Nr. 29 Freitag den 4. Februar 1887 Amts- und Anzcigkblatt für den Kreis Gießen. Vnrei»rrr Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeiü Betreffend: Den israelitischen Religionsunterricht in den Volksschulen des Kreises Gießen. Gießen, am 1. Februar 1887. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen m überretchtE in Audien; und canserirte alsdann nach mit dem Staalss-cr-Iar Gr-l-n Rism-rck Nachmittags machte der Kaiser eine Spazierfahrl. "öt Don aul unterrichletcr Seite wird bestätigt, daß in der klrch-npolit.sch-n ?kraae »wischen Preußen und dem Vatikan völliges Em°-rn-hm-n herrscht und daß di- Verbandlungen zu einer Vereinbarung suhrlen, deren Inhalt den sreund- schaftlichen Beziehungen zwischen der preußischen R-g.-rung und der papstl.chen Kune durchaus ^^^agsabgeordnete Er-mer verzichtet- definitiv aus eine Reichstags- crandidatur in Berlin und will für die Hauptwahlen überhaupt nicht candidtren. Für den b Berliner Wahlkreis soll ein Handwerker, wahrscheinlich Ob-rm-.,ter Brandes ausgesieM werden/ sür den 2. candtdirt Rechtsanwalt Wolfs als Compromißcand.oai, für deni 4. ^E^Febru7r"^Das „Journal d-St. Petersbourg" spricht von den b-rrscke?d-n mNesorgungen und bemerkt, dieselben seien durch Z-itungsarUkel he^ nor-er^-n ohne Zweifel würden Rüstungen vorgenvmmcn dieselben seien aber durch npLtrn- allerdinas könne dadurch Mißtrauen entstehen, woraus wiederum em S ^r°°rgchenknnn° °b-rdie Einsicht der Regierungen bestehe darin, der Lage^Rechmmg^zu tragen; -'s sei wi-derholl zu Tag- getreten, daß keine R-g.-rung -in-" ^-8 wünsche. D-putirtenkamm-r. Der Ministerpräsident T-pr-tis verlas sstlaende Depesche des Generals Gens aus Massovah vom 29^v. M.: Am 24. Januar netten Nasalula Ghinda und schlug sein Lager östlich von ^aatl auf, welches er am 95 Januar angriff. Nach drei Stunden heftigen Kampfes wurde ^la.Iulah{®u^ “ " hpr Italiener betragen 4 Verwundete und 5 Todte, die Ver- finb unbS Am 26. Januar wurden 3 italienische Eom- [ufte bcr ^b-sspnier sind (d «on Monkullo ausgebrochen waren, um Z5«^°7«^s^älf, des Weges angegriffen Nach mehr- IlÄSsSsass suchung angeordnet. wurde heute mit der Thronrede (Thriftiania, 2. Februar. Das Storthing über die Heeresorganl- Aeulschlavd. Darmstadt, 1. Februar. Schluß des Inhalt« Großh. Regierung«- Blattes (Beilage Nr. 2): 10. Dienstnachrichten: „ Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 27. November 1886 dem Hosprediger Adolf Koch von Sofia die evang. Pfarrstelle zu Pfungstadt zu übertragen; an dems. Tage den von Sr. Durchs. dem Fürsten von Solmr-Braunsel« auf die erste evang. Pfarrstelle zu Münzenberg präsentirten evang. Pfarrer Gottfried Weimar zu Albig sür diese Stelle, am 14 December den von Sr. Durchl. dem Fürsten von Ysenburg-Birstern auf dü erste evang. Pfarrstelle zu Offenbach präsentirten evang. Psarrer Dr. Hemrich Hager zu Offenbach sür diese Stelle, zu bestätigen. o , Am 9. Dccember wurde der Fuß-Gens'darm Franz Dietz au« Lampertheim zum Steueraufseher ernannt; am 24. December wurde dem Schulamt«- aspiranten Job. David Grohe au» Dieburg die Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Sörgenloch, am 29. December wurden den Schullehrern Pcter Anton Muhl zu Neuhausen und Adam Bitz zu Appenheim Lehrerstellen an der Se- rneindeschule zu Kostheim, am 11. Januar wurde dem Schulamtsasptran en Jacob Braunewell aus Ober-Hilberrheim die Lehrerstelle an der evang. Schule zu Erbes-Büdesheim übertragen. 11. Charakterertheilung. Am ^December' wurde der Schullehrer an der G-meindeschule zu Wei»- kirchen Peter Kaiser aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langiähngen treue* Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1887 an, m den Ruhestand versetzt. 13. Concarrenzeröffnungen: ~ Erledigt sind: Die evang. Psarrstelle zu Ober-Breidenbach. Der Ge sammt-Fanillie der Freiherrn Schenk zu Schweinsberg-Rulsenrod steht da« Prä sentationrrecht zu der Stelle zu. Eine mit ernem evang. ^hrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heppenheim mit einem Gehalt von 300 Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Leh e zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reibertenrod einem Gehalt von 900 Jü Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstlle a der Gemeindeschule zu Hahnheim mit einem Gehalt von 900 JJiit Der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einer kalh. Lehrerin ^ besetzen Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Bretzenheim nut einem Gehalt von 900 JL. Gestmben^sind: Am 10. December 1886 Landgerichtsdiener i. Anton Amend zu Gießen; am 12. ®ecem6er ber SofM L Slener >u Darmstadt: am 25. December der Schullehrer Franz Bogel zu Gau Algerheim; am 28. December der Rechnungsrath i. P. Georg Philipp Schnei- der zu Darmstadt. Arankrcich. Pari», 2. Febr. In einem allgemein sür inspirirt geltenden Entrefilet sagt die „France", nicht« in den Beziehungen zu den Mächten rechiserlig gegenwärtig herrschenden Beunruhigungen. Alle Gerüchte über Meinung schiedeuheiten im Ministerium seien unbegründet- Petersburg, 3. Februar. sPrtvatdepesche.^ Ein Kaiserlicher Erlaß untersagt bis auf Weiteres die Pferdeausfuhr über die russische und transkaukasische Grenze. Lokales. Gießen, 3. Februar. sElias-Concert.) Wir geben hier kurz den Gedankengang des Eliastextes, da seine Kenntnitz für eine gerechte Würdigung-des ganzen Werkes unbedingl nöthig ist, und es den Meisten bet der Auftührung unmöglich lein wird, ihn so rasch zu durchfliegen und seinen Zusammenhang mit der Musik zu verstehen und zu verfolgen. Ohne diese Kenntniß wird man blos Töne und Melodien hören, und das ist ja auch recht schön, aber zu wenig; denn sie verwehen wie der Wind mit momentanem Eindruck. Wir gehen in dieser Inhaltsangabe Nummer für Nummer vor, ihre Zahlen in Klammern nachfügend. I. Elias verkündet des Herrn Gebot, daß weder Thau noch Regen kommen soll (Einleitung). Jammernd fleht das Volk in seiner Roth Gott um Hilfe an. (1. 2.) Obadjah mahnt zur Bekehrung; denn so .nur ende das Elend (3. 4.). Doch in seiner Angst kann eS kein Vertrauen fassen und sieht sich rettungslos verloren (5). Ein Engel geleitet Elias an den Bach Crith; der soll ihm Wasser, und die Raben ihm Brod bringen. Der Bach vertrocknet, und nun geht der Prophet auf des Engels Geheiß nach Zaparth zu einer Wittwe, die ihn versorgen soll (6. 7). Sein inbrünstiges Gebet reuet den Sohn derselben aus tödtlicher Krankheit, und dankerfüllt preisen Beide die Frömmigkeit und Furcht vor dem Herrn (8J, in gleicher Weife darauf die Schaar der Engel (9.). — Er tritt vor den König Ahao und heißt ihn das Volk mit den Baals- priestsrn auf dem Berge Carmel zu versammeln. Ein Farren ohne Feuer soll aufgelegt werden, zu ergründen, ob Baal oder Zebaoth der wahre Goll sei; wer nun mit Feuer antworte, der sei dex einzige Gott (10.). Die Baalspriester rufen ihren Götzen an, doch ohne Erfolg (11.). Elias höhnt sie (12. 13.); lauter und wilder tönt ihr Gesang — keine Antwort. Da ruft Elias alles Volk zu sich heran. Heiß steigt sein Gebet zum Himmel empor (14.). Engel ermuthigen ihn und verheißen ihm Gottes Gnade (15). Noch einmal fleht er; da fällt Feuer herab, und alles Volk preist jubelnd den einzigen Gott Jehovah; aber die Baalsprtester werden auf des Propheten Befehl am Bache Eison geschlachtet (16.). Dann kündet er selbst Gotus gewaltiges Wort und Gericht über Alle, die sich nicht bekehren wollen (17). Ein Engel klagt über die Blindheit der Abtrünnigen (18.). Darauf bittet Obadjah Elias, den Herrn um Regen anzuflehen, und inbrünstig beten Elias und daS ganze Volk; endlich verkündet der auf den Berg ausgesandte Knabe, eine Wolke steige aus dem Meere empor; sie wächst, bedeckt bald den ganzen Himmel und reichlicher Regen strömt auf die Erde hernieder (19). Dankbar für seine Rettung stimmt alles Volk einen Lobgesang auf den Herrn an (20). II. Engel trösten und ermuthigen den Propheten (21. 22 ). Wiederum tritt er vor den König, hält ihm seine Sünden vor und droht ihm mit Gottes Zorn; die Königin, gereizt durch seine Kühnheit, wiegelt das Volk zu seiner Ermordung auf (23.), und bieS stößt wilde Rufe aus (24.) Obadjah meldet Elias die Gefahr und räth ihm rasch in die Wüste zu entfliehen, er selbst bleibt auf des Propheten Geheiß daheim (25.). Elias verzweifelt fast (26.); während er ermattet ruht, tönt der Trostgesang der Engel (27.-29.). Ein Bote des Herrn weckt ihn und heißt ihn zum Berge Horeb zu wandeln, nochmals beginnt ein gewaltiger Kampf in feiner Seele (30.). Tie Engel trösten ihn wiederum (31. 32). Es wird finster um ihn, er besteigt auf des Engels Befehl die Höbe (33). Da erhebt sich ein Sturm mit Erdbeben und Blitzen; bann folgt ein Nilles, sanftes Säuseln, in ihm erscheint der Herr (34.), umgeben von Seiaphen, den Sängern seiner Heiligkeit (35). Diese gebieten ihm, nach Israel zu den siebentausend Getreuen wieder hinabzuziehen, die sich nicht vor Baal gebeugt (36.). Elias fühlt neuen Muth und die ganze Freudigkeit seiner Pflicht (36. 37.). Er erfüllt de- Herrn Wort und fährt bann in feurigem Wagen mit feurigen Rossen zum Himmel empor (38). Ein Engel preist die Gerechten und Elias Bestimmung (39), der vor dem jüngsten Gericht noch einen Versuch zur Bekehrung der Menschen machen sollte (39. 40). Tann weist prophetisch der ganze Chor der Engel auf den kommenden MesfiaS hin und singt von seiner und seines Vaters Herrlichkeit (41. 42.). Nß. Der heutige Tag ist der Geburtstag von Felix Mendelssohn- Bartholdy. Er ward geboren am 3. Februar 1809 und starb am 4. Novbr. 1847. Gießen, 3. Februar. Verflossenen Dienstag wurde in der Sitzung hiesiger Strafkammer eine Frau von Grüningen wegen Verdachts des Meineids verhaftet. Dieselbe liegt bereits seit gestern in Krämpfen und wird deßhalb heute ihre Ueber- führung in das akademische Hospital erfolgen. Universität- - Chronik. — Geh. Rath Prof. Olshausen in Halle hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Leipzig abgelehnt. — Privatdocent Dr. H. Bennecke in Marburg ist als Professor nach Gießen berufen und hat den Ruf angenommen. — Die Privatdocenten Dr. E. Schröder und Dr. I. Hoffroy in Berlin sind zu außcrord. Professoren ernannt. — Wie russische Blätter berichten, wird die Erösfnung der Universität Tomsk (Westsibirien), deren Gebäude längst vollkommen fertig ist, im Herbst erfolgen. Das Professoren-Eollegium ist bereits gebildet, und für das erste Studienjahr werden auf der Universität an 35—40 Hörer eingeschrieben fein. — Der außerordentliche Professor der Philosophie, Herr Dr. Thurneysen in Jena, ist als ordentlicher Professor nach Freiburg berufen worden. ® nntU Ü?tel — Aus Berlin wird Folgendes geschrieben: Sieben Menschenleben sind in der Nacht zum vorigen Sonntag den tückischen Fluthen zum Opfer gefallen. Drei Arbeiter einer Fabrik, ein Schlosser und zwei Handarbeiter, die beiden letzteren Familienväter, verließen Samstag in Charlottenburg ihre Arbeitsstätte, um sich in ihre Wohnungen nach der Müllerstraße zu begeben. Unterwegs besuchten sie mehrere Schank- statlen und in etwas angeheitertem Zustande eneichten sie das Rordufer Um sich einen Umweg zu ersparen, beschlossen sie, hier über das Eis zu gehen und so die Torfbrücke am Nordufer und die Fennstraße zu erreichen. Die beiden Verheiraiheten gingen voran. Sie hatten etwa die Mitte des Canals erreicht, als das Eis brach und Beide in deut Canal verschwanden. Der dritte Genosse lief über die nächste Brücke um vom Rordufer aus den beiden Verunglückten hilfreich beüufpringen. Kaum hatte er rndefsen das Els betreten, als dasselbe auch unter seinen Füßen verschwand und er tu die Tiefe versank. Alle drei wurden im Lause des Sonntags an denselben Stellen wo sie verunglückt, als Leichen aus dem Wasser gezogen und noch an demselben Tage von ihren Angehörigen recognoscirt. In derselben Weise sind im Spanbauer Schiff- fahrts-Canal, unroeit bes alten Steuergebändes, vier noch unbekannte Personen auf dem Eise verunglückt. Dieselben, von einem Maskenbälle kommend, sind beim Llebcr- Ureiten des Canals in eine aufgeeiste Wasserrinne gekommen und haben dort ihren Tod gefunden. Rach den Leichen wurde den ganzen Sonntag über, jedoch vergeblich gesucht. ” , ,— ?in Trauerspiel w sich dieser Tage in Apolda abgespielt. Vor 8 Tagen erkrankte hier ein ^abrikmadchen und der Arzt verschrieb demselben Medicin zum Einnehmen unb, em anderes Glas zum Einreiben. Wun hatte das Mädchen einen Schatz weid)er in (saftet der Mainz dient, diesem ließ sie durch die Flau, bei welcher sie EuÖnlsu ^rAbena bflB krank sei, er wöge kommen; zur besseren Glaubwürdigkeit lösen bte beiden Frauensleuten die Etiketten von den Gläsern und legen sie in den Bnef; hierdurch mag eine Verwechselung entstanden sein, das Mädchen trank die ium Einreiben beUimmte Dtebicin und oe, giftete sich damit, sie wurde nach dem Kranken- hause geschafft, wo sie bald verstarb; am Sonntag wurde sie begraben. Gestern Morgen langte ihr Schah ans Castel an, fand aber nur noch ihr Grab. Mittags erhielt der Getnetnbeoorstano eine Depesche aus Frankfurt a. M., daß der Soldat E sich ohne Urlaub aus seiner Garnison entfernt habe und wahrscheinlich in Apolda aufba te Nachmittags wurde er gefunden und festgenommen; da gab er gute Worte, man inöae ihn nochmals an das Grab seiner Braut lassen. Das wurde ihm unter Begleitung eines Schutzmannes gewährt. Auf dem Friedhöfe angekomnien, macht er eine rasche Wendung, läuft den Friedhof durch, überspringt das verschlossene Thor und entwl ckt so dem Schutzmann. Nachdem er einige Straßen durchlaufen hat, wendet er füh rvieder nach dem Friedhose, betritt in der Nähe einen Fleischerladen, fordert für 10 Wurst, ehe er diese bekommt, nimmt er das auf dem Tische liegende Fleischermesier nimmt seinen Weg birect auf den Friedhof an das Grab seiner Braut und schneidet । sich dort die Kehle durch. Nach kurzer Zeit war auch er eine Leiche. „ — Gegen das DueUunwesen Hot die Berliner Universitätsbehörde folgende Verfügung erlassen: „Durch Erkenntniß des Senats vom 19. Januar sind drei Studenten wegen schwerer Gefährdung der akademischen Ordnung und Sitte, begangen durch Herausforderung von Commilitonen zum Zweikampf mit tödlichen Mafien (Säbel und Pistolen), zur Strafe der Androhung der Entferung von der Universität (Unterschrift des coneiliam abeundi) und zu einer zweiwöchentlichen Karzerhast verur- theilt worden. Desgleichen sind die Studirenden, welche bei diesen Herausforderungen als Cartellträger theilgensmmcu haben, mit der Unterschrift des coesilium abeundi unb mit oerhältnißmäßiger Karzerhaft bestraft worden. Den Studirenden wird dies mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, daß jede fernere Uebcrtretung der den Zweikampf verbietenden Bestimmungen für die Studirenden der Landes - Unioerfüät* vom 1. October 1879 auf das Nachdrücklichste geahndet werden wird." Ein schmachbedecktes Leben hat vor Kurzem seinen Abschluß gesunden: das des Obersten Miquel Lopez, welcher den unglücklichen Kaiser Max verrathen hat Johannes Scherr bemeikt von demselben: „Der Oberst Miquel Lopez, ein Oheim der Frau Marschallin Bazaine, auch Ritter der Ehrenlegion, soll den Erzherzog um 10,000 Pcsas an Escobedo verrathen und verkauft, d. h. an jenem Morgen den Be- ^6erern das Thor von La Cruz aufgethan unb sie sogar bis in das Schlafzimmer Maximilian's geführt haben. Allem nach, was man von biefem Lopez weiß, war er ganz der Mann bazu, diese Infamie zu begehen. Prinz Salm berichtet, daß nach seiner und »es Erzherzogs Gefangennahme in ihrer Gegenwart ein höherer republikanischer Ossicier den Lopez laut als Verräther bezeichnet und hinzugefügt habe: „Solche Leute benutzt man und gibt ihnen dann einen Fußtritt." — Marianne Brand, die Berliner Kammersängerin, befand sich auf Gastspiel in Newyork unb kam zum Postamt, um ein Packet aus der Heimath zu holen. Der Beamte verlangte ben Nachweis, baß sie die Sängerin Brand sei, „sagen kann es Jeder". — „Sagen, ja, beweisen, nein! Ich will's beweisen!" Und nun ließ sie am Schalter ein paar schmetternde Läufe los, daß sich alle Fenster unb Thüren öffneten unb mit Staunenden füllten. „Gut, gut",J sagte der Beamte dankend, „Sie sind die Marianne Brand!" poetischer Advokat.) Vor einem steierischen Gericht wurde folgender Proceß verhandelt: Ein Bauer, der sich eimn neuen Schweinestall bauen ließ, hatte seine vier Borstenthiere im Stalle seines Nachbars mit besten Bewilligung untergebracht. Als die Thiere getrennt werben sollten, stellte sich heraus, daß alle Thiere von der Lauskrankheit befallen waren. Jeder Bauer verlangte Entschädigung vom anderen, sie nahmen sich Rechtsbeistände und zogen vor Gericht. Der Eine der beiden Advokaten gewann dem borstigen Stoffe mit großer Gewandtheit die humoristische Seite ab und schloß seine beredten Ausführungen mit der geradezu klassischen Bitte: „Der hohe Gerichtshss wolle gnädigst ermessen, auf welchem Schwein die erste LauS gesessen!" Diese gereimte Bitte rief natürlich schallende Heiterkeit hervor. Der Richter brauchte aber die schwierige Nuß nicht zu knacken, cs gelang ihm, einen Vergleich herbeizufuhren. u — Ein lustiger Zwischenfall im Gerichtssaal trug sich dieser Tage vor dem Schöffengericht einer Stadt in der Nähe Düsseldorfs zu. Der Amtsrichter richtete an einen Zeugen, der zur Eidesleistimg bereits die Hand erhoben hatte, noch die Frage: „Jpaben Sie sich auch ordentlich geprüft?" — „Nee, Här Richter", erwiderte der Mann ganz erschrocken und ließ die Hand sinken, „prüft hebbe eck noch nit." „Prüfen" bedeutet am Niederrhein, was man anderwärts „einen auf die Lampe gießen" heißt, und der gute Mann dachte, eine herzhafte Schnapsstärkung sei eine zur Eidablegung gehörende Zeremonie, die er noch nachzuholen habe. Das über das ernste Gesicht des Richters, wetterleuchtende Lächeln unb bas schallenbe Gelächter des Publikums klärten ihm allmälig seinen sonderbaren Jrrthum auf. ~ --------J ~~ -----U-----J-L-B--■■F * "-WT 1 . CTOg Landwirthschaftlich^s. Ueber die Pflege der Kronen unserer älteren Odstbäume. t-xenr.."^errlid)!" ruft der Laie entzückt aus, wenn er, die Fluren durchwandernd die Obstbaume sicht im vollen Schmuck ihrer Blüthen. Der Kenner möchte auch fährt Director Klee in dem „Oesterreichischen landwirthschaftlichen Wochenblatt" fort um so eher im Anblick dieser Pracht frohlockend ausjauchzen, als er die Förderung des Obstbaues sich zum Ziele gesetzt hat — doch leider kann er nur selten vollauf die Freude theilrn, denn beim Anblick der Krone gewahrt ei nur zu oft auch deren Verwahrlosung; er muß sich sagen: „die Früchte werden nicht der Blüthenpracht entsprechen, weil die Krone nicht gepflegt wird." Vielleicht hat man die Baumscheibe aufgehackt auch von dem Stamme die abgestorbene Rinde unb das Moos abgescharrt — aber ist °ucd alles, damit glaubte man schon Übrig genug gethan zu haben; thun ja Viele filbst dies nicht einmal! Die Baumkrone verlangt aber, soll ber Obstbaum den höchstmöglichen Nutzen bringen, mindestens ebenso sorgsame Pflege wie Wurzel und Stamm. 0 . , . Di* Pflege der Baumkrone hat sich zunächst zu erstrecken auf das Reinigen der dickeren Aestc von abgestorbener Rinde, Moos, Flechten und Schwämmen. Wie kann man es rechtfertigen, daß diese Arbeit meist nur auf den Stamm beschränkt bleibt? Sowohl dik B- -tt,gung dcr abgcstorbenm Rinde, sowie au» di- der Schmarotzer befördert die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Bäume, die arötzere Güte der Früchte und die Vernichtung der Insekten, ihrer Larven und Eier. Es kann »war zu jeder Jahres,et diese Arbeit geschehen - nur nicht bei Frostwettrr. am besten aber geschieht es zeitig im Fruh,ahr bei seuchtcr Witterung mittelst der «aum'charre. Beim Abscharren der abgestorbenen Rinde achte man aber daraus, daß keine grüne Rind- verletzt werde. Tragt man doch mitunter kein Bedenken, dieselbe säst bis auf den Splint ju beseitigen. Wenn nun naturgemäß na» solcher unverständigen Behandlung das Wachslhum der Bäume sehr geschwächt, ,a sogar der Gefahr ausgesetzt wird, abzusterben dann pflegt man nur ,u gern dar Kind mit dem Bade auszuichulten und jegliche der- artige Pflege zu perhorresciren. - An Bäumen s-hen„ wir die Aesie mit alten Wunden b-hastet, die, von falscher Pflege refultirenb, zu Höhlungen sich ausbilbcn merbin ober schon ausgebildet find. Erstere reinige man unö verstreiche sic gut mit Theer, letztere fülle man mit einem Mörtel, der, aus Theer unb Lehm bestehend, im Staube ist, die FeuLtiakeit abzuhatten unb das alte Holz vor dem Verwesen unb bem weiteren Aushöhlen zu schützen. v * qr, , ili ttobl nicht nöthig, besonbers darauf hinzuwcisen, daß bas vom Baume Abgekratzte vorsichtig zusammengebracht unb verbrannt werde, da cs manche Insekten ihre Larven und Eier birgt Läßt man es unter ben Bäumen liegen, so macht sich dieses I ngezicser doch auf dieselben unb ber Zweck des Reinigungswcrkes wirb hierdurch nickt ganz erfüllt. * Ein rationell wirthschaftendcr Obstbaumbesitzkr wii b bas Ausputzen seiner Pfleglinge mchl unterlassen. Dasselbe finbet im October gleich nach der'Obsternte oder wenn die Baume keine Früchte haben, noch besser im Sommer statt, unb werden nicht nur alle diejenigen Zweige oder Aeste entfernt, welche schon beim Beschneiden der .Kronen junger Baume berücksichtigt werden müssen, sondern auch bas unfruchtbar gewordene Tragholz. ö Reben letzteren also 1) alle dürren Aeste, 2) alle Aeste, die sich kreuzen oder berühren, 3) alle, welche zu dicht stehen, 4) welche senkrecht in die Krone wachsen, 5) welche zu tief berunhrbängen, 6) n lle Wasser schossen toer sogenannte Räuber, die man nur dann sichen lafjt, wenn man sie "enutzcn will, um Lücken in der Krone mit ben aus ihnen erwachsenden Acsten auszufülleu. Das Ausputzen der Obstbäume im Sommer oder Herbst hat deßhalb den Vorzua vor dem gewöhnlich im Winter ober Frühjahr ftatlfinbenben, weil im belaubten Hu- ftanbe ber Baume bte abgestorbenen ober im Absterben begriffenen Aeste am besten ju erkennen find unb gerade im Sommer die gemachten Schnittwunden am besten vertheilen. ... Beim Aiisxutzen hat man hauptfächlich dahin zu streben, dem Baume eine schone, regelmäßige, lichtvoll- Krone zu geben. Man schneid- aber nicht, wie solches noch häufig geschieht, das Fruchtholz oder fast alle dünnen Aeste oder Zweige an den Hauptästen fort, denn der Baum soll auch im Innern seiner Krone Früchte bringen; man lichte vielmehr die Krone nur so viel, daß man in derselben herumklettern kann, ohne von den Aesten sehr gehindert zu werden. In so geschnittene Kronen können Lust Licht und Sonne gehörig eindringen, wodurch nicht nur das Gedeihen der Bäume selbst, sondern auch die Fruchtbarkeit derselben und die Vollkommenheit der Früchte ungemein gefordert wird. Die Baumkrone pflege man besonders auch noch dadurch, daß man sehr voll- stßende Obstbäume stützt und bei der Ernte ihrer Früchte sehr behutsam mit den schwer beladenen Zweigen umgeht. Der Obstbaum ist ein Wohlkhäter des Landwirths, denn er erfreut ihn durch fein Wacksthum, durch seine Blüthenpracht, er hilft ihm die Börfe füllen und erquickt ihn uub die Seinen nach des Tages Last und Mühen mit seinen herrlichen Früchten. Erfordert es nicht schon die Dankbarkeit, daß man gegen die volltragenden Säume recht zart sei, sie stütze oder sorgfältig binde und die Aeste nicht in leichtsinniger Weise abbreche, auch nid)t durch Schütteln oder Abschlagen. Durch das Abschütteln oder Abschlagen wird sehr viel kurzes Fruchtholz mit beruntergerissen, welches zu ersehen der Saum mehrere Jahre bedarf. Dazu bilden sich gerade an der Stelle, wo die Frucht mit ihrem etlelc am Zweige sitzt, am sögen. Fruchtkuchen, sehr bald neue Blüthcnknospen, die in dem nächsten Jahren schon wieder Früchte bringen. Werden die Früchte aber abgerissen oder abgeschlagen, daß ein Stückchen vom Zweige, der Fruchtkuchen, am Stiele der Frucht sitzen bleibt, so weiden auch hierdurch, wie durch das Abreißen oder Abschlagen ganzer Zweige, die Ernten der folgenden Jahre sehr beeinlrächtigt. Müssen aber Baume ihrer Größe oder des Zeitmangels wegen geschüttelt werden, so warte man damit so lange, bis die Früchte beginnen, bei Windstille häufiger zu fallen, also hierdurch das Zeichen völliger Reift geben. Dann schüttle man aber nicht mit großer Gewalt, sondern gelinde, lasse die nicht gefallenen Früchte noch einige Tage hängen und schüttle dann wiederum gelinde. e Auf diese Welse kann man in vielen Fällen die Säume nicht nur vor Schaden schützen, sondern auch die Ernte besserer Früchte ermöglichen. , „ L , Sind die Baumkronen lange Jahre schon verwahrlost gewesen und schon längere Jahre gar nicht susgeputzt worden, dann hat man um so mehr auf die Punkte zu achten, die vorher bezüglich des alljährlichen Ausputzens angegeben wurden. Hier wird man namentlich auch schon eine größere Anzahl dickerer Aeste entfernen müssen. Diese schneide man immer dicht am Stamme oder an dem dicke.en Aste in dem Wulste ab, wo sie ausgewachsen sind, doch so, daß von dem Wulste wenig mehr stehen bleibt, schneide die Wunden mit einem scharfen Messer glatt, lasse sie etwas abtrocknen und bestreiche sie dann mit Theer, der womöglich einige Tage im Wasser abgestanden hat. Man lasse aber nie beim Wegschneiden der Aeste oder Zweige Stumpfen stehen, wie solches fast noch allerwärts geschieht, weil man glaubt, daß auf diese Weise die dem Baume zugefügten Wunden demselben nicht fo nachtheilig werden, als wenn der Ast dicht am Stamme abgefchnitten ist. Dies aber ist nicht der Fall — im Gegen- theil, läßt man einen Stumpfen, so vertrocknet derselbe, fault, die Fäulniß theilt sich dem Stamme bis in das Innere mit und der Baum geht häufig dadurch zu Grunde wahrend das Holz derjenigen Wunden, wo die Aeste regelrecht abgenommen wurden' unter dem Schuhe der Theerdecke nicht fault und die die Wunde umgebende Rinde solche genügend überwallt, so datz der Saum hierdurch vollständig gesund bleibt. Zeigt die Krone trotz sorgfältiger Düngung eine Abnahme der Lebensthätigkeit, dann versäume man nicht, die Krone zu „verjüngen". Zu diesem Zwecke Holze man recht kräftig aus, bewahre aber vor Allem, womöglich mit Benutzung der oben genannten Räuber, die gute Form der Krone. Das Abschneiden der zu entfernenden Aeste geschehe im Spätherbst oder beim Beginne des Frühlings, und zwar am besten bei Krümmungen und knorrigen Stellen. Die Wunden werden glatt ausgeschnitten und mit Sleinkohlentheer sorgfältig verstrichen; auch muß dafür gesorgt werden, daß neben den Wunden Zugäste stehen bleiben und zugleich mit der Verjüngung ist eine gehörige Auflockerung des Bodens und dann im darauf folgenden Sommer eine Düngung zu verbinden. Vielfach werden die Kronen der Obstbäume schon frühzeitig abständig durch daS Vorhandensein der Mistel. Diese Schmarotzerpflanze hat wohl Ehlorophyll, kann aber feine Nährstoffe aus dem Boden entnehmen. Die nöthlgen Pflanzennährstoffe des Bodens muß der Obstbaum liefern, der natürlich dadurch sehr benachtheiligt wird und dessen Wuchs sowohl wie die Fruchtbarkeit dadurch leidet. Zur Pflege der Krone ist daher unbedingt auch die Vertilgung der Mistel zu rechnen. Man begnüge sich aber nicht wie das so oft geschieht, mit dem bloßen Wegreißen der grünen Pflanzenlheile. In diesem Falle verwundere man sich nicht, wenn fie bald wiederkvmmt; da die lebenskräftigen Wurzeln der Mistelpflanze vorzugsweise im Cambium vegeliren, so mutz man mindestens bis auf das Splintholz die inficirte Stelle glatt ausschneiden und die Wunde mit Steinkohlentheer bestreichen, um das erneute Austreiben der Wurzeln der Mistel zu verhüten. Nach Tisch ein Gläschen Widtfeldt's Magenbehagen ist das angenehmste und sicherste Verdauungsmittel. Niederl. u. A. b. Emil Fischbach. 828 Temperatur in Gießen. Januar 1887. Gottesdienst der israelitischen ReligionsgrsrUschask. Freitag Abend 440 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 3 Uhr, Samstag Abend 5f0 Uhr. Niederste.......— 12,7 ®R. Mittlere.......— 3,07 Mittel früherer Jahre.....— 0,38 Höchste........+ 3,2 Niederschlag an 5 Tagen .... 0,2 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 16 Tagen 1,72 n n Holz-Versteigerung inr Gießener Stadtwalde. Montag den 7 Februar 1887 soll bei Wirth Weller (zur Krone) in Annerod nachverzeichnetes Holz aus dem Schutzbezirk Fernewald, Districte Bruderwinter, Slrangswiese, Bannwald, Ameisenkopf und Unterwald, versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 118 Eichenstämme mit 43,04 Festm. (von 0,12 bis 1,04 Festm.), 919 Fichten- und Tannen stamme mit 348,97 Festm. (von 0,09 bis 1,37 Festm.), 2 Birkenstämme mit 0,53 Festm., t Elchenderbstange „ 0,11 „ 578 Fichtenstangen „ 37,27 „ B. Brennholz. Scheith. Knüppelh Stockh. Neish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Eichen 34,6 22,1 — 1050 Buchen — 1 — — Nadel 110,4 237,4 14 8530 Unter den Nadelstämmen befindet sich Schreiner- und Pumpenmacherwerkholz. Die Vorzeigung des Holzes erfolgt in dem Termine durch den Forstwarten Hahn in Annerod von 9 Uhr an. Zusammenkunft an der Strangswiese. Die Versteigerung selbst beginnt um 11 Uhr. Gießen, den 31. Januar 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 783 Holzverkauf aus dem Gem.-Wilde Wißmar, Distr. Maulsbach, Kennelsheck, Reuschllng und Kühlbachsdell. Freitag den 11. d., von Morgens 9 Uhr ab im Locale des Herrn L. Lanz in Wißmar, als: I Stämme, ft. Eichen: 10 St. I. Kl. mit 36,51 fm 7 St. 11. Kl mit 12,66 fm, 3 St. HI. Kl. mit 2,96 fm; b Kiefern: 140 St. HL u. iv. Kl. mit 35,63 fm; 11 Nutzholz II. Kl.: 8 rm Eichen, 6 rm Buchen yelgcn; 111 Brennholz rm: a. Buchen: 459 Scheit, 350 Kpl-, 93 Stöcke, 1' 31 Reiser; b. Eichen: 227 Säst. 17 Kpl-, 1 Stock, 128 Reiser; c. Kiefern: 14 Kpl., 95 Reiser. Gegen Bürgschaft Zahlungsausstand Crosdorf, den 2. Febr. 1887. 832 DaS Bürgermeisteramt. Allgemeiner Anzeiger. Vergebung von Slcinschlagarbeiten. Die Zerkleinerung von ca. 125 cbm Basaltsteinen auf der Kreisstraße Rödgen—Großen-Bufeck soll in Loosen von 25 cbm auf Grund der allgemeinen Bedingungen und mit Vollendungsfrist bis 1. Mai im Wege schriftlicher Submission vergeben werden- Die Angebote haben die Zahl der zu übernehmenden Loose und den verlangten Preis pro Cubikmeter zu enthalten und sind verschloffen bis spätestens Samstag den 8. Februar, Vormittags 11 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen. Gießen, am 31. Januar 1887. Der Kreisingenieur: 799 Gnauth. Jagdvcrpachtuiig. Dienstag den 8. Februar, Vormittags um 11 Uhr, soll auf hiesigem Nathhaus die der Gemeinde Stein heim zustehende Jagd von ca- 540 Hektaren Feld und Wald auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Steinheim, den 2. Februar 1837. Großh- Bürgermeisterei Steinheim. H i r tz i n g e r. 831 Jagdverpachtimg. Mittwoch den 9. d Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll die der hiesigen Gemeinde zu- stehende Jagd auf 9 Jahre verpachtet werden. , , ,QQ_ 1 Eberstadt, am 1. Februar 188,. ! Großh- Bürgermeisterei Eberstadt. Go er lach. 830 "Jrritap dm 18. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesig-m OrlsgerM der zu dem Nachlasse der Michael Bey S Ehe- U18Iu8rC6XX^/13-ir4 3026 Mr Acker am Schlangenzahl, ziebt durch den i Schudgesborner Weg meistbietend versteigert werden. Gießen, den 6- Januar 1886- Großh- Ortsgencht. 184 Müller. Brennholz- Bersteigerung in der sürfll. Dberförsterri Lich. In den Districten „Fuchsstrauch, Kellersberg und Höler" soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Montan den 7. Februar Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter Well, n Buchen 52 84 26 990 Eichen 4 115 112 3440 Kiefern - 118 246 4920 Dierrstag den 8. Februar Buchen 365 113 214 3450 Die Versteigerung beginnt jedesmal Vormittag- 1Ö Uhr, und zwar am Montag im „Fuchsstrauch" unweit der Eisenbahn und am OieuS- tag im „Höler"' auf der alten Gießener Straße, oberhalb des großen Albacher Teiches. 760 Lich, 29. Januar 1887. Wimwenau«r, Forstrath. Holzversteigerung in der Irhr. Gberförsterei Rabenau. Es werden versteigert Mittwoch den 9. Februar 1887 aus den Districten Stoll 2 a und b, Hörnes, Abth. 5: 9 Eichen-Stämme von 18—33 cm Durchmesser und 6—11 m Länge. Scheiter Knüppel Reisig Stöcke rm rm rm rm Buche 326 291 420 98 Eiche 7 18 2 Erle 8 - — Die Zusammenkunft findet Vormittags V29 Uhr aus der Landstraße bei Appenborn statt. Kesselbach den 2- Februar 1887. Freiherrliche Obersörsterei Rabenau. Trost. 847 Dienstag den 8. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht das Grilndstück Flur XXXX/308,5 456 Meter auf dem Sand, meistbietend versteigert werden- Gießen, den 24. Januar 1887. Großherzogliches Ortsgericht. Müller. 610 Keilgeöotenes. 789 Ein gebr. Hopha billig zu verk. Frankfurterstr. 63 III. Wasserdichte Stiefelschmiere, vorzüglich bewährtes Schutzmittel aregen , worüber viele Anerkennungen vorliegen, liefert OHo Schaala Giessen, * Fabrik chcm -techn. Präparate für Haushaltung, Landwirtschaft und Gewerbe. H Für Wiederverkäufer Rabatt. — 819 Ein Haufen Mist zu verkaufen. Schloßgasse 9. Bin mit einem frischen Transport belgischerPferde eingetroffen. 83? Salomon Michel, Pferdehandlnng, Gießen, Alicestraße 12. Drogeria Gießen, Äeltcrswcg 39. Gegen Husten und Heiserkeit fijib: Verschiedene Bonbons, Emser-, ZUdib und Sodener Pastillen, Isländisches MooS. Lakritz, Salmiak, Eibisch, Süßholz, Huf- lattig, Bromveerenvlätter rc. zu haben bei 841 Otto Schoos. | diverse fr. Fische. 19 div. Geflügel, Gothaer ,Ue Würste, ger Fifchwaare« täglich Sendungen bei V44 Ce « Hlelnhenn» Frankfurter Hof Carl Bieler, Kreipplak 6. 517 834 Familie Balser. Rodheim, Gießen. 846 833 Urner iZIllifflliili Mermischte Anzeigen. Redaction: A. Scheyda. 822 Ein tüchtiger Schlostergeselle für Kunst- und Bauschlosserei gesucht. Louis Friederich in Wehlar. tu824J M^blirteS Zimmer mit Ca- binet, Süd- oder Nordanlage bevorzugt, sofort beziehbar, sucht Amtsanwalt Keiber. Offerten mit Preisangabe in der Exped. d. Bl. abzugeben. 4./2. 8 Uhr. ©bl. Conf. 33all. 821 Die trauernden Hinterbliebenen. Jamilie Rosenbaum. 818 Ein Schirm stehen geblieben bei Daniel Heil, Kirchenplatz. Gebrauchte Punschefsenzflafchen u. Bordeauxweinflafehen kauft 840 Otto Schaaf, Seltersweg 39. Dir» Diltm/2 Uhr: Monstsvcrsammlung im Postkeller zu Gießen. Tagesordnung: Besprechung über den Antrag Hannover- Linden. Delegirtenfrage. Einzug der Monatsbeiträge. Verschiedenes. 836 Der Vorstand. Danksagung. Allen Denen, welche unserer unvergeßlichen Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin die letzte Ehre erwiesen haben und für die reichen Blumenspenden unseren herzlichen Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei unserem schweren Verluste sagen tiefgefühlten Dank __________________ 842 _ Allgemeiner Verein für Armem u«d Krankenpflege. Die in unserem Aufruf angekündigten Sammlungen für den Bau eines V ereinshauses (für die Schwestern und die Krippe) haben am Montag den 31. Januar begonnen und werden in den darauf folgenden 14 Tagen biL einschließlich den 14. Februar von den Mitgliedern unseres Vorstands und ver Bezirksversammlungen vorgenommen. Wir bitten, die Sammler und Sammlerinnen freundlich ausnehmen zu wollen. 68* Der Vorstand. Erklärung. nF,^r?Cr™m«"®ieLenerr2?n3ei9et" veröffentlichte Wahlaufruf des national- Wirth« auf^°^E^^ U”tet £an9,@öns auch den Namen „Mohr, Von Herrn Lehrer Bönsel in Lang-Gönr darauf aufmerksam gemacht, «in Versehen vorliegen muffe, da Herr Mohr den Wahlaufruf nicht unterschrieben habe, habe ich die Original-Liste verglichen und gefunden, daß der Jrrthum sich ,n folgender Weise erklärt: In der Lang-Gönser Liste stehen auf der einen Seite die Original-Unterschriften, auf der anderen Seite i,ter^,0Vmcrm Parteifreund geschriebenen Adressen derjenigen Personen, an welche Flugblätter der nationalliberalen Partei geschickt werden sollen. Unter diese Adressen wurde auch diejenige der Herrn Mohr ausgenommen, damildessen Gaste auch natwnalliterale Drucksachen zu Gesicht bekommen. Mein Scribent, der die alphabetische Zusammenstellung mehrerer Tausend Namen für die Drucklegung besorgte, verfiel nun in den Jrrthum, diese Adressen gehörten auch unter den Wahlaufruf. ' " Statt durch eine Zuschrift an das nationalliberale Wahlcomit6 die Auf- klarung dieses höchst einfachen Sachverhalts herbeizuführen, hat es Herr Mohr für gut gefunden, an Herrn Lehrer Bönsel einen Brief zu schreiben, der neben S" sÄ”!■ auch den Vorwurf der Schriftfälschung enthält und Herrn Bönsel die Verostenlllchung einer Erklärung zumuthet, die er nicht ver- bkr uicht entspricht. Diesen Entschluß des Herrn Bönsel wird auch der Umstand nicht ändern, daß Herr Mohr seine Zumuthung mit folgender Bekräftigung schließt: .... «3)ie Fassung dieser Erklärung ist im Einverständniß mit meinem nr S .rJreu"b, und Gesinnungsgenossen Herrn Rechtsanwalt vr Gulfleifth geschehen, wie sich auch der Vorstand der deutschfreisinnigen hlprtMrtm ^voßherzogthum Hessen, dem ich durch Cooptation anzugehören ^be, bereit erklärt hat, eventuell die weiteren gerichtlichen Schritte im Partei-Interesse zu übernehmen." Gießen, den 2. Februar 1887. 839 Für ein hiesiges Lv-§ro8-Geschäft, womit Detailverkauf verbunden ist, wird zu Ostern ein Lehrling gesucht. Näheres zu erfragen bei der Exp. d- Bl ( W ohlthätigkeitsverein) Samstag den S.Februar 1887 ? Anfang Abends 7 Uhr 60,3 Minuten im Saale des Ca fe Lei h Eintrittskarten ä Mk. 1.20 sind von n 1 I u Hbc,Tn.bcn Herren Gust. Gerhardt, lLindenplatz) und 0. F. Conrad (Mausburg), sowie Abends an der Casse zu haben- ” Geheimkarten (nur für Damen gültig) äfc bei Herrn G. Mook, Photograph, Neuenbaue, ausgegeben. Den Mitgliedern ist freier Zutritt S ber Eintritts- -Z karten gestattet. 47g Dep Vorstand. X. GrünebauT' 15 dfg. sind vorher bei Herrn Restauration Stein^SelterswegL Donnerstag den 3. Februar ig«7 Abschieds-Coneert -es Cölner Trios unter Mitwirkung der C-rn-oalistisch-n Lieder-Säng-rin Frl. Hcr,oa 843 Anfang 8 Uhr. - «ntree frei. Dominos in schöner großer Auswahl billig zu verleihen bei 845 B. Melior, Bahnhofstr. 18. nc leistungsfähige Bingener Weingroßhandlung sucht für den hiesigen Platz SE.Ä" Ättn -u« Besuch von Privaten und Wirthen, bei hoher Pro- «SS"' Anträge mit Referenzen sind zu richten J. 8.100 postlagernd Bingen. 504