesen Theil des Nachtrags-Etats ist eine besondere Subcommtssion gewählt worden, wie denn auch eine solche zur Entgegennahme der vertraulichen Mittheilungen des Krieg-Ministers eingesetzt wurde. Von der Wahlprüfungs-Commission des Reichstages ist die Wahl des Abg. Neubarth, Vertreter des 7. Merseburger Wahlkreises, für ungiltig erklärt worden. Bei der Stichwahl, welche zwischen Neubarth und dem Candidaten der Freisinnigen, Panse, vorgenommen werden mußte, erzielte bekanntlich jeder der beiden Candidaten genau dieselbe Stimmenzahl, so daß das Loos entscheiden mußte und dieses fiel zu Gunsten des der Reichspartei ange- hörenden Herrn Neubarth aus. Die Wahl wurde sofort von freisinniger Seite au- gesochten und die Commission hat denn nun auch das Mandat Neubarth'- casstrt. Dagegen gab die Commission dem Anträge der Freisinnigen, nunmehr Herrn Panse in den Reichstag zu berufen, nicht statt, es muß vielmehr in dem genannten Wahlkreise eine anderweitige Wahl stattfinden. In Göttingen fand am Freitag in der Aula der Universität die feierliche Uebernahms des RectoratS durch den neuen Rector Magnificentissimus, den Prinz-Regenten Albrecht von Braunschweig, statt. Ein neuer Socialistenproceß steht in Aussicht, der vor dem Danziger Landgericht spielen wird. In demselben werden eine größere Anzahl von in Danzig wohnenden Socialdemokraten als Angeklagte erscheinen, gegen welche die Beschuldigung der Theilnahme an geheimen Verbindungen, der Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten und des Vertriebs socialistischer Schriften vorltegt. Darmstadt, 2. Mai. (Zweite Kammer der Stände.) Der Erste Ausschuß Zweiter Kammer erstattete Bericht über die Anträge: 1) des Abg. Arnold, betr. die Unterstützung der höheren Bürgerschulen von Seiten des Staates; 2) des Abg. Haas, betr. die Unterstützung der höheren Bürgerschulen zu Pfungstaot und Gernsheim; und 3) des Abg. Theobald, betr. die Unterstützung der höheren Bürgerschule zu Hungen seitens des Staates, sowie über: die Petition des Stadtvorstandes zu Heppenheim a. d. B., die Subventionirung der höheren Bürgerschule daselbst aus Staatsmitteln zum Zwecke der Verwandlung derselben in eine Realschule. Der Abg. Arnold hat außerdem hierzu den generellen Antrag gestellt: „Die Kammer wolle an Großh. Regierung das Ersuchen richten, nachträglich zu dem Budget für 1885/88 die jährliche Summe von 20,000 c4L behufs Gewährung von Geldunterstützungen für höhere Bürgerschulen aufzusordern." Die Großh. Regierung hat aus Anfrage des Referenten unter dem 19. April 1886 sich dahin ausgesprochen, „daß nach Ansicht der Regierung dem Bedürsniß nach höheren Schulen durch die bereits bestehenden Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen zur Zeit in ausreichendem Maße genügt ist, und daß daher, wenn einzelne Gemeinden die Errichtung einer die Ziele der Volksschule überschreitenden Lehranstalt in ihrem speciellen Interesse finden, denselben überlassen werden muß, die dadurch erwachsenden Kosten aus ihren Mitteln aufzubringen, wie dies in einer Anzahl größerer Landgemeinden (z. B. Beerfelden, Gernsheim, Groß- Gerau, Heppenheim, Pfungstadt, Butzbach, Grünberg, Hungen, Nidda, Schotten, Sprendlingen, Wöllstein) bereits geschieht oder beabsichtigt ist." Die Großh. Regierung sei daher nicht in der Lage, sich für den gestellten Antrag auszu- sprechen. Was den am Schluffe des Antrags angeführten Grund betrifft, so vermöge die Großh. Regierung demselben ebenfalls nicht beizustimmen, da nach ihrem Dafürhalten der Unterricht, wie ihn die Volksschule und Fortbildungsschule bietet, für die meisten Landgemeinden wenigstens zur Ausbildung der Gemeindebeamten ausreicht. Mit Rücksicht darauf, daß demnächst voraussichtlich die ganze Schulfrage generell erörtert und nach der einen oder anderen Seite entschieden werden wird, beantragt der Ausschuß obige Anträge und das Gesuch des Stadtvorstandes zu Heppenheim vorläufig für erledigt zu erklären. Derselbe Ausschuß erstattete Bericht über den Antrag des Abg. Kugler, die Errichtung eines Staats-Gymnasiums zu Offenbach betr. Auch hier beantragt der Ausschuß, den Antrag Kugler für vorläufig erledigt zu erklären, und zwar aus die Erklärung der Großh. Regierung hin, daß „bei der Großh. Regierung die Absicht besteht, die Frage der Errichtung eines humanistischen Gymnasiums zu Offenbach nochmals einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und nach Befund in dem Staatsbudget für die nächste Finanzperiode das Erforderliche zu wahren." Berlin, 2. Mai. Der Kaiser nahm Vormittags den Vortrag Wil- mowski's entgegen, machte Nachmittags eine Spazierfahrt und empfing nach der Rückkehr den Oberpräsidenten Schlickmann, darauf den Staatssecretär Grafen Bismarck. Berlin, 1. Mat. Die „Norddeutsche Allgem. Ztg." veröffentlicht heute die am 28. April seitens der kaiserlichen Regierung an den hiesigen sranzösischen Botschafter Herberte gerichtete Note des Fürsten Bismarck. Darin wird zunächst gesagt, daß Fürst Bismarck die Angelegenheit Schnäbele's einer sorgfältigen Prüfung unterzog und die dem französischen Botschafter auch abschriftlich mitgethetlten gerichtlichen Beweisstücke einforderte. Dann heißt es: „Dieselben ergeben zweifellos, daß die Verhaftung im ganzen Verlaufe ausschließlich auf deutschem Gebiete ohne Ueberschreitung der französischen Grenze vor sich gegangen ist. Das gerichtliche Verfahren gegen Schnäbele hat das Verbrechen des Landesverraths, begangen im Gebiete des Deutschen Reiches, zum Gegenstände und gründet sich auf vollgiltige Beweise seiner Schuld, 'bestehend in Geständnissen des in gleicher Sache angeklagten Reichsangehörigen Klein und in eigenhändigen, in Metz zur Post gegebenen, von Schnäbele seitdem anerkannten Briefe des letzteren. Auf Grund der erwiesenen, von Schnäbele selbst eingestandenen Schuld hat das Reichsgericht befohlen, denselben zu verhaften, sobald er auf deutschem Gebiete sich würde betreten lassen. Dies ist der Fall gewesen am 20 April, bei Gelegenheit einer zwischen Schnäbele und dem deutschen Polizeicommissar Gautsch verabredet gewesenen geschäftlichen Zusammenkunft auf der Grenze. Eine gerichtliche Verurtheilung Schnäbele's wird unter diesen Umständen nicht zweifelhaft sein können und voraussichtlich um so strenger ausfallen, als Schnäbele bet seiner strafbaren Thäligkeit sein Ansehen gemißbraucht hat, welches ihm seine Stellung in dem, besonderes Maß von gegenseitigem Vertrauen voraussetzenden amtlichen Grenzoerkehr verlieh. Schnäbele hat das für den internationalen Verkehr unentbehrliche Vertrauen dadurch geschädigt, daß er seine amtliche Stellung benutzte, deutsche Retchsangehörige für Geld zu verbrecherischen Handlungen gegen ihr Vaterland zu verleiten. Durch diesen Amtsmißbrauch wird in den Augen des Gerichtes die Strafbarkeit Schnäbele's erhöht, unabhängig von der Frage, ob derselbe in höherem Auftrage gehandelt habe. Der Unterzeichnete erlaubt sich, diesen Gesichtspunkt für den Fall hervorzuheben, daß Schnäbele nach seiner Freilassung von Neuem auf deutschem Gebiete betroffen werden sollte, ohne durch vorgängige amtliche Verabredung gegen eine Verhaftung gedeckt zu sein. Der Unterzeichnete hofft, daß der Botschafter aus den mitgetheilten Aktenstücken die Ueberzeugung schöpfen werde, daß der Haftbefehl wohlbegründet war und daß dessen Ausführung innerhalb der deutschen Grenze ohne Verletzung der französischen Hohettsrechte stattgefunden hat. Wenn der Unterzeichnete es dennoch für seine Pflicht gehalten hat, den Befehl zur Freilassung Schnäbele's vom Kaiser zu erbitten, so ist er von der völkerrechtlichen Auffassung geleitet worden, daß Grenzüberschreitungen, auf Grund dienstlicher Verabredungen zwischen Beamten benachbarter Staaten erfolgend, jederzeit als unter der stillschweigeuoen Zusicherung freien Geleites stehend anzusehen seien. Es ist nicht glaublich, daß Gautsch Schnäbele zu einer Besprechung in der Absicht aufgefordert habe, seine Verhaftung möglich zu machen; es liegen aber Briefe vor, welche beweisen, daß Schnäbele, als cr verhaftet wurde, sich an der Stelle, wo dies geschah, in Folge einer mit dem diesseitigen Beamten getroffenen Verabredung befand, um gemeinsame amtliche Geschäfte zu erledigen. Wenn die Grenzbeamten bei derartigen Gelegenheiten der Gefahr ausgesetzt waren, auf Grund von Ansprüchen, welche Gerichte des Nachbarstaates an sie wachen, verhaftet zu werden, so würde darin eine Erschwerung der laufenden Grenzgeschäfte liegen, werwe mit dem Geiste und den Traditionen der heutigen internationalen Eezlehungen n a> im Einklang steht. Der Unterzeichnete ist daher der Meinung, daßi derarttge g sch t- liehe Zusammenkünfte jeder Zeit als unter dem Schutze des gegenseitig zuges cy r en freien Geleites stehend gedacht werden sollten. In diesem Sinne hat er, unttr voller Anerkennung der Berechtigung des Verfahrens der diesseitigen^Gericht^ unv Beamten, das Sachverhältniß beim Kaiser zum Vortrag gebracht. Allerhochstderselbe haben dahin zu entscheiden geruht, daß in Betracht der völkerrechtlichen Motive Schnäbele trotz seiner Festnahme auf deutschem Gebiete und trotz der gegen ihn vorliegenden Schuldbeweise in Freiheit zu setzen sei." Berlin, 1- Mai. Der 150jährigen Jubelfeier der evangelisch-lutherischen Gemeinde in der festlich mit Blumen und Guirlanden geschmückten Bethlehemskirche (böhmische Gemeinde) wohnten der Cultusminister, der Consistorialpräsident Hegel, der Probst Brückner und mehrere Ministerialräthe und Gemeindebeamten bei. Atakien. Rom, 1. Mai. Nach Meldungen aus Massauah hat General Saletta heute über die Küste von Massauah den Blokadezustand verhängt. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz- Bureau. Berlin, 2. Mai. Heber die Umwandelung der suboentionirten Dampferlinie Triest-Alexandrien in eine Linie Triest-Port-Said wird dem Reichstage noch in dieser Session eine Vorlage zugehen. — Der Gesetzentwurf über Rechtsverhältnisse der kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten bestimmt, daß die in Schutzgebieten zugebrachte Dienstzeit der Beamten bei mehr denn einjähriger Verwendung daselbst im Falle der Pensionirung doppelt angerechnet wird und daß die Gouverneure und kaiserlichen Commissare jederzeit mit gesetzlichem Wartegeld in einstweiligen Ruhestand versetzbar sind. Berlin, 2. Mai. In der am 30. v. Mts. abgehaltenen Plenarsitzung genehmigte der Bundesrath den Entwurf eines Gesetzes über die Besteuerung des Branntweins mit den von den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen, für Handel und Verkehr, für Justizwesen und für Rechnungswesen vorgeschlagenen Abänderungen. Der Gesetzentwurf wegen Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 1887—88 wurden an den Ausschuß für Rechnungswesen zur Vor- berathung überwiesen. Mit der bereits erfolgten Heberweisung des Antrags Badens, betreffend die Aenderung der Statuten der badischen Bank, erklärte sich die Versammlung einverstanden. Den Vorsitz führte in der Sitzung zunächst der Staatsminister, Staatssecretär des Innern, v. Bötticher, nach ehigetretener Behinderung desselben der königlich bayerische Bevollmächtigte zum Bundesrathe, Staatsminister Dr. v. Riedel. Straßburg, 2. Mai. Die „Landeszeitung" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, wonach die vierte Abthcilung des Ministeriums (Verwaltung der Landwirth- schaft) aufgehoben und mit der dritten Abtheilung (Finanzen und Domänen) verbunden wird. Ferner soll die Verwaltung der Gewerbe und der öffentlichen Arbeiten mit der ersten Abtheilung (Inneres) verbunden werden. Die „Landeszeitung" bezeichnet zugleich die Nachricht über die beabsichtigte Verhängung des Kriegszustandes in den Reichslanden als völlig unbegründet. Paris, 2. Mai. Schnäbele hat den Herausgeber der „Franee" brieflich ersucht, von der angeregten Subseription für ein Ehrenlegionskreuz mit Brillanten Abstand zu nehmen, da er Geschenke dieser Art weder annehmen wolle noch könne. — Bei der gestrigen Nachwahl eines Deputirten im Departement Haute Garonne (Toulouse) wurde Calvinbac (radikal) mit 55,000 Stimmen gewählt. Ter Gegencandidat Duboul (cons.) erhielt 53,000. Moskau, 2. Mai. Katkow ist gestern nach Petersburg abgereist. Athen, 2. Mai. Nach dem Ministerium des Aeußeren zugegangenen Meldungen aus Kreta sollen bei den fortgesetzten Zusammenstößen zwischen Christen und Muselmanen in Eanea mehrere Personen auf beiden Seiten gelobtet worden sein. Die Con- suln sind mit Erfolg bemüht, einen Ausgleich herbeizuführen. f Lokaler. Gießen, 3. Mai. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzuna am Donnerstag den 5. Mai 1887, Nachmittags 4 Hhr. 9 1- ?te Eigentumsverhältnisse bei mehreren Grundstücken in den Wingerten. 2. Herstellung des Weges in den Wingerten. 3. Den Feldweg in der Lichtenau betr. 4. Verbesserung des Hammwegs. 5. Umbau des Bahnhofs Gießen. 6. Gesuch der Firma Andreas Euler um Bauerlaubniß. 7. Desgleichen des Uhrmachers Karl Mette. 8. Gesuch des Herz Walldorf wegen Bestehenlassens seiner Bude auf dem Oswald's Garten. 9- Gesuch des Christoph Rübsamen um Ueberlassung eines Kieslagerplatzes. 10. Kostendecreturen. J 11. Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule für die Finanzperiode 1888/91. L Mai. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß unter den Mitgliedern des Volksbiidungsverctns in unserer Stadt nur eine sehr geringe Anzahl von Handwerksmeistern Vorkommen. Di- Ursache ist schwer zu finden. Sind doch gerade die Bestrebungen des Vereins wesentlich darauf gerichtet, Bildung und Kennt- msse in die Reihen der Arbeiter zu tragen. Die Lesebibliothek ist vorwiegend den M-ist-rn und Geselle^ die Leseabende im Winter den Gesellen und Lehrjungen gewidmet. Die öffentlichen und unentgeltlichen Vorträge sind Allen zugänglich Und Unterstützung der sehr kostspieligen Bemühungen des Vereins. Es bedarf wohl nur dieser Anregung, um auch unter den zahlreichen wohlhabenden Handwerksmeistern unserer Stadt dem Verein beitragzahlendc Mitglieder zu gewinnen Nach S 5 der Statuten wird durch Anmeldung bei dem Vorstände die Mitgliedschaft erworben. Auch Frauen erwerben hierdurch alle Rechte eines ordentlichen Mitgliedes danach S-lbst-fnsch7tz°ung °"°d-r bei. Und nach S 6 erfolgt der jährlich- Bet-' B t I K i f 4 t c 1 I^-U lrichste in, 1. Mai. Monats - Bericht der Arbeiter - Colonie pr, ta/8cfammt' 80. U * roaren in ber Kolonie arbeits-, resp. stellenlos Hiervon waren Landw. Arbeiter rc. 16, Bäcker 1, Bergleute 2, Buchbinder 2 Ciaarren- tn0C-n 3' Alden 2, Bayern 3, Württemberg 1, Sachsen 3 Von Preußen ^*ur°ütn7Cn^ Brandenburg 3, Hannover 1, Hessen (Cassel) 9, Posen 2, Pommern 1 Schlesien 7, Sachsen 2, Rheinland 4, Westfalen 4, Elsaß 2, Hambura 2 Lübeck V Schwerz 1, Luxemburg 1, Oesterreich 1, TranSvaal-Rep. 1 9 ' V ^gegangen sind im Laufe des Monats April 35. eigenes BemühL"f" 3°"' äBunf(6 25' burd> fcie Eolonie in Stellung 7, durch V7rpfle7un^g?p?°'Apru L"° ausgenommen «U Kolonisten. bestcllu?g7n77gün"st/ger^Wstttrung^s?st"Nmdell" °"'^hrt, bk Frühjahrs- Arbeiter wurden auf Rechnung der Colonie in die Umgegend zu land- rvirthschastlichen Arberten verlangt und abgegeben; im Ganzen 473 Tage. ( t. ^.^Enz, 29. April. Das 3. Artillerie-Regiment wird am Dienstag von Bier aU von ^O..Wochen nach Metz verlegt, um in der dortigen Garnison ein M Schießübungen abruckendes anderes Regiment zu ersetzen Die Res^ünnl wichtigen Petzes soll durch diese Maßregeln voller Stärke er^lte^bleiben “ ,»*» ”«■> SÄ S.”ä K2 jgJ* ^teUung von Personen, die in den letzten Jahren wegen hoch- und landesverrätherischen Handlungen in Deutschland ermittelt worden sind. Unter diesen Personen führte das römische Blatt auch den hier ansässigen und durch seine Wetterbeobachtungen weiterhin bekannten Journalisten und Schriftsteller Rudolph Röttger auf. Letzteres ist unrichtig; allerdings war der Genannte voriges Jahr bei dem Proceß Saurow mit in Untersuchung gezogen, wurde aber von dem Reichsgericht vollständig freigesprochen Da diese Freisprechung damals allgemein bekannt wurde, so setzt Herr Röttger voraus .Bufammenbringen seines Namens mit notorischen Landesverräthern eine ibn Ja? a d ig en de A b sicht zu Grunde liegt, und hat dieserhalb eine Beleidigungsklage gegen ote „Kölnische Zeitung" angestrengt. on ^^.^benundzwanzigste allgemeine deutsche Lehreroersammlung in Gotba 30. Mai bis 2. Juni.j Es sind bis jetzt für die Hauptversammlung folgende Vortrage angemeldet: 1 Dr. Saalfeld in Blankenburg: In welcher Weise hat die Schule die Bestrebungen des „deutschen Sprachvereins" zu fördern? 2. Rector Schmidt in Unna: Das Wesen der modernen Volksschule und ihr gegenwärtiger Zustand. 3 Real- schullehrer Kahl in Gießen: Sind die öffentlichen Prüfungen abzuschaffen ober bei- zubehalten? 4. Rector Reinhardt in ©räfentoma: Was kann die Schule an ihrem Theil zur Losung der socialen Frage beitragen? 5. Schuldirector Dr. Jakob in Gotha: lieber Knabenhorte. 6. Dr. Brüllow in Berlin: Heber die nölhige und mögliche Existenz tüchtiger Privatschulen. 7. Lehrer Weichsel in Würzburg- 2„ wemg und zu viel." 8. Lehrer Krebs in Gotha: Die erziehliche Bedeutung "der Fortbildungsschule. 9. und 10.: Vorträge von Dr. Ditter in Wien und Seminar, lehrer Dr. Halben in Hamburg. — Alle Vögel sind schon da, alle die uns im Herbst verlassen hatten. Von dauw und Strauch tont uns ihr Zwitschern und Tiriliren entgegen, hoch oben in ben Vulten hören wir ihr Singen und Jauchzen unb ergötzen uns an den kleinen gefieberten ©angern und ihren anmuthigen Weifen. Doch nicht ihr Gesang allein ist es, der uns erfreu^, auch ihre Nützlichkeit muß von uns hoch geschätzt werden. Bald ist wieder die Bctt da, m der Raupen und schädliche Jnsecten an den Pflanzen und Obstbäumen btnauskriechen unb ihr unablässiges Zerstörungswerk beginnen. Da sind es dann die kleinen langer, welche dem Thun unb Treiben jener Einhalt gebieten und die Zerstörer vernichten. Wie mancher Gemüsegarten, wie mancher Obstbaum würde zu Grunde geben, wenn nicht die Vögel ihre naturgemäßen Beschützer wären! Doch deswegen seid auch denselben dankbar und schirmt und schützet sie, wo ihr nur könnt' 3n Kurzem beginnt die Brutzeit der Singvögel und da hütet und bewahrt ihre Nester vor den nichtsnutzigen Händen böser Buben. An Eltern und Lehrer geht die Bitte ihre Kinder und Schüler vor dem Nefterausnehmen zu warnen und, wo es doch geschieht, die Hebelthäter empfindlich zu bestrafen. Die kleinen Sänger werden euch auch die geringste Fürsorge für sie reichlich vergelten! Landwirthschaftliches. Qr $ranf 1r Mai. ^Deutsche Landwirthschaftliche Ausstellung.) Die Anmeldungen sind bis jetzt so zahlreich eingegangen, daß irgend welche auch noch so Ut begrilnbete Gesuche um Zulassung kaum mehr berücksichtigt werden können. Tie Ins e S^te der Thierausstellung werden die 900 Nummern umfassenden Rinder welche hauptsächlich den Höhenschlägen angehören; die Schläge in einer solchen ^uschauung zu bringen, war wohl noch niemals gelungen, weßhalb Unß stresse aller Landwinhe erregen wird. Dieser Reichhaltigkeit folgend ist die Schafausstellung, welche mit etwa 550 Sttlck besetzt sein wird. Die Schweineausftellung erreicht einen ihrer Bedeutung Hms 200 Stück und die Pferdeabth-ilung wird in ungefähr ^uzahl vertreten fein. Die Maschinenabtheilung, an der sich etwa 100 Alls- Ää Neuheiten vorführen. Die Generalversammlung der Deutschen Landwirthschafts - Gesellschaft wird am 10. und 11. Juni in unserer Stadt 9HaC nin? ^glleber t)er Gesellschaft beträgt zur Zeit 3876. Als neue Patronatsmitglieder sind der Ge ellschaft beigetreten: Der König von Württemberg, der Großherzog von Hessen und der Großherzog von Baden. HaAdsL rmtz 9?ai‘ bem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund R5, n Ü5ne% pcr Enteneier St. 5—0^, Käse vr. St. 4-7^, 70ä US pr. Liter Linsen 22 Tauben per Paar 50 bis &.SÜLnCi ryn r 1,30—ri;50' Hahnen pr. Stück JL 1.50-2.00, Enten 64 J pF Mund 00-00 Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 62 X SrfhÄ Snb®,f$ Schweinefleisch 54-60^, Hammelfleisch 50 bis ^o^^flersch 44—50 Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—5.U0, Milch per Liter Zwiebeln per Gentner JL 4.00-4.50. U 18 §)-1R Mbtrewe-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer ^mder JL 18,25-20,50, Roggen eff. hres. Jt 14,00-14,25, fremder Gerste effectio hiesige und Wetterauer Ji. 15,00—17,50, fremde 00,00—00,00, Hafer eff. hres. JC 12,25—12,75, fremder 00,00—00,00. r a n Nkai. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Anae- Di/Vreisp ?Äia. Nullen, ca. 381 Kühe und Rinder, ca. 261 KÄber. i ^Fen 1. Qual. JL 55—56, 2. Qual. JL 50—52, Kühe und 2- 'M 44—46 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Eer 1. Qual. 54-56 2. Qual. 45-50 per 1 Pfund Schlachtgewicht ©erfte^i U20ri'Jr°’ Weizen JL 18.30, Korn 14.30, ®erjre vH* 14.ZU, Hafer vH* 11.10, Erbsen vH* 14.70. Linsen jH 00 00 u nnnn Samen M 00.00, Kartoffeln M. 4.50, Mck-n lllo. ' U°*U0' £efn ** 00-l)0- Wiichentliche Neberficht der Todesfälle in der Ztadt Gieken." 17. Woche. Vsm 24. April bis 30. April 1887. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 30,1 o/o^ (53 starben an: Zusammen: Erwachsene: im ü£)m Lungenentzündung 2 2 L ^«-sjahr: 2.-15. J-hr- Organischer Herzkrankheit 1 1 _ Tuberkulöser Gehirnentzündung 2 (1) i m , Gehirnerweichung 1 f ’ Altersschwäche 3 3 Krämpfen 2 — 9 Summa: 11 8 2-----------s---- in der Sefefeten Ziffern geben an, wie viele der tn der betrcttenden Krankheit auf von Auswärts na» Gießen gebrachte Kranke kommen. Repertorr der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. OperrrhauH» in Gr7nad°? Das Nachtlager Donnerstag den 5. Mai: Der Prophet. Mittelpreise. Ermäßigte'Preise!^ $ ^a‘: Vorstellung bet ermäßigten Preisen. Der Hofnarr. Lo h-n^r?m^^^Aramund^ He^Hc^inc.)^ Dllttclprcff?^ Stad.theater in C°,n. Mittelp?e°se^ Gastspiel des Herrn Heine. Teil. (Tcll: Herr Heine.) Gchaufpielha«-. Mlttwoch den 4. Mai: Die beiden Klingsberg. Vorher' ^um ersten Male wiederholt: Die Zaubergeige. Große Preise 9 ä 1 Donnerstag den 5. Mai geschlossen. Freitag den 6. Mai: Cyprienne. Hierauf: Mein neuer Hut. Stuttam?^^?b^rn ^ftfptel fce§ §errn Schönfeld vom Hostheater in Stuttgart. Fedora. (Jpanow: Herr Schonfeld.) Große Preise Nickta des Herrn Schönfeld. Viel Lärm um 2cichts. (Benedlkt. Herr Schönfeld.) Große Preise. OberheWe Eisenbahktn. Vom 1. Mai d- I. ab tritt für den Lokalverkehr der Oberhessischen Bahnen, jedoch vorbehaltlich jederzeitigen Widerrufs, ein Ausnahmetarif für be» stimmte Stückgüter in Kraft. Näheres hierüber ist bei den Güter- expeditionen zu erfahren. "Gießen, den 29. April 1887. 3486________Großherzogliche Tirection- Versteigerung. Donnerstag den 5. Mai l. I., Nachmittags 3 Uhr, sotten im hiesigen Pfandlokal, Selters- weg Nr. 11 3 Kommoden, 3 Kleiderschränke, 2 Sopha's, 1 Kommode mit Aufsatz, Consolschränkchen, Nachttische, 1 Re- gulateur, 2 Glasschränke, 1 Tisch, 1 Dutzd silberne Theelöffel, 1 Dutzd. Messer u. Gabeln, 1 Ring, 1 Brosche, 1 Taschenuhr und 6 kupferne Töpfe gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen, am 3. Mai 1887. 3507 Horn. Jeilgeöotenes. Frische Sendung. — Billiger Preis. Maifijche, Schellfische, Cabliau, 3495] Schollen, Zander, Bratbückinge, per Stück 3 Rohetzbückinge, per Stück 4 8 verschiedene Sorten feinere Käse (prachtvollen Schweizerkäse im Schnitt) empfiehlt C G. Kleinhenn. Gegründet 1S46! 99 Preis-Medaillen! "bekannt unter der Devise: 1 y W Occidit, qui non servat, vcm den Erfinder und alleinigen JDeitiUatatr H. UMDERBERG-ALBRECHT tun Rathhause in Rheinberg- am Niederrhein. K. K. Hoflieferant. 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