Zweites Blatt. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ^urch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf' i«n Amtlicher Hpeil. Betreffend: Den Ankauf von Renwnten pro 1887. Berlin, den 5. März 1887. am 6. Juli in Nidda, Butzbach, 4. Groß-Gerau. „ Bickenbach, „ Gernsheim, // // „ Alsfeld. „ Nieder-Wöllstadt, l”'8e"* b« MM« »*« W dl-,-- S°»- » H u 1„ H ^4. „ ^h7m,bf^-nto^°^eMnEaUfS,^mmi,l0ns. erfouflen Pferde werden zur Stelle abgenommen und "sofort gegen Quittung banr"bezahlt h.r 1wJ^erbe solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer aeaen Erstattung des Kaumreis^ und am 1. August in Lampertheim, „ 2. * - „ 3. - *WÄÄ *Ä IÄÄÄÄÄM»?“* 8,116 - *** -Ste -- -«**** ’***■**■*•**-f.- Kriegsministerium, Remontlrungs-Abtheilung. >■.....——. Frhr. von Droschke. Wochen - Uebersicht m,,. » L m . Gießen, 2. April. »Ht Freuds und Donk vernimmt das teutiche Volk, Oaß Kaiser Wil- b Oen der Erkältung, welche er sich während der Festlichkeiten anläßlich fetms 90. G-burlitages zugezogen, fast gänzlich wieder b-roestellt ft, ®.etbem d°hsN Alter der Monarchen erscheint jedes an und für sich noch fT b!9,e"fcen geeignet, Besorgnisse hervorzurufen, um so inniger Genugtbuung, daß der kaiserliche Herr auch die jüngfle Jnd Spositron ohne bleibende Nachkheile überwunden hat. Nur die Enlzunduna am linken Auge macht sich noch etwas bemerklich, die aber den Kaiser nicht hmderle, sich den laufenden Rcgreruugsgefchästen wieder in vollem Umfange zu Umständen^abhängt SB,eberaufnQbnie der regelmäßigen Ausjahrlen von den K-rem- DJj°r °c!rwoche Hal zunächst auf parlamentarischem Gebiele österliche Stille gebracht, denn das Reichsparlament wie die preußische Volksvertretung sind nunmehr in die Ferien gegangen. Beide Parlamente haben » elTn6e",.^eil 'bret a,beiten erledigt, immerhin bleibt auch nach bltlIär8 '^ 3“ tl>un übrig, weniger allerdings für das preußische Äbgeorbnelenhaus, als vielmehr für den Reichstag. Denn ersteres wird für den lm Wesentlichen nur noch mit der kirchenpolitischen Novelle zu besoffen haben und da noch der Erklärung Msgre. Ealimberli's die Annahme der Novelle gleichbedeutend mit dem endgültigen Friedensschluß zwischen Preußen und der Kurie »st, so wird jedenfalls auch das Abgeordnetenhaus, gleich .A btr Kirchenvorlage schließlich zustimmen. Ter zweite Tbeil der Reichstagssession dagegen wird außer der Erledigung der noch zur zweiten resp. dril.en Lesung stehenden Vorlagen und der Berathung über die inzwischen ttngegangene Novelle zum Gerichlrkostengesetz sich namentlich auch mit dem neuen werdenb°ben unb b>° Verhandlungen hierüber en b b ^/isi°ff wohrsch^nlich in die Länge ziehen. Ueber die Grundiüae Äeclolster in^Au/si». ba| cine Consumsteuer von 60 bis 70 M. pro £ XdioJÄrf*?0®’"'? ^d außerdem wieder eine Cootingentirung aabe ber 9 roitb; lelbstverständlich bleibt die Bekannt« gave der G.undzuge des neuen Branntweinsteuer-Entwurfes seitens der Reni?, BfeWs* «äs ÄB gS; ÄÄWS Ä*te? 8.'»»; »&.X8Ä Preußen einzubringen, welcher eine gerechtere Veranlaoun^ h». ÄÄ?*1 "*b & «Ä.S si*» vrjmeini oer Ausgang der Stichwahl immerhin noch ungewiß. Der Statthalter der Neichslande, Fürst Hohenlohe, Hut stch nach beinahe 14tägigem Aufenthalte in der Reichshauptstadt am Donnerstag nach Straßburg zurückbegeben. Den äußerlichen Anlaß zu der Berliner Reise des Statthalters gab zwar die Kaiserfeier ab, aber ihr eigentlicher Zweck war doch die Berathung mit den maßgebenden Faktoren über die angesichts des prc- testlerischen Ausfalles der Reichstagswahlen in Elsaß-Lothringen zu ergreifenden Maßregeln. Nun da der Statthalter auf seinen Posten zurückgekehrt ist, wird man wohl Näheres über die beschloffenen Veränderungen in der Verwaltung und Organisation der Reichslande hören. Auf dem Gebiete der hohen Politik ist aus dieser Woche ein merkwürdiges Gerücht zu verzeichnen. Es heißt nämlich, Msgre. Galimberti, der Specialgesandte des Papstes zur Berliner Kaiserfeier, sei noch der Träger einer ganz besonderen Mission gewesen, indem er den Auftrag gehabt habe, in Berlin die päpstliche Vermittelung zur endgültigen Regelung des deutsch.sranzösi- schm Verhältnisses anzubieten; die französische Regierung soll bereits ihr Ern- verständniß mit diesem Plane erklärt haben, während eine Aeußerung von deutscher Seite noch ausstehe. Die ganze Meldung wird aber nur mit größter Reserve auszunehmen sein, denn im Vatikan dürste man ebenfalls sehr genau wissen, daß man in Frankreich die Rückgabe Elsaß-Lothringens als die conditio sine qua non zur Einleitung eines freundschaftlichen Verhältnisses mit Deutsch- land betrachtet und daß anderseits Deutschland seine südwestlichen Grenzlande nie und nimmermehr freiwillig hergeben wird! — Im politischen Wetterwinkel Europas, aus der Balkan-Halbinsel und speciell in Bulgarien, scheint endlich auch österliche Ruhe eintreten zu wollen. Wenigstens ist nichts von neuen Auf- siandsversuchln in Bulgarien selber bekannt geworden und auch die Meldung, daß sich in Reni, auf dem russischen Donau-Ufer, Banden zu einem Einfalle in das gegenüberliegende bulgarische Gebiet rüsten, scheint sich nicht zu bestätigen. Freilich, jeder Tag kann die Kunde von neuen Unruhen im Bulgaren-Lande bringen! Aus der ungarischen Hauptstadt kommt die unangenehme Kunde vom Wiederaustreten der asiatischen Cholera, die ja schon im vorigen Jahre in Pesth so furchtbar wüthete. Auch im südlichen Ungarn sollen Cholerafälle vorgekommen sein und ist daher nicht zu bezweifeln, daß die Seuche auf ungarischem Boden überwintert hat. Im vorigen Jahre gelang es glücklicher Weise, das Vordringen der Cholera von den Grenzen Ungarns nach Osten, wenn man den von Pesth nach Wien verschleppten Fall ausnimmt, zu verhindern und hoffentlich wird dies Bestreben auch Heuer von Erfolg sein. Die Weiterberathung über die Verfassungsrevision ist in der holländischen Deputirtenkammer bis zum 19. April vertagt worden. Die Regierung erklärte sich mit dieser Vertagung einverstanden. Der Führer der radicalen Partei Dänemarks und Präsident des Folkething, Berg, hat letzteres Amt niedergelegt. Ueber die Gründe dieses Aufsehen erregenden Beschlusses erfährt man nur, daß sie politischer Natur sind; seine Stellung als Führer der radicalen Partei wird Herr Berg jedenfalls beibehalten. In Frankreich kann das Ministerium Goblet auf einen Sieg zurückblicken, der bis auf Weiteres den Verbleib des Cabinets im Amte verbürgt. Am Mittwoch verhandelte die Deputirtenkammer über die von der Budget- Commission apgelehnten Nachtragscredite. Ministerpräsident Goblet hatte hierzu die Vertrauensfrage gestellt und die bisherige Haltung der Regierung gerechtfertigt; er bat schließlich die Kammer, klar und bestimmt sich für oder gegen die Negierung zu erklären. Nachdem alsdann Clemenceau gegen Die Ergänzungscredite gesprochen, wurden dieselben mit 290 gegen 220 Stimmen (Rechte und Radicale) genehmigt. Das Ministerium Goblet ist also bis aus Werteres gerettet, ob ihm aber die parlamentarische Situation auch nach den Osterferien günstig sein wird, möchte zu bezweifeln sein. Die Reconstituirung des italienischen Cabinets Depretis durch den Eintritt der Oppositionshäupter Crispi und Zanardelli ist das bedeutsamste Ereigniß jenseits der Alpen seit dem Rücktrrttsgesuche Depretis und Robilant's. Ob hiermit die politische Krisis, an welcher Italien fo'lange Zett laborirt, endlich zum Abschluß gelangt ist, muß noch dahingestellt bleiben; was man wenigstens bis jetzt über die politischen Anschauungen der neuen Cabinetsmitglieder gehört hat, berechtigt gerade nicht zu besonderen Hoffnungen auf die Lebensfähigkeit des reconstituirten Ministeriums. Aus Spanien liegen keine weiteren Berichte über die entdeckte republikanische Verschwörung vor, was daraus hindeutet, daß deren Ausbruch noch im rechten Moment vereitelt wurde. Die Führer sämmtlicher Oppositionsparteien haben die Negierung ihrer loyalsten Unterstützung bei Aufrechterhaltung der Ordnung versichert und somit wird man diesen neuesten Putsch der spanischen Republikaner wohl als definitiv gescheitert betrachten dürfen. Lokales. , ... Gießen, 2. April. sStadtoerordnetensitzung vom 31. März, Nachmittags 4 Anwesend Herr Bürgermeister Bramm, die Herren Beigeordneten Gnautü und Keller, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Bai st Georgi Gruneberg Hoch, Homberger, Jughardt, Kauf, Ad. Noll, August Noll Petrr, Dr. Ploch, Scheel, S ch o p b a ch/Simon , Vogt und Die Wahl der Mitglieder der Einschätzungs-Commission wurde vorgenommen und zwar a) für Abtheilung I unter Anwesenheit des Herrn Steuerrath puffert; es wurden die seitherigen Mitglieder, von der Stadtverordneten-Versamm- lung dre Herren Homberger und Vogt, von Steuerzahlern außerhalb des Stadt- vorstandc-- dr- Herren Emil Fischbach, Emil Pistor, Ehr. Wallen- ’k m ’ unb ™ 0 f otnfcer, als Ersatzmänner die Herren L. Georgi, A. Petri und Georg Wortmann durch Acclamation wiedergewählt; b) für Abtheiluna II wurde ein Thell der seitherigen Mitglieder wieder- und ein Theil neugewählt und zwar: aus der Stadtoerordnetenoersammlung die Herren Ehr. Schopbach Conr. ' unb tür ^en freiwillig ausscheidenden Herrn Aug. Noll Herr der Steuerzahler außerhalb des Stadtvorstandes dre Herrn Hch Flick, F. Hoffmann, Carl Loos, Hernr. Adami und Andr unb ß $'nanner ^errCn Scheel, Just. Kreiling, Jos. Mann Als Taxatoren in Wildschadensangelegenheiten wurden die seitherigen Herren wiedergewahlt; es sind dies die Herren G. C. Simon, Fr. Heß Friedr Georgs und Oeconom Kitz. ' u ü lcul‘ qrx Angelegenheiten der Quellwasserleitung beantragt Herr Maurermeister barrte ^rUcf0“be etner. DDn lhm im vergangenen Jahre bei Uebernahme einer Arbeit gestellten Caution, womit die Versammlung einverstanden ist. Die Anfuhr der Zur Wetterführung der Leitung nöthigen Rohre soll in Submission vergeben werden. erwähnte das Trubwerden des Quellwassers bei Regenwetter und führte dabei aus, daß wenn dies auch nicht gerade gesundheitsschädlich, doch jedenfalls ^r unappetltlich und deshalb eme möglichst rasche gründliche Abhülfe wünschenswerth aKbatD Do^gek^roerben. ^u-llwass-r-Commission zur Prüfung und Abhülfe Die Anschaffung eines neuen Steigerwagens für die Freiw. städtische Kostenvunkt^340 unb bte Ausführung Herrn Wagner Ferber übertragen, , rc. Groß. Ministerium verlangt, durch ein Rescript an Großh. Kreisamt, die als- baldige Herstellung von Zufahrtwegen zu dem Bauplatze für die Kliniksneubauten- dem S^slnnen soll sofort entsprochen werden, vorher aber wird rascheste Anfertigung laues besch^loisin. Hinsichtlich der früher erwähnten Taxation des zu W n!?nrUfbaU Geländes wurde diese von der Lokal-Commission als vwl M hoch gehalttn erklärt und bedeutend heruntergesetzt; sie wird demnächst bem Provmzlalaus!chutz vorgelegt werden. u < . g, ^cr $ 9 des Vertrages mit dem akademischen Hospital betr. die Uebertragung Ministeriums ” bcr auIeßt beschlossenen Fassung die Genehmigung Großlsi ... .Aus Anlaß der Gesuche der Herren Gg. Pfaff und Chr. Petri V. um « ^-C ^e$?er ? üon städtischem Gelände resp. Bauplätzen an der C/nb be^ ^stanlage zwischen Freimaurerloge und Gewerbebank roiirbe befÄlosien, einen Bauplatz an der Llcherstraße, oberhalb der Wolfstraße, und 2 Bau- zwischen Loge und Gewerbebank demnächst einer Versteigerung auszusetzen • bei 1 SU ClnC 2ufC "°n 35 M-t-rn und nebenbei eine Einsahr^in die Gestalt . wird dem Barbier Herrn Franz Nolte zur Errichtung eines Geschaftslokals m der Nähe der neuen Caserne ein Theil eines Trteboiertels zu einem jährlichen Pachtpreise von 30 JL auf 6 Jahre widerrustich überlassen. Ein von mehreren Interessenten eingereichtes Gesuch um Verlängerung der ei£enr Gartenstrabe (die kleine Straße hinter Stein's Garten am Moser schen Hause aus den Schlstenberger Weg mündend) über den Schiffenberger Weg und den südlichen Abhang des Nahrungsberges, d. i. eine Erweiterung des Stadt- to/L-a.bSIa0ti beftiieben' da sich die Stadt zur Ausführung eines voraussichtlich lehr kostwieligen Proiectes ohne reden allgemeinen Nutzen nicht verstehen kann o. . Auf eine Eingabe des Pachters des ehemaligen Walther'schen Hauses am Ltndenplatz wird demselben der Miethpreis auf 1500 Jt ermäßigt - O1 Die Verhandlung über den 12. Punkt der Tagesordnung, die Herbstübungen der 21. Division rm Jahre 1886 betr. wird für heute ausgesetzt. ° SDaä Gesuch des Herrn L. Chr. Rübsamen um Ueberlassung eines Ia?cm rcd)t§ ber Lahnbrücke wird genehmigt mit der Bedingung, dem ^iatz^abestimmte Grenzen zu ziehen und die Abfahrt von Kies an Markttagen zu r ^?ach langer Verhandlung wird das abermals auf der Tagesordnung stehende Gesuch des Herrn Israel Klebe um Erlaubnitz zur Anlegung eines Steges über den Schoorqraben zum 3. Male abgelehnt. 0 iv^I"^^serung des oberen Wehres in derLahn ist ein Kostenaufwand von 1700 ^erforderlich, welcher von der Versammlung gutgeheißen wird. Von Festsetzung der Baufluchtlinie auf der nordwestlichen Seite des Selterswegs soll vorerst abgesehen werden. Eine G^tulations -Adresse von Seiten der Stadtvertretung anläßlich der Verlobung Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Irene mit Seiner König!. Hoheit dem Piinzen Heinrich von Preußen wird gutgeheißen. ir 7 Dank der Großh Direction des Realgymnasiums für die gewährte Unterstützung der 50sahrigen Schulfeier, der Dank des Gewerbeveretns^für den den Handwerkerschulen zugesagten Zuschuß, der Dank des Herrn Rodewald für bie Ujni ui letzter Sitzung genehmigte Remuneration von 200 JL, und endlich der Dank des Vereins für innere Mission für den ihm zur Erbauung eines Schwesternhauses an der zukünftigen Lonystraße überlassenen billigen Bauplatz werden zur Kenntniß der Versammlung gebracht. 8 Dem Herrn W. Weiß wird die pachtweise Ueberlassung eines Streifen Landes an der Ludwtgsstraße bei einer jährlichen Abgabe von 5 JL zugestanden a r ^-^or0enommenem Augenschein wird die Entfernung von 2 Bäumen am Hause des Wirths Herrn Häuser am Schiffenbergerweg, sowie die Versetzung eines Laternenstockes daselbst unter angemessenen Bedingungen gutgeheißen. k eJCunbad)cl und Verkehr f , — Gs coursiren gegenwärtig österreichische Guldenstücke im öffentlichen Verehr und werden diese Geldstücke für Zweimarkstücke, denen sie ziemlich ähnl ck !eichiseben°^0/!? 's4-F l-ft b^^, Vorsicht beim Glldeinnebmen geboten, da die öste^ besitzen Guldenstucke einen Mtnderwerth von 30 bis 35 H gegen Zweimarkstücke Dienstag den S. AprU, Nachmittags 2 Uhr, • werden im H. 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