Nr. 2SS Mittwoch den S. November 1887. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. J4 Ift i i F « K 01 I II Bureau r Schulftraße 7. n. bl- October. Se. Königl. Hoheit der Großhenog, be« oAlOT>i°0n A^t^ mUlenQnt aBern^er< begaben Sich gestern Vormittag 8 Uhr M Mn. mit der Bahn nach Hetzbach und von da zu Wagen nach Beerselden- our Feier der Einweihung de» neuen Kirchthurme« und de« Geläute« sand fe erltcher Festgottesdienst statt. Nach demselben kehrten Se. Königl. Hoheit wieder hierher zurück. v n k 7kSe'cnR,öni?~ H°h°it der Prinz Christian von Schleswig-Holstein stnd mit den Prinzesstnnen-Töchtern Victoria und Louise gestern Vormittag von hier nach England zurückgereist. 4 311 October. Ihre Mas. die Kaiserin ist um 4 Uhr 30 Min. oon Baben-Baben in Koblenz eingetroffen. Bi« Karlsruhe begleiteten die Großh. Babifchen Herrschaften die Kaiserin. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Brinaerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberficht. Gießen, 1. November. Dem Kaiser scheint der Jagbaurflug nach Wernigerobe doch nicht so günstig bekommen zu jtin, wie sich nach den ursprünglichen Meldungen anneh. men ließ. Wenigsten« sah sich der hohe Herr in Folge einer Erkältung genötigt, «°n der Theilnahme an der Hofjagd in der Schorfhaide am Samstag abiu- lehon und war b-i derselben daher Prinz Wilhelm mit der Vertretung feines kaiserlichen Großvater« beauftragt worden. Die Unpäßlichkeit der Kaisers ist indeffen nur eine leichte, war u. A. darou« erhellt, daß der greise Monarch am Freitag Abend der Vorstellung im königlichen Opernhause beiwohnte -a ^^^^^^'"^"^""^n.nt'nowitsch von Nußland, der fürstliche „Toast-,r von Dünkirchen, traf am Donnerstag, von Paris kommend, m a&enbfiunoe in Berlin ein, auf dem Bahnhofs nur vom russischen Geschäftsträger, Grafen Murawieff, empfangen. Der Großfürst foupirte im Hüte! Continental und setzte Nachts 11 Uhr 15 Min. bereits die Weiterreise nach Peterrburg fort. Dis russtsche Hoheit scheint sich in der Reichrhaupt- Hobt ziemlich ungemüthlich gefühlt zu haben. W * P Ue6et den Termin für die Einberufung des Reichrtagsr herrscht an maßgebender Stelle noch immer ein merkwürdige« Stillschweigen, obwohl wir nunmehr in den November eingetreten stnd und es allseitig als gewiß betrachtet wird, daß der Zusammentritt der Parlament« im Laufe diese» Monat« erfolgt Offenbar hängt die Verzögerung in der Bekanntmachung be« Einberufung«. Armin« mit dem Stande der Vorbereitungen zur Fertigstellung der Reich,Haus« halt».Etat« zusammen. Da nun aber endlich mit der Verlheilung der Special, m -- tm Bunderrathe begonnen worden ist, so steht die demnächstige Veröffentlichung des gesammten Etat« zu erwarten und dann muß auch Klarheit in die parlamentarische Lage kommen. Abgesehen vom Etat, wird der Reich,, tag bei Beginn seiner neuen Session freilich nicht« von größeren Vorlagen »orstnden und wird daher die Zeit bi, zur Weihnachtspause mit der Beratbuna de» Etat» und der Erledigung kleinerer Sachen ausgesüllt werden müssen. Man kann also der eigentlichen gesetzgeberischen Thäligkeit der Reichstage» erst nach Neujahr entgegensehen und diesem Stands der Dings gegenüber wäre er viel« I doch besser gewesen, dar Parlament überhaupt erst im neuen Jahre iU. fammentreten zu lassen. v ’ I V.etrnx ®eflen den Willen der Regierung hat die Kammer dis Einsetzung erfUl^nB^'3Iui,<5uffc6 beschlossen und will die Regierung gar nicht weiter hören. In Deputtrtenkreisen verlautet, Gröoy werde demisstoniren soll» die £S ^em Beschlüsse beharre und hängt diese Ankündigung mit der Angelegenheit de» Schwiegersöhne» des Präsidenten Gröoy, des DeMirtm Affair»' 2B(ll1,on 6at ^4 von der Beschuldigung, mit in die Limousin. LK ” troi(fe t 3“ s- n. nur ungenügend zu reinigen vermocht und wird tobe ?ür h,n 3^me. OtUntersuchung,.Ausschuß eingesetzt, so dürfte der- selbe für den Schwiegersohn der Staatsoberhauptes doch unangenehme Dinas ®a?$?inift,rbf!e Stemn0 ®r6?9’8 ®ürbe hierdurch bedenklich erschüttert werden. R k ,®'ll, um ein weiter!« Votum der Kammer über die Unter. SM*TÄftn' Bcctrauenrfragg stellen, so daß mit der Präsidenten. Kuns gleichzeitig eine Minister-Krtstr droht. Grövy conserirte am Freitaa mit dem C°binet"Che Rouvier und den Präsidenten be, Senat« unb ber Kamm»! L s„°9«r.Unb ^loquet versicherten, daß viele Depulirte, welche der Dring, fteriu'm b,in,äK 100 o-i6une ■' 3cUr Untersuchung der Scandalosa im Kriegsmim. fnÄ m .6 binzusetzen, zustimmten, die Absicht hätten, bei dem !in. k» Votum über die Enquete durchau« nicht den Präsidenten (Grövy) in eine schwierige Lage zu bringen. Die in den Demonstrationen der Londoner Arbeitslosen eingetre. SÄlLr“1®"* Qn?k ßetDä&tt bereits am vergangenen Freitag fand flk» ®,Tre: roiJ?etum eine »roße Ansammlung beschäftigungsloser Abeiter statt, welche eine Deputation zum Ralhe de, Ministerium« des Innern ~b «r liffentüchen Arbeiten mit der dringenden Bitte um Arbeit entsandte. Ar /talh wollte bi, zum gestrigen Montag Antwort ertheilen. Zu irgend, "'lchen Ausschreitungen der Arbeiter kam e, indessen an dem genannten Lage nicht. |_ Engländern stehl in Südasrika ein neuer Zulukrieg in Ausstcht Die Zulu« stnd wegen verschiedener Maßnahmen der Regierung der Natal-Co onie wieder in GLHrung und steht Dininzulu, der Sohn de« verstör, venen Zulukönigr Cetewayo, an der Spitze der Bewegung. Havelock, der Gou« verneur von Natal, ist mit Truppen nach dem Zululand aufgebrochen. Gleich, znttg sind auch au« Egypten wieder einigermaßen bedrohliche Nachrichten in London eingelaufen. Wadyhalsa, der äußerste, von den Engländern noch be etzte Posten gegen den Sudan, ist von den Aufständischen lebhaft angegriffen worden und wurden bethalb ansehnliche Verstärkungen von Kairo nach Wadyhalsa ent- sendet Die insurrectionelle Bewegung im Sudan besteht also noch immer und unter diesen Umständen werden e» die Engländer mit der beschlossenen aber. Eigen Verringerung ihrer Streitkräfte in Egypten wohl nicht so eilig Die englische Regierung will, fall« sich die Dinge in Marokko drohender gestalten, die Neutralifirunz der Hasen» und der Gebiete, von Tan« ger beantragen. Et der allseitig al« so dringlich erkannten Revision der Aurfüh. rung«.Bestimmungen zum Branntweinsteuer.Gesetz will e« noch a° .T2? ÄV ®!e Buvderrathr.Aurschüffe haben sich mit dieser Frage b°Aäftigt und heißt er, dis hierauf bezüglichen Vorarbeiten be. gnahr J* m)LTsnl^klnut« ?lr drlisung und Sichtung be« umfassenden Materials, welches burch bis zahlreich vorltegenben Eingaben aus Interessenten. 4^9?" axtt0eroac^fen ®r^ im Decsmber soll dar Revisionswerk „ernstlich" 3UmQt ba verlautet, daß mehrere Bunder-Regie. rungen nachträglich Bedenken gegen einzelne Punkts der Lussührunas-B-stim. h^ben. Die Nothwendigksit einer vorsichtigen Prüfung wird Niemand bestreiten, trotzdem muß aber doch im Interesse be« allgemeinen wünsch" wer'! beschleunigte Beenbigung des jetzigen Provisoriums ge« ff.v bLr Errichtung einer britten Bürgermeisterstelle en bro^ zwischen der Gemeinde.Vertretung und dem überwiegen. l ber Bevölkerung der bayerischen Hauptstadt m einem Conflicte zu führen. Das Gemsinbe.Collegium lehnle mit 31 gegen 20 Stimmen den gegen die Ernennung eines dritten Bürgermeister« erhobenen Protest der Bürger, ^rsamm ung ab und beschloß mit 32 gegen 18 Stimmen, dis dritte Bürger, meisterstelle nicht auszuschreiben, sondern dieselbe dem Recht,rach Ruppert, einem ^klerikalen Partei, zu übertragen. In den liberalen Kreisen der ® Münchens erregt dieser Beschluß de« Stadtverordneten-Collegium« große Mißstimmung und dürfte dieselbe bei den bevorstehenden Neuwahlen zum I Gemeinderathe in prägnanter Weise zum Ausdruck gelangen. , . ®er, vorläufige Statur der verkrachten Leipziger Dirconto.Ge. I '/Mast ergiebt eine llnterbillanz von 2'/a Millionen M. Das Actien- Kapttai ist vollständig verschwunden und sür die Gläubiger liegen in der Masse tSügS 65 illustrirt dies in deutlicher Weiss den Umfang dieser In Oesterreich ist dis Reichsraths.Session durch die Session der ■»elegationen abgelöst worden. Der Reichsrath wird erst im Januar wieder I Wsmmmtreten, nachdem dar Abgeordnetenhaus am Freitag seins letzte Sitzung «or d» Vertagung abgehalten hatte, deren Tagerordnung in ziemlich summari- l?et Weise erledigt wurde. War den Conflict zwischen oer Regierung und den !n “nbetrifft- fo >st derselbe einstweilen vertagt worden; die Regierung hat «e czechischen Forderungen in der Mittelschulfrage entschieden zurückgewiesen wird dar Cabinet hierbei ersichtlich von der Krone gestützt. Da die Czechen mn.$o(ep; keine Unterstützung sanden, so ersuchten sie selbst die Regierung Vertagung der Antwort auf die bekannte Interpellation in Sachen de« Nk - ,7?"k'Erlafle«. Hiermit haben die Czechen bereite eingelenkt und wahr. ftMnlich werden sie auch noch weiter Wasser in ihren Wein thun. Am politischen Horizont Frankreichs steigen bedrohliche Wolken amh* &cr Kammer scheint eine Action gegen das Ministerium Rouvier im I ^ene 8U sein, wozu die Scandal-Affairen im Küegsmittisterium den äußerlichen | 1 Telegraphische Depeschen. SÖolfP$ telegr. Co^esvondenz - Bureau« October. Offictelle Meldung: Rheumatische Kreuzschmerzen im Sb 8efltißen3:a8eä b°-'ntrSch,ig.e einige ». Derlicb bem H°sth°°t-r-Jn,endanNn Wien, 31. October. Wie die „Polit. Corr." aus Bukarest meldet aiü in dortigen ""^rEchteten Kreisen als wahrscheinlich, daß die unterbrochenen Unterhänd- E^^ch-Ungarn betreffs des Abschlusses des Handelsvertrags und der werben n °n tm £aufe bc§ Monats November in Wien wieder ausgenommen m N^tionalrathswahlen sind 103 bekannt. Eine rnffiR c U «eslchert. Durch die Wahl zweier liberaler Stände- tß bCt fe Cn§ Solothurns ist eine liberale Mehrheit auch im Ständerath bekannten 144 Nationalrathswahlen entfallen 98 aus die demokratische Partei, 5 auf das liberal-conservattve Centrum, 41 aus die con- seroatro-ultramontane Partei. October. Es wird nun officiell gemeldet, daß Lord Lytton zum Botschafter in Paris ernannt worden ist. ~ Das Obergericht in Mulltnger (Irland) bestätigt das' Urtheil, wodurch oer ^ogeoronete Hayden wegen Aufreizungen zu Storungen der Ordnung gelegentlich von Pächterauswetsungen zu zweimonatlichem GefLngniß mit Zwangsarbeit verurtheilt worden ist. — Die Königin verlieh Lord Lyons die Earls-Würde- London, 31. October. Das Appellgericht bestätigte die über O'Brien wegen aufrührerische Sieden vom Gerichte in Michelstown verhängte Gefängntßstrase von 3 Monaten. — Nachrichten aus Mtddleton melden, daß O'Brien nach der Verkündigung des Urtheils des Avvellaertchts das Gerichtsgcbäude verlassen wollte, woran er jedoch durch die Polizei verhindert wurde. Die anwesenden Freunde O'Brien's protestirten gegen die Verhaftung ohne vorherige Erlassung des Haftbefehls. Der letztere wurde schließlich unter fortwährendem Lärm ausgefertigt und O'Brien nach einem heftigen Kampfe mit der Polizei festgenommen und unter Milttäreskorte in das Gefängnitz von Cork gebracht. — Nach einer Reutermeldung aus Capftadt ist Umquikela, der Oberhäuptltng des Pondolandcs, gestorben. Dublin, 31. October. Gegen das Unterhausmitglied Eox ist eine gerichtliche Vorladung erlassen worden, weil er der von der Regierung verbotenen Versammlung der Nationalliga in der Grafschaft Clare beigewohnt hat. Madrid, 31. October. Art. 2 des Dekrets vom 27. October beauftragt eine Commission mit der Aufsuchung von Mitteln zur Spiritus-Denaturirung. Die Aufhebung der Verordnung vom 30. September tritt erst in Kraft, wenn die Commission ihre Aufgabe erledigt hat. M o f a i t i. Gießen, 1. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 3. November 1887, Nachmittags 4 Uhr. 1. Gesuch des Jakob Büttner um Erlaubntß zum Wirthschaftsbetrieb, ins- * besondere mit Branntwein. 2. Prüfung der Rechnung des Realgymnasiums vom Jahre 1886/87. 3. Gesuch der Actienbrauerci Gießen um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes. 4. Die städtischen Bleichen betreffend. 5. Die Reparatur des Wehrs bei der Obermühle. 6. Wohnungsvergütung für einen städtischen Lehrer. 7. Das neue Schlachthaus betreffend. Gießen, 1. November. Mit dem heutigen Tage kommen zwischen Gießen und Lollar zwei Lokalpersonenzüge, welche 2. bis 4. Wagenklasse führen (jedoch nur an den Wochentagen) zur Beförderung. Die Fahrzeit ist folgende: Ab Lollar 7 Uhr 30 Morgens Ortszeit. In Gießen 7 „ 45 „ „ Ab Gießen 1 „ 40 Nachm. „ In Lollar 1 „ 50 „ „ • — Dieser Tage finden auf der Obel hessischen Eisenbahn Probefahrten mit den für die Secundärbahn Stockheim—Gedern bestimmten Locomotioen statt. Uuiversttäts ■ Chronik. Heidelberg, 29. October. Bei der gestern stattgehabten zweiten Immatrikulation an unserer Hochschule sind im Ganzen 102 Studirende eingeschrieben worden. Die Gesammtzahl der Neuanmeldungen für das Wintersemester beträgt jetzt 214. — Zu Ehren des Professors Or. Berethsen, welcher eine Stellung in der Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen übernommen hat und sein akademisches Lehramt nunmehr aufgibt, wurde gestern Abend ein Abschiedsessen veranstaltet, das zahlreich besucht war. Die Universität verliert in dem Scheidenden einen sehr beliebten, tüchtigen und strebsamen Docenten. vermischte-. — Im Großherzogthum Hessen waren am 1. April 1887 vorhanden 337 approbirte Aerzte, welche sämmtlich mit Einschluß der Prioatpraxis ausübenden klinischen Lehrer, Anstaltsärzte :c. Privatpraxis ausüben; 14 ausschließlich in und für Anstalten beschäftigte Aerzte; 37 actioe Militär- und Marine-Aerzte, von welchen 23 zur Croilpraxis angemeldet sind; 5 Wundärzte; 8 Zahnärzte; 221 staatlich geprüfte Heildiener; 3 frei practicirende männliche und 26 weibliche berufsmäßige Krankenpfleger; 32 einer weltlichen, 86 einer evangelischen und 163 einer katholischen Genossenschaft angehörende Krankenpflegerinnen; 1232 Hebammen, sowie 18 nicht approbirte Personen, welche sich mit der Behandlung kranker Menschen befassen und ihren Gewerbebetrieb bei der Behörde angemeldet oder öffentlich angekündigt haben, darunter 12 Dentisten und Zahntechniker, 6 anderweite nicht approbirte Personen • 50 Thterarzte, sämmtlich Privatpraxis ausübend, mit Einschluß derjenigen klinischen Lehrer, Anstaltsthierärzte und tnaclioen Militär-Thierärzte, welche Prioatpraxis ausüben; 2 ausschließlich in und für Anstalten beschäftigte Thierärzte; 11 actioe Militär- Thterarzte, von welchen 10 zur Ctvtlpraxis angemeldet sind. Die Gesammtzahl der Apotheken betrug 108; mit 1 pharmaceuttschen Hülfsperson (Gehülfe oder Lehrling): 62, 3: 4, mit 4: 2, mit 5 und mehr: 1; der Dispensir-Anstalten der Cioilkrankenhauser 2; der Aerzte 4; Besitzer, Pächter oder Verwalter von Apotheken waren 108; Gehulfen 85; darunter im Besitze der Approbation als Apotheker 41, und Lehrlinge 51. ' . Mainz, 30. October. Dank den ungünstigen Verhältnissen, mit denen die Schlftsayrt zur Zeit zu kämpfen hat, haben sich im laufenden Monat die Betriebs- einnahmen der Hessischen Ludwigsbahn überraschend günstig gestaltet. Bis zum 25. October sind über die Ludwtgsbahnstrecken in runder Ziffer 16 000 Güterwagen S gelaufen, als rm gleichen Monate des verflossenen Jahres. Wenn der Verkehr s xagen be3 Monats in derselben Weise entwickelt, dürfte demnach A,^^oerkehr für den Monat October eine Betriebseinnahme von 900 000 Jt, gegen 800 000 «4t rm October 1886, ergeben. 0 ra $ei der letzten Conoersion von Prioritäten sind von der Ludwigsbahn 3500 °"S°wrdeit worden. Die Verwaltung hat den Betrag unter Protest bezahlt, sich ledoch mit Rücksicht aus einen sruheren Beschluß beschwcrdeführcnd an den Bundesrath gewandt, woraus dersc.be entschied, daß im voriicgenden Falle kein Stempel ? Steuerbehörde lheiltc die Ansicht des Bundesrathes nicht und lehnte es ab, die 3500 M zuruckzuer,tasten, weshalb sich für die Verwaltung die Frage ergab, ob es angezeigt, aus dem Prozeßweg die Rückerstattung der Stcmvel- ^uhren zu erwirken. Zn Anbetracht der hohen Kosten, welche die Durchführung h verursachen wurde, hat der VerwaltungSrath in seiner letzten Sitzung beschlosten, von einer Klage abzusehen. mm™ ^1. October. Von Baden-Baden kommend passirte heute Nach- mittag die deutsche Kaiserin auf ihrer Reise nach Coblenz unsere Stadt.^ Die Hobe Retsende kam mit der Riedbahn (Mannheim—Groß-Gerau) hier an. $ zp , ?°.r einiger Zeit durch die Blätter gegangene Nachricht, die Großb ^ölerung habe bei Anerkennung des bischöflichen Seminars gegen Dr. Moufang Ein- bem "Mainzer Journal" als vollständig aus der Luft ^^^bn bezetchnet. Nach dem genannten Blatt stände der Regierung nach dem Gesetz Einspruch zu erheben^ b°* 8U' 0C0Cn äelter obcr Lehrer des Seminars Ki c"t~ Obwohl sich die hiesigen Stadtverordneten vor nicht langer Reit aeaen die Schiedsgerichts hier mit geringer Majorität ausgesprochen haben, setzt man in Arbeiterkreisen die Agitation für die gewerblichen Schtedsaericbte fort. Eme gestern stattgehabte Versammlung des Fachvereins der Gerber beschloß eine erneuerte Petttion in diesem Betreff an die Stadtverordneten zu richten. m , △. essen, 31. October. Nachdem nunmehr alle erhobenen sind, wird mit dem 1. December der Betrieb der Nebenbahn Osthofen-Westhofen eröffnet werden. Vorerst werden in jeder Richtung sechs Mae S.ÄÄÄJ.“ ÄWI" ->°» Ä eÄt. * M ^s seine Familie betroffene Unglüc? gchern ZX Dom Rhein, 31. October. Bei dem gestrigen Sturm wurd- u. , Mannheimer Firma gehörender Schleppkahn auf die Sandbänke zwischen Loch gejagt und derart in Zwerglage gebracht, daß der ganze Schiffsoerkp^ ist. Der Schleppkahn erlitt an drei Stellen Leckage. gesperrt □ Hochheim, 31. October. Die vielumworbene Directorstelle h,r m r Champagner-Fabrik wird, wie wir vernehmen, nicht mehr besetzt fonhtrn Vtc^,0cn herigen technischen Director, Herrn Hammel, die Leitung des ganzen ^it- übertragen werden. Die Zahl der Bewerber um die Stelle war derart maßgebenden Actionäre die Petenten abzuweisen kaum Zeit fanden. bic — Am 2. November, am Tage nach Allerheiligen, ist Allerseelen bas der Katholiken, an welchem zum Gedächtniß der Verstorbenen ein feierliches Tnhf re& gehalten wird und die mit Blumen und Lampen geschmückten Gräber mit A.0Itl2Qmt Wasser besprengt werden. Sowohl die katholische als auch die proteftanHf*?^. L111 haben die Tage des Gedenkens an die Tobten in diejenige Jahreszeit oerltnt bei uns die ganze Natur dahinzusterben scheint, in welcher ein\ratter fiau* ü c tobtet und kahle Felder und die ihres Blüthenschmucks beraubten ^berr Schritt und Tritt an die Vergänglichkeit alles Irdischen gemahnen trauernde Menschen hinaus nach den Friedhöfen, in denen so viele Mnn™ l graben, so viele Schmerzen in den Schooß der Erde versenkt wurden unh Gräbern der geliebten Dahingeschiedenen brechen von Neuem längst verschlössen, m auf, erleichtert sich manches bedrückte Herz durch einen Strom lindernder Großmütterchen sitzt an dem kleinen Erdhügel, der die sterblichen Neste hrt ft birgt, die Mutter weint um das früh ihr entrissene Kind, an dem Grabe ro-u trauert die Wittwe, Waisen klagen über den herben Schlag, der sic der T Führung der Eltern beraubte und erschüttert steht der Freund an der letzten ’ des Freundes. In den Schmerz und die Wehmuth, welche mit dem ©ebenfrn n» Verstorbenen in bie Brust einziehen, mischt sich oft die Reue, vereinen sich * gute Vorsätze für das spätere Leben. Die da unten schlafen, können jenen nick? verzeihen, welche sie einst beleidigt und gekränkt haben, doch bei dem Gedanken nn r erneuern sich feierliche Gelübde, und gestärkt, von neuer Hoffnung erfüllt nzrinii,» k*c Ni-dcrg-bcugtcn dm stillen Garten des Todes. 1 ' ,rla1’tnbl6 Görlitz, 26. October. sEin Salto mortale im Theater.i Während der Vorstellung im Stadtthcater stürzte ein Besucher der Gallerte kopfüber hinab scdlug sich an der Bruftlehne des zweiten Ranges, erhielt |o wieder die Laae mit Füßen nach unten und fiel so glücklich auf einen Sessel des ersten Ranges datz er ft? selbst nur unbedeutende Verletzungen zuzog, um so größeren Schrecken aber ber bnJ*- barten Dame, die er hinabfallend leicht streifte, einjagte. Das Publikum welck?^ anfangs sehr aufgeregt wer, beruhigte sich bald wieder, als der unsreiwtlltae PnQ,n- besuchet: sich auf seinen „Olymp" zurückbegab. 0 0 Musik. Und deine Lieder weh'n mit Lenzesschwingen Ein holder Frühling, durch daS deutsche Land Bestärken jeden edlen Drang und schlingm ' Um aller Herzen Gluth ein einig Band, Daß höher, wo sie sieggewohnt erklingen Zu deinem Ruhme sich mit Herz und Hand, Und stolzer jeder Deutsche sich erhebe Und jubelnd rufe: Mozart, Mozart lebe! £ Mit dieser dichterischen Apostrophe Hermann Lingg's an Mozart wollen auch wir der Oper aller Opern gedenken, welche am 29. October ihr lOOjahriges Jubiläum feierte und, Dank der Thätigkeit des Herrn Musikdirectors Krautze, auch in Gießen am Samstag Abend in dem prachtvoll ausgestatteten Saale von Stein's Garten ibrm Tribut gezollt bekam. Der zweite Theil des gediegenen Concerts war der Don Juan-Säcularfeier gewidmet und wurde eröffnet mit der sauber executirten Ouvertüre zur Jubeloper darauf folgte Mosenthals sinniges Gedicht „Mozart", mit aus Weisen des Meisters bestehender rnelodramischer Begleitung von Kugler, ein Werk, wie es den edlen Sänger nicht besser feiern kann. Daß Herr Musikdirector Krauße diese Nummer gewählt hatte, gereicht seinem erfinderischen Geist zur größten Ehre; natürlich müssen wir zugestehen daß Herr Zack, der das Gedicht mit echtem künstlerischen Feuer zum Vortrag brachte, einen großen Theil des Beifalls für sich beanspruchen darf. Auch die Don-Juan-Fantasie zeugte vom besten Verständniß des Dirigenten und eifrigstem Studium der Capelle. Das ganze Concert verdiente ungetheiltes Lob und wird dem andächtigen, gewählten Auditorium gewiß lange in guter Erinnerung bleiben. Literarische-. ., , Diele glauben ihren Zahnen einen besonderen Dienst zu erweisen, wenn sie dieselben mit recht scharfen Stoffen behandeln, um sie weiß und rein zu erhalten. Diesem Jrrtbum widerspricht der zahnärztliche Mitarbeiter des praktischen Wochenblattes -'Für's HauS^ und fügt hinzu: Holzkohle als Zahnpulver ist vollständig zu verwerfen, da dieselbe nicht allein die Zähne stark angrerft, sondern auch das Zahnfleisch dunkelblau färbt. — Alle Buchhandlungen verabfolgen Probenummern dieses weitverbreiteten Blattes, dessen Abonnementspreis nur 1 JL vierteljährlich beträgt. Summa: 9 3 3 . Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele-der TodeSM« in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießm gebrachte Kranke kommen. «AK VrrksHs. „ ?• November. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 1.00—0.00 Hühnereier pr. St. 7—0Enteneier St. 0—OH, Käfe or. St. ö-8H, Kasematte 3—0 Erbsen pr. Liter 16 H, Linsen 30 X Tauben per Paar 40 bis 45 X Hühner per Stück JL 0.85—1.00, Hahnen pr. Stück JL 0.50-0.80. Enten per Stück JL 1.49—1.70, Ganse per Pfund 45—52 X Ochsenfleifch per Pfund 58 bis 60 z^, Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 40 bis ^0 "^Kalbfleisch 40—46 X Kartoffeln per 100 Kilo JL 3 50-4.5O, Milch per Liter 12 1b-H, Weißkraut Stück 4—9 Zwiebeln per Centner 6.50—.700. Frankfurt. 30. Octbr. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- tvieben waren 453 Ochsen, ca. 23 Bullen, ca. 457 Kühe und Rinder, ca. 258 Kälber, stellten sich: Ochsen 1. QuaL Jt 57—59, 2. Qual. 50-54, Kühe und 9™^ 1. Qual. JL 48 -50, 2. Qual. JL 38—44 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kalber 1. Qual. 55-60 X 2. Qual. 50-55 per 1 Pfund Schlachtgewicht- ^&raJlrfurt' 31- Octbr. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer ** 16,50-16,75, fremder 16,00-18,50, Roggen eff. hies. JL 13,25-13,50, fremder ^'^0-^00,00 Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 15,00—17,00, ftembe X 00,00—00,00, Hafer eff. hies. Ji. 13,00—13,50, fremder JL 00,00-00,00- Wöchentliche Zleberficht der Todegfälle inUtaöt Sietzell. . ,,43- Woche. Vom 23. October bis 29. October 1887. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkettsztffcr: 24,5 e/oc. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: Kin im 1. Lebensjahr: Der vom 2.-15.1 Darmverschlingung 1 (1) 1 (1) —» Lungenschwindsucht 1 (1) I (1) _ — Rückenmarksentzündung 1 1 z _ — Atrophie 1 (1) 1 (1) -—• Tuberkulose des Bauchfells 1 _____ * i' —■ Wasserkrebs 1 (1) 1 (1) Diphtherie 1 (1) ___ 1 (1) Knochenfraß 1 (1) _ — 1 (1) Unbekannter Krankheit 1 1 — Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgase». October 1887: 19 vorschriftsmäßige Kerzen. Buchner. U. 8. W 8215 Restauration u. bayrisch Rier-Ausschank g Hrrrcichnndla nach 5laaß. | } Gute und billige cinhciiilische Licilendcr- ; / GMll-AMss-KllieMr 1888 -! 35. Jabrg. Herausg.: Pfarrer Ritsert In • O Darvrstadt. 84 Seilen mit vielen Bildern. Seiöef 1 wandten und Bekannten ein berr-8 lrches Lebewohl zu. 8213 8 Susanne Wolf, geb. Pfeil und Kinder. Alicestratze 22, nJrt , 7611 Zwei schöne unmöbltrte parterre- Zimmer zu vermiethen. Ederstraße 5 7616] Der an die Gefchwister vermiethete Laden -e. lr ist anderweit ,u vermi h.n »Ä t. Mürz 188«, auf »Bunf. Danksagung. Krankst L B-weise herzlicher Theilnahme während der „„h ei • b 6 Beerdigung un erer geliebten Gattin Mutter und Schwiegermutter ' Auguste Bersch, geb. Münch, sagen wir hiermit herzlichen Dank. 1 8221 Eine jüngere, gewandte Sortireriu findet in einer hiesigen Cigarrenfabrik । lohnende Arbeit. Wo? sagt die Exp d Bl 1 ^aciiOn* 31, Scheda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. 7527] Kl. möbl. Zimmer, parterre, vor ™®n°7tbor' billig zu vermieden Wo? sagt die Exped. d. Bl. 41/e°/o Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 4o/g Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 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